In den NachrichtenNerdkrams
Kurz angemerkt zu GitHub

Dass durch die „Open-Source-Szene“, deren Selbstverständnis augenscheinlich vor allem darin besteht, kein Kunde von Microsoft zu sein, seit gestern ein wütendes Aufstampfen geht, weil das als Konsens akzeptierte und darum monopolistische, kommerzorientierte Unternehmen GitHub, dessen wesentliches Produkt als single point of failure trotz seiner open-source-feindlichen, sexistischen, rassistischen und damit den meisten seiner konstruktiven Nutzer wenigstens kritisch entgegenstehenden Agenda einem so großen Anteil der weltweiten „Open-Source-Szene“ eine Heimat bietet, dass sein plötzliches Verschwinden, dem Feigenblatt, es handle sich um ein „dezentrales“ System, zum Trotz, sehr ärgerliche Konsequenzen haben würde, von ausgerechnet Microsoft übernommen wird, was sie wie eine Schafherde in die Hände eines anderen kommerzorientierten Unternehmens treibt, auf dass dieses künftig der neue single point of failure werden möge, spricht Bände; und die Bände ergeben eine Tragödie.

MontagsmusikNetzfundstücke
Marco Ragni – Nucleus // Quotenräder.

^_^

Es ist Montag. Ein guter Tag, um Pandabären zu retten! Auf Greenpeace allein kann man sich dabei nicht verlassen, denn Greenpeace versucht Tiere mit Selfies zu schützen, was nach einer ziemlich wenig wirksamen Idee klingt.

Microsoft ist jetzt mehr wert als Google. Für den Markt mit seinen Aktionären ist das eine nicht uninteressante Information, für uns EDV-Theoretiker bedeutet es aber vor allem auch, dass das scheinbar allgegenwärtige Gerede von der „Cloud“, also den Computern anderer Leute, als Allheilmittel für alle technischen Wehwehchen offensichtlicher Unsinn ist. Google hat nichts außer der „Cloud“ zu vermarkten. Anders sieht es allenfalls die sozial von Bildchen abhängige Jugend. Nie zuvor hat eine Generation sich so fleißig dabei dokumentiert, so wenig zu erreichen. Statt Lebenslauf: Instagram. Fatalismus dank Lächeln.

Solche Leute regieren später dann eben auch Großstädte wie Berlin oder London: Es mögen doch bitte anteilsmäßig mehr Zugezogene Rad fahren, damit es auf den Straßen besser aussieht. Das Geräusch, das gerade eine Schallwelle bis auf andere Kontinente drückt, war meine Hand an meiner Stirn. Hoffentlich fällt durch sie kein Radfahrer aus der Unterschicht um.

Es ist, wie schon geschrieben, Montag. Morgens um 5 Uhr erst mal die Potenziale wecken und etwas später ein wenig gute Musik hören. So geht es doch auch.

MARCO RAGNI feat DURGA McBROOM (Pink Floyd) "Nucleus" parts I-II

Guten Morgen.

In den NachrichtenWirtschaft
Spielgeld V: Das letzte Hemd hat keine Kryptotaschen.

Die Zukunft ist da, sie hat zu niemandes Überraschung – abgesehen von irgendwelchen Investorenkein Geld dabei:

Krypto-Millionär Matthew Mellon hinterließ 250 Millionen US-Dollar in Ripple. Doch die Blockchain sperrt nun die Erben aus – ihnen fehlen die Keys. (…) Wie Freunde des Verstorbenen der Daily Mail berichteten, habe Mellon panische Angst davor gehabt, Hacker könnten an sein Kryptogeld gelangen. Deshalb habe er zum Teil unter falschem Namen agiert und die Schlüssel auf Speicherkarten in Bankschließfächern im ganzen Land versteckt.

Der Unterschied zwischen Geld und Spielgeld („heise online“: „Kryptogeld“) besteht eben aus mehr als nur einer Vorsilbe. Man könnte ein schönes Trinkspiel daraus machen.

Wenn der Wind günstig steht, kann man Ludwig von Mises im Grab lachen hören.

In den NachrichtenPolitik
Familien an der Heimreise hindern gegen Rechts!

