In den NachrichtenPolitik
Wofür die Sozialdemokratie in Deutschland steht

„ZEIT ONLINE“:

Ein Nein der deutschen SPD-Europaabgeordneten zu von der Leyen „würde gegen alles stehen, wofür eigentlich die Sozialdemokraten als Europapartei in der Vergangenheit in Deutschland gestanden haben“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Und – so ungern ich das zugebe – da irrt Annegret Kramp-Karrenbauer nicht: Genau dafür, dass die rechtspopulistische CDU an Einfluss gewinnt, stehen die Sozialdemokraten seit vielen Jahren.

ComputerIn den Nachrichten
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt darin um (4).

Ist man mit einem einigermaßen erträglich konfigurierten Webbrowser wachen Verstandes im Internet unterwegs, so stößt man gelegentlich auf Vorschaltseiten, die versprechen, auf die gewünschte Website weiterzuleiten, was manchmal funktioniert und manchmal nicht. Dieses disruptive Element wird oft von Cloudflare bereitgestellt, einem US-amerikanischen Reklamesprechkonzern. Cloudflare bietet einen „Dienst“ an, mit dem verhindert werden soll, dass Angreifer den dahinter liegenden Webserver mit Anfragen fluten und ihn so vorübergehend dem öffentlichen Zugriff entziehen.

Was zu meiner ausbleibenden Überraschung mitunter dazu führt, dass Websites, die sonst gar nicht angegriffen würden, cloudflarebedingt deaktiviert werden:

Cloudflare ging heute zu Boden und riss eine große Zahl an Websites auf der ganzen Welt mit sich.

Bonuswitz:

DownDetector kann nicht feststellen, ob Cloudflare nicht erreichbar ist, weil Cloudflare nicht erreichbar ist.

(Poetisch konforme Übersetzungen von mir.)

Die Entdezentralisierung des Webs tut immer nur den Falschen leid.


Das ohne technische Notwendigkeit kostenlos zugängliche Star-Wars-Fanportal „heise online“ quengelt:

Die Kostenloskultur ist im Netz in Bezug auf Nachrichten nach wie vor stark verbreitet.

Dann stellt eure Inhalte doch nicht entgeltfrei ins Netz, wenn euch das nicht passt. :irre:

In den Nachrichten
Demokratisches Labern im Gebührenfunk

Als späte Reaktion auf Gewalt verherrlichende und volksverhetzende Ausfälle von Mitgliedern der Grünen, die sich innerparteilich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie das Prinzip der freien Wahl absichtlich missachten, werden Stimmen laut, dass die Redaktion der Labersendung „Hart aber fair“ endlich die notwendigen Konsequenzen ziehen möge:

Nach Kritik an der Einladung des rheinland-pfälzischen Grünen-Chefs Josef Winkler zur Talkshow „Hart aber fair“ rechtfertigt sich die ARD. Diverse Äußerung (sic! A.d.V.) von Grünen-Politikern haben in der Vergangenheit nach Überzeugung vieler Experten maßgeblich zu einem hasserfüllten Klima beigetragen. Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz fragte: „Wer erklärt der Redaktion, dass ‚demokratisch gewählt‘ nicht dasselbe ist wie demokratisch?“

Ach nein, mein Fehler – ich habe mich verlesen: Es ging natürlich um die AfD. Das ist selbstverständlich etwas völlig anderes.

ComputerNetzfundstücke
„Deine“ Bücher und meine Bücher

Aus der beliebten Reihe „Kaufen ist echt unpraktisch, man braucht immer ein Regal dafür“:

Ab dem 2. April 2019 wird die Bücherkategorie im Microsoft Store geschlossen. Leider bedeutet das, dass Ihre E-Books ab Juli 2019 nicht mehr zum Lesen zur Verfügung stehen[.]
Microsoft.com

(Miese Übersetzung von mir.)

Diese stores und Anbieter erscheinen mir zusehends mehr wie ein Wohnzimmer, von dem man heute nicht weiß, ob es morgen noch nicht abgerissen wurde.


In weiteren Nachrichten: Überraschenderweise ist das Automatismusverhinderungssystem „reCAPTCHA“ des Marktführers in Onlinereklame gar nicht gut für die Privatsphäre. Das konnte doch keiner ahnen!

In den NachrichtenMontagsmusik
Maïak – Nutributter Green Is People

Anbei mein motivierter Blick.Es ist Montag. In Kolumbien eröffnete eine frühere Journalistin, wie „RT Deutsch“ unter Zuhilfenahme eines überflüssigen Symbolbildes mitteilt, eine Schule für Pornografie. Schade, dass dort nicht auch Pandabären ausgebildet werden. Die Welt hat viel zu viele Pornodarsteller und viel zu wenige Pandabären.

Die Welt hat außerdem zu viele Arten der Politik. Diese Situation wird von „tante“ zurzeit noch verkompliziert, indem er Facebook als einen staatsähnlichen Raum bezeichnet. Schicken wir doch einfach die Bundeswehr vorbei, dann läuft das mit der dortigen Demokratie schon irgendwie. Im Inland wird das ja leider nichts: Par ordre du mufti hat das Präsidium des Bundestags beschlossen, dass der Bundestag beschlussfähig war, als er es überhaupt nicht war. Das muss diese Demokratie sein, die man unbedingt vor der AfD schützen will. Hinterher soll keiner sich wundern, wie das jetzt schon wieder passieren konnte.

Ein russischer Bischof hat erzählt, dass im bisher letzten Weltkrieg nur deshalb so viele Soldaten gestorben seien, weil sie nicht rechtzeitig getauft worden waren. Ich möchte nicht unbedingt auf diesem Planeten leben.

Apropos „verrückte Sekte“: Alexandria Ocasio-Cortez, aufstrebender shooting star (haha, wegen US-Amerikanern und Waffen, verstehnse) der Demokratischen Partei, hat sich dabei fotografieren lassen, vor den Augen der verwunderten Grenzsicherung in falsche oder echte Tränen auszubrechen, um gegen die Behandlung von Menschen in Migrantenlagern zu protestieren. Dabei war natürlich kein Kind zu sehen, sondern nur die Politikerin selbst. Im Wahlkampf wählt man ja auch keine Kinder, was sollten die dann auf so einem Motiv auch zu suchen haben? – Das wäre weniger traurig, beträfe es nicht längst schon Deutschland, wo Wahlplakate seit langer Zeit nur noch aus dem Gesicht und dem Namen jeweils eines Kandidaten bestehen. Wofür sie stehen, ist ja auch unerheblich.

Wofür jeder Montag aber steht: Musik.

Maïak – Nutributter Green Is People

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Nine Treasures – Wisdom Eyes

Nine Treasures - Wisdom EyesLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Seltsame Umstände und der Hinweis, es müsste mir gefallen, ließen mich in den Besitz des Albums „Wisdom Eyes“ von Nine Treasures (Bandcamp.com) geraten. Dass ich laute Gitarren und ebensolche Alben unter dem Einfluss von asiatischer Folkmusik mag, ist ja inzwischen vermutlich bekannt. Nine Treasures ist ein mongolisches Quintett, das seit 2010 (in seitdem gewandelter Besetzung) zusammen spielt und einen nicht uninteressanten Folkmetal hervorbringt.

Die Sprache klingt ein bisschen finnisch, ist aber mongolisch. Dass die Lieder englische Titel tragen, ist insofern zumindest bemerkenswert. Vielleicht soll es der Annahme entgegenwirken, dass potenzielle Käufer sonst vielleicht nicht wüssten, worum es in den Liedern geht, aber das weiß ich bei Titeln wie „Us“ und „Hushuu Child“ auch nicht. Als Kategorien („Tags“) hat die Band auf Bandcamp unter anderem mongolischen Kehlkopfgesang aufgeführt und so klingt „Wisdom Eyes“ auch.

NINE TREASURES – Wisdom Eyes (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

Was haben wir also hier? Klar: Metal (wenn auch weitgehend von der eher zurückhaltenden Sorte), dazu – quer über das Album verteilt – Balalaika und mongolische Pferdekopfgeige. Mehr braucht man nicht, um mich zu unterhalten. Gute Band, das.

In den NachrichtenPolitik
Krieg der Sterne

In der beliebten Vortragsreihe „Raus aus der NATO!“ spricht heute „SPIEGEL ONLINE“:

Die Konflikte der Zukunft werden wohl auch im All entschieden – zum Beispiel durch Angriffe auf Satelliten oder die Stationierung von Waffen in einer Erdumlaufbahn. Die Nato bereitet sich mit einer Weltraum-Strategie vor.

