Netzfundstücke
💩 (11)

Puh, na „end­lich”:

Außer­dem in Emo­ji 15.0 dabei: eine drücken­de Hand, ein­mal nach links und ein­mal nach rechts.

Schön, dass der Salu­to Roma­no end­lich ein eige­nes Emo­ji bekommt. Man wuss­te ja bis­her gar nicht, wie man poli­tisch, nun, anstren­gen­de Ita­lie­ner sonst begrü­ßen sollte.

Wäh­rend es ein ein­fa­ches Herz schon in eini­gen ver­schie­de­nen Far­ben gibt, fehl­te jedoch bis­lang eine ganz simp­le, pin­ke Vari­an­te – obwohl das ja durch­aus eine Far­be ist, die man mit einem Herz in Ver­bin­dung bringt.

Wer kennt es nicht: Man möch­te ein Herz­sym­bol nut­zen und dann gibt es das nur in Rot. Pah, rote Her­zen. Dabei sind Her­zen doch ganz klar rosa!

Jona­than Kem­per setzt nach:

Mehr als 3.600 Emo­jis exi­stie­ren bereits, doch noch immer ist Luft nach oben.

Das seh’ ich ja anders.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ver­sa – Pool of the Naiads // Frei­staat Frayern

Ja moin.Es ist Mon­tag. Ab kom­men­dem Don­ners­tag zeigt das Deutsch-Jüdi­sche Thea­ter eine „sze­nisch-musi­ka­li­sche Col­la­ge zu Rosa Luxem­burg”, die 1919 von der SPD unter Bil­li­gung von Fried­rich Ebert umge­bracht wor­den ist. Das Deutsch-Jüdi­sche Thea­ter wird unter ande­rem von dem SPD-eige­nen Fried­rich-Ebert-Stif­tung e.V. geför­dert. Guten Appetit.

Mar­kus Söder ver­sucht sich neu­er­dings als Komi­ker, scheint mir; sein Bay­ern bezeich­ne­te er als „Land der Frei­heit und kein Land des Zwangs”, als die nörd­li­che Schwe­ster­par­tei gera­de beschlos­sen hat­te (Archiv­ver­si­on), dass jun­ge Leu­te gefäl­ligst ein Jahr ihres Lebens abzu­ge­ben haben, um „der Gesell­schaft” zu die­nen. Nun gut. Man brin­ge also in Bay­ern künf­tig neben anti­ken Fol­ter­werk­zeu­gen auch Sym­bo­le ande­rer Glau­bens­ge­mein­schaf­ten an oder hän­ge die Fol­ter­werk­zeu­ge ein­fach ab. Ist ja ein frei­es Land.

Schlech­te Nach­rich­ten für Face­book: Alte Leu­te krie­gen im deut­schen Pfle­ge­heim oft kei­nen Inter­net­zu­gang. Es gilt also, die Zeit vor­her mit mög­lichst viel guter Musik zu füllen.

Pool of the Naiads (fea­turing Eric Gil­let­te and Lars Fre­drik Frøislie)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Authen­tisch und ernst­haft (und teu­er) raus, wei­nend (aber gra­tis) rein: Die nicht­staat­li­che Kir­che im Spie­gel moder­ner Politik.

So viel Über­schrift, wo wenig Text reicht:

Baden-Würt­tem­berg hält einen digi­ta­len Kir­chen­aus­tritt gar für „ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­lich” und ver­weist auf ein Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts von 2008. Damals argu­men­tier­ten die Rich­ter aller­dings nur, dass eine „form­lo­se oder in der Form ver­ein­fach­te” Aus­tritts­er­klä­rung weni­ger Klar­heit „über die Authen­ti­zi­tät, die Ernst­haf­tig­keit und auch den genau­en Zeit­punkt der Aus­tritts­er­klä­rung” bie­te als das aktu­el­le Verfahren.

Klar: Wo man kurz nach der Geburt wei­nend rein­kommt, indem man von einem sin­gen­den Päd­era­sten einen Schuss Was­ser über den Schä­del gegos­sen bekommt, kommt man nicht ein­fach raus, ohne zu bewei­sen, dass man das auch wirk­lich ganz ernst­haft will.

Zum Glück leben wir nicht in einem Got­tes­staat, in dem eine der zahl­rei­chen Aus­prä­gun­gen mensch­li­chen Glau­bens beson­de­re poli­ti­sche Macht hät­te. Sonst wür­de ich das wirk­lich beschä­mend finden.


(Nach­trag vom 10. Sep­tem­ber 2022:) Das „Han­dels­blatt” (will nicht ver­linkt wer­den, cf.) erzählt zum Bun­des­par­tei­tag der CDU:

Im Hier und Jetzt muss sich die CDU als Volks­par­tei neu erfin­den – inhalt­lich wie struk­tu­rell. (…) Mit Inhal­ten über­zeugt eine Par­tei die Men­schen, die bes­se­ren Kon­zep­te für die Zukunft zu präsentieren.

Ande­re Beob­ach­ter des Bun­des­par­tei­ta­ges der CDU stel­len hin­ge­gen fest:

Der #cdupt22 beginnt mit einem öku­me­ni­schen Gottesdienst.

Ja, hm, also.

Sonstiges
Träu­me (ent­wer­tet)

Mar­tin Luther King hat­te einen Traum, über­leb­te ihn aber nicht, wohin­ge­gen er weni­ge Jahr­zehn­te spä­ter so erfolg­reich gewe­sen wäre wie nicht vie­le vor ihm: „Wir erfül­len Träu­me” ver­spre­chen wohl unab­hän­gig von­ein­an­der qua Mot­to die Juhu­welt Wer­be­agen­tur, der „Tages­spie­gel”, die Cam­ping­welt Hof­mann, CTR Fahr­zeu­ge, ImmoScout24, meh­re­re Haus­bau­er (dar­un­ter Sau­ter und DIG), der Juwe­lier Christ, das Auto­haus Tar­now-Steg­bau­er, Five Bro­ker sowie die Schrei­ne­rei Ande­rer. Um in die­sem Traum­ge­men­ge nicht unter­zu­ge­hen, wagen man­che die necki­sche Abwand­lung: „Wir erfül­len Träu­me seit 1950” (Falk Fashion) bzw. immer­hin „seit 1985” (Zeid­ler-Wohn­bau Feucht GmbH, hihi), „in Natur­stein” (Klecha Bau), „aus Weiß­tan­nen” (Die Block­Haus­Bau­er) und/oder „auf vier Rädern” (Audi Berlin).

Der Traum ist eines der Din­ge, die am mei­sten an Wert ver­lo­ren haben, als der Mensch Fan­ta­sie in Ver­mö­gen zu mes­sen begann: „Miri­am Weil­mün­ster aus Bad Vil­bel stellt in der Fern­seh­sen­dung ‚Die Höh­le der Löwen’ Brust­war­zen­ab­deckun­gen vor und erfüllt sich damit einen Traum” (FAZ.net, 5. Sep­tem­ber 2022). Frü­her war ein Traum mit­samt sei­ner Erfül­lung ja noch Teil eines zufrie­de­nen Lebens, von der Gunst „der Einen”, von der man ohne­hin ganz­tags träumt, bis hin zum Welt­frie­den (der Traum ist aus, R.R.) war er viel­schich­tig, aber er ist zur lee­ren Hül­le ver­kom­men, zur Wort­hül­se für Phra­sen­dre­scher, zur Plapperpatrone.

Was ist eine Mensch­heit, die „Traum” (ein Pro­dukt der Fan­ta­sie) sagt, wenn sie „Besitz” (ein Pro­dukt des Kon­sums) meint, sich selbst noch wert?

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
SVIN – Sna­ke // Infrastrukturnichtbetreiber

Bärchen zum MontagEs ist Mon­tag. In New York muss man neu­er­dings sei­nen Aus­weis mit­füh­ren, wenn man Sprüh­sah­ne kau­fen will. End­lich tut mal einer was.

Neu­es aus der EDV: Bri­an Ker­nig­han, einer der zuse­hends weni­ger noch leben­den Unix­ve­te­ra­nen, pro­gram­miert immer noch an sei­nen eige­nen Unix­pro­gram­men her­um. „Ars Tech­ni­ca” for­mu­liert es schon zutref­fend: Er schul­det uns nichts; um so schö­ner, dass er es noch tut. Der Geist von Open Source treibt bei den jun­gen Leu­ten ja sonst teil­wei­se bizar­re Blü­ten: Allein der Befehl tar ist zwi­schen 1979 und 2017 von 12 auf 139 Kom­man­do­zei­len­pa­ra­me­ter gewach­sen. Wer die Kon­so­le im Jahr 2022 immer noch für eine groß­ar­ti­ge Mög­lich­keit hält, mit einem Com­pu­ter zu inter­agie­ren, der ist inzwi­schen als poten­zi­ell gefähr­lich, weil irre, zu betrach­ten. Mail­ser­ver selbst zu hosten ist ja auch nicht mehr drin. (Ich mache das zwar trotz­dem, aber ich bin auch ein biss­chen maso­chi­stisch drauf, wenn es um Com­pu­ter geht, fürch­te ich.)

Ein hes­si­sches Gericht erklär­te Faxen für „unzeit­ge­mäß”. Die armen Clowns! Es gibt ja immer wie­der Retro­wel­len. In der näch­sten wird dann wohl gefaxt. – Auch „unzeit­ge­mäß” scheint mir mei­ne eige­ne Ansicht zu sein, Betrei­ber von Infra­struk­tur soll­ten sich aus der Bewer­tung des mit­tels die­ser Infra­struk­tur Trans­por­tier­ten her­aus­hal­ten: Der vor allem für sei­ne Aus­fäl­le bekann­te „Dienst­lei­ster” Cloud­fla­re hat nur kurz nach der Absichts­er­klä­rung, sich künf­tig aus der Bewer­tung des mit­tels der eige­nen Infra­struk­tur Trans­por­tier­ten her­aus­zu­hal­ten, ein umstrit­te­nes Forum blockiert und schreibt in zu vie­len Absät­zen im Wesent­li­chen dazu, dass Betrei­ber von Infra­struk­tur sich aus der Bewer­tung des mit­tels die­ser Infra­struk­tur Trans­por­tier­ten her­aus­hal­ten soll­ten, aber in die­sem Fall nun mal anders ent­schie­den wur­de. Ätsch. (Das betrof­fe­ne Forum ist in der Tat eine eher unfreund­li­che Ecke des Webs, sei­ne Besei­ti­gung auf Infra­struk­tur­ebe­ne setzt trotz­dem ein sehr unschö­nes Aus­ru­fe­zei­chen, was das Ver­trau­en in das bis­he­ri­ge Kon­sens­in­ter­net angeht.)

Unter ande­rem die „Ber­li­ner Zei­tung” berich­te­te letz­te Woche, ein Wolf habe ein Pony geris­sen, das Ursu­la von der Ley­en gehör­te. Ob Ursu­la von der Ley­en dafür eben­falls ein Pony rei­ßen wird, das dem Wolf gehört, ist bis­her nicht bekannt.

Nun gut – Zeit für den Montagsgroove.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Motor!k – 3

Motor!k - 3Lan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Bei dem Wort „Moto­rik” den­ke ich grund­sätz­lich an den ver­stor­be­nen Jaki Lie­be­zeit, das „mensch­li­che Metro­nom” von Can. „Motor-Aus­ru­fe­zei­chen‑k”, ein bel­gi­sches Instru­men­tal­trio, zol­len ihm auf ihrem drit­ten Stu­dio­al­bum „3” (Amazon.de, Bandcamp.com), wie schon auf den bei­den Vor­gän­gern, wenig­stens sti­li­stisch und viel­leicht auch ein­fach aus Ver­se­hen Tri­but: In fast 40 Minu­ten behal­ten die drei Her­ren ihre Kern­kom­po­nen­ten – „hyp­no­ti­sche Bass­li­ni­en, stamp­fen­des Schlag­zeug und sich wie­der­ho­len­de Gitar­ren­li­ni­en” (so weit der Pres­se­text) – bei, sind aber nach eige­nem Emp­fin­den dem Tech­no näher als zuvor und nach mei­nem Emp­fin­den vom Tech­no so weit ent­fernt wie noch nie. Ich mag kei­nen Tech­no. Passt schon.

Motor!k – Socra­tes (Offi­cial Visualizer)

Zwei Stücke hei­ßen „Zug” bezie­hungs­wei­se „Stun­den”. Kei­ne Ahnung, war­um. „Stun­den” dau­ert gera­de mal fünf Minu­ten und ein paar Sekun­den und „Zug” kommt pünkt­lich an und fährt pünkt­lich ab. Und beson­ders teu­er ist es auch nicht. Pah, Bel­gi­er. Kei­ne Ahnung von deut­scher Kultur.

(Gruß zurück.)

In den Nachrichten
Wolf beißt zurück, Anzei­ge ist raus.

Inzwi­schen bei der Mensch­heit:

Eine Zeu­gin berich­te­te laut Poli­zei, dass die Kin­der Stöcke durch das Git­ter des Wolf­ge­he­ges gesteckt und so das Tier geär­gert hät­ten. Ein Wolf habe dem Jun­gen aus dem nord­rhein-west­fä­li­schen Kreis Coes­feld dar­auf­hin in die Fin­ger­kup­pe gebissen.

Jetzt könn­te man dar­über dis­ku­tie­ren, ob das eine ange­mes­se­ne Reak­ti­on war oder ob der Wolf nicht erst mal selbst mit einem Stock die Kin­der zu ärgern ver­su­chen soll­te, aber dafür ist es zu spät, denn auch die Eltern des gebis­se­nen Kin­des nei­gen zu Impulshandlungen:

Die Eltern des Elf­jäh­ri­gen hät­ten danach Anzei­ge wegen fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung erstat­tet. Die Poli­zei ermit­telt nun.

Der Wolf nahm die Anzei­ge gelas­sen auf. Über sei­nen Anwalt lässt er mit­tei­len, er stre­be eine güt­li­che außer­ge­richt­li­che Eini­gung an. Soll­te die­sem Ansin­nen nicht ent­spro­chen wer­den, so sei er selbst­ver­ständ­lich bereit, die etwai­ge Stra­fe zu bezah­len. An finan­zi­el­len Mit­teln man­gelt es ihm dabei sicher­lich nicht: Wofür braucht so ein Wolf schon Geld?

FotografiePolitik
Alles Nöti­ge zur #ltwnds22

Wie immer gebe ich kei­ne Wahl­emp­feh­lun­gen ab, bemer­ke aber zwei­er­lei: dass 1) die regie­ren­de SPD dafür wirbt, man möge end­lich mal die regie­ren­de SPD wäh­len, damit sie end­lich etwas gegen die Sozi­al­po­li­tik der regie­ren­den SPD unter­neh­men kön­ne; und dass 2), wer Volt, die über­flüs­sig­ste Par­tei der letz­ten zehn Jah­re, wäh­len will, um etwas anders zu machen, damit genau gar nichts anders machen wird.

#ltwnds22: Grüne mit H-Plakat #ltwnds22: Volt mit H-Plakat

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
16–17 – The Hate Remains The Same // Es geht auch ohne JavaScript.

Naja, erst mal Frühstück.Es ist Mon­tag. Die Just Whis­ky, eine Mes­se für hoch­wer­ti­ge Spi­ri­tuo­sen in Ham­burg-Har­burg, war am ver­gan­ge­nen Sonn­abend eine gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung und ich rate geneig­ten Lesern zum Besuch der nächst­jäh­ri­gen Mes­se. Nur Ham­burg-Har­burg selbst ist ein fürch­ter­li­ches Dorf ohne Infra­struk­tur, die die­sen Namen ver­dient, das Ken­nern des rich­ti­gen Ham­burgs allen­falls ein Nase­rümp­fen ent­locken soll­te. Näch­stes Mal wer­de ich bes­ser vor­be­rei­tet sein.

Über­ra­schung zum Ersten: Irgend­wel­che „Anti-Cheat”-Software ist ein Ein­falls­tor für Schad­soft­ware. Immer­hin: Auf einem mit Ver­schlüs­se­lungs­tro­ja­nern infi­zier­ten Com­pu­ter wird auch nicht mehr so viel beim Spie­len geschum­melt. Passt ja irgend­wie. Aber war­um lasst ihr Spie­le­fir­men das durch­ge­hen? – Mehr oder weni­ger zum The­ma: Ein Herr, des­sen Web­site (hier nicht ver­linkt) irgend­wel­chen Kram von Goog­le­ser­vern lädt, hat in sei­nem eng­lisch­spra­chi­gen Gemi­ni­blog (Gemi­ni ist so was wie Gopher für Men­schen mit einem frag­wür­di­gen Klei­dungs­stil) trotz­dem sei­ne Erfah­run­gen damit auf­ge­schrie­ben, neun Mona­te lang (weit­ge­hend) ohne akti­vier­tes Java­Script im Web her­um­zu­lüm­meln. Dass aus­ge­rech­net irgend­wel­che Ver­si­ons­kon­troll­sy­ste­me als Aus­nah­men auf­ge­führt wer­den, ergibt wenig Sinn, aber die Grund­idee ist gut und grund­sätz­lich nachahmenswert.

Über­ra­schung zum Zwei­ten: Die Bun­des­re­gie­rung bestehe auch in Gas­ver­sor­gungs­fra­gen aus Lob­by­zu­ar­bei­tern zula­sten derer, die ohne­hin bereits unzu­frie­den sind, teilt „Busi­ness Insi­der” umständ­lich mit. Bestimmt ist dar­an wie­der irgend­je­mand schuld, auf den man zei­gen kann. Es schien schlau zu sein, eine par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit als ein­zig akzep­ta­ble Art der Regie­rung zu ver­ste­hen, aber viel­leicht soll­te man das künf­tig doch bes­ser lassen.