Der „Tag der Deutschen Zukunft“, eine 2009 von einem damaligen NPD-Funktionär ins Leben gerufene socializing-Veranstaltung der ausnahmsweise mal tatsächlich rechtsextremen „Szene“, fand heute in Goslar statt. Den weniger als 200 Teilnehmern standen zahlenmäßig überlegene Menschen gegenüber, bei denen auch der dort heimische rechtspopulistische Waffenhändler Sigmar Gabriel in vorderster Reihe mitmarschierte. Was diese Gegenüberstehenden da eigentlich gemacht haben? Nun, darüber gehen die Meinungen auseinander: Während der Deutschlandfunk von einer „friedlichen Großdemonstration“ von „rund 2.000“ Menschen berichtete, stellte der NDR fest, dass „[r]und 3.000“ Menschen „friedlich gegen rechts“ demonstriert hätten.

Dass sich unter diesen runden Menschen auch solche befanden, denen es wirklich lieber wäre, wenn sich wie früher staatliche Schläger prügelnd einmischen, lässt Zweifel an der Friedfertigkeit der Demonstranten ebenso zu wie an ihrer Ferne zum Rechtsextremismus. Wenngleich einer ihrer Banner die Aufschrift trug, „Goslars Zukunft“ bleibe „bunt“, als seien sie vorher noch nie überhaupt im tristen, unbunten Goslar gewesen, erklärt ein anderer Banner mit der Beschriftung „Kommunismus statt Deutschland“, worum es eigentlich geht, nämlich keineswegs um die Rettung und Wahrung einer demokratischen Zukunft, sondern die Installation eines noch autoritäreren Systems zu ihren Gunsten.

Entsprechend sei mir die Frage gestattet, welchen Zweck es erfüllt haben soll, die regionale Bahnreise von oder nach Goslar zu einem großen Risiko vor allem für völlig Unbeteiligte zu machen. Als Werbung für die gute Sache eignet sich das Dargebotene vermutlich kaum, allenfalls wird es zu Solidarität mit der Gegenseite führen und bis dahin politisch desinteressierte Anwohner zu erklärten Gegner linker Spinnereien machen.

Hauptsache, mal ein Zeichen gesetzt – als wäre man ein Hund, der mal muss.

Politik
Kim.

Niemand sollte annehmen, dass der von einschlägigen Medien mitunter als eigensinnig bezeichnete Donald Trump nicht bereit wäre, aus deutscher Politik zu lernen: Wie auch die deutsche Bundesregierung weiß er, wen er zur Beratung hinzuziehen muss, wenn er sich mit einem Thema mal nicht auskennt.

In netzpolitischen Fragen finden in Deutschland oftmals diejenigen das meiste Gehör, die im Privaten von dem Teufelszeug am liebsten die Finger lassen würden. Und wer wäre Donald Trump, wenn er nicht willens wäre, sich von der Regel, dass geringste Begabung größten Einfluss verdient, bewegen zu lassen?

Heute großartiges Treffen mit Kim Kardashian, wir sprachen über Gefängnisreform und Strafmaß.

Eben.

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Annahmen zum Linkssein (3): Demokratie ist Hass.

Gerade hatte ich mich noch gewundert, wie man gleichzeitig voller Hass sein und gleichzeitig gegen Hass demonstrieren kann, ohne zu platzen, da empfiehlt mir auch schon die Vorsitzende der „Linken“, Katja Kipping, in meinen schönen Arbeitstag hinein, dass im Retromagazin „Neues Deutschland“ unter der dadaistisch interessanten Überschrift „Einstiegsdroge Frauenhass“ ein „toller Kommentar“ stehe. Der Inhalt dieses Kommentars?

wie Frauenhass und Hetze gegen Frauenrechte zur Einstiegsdroge werden für andere Formen von Hass, wie Rassismus, Antikommunismus …

Man kennt das ja: Frauenhass als Einstiegsdroge übertrifft an Gefährlichkeit fast noch Cannabis. Kaum ist man auf den Geschmack gekommen, will man mehr von dem geilen Zeug, und ehe man sich’s versieht, steht man hinter dem Hauptbahnhof und findet Kommunismus blöd und die real existierende Demokratie viel geiler. Hoffentlich regiert bald die „Linke“ nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland, auf dass das Blödfinden von Kommunismus endlich als Hassverbrechen geahndet wird.

Vorwärts immer.

Netzfundstücke
Ultra-Sparpreis: Künftig auch ohne Zug.

Reisende, die auf Bindestriche verzichten können, können bei der Bahn künftig Geld sparen:

Künftig will das Unternehmen im Fernverkehr dauerhaft Fahrkarten ab 19,90 Euro verkaufen. Das bisherige Aktionsangebot wird im August als „Super Sparpreis“ zur dritten Preiskategorie, heißt es aus Bahnkreisen.

