Mir wird geschlecht
Tampons für alle

Erst machen Frauen den Männern das Privileg des Stehpissens abspen­stig, dann wol­len sie das Privileg kosten­lo­ser Hygieneartikel (wobei „kosten­los“ selbst­re­dend „steu­er­fi­nan­ziert“, i.e. „über­wie­gend von Männern bezahlt“ heißt), und wenn man dann dar­auf hin­weist, dass ein gewis­ses Ungleichgewicht herrscht, sagen sie, Männer soll­ten sich nicht so anstel­len, sie könn­ten ja im Stehen pin­keln. Pah.


Neue Regierung, alter Feind: „Baerbock und Blinken dro­hen Russland mit ‚mas­si­ven Konsequenzen‘ “; zit­tert Putin schon?

In den NachrichtenNerdkrams
Hoffnung Dexit (9): Webcampflicht unter der Dusche (Straßenverkehrsedition).

Vermutlich, um auf die wesent­li­chen Vorteile eines EU-Austritts Deutschlands hin­zu­wei­sen, wird in ein­schlä­gi­gen Medien - dar­un­ter „SPIEGEL ONLINE“ - seit letz­ter Woche wie­der ein­mal eine schon etwas älte­re Meldung her­um­ge­reicht, die mir zu mei­nem Erstaunen bis­her nicht begeg­net war:

Der intel­li­gen­te Geschwindigkeitsassistent ISA soll Autofahrer dazu brin­gen, Tempolimits ein­zu­hal­ten. Die Technik ist ab Sommer 2022 für neue Fahrzeugtypen in der EU verpflichtend.

Wie soll er das machen? Klar - indem er US-ame­ri­ka­ni­schen Konzernen, die einen Großteil des Geldes mit den Bewegungsprofilen und per­sön­li­chen Daten ihrer „Kunden“ ver­die­nen, dau­ernd durch­gibt, wo sich der „Kunde“ gera­de befindet:

Wenn ISA nicht in das Fahrzeug ein­ge­baut ist, darf der Hersteller es nicht auf dem euro­päi­schen Markt ver­kau­fen. Die Automobilhersteller müss­ten wäh­len, so TomTom, mit wel­chem Kamera- und Kartenanbieter sie bei der Bereitstellung die­ser Technologie zusam­men­ar­bei­ten wol­len. Bislang gibt es ent­spre­chen­de ISA-kon­for­me Lösungen von Google (…) oder als Gemeinschaftsangebot von Here, Continental und Elektrobit sowie von TomTom[.]

Selten freu­te ich mich mehr, nicht über ein eige­nes Auto zu ver­fü­gen. (Ich fän­de ohne­hin kei­nen Parkplatz.)

Dennoch: Es ist nicht alles schlecht in Großbritannien.

In den NachrichtenPolitik
Steinmeier-Querfront

„NZZ“:

Nach SPD, Grünen und FDP unter­stüt­zen in Deutschland auch die Christdemokraten eine zwei­te Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Zwar könn­te man dar­aus einen Schluss dar­auf zie­hen, wie fürch­ter­lich egal Regierung und Opposition die Besetzung des höch­sten Staatsamtes ist (und was von den Beteuerungen von SPD, Grünen und neu­er­dings CDU/CSU zu hal­ten ist, man hät­te eigent­lich lie­ber mehr Frauen in poli­ti­schen Ämtern), ich aller­dings zie­he statt­des­sen den Schluss, dass man mit die­ser Herangehensweise an eine Präsidentschafts-„Wahl“ eigent­lich statt­des­sen auch Monarchist wer­den könnte.

NetzfundstückePiratenpartei
Liegengebliebenes vom 4. Januar 2022

Einer der Gründer von Mozilla fin­det, Mozilla möge sich im Wesentlichen selbst schwä­bisch grü­ßen, weil von den Idealen Mozillas nichts mehr übrig sei. Mittlerweile schei­nen Firefoxnutzer mir den VHS-Abspielgerätebesitzern immer ähn­li­cher zu werden.


Ein „Blockchain-Experte“ (auch so ein Beruf für Leute, die man frü­her in der Schule kopf­über in den Mülleimer gesteckt hat) lügt für’s ZDF (Archivversion):

Kopieren kann man NFTs auch wei­ter­hin ohne Problem. (…) Es kann pro NFT immer nur einen Besitzer geben.

Den Unterschied zwi­schen „Besitz“ und „Eigentum“ in einem juri­stisch gemein­ten Zitat möge dem „Blockchain-Experten“ (frü­her hat­ten sol­che Leute noch einen Hut und ein Schild vor sich auf dem Boden in der Innenstadt lie­gen und das ZDF hat sie in Ruhe gelas­sen) jemand erklä­ren, der gera­de kei­ne Lachtränen ver­gießt und des­halb nicht so gut tip­pen kann.


Tja nun: Coronatests erken­nen kei­ne Coronafälle (Archivversion).


