Persönliches
Auto­kor­sos für alle!

Möööööp!

Uner­war­tet zer­reißt ein Röh­ren die Stil­le in mei­nem heu­ti­gen Refu­gi­um: Drau­ßen wird im Gän­se­marsch gefah­ren und gehupt. Ein Blick auf die betei­lig­ten Autos (zuge­ge­ben: das geht mit dem Fahr­rad nicht so gut) ver­si­chert: Hier hat aus­nahms­wei­se kein Pär­chen bei­der Leben zu früh weg­ge­schmis­sen und gehei­ra­tet, hier ist Fuß­ball im Spiel.

Die ört­li­che Erfolgs­mann­schaft im Her­ren­fuß­ball, in den 1960er Jah­ren ein­mal an der Tabel­len­spit­ze gewe­sen und seit­dem mit einem Selbst­be­wusst­sein wie Ger­hard Schrö­der nach der Bun­des­tags­wahl 2005 aus­ge­stat­tet, habe es wie­der in die zwei­te Bun­des­li­ga zurück­ge­schafft, erklärt ein sozia­les Medi­um das Gehu­pe hoch­er­freut, als sei das für irgend­je­man­den, der nicht gera­de finan­zi­ell von der Mann­schaft pro­fi­tiert, von Belang.

Ich hege Sym­pa­thien für Men­schen, die sich so sehr für eine Sache begei­stern kön­nen, dass sie am lieb­sten jedem unge­fragt zwei­mal davon erzäh­len wür­den. So ähn­lich geht es mir ja mit Musik, Tasta­tu­ren, Whis­ky und so. Nicht begreif­lich ist mir bis­her aber gemacht wor­den, war­um der Brauch der Auto­kor­sos (Ben­zin ist offen­sicht­lich noch zu gün­stig, da soll­te der Markt drin­gend mal regeln) mit­samt innen­städ­ti­schen Gejoh­les, in häss­li­che Schals und grel­le Tri­kots gehüllt, aus­ge­rech­net den Anhän­gern eines nicht mal beson­ders gro­ßen Fuß­ball­ver­eins exklu­siv aus­ge­übt wer­den soll­te. Mir fal­len sofort meh­re­re orts­über­grei­fen­de Inter­es­sen ein, die sich deutsch­land­weit eines grö­ße­ren Zuspruchs erfreu­en als die Spiel­ergeb­nis­se besag­ten Vereins.

Mein Ansatz, dem Möööööp! kon­struk­tiv ableh­nend zu begeg­nen, sieht daher vor, ein eige­nes Möööööp! zu eta­blie­ren. Ich schla­ge Auto­kor­sos mit Pyro­tech­nik auf allen grö­ße­ren Plät­zen vor, wenn eine neue Sin­gle von Ed Sheeran (der trotz sei­nes schreck­li­chen Musik­stils immer noch mehr Anhän­ger hat als jeder Fuß­ball­ver­ein) es in die Hit­pa­ra­de geschafft hat; und dann war­ten wir mal ab, wann der erste Fuß­ball­fan ent­rü­stet fragt, ob die Vor­lie­ben der Teil­neh­mer wirk­lich die­sen Krach rechtfertigen.

Wie ich übri­gens gera­de sehe, wur­de soeben eine neue Ver­si­on einer app auf mei­nem Smart­pho­ne ver­öf­fent­licht. Das muss gefei­ert wer­den. Möööööp!

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Ufo­mam­mut – Fenice

Ufomammut - FeniceLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Es gibt Arten von Musik, die pas­sen zu einer ganz bestimm­ten Wet­ter­la­ge. Im Herbst ist zum Bei­spiel melan­cho­li­scher Post­rock genau mein Fall, aber sobald es wär­mer wird, mag ich es auch mal etwas fröh­li­cher. Nun wird es gera­de wär­mer, ich höre aber trotz­dem (und freue mich über) das dies­jäh­ri­ge Album „Feni­ce“ von Ufo­mam­mut (Band­camp, Amazon.de). Die Ton­trä­ger kom­men erst am 23. Mai raus, aber man hat ja so sei­ne Quellen.