Die Konkurrenz hat schnell geschaltet: Nur kurz nach Bekanntwerden hat der Billigkonkurrent FlixTrain angekündigt, schon „sehr bald“ ein preisvergünstigtes „Zug Ticket“ für preisbewusste, sprachlich aber unbedarfte Kunden zur Verfügung zu stellen. Unklar ist inzwischen die Zukunft des Legasthenikertarifs der Lufthansa: Wer dort einen „Fluhk“ bucht, dem sollte der Betreiber sämtliche Kosten erstatten. Ob dieser Tarif aber jemals umgesetzt werden wird, steht in den Sternen: Anscheinend bestand, heißt es aus gut informierten Kreisen, erhebliche Misbrauchsgefar.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Kalamahara – Electric Messed Up Whore

Noch drei Kaffee, dann geht'sEs ist Montag, diese Woche wieder mit einem Pandabären oder derer drei, denn die vergangene Woche begann ohne einen solchen und war überhaupt nicht schön. Das kann kein Zufall sein. Es gilt also innezuhalten, wenn einmal ein Pandabär die eigenen Wege kreuzt, und dessen Aura wirken zu lassen. Heißhunger auf Bambus ist allerdings ein möglicher Nebeneffekt. – Apropos „obskure Hobbys“: Schlafdefizit lasse sich ausgleichen, indem man einfach mehr schlafe, weiß „SPIEGEL ONLINE“, und ich war selten so dankbar für investigativen Journalismus.

Dasselbe „SPIEGEL ONLINE“ zitierte vorgestern die bedauerliche SPD-Vorsitzende, die gesagt habe, Deutschland müsse die allzu offene Willkommenskultur in Relation zur Sicherheit setzen. Ob sie wohl beim Bäcker Christian Lindner begegnet ist? Die gestrige Demonstration, während derer Mitglieder und Sympathisanten der AfD „weggebasst“ (Quelle: Internet) werden sollten, nahm jedenfalls genau den erwarteten Verlauf: Unter dem Mantel des Hasses auf „die AfD“ vereinten sich allerlei zwielichtige Gestalten, um Versammlungsfreiheit und Demokratie mal so richtig gründlich misszuverstehen. Wie man überzeugend gegen „den Hass“ demonstrieren will, wenn man gleichzeitig skandiert, man hasse sein Gegenüber, ist mir unklar. „Nazi! Selber Nazi!“

Dass in dem ganzen Tohuwabohu wirklich wichtige Themen wie die leidige DSGVO endlich mal untergehen, ist einerseits schade, andererseits aber beruhigend, denn diese hat auch positive Folgen: Besitzer „smarter“ Kühlschränke werden daran erinnert, dass ein großes Unternehmen ihnen auf die Wurst gucken kann, und US-amerikanische Websites laden endlich schneller, weil ihre Administratoren sich nicht mehr trauen, grundlos etliche JavaScripts nachzuladen. Ich mag das.

Gestern war es noch ein Witz über die SPD, heute ist es schon die Realität in Großbritannien: Mann ist mittwochs eine Frau, was für seine Partei – die Labour Party, also die britische SPD – eine ausreichende Qualifikation ist, um eine nur für Frauen ausgeschriebene Position zu besetzen. Das wird noch amüsante Folgen haben.

Nicht immer amüsant, nicht mal immer voller Tiefgang, aber selten in Gänze im Weg: Musik.

KALAMAHARA – "Electric Messed Up Whore" (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusik
Mehr AfD dank weniger Jazz

Wenn am morgigen Sonntag die AfD, ob nun mit oder ohne Hühnerkostüme, in Berlin für ihr Wahlprogramm demonstriert, wird diese gebeutelte Stadt es noch schwerer haben als sowieso schon, denn über sie wird eine Horde bizarr gekleideter Krawalltouristen mit erkennbar niedrigem Bildungsstand und erschreckend rückständigem Musikgeschmack herfallen.

Unter dem bemerkenswert behämmerten Motto „AfD wegbassen“ nämlich rufen zahlreiche Berliner Tanzschuppen mit Ausnahme des „Berghains“ („außer das Berghain“, radebrechte Julia Kopatzki in den Online-„Tagesspiegel“ hinein) dazu auf, unter Zuhilfenahme von Geräuschen, die schon vor Jahrzehnten aus der Mode gekommen sind, Ausgrenzung und Intoleranz gegenüber politischen Minderheiten weiter voranzutreiben.

Der Protest soll laut, aber friedlich sein. „(…) Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner“, schreiben die Veranstalter[.] (…) Statt in dunklen Clubs sollen alle Tanzwütigen und -wütenden ihre Afterhour nach Mitte verlegen, los geht es um 12 Uhr am Potsdamer Platz, und dann wird lautstark durch die Innenstadt getanzt.

„Die Demo-Veranstalter“, steht ferner im Text, „rechnen mit mehr als 10.000 Musikfans am Sonntag“, lassen jedoch offen, wieso sie das für eine gute Idee halten: Ein „Musikfan“, der sich zwischen einer dumpfen Bumsmusik- und einer AfD-Demonstration entscheiden müsste, wählte fraglos letztere. Wenn Einhörner und Gewackel zu dumpfer Bumsmusik jedoch schon alles sind, was die Berliner Queerenszene (als sei die sexuelle Ausrichtung jemals als positive Eigenschaft zu gebrauchen!) dem ängstlichen Zorn einer sich politisierenden Menge entgegenzusetzen weiß, dann sollte es mich nicht im Mindesten wundern, wenn bis dahin politisch agnostische Anwohner noch am gleichen Tag gleichfalls tanzwütend, nämlich wütend über die Tänzer, in die AfD eintreten, denn anscheinend ist eine Mitgliedschaft in der AfD ein sichtbares Zeichen des Protests gegen schlechte Musik, was ein ehrenwertes und unbedingt zu unterstützendes Anliegen ist.

Mit Jazz wäre das nicht passiert.

NerdkramsNetzfundstücke
Smart an, Licht aus.

Zur lästigen EU-Datenschutzgrundverordnung, die offensichtlich jeder, der was mit Internet macht, zwei Jahre lang völlig verschlafen hat, empfehle ich sämtliche Blogartikel, die nach 2016 von aufgescheuchten Hühnern (sog. „Alphabloggern“) eilig unter großem Einsatz von Werbebannern und Influencerlinks ins Web geschmiert wurden, bis auf Weiteres zu ignorieren, denn das jeweilige Gegenteil des Geschriebenen ist nach aktueller Rechtsauffassung immer genau so falsch.

Stattdessen empfehle ich mit einem angenehmen Getränk in der Hand und guter Musik im Ohr vom Beckenrand zuzusehen, wie der nukleare Niederschlag dumme Geschäftsideen ertränkt:

Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass Sie Ihre Lampen nicht mehr benutzen können, weil wir Ihre Daten verscherbeln und die DSGVO jetzt da ist.

(Freie Übersetzung von mir.)

Natürlich spricht nichts dagegen, auch weiterhin Kraftwerke und Herzschrittmacher an das Internet anzuschließen. Es ist nur zu hoffen, dass die jeweiligen Administratoren rechtzeitig in die angepasste Datenschutzerklärung einwilligen. :ja:


Was macht eigentlich die ehemalige Datenschutzaktivistin Katharina Nocun heute so? Richtig: Sie verschenkt in Zusammenarbeit mit dem Reklamevermarkter Mozilla ihre Bücher auf Twitter. Mit der Netzpolitik in Deutschland steht es anscheinend nicht zum Besten.

Netzfundstücke
Summa pfui laude

Was ich in Bezug auf die US-amerikanische Einkaufsgesellschaft im Übrigen auch nicht einmal in Ansätzen so recht zu verstehen vermag:

  • Was hat es mit der dortigen Rabattmarkenkultur wie nach dem Krieg sowie der Beschäftigung von bezahlten Begrüßern und Tütenpackern auf sich und wäre das nicht auch ein interessantes Modell zur Senkung der hiesigen Arbeitslosenzahlen?
  • Warum gibt es dort anscheinend in jedem beliebigen Supermarkt Abschlusskuchen, also besonders beschriftete Kuchen als Standardglückwunsch zum Bestehen von irgendwas?
  • Warum greift die Selbstzensur, das Überpiepen oder Wegsternen von vermeintlichen Igittwörtern, ausgerechnet in dem Land mit den Bier- und Waffennarren so weit um sich, dass selbst „Summa cum laude“ den Filter nicht durchquert?

Darüber hinaus aber meine summam laudem der The-Root-Redakteurin: Ich weiß miserable Wortspiele sehr zu schätzen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: David Cross & David Jackson – Another Day

David Cross & David Jackson - Another DayWas macht eigentlich David Jackson?

