In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
The Skull Defekts – The Fable // Grünes zum Montag

Eule (Symbolvogel)Es ist Montag. Ächz! Zu Googles Überraschung werden Websites zumeist mit einem Computer aufgerufen. Hoffentlich sind Butterkekse bald weit genug entwickelt! Die Grünen haben währenddessen im Sinn, den „Wissenschaftsbegriff“ neu zu definieren, damit Homöopathie da reinpasst. Ich würde ja gern den Politikbegriff so definieren, dass die Grünen da nicht mehr reinpassen. Wer macht mit?

Apropos Grüne: In Berlin beschließt die rot-rot-grüne Regierung demnächst einen Verfassungsbruch. Es wird wirklich Zeit, dass wir diese verfassungsfeindlichen Parteien, die täglich ein weiteres Stück Grundgesetz unterhöhlen, endlich verbieten. Grünenverbot jetzt! – Ich sah unlängst ein Foto von einem Aufsteller auf der jüngsten Delegiertenkonferenz dieser Grünen, auf dem sie unter anderem Unternehmen aus der Metallbranche für das Sponsorentum danken. Erstaunlich: Ich hielt sie bisher nur für Betonköpfe. Gleichfalls in Berlin wurde festgestellt, dass im öffentlichen Dienst zu niemandes Überraschung ein gender pay gap herrscht, der Männer benachteiligt. Doch nicht so schlimm, muss ja keiner was gegen tun. Ist ja alles links da.

Kommen wir nochmals zu den eingangs erwähnten Websites zurück. Endlich wurde mal allgemeinverständlich definiert, was ein „funktionaler Internetzugang“ ist: „In der Universaldienst-Richtlinie vom 7. März 2002 werden 56 KBit/s genannt“, muss ja auch reichen. Da lädt das Geschwall von Grünen im Internet wenigstens nicht so schnell. – Diese Netzsperrerei ist echt übertrieben. Man wird ja wohl noch! Wird man nicht?

Erst mal die Laune wieder heben, zum Beispiel mit etwas Musik.

Guten Morgen.

Sonstiges
Kurz angemerkt zu Weihnachtsmärkten 2019

Sieht man dieser Tage Bilder vom momentanen Fortschritt des Aufbaus des lästigen Weihnachtsmarkts am Breitscheidplatz im noch lästigeren Berlin, der wie auch in den Jahren zuvor für mehrere Millionen Euro, die jetzt in interessanteren Projekten als einem ollen Weihnachtsmarkt fehlen (aber Berlin hat’s ja), mittels Absperrungen und Eingangserschwernissen sowohl noch hässlicher als alle anderen Weihnachtsmärkte, die sich meist durch den immergleichen Bretterbudenstil, lieblos dekoriert mit kitschigen Plastikelementen unter der Vorspiegelung, dass es irgendwie besinnlich sei, klebriges Zuckerzeug für das Wocheneinkommen eines typischen Berliners in sich reinzustopfen, um eines Gekreuzigten zu gedenken, mit dem man zu dessen Lebzeiten niemals auch nur ein freundliches Wort gewechselt hätte, als auch noch sicherer als die Landesgrenzen, ohne deren einseitige Durchlässigkeit kein vernünftiger Mensch den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz überhaupt namentlich kennen könnte, werden soll, wobei man diverse Straßen so blockiert, dass blöderweise da wohnende Arbeitnehmer noch bis Anfang 2020 ein noch ärgerlicheres Leben führen müssen als es in Berlin sowieso der Fall ist, aber immerhin, wie wenigstens die „Berliner Morgenpost“ berichtet, in Erwägung zieht, die Absperrzäune durch einen „Berlin“-Schriftzug zu ersetzen, als würde davon irgendwas weniger grässlich anzusehen, so gewinnt man – sicher nicht zum letzten Mal in seinem Leben – die Erkenntnis, dass es wahrscheinlich genau das ist, was diese Gesellschaft so unausstehlich macht; dass sie nämlich den Kitsch für etwas hält, was ihr Jahresende zu einem besseren macht.

In den NachrichtenPolitik
Eine gute und eine schlechte Nachricht zum Überwachungsstaat

Gute Nachricht:
Der totalitäre Unrechtsstaat USA darf künftig nicht mehr ohne einen (notfalls frei erfundenen) personenbezogenen Anlass die Laptops und Smartphones von Einreisenden durchsuchen.

Schlechte Nachricht:
Der totalitäre Unrechtsstaat Deutschland darf vielleicht bald aus einem weiteren Anlass die Computer von Einwohnern mit Schadsoftware infizieren.

Zu wenige Menschen werden aus Notwehr politisch.

ComputerIn den Nachrichten
Wer sich in die „Cloud“ begibt, der kommt darin um (5).

Es macht ja schon gar keinen Spaß mehr, zu dieser gestrigen Meldung noch gesondert etwas zu schreiben:

Aktuell melden Nutzer dem netzwelt-Störungsmelder vermehrt Probleme mit diversen Cloud-Diensten wie Netflix, Amazon Video, Amazon Alexa oder YouTube. Die Probleme liegen aber offenbar nicht bei den Anbietern selber, sondern könnten mit einem Problem bei den Cloud-Plattformen Google Cloud und Amazon Web Services zusammen hängen.

Na, auch keine große Festplatte im Haus, weil die cloud ja sowieso immer verfügbar und so praktisch sei? :ja:

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: bensnburner – noclip

bensnburner - noclipLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Weil ein Stück dieses Albums mir zur Montagsmusik taugte, habe ich mir mal das ganze Album angesehen. Es stammt von bensnburner aus Freiburg, das ein Einmannprojekt zu sein scheint (also bensnburner, nicht Freiburg), und heißt, benannt nach einem Cheatcode aus dem Spiel Doom, „noclip“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL). Dennoch hat Bandchef Ben Krahl sich hier mit fünf anderen Musikern zusammengetan, darunter Harald Kimmig an der Violine und – wie schon zuvor – Bene Abert an Hammondorgel, Perkussion und special FX, was immer das für ein Instrument sein soll. Das verspricht Abwechslung.

Die enthaltenen Stücke sind mal der instrumentalen Rockmusik („blush response“), mal den Experimenten der frühen Krautrocker („#FFFFFF“, „do we give a damn?“) nahe, aber auch Tanzmusik („ITSTANTRUM“) wird gespielt. Die Reihe „routing retirement of a replicant“ wird in Teil 3 ambient fortgesetzt:

Routine Retirement of a Replicant, Pt. 3

In „SUCKMYROCKET“ hat schließlich auch die Violine Platz für ein ausgedehntes Solo.

In den selbst auferlegten Etiketten zu dem Album ist von Postrock und Free Jazz die Rede, aber der Rest passt: Electronic, experimental, ambient, doom, Freiburg. Ja, verdammt. Nettes Album und trotz seiner etwas inkonsistent wirkenden Stilmischung immerhin beachtlich für Freunde der Elektronik.

ComputerIn den Nachrichten
Deutsch verbieten!: Das NetzDG in Babel

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz („NetzDG“), das die rechtspopulistische SPD unter großem Jubel der sozial Korrekten installiert hat, ist ein großer Erfolg: Endlich wird Hassrede konsequent und automatisiert aus dem Internet ferngehalten. Da Algorithmen bekanntlich auch keine Fehler machen, ist die Wahrscheinlichkeit, damit mehr Schaden anzurichten als nötig, schlicht zu vernachlässigen. Wir reinigen das Netz von allem Schmutz!

Selbst schuld, wer Deutsch spricht:

Weil der deutsche Artikel „die“ von englisch trainierten Algorithmen als „stirb“ gelesen wird, kann es einem passieren, dass Twitter einen blockt, wenn man „die Boomer“ schreibt.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz muss dringend um einen Zusatz erweitert werden, der die Verwendung von Anglizismen untersagt. :ja:

The Simpsons – Die Bart Die (English)

Und obwohl ich als Sprachpurist einen solchen Vorstoß für einen amüsanten hielte: Mir ist wirklich unklar, warum jemand etwas dagegen haben sollte, dass deutsche Politiker aus stolz uralten Parteien sich in Netzpolitikfragen legislativ äußern. Man kann doch so etwas nicht dem Pöbel überlassen!

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Warum ist t3n so doof?

Unter der an sich schon beknackten Überschrift „Warum ist das Netz so rechts?“ lässt Jan Vollmer auf „t3n“ eine „Extremismus-Forscherin“ Unsinn reden:

Die Rechten haben sich sehr geschickt als Gegenkultur zum Status quo inszeniert. (…) Es gibt auch Studien, die zeigen, dass selbst das Empörungs-Emoji schneller viral geht als andere Emojis.

Da hilft nur mehr Geld für die Amadeu-Antonio-Stiftung! :ja:

Kann ich diesen Journalismus noch mal sehen?


Inzwischen woanders: Golem.de bittet darum, nicht mehr verlinkt zu werden.

MontagsmusikPiratenpartei
bensnburner – do we give a damn? // #bpt192 (Nachlese)

😒Es ist Montag. Das Datum weist im Schrieb gehäufte Wiederholungen auf. In ganz Deutschland drehen alberne Schüler heute bestimmt wieder durch. Manchmal wäre ich auch gern wieder so, aber eigentlich bin ich allgemein sehr ungern.

Apropos: Am jüngst vergangenen Wochenende hielt die Piratenpartei Deutschland einen ihrer skurrilen Parteitage ab. Dort wurde unter anderem einer der seltsamen Klimanotstände beschlossen, wobei die Antragstellerin argumentierte, dass man das Klima am besten retten könnte, indem man Rechenzentren runterfährt. Die Digitalisierung hat es 2019 nicht leicht mit der Politik. Außerdem wurde aber ein neues Bundesvorstand gewählt, darunter ein politischer Geschäftsführer, der gar keine Zeit für seine Aufgabenerfüllung hat, und eine unreife Siebzehnjährige, die für den Hinweis auf ihr Alter bereits hinreichend viel Applaus erhalten hatte, so dass irgendwelche störenden Qualifikationen gar nicht mehr gefragt waren. Das wäre weniger traurig, wenn es stattdessen eine andere netzpolitisch interessierte Partei gäbe, die nicht pünktlich am Wahlabend ihr Programm umdreht.

Der „Guardian“ empfiehlt, freudig allein zu sterben. Finde ich nicht gut, aber mit Musik ist man ja auch nie allein.

Zum Beispiel mit dieser.

bensnburner – do we give a damn?

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
Zwei tolle Datenschutzideen

Die erste tolle Idee kommt von der SPD:

Der Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, fordert, Unternehmen wie Facebook, Amazon oder Google die alleinige Kontrolle über Nutzerdaten zu entziehen. (…) Klingbeil fordert vor diesem Hintergrund eine „Pflicht für marktbeherrschende Unternehmen auf datengetriebenen Märkten, ihre Sachdaten und anonymisierten Daten über Nutzerpräferenzen zu teilen“. (…) Der SPD-Politiker plädiert daher für die Errichtung einer „staatlichen Agentur“, die definieren solle, was datengetriebene Märkte seien, „und den Datenzugang und Datenaustausch organisieren und überwachen“.

Übersetzt in eine vernünftige Sprache bedeutet das: Der Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, fordert, dass der Staat jemanden damit beauftragt, Dienste wie zum Beispiel Messenger wie Threema und ICQ, deren Fokus im Bestfall darauf liegt, dass möglichst viele Metadaten möglichst das Gerät des Nutzers nicht verlassen, mit wachsamen Augen dabei zu begleiten, diese Metadaten pflichtgemäß „anonymisiert“ in die Cloud zu kippen. Der Zweck dahinter sei es, vermeintliche Datenmonopole aufzubrechen, denn private Daten gehören gefälligst – wie früher – in die öffentliche Hand und nicht in die Hand von ebenfalls privaten Unternehmen. Die Nutzerpräferenzen von Facebookteilnehmern muss auch Google bekommen dürfen. Wegen der Marktmacht.

Ich wünschte, es gäbe eine Pointe. Zum Glück ist die SPD bald vorbei.

Die zweite tolle Idee kommt aus Baden-Württemberg, wo die Datenschutzgrundverordnung Kommunen – wie überall sonst – zur Datenverschlüsselung zu überreden versucht.

Verschlüsselung? Was war das noch mal? Ach ja:

[Die Datenaufsichtsbehörde] weist darauf hin, dass einige Gemeinden die Frage nach der Verschlüsselung von Datenträgern offensichtlich nicht verstanden haben. Denn es kam mehrfach zu Antworten wie diesen: „Alle Datenträger befinden sich in mit Schlüsseln abschließbaren Räumen. Zudem wird der Eingang des Rathauses mit einem Zugangscode gesichert.“

Da kommt kein Hacker rein: Die Tür ist zu! :ja:

In den NachrichtenPolitik
Grünes Vergessen

Ich, gestern, zum Verbot zu harter Hartz-IV-Sanktionen:

Die verfassungsfeindlichen Parteien SPD und Die Grünen wurden heute vom Bundesverfassungsgericht abermals eines verfassungsfeindlichen Gesetzes überführt.

Die Grünen, auch gestern, zum selben Thema:

Es ist menschenunwürdig, mit Druck und Zwang zu erziehen. Die Regierung muss das Urteil schnellstmöglich umsetzen.

Mit den Grünen in der Regierung wäre so ein Erziehen niemals passiert! :ja:

Netzfundstücke
Magazin-Wahl-O-Mat und anderes

Was für eine großartige Idee aus der Redaktion des sowieso erfrischenden Magazins „Katapult“:

Finden Sie heraus, welches journalistische Produkt zu Ihnen passt.

Dass sowohl „Katapult“ als auch der es werbend unterstützende „Postillon“ in der Auswahl der zurzeit fünfzig gewerteten Magazine vorkommen, überrascht kaum, ist aber auch kein Grund zur Kritik, denn beide empfehle ich zumindest zu kennen. Dem Stil des Magazins angemessen sind die Fragen: Möchte man am liebsten etwas lesen, worin halbnackte Menschen vorkommen? Ist journalistischer Ethos wichtig? Sind Verschwörungstheorien Humbug?

Ob das design, das nicht zufällig an den Wahl-O-Maten erinnert, als künstlerische Adaption oder als Urheberrechtsverletzung gilt, mag sich noch herausstellen. Bis wenigstens dann ist der „Les-O-Mat“ eine Website, auf die hingewiesen zu haben ich wenigstens mal möchte. Hiermit getan.


In weiteren Nachrichten: Die verfassungsfeindlichen Parteien SPD und Die Grünen wurden heute vom Bundesverfassungsgericht abermals eines verfassungsfeindlichen Gesetzes überführt. Plötzlich finde ich die Idee, Parteien, die sich nicht an das Grundgesetz halten möchten, schnell zu verbieten, erstaunlich charmant.