In den NachrichtenPolitik
Auch Dicke sollten cybern dürfen!

Über und unter dem Super-Symbolbild einer sichtlich gelangweilten Frau im Flecktarnanzug vor einem Röhrenbildschirm „berichtet“ heute Holger Zelder auf „heise online“:

Bundeswehr sucht moralbefreite Bewegungsmuffel mit zu wenig Disziplin für einen anständigen Beruf.

Ach nein, da habe ich mich verlesen; richtig ist:

Auch unsportliche Studienabbrecher: Bundeswehr sucht Rekruten für den Cyber-Krieg

Früher war die Bundeswehr ja mal eine Armee zur Landesverteidigung gegen den Iwan und kein Haufen von Buzzword-Bingo-Gewinnern, denen jeder Anlass, um mal wieder irgendeinen „Krieg“ anzufangen, Grund genug für die mediale Selbstfünf ist; neue Zeiten, neue Unsitten, wie es scheint. Weiter:

Eine schlagkräftige Cyber-Armee erfordert nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums ein radikales Umdenken bei der Personalsuche der Bundeswehr. Die Regeln etwa für die Cyber-Reserve müssten geändert werden, sagte die Staatssekretärin im Ministerium, Katrin Cyber Suder, am Montag bei einer Veranstaltung zur Cyber-Sicherheit in Berlin.

Sie haben da noch etwas Cyber am Kinn. Was eine „Cyber-Reserve“ sein soll, erschließt sich mir spontan nicht. Sind das Cybersoldaten, die den ganzen Tag untätig vor dem Rechner sitzen und darauf warten, endlich gebraucht zu werden, um sich vor den, nun, Rechner setzen zu können? Und wie landet man in dieser „Cyber-Reserve“ – ist das der Sammelpunkt für all diejenigen, die für den regulären Cyberdienst zu sportlich sind?

Klar ist: Gesucht werden sozial Abgehängte.

Es gebe viele „Nerds“, die ihr Studium abbrechen würden. Mittlerweile dürften sie in der Truppe auch mit abgebrochenem Studium bestimmte höhere Laufbahnen einschlagen. (…) Bereits 2016 seien 60 Prozent mehr Informatiker eingestellt worden als im Vorjahr.

Nerds, Geeks, Hacker, Informatiker, Kellerkinder – nicht so wichtig, ist sowieso alles das Gleiche. Wichtige Voraussetzung ist aber, dass man unterqualifiziert für einen anständigen Beruf ist, nur Unsinn (Gender Studies, soziale Arbeit, BWL) oder gleich überhaupt nichts zu Ende studiert hat und deswegen nirgends sonst so bereitwillig aufgenommen würde wie bei der Bundeswehr, „Fachkräftemangel“ sei Dank. So eine Fachkraft würde ja stattdessen auch ein anständiges Gehalt erwarten und nicht mit allem zufrieden sein, was man ihr anbietet.

Die Informatiker-Armee soll künftig Waffensysteme und Computernetze der Bundeswehr schützen, aber auch zu Angriffen in der Lage sein. Sie könnte etwa in einem Auslandseinsatz das Internet überwachen, die Kommunikationskanäle des Gegners stören, um ihn zu isolieren, sagte Suder. (…) Die neue Cyber-Armee sei dringend nötig. Suder berichtete von Tausenden Angriffen auf die Netze der Bundeswehr jeden Tag.

Da blinkt mal kurz die Nortonsoftware im Infobereich, weil wieder so ein Fiesling einen Ping geschickt hat, und schon brennt bei Suders die Hütte. Tausende Angriffe, anderswo wäre man froh über solch niedriges Interesse durch den Feind, kommen an einem langen Tag ja auf diese Art schnell zusammen. Für eine kurze Erläuterung der implizit sich aufdrängenden Frage, seit wann irgendeine Abteilung der Bundeswehr folgenlos irgendwen angreifen darf, war offenbar zu wenig Cybertinte da, verraten wurde hier allerdings mehr als genug:

Sie könnte (…) das Internet überwachen[.]

Dafür brauchen wir also die Spitzelinfrastrukturen, die die Bundesregierung alle paar Monate erneut zu installieren versucht: Damit gegen den Russen so richtig schön gecybert werden kann.