Was Jar Jar Binks wohl gerade macht?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Völkerball

Wie die Amerikaner, das stand lange fest, möchten wir nicht werden. Zwar gibt es dort auch wenige Vernünftige, alles Übrige aber scheint grundsätzlich mehr zu sein als hierzulande: Die Politik ist aufgeregter, die Waffen sind tödlicher, die Autos sind größer, der Feminismus ist anstrengender, das Essen ist fettiger, die Gier ist gefährlicher und das Schlimmste, was einem US-Amerikaner im Berufsleben passieren kann, ist, dass man ihm das falsche Pronomen gibt. Dass wir trotzdem gern, oft über den Umweg irgendwelcher Nutzloser aus Funk und Fernsehen, ihre Eigenarten in unser Leben einzubinden versuchen, nehmen wir nur selten wahr.

Dazu gehört auch das Verständnis von Gesundheit: Zwar will auch ein sich nach Burgern verzehrender Mensch aus Übersee gelegentlich etwas tun, was seiner Gesundheit zuträglich sein könnte, aber ein wenig Ansporn wäre schon gut. Vor fünf Jahren berichtete der „Business Insider“ etwa über das bis heute erfolgreiche Unternehmen Planet Fitness, das eine Kette von Fitnesszentren betreibt: Nicht nur werde dort allmonatlich kostenlos Pizza gereicht, auch werde hinauseskortiert, wer sich hörbar zu sehr anstrenge. Man möchte ja den Schwächeren in einem Raum, der der Leibesertüchtigung diene, nicht die Motivation nehmen, indem man sie Stärkeren aussetze.

Was bis vor kurzem noch wie eine Kuriosität aus einer völlig anderen Gesellschaft klang, ist inzwischen über Kanada auch in Deutschland angekommen. Das blöde, jedoch international beliebte Spiel Völkerball nämlich, dessen Ziel es ist, mit einem Ball möglichst viele andere Teilnehmer „abzuwerfen“, wie man es zu meiner Zeit nannte, ohne selbst getroffen zu werden, solle aus Lehrplänen verschwinden:

Kanadische Forscher sind kürzlich zum Schluss gekommen, Völkerball sei eine institutionalisierte Form von Mobbing. Im Spiel geht es darum, die Mitglieder des gegnerischen Teams mit einem Ball zu treffen und sie so der Reihe nach auszuschalten.

Mir fielen hier diverse andere Dinge ein, über deren Verbot mit derselben Begründung vielleicht noch etwas intensiver nachgedacht werden sollte, etwa Boxen oder die Bundeswehr, aber ich bin auch kein kanadischer Forscher. Außerdem halte ich Frauen nicht generell für schwach und hilflos und käme daher überhaupt nicht auf einen solchen Zusammenhang:

Sie denke an das kleine Mädchen, das nach hinten renne und versuche, nicht getroffen zu werden, sagte Co-Autorin Joy Butler in einem Interview mit der «Washington Post». «Was lernt das Mädchen in dieser Schulstunde? Sich wegzuducken?»

Beweglichkeit, Geschick und das Wissen darum, dass roher physischer Gewalt auch etwas anderes als Gegengewalt entgegenzusetzen ist, sind offensichtlich keine teilenswerten Tugenden in der Schweiz. Auch in Deutschland wird diese Debatte von ähnlich blöden Argumenten begleitet: Das Spiel bestehe, quatscht etwa Nike Laurenz auf „SPIEGEL ONLINE“, aus Demütigung, sobald man eher unsportlich sei. Den Schluss, dass deshalb Sportunterricht für Schwache einer- und dafür Mathematikunterricht für Blöde andererseits abgeschafft werden soll, zieht sie aber nicht. Als läge es an den Schülern und nicht an der Betätigung, wenn jemand vor versammelter Klasse schlechter in etwas ist als sie. Verrückt!

Hoffentlich ist das Sommerloch bald vorüber.

In den NachrichtenPolitik
Medienkritik extern: Fakenews als Wahlgarantie

Dass, wer die Grünen wählt, offenbar belogen werden will, ist keine besonders neue Erkenntnis mehr. „Telepolis“ hat eine Erklärung:

Habeck passt jedoch hervorragend in eine Politik- und Medienlandschaft, in der der Schein und folgenlose Worte weitaus höhere Aufmerksamkeitswerte erzeugen als Taten. (…) Unablässig wird beklagt, dass Menschen über Fake-News manipuliert werden, dabei ist der Kern des Problems vielleicht ein ganz anderer: mangelndes Interesse an echten Fakten.

Worin bestand noch mal der Mehrwert, das Wahlrecht all jenen zu schenken, die es irgendwie schaffen, lange genug in Deutschland nicht zu sterben?

