NerdkramsNetzfundstücke
wahr / falsch / mal sehen

Datentyp des Tages: Troolean.

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Type: boolean, Default value: 2

(via @raichoo)

In den NachrichtenPolitikWirtschaft
Liegengebliebenes vom 11. Januar 2018: Gefahren, überall Gefahren!

Gefahr für die Terrorabwehr: FBI-Chef Christopher Wray mahnt, dass starke Verschlüsselung auf elektronischen Geräten mittlerweile eine „dringende Angelegenheit für die öffentliche Sicherheit“ darstelle. Sofort verbieten und präventiv verhaften!


Gefahr für die Reklamemafia: Apples neuer Safari-Privatsphärenschutz kostet Werber richtig Geld, als sei das das wichtigste Kriterium für Software: dass sie Werbern nützt.


Gefahr für die Klarheit der wirtschaftlichen Berichterstattung: Steuerbetrug heißt jetzt Steuertricks.


Gefahr für das politische Wertesystem: „Die Grünen sollten die führende Kraft der linken Mitte werden“, empfiehlt Anton Hofreiter, verrät aber leider nicht, was dann mit der mittleren und halbrechten Mitte passieren soll.


Gefahr für die Bitcoinblase: Auf „ZEIT ONLINE“ hat man festgestellt, dass das Investieren in Firmen, die Eistee herstellen, sich aber irgendwas mit „Blockchain“ nennen, nicht der klügste Schachzug der Börsenspieler ist.


Keine Gefahr hingegen besteht, jubiliert wiederum „ZEIT ONLINE“, für die Wirtschaft:

Die deutsche Wirtschaft ist 2017 so schnell gewachsen wie seit Jahren nicht mehr. Der Haushaltsüberschuss stieg zum vierten Mal in Folge – auf einen Rekordwert. (…) Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch gut.

Im März 2017 schrieb das Fanfarenmagazin „Huffington Post“, es sei von etwa 400.000 Obdachlosen in Deutschland auszugehen. Sollen die sich halt eine Arbeit suchen!

In den NachrichtenPolitik
Zäh wie Leder, fly wie Kruppstahl.

Wir sind wieder wer:

Die Bundeswehr hat noch nie so viele Minderjährige ausgebildet wie im vergangenen Jahr. (…) Auch nach dem Absolvieren ihrer sechsmonatigen Probezeit seien im vergangenen Jahr 90 Soldaten noch nicht volljährig gewesen.

In einem gesunden Körper meuchelt der gesunde, noch unverbrauchte Geist besonders frisch, fromm, fröhlich und frei. Die Jugend solle sich sowieso mehr bewegen und nicht immer bloß am Computer virtuelle Gegner abknallen, empfehlen Experten. So haben alle was davon.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Von der Dominanz vermeintlich liberaler Ideologien.

In Teilen der USA ist seit der Wahl des amtierenden Präsidenten das Mem von weinenden Liberalen ungewöhnlich beliebt. Ich habe dieses Mem sehr lange nicht verstanden, denn ich hielt gerade uns Liberale immer für eine zwar heterogene, aber zumindest in dem Punkt, dass „links“ und „rechts“ keine existenten Bewertungsschemen sein dürfen, recht einige Gruppe.

Nun hat es sich ergeben, dass der bei Google wegen überschäumender Realität unsanft entglittene James Damore seinen ehemaligen Arbeitgeber, hämisch begleitet von sich dem Feminismus anbiedernden, offensichtlich also von Selbstzweifeln zerfressenen weißen Männern auf Boulevardblogs, mithilfe der Zusammentragung allerlei unappetitlicher Details aus dem rassistisch-sexistischen Arbeitsalltag von und mit hochrangigen Googlemitarbeitern verklagt. Außer der „FAZ“, die anscheinend ungelesen eine entsprechende dpa-Meldung übernommen hat, schwadroniert auch „heise online“ davon, dass bei Google eine „liberale Ethik“ herrsche, hier allerdings wenigstens als Zitat gekennzeichnet:

die Dominanz liberaler Ideologie bei Google verhindere eine offene Diskussion

Dass eine dominant liberale Ideologie überhaupt erst die Bedingung für das Entstehen einer wirklich offenen Diskussion ist, steht dabei sicherlich außer Frage. Ist James Damore blöd? Nein, die Übersetzer seiner Klage sind es: Der US-amerikanische Begriff des „liberalism“ hat mit unserem guten Liberalismus, der dort wohl eher „libertarianism“ heißt und wiederum nicht identisch mit Libertarismus ist, nichts zu tun und wird von so Blogs eher in die Nähe von Sozialdemokratie gerückt, wobei die real existierende deutsche Sozialdemokratie den dortigen „Liberalen“ wie allerdings auch mir vermutlich viel zu rechts wäre. Mit einer „liberalen Ideologie“ weist der geschlechts- und ethniefokussierte Kampf für die einzig richtige Meinung, dass nämlich weiße Heteromänner das personifizierte Unglück seien und dringend jeweils durch einen durchschnittlichen „Congress“-Besucher (wissenschon: grüne Haare, schrille Stimme, Identifikation als Apache-Kampfhubschrauber) ersetzt werden müssen, auf dass es dem Land, das unter der Knechtschaft Donald Trumps, unter dem die Arbeitslosigkeit eigentlich nahezu verschwunden und der Wohlstand auf einem Zehnjahreshoch angekommen ist, endlich besser (lies: weiblicher) gehen möge, keine ersichtliche Übereinstimmung auf; außer eben: Ideologie.

Ich würde mir von politischem Journalismus (wenn schon nicht von „heise online“) wünschen, den Unterschied zwischen liberalism, libertarianism und Liberalismus mindestens zu verstehen, im Bestfall beim Verfassen von angeblich der Information der Leser dienenden Texten auch irgendwie ersichtlich zu machen. Nicht alles, was im Englischen so heißt wie im Deutschen, hat dort auch die gleiche Bedeutung. Zu fish and chips gibt es ja auch keinen Salsadip.

Eine Kompetenzquote würde dem Journalismus auch mal gut tun.

(Siehe auch: Warum Deutschland den Liberalismus braucht.)


Apropos Quote: Im „Morgenmagazin“ fragte der in meiner Achtung plötzlich merklich gestiegene „Grünen“-Politiker Cem Özdemir, ob es nicht vielleicht ratsam sei, bei der künftigen Besetzung der Parteispitze zur Abwechslung einmal Kompetenz anstelle Geschlecht und Flügelzugehörigkeit zu berücksichtigen. Punk ist nicht tot.

In den Nachrichten
Medienkritik extern: Chefredaktion von „SPIEGEL ONLINE“ bezichtigt „SPIEGEL ONLINE“ der Desinformation.

Beim deutschsprachigen Ableger des bösen Propagandamagazins „Russia Today“ ist zu lesen:

Matthias Streitz, seines Zeichens Mitglied der Chefredaktion von Spiegel Online (SPON), hat RT öffentlich „Desinformation“ vorgeworfen. Als Beweis dient ihm ein Foto in einem Newsticker-Beitrag von RT Deutsch. (…) Die Quelle, auf die Streitz sich berief, um RT Deutsch „Desinformation“ vorzuwerfen, war das britische Boulevardblatt Express. (…) Ungeachtet der schwedischen Hinweise im Bild, (sic! A.d.V.) machte die Redaktion des Express aus der Stockholmer U-Bahnstation eine abgesperrte U-Bahnstation in der Manchester Oxford Road.

Wo bleibt das verdammte Verlagssterben?

In den NachrichtenMontagsmusik
Alpha Male Tea Party – You Eat Houmous, Of Course You Listen To Genesis

Nach dem Kaffee - vor dem KaffeeEs ist Montag, Montag ist – in einer besseren Welt – Pandatag. Eine Partei, die einen solchen verspräche, hätte mich als Wähler gewonnen.