„Feni­ce“ ist – wie Ufo­mam­mut selbst – ita­lie­nisch und heißt Phö­nix, sym­bo­li­siert also eine Wie­der­ge­burt. In die­sem Fall scheint es vor allem um den neu­en Schlag­zeu­ger „Lev­re“ zu gehen, der das Grün­dungs­mit­glied „Vita“ nach des­sen Weg­gang 2020 ersetzt. Mit 38:19 Minu­ten Lauf­zeit ist „Feni­ce“ zwar kei­ne beson­ders mäch­ti­ge Wie­der­ge­burt, aber ein­drucks­voll ist sie den­noch: Ursprüng­lich als nur ein ein­zi­ges Stück kon­zi­piert, wirkt das Album tat­säch­lich wie aus einem Guss, obwohl sei­ne sechs Stücke jeweils unter­schied­li­che Facet­ten beto­nen. Das in der Wiki­pe­dia noch immer vor­ran­gig als Stoner-Doom-Band geführ­te Trio das Album groß­zü­gig mit Space- und Psy­che­de­lic-Rock-Zuta­ten wie aus­gie­bi­gem Gebrauch von Hall und Syn­the­si­zern bespren­kelt hat, ist eine um so erfreu­li­che­re Über­ra­schung. Immer nur den glei­chen sound zu hören ist ja auch uninteressant.

Ufo­mam­mut – Pyra­mind (Offi­cial Video)

Gesun­gen wird mit­un­ter, dann – wie bei Ufo­mam­mut trotz des ita­lie­ni­schen Albums­ti­tels üblich – auf Eng­lisch. Das sehe ich zwar fast immer skep­tisch, wenn die Musi­ker selbst nicht eng­lisch­spra­chig sind, aber ich kann den Klang der ita­lie­ni­schen Spra­che in der Musik bekannt­lich par­tout nicht lei­den. Kla­rer Vor­teil also.

Prä­di­kat: Zum Sitz­tan­zen gut geeig­net. Mög­li­cher­wei­se ist Kopf­nicken inbe­grif­fen. Bei Wei­tem nicht das Schlech­te­ste, was ich 2022 im Kopf­hö­rer hatte.

(Soll hei­ßen: Gefällt.)

In den Nachrichten
Frü­her hat’s ja auch kei­nen gestört.

Im Jahr 2002, selbst im Jahr 2012, gehör­te ich noch zu denen, die ver­gleichs­wei­se unvor­sich­tig mit ihrem Leben umge­gan­gen sind. Nach mir die Sint­flut. Die mei­sten Risi­ken, von den Schä­den an der Gesund­heit und der Psy­che bis hin zu irgend­wel­chen Daten­lecks, wur­den zugun­sten der Befrie­di­gung der Lust am Leben in Kauf genom­men, und ich wür­de lügen, behaup­te­te ich, das sei heu­te wesent­lich anders. Nur auf mei­ne Daten pas­se ich heu­te etwas bes­ser auf als früher.

Want to track some­thing in pri­va­te? Don’t use an app.
John Weir

Trotz­dem hal­te ich die­se Aus­le­gung (Archiv­ver­si­on) von Peter Hor­nung, NDR, für sport­lich:

Wir leben im Jahr 2022 – und da dürf­ten (…) Ver­brau­cher etwas ande­res erwar­ten im Umgang mit ihren Daten als noch vor zehn oder zwan­zig Jah­ren. „Sie wol­len eben nicht mehr mit uner­wünsch­ter, nicht ange­for­der­ter soge­nann­ter Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on kon­fron­tiert und belä­stigt wer­den“, so Baden-Würt­tem­bergs Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ter Ste­fan Brink.

Auch vor zehn oder zwan­zig Jah­ren woll­te ich nicht unbe­dingt „mit uner­wünsch­ter, nicht ange­for­der­ter soge­nann­ter Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on kon­fron­tiert und belä­stigt wer­den“ und habe das auch nicht erwar­tet. Ich bekam mehr als genug Post, um die ich nicht gebe­ten hat­te. Dass Adress­han­del künf­tig, so sug­ge­riert es der Arti­kel zu Beginn, ver­bo­ten sein soll, ist inso­fern kei­ne Nach­richt, die mich begei­stert, denn bis­her war er es auch bzw. nicht und stim­men tut’s auch nicht:

Mit Blick auf die Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung sei es gut, wenn der Ver­kauf von Ver­brau­cher­adres­sen ein­ge­schränkt wer­de, so VZBV-Exper­te Flo­ri­an Glatzner.

Eine Ein­schrän­kung ist eben kein Ver­bot. Im Umgang mit Wer­bern, online wie off­line, emp­feh­le ich inso­fern auch wei­ter­hin, sie gesell­schaft­lich zu äch­ten und den per­sön­li­chen Umgang mit ihnen zu mei­den. Wer sei­nen Lebens­un­ter­halt damit ver­dient, ande­ren Men­schen Zeit zu steh­len, der ist nichts als ein gewöhn­li­cher Kri­mi­nel­ler, ein Zeit­dieb, eine Ner­ven­sä­ge oben­drein. Es wäre ver­fehlt, einen in der Wer­be­bran­che Täti­gen, des­sen Arbeits­grund­la­ge neben einer erkauf­ten Liste von Adres­sen von Men­schen, die über­wie­gend nicht von ihm belä­stigt wer­den möch­ten, der Quatsch ist, den Ver­käu­fer von sich geben, um ihren Plun­der ande­ren Leu­ten anzu­dre­hen, nicht als einen sol­chen zu betrach­ten und ent­spre­chend mit ihm zu verfahren.

Und das nicht erst völ­lig über­ra­schend und sehr plötz­lich seit 2022.

In den Nachrichten
Penis zei­gen gegen Rechts

Puh, Rot-Rot-Grün.

Dazu for­der­te die Ver­wal­tung die Leh­rer auf zu doku­men­tie­ren, an wel­chem Kör­per­teil sich die Tat­toos befin­den und wel­che Bedeu­tung sie für die jewei­li­gen Per­so­nen haben. Das galt auch für Täto­wie­run­gen an inti­men oder ande­ren nicht sicht­ba­ren Stel­len. (…) Der Fra­ge­bo­gen for­der­te von den Refe­ren­da­ren Anga­ben zur Län­ge und Brei­te der Täto­wie­run­gen, außer­dem sol­len die Tat­toos beschrie­ben und foto­gra­fiert wer­den. (…) Dabei ging es um die Fra­ge, ob bestimm­te Sym­bo­le Hin­wei­se dar­auf geben, dass eine Per­son gegen die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Ord­nung und damit unge­eig­net für den Staats­dienst sei.

Ein­fach nur: puh.

In den Nachrichten
Lebens­mit­tel­ver­glei­che wie­der posi­tiv besetzen

Der natio­na­li­sti­sche Aggro­pan­sen Andrij Mel­nyk hat­te aus­nahms­wei­se mal eine gute Idee:

Mel­nyk bezeich­net Scholz als „belei­dig­te Leberwurst“

Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann, deren Name und Fri­sur ja auch irgend­wie ihr Pro­gramm sind, for­dert daher von dem ukrai­ni­schen Weiß­brot eine „Ent­schul­di­gung“ für den Quark. Ich hal­te dage­gen: Der oft ver­stockt-bemüh­te Dis­kurs gewön­ne an Treib­kraft, wären Lebens­mit­tel­ver­glei­che end­lich kein Tabu mehr. Der Ber­li­ner John F. Ken­ne­dy hat es vor­ge­macht, noch heu­te wer­den trotz allem gan­ze Plät­ze nach ihm benannt; und von der SPD mag man heut­zu­ta­ge hal­ten, was man will, aber den ver­stor­be­nen Her­bert Weh­ner, der selbst Par­la­men­ta­ri­er auch schon mal „Würst­chen“ nann­te, nicht für einen fähi­gen Rhe­to­ri­ker zu hal­ten fällt selbst mir schwer.

Wir brau­chen nicht weni­ger Leber­wurst­be­zeich­nun­gen im Par­la­ment. Wir brau­chen mehr davon. Sie stil­len den Hun­ger nach Eska­la­ti­on schnell und unbü­ro­kra­tisch, ohne nach­drück­li­chen Scha­den zu hin­ter­las­sen, und so frisch gestärkt kann man sich bald wie­der der Sach­dis­kus­si­on widmen.

Netzfundstücke
Kei­ne Arbeits­an­ar­chie ohne BAMF

Beob­ach­tung: Wenn man als Ukrai­ner, Syrer, Afgha­ne oder sonst­wer nach Deutsch­land kommt, weil man hier weni­ger wahr­schein­lich umge­bracht wird als in sei­nem Hei­mat­land, kann man nicht ein­fach anfan­gen zu arbei­ten oder sei­ne Kin­der in die Schu­le schicken. Das wären ja fast anar­chi­sche Zustän­de. So was wol­len wir hier nicht.

Nein, zuerst ist eine Regi­strie­rung fällig:

Alle Per­so­nen, die sich in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land als asyl­su­chend mel­den, wer­den regi­striert. (…) Hier­bei wer­den per­sön­li­che Daten auf­ge­nom­men. Alle Antrag­stel­len­den wer­den foto­gra­fiert; von Per­so­nen ab dem 6. Lebens­jahr wer­den zusätz­lich Fin­ger­ab­drücke abgenommen.

Muss man ja ver­ste­hen: Die­se Aus­län­der sehen ja alle gleich aus. Da muss man etwas haben, um sie ein­deu­tig zu iden­ti­fi­zie­ren. Wenn sie spä­ter mal Straf­ta­ten bege­hen oder so. Das machen Aus­län­der ja so. Immer. Alle. Denn sonst bräuch­te man das ja nicht.

Der Nach­wuchs eines vor dem Krieg geflo­he­nen Ukrai­ners darf hier nicht in die Schu­le gehen, wenn die Poli­zei sei­nen Vater nicht in ihrer Daten­bank hat. Sicher­heit, ver­steht sich. – Die Ange­kom­me­nen, meist schon dar­auf vor­be­rei­tet, hin­ter­fra­gen das sel­ten. Das sei halt so in Deutsch­land, passt schon, hier mei­ne bio­me­tri­schen Daten, hier mei­ne Kon­to-PIN, hier mein Erst­ge­bo­re­nes. Ah, end­lich in einem frei­en Land.

Ist das eigent­lich die­ser Sozi­al­staat mit der Mensch­lich­keit, von dem immer alle reden?

In den NachrichtenMontagsmusikNerdkrams
White Darkness – hHi!d4Ee /​/​ Dezen­te Emo­jis für alle.

LOVE♥️Es ist Mon­tag. Ein Gedan­ke am Wochen­en­de, wäh­rend in Ber­lin und anders­wo ein paar Ver­strahl­te gegen die Poli­tik der SPD demon­striert haben, indem sie irgend­was ange­zün­det haben, was gar nicht der SPD gehört hat: War­um hei­ßen grie­chi­sche Restau­rants Zeus, aber deut­sche Restau­rants nicht Gott?

Man liest die­ser Tage viel über zu set­zen­de Zei­chen. Ich set­ze am lieb­sten Fra­ge­zei­chen. Die wir­ken immer so schön iro­nisch und sind auf der Tasta­tur schon drauf. Defi­nie­re: Ame­ri­ka. Ande­re Zei­chen, die auf der Tasta­tur manch­mal auch schon drauf sind, wer­den noch häu­fi­ger gesetzt und sind längst auch ein Poli­ti­kum, aber selbst Goog­le wird es zu bunt mit den Emo­jis – es macht jetzt die Far­ben weg. Aus­nahms­wei­se möch­te ich, dass mög­lichst vie­le Unter­neh­men die­se Idee von Goog­le über­neh­men und sie zum De-fac­to-Stan­dard wer­den las­sen. Dann wür­de ich viel­leicht auch häu­fi­ger mal wel­che ver­wen­den. Ich mag es, wenn etwas Geschrie­be­nes optisch dezent ist und mich und mei­ne Gesprächs­part­ner nicht visu­ell anbrüllt.