Irgendwann erzäh­le ich mal die lusti­ge Geschichte, wie die „Mitmachpartei“, bei der „unab­hän­gig von Parteizugehörigkeit, Abstimmungstaktik oder macht­po­li­ti­schen Erwägungen“ - sel­ten so ent­täuscht gewe­sen - „Gäste will­kom­men“ sind, eigens - obwohl den Beteiligten bekannt war, dass sie dann ihren Schatzmeister ver­lie­ren wür­den - zwei Türsteher enga­gier­te, damit Menschen mit ande­ren macht­po­li­ti­schen Erwägungen („frei­es Mandat“) gefäl­ligst drau­ßen bleiben.

Netzfundstücke
Metamedienkritik extern: Das macht was mit mir.

Macht ja nichts:

Politiker (…) wer­den für das Preisgeben inne­rer Zustände weder gewählt noch bezahlt. Sondern dafür, dass sie ihren Job machen. Werden sie als Menschen mit Gefühlsleben befragt, nimmt man sie aus ihrer Verantwortung. Nicht, was etwas mit ihnen macht, son­dern was sie selbst machen, ist das, was wir von ihnen wis­sen wol­len sollten.

Dieser Artikel ist übri­gens einer der­je­ni­gen „taz“-Artikel, in denen - jen­seits des Anreißertextes, der ver­mut­lich von einem ande­ren Redakteur ver­fasst wor­den ist - das gene­ri­sche Maskulinum zum Einsatz kommt. Was macht das mit euch?

(via Schwerdtfegr)

In den NachrichtenMontagsmusik
The Fellowship - Dan Barliman’s Jig // 2022 ist das neue 2021.

Niemand hat über Silvester zugenommen.Es ist Montag. So habe ich mir 2022 nicht vor­ge­stellt. Silvester lief anson­sten so weit gut: „300 bis 500 Menschen ver­sperr­ten neben einem bren­nen­den Einkaufswagen die Straße“ und zahl­rei­che Menschen haben sich mit Feuerwerk irgend­was weg­ge­sprengt; das hat der Staat jetzt davon. - Apropos: Ich habe die ersten poten­zi­ell sehens­wer­ten Konzerte des Jahres 2022 im kom­men­den Februar aus­ge­macht. Hoffentlich ver­bie­tet der Staat mir die. Ich will nicht unter Menschen gehen.

Auf „SPIEGEL ONLINE“ (will nicht ver­linkt wer­den) quatsch­te man an Heiligabend, „eini­ge Zehntausend Menschen in Deutschland“ demon­strier­ten „auf soge­nann­ten Spaziergängen“ gegen eine „ver­meint­li­che »Impfdiktatur«“, jedoch habe Bayerns Innenminister (CSU) bereits „an die Städte und Gemeinden“ appel­liert, die­sen Demonstranten gege­be­nen­falls „das Versammlungsrecht zu ent­zie­hen“. Ich fin­de das auf zu vie­le Arten lustig, fürch­te ich. Wahrscheinlich bin ich noch müde.

Dagegen hilft mög­li­cher­wei­se ent­we­der ein Pandabär oder eben: Musik.

In Elven Lands - Dan Barliman’s Jig

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Alan Posener demokratisieren!

Alan Posener auf „ZEIT ONLINE“, wenn die rus­si­sche Regierung jeman­den gezielt umbrin­gen will:

Zwar hät­ten die Beschuldigten kei­nen fai­ren Prozess erwar­ten kön­nen; aber es liegt in der Mafia-Logik der rus­si­schen Führung, wo sie es nur kann, die Gerichte zu umge­hen und statt­des­sen kur­zen Prozess zu machen. Putin geht es nicht um Gerechtigkeit, son­dern um die Demonstration sei­ner Macht.

Alan Posener auf „ZEIT ONLINE“, wenn die deut­sche Regierung jeman­den gezielt umbrin­gen will:

Je prä­zi­ser eine Waffe wirkt, desto bes­ser. Die Bundeswehr soll­te Erfahrungen mit dem Einsatz bewaff­ne­ter Drohnen machen dürfen.

Alan Posener auf „ZEIT ONLINE“, wenn ein Virus jeman­den gezielt umbrin­gen will:

Kein Leben ist bes­ser als das andere

Seufz.

In den NachrichtenPolitik
Regierung im Single-Tasking-Modus

„RND“:

Sowohl SPD als auch FDP sehen den Zeitpunkt für die Umsetzung der Legalisierung von Cannabis wegen der Corona-Pandemie der­zeit nicht gege­ben. (…) „Priorität hat der Kampf gegen die Pandemie“, sag­te FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch).

Ach so. Da ist gera­de schon ein ande­res Gesetz. Das lastet den Bundestag gera­de kom­plett aus.

Gut. Machen sie wenig­stens nichts mit Internetsperren in der Zeit.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2021 - Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 24 von 25 der Serie Jahresrückblick

Ah, es ist wie­der ein Jahr vor­bei. