In den NachrichtenMontagsmusik
The Tiger Lillies – Start a Fire

SteheuleEs ist Montag. Nur noch vier Tage und dann ist auch schon wieder Ruhe vor dem Sturm. In Braunschweig zu leben war am vergangenen Wochenende andererseits ziemlich anstrengend. Möge das nicht zur Gewohnheit werden!

Eine amüsante Schlagzeile aus der vergangenen Woche: Grünen-Politiker Giegold ruft Klimanotstand aus -- und fliegt davon. Aufrichtigkeit ist im Klimakampf nur noch im Weg. Auch im Weg war in London ein Attentäter, dem, glaubt man Medienberichten, mit dem Stoßzahn eines Narwals Einhalt geboten wurde. So ist der Mensch. In Italien schwingt man derweil Sardinen gegen die Politik, man wolle auch zusammenstehen wie Sardinen in einer Büchse. Wie die Demonstranten wohl schmecken?

In Sachsen ist die Koalition aus CDU, SPD und Grünen derweil gefestigt, wie sie es auch in anderen Ländern ist, in denen die AfD hinreichend groß geworden ist. Ich bin noch nicht davon überzeugt, dass dieses Koalitionsverhalten den Wählern der AfD künftig einen Grund zum Wechsel geben wird, aber ich kenne mich da auch nicht aus. Ich bin ja kein Sachse. Im Kampf gegen die AfD ist auch Schwachsinn erlaubt.

Eine weitere lesenswerte Schlagzeile war übrigens diese: „Es stünden tiefgreifende Veränderung durch die Digitalisierung bevor, sagte Merkel. Die Bundesregierung wolle jedem Bürger eine digitale Identität geben.“ Selten habe ich mich stärker nach der Zeit gesehnt, in der die Bundesregierung die Existenz des Internets noch gar nicht anerkannt hatte.

Erst mal Musik auf den Schreck.

The Tiger Lillies-Start A Fire

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Drei Rundfunkbeiträge für Aschenbrödel

Ulrich Wilhelm, ARD-Vorsitzender, 27. November 2019:

Der Rundfunkbeitrag könnte ab 2021 auf 18,36 Euro monatlich steigen. Für die ARD brächte das dennoch einen Sparkurs, sagt Intendant Ulrich Wilhelm. (…) „Wir werden uns bemühen, den [Sparkurs] nicht voll auf das Programm durchschlagen zu lassen.“ Aber es werde auch zu Einbußen in der Qualität der Programme oder im Volumen der Programme kommen müssen.

Ach, tja, hm.

Schon GEZahlt?

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: double nelson – erreur 89450

double nelson - erreur 89450Lange nichts mehr über Musik geschrieben.

Aus Frankreich: double nelson.

Klingt wie: Sonic Youth / Neu! / Kraftwerk. Noise und Elektronisches mit unblöden Vokalbeiträgen.

Zu viel Text? Wer hören kann, der höre.

Double Nelson - Love Boat [Erreur 89450] ☆☆☆☆☆

Aktuelles Album: „erreur 89450“ (Amazon.de, Bandcamp, TIDAL), rausgebracht: 2019. Stücke kurz, Rezension auch kurz. Album gut, Hörer erfreut.

Trotz Frankreich.

Netzfundstücke
Drei Links: Abschiebungen / Gefälligkeiten / Rücklinks

Die US-amerikanische Abschiebebehörde hat seit Januar 250 Schüler/Studenten in eine Universitätsfassade gelockt und von dort abgeschoben. Die Ausrede: Es sei doch offensichtlich, dass das keine echte Universität sei! Wann wohl die ersten Abschiebungen aus der Berliner Humboldt-Universität bekannt werden?


Die Schweiz freut sich: Jemand hat im Internet Donald Trump einen Lügner genannt und dafür 204 Däumchen nach oben bekommen. Donald Trump hat unterdessen eine Fotomontage mit seinem Kopf auf dem Körper eines bekannten Boxerdarstellers getwittert und dafür über 640.000 Däumchen nach oben bekommen. Davon spricht die Schweiz aber nicht.


Der Kie Pestarzt hat mich verlinkt, ich verlinke zurück. Er wolle keine Aufmerksamkeit, schrieb er gelegentlich, aber ich bin halt ein misanthropisches Schwein. Kann man nix machen. Bestimmt wächst mir morgen ein Berlin.

ComputerNetzfundstücke
Das Internet vergisst die Toten nicht (aber Twitter schon).

Während in der besinnlichen Vorweihnachtszeit die anderswo treffend als Normcore-Vollidioten Bezeichneten ihrer Zukunftsangst entgegensingen, hat Twitter beschlossen, die Konten von Verstorbenen künftig, falls ungeschützt, aus dem Netz zu tilgen; 2019, Festplatten voll, muss man ja verstehen.

Wer liest schon Leichen?

Dass sie, die Leichen, gelegentlich bis heute Klügeres in ihrer bisher unsterblichen timeline verewigt haben als es der durchschnittliche Lebende vermag, ist hierbei belangarm. Die Aktionäre hätten gern einen atmenden Datensatz.

Das muss diese Zukunft sein.

MontagsmusikNetzfundstücke
Secret Chiefs 3 – Danse Macabre

O_OEs ist Montag. Viele sind es nicht mehr, bis dieser Weihnachtsirrsinn wieder vorüber ist und alle auf den nächsten kalendarischen Anlass zur Wirrnis warten: Fußball.

Erstaunlich eigentlich, dass Fußball trotz seiner CO2-Bilanz heutzutage noch umjubelt und nicht kolumnal zerschmettert werden darf. Andererseits haben die Fridays-for-Future-Gestalten andere Gedanken als die olle Umwelt: Sie wollen -- wie früher -- das Olympiastadion zwecks Eigenlobes mieten, während Greta Thunberg, der man ihre Kindheit gestohlen habe, wie sie sagt, auf einer Kreuzfahrt Kniffel spielt. Die Idole unserer Jugend waren zwar auch gelegentlich nicht um eine saubere Umwelt besorgt, aber wenigstens nicht größenwahnsinnig.

„ZEIT ONLINE“ berichtet unterdessen von Speeddating mit Robotern, seltsam unbegleitet von großer Klage darüber, dass Frauen damit überflüssig gemacht werden sollen. Die Gesellschaft lässt echt nach. Kurz darauf las ich im selben Medium, Bayern wolle den Bildungsrat künftig nicht mehr durch Teilnahme bereichern. Dieses Gefühl, der Intelligenteste im Raum zu sein, ist auf Dauer wirklich belastend.

Ein ernsteres Thema: Die Telekom, wirtschaftlicher Feind von Netzneutralität und guter Projektführung, würde gern Huawei aussperren, denn dass außer BND und NSA auch irgendwelche Schlitzaugen im eigenen Netz fischen, geht echt zu weit! Vertreter der CDU finden das gut. Warum genau gilt die AfD eigentlich als fremdenfeindlich und die CDU als die Mitte?

Laune heben mit Musik!

Secret Chiefs 3 - Danse Macabre [URSSS Version]

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Wahlen abwählen!

Inzwischen bei der CDU:

Der Parteitag hat mit 493 zu 134 Stimmen gegen die Anträge gestimmt, die (…) mehr Mitgliederentscheidung durch Abstimm- oder Befragungsverfahren zur Folge gehabt hätten.

In einer Befragung auf dem CDU-Parteitag wurde dagegen gestimmt, dass künftig mehr abgestimmt werden können soll – warum sollte man auch mitreden wollen, bloß weil man in einer Partei mitmacht? Die da oben machen das schon! Lästig, wenn dann doch mal eine Abstimmung kommt. Weg damit. Wollmer nicht. Stört die Idylle, in der man doch nichts als sanft einschlafen möchte. Für action geht doch niemand in die Politik und andere Parteien erklären, warum es besser so ist:

Es tute der Volkspartei gut, wenn nicht derselbe Weg der SPD gegangen werden sollte.

Drum tütet’s nur Probleme, wenn die Basis sich einmischen tutete!

Zum Abschluss des Parteitags sang die Versammlung die Nationalhymne. Mich überrascht nur noch wenig.

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 21. Oktober: Feminismusedition

Die Grünen, verlässliche Partnerpartei jedes politischen Rohlings, haben neulich beschlossen, dass im Fall ausbleibender Redebeiträge von „Frauen“ künftig nur noch „Frauen“ darüber abstimmen dürfen, ob trotzdem weiterhin eine Diskussion stattfinden soll. Warum „Männer“ sich in dieser Partei überhaupt noch als Wähler oder gar Mitglied sammeln, bleibt unbegreiflich. Liegt es daran, dass Auspeitschen in einschlägigen Stadtvierteln teurer ist als der Mitgliedsbeitrag?

Schön finde ich aber, dass zu den Antragstellern ein Nils Kriegeskorte gehört. Jede Partei sollte einen Nils Kriegeskorte haben.


In der Online-„WELT“ – möchte nicht verlinkt werden (LSR) – las ich unlängst, Hashtags in sozialen Netzwerken haben jetzt eigene Sprecher: Von der Initiatorin von #truediskriminierung war die Rede, als sei jemand, der sich einen Hashtag ausdenkt, bereits ein Experte, der allein deshalb in jedes Mikrofon reinsabbeln darf. Dabei geht es doch nur um Obstmatsch!


Brüllfeminismus ist unfeministisch!

In den NachrichtenPiratenpartei
Medienkritik in Kürze: Beruflich Sohn von.

Am Dienstagabend wurde Fritz von Weizsäcker während eines Vortrags „von einem Mann“ („SPIEGEL ONLINE“) erstochen. Nachrichtenwert hat das, wie der „Tagesspiegel“ weiß, vor allem wegen der Lebensleistung des Getöteten:

Von Weizsäcker hatte eine lange Karriere als Mediziner hinter sich. Von 1979 bis 1987 studierte er Humanmedizin in Bonn und Heidelberg. Anschließend ging er für ein praktisches Jahr in die USA. Nach Stationen in Freiburg, Boston und Zürich war er seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik.

Beziehungsweise, wie hingegen „ZEIT ONLINE“ es sich von Nachrichtenagenturen schreiben ließ:

Sohn von Ex-Bundespräsident von Weizsäcker in Berliner Klinik getötet

(…) Fritz von Weizsäcker, der Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, ist während eines Vortrags in einer Berliner Klinik erstochen worden. (…) Der Vater des Ermordeten, Richard von Weizsäcker, war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und zwischen 1984 und 1994 Bundespräsident. Damit war er ab 1990 erster Präsident des wiedervereinigten Deutschlands. Internationale Anerkennung erlange er 1985 durch seine Rede zum 40. Jahrestag vom Ende des Zweiten Weltkriegs, mit der er zur Erinnerungskultur an die Verbrechen des Nationalsozialismus beigetragen hatte. Er starb am 31. Januar 2015 im Alter von 94 Jahren in Berlin.

Das scheint mir der Vorteil daran zu sein, wenn die eigenen Eltern keine über das Kommunale hinausgehende Bekanntheit erlangt haben: Wird man eines Tages von einem Bösewicht gemeuchelt, so war die bis dahin geleistete Arbeit wenigstens nicht umsonst.


Nachtrag: Woran ist eigentlich die Piratenpartei schon lange nicht mehr zerbrochen? Ach ja: An den Piratinnen! Aber keine Sorge, Abhilfe ist unterwegs.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
The Skull Defekts – The Fable // Grünes zum Montag

Eule (Symbolvogel)Es ist Montag. Ächz! Zu Googles Überraschung werden Websites zumeist mit einem Computer aufgerufen. Hoffentlich sind Butterkekse bald weit genug entwickelt! Die Grünen haben währenddessen im Sinn, den „Wissenschaftsbegriff“ neu zu definieren, damit Homöopathie da reinpasst. Ich würde ja gern den Politikbegriff so definieren, dass die Grünen da nicht mehr reinpassen. Wer macht mit?

Apropos Grüne: In Berlin beschließt die rot-rot-grüne Regierung demnächst einen Verfassungsbruch. Es wird wirklich Zeit, dass wir diese verfassungsfeindlichen Parteien, die täglich ein weiteres Stück Grundgesetz unterhöhlen, endlich verbieten. Grünenverbot jetzt! -- Ich sah unlängst ein Foto von einem Aufsteller auf der jüngsten Delegiertenkonferenz dieser Grünen, auf dem sie unter anderem Unternehmen aus der Metallbranche für das Sponsorentum danken. Erstaunlich: Ich hielt sie bisher nur für Betonköpfe. Gleichfalls in Berlin wurde festgestellt, dass im öffentlichen Dienst zu niemandes Überraschung ein gender pay gap herrscht, der Männer benachteiligt. Doch nicht so schlimm, muss ja keiner was gegen tun. Ist ja alles links da.