Nicht las­sen soll­te man hin­ge­gen: Musik.

The Hate Remains The Same

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 24. August 2022

Hin­weis für Freun­de theo­re­ti­scher Anwen­dun­gen noch theo­re­ti­sche­rer Phy­sik: Eine Klein­sche Fla­sche hat in einem vier­di­men­sio­na­len Raum gar kei­ne Seite.


Es scheint eine ganz wun­der­vol­le Idee zu sein, jeden Bereich des täg­li­chen Lebens, den eige­nen nack­ten Nach­wuchs ein­ge­schlos­sen, mit einem Smart­pho­ne zu foto­gra­fie­ren: Die Fotos lan­den umge­hend auf dem Com­pu­ter ande­rer Leu­te („Cloud”) und dann rufen die­se ande­ren Leu­te die Poli­zei.


Wahr­schein­lich gibt es heu­te genau­so­vie­le Nerds mit HTML-Kennt­nis­sen wie 1994 und genau­so­vie­le Web­sei­ten­be­trei­ber wie 2008, aber dazu sind eben alle ande­ren gekom­men, die zuvor eher Tages­zei­tun­gen in leich­ter Spra­che oder Fern­seh­nach­rich­ten mit lusti­gen Bil­dern gewohnt waren.

(11k2; via Schwer­dt­fe­gr.)


Der­weil in Ham­burg: „Exhi­bi­tio­nist tritt Hund und schlägt Frau mit toter Möwe”.

Persönliches
Schenkt mir kei­ne Bücher. Schenkt mir einen Mettigel.

Hihi: HBO Max hat künf­tig weni­ger Seri­en im Bezahl­stream, weil eini­ge Seri­en die not­wen­di­ge „Ein­schalt­quo­te” nicht erfül­len. Was war noch mal der Vor­teil per lega­len Strea­mings kon­su­mier­ter Medi­en – ihre stän­di­ge Ver­füg­bar­keit? Da stel­le ich mir doch lie­ber ein wei­te­res befüll­tes Medi­en­re­gal in die Behausung.

Um die­sem Ziel näher zu kom­men, bie­tet es sich an, ab und zu in einem Laden­ge­schäft Inspi­ra­tio­nen zu suchen, die dann spä­ter per Online­kauf ver­wirk­licht wer­den. Rea­list soll­te man sein: Laden­ge­schäf­te sind oft nur noch wenig mehr als Ama­zon-Pro­be­vi­tri­nen. Das wis­sen alle außer Stadt­pla­nern, die uniro­nisch auch 2022 noch dar­über sin­nie­ren, wie man wohl mehr Laden­ge­schäf­te in die Innen­stadt bekä­me, da der blö­de Inter­net­han­del eine so gro­ße „Kon­kur­renz” dar­stel­le. Die­ser Satz ist vor Mona­ten in einer Sit­zung eines Stadt­rats gefal­len, aber er ver­folgt mich bis heu­te. Es ist kei­ne Kon­kur­renz, es ist eine offen­sicht­lich ver­pass­te Chance.

In einem real exi­stie­ren­den Ein­kaufs­zen­trum in der „Stadt mit dem gewis­sen Nichts” (Harald Schmidt zuge­schrie­ben, die Quel­len­prü­fung über­las­se ich der Schwar­min­tel­li­genz) betrach­te­te ich gestern aus für die Poin­te uner­heb­li­chen Grün­den den Lage­plan und sah, dass die Geschäf­te in mehr oder weni­ger will­kür­lich schei­nen­de Kate­go­rien ver­teilt wor­den waren; „Gastro­no­mie” (anschei­nend etwas ande­res als sowohl „Fri­sche / Lebens­mit­tel” als auch „Dienst­lei­stun­gen”) etwa ist derer eine, auch gibt es eine Kate­go­rie „Bücher / Geschen­ke”, die aber nicht die­sel­ben Geschäf­te wie „Spass (sic!) & Frei­zeit” ent­hält. Auch die Tren­nung zwi­schen „Gesund­heit / Fit­ness” und „Schmuck / Acces­soires / Sport” (was wie­der­um etwas ande­res als „Mode” zu sein scheint) leuch­tet mir nicht so recht ein.

‘Schenkt mir kei­ne Bücher. Schenkt mir einen Met­t­igel.’ weiterlesen »