Super-Selbst­re­fe­ren­zia­li­tät: Ted Unangst hat sich beklagt, wie schwer es sei, eine sich selbst ent­hal­ten­de Web­site in Go zu pro­gram­mie­ren. Des­we­gen habe ich eine in Rust pro­gram­miert. Viel­leicht kann’s wer brauchen.

Nicht von mir, brau­che ich aber selbst: Musik.

White Darkness – hHi!d4Ee

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Eva Högl kann mich mal.

„t‑online.de“:

Seit Mai 2020 ist Eva Högl Wehr­be­auf­trag­te des Bun­des­tags und damit „Anwäl­tin“ für die rund 183.000 Sol­da­tin­nen und Soldaten.

Und sie sagt:

Wir müs­sen auch die mitt­le­ren und älte­ren Jahr­gän­ge anspre­chen und um sie wer­ben. Alle bis 65 wer­den bei der Bun­des­wehr gebraucht.

Eva Högl ist Jahr­gang 1969 und ihr Genos­se Olaf Scholz ist auch noch unter 65. Was machen die eigent­lich noch hier, so in Kriegs­zei­ten? Da geht noch was:

Die Bun­des­wehr braucht mehr Frau­en. Gemisch­te Teams sind immer bes­ser. Sol­da­tin­nen wol­len kei­ne Son­der­be­hand­lung, son­dern Gleich­be­rech­ti­gung. (…) Die Bun­des­wehr ist natür­lich immer noch eine Männerdomäne.

Unter 65 und eine Frau; Eva Högl ist wie gemacht für eine Kar­rie­re an der Ost­flan­ke. So rekru­tie­re sie doch end­lich jemand!

Ich kom­me trotz­dem nicht mit. Die Bun­des­wehr gehört abge­schafft und ihre Res­sour­cen gehö­ren zivi­len Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung gestellt. Ich habe noch ein paar Jah­re Zeit, bevor ich 65 wer­de (falls ich mal 65 wer­de). Die­se Jah­re habe ich fried­lich zu leben vor. War­um for­dern eigent­lich immer nur die, die nie­mals selbst auch nur in die Nähe einer Waf­fe kom­men wol­len wür­den, von ande­ren Leu­ten, in den Krieg zu ziehen?

Aber es stimmt schon, was man mir des Öfte­ren vor­wirft: Ich brin­ge viel zu sel­ten kon­struk­ti­ve Vor­schlä­ge an. Daher schla­ge ich vor: Eva Högl an die Front!

Sie wird immer­hin bei der Bun­des­wehr gebraucht.

(via Maschi­nist)


Nach­trag: Das Schön­ste an die­ser Debat­te ist’s, dass die Ansicht, dass Sol­da­ten Mör­der sei­en sind, offen­sicht­lich end­lich wie­der der Mehr­heits­mei­nung des Vol­kes ent­spricht; denn wären Sol­da­ten kei­ne Mör­der, so müss­te man sich nicht gegen ihre Mor­de weh­ren, und wären Sol­da­ten kei­ne Mör­der, so woll­te man sie nicht schwer bewaff­net zu ande­ren Mör­dern schicken, um jenen Ein­halt zu gebieten.

In den NachrichtenPolitik
Schön­wet­ter­de­mo­kra­ten

gruene.de (Archiv­ver­si­on):

Demo­kra­tie lebt von Ver­trau­en. Ver­trau­en in die­je­ni­gen, die die Bür­ger im Par­la­ment ver­tre­ten sowie Ver­trau­en in die demo­kra­ti­schen Institutionen.

twitter.com/Die_Gruenen:

Wir set­zen uns für ein Export­ver­bot von Waf­fen und Rüstungs­gü­tern (…) in Kriegs­ge­bie­te ein.

Anna­le­na Baer­bock, Außen­mi­ni­ste­rin, Die Grü­nen (Archiv­ver­si­on):

Als „rich­ti­gen Schritt“ hat Mini­ste­rin Baer­bock die geplan­te Lie­fe­rung schwe­rer Waf­fen an die Ukrai­ne verteidigt.

Was ist Ver­trau­en in die Demo­kra­tie in Frie­dens­zei­ten eigent­lich wert, wenn es im Krieg nicht mehr gilt?

Netzfundstücke
Twit­ter-Stiel­blüh­ten aus dem Deutsch Abi

dig­gah kein bock abi zu ver­kacken aber häng die gan­ze zeit auf twitter
@zer0din0_

Isa­bel Cade­mar­to­ri von der SPD wünscht kopp­lungs­arm viel Erfolg: Die Abitur­prü­fun­gen bzw. Abi-Prü­fun­gen bzw. „Abi Prü­fun­gen“ (Isa­bel Cade­mar­to­ri) begin­nen. Für das „Deutsch Abi“, schreibt eine „joli­na“, habe kei­ner gelernt, ein gutes Ergeb­nis spre­che aber dafür, dass die Teil­neh­mer „krank schlau“ seien.

Auch sonst sind Bin­de­stri­che der jun­gen Genera­ti­on (#Letz­te­Ge­ne­ra­ti­on) ein Geg­ner: „Stan­dart­si­che­rung NRW Sei­te über­la­stet 1 Tag vor der Deutsch Prü­fung Klas­si­ker“, befand „Nico2k3_​st“, anschei­nend ein nord­rhein-west­fä­li­scher Schü­ler, und brach­te in die­sem Tweet nicht nur eine Kri­tik an der Digi­ta­li­sie­rung in West­deutsch­land unter, son­dern befass­te sich auch mit der Art und Wei­se, wie die „NRW Sei­te“ so steht. Sei­ne „Deutsch Prü­fung“ möge gelun­gen sein! Der Sach­text in Nord­rhein-West­fa­len, lese ich aus Wup­per­tal, war indes zumin­dest „mega“.

Anschei­nend bestand man­cher­orts die Abitur­prü­fung im Fach Deutsch dar­in, „ein­fach 5 Stun­den übers gen­dern“ zu schrei­ben. So gese­hen ist es immer­hin schön. dass es noch falsch „Deutsch Abi“ und nicht falsch „Deutsch*Abi“ heißt. „Gefor­dert“ vom „deutsch abi“ fühl­te sich zwar ein „kri­sti­an“, wäh­rend ein „ADRIAN“ von ihm „von hin­ten genom­men“ wur­de, aber, VALLAH, Ent­war­nung dies­be­züg­lich gibt „Jan­ek⁰²“: „Deutsch Abi hat sich ein­fach wie ne nor­ma­le Klau­sur ange­fühlt. Chil­lig“. Mei­ne armen Nerven.

Für den Satz „Ich hat­te Deutsch Abi 15 Punk­te“ hät­te ich dir 13 Punk­te abgezogen 🤨
@Propofolium

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Big’n – Disci­pli­ne Through Sound

Big'N - Discipline Through SoundLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

1995 oder 1996, die Zahl vari­iert, ver­öf­fent­lich­te die Chi­ca­go­er Noi­se-Rock-Band Big’n ihr zwei­tes Stu­dio­al­bum „Disci­pli­ne Through Sound“ (Amazon.de, Band­camp). Ange­nehm bescheu­ert ist, dass es nach 26 oder 27 Jah­ren unter dem Namen „DTS 25“ neu auf­ge­legt wird, anläss­lich des­sen auch ein paar wei­te­re Stücke ange­fügt wur­den. Sonst könn­te ja noch jemand sagen: Ach nein, das Album habe ich ja schon. Da muss ich ja nicht noch mal jeman­den bezahlen.

Inso­fern befas­se ich mich heu­te mit dem ursprüng­li­chen Album „Disci­pli­ne Through Sound“. Eines der musi­ka­li­schen Vor­bil­der des Sän­gers Wil­liam Akins sei Tom Waits, teil­te Erste­rer in einem Gespräch mit. Das glau­be ich gern.

„Disci­pli­ne Through Sound“ ist ein lär­men­des Album, aber das ist als Aner­ken­nung gemeint. Vom selt­sa­men Mit­tel­teil des Acht­zehn­mi­nü­ters „White Rus­si­an“ abge­se­hen stellt das Album eine Anti­the­se zu ent­span­nen­der Loun­ge­mu­sik dar. Hier:

Big’N – 06 – Dying Breed

Gefällt. Voll in die Fres­se. So hat­te zumin­dest die Nach­richt über die Neu­auf­la­ge für mich etwas Gutes. Fei­ne Band, nehm‘ ich.

NerdkramsNetzfundstücke
Mastodon im Weltknall

Mein vori­ger Bei­trag zu die­sem The­ma war viel­leicht etwas zu knapp gehal­ten, dar­um ver­su­che ich noch mal ein wenig aus­führ­li­cher mei­ne Sicht darzulegen.

Die Rekla­me­wel­le reißt näm­lich noch immer nicht ab: Man sei, erfah­re ich täg­lich gegen mei­nen Wil­len auf Twit­ter, jetzt auch (sel­ten: nur noch) bei Mastodon, weil Mastodon nicht von einem rei­chen Typen geführt wer­de. Sol­cher­lei schrei­ben sie in ihre Smart­pho­nes hin­ein, deren Kauf rei­che Typen noch rei­cher mach­te. War­um es erstre­bens­wert sei, sein vir­tu­el­les Dasein von Ein­zel­per­so­nen abhän­gig zu machen, die aus Lan­ge­wei­le und ohne Bestands­ga­ran­tie pri­va­te Ser­ver betrei­ben, auf denen sie ohne jede demo­kra­ti­sche Mit­be­stim­mungs­mög­lich­keit jeder­zeit die Regeln ändern und gan­ze Ser­ver mit­samt ihren Nut­zern von der Teil­nah­me aus­schlie­ßen kön­nen (und das oft auch tun), schrei­ben sie hin­ge­gen nicht.

Und wie groß­her­zig sie sich geben! Min­de­stens ein Mastodont bie­tet gar an, auf Zuruf Neu­ma­stodon­ten zu fol­gen; das scheint inso­fern eine Ehre zu sein, aber ich ken­ne die Per­son mei­nes Wis­sens nicht einmal.

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In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ange­merkt zu Twit­ters Übernahme

Elon Musk habe, wird berich­tet, sich nun mit Twit­ter dar­auf geei­nigt, anstel­le der bis­he­ri­gen Anteils­eig­ner, mit denen Twit­ter­nut­zer mehr­heit­lich kei­ne Pro­ble­me hat­ten (dar­un­ter ein sau­di-ara­bi­scher Mil­li­ar­där), den Laden ein­fach kom­plett zu über­neh­men und da mal ein wenig feucht durch­zu­wi­schen, was die Com­mu­ni­ty mehr­heit­lich erschreckt, denn vom NetzDG hält Elon Musk dem Ver­neh­men nach nicht viel, wes­halb die gro­ße Angst umgeht, unter dem neu­en Besit­zer dürf­te Donald Trump (oh Schreck!), des­sen Twit­ter­kon­to aus Geschmacks­grün­den zwangs­ge­schlos­sen wor­den war, dort­hin zurück­keh­ren, wes­halb wie unge­fähr jedes Jahr ein gro­ßer Exo­dus – ich beschrieb einen sol­chen bereits 2014 – beginnt, also ganz Twit­ter für zwei bis drei Wochen zur jewei­li­gen Trend­al­ter­na­ti­ve (der­zeit: Mastodon) wech­selt, nur um dann fest­zu­stel­len, dass es auf Twit­ter doch gar nicht so schlimm war, weil da wenig­stens was los ist; und mich über­rascht eigent­lich nur noch, dass es dar­über noch kein Musi­cal gibt.


Nach­trag:

Mastodon sieht aus mei­ner Sicht wie ein geschei­ter­tes Expe­ri­ment aus. Die wer­den sich da jetzt alle gegen­sei­tig bekämp­fen, noch kras­ser als bis­her eh schon.