Der richtige Tag, um mit der Verschlüsselung der eigenen Kommunikation zu beginnen, ist wie immer heute.

Nerdkrams
Schöner lesezeichnen mit Buku

Das nahende Ende von Firefox als benutzbarer Browser lässt mich nicht nur nach einem neuen Standardbrowser, sondern auch nach neuen Lösungen für bisher für gelöst gehaltene Probleme suchen. Während sich ersteres noch über ein paar Monate erstrecken dürfte, nachdem ich erst gestern feststellen musste, dass selbst der ansonsten nicht schlechte Browser Vivaldi gelegentlich nur mit einem neuen Profil zur Mitarbeit bereit ist, passiert zweiteres in kleinen Schritten.

Heute ersetze ich zum Beispiel Xmarks.

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In den NachrichtenMontagsmusik
We Lost The Sea – A Gallant Gentleman // Aprilscherzkater

Frühling. Mist.Es ist Montag – endlich darf man wieder den Trott hinter sich lassen und etwas für die Wirtschaft tun, noch gänzlich perplex wegen des weiterhin ausbleibenden Sonntags. So nicht arbeiten zu können ist ein beliebter Volkssport, mithin: oft auch der einzige. Sich stolpernd aus dem Bett zu quälen verbraucht einfach nicht genug Kalorien.

Wenigstens in der Politik bewegt sich was: Großbritannien will riesigen Wassergraben ausheben, um sich von EU abzugrenzen. Ein Aprilscherz? Quatsch! – Wie es sich eben auch in diesem Jahr sowieso wieder angeboten hat, dem Trubel in den Medien einen Tag lang fernzubleiben, weil sie einander wie gewohnt darin zu überbieten versucht haben, wer seine Leser am lustigsten anlügen kann. Einen ganzen Tag lang finden sie fake news gut und richtig, weil die Tradition das so will, und schon am Tag darauf war sicherlich wieder vielerorts zu lesen, wie hinterhältig doch der Russe unwahre Behauptungen in die Medien bringt. April, April! Nicht alles ist immer, wie es scheint; und auch das, was ganz und gar nicht scheint, bleibt oft ersonnen: Dunkle Materie gibt es vielleicht gar nicht. Und wenn doch, dann versteckt sie sich ziemlich gut.

Kein Scherz auch: Überraschenderweise gilt bei Onlinewerbung gar nicht „viel hilft viel“, denn jemand, der mehr Werbung schaltet, bekommt oft trotzdem nicht mehr Besucher auf seiner ollen Wurstwebsite. Verdammte Werbeblocker immer.

Keineswegs Wurst: Musik.

We Lost The Sea – A Gallant Gentleman – Live at Studios 301 (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenSonstiges
Hai Noon

2013:

Über Twitter wurde er als schlechtester Film aller Zeiten abgefeiert. Dabei scheint sich „Sharknado“ gerade deshalb zum Phänomen zu entwickeln. (…) Der Plot: ein Tornado zieht in Los Angeles an Land und wirbelt aus dem Meer Haie auf, die während ihres Flugs/Falls Menschen attackieren.

2017:

In Rita, einer kleinen Gemeinde an der Küste, entdeckten die Hilfskräfte einen ein Meter langen Bullenhai – mitten auf der Straße. Das unglückliche Tier war entweder von der Flut an Land gespült oder von einem Wirbel aus dem Wasser gerissen und durch die Luft an Land geworfen worden.

Es beginnt.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: All Them Witches – Sleeping Through the War

Sleeping Through the WarLange nichts Gutes aus den USA mehr gehört. Zeit, dass sich das ändert!

Ebendort nämlich entsprang vor einigen Jahren das Quartett All Them Witches, das derzeit beinahe in der klassischen Rockbesetzung miteinander musiziert, jedoch zusätzlich verschiedenfach ein Mellotron (oder gar mehrere) einsetzt, was, wie der erfahrene Musikfreund längst weiß, meist ein sicheres Zeichen für etwas bessere Musik ist, es sei denn, es steht „Genesis“ auf der Platte.

All Them Witches

Mit „Sleeping Through the War“ erschien im Februar dieses Jahres das aktuelle Album von All Them Witches in besagter Besetzung, und tatsächlich ist das hier Dargebotene von erfrischender Unblödheit.