Kommen wir nochmals zu den eingangs erwähnten Websites zurück. Endlich wurde mal allgemeinverständlich definiert, was ein „funktionaler Internetzugang“ ist: „In der Universaldienst-Richtlinie vom 7. März 2002 werden 56 KBit/s genannt“, muss ja auch reichen. Da lädt das Geschwall von Grünen im Internet wenigstens nicht so schnell. -- Diese Netzsperrerei ist echt übertrieben. Man wird ja wohl noch! Wird man nicht?

Erst mal die Laune wieder heben, zum Beispiel mit etwas Musik.

Guten Morgen.

Sonstiges
Kurz angemerkt zu Weihnachtsmärkten 2019

Sieht man dieser Tage Bilder vom momentanen Fortschritt des Aufbaus des lästigen Weihnachtsmarkts am Breitscheidplatz im noch lästigeren Berlin, der wie auch in den Jahren zuvor für mehrere Millionen Euro, die jetzt in interessanteren Projekten als einem ollen Weihnachtsmarkt fehlen (aber Berlin hat’s ja), mittels Absperrungen und Eingangserschwernissen sowohl noch hässlicher als alle anderen Weihnachtsmärkte, die sich meist durch den immergleichen Bretterbudenstil, lieblos dekoriert mit kitschigen Plastikelementen unter der Vorspiegelung, dass es irgendwie besinnlich sei, klebriges Zuckerzeug für das Wocheneinkommen eines typischen Berliners in sich reinzustopfen, um eines Gekreuzigten zu gedenken, mit dem man zu dessen Lebzeiten niemals auch nur ein freundliches Wort gewechselt hätte, als auch noch sicherer als die Landesgrenzen, ohne deren einseitige Durchlässigkeit kein vernünftiger Mensch den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz überhaupt namentlich kennen könnte, werden soll, wobei man diverse Straßen so blockiert, dass blöderweise da wohnende Arbeitnehmer noch bis Anfang 2020 ein noch ärgerlicheres Leben führen müssen als es in Berlin sowieso der Fall ist, aber immerhin, wie wenigstens die „Berliner Morgenpost“ berichtet, in Erwägung zieht, die Absperrzäune durch einen „Berlin“-Schriftzug zu ersetzen, als würde davon irgendwas weniger grässlich anzusehen, so gewinnt man – sicher nicht zum letzten Mal in seinem Leben – die Erkenntnis, dass es wahrscheinlich genau das ist, was diese Gesellschaft so unausstehlich macht; dass sie nämlich den Kitsch für etwas hält, was ihr Jahresende zu einem besseren macht.

In den NachrichtenPolitik
Eine gute und eine schlechte Nachricht zum Überwachungsstaat

Gute Nachricht:
Der totalitäre Unrechtsstaat USA darf künftig nicht mehr ohne einen (notfalls frei erfundenen) personenbezogenen Anlass die Laptops und Smartphones von Einreisenden durchsuchen.

Schlechte Nachricht:
Der totalitäre Unrechtsstaat Deutschland darf vielleicht bald aus einem weiteren Anlass die Computer von Einwohnern mit Schadsoftware infizieren.

Zu wenige Menschen werden aus Notwehr politisch.

ComputerIn den Nachrichten
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt darin um (5).

Es macht ja schon gar keinen Spaß mehr, zu dieser gestrigen Meldung noch gesondert etwas zu schreiben:

Aktuell melden Nutzer dem netzwelt-Störungsmelder vermehrt Probleme mit diversen Cloud-Diensten wie Netflix, Amazon Video, Amazon Alexa oder YouTube. Die Probleme liegen aber offenbar nicht bei den Anbietern selber, sondern könnten mit einem Problem bei den Cloud-Plattformen Google Cloud und Amazon Web Services zusammen hängen.

Na, auch keine große Festplatte im Haus, weil die cloud ja sowieso immer verfügbar und so praktisch sei? :ja: