In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 16. Mai 2019

Wasser predigen, Wein saufen: Die Mainzer Piratenpartei hängt mit dem Auto in der city Plakate auf, auf denen steht, man fordere eine autofreie city.


Nun ist es nicht so, dass die konkurrierende „Satire“-Partei mit den witzigen NSDAP-Anspielungen von der fehlenden politischen Weitsicht eines kleinen Piratenverbandes profitieren könnte und sollte: Die Spaßpartei „Die Partei“ zeigt sich (…) offen homophob, Spaß muss halt sein.


Noch was zu Parteien? Na gut: SPD-Abgeordnete Saskia Esken teilt mit, eine Sperre auf Twitter beeinträchtigte ihre Arbeitsfähigkeit. Mehr möchte ich über die SPD’sche Auffassung von politischer Arbeit nicht unbedingt lesen müssen.


Was passiert eigentlich, wenn es keinen verpflichtenden Computerführerschein gibt und also auch weniger begabte Menschen Software installieren dürfen? Sie mieten Programme, statt sie zu kaufen, und dann nimmt Adobe sie ihnen weg. Denjenigen, die annehmen, sie wären von solchen Vorkommnissen nicht betroffen, weil sie immer alles kaufen, nur Musik nicht: Eben.


Minderjährige, die wählen, saufen oder gar Auto fahren möchten, werden in Deutschland kaum gefördert. Dafür habe ich volles Verständnis – das ist immerhin gefährlich. Die Zeit, die sie also nicht auf dem Weg zur Wahlkabine saufend hinterm Steuer verbringen, können Sechzehnjährige sowieso viel besser da verbringen, wo sie eine wertvolle Ergänzung darstellen: An der Waffe. :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
WhatsApp: Wenigstens nur die Regierung!

Beruhigend auch:

WhatsApp leidet an einer Sicherheitslücke (CVE-2019-3568), die Unbefugten Fernzugriff auf das jeweilige Gerät erlaubt. (…) Laut New York Times steht die israelische Firma NSO unter Verdacht, die einschlägige Spyware programmiert zu haben. (…) NSO gibt an, die eigenen Produkte nur an Regierungen zu lizenzieren und selbst keine Angriffsziele auszuwählen.

Und wer hat schon Angst vor seiner Regierung? :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz angemerkt zu #twittersperrt

Wenn sich diejenige Partei, die mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz, dem Staatstrojaner, den Uploadfiltern und weiteren Unverschämtheiten allein in den vergangenen paar Jahren mehrfach unter Beweis gestellt hat, dass sie an einem Internet, das nicht der vernetzten Version eines Polizeistaats ähnelt, überhaupt kein Interesse hat, jetzt quermedial mit einem eigens ersonnenen, im Vergleich mit sonstigen virtuellen Auswürfen aus der eigenen Öffentlichkeitsarbeit sogar erstaunlich griffigen hashtag darüber empört, dass Algorithmen, die offensichtlich vor allem die Anzahl an und nicht etwa die Qualität der sowohl berechtigten als auch unberechtigten Petzereien auswerten, was den Anhängern dieser Partei auch heute noch ein willkommenes Mittel zu sein scheint, witzige Satire – etwa die, dass die Bösen, hihi, ihren Wahlzettel, hahaha, unterschreiben müssten – nicht von Hassrede und fake news unterscheiden können, als hätten Politiker aufgrund ihrer Rolle als überbezahlte Ignoranten ein Recht darauf, auf privat geführten „Plattformen“ Stuss zu schreiben, dann wäre das eigentlich ein Grund zur Hoffnung, denn es könnte dazu führen, dass sich ihr Interesse an einer digitalen Zukunft unter dem Eindruck eigener Schmerzen erstmals zum Liberalen verschiebt; leider ist’s aber die SPD, und sie ist im Wahlkampfmodus – weder scheint jegliche inhaltliche Hoffnung da angemessen noch wäre Mitleid angebracht.

In den NachrichtenMontagsmusik
MoRkObOt – Kogromot // Schenken wir Berlin doch den Chinesen!

Wie, Montag‽Es ist Montag. Die Demonstration der ableistischen niedersächsischen Polizeigesetzeskritiker lief wie erwartet ab: Die Polizei Hannover freute sich auf Twitter, dass nur dreimal das Sprengstoffgesetz missachtet worden zu sein scheint. Mit einem schärferen Polizeigesetz wäre das vielleicht in Zukunft auf keinmal zu reduzieren, insofern war die Zündelei vielleicht nicht unbedingt zweckdienlich.

Apropos Polizeigesetz: Ich würde wirklich gern damit aufhören können, mich über die „Linken“ lustig zu machen, so lange die rechtspopulistische CDU/CSU ihre Aggression gegen elementare Bürgerrechte konsequent fortführt. Leider ist die rechtspopulistische CDU/CSU nicht dumm genug, ihren widerlichen Mist in zitierbare Medien schreiben zu lassen, obwohl sie von Verlagen doch enorm viel zu halten scheint. Schade. Stattdessen teilt der „Tagesspiegel“ mit, die frauenquotierte Vorsitzende der „Linken“ habe festgestellt, Berlin – die Stadt, in der Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen marode sind – zeige, „dass eine ‚Radikalisierung nach links‘ gelingen könne.“ Kann ich 1989 noch mal sehen? – Angesichts der Sorge vor einer wirtschaftlichen Stärke des Staates China wäre vielleicht allen Seiten geholfen, schenkten wir Berlin einfach den Chinesen. Ich bin davon überzeugt, dass nahezu alle Probleme der Stadt dann binnen weniger Monate gelöst sein werden.

Aus der Welt der Technik: Der Google-Vorsitzende, mithin Erfüllungsgehilfe des Weltmarktführers in verfolgender Onlinereklame, findet, Privatsphäre sollte bezahlbar sein. Fast hätte ich vor Lachen das Cybern vergessen.

Heute brauche ich ein bisschen Krach und ihr kriegt auch welchen.

MoRkObOt – "Kogromot"

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Terrorbutterbrote in Niedersachsen und Bremen

Ist man hinreichend stark und verfügt über genügend Fantasie, so erkennt man sicherlich in den meisten Gegenständen eine mögliche Waffe. Selbst scharfe Kanten sind oft schnell hergestellt. Damit ist es auch als wenig kluge Idee zu begreifen, alles, was eine Waffe sein kann, als Gefahr einzustufen.

Und weil die Idee so dumm ist, haben die beiden SPD-geführten Bundesländer Niedersachsen und Bremen daraus einen Gesetzesentwurf gemacht:

Auf bundesrat.de teilte die Länderkammer mit, dass Springmesser und feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern nach Forderung der Antragsteller künftig gar nicht mehr in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen.

Ich möchte der Vermutung, dass auch ein weniger als sechs Zentimeter langes Messer empfindliche Schäden an einem Körper hinterlassen können, hier gar nicht mehr Raum einräumen als notwendig. Auch den offensichtlichen Hinweis darauf, dass damit öffentliches Butterbrotschmieren unter Strafe stehen wird, lasse ich beiseite, denn manche Butterbrote möchte man im vollen Verkehrsmittel im heißen Sommer wirklich lieber verboten sehen.

Aber wäre es nicht insgesamt kostengünstiger, man verböte einfach das Umbringen von Menschen?

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Raketkanon – RKTKN #2

Raketkanon - RKTKN #2: CoverbildLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Aus Belgien drängt die Gruppe Raketkanon auf Beachtung und diese will ich ihr gewähren. Bisher hat sie drei Studioalben namens „RKTKN #1“, „RKTKN #2“ und „RKTKN #3“ veröffentlicht, letzteres erst 2019. Auf meiner Jahresbestenliste wird es vermutlich nicht vorkommen; nicht, weil es nicht gut wäre, sondern, weil ich hier stattdessen ausführlich über seinen Vorgänger (Amazon.de, TIDAL) referieren möchte, von dem sich „RKTKN #3“ stilistisch insbesondere dadurch unterscheidet, dass die Band auf ihm eine merkliche Hinwendung zur Indie-Rock-Elektronik vollzieht, was ich für etwas weniger gelungen halte. Schade eigentlich.

Die Lieder auf Alben von Raketkanon heißen normalerweise so wie Menschen mit Vornamen heißen. Auf „RKTKN #2“ finde ich aber auch ein Lied namens „Nico Van Der Eeken“, was entweder ein sehr umständlicher Vorname oder etwas völlig anderes ist. Es sei Raketkanon verziehen, dass sie mit deutschen Namen nicht umgehen können: Das letzte Lied heißt „Hanz“.

Gleichzeitig ist es mit über neun Minuten Laufzeit das längste Stück auf dem Album und auch das ungewöhnlichste, gewährt es doch der blubbernden und zirpenden Elektronik mehr Raum als es der bisherige Teil des Albums verhieß. Das geht vermutlich als Doom durch. Oder als Postrock. Völlig egal, wir sind ja zum Spaß hier.

Das schlägt sich auch in der Musik nieder: Progressive Metal, Sludge, Noiserock – so weit die Beschreibungen aus dem Internet. Mitunter meine ich Mike Patton singen zu hören, es ist aber auch nur der spätestens jetzt beeindruckende Pieter-Paul Devos. In „Harald“ ertönt im Hintergrund ein merkwürdiges Jammern. Ich bin’s nicht, ich empfinde hinreichend viel Vergnügen. In Deutschland waren Raketkanon zuletzt 2015 live zu sehen, aber das sollte man vielleicht mal im Auge behalten.

Raketkanon – Mathilde

Hiermit jedenfalls bis auf Weiteres empfohlen.

In den NachrichtenMusik
Vinyl <3 (5): Greta würde Platten kaufen.

Ich halte von der eher lästigen „Bewegung“, die freitags so tut, als wäre ihr das Klima wichtig, so lange sie nicht im Flugzeug in den warmen Süden sitzt, bekanntlich nur das Nötigste. Mitunter rät man mir, nicht so negativ an die meisten Dinge heranzutreten, weshalb ich diese Gelegenheit nutze, um die Rettung des Klimas ausdrücklich gutzuheißen.

Und zwar, indem man die Finger von Leihmusik lässt und weise kauft:

Der CO2-Ausstoß (von Streaming, A.d.V.) liegt deutlich über dem aus früheren Zeiten – und zwar sogar verglichen mit den Boomphasen des Vinyl- und CD-Verkaufs.

Wer die Natur schützen will, dem sei von Spotify abgeraten. Vinylplatten – ich schwärmte davon – zeigen nicht nur die Liebe zu Musik, sondern auch die zum Planeten. Ein Baummörder ist, wer für Streaming bezahlt. Naturschutz geht uns alle an. :ja:


Und dann war da noch die „Großdemo“ gegen das niedersächsische Polizeigesetz, auf der sich die grüne Jugend „Ableismus“ verbittet, aber selbstverständlich mehrfach darauf hinweist, dass dort gegangen werden soll. Hoffentlich bekommt die grüne Jugend dort einen Platzverweis.

In den NachrichtenMusik
„Aus Deutschhausen, bitte sehr!“

Da, da, da in Berlin, der Stadt mit den Drogenständen, zeigte sich Bodo Ramelow atemlos und hyper-hyper-ventilierte in die Mikrofone der „Rheinischen Post“ hinein:

„Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“, sagte der Linke-Politiker der „Rheinischen Post“.

Ich möchte nicht derjenige sein müssen, der sich am Fenster mit Bodo Ramelow darüber unterhält, dass die deutsche Nationalhymne – jahrzehntelang fehlend – bereits seit 1991 lediglich aus einer einzigen Strophe besteht und das dreistrophige Lied, aus der diese stammt, sich normalerweise keiner allzu großen Beliebtheit mehr erfreut. Vermuten möchte ich hingegen, dass ein 1956 geborener Politiker, der angehörs der deutschen Nationalhymne vor dem geistigen Auge Militaristen marschieren sieht, vielleicht mal mit medizinischem Fachpersonal und nicht unbedingt mit der Presse darüber sprechen sollte.

Weiter:

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen, sagte Ramelow weiter.

Die gescheiterte Integration der Ostdeutschen in die Kultur unseres westlichen Abendlandes zeigt klar das Versagen der kohlschen Bundesregierung. Es gibt mehrere mögliche Reaktionen auf diese Feststellung, Bodo Ramelow entschloss sich zu dieser:

„Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt.“ Er plädierte für einen neuen Text, „der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins“.

Welcher Text aber verbindet die meisten Deutschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Wohnort, sozialer Stellung und Weltanschauung miteinander und ist dabei so eingängig, dass sich alle von ihnen damit identifizieren können? Ich habe lange überlegt und Ideen verworfen, aber nach Abwägung aller Interessenskonflikte meine ich die Antwort gefunden zu haben:

Kraftwerk Autobahn full

Ich weigere mich, diese Idee nicht grandios zu finden. Endlich machen Staatsbesuche wieder Spaß!

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Befreit Katarina Barley! (2)

Der französische Geheimdienst lässt Katarina Barley (SPD) nicht nur immer noch nicht frei, er benutzt sie inzwischen offensichtlich auch, um die Cyberabwehr der Deutschen erheblich zu schwächen:

Ich will, dass man auch zwischen Threema, Signal, Whatsapp etc. barrierefrei kommunizieren kann.

Denn wenn mich an „Threema, Signal etc.“ eines stört, dann ist es zweifelsohne, dass WhatsApp meine dortigen Gespräche nicht auf Facebooks Server hochlädt. :ja:


Apropos SPD: „Unser schönes Bundesland ist ein Küstenland und geradezu prädestiniert für das Leitthema des Kongresses“ (Homöopathie, A.d.V.); ich glaube, Manuela Schwesig hat Mecklenburg-Vorpommern vorhin beleidigt.

Netzfundstücke
Die deutsche Lust am Kottornado über Nichtigkeiten

Die deutschsprachige Wikipedia informiert:

Shitstorm (…) bezeichnet im Deutschen [einen] „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“, der im Englischen als firestorm bezeichnet wird.

Ich lasse die Etymologie hier unkommentiert auf das Publikum wirken, man denke sich zur geistigen Beschaffenheit der Neologismierer das Seine.

Erfolgreich ist das hinter dem Wort stehende Konzept aber fraglos: Allein in den letzten zwei Wochen fäkalstürmte es aus der deutschen „Netzgemeinde“ („tagesspiegel“) unter anderem

  • bei Boris Palmer für die Feststellung, dass nicht die Mehrheit der hiesigen Bahnfahrer aus Andersfarbigen besteht;
  • bei Oliver Pocher dafür, dass er nach wie vor weder Anstand noch Witz zeigt;
  • bei Jeff Fowler (hier gar als „Mega-Shitstorm“) dafür, dass eine nicht gerade lebensnah gestaltete Figur aus zu vielen Computerspielen in einer dreidimensionalen Kinoversion nicht echt genug aussieht;
  • bei Anja Rützel dafür, eine Selbstdarstellerin der Selbstdarstellung zu überführen;
  • bei Pick Up! dafür, in einer Reklame für klebrige Kekse über einen blöden Kinofilm teilweise zutreffende Aussagen zu machen;
  • bei Lena Ohnenachnamen dafür, dass sie ihren auf billig produzierten Massenpop abfahrenden Anhängern billig produzierte Massenklamotten andrehen will;
  • erst gestern schließlich spekulierte das beschränkte „Horizont“, ob nicht vielleicht Edeka das Ziel eines weiteren Kottornados sein dürfe, weil es anlässlich des diesjährigen Muttertags dumme Witze auf Kosten von Vätern mache.

Die Liste ist bekannt unvollständig.

Wie überzogen das Gebläse jeweils gewesen zu sein scheint, möchte ich hier nicht bewerten – ich vermute, allzu tief in die Geschehnisse einzudringen ist für den wachen Verstand nicht förderlich. Eigentlich wollte ich stattdessen auf die Frage hinaus, warum die deutsche „Netzgemeinde“ sich so intensiv mit solchen Nichtigkeiten befasst, aber auch weiterhin darauf verzichtet, den noch immer unbehelligten Verursachern und Verfechtern des freiheitsfeindlichen Staatstrojaners eine wenigstens vergleichbare Behandlung zukommen zu lassen, immerhin betrifft die in ihm bestehende Gefahr jeden Computernutzer und nicht bloß die weltweit vielleicht fünf Menschen, die immer noch fernsehen.

Leider hatte ich aber keine Zeit mehr, dieser Frage näher nachzugehen: Angeblich wurde ein ehemaliger Fußballspieler in einer Werbung für eine Müslifirma gesichtet. Dem werde ich was husten!

In den Nachrichten
Kurz angemerkt zur #rp19

Niemand möge vermuten, im Kreise der Lautsprecher, Windbeutel und Schaumschläger, der seit heute drei Tage lang nicht nur wie üblich – man teilt miteinander sogar die Filterblase – auf Twitter, sondern auch offline nur mit ihresgleichen reden, auf dass die Welt da draußen, der es völlig banane ist, vor wie vielen Jahren man schon mal ein misslungenes Rezept für Holzspankuchen im Web geteilt hat, obwohl es noch gar kein Instagram Schrägstrich Flickr Schrägstrich Tumblr Schrägstrich YouPorn gab, so lange man nichts außer einer Frisur vorzuweisen hat, anschließend erfahre, dass es nur bei ihnen, den gendersternenden Alpharüden und -rüdinnen von der Bezahltbloggeria, „mit Wissen und Information“ den wahren Umgang mit den „neuen Medien“ (2019, bitches!) zu erlernen gebe, passiere viel mehr als die gegenseitige Versicherung, dass man mehr zu sagen habe als wie sinnvoll es doch sei, das Leben nur noch als Bewegtbild aus dem Gadget wahrzunehmen, denn immerhin war der Bundespräsident (SPD, alt) auch da und man ist nicht mehr allein im Kreis der Endvierziger ohne Verortung im Diesseits, „der jungen Generation und ihren Themen“ widme man nämlich mehr Aufmerksamkeit als zuvor, etwa Transidentität, Beinrasuren und Deutschrap; und es gibt ein warmes, wohliges Gefühl, dass die vermeintlichen Altvorderen der querverlinkten Belanglosigkeiten sich in ihrem eigenen Spiegelbild so gut gefallen, dass man wenigstens drei Tage lang kaum mehr Notiz von ihnen nehmen kann.

In den NachrichtenNerdkrams
💩 (4)

Puh, na „endlich“:

Entwickler und Kommandozeilenbenutzer können auf Windows künftig eine neue Terminal-Anwendung verwenden, die schlicht Windows Terminal heißen soll. Diese soll Nutzern im Vergleich zu bisher vor allem eine aktuelle Oberfläche bieten. Dazu gehört unter anderem die Unterstützung für Schrifttypen mit Emojis.

Unabhängig von der auch hier sicherlich angebrachten Kritik an der Unart, eine Software, die trotz aller technischer Weiterentwicklungen 2019 immer noch einen teletype emuliert, ausgerechnet „Terminal“ zu nennen, ist genau das das wesentliche feature, das mir in der Fernschreibersimulation von Windows noch gefehlt hat: Lachende Kothäufchen können bald endlich richtig angezeigt werden. :ja:

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Russian Circles – 309 // Chromefox‘ Fangschuss

Seufz!Es ist Montag. Chromefox ist kaputt und bestimmt ist im hektisch nachgeschobenen Update auf Version 66.0.4 auch wieder irgendein hässlicher Bug drin. Zur mittelfristigen Behebung des Problems hätte man Teil eines Botnetzes werden können, ich für meinen Teil habe den immer weiter von meinen Bedürfnissen wegprogrammierten Möchtegernchrome vorgestern entsorgt. Ein neuer Webbrowser ist wie ein neues Leben. Neues Leben an einem Montag ist neues Leben, das wünschenswert wie sonst nur ein Pandabär ist.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz frisst seine Eltern: Eine SPD-Politikerin wurde auf Twitter gesperrt, Heiko „NetzDG“ Maas ist empört, weil es mal nicht die Bösen trifft. So ist das mit Zensurgesetzen, sie gelten auch für ihre lautesten Marktschreier. Das reichste Bundesland kürt derweil die besten Armenküchen, obwohl die SPD dort gar nicht regiert, sondern ihre vermeintlichen Widersacher CSU und Freie Wähler. Zu niemandes Überraschung ist die PARTEI auch keine Antwort auf die Frage nach einer vernunftbegabten Alternative. Demnächst ist Europawahl und ich muss noch Würfel kaufen.

Wenn Israel Zivilisten sprengt, dann heißt das bei „SPIEGEL ONLINE“ übrigens „Vergeltung“. Die Aufteilung der Welt in gutes und schlechtes Metzeln von Unbeteiligten ist zwar eine angenehm zynische, aber auch eine, der ich vehement widersprechen muss. Und da wir gerade im Ausland waren: Die Anhänger Greta Thunbergs töten die Natur in Südamerika. Wer die Natur zu schätzen weiß, der lässt tunlichst die Finger von Elektroautos.

Auch von Politik soll heute nicht mehr die Rede sein, denn es ist Zeit für ein wenig Musik. Man sprach anderswo davon, hier sei montags jeweils ein Grölbeitrag zu finden. Ich verneine das und präsentiere stattdessen Klänge ohne Wortbeitrag.

Russian Circles "309" – Empros Live Studio Sessions

Guten Morgen.