Nachdem seine einstige Stammband Van der Graaf Generator sich, wie man hört, einigermaßen unfriedlich von ihrem überragenden Saxophonisten trennen musste, hatte er meine Aufmerksamkeit nur noch selten bekommen, etwa 2013 mit dem fürchterlichen „Gridlock“. 2018 ist ein gutes Jahr, daran etwas zu ändern, denn im Frühjahr dieses Jahres erschien „Another Day“ (Amazon.de, TIDAL), ein Album, auf dem er nicht etwa als weitgehend egaler Gastmusiker zu hören ist, sondern sogar auf dem Titelbild zu lesen ist. Neben ihm ist dort auch ein anderer David namentlich abgedruckt, nämlich David Cross, in den 1970er Jahren Violinist für die damals schon bemerkenswerten King Crimson.

Ihnen zur Seite stehen Craig Blundell, der unter anderem für Frost* am Schlagzeug sitzt, und Mick Paul, ansonsten Bassist der David Cross Band. Gesang gibt es nicht, aber das stört kaum; stattdessen höre ich instrumentalen, ärgernisfreien und mitunter recht freiförmigen Progressive Rock mit einem nicht zu leugnenden Jazzeinschlag. Ich mag Jazz.

David Cross & David Jackson – Going Nowhere (2018) "Another Day" FLAC

Das Stück „Bushido“ ist entsprechend selbstverständlich kein dummer Rap, sondern passt voll ins Konzept. Man möge nun nicht annehmen, dass auf „Another Day“ nicht auch mal eskaliert würde: Etwa in „Breaking Bad“ erlaubt sich die Band einen für dieses Album ungewöhnlichen Ausbruch. Insgesamt betrachtet haben wir es hier aber mit fast einer Stunde Wohlklang zu tun. Wer wäre ich, dies zu bemängeln?

Gefällt.

MontagsmusikNetzfundstücke
Hällas – Astral Seer

Huhu!Es ist Montag. Doch, wirklich! Damit dieser angemessen beginnen möge, habe ich in der vergangenen Nacht abermals ein wenig die Interna von WordPress beansprucht, um nicht mehr ständig hinter WPtouch aufräumen zu müssen. Beabsichtigter Nebeneffekt: Auf Smartphones sieht diese Website jetzt genau so schäbig aus wie auf einem richtigen Computer. Ich bitte vielmals um Nachsicht.

Auch auf anderen Kontinenten wird um Nachsicht gebeten: In Japan haben Züge nicht etwa mehrere Stunden Verspätung, sondern fahren mitunter auch zu früh los. Die dortigen Lokführer sind untröstlich, Seppuku ist allerdings aus der Mode gekommen. – Apropos „aus der Mode gekommen“: Beim ZDF wird jetzt fehlgegendert. Beim FreeBSD-Projekt können die nichts mehr werden.

Was auch nichts mehr wird, ist die hiesige Netzpolitik. Verschlüsselung von E-Mails wird kritisiert, weil es mit Aufwand verbunden sei. Autos und Wohnungstüren abzuschließen sei, stellt Fefe fest, jedoch auch Aufwand, dessen Notwendigkeit den meisten Menschen klar ist. Es wäre viel gewonnen, ließe man computerferne Menschen, die diese Analogie nicht verstehen, künftig nur noch in Berufen arbeiten, in denen sie an einem Computer keinen Schaden mehr anrichten können. Für russische Hacker wären sie aber immerhin ein viel zu langweiliges Ziel.

Keineswegs zu langweilig ist und bleibt Musik.

HÄLLAS – ASTRAL SEER (Official Video)

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Mondkalb royal.

Anscheinend haben die Macher von „heise online“ („News und Foren zu Computer, IT, Wissenschaft, Medien und Politik“, ebd.) beschlossen, Martin Holland bevorzugt in Themenbereichen einzusetzen, mit denen er sich grob auskennt, und nicht mehr in physikalischen oder anderen „Nerd“-Themen.

Stattdessen durfte er gestern den Monarchisten unter den Lesern von „heise online“ eine Freude machen:

Wenn sich der britische Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle am Samstag das Ja-Wort geben, können Interessierte hierzulande nicht nur im Fernsehen zuschauen, sondern auch auf Youtube.

Ist auf YouTube, ist also „IT-News“. Nur noch wenige Monate bis zu den ersten Schminktipps, nehme ich an.

Müde, so müde.