Stattdessen trafen sich am Wochenende Parteigranden vielerlei Hintergrunds zwecks Eigenlobs und um noch einmal zu versichern, dass man selbst immer die besten Ideen von allen habe. Dass dabei manches weggelassen wird, mag der Zeit zuschulden kommen; der Vorsitzende und Außenhändler der F.D.P. etwa verliert über Steuersenkungen kein Wort mehr. Der Grund für das gesammelte Auftreten von Parteitreffen zu dieser Jahreszeit liegt kalendarisch im Tag der „drei Könige“ Caspar, Melchior und Balthasar begründet, es ist von „Dreikönigstreffen“ die Rede. Von Parteien, die ein „Dreikönigstreffen“ abhalten und so weltliche Entscheidungen wenigstens terminlich an religiösen Spinnereien ausrichten, möchte ich im Übrigen auch nie wieder etwas zum Thema Säkularisierung lesen müssen.

Das andere große politische Thema dieser Tage, die lästige Digitalisierung, leidet nicht nur am miserablen Technikverständnis heutiger Computernutzer, sondern auch an dem wohl auch mit diesem begründbaren Irrglauben, es sei empfehlenswert, so viele Dinge miteinander zu vernetzen wie möglich. Die Strafe folgt schneller als erhofft: Wer des „Raubkopierens“ bezichtigt wird, dem macht der eigene Zugangsanbieter dann halt die Wohnung kalt. Da muss mehr Internet rein. Wir haben 2018, da macht man das eben so.

Was mit einem Mindestmaß an Verständnis auch vermeidbar wäre: Angebliche „Sicherheitssoftware“ verhindert, dass Sicherheitsupdates eingespielt werden können. Der fehlende Nutzen von Virenscannern wird nur noch von ihrer Gefährlichkeit übertroffen.

Ganz und gar nicht gefährlich: Musik.

Alpha Male Tea Party – You Eat Houmous, Of Course You Listen To Genesis

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Noseholes – EP

Noseholes EPAus der, wie ich finde, schönsten Stadt Deutschlands, nämlich aus Hamburg, kommt die kürzeste EP, die mir bisher untergekommen ist, nämlich die im letztjährigen April erfolgte erste Veröffentlichung von Noseholes, einer bisher versehentlich übersehenen Gruppe aus anscheinend vier Musikern, deren anscheinend fehlendes Interesse an Stilgrenzen mit meinem recht kompatibel ist. Die drei Lieder erreichen zusammen nicht einmal sieben Minuten Länge und das stört mich nicht im Geringsten.

Das hier Gebotene ist ein großartiges Durcheinander aus Hamburger Schule („Bed Smoker“), Postpunk, Krautigem (das immerhin dreiminütige „Drug Owner“ mit Lo-Fi-Bluesrockgitarre und ängstlichem Saxophon) und Freiform-Jazz. Für ein Video hat es allerdings noch gereicht, das selbst ohne Ton genau so wirkt wie das zu Hörende:

Noseholes / Bed Smoker (official Video)

Im Februar 2018, verkündet Bandcamp, soll das Debütalbum „Danger Dance“ erscheinen, auf das es zumindest „Bed Smoker“ auch noch mal geschafft hat. Meine Vorbestellung ist trotz des scheußlichen Coverbilds jedenfalls raus.

In den NachrichtenPiratenpartei
Medienkritik in Kürze: Im „Neuen Deutschland“ mit Eskimos über Indianer reden.

Medial scheint es eine Art Winterloch zu geben: Der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“ – nur echt mit Bettellayer, denn Sozialismus ist teuer – war es ein berichtenswertes Anliegen, dass der Liberalismuskritiker Patrick Schiffer, über den auf der hiesigen Website in der Vergangenheit manches erzählt wurde, die Piratenpartei verlassen hat.

Wie es der guten Berichterstatter Art ist, wurde sogleich der abermalige Tod der Piratenpartei verkündet. Zu Wort kamen natürlich ausschließlich diejenigen, die es nicht betrifft; „Journalist“ Sebastian Weiermann twitterte stolz, er habe hierüber mit einem Grünen, einem Liberalen und einem Linken gesprochen. Mit Eskimos über Indianer reden.

Eine vermeintliche Begründung für dieses Verhalten ist im letzten Absatz des „Artikels“ zu finden:

Bei den Piraten engagieren sich immer weniger Menschen.

Dass die „Linken“ wie alle anderen Parteien auch seit der ersten Hochphase der Piratenpartei im Jahr 2009 ebenfalls einen gewaltigen Mitgliederschwund verzeichnen müssen und Parteimitgliedschaft im Allgemeinen seit dem Ende der DDR nichts mehr ist, was die Massen bewegt, steht natürlich dann doch besser anderswo.

In den NachrichtenNerdkrams
„Meltdown“ und „Spectre“ beweisen: Open Source bedeutet Korruption.

Es gibt etwas zu feiern im Land der nie enden wollenden bizarren Lust an der Selbstentmannung, nämlich in Linuxland, wo die meisten Sicherheitsforscher zu wohnen scheinen, sichtlich berauscht von Dingen, von denen ich lieber nichts abbekommen möchte: Es durften wieder bunte Bildchen gemalt und Wörter aus dem Englischwörterbuch einer Zweitverwendung zugeführt werden. Ich frage mich ja, wann wohl die erste Sicherheitslücke nur deshalb irgendwo absichtlich eingebaut wird, damit man auch mal so ein Logo bekommt.

Das Doppelloch aus „Meltdown“ und „Spectre“ hat die unfeine Eigenheit, dass es nicht etwa Betriebssysteme, sondern Prozessoren betrifft und vermutlich in Teilen bereits in den 1980er Jahren auf DEC-Systemen, von denen Intel sich manches abgeguckt zu haben scheint, zu finden war. Zu lösen ist das Problemchen letztlich also nur auf unterster Ebene, notdürftig geflickt werden die meisten Stellen, aus denen die Fehler heraustropfen, allerdings zunächst unter Windows, macOS und Linux.

Diese Reihenfolge überrascht, wenn man weiß, dass sich die Entwickler von OpenBSD schon vor über zehn Jahren der potenziellen Ärgernisse in wenigstens x86-kompatiblen CPUs bewusst waren. Die Gründe dafür sind allerdings rein ökonomischer Natur:

Details of the vulnerability within Intel’s silicon are under wraps: an embargo on the specifics is due to lift early this month, perhaps in time for Microsoft’s Patch Tuesday next week. Indeed, patches for the Linux kernel are available for all to see but comments in the source code have been redacted to obfuscate the issue.

Das heißt übersetzt und zusammengefasst: Derjenige Hersteller, der einen mit „Sicherheitslücke“ nur unzureichend beschriebenen Fehler in einer Kernkomponente der meisten derzeit verwendeten Computer verursacht hat, trifft allein die Entscheidung, welche Betriebssysteme vor ihr sicher sein dürfen und welche nicht, und verhängt auf der Grundlage reinen Bauchgefühls ein Embargo gegen die Veröffentlichung von Details. Wer sich an ein solches Embargo nicht hält, der darf beim nächsten Mal eben nicht mehr mitspielen; OpenBSD, dessen Projektleiter Theo de Raadt von irgendwelchen Geheimnissen auf Kosten einer möglichst breiten Computersicherheit ausdrücklich nichts hält, hat jetzt (wie auch andere BSDs) das Nachsehen.

Open Source ist sicher – wenn die Wirtschaft das so will. Aber Hauptsache, das Logo ist schick.


Nachtrag vom 5. Januar:
Der „heise“-Verlag bläst Alarm: Nicht nur gewöhnliche Intelprozessoren sind betroffen, sondern sogar die in Apple-Geräten!!!11!

Netzfundstücke
Wixer

Vor ein paar Jahren zeigte sich die Weltöffentlichkeit belustigt über Automobile, die in Spanien aus Sprachgründen unter anderem Namen vertrieben werden. In der Welt des Digitalen ist man da nicht ganz so ängstlich: Nachdem wir Kindsköpfe nun seit über zehn Jahren vielerlei Gelegenheit hatten und haben, Microsofts Windows Installer XML für einen sehr lustigen Namen zu halten, verhindert jetzt ausgerechnet die Musikindustrie, dass der Witz irgendwann langweilig wird:

Wixen kostet Spotify womöglich 1,6 Milliarden Dollar

Sportlich! :ja:

(Abt.: Erst mal das Normalniveau wiederherstellen.)

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Die Mina und die lästigen Erfolgsfrauen

Was macht eigentlich die Mina (kennt „oktroyieren“ nicht, Twitter) heute so? Richtig: Sie freut sich darüber, wenn weibliche Führungspersonen endlich mal die Klappe halten müssen:

Alice Weidel ist nicht nur eine Politikerin. Sie ist ein Symbol für eine Welt, zu der kaum jemand Zutritt erlangen wird, der zur Arbeitszeit anderer Leute eine Twittersäuberung bejubelt. (…) Feministinnen erzählen mir, mit Frauen und Diversity an der Spitze werde die Gesellschaft netter und freundlicher, und Weidel beweist allein mit ihrer Existenz jeden Tag, dass es überhaupt nicht stimmen muss. (…) Leute, die sich jahrelang beklagten, Frauen würden vom Patriarchat zum Schweigen gebracht, melden Frauen mit einem reaktionären Zensurgesetz.

Der Twitterfeminismus scheint die Waffe derjenigen Frauen jeglichen Geschlechts zu sein, denen das Erarbeiten von Verdiensten zuwider ist. Man möge der Mina wünschen, sozialer Aufstieg und damit der in Hass umschlagende Neid der Progressiven bleibe ihr auch weiterhin erspart.

In den NachrichtenNerdkrams
Passwortcloud dank Reklame im Web

Es freut sich Technikblogger „caschy“:

Nutzer von Android 8.0 Oreo bekommen nämlich Autofill in die Hand gedrückt, der Entwickler greift hierbei nach eigenen Aussagen auf das neu geschaffene Autofill-API zurück, wie es bereits mehrere Passwort-Manager auf der Android-Plattform machen. Bedeutet für euch, dass Inhalte in Passwort-Formularen automatisch unter Android ausgefüllt werden können.

(Absatz zwecks Lesbarkeit umformatiert.)

Was aber tut dieses „Autofill-API“? Nun, laut Dokumentation – Übersetzung und Hervorhebung von mir – ungefähr das, was es auch in gewöhnlichen Webbrowsern auf anständigen Rechnern tut, nur eben auf Android- statt bloß auf Webebene:

Benutzer können Zeit beim Ausfüllen von Formularen sparen, indem sie „Autofill“ auf ihren Geräten nutzen. Android macht das Ausfüllen von Formularen, etwa Konto- und Kreditkartenformularen, mit der Einführung des Autofill-Frameworks einfacher. Dieses Framework verwaltet die Kommunikation zwischen der App und einem Dienst zum automatischen Ausfüllen.

Ist ja immer alles praktisch und wir leben nun mal im Jahr 2018, da muss man sich an so etwas gewöhnen, nicht wahr?

Nein, nicht wahr:

Forscher haben zwei verschiedene Scripts ausgemacht (…), die darauf ausgerichtet sind, identifizierbare Informationen aus browserbasierten Passwortmanagern auszulesen. Die Scripts verrichten ihr Werk, indem sie unsichtbare Anmeldeformulare im Hintergrund der Website einfügen und alles, was die Browser automatisch eintragen, aufschaufeln. (…) Die Plugins fokussieren sich überwiegend auf die Benutzernamen, aber den Forschern zufolge gibt es keine technischen Vorkehrungen dagegen, dass sie auf demselben Weg auch Passwörter sammeln.

Bislang entstammen die Fundstücke der Reklameszene, wer also – wie jeder vernünftige Mensch – seinen Browser von derlei Krempel frei hält, der dürfte nicht ganz so gefährdet sein wie die Zielgruppe todgeweihter Verlage, die unbeirrbar der Ansicht sind, das Blockieren von Schadsoftware sei vor allem geschäftsschädigend. Eine noch wesentlich angenehmere Atmosphäre wird allerdings geschaffen, wenn man einfach darauf verzichtet, irgendwas automatisch ausfüllen zu lassen. In Webbrowsern und in Android selbst ist das noch eine optionale, also abschaltbare Funktion.

Dass das zwangsläufig zu fragwürdigen Kommentaren seitens technikhöriger Zeitgenossen führen wird, denn es sei doch eh egal, weil Google/Facebook/Apple/NSA/Amazon sowieso schon alles über den Protagonisten wissen, sei hier einmal freudig in Kauf genommen. Digitale Selbstverteidigung hieß früher Paranoia.

In den NachrichtenPolitik
Endlich 2018 (Symbolmeldung)! 

MontagsmusikPersönliches
201∞ // Atrorum – Menschsein

Es ist Montag, aber. In ungezählten Fernsehern laufen die immer gleichen drei Sketch- und Oldiesendungen, um Frustrierte zu beruhigen. Es ist ja alles gut, es ist ja alles wie 2017 und das ist auch schon das Problem.

Die weniger Bedachten lassen seit Tagen Sprengstoff detonieren, erstmals merklich, aber unwesentlich medial gestört, denn es könnte ja Feinstaub entstehen. Die Empörung über das Richtige aus den falschen Gründen hat Methode. Nichts erreicht, nichts gewonnen. Bleigießen, verkündete neulich „bento“, sei ein Spiel, das überraschend viel Blei enthalte. Unnütze Sorgen sind menschlich.

Mit jeder Rakete verpufft ein neuer Traum. Es ist keine Glanzleistung des entwickelten Menschen, dass er in seinen einsamsten Momenten am wenigsten vergessen kann. Wohin, glaubst du, verrinnen deine Tage? Mit einem „leichten Schwips“, schlug der „bento“-Autor vor, solle man einen Blick „in die Zukunft“ werfen. So viel, dass sie rosig aussieht, kann man allerdings kaum trinken. Der erste Gedanke des neuen Jahres ist der letzte des alten: ob es nämlich nicht besser gewesen wäre, wäre es nicht schon vor Jahren irgendwie anders gelaufen. Zeit heilt nicht mal einen Schnupfen. Irgendwo ergreift gerade jemand jemandes Hand. Wer könnte es ihnen verübeln?

Es ist Montag, aber man hat gar keine Lust auf Musik, auf die man morgen noch stolz sein kann.

Atrorum "Menschsein" (Official Audio – 2015, Apathia Records)

Prost Neujahr.

ComputerNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 29. Dezember 2017

Schlechte Nachrichten: Das Ausschalten von Computern hilft dank Intel nicht mehr dagegen, dass sie angegriffen werden.


Eine lesenswerte Jahresrückschau gab es neben der meinen tatsächlich: Menschen haben sich verschiedene Dinge in den Hintern geschoben.


Aus der Liste hässlicher Textanfänge: „Raffaela hat eigentlich schon alles, was eine Influencerin braucht. Einen roten Hosenanzug, buntes Make-up, einen Zwergspitz namens Moses.“


Edward Snowden lässt die Marktdurchdringung von Wohnzimmerwanzen wie Amazon Echo und Google Home nicht kalt und er zieht die einzig logische Konsequenz: Vor ein paar Tagen stellte er seine eigene Wanze fürs Smartphone vor. Es war ja nicht alles schlecht in der NSA.