All Them Witches – "Alabaster" [Audio Only]

Der erwartete Psychedelic Rock („3-5-7“) und der tatsächlich erfreuliche Bluesrock („Internet“) auf „Sleeping Through the War“ werden hier mit dissonanten Ausbrüchen an den richtigen Stellen versehen, was in einem Freund des Schrägen wie den Verfasser dieses Textes die positive Grundhaltung noch zu steigern vermag. All Them Witches verbinden modernen Noiserock mit dem, was ein Radiosender, der nicht lügt, mit Recht als „das Beste der 70er“ ankündigen ließe. Ich mag das.

All Them Witches – "Bruce Lee" [Official Video]

Erfreulich ist überdies, dass „Sleeping Through the War“ auf Bandcamp.com angehört werden kann. CD, Kassette und Vinyl vom Album sind dort allerdings, weil ich offensichtlich nicht der Einzige bin, der es mag, längst ausverkauft; der Raubtierkapitalist Amazon.de möge Linderung verschaffen. Angenehmes Hören!

ComputerNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Datenleck im Wohnzimmer dank Cloud

1. Smarten Luftbefeuchter installieren.
2. Auf Ablauf des TLS-Zertifikats warten.
3. Nass.

MontagsmusikPersönlichesPiratenpartei
Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken // Übrigens.

Das IST wach(Eigentlich Parteipolitik nicht besonders schätzen und deswegen erschöpfende Wochenenden mit ihr statt ihr verbringen; eigentlich Menschen nicht dauerhaft für einen geeigneten Umgang halten und deswegen mehr Zeit mit ihnen verbringen als gesellschaftlich mindestens akzeptabel; eigentlich laute Grölmusik für furchtbar halten und deswegen in einer Szenekneipe versanden; eigentlich zu alt sein für den Quatsch und deswegen nicht vor der Sperrstunde über den Heimweg nachdenken; es eigentlich besser wissen hätten sollen und deswegen nichts besser machen. Die Flasche Rufpolitur ist leer.)

Ach, was soll’s.

Guten Morgen.

FotografiePiratenpartei
#bpt171

Eskalation

MusikNetzfundstücke
Schwarzkopierer schwarzmalen gegen das Internet

Ein reichlich überzogenes Verfahren, seinem Ärger über das Verhalten manches Musikkonsumenten Luft zu machen, wählte Trent Reznor (Nine Inch Nails), der in einem Interview im Januar 2017 seinen Missmut darüber beklagte, dass das Internet zu vielen Leuten eine zu dominante Plattform für destruktive Musikkritik biete, bei der Verteilung eines Bonuspakets für Käufer der im vergangenen Jahr erschienenen EP „Not the Actual Events“: Dieses scheint allerlei Text- und Bildbeilagen zu enthalten, überdies ein eigenartiges schwarzes Pulver, das die Fingerabdrücke desjenigen, der das Paket öffnet, unweigerlich auf seinen Inhalt bannt. Es ließe sich also durchaus daraus folgern, dass hier ein besonders effizienter Kopierschutz vorliegt: Wer versucht, den Inhalt auf so Tauschbörsen hochzuladen, hinterlässt dabei auch eindeutige Spuren, die unter Umständen seine eindeutige Identifizierung erlauben.

Gerüchten zufolge hat Sony Entertainment, die Firma, die in ihren Gefechten gegen unlizenzierte Medienkopien auch schon mal mit Schadsoftware, Kundentäuschung und juristischen Repressionen arbeitet, diese Idee begeistert aufgenommen und plant in kommende CD-Veröffentlichungen ihrer Künstler winzige Skalpelle zu integrieren, um abfotografierte CD-Cover anhand der Blutspuren eindeutig zurückverfolgen zu können.

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Das Wesen einer Wahl: Ralf Stegner und die Piratenpartei treffen sich im Schulzbus

„Wahl, die: Entscheidung zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten, Dingen, Personen, Auswahl“
Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache


Am vergangenen Sonntag trat Martin Schulz, dessen Beliebtheit wohl nur damit zu erklären ist, dass er wahlweise nicht Angela Merkel oder nicht Sigmar Gabriel ist, mit 605 von 605 möglichen Delegiertenstimmen letzteres Herrn Nachfolge an der Spitze der ehemaligen Arbeiter- und heutigen Arbeitgeberpartei SPD an. Medial wurde das breitflächig so oder ähnlich dargestellt:

Ein Bundesparteitag wählte den 61-Jährigen in Berlin ohne Gegenstimme zum Nachfolger von Sigmar Gabriel. Es ist das beste Ergebnis der Nachkriegszeit.

Lassen wir den üblichen SPIEGEL’schen Superlativknaller im zweiten Satz einmal außer Acht, denn auch vor 1945 hat dieser gleichwie heilige Martin Schulz niemals mehr als 100 Prozent irgendwelcher Stimmen bekommen, seine Partei nach 1945 in Ostdeutschland auch nur, als sie schon SED hieß, so lautet die wesentliche Information, dass die SPD abermals ihren Vorsitzenden mit einer derart überzogenen Begeisterung ausgetauscht hat, als seien die bisherigen Wahl- und Umfrageergebnisse der rechtspopulistischen SPD allein die Schuld des nunmehr im Außenministerium ein überzogenes Gehalt beziehenden ehemaligen Vorsitzenden und nicht etwa der menschenfeindlichen Politik, die von der Parteibasis mitgetragen und von Parteiministern wie Andrea Nahles und Frank-Walter Steinmeier aktiv vorangetrieben wurde und wird.

Zusätzlich aber ist hier von einer „Wahl“ die Rede. Dass das sozialdemokratische Verständnis von diesem Grundpfeiler einer Demokratie nicht das beste ist, ist spätestens seit Ende August 2006, als der damalige SPD-Vizekanzler und Minister für „Arbeit“ und „Soziales“, Franz Müntefering, postulierte, es sei „unfair“, eine Koalition an ihren Wahlversprechen zu messen, nur noch von jenen glaubwürdig zu leugnen, die zu spät geboren sind und/oder im Wahljahr für ein Medium wie „SPIEGEL ONLINE“ irgendwelche Artikel schreiben müssen.

Ja, 2017 ist wieder ein Wahljahr, ein Superwahljahr gar, und die Angst vor der AfD ist so groß, dass sich sogar das ehemalige Fachmagazin „heise online“ nicht zu blöd vorkommt, in einem Artikel darauf hinzuweisen, dass die Piratenpartei auch ganz bestimmt tot ist. Die für den nächsten Schritt nötige geistige Transferleistung zu erbringen wäre, zugegeben, für den durchschnittlichen Internetjournalisten auch wirklich zu viel verlangt. Aber auch sonst scheint die Piratenpartei – mit der AfD will man es sich offenkundig nicht allzu sehr verscherzen, Rechtspopulisten sind gern beisammen – gerade ein willkommenes Ziel von Leuten zu sein, denen die Demokratie nicht besonders nahe ist. Martin Schulz‘ Stellvertreter Ralf Stegner etwa pöbelte auf Twitter darüber, dass ein Mitglied der Piratenpartei („1%Partei“, Rechtschreibung wie im Original) die zahlreichen Nebeneinkünfte von Berufspolitikern als das Vollmachen von Taschen bezeichnete, weil sich so, so Ralf Stegner, sonst nur „Demokratiefeinde“ und „Rechtspopulisten“ ausdrückten, womit er offensichtlich keineswegs sich selbst meinte.

Nun entlarvt das anscheinend diffamierende Betonen der momentanen Umfragewerte der Piratenpartei, als sei eine Partei mit wenigen Stimmen plötzlich ein weniger wertvolles Mitglied des demokratischen Spektrums und als sollten ihre Mitglieder darum besser schweigen, Ralf Stegner, wenn schon nicht unbedingt als einen Rechtspopulisten, wenigstens als einen Demokratiefeind, womit er in der SPD gut aufgehoben ist. War die Kurznachricht auf Twitter womöglich gar anerkennend gemeint? Wird Twitter das jemals erfahren?

Und wer war in diesem hochdemokratischen Komplex SPD in der so genannten „Wahl“ des neuen Parteivorsitzenden eigentlich der Gegenkandidat von Martin Schulz?

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Dot Legacy – Story of Fame

Kann ich rauskommen?Es ist Montag, aber man muss nicht raus, was ihm, dem Montag, beinahe jeden Schrecken raubt (außer vielleicht: wieder beginnt ein Tag des Lebens, an dem man eigentlich so vieles könnte, wenn man nur wollte). Ein Tag ohne Grund, ohne Mond noch dazu.

Apropos Können und Wollen: Das börsennotierte Unternehmen Siemens erwägt in wenigen Jahren Fahrzeugfabriken ganz ohne lästige, weil kostenintensive menschliche Arbeitskräfte zu betreiben, was in diese Zeit des politischen Aufschwungs der SPD (die, Ironie der Geschichte, eigentlich schon immer im Betriebsrat von Siemens herumsaß und Luft wegatmete) prima passt. Von einem börsennotierten Unternehmen ohne lästige, weil kostenintensive menschliche Vorstände ist bis auf Weiteres aber nur zu träumen.

Genug Zeit bleibt bis dahin also, um die frei erfundene Gehaltslücke zwischen Mann und Frau, Quatsch: schlechter und besser qualifiziertem Arbeitnehmer endlich zu schließen. Zahlen wir doch einfach jedem dahergelaufenen Kasper grundlos das gleiche Geld, wie es die sozialromantische und leistungsfeindliche Träumerei von einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ suggeriert, und freuen wir uns auf eine Welt, in der auf eine anständige Arbeit keiner mehr Lust hat. Übrig bleiben wie gewohnt die Doofen.

Überleitung? Später vielleicht. Zitat jedenfalls: Der DHL-Paketbote [müsse] also DHL Paketbote heißen, damit man ihn weltweit einheitlich falsch schreiben kann. So weit ist es schon. Wofür ist so ein Schulabschluss mit Deutschpflicht eigentlich noch gut, wenn ihn später keiner mehr benutzt?

Was aber dringend benutzt werden sollte, schon zwecks Beruhigung: Musik.

Dot Legacy – Story Of Fame

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusikNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 18. März 2017

Verfassungsfeind des Tages: Heiko Maas, SPD.


Na, ist auch euer Tag zu kurz, um all die spannenden „neuen“ Fernseh- oder Internetserien angemessen aufmerksam verfolgen zu können? Dann guckt sie doch einfach doppelt so schnell!


Brüller des Tages: Das gleiche Mozilla, das erst neulich gegen den Willen der meisten Stammnutzer und langjährigen Erweiterungsentwickler XUL aus Firefox zu entfernen ankündigte, bittet diese Entwickler jetzt in einem Blogeintrag darum, sie mögen doch bitte an das Wohl der Nutzer denken.


Jens Balzer („SPIEGEL ONLINE“) mag Rammstein nicht und hält die Band (womöglich deshalb) für eine Keimzelle des Rechtspopulismus, nennt Rammsteins offensichtliche musikalische Vorbilder Laibach aber im gleichen Text „eine radikale, aus den Siebzigerjahren bis in die Gegenwart reichende Avantgarde, von der die Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts ebenso reflektiert wurden wie das totalitäre Potenzial der postmodernen Massenmedien“. Wofür ich derweil Jens Balzer halte, möge sich der in Kraftausdrücken bewanderte Leser bitte selbst ausmalen.


Türkische Viehproduzenten wollen niederländische Kühe protestierend in deren Heimatland zurückschicken. Niederländische Ziegen dürfen, wie man hört, jedoch auch weiterhin in der Türkei bleiben.


Heute vor 10 Jahren: Niedersachsens Pferdeapfelkampagne.


Wie lange braucht so ein Linux eigentlich, um eine kritische Sicherheitslücke zu finden und zu beheben? Ist ja freie Software und das alles. Ist ja sicherer als Windows und so. – Richtig: über sieben Jahre.