In den NachrichtenWirtschaft
Das Land der zusatzbepreisten Möglichkeiten

Inzwischen wurde bekannt, wie teuer es ist, von seinem Recht auf die Anfertigung von Privatkopien Gebrauch zu machen, nämlich etwa 30 Cent pro Ausfertigung:

Der Branchenverband Bitkom und die Verwertungsgesellschaften haben sich auf die Höhe der urheberrechtlichen Abgaben auf Speicherkarten und USB-Sticks geeinigt. (…) Hersteller und Importeure preisen die Abgabe ein, sie wird also pauschal von jedem Käufer gezahlt – egal, ob dieser vom Recht auf Privatkopien Gebrauch macht oder nicht.

Ich bin im Übrigen der Ansicht, Rainer Just und Dr. Robert Staats, geschäftsführende Vorstände der VG WORT, sollten wegen Mordes zu Gefängnisstrafen verurteilt werden. Wie? Nein, sie haben wahrscheinlich niemanden umgebracht – aber sie könnten!

In den NachrichtenMontagsmusik
Metaphor – The Open Road // Rückstand 2019

Montagslächeln (ca.)Es ist Montag. Immerhin: Nur noch einen halben Liter Kaffee trinken und dann ist er auch schon wieder vorüber. Man präsentiere mir ein paar Jahre zuvor, als die Welt noch eine freundliche Drehung aufwies. 2019 ist ein Ärgernis.

Neues aus dem geistigen Mittelalter: Die rechtspopulistische CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD ausdrücklich aus, woraus zu folgern ist, dass Koalitionsgespräche bereits geführt werden. Die evangelische Kirche hat auf ihrem schlimmen Kirchentag währenddessen festgestellt, dass den „smarten“ Amazon-Lauschgeräten namens Alexa die Funktion „fehlt“, ein Gebet zu sprechen. Dieses westliche Abendland, das es immer noch wagt, sich über lächerlich rückständige Vorstellungen von der Welt in anderen Religionen lustig zu machen, scheint sich mit der Aufklärung bis heute nicht so recht abgefunden zu haben.

Apropos Religion: Die fleißig twitternden Fridays-for-Future-Umweltschweine haben einen neuen Schuldigen ausgemacht, nämlich den Kapitalismus. Dass sie dennoch weder auf Smartphones noch auf Netflix zu verzichten bereit sind, ist dabei unerheblich. Do as I say, not as I do.

Was ich stattdessen tu‘, ist Musik zu konsumieren. Die Teilnahme ist gern gesehen.

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Kein Ponyhof

Luisa Neubauer, „Klimaaktivistin“ und Mitglied der Grünen, 4. Juni 2019:

Revolution ist halt kein Ponyhof.

„Ende Gelände“, Organisation hinter den gleichnamigen Demonstrationen, in deren Verlauf „Aktivisten“ Gemüsefelder plattttreten, um gegen „das Kapital“ zu demonstrieren, FAQ:

Über unser Ziel, den Tagebau zu blockieren und die Kohleförderung und -verstromung zu verhindern, sprechen wir im Vorfeld öffentlich – auch weil wir unser Anliegen angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels für absolut legitim halten. (…) Verpflegung wird es teilweise auf dem Camp geben, wichtig ist, dass ihr euch vor der Aktion ein Lunchpaket richtet und Wasserflaschen dabei habt.

Lisa Badum, Abgeordnete der Grünen, 23. Juni 2019:

Prognose: Noch 4 Stunden und es soll kein Essen geben. Wie ist sowas möglich?? 😠

Erik Marquardt, „Parteirat“ bei den Grünen, 23. Juni 2019:

Auf Essen mussten die Menschen im Tagebau über 13 Stunden warten.

Servicewüste Deutschland! :twisted:

In den NachrichtenWirtschaft
Marktschutzgrundverordnung

Offensichtlich endet der Wirkungsbereich der Datenschutzgrundverordnung („DSGVO“) dort, wo der Markt beginnt:

„Das Ausmaß, in dem persönliche Profile angelegt und weitergegeben werden, erscheint ausufernd, aufdringlich und unfair“. Insbesondere werde den Nutzern bei der jetzigen Praxis nicht klar, in welchem Ausmaß und zu welchem Zweck Daten freigegeben werden, wenn sie auf die überall verbreiteten Zustimmungs-Popups klicken.

Die DSGVO sehe für grobe Verstöße hohe Strafen vor, versprachen Unken noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung. Tatsächlich aber lässt die Datenschutzbehörde natürlich Augenmaß walten:

Die Datenschutzbehörde befürchtet enorme Auswirkungen, sollte sie schnell und grundsätzlich in das komplexe Marktgeschehen eingreifen.

Man will ja nicht die Wirtschaft belästigen.