In den Nachrichten
Kurz notiert zur schamanischen Techniker-Krankenkasse

Dieser Tage lag ein Thema im Trend, das man sonst nicht in unserer Filterblase der durchschnittlich gesunden Gebildeten mittleren Alters erwartet hätte, nämlich Krankenkassen – nicht irgendeine Krankenkasse, versteht sich, sondern Deutschlands derzeit mitgliederstärkste Krankenkasse, nämlich die forschungskritische Techniker-Krankenkasse, deren Twitterbeauftragter forsch fragte, warum denn diese Krankenkasse nicht die Mitgliedsbeiträge auch für die Förderung von Homöopathie verschwenden dürfe und ob es etwa wissenschaftliche Belege dafür gebe, dass Homöopathie unwirksam sei, was, wie sich schnell herausstellte, natürlich der Fall ist, aber der eigentliche Skandal hierbei ist offensichtlich, dass sich hier eine Krankenkasse für die Finanzierung von Quatsch damit herausredet, dass Homöopathie gerade beliebt und verbreitet sei, während nachweislich tatsächlich hilfreiche, beliebte und verbreitete Heilmittel wie medizinisches Cannabis (wie auch neumodisches Zeug wie Brillen, Zahnersatz und so weiter) höchstens nach Zuzahlung im Leistungsumfang liegen, weil da weniger Leute dran glauben; und vielleicht ist das Konzept der gesetzlichen Krankenkassen auch einfach eines, über das man in politischem Rahmen einmal ganz unverbindlich nachdenken sollte.

In den NachrichtenPolitik
Der Schut im Lande des Bontwerkers

Was macht eigentlich ein Präsident eines vorgeblich weltlich-islamischen Landes, das sich in den letzten Jahren unter seiner eisernen Faust vor allem durch die Bekämpfung ethnischer Minderheiten, das Wegsperren gleichwie bedenklicher Pressevertreter, die allmähliche Monarchisierung und ein permanentes Beschimpfen von Ländern, aus denen verhaltene Kritik ertönt, als Nationalsozialisten oder deren Nachkommen, hervorgetan hat, wenn es einem der übrigen Länder auch mal reicht mit dem kranken Mann am Bosporus?

Richtig:

Der türkische Präsident Erdogan will das Auftrittsverbot für seine Minister in den Niederlanden vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen.

Was auch sonst? :aufsmaul:

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Krobak – Broken // Diktatoren mit Bärten, Frauen mit Nägeln

Frühling, oh nein.Es ist Montag, ein Tag, von dem eine Entfremdung lohnenswerter scheint als von anderen Dingen des Lebens. Es wird Frühling, die Hormone treiben Unfug und das Draußensein wird so auch ästhetisch wieder zur Qual. Wohl dem, der drin sein kann und sich wundern.

Keineswegs drin ist EU-Beitrittskandidat Türkei, dessen Häuptlings ständige Präsidentenschnappatmung dazu führte, dass die dort Verfolgten auch hierzulande nicht mehr gern gesehen sind: Das Innenministerium bekämpft auch weiterhin die Gegner des Islamischen Staates, auf dass der Friede zwischen Deutschland und der Türkei auch weiterhin nicht in Frage stehen möge. Richtig machen es unsere westlichen Nachbarn, die sich traditionell nur sehr ungern von einem bärtigen Diktator auf den Tulpennasen herumtanzen lassen. Nach der anstehenden Wahl in den Niederlanden, der der Rechtspopulismus nun wohl gelassen entgegen blicken kann, wird es dann wieder allerorten von den Dächern trompeten, die Nazis seien zu beliebt geworden. Wohl dem, der Ursache und Wirkung nicht der Wirtschaft zuliebe verwechselt.

Von der Weltöffentlichkeit zum Glück weitgehend unbemerkt wurde aus dem Kreise derer Twitterfrauen, deren bisherige Lebensleistung (in erster Linie nämlich diverse Twitter-Hashtags) auf dem Geld anderer Leute errichtet wurde und die sich medial bislang vor allem mit gemeinsamem Niederbrüllen derer, die besser sind als sie, hervorgetan haben, das „Feministische Netzwerk“ gegründet. Interessant am Logo des „Feministischen Netzwerks“ finde ich, dass es drei stilisierte Hände von benagellackten und vor allem dünnen Frauen zeigt. Sind dicke Frauen ohne Nagellack (oder gar, buäh!, feministische Männer) in Feministenkreisen unbeliebt? Ich finde das ziemlich unterdrückend von den beteiligten Frauen, die damit zweifelsohne dem Patriarchat in die Hände spielen.

Mindestens genau so unangenehm übrigens: Ohrwürmer von erschreckend okayer Popmusik, die man eigentlich gar nicht mögen dürfte. Schnell ein Gegenmittel!

Krobak – Broken (official video)

Guten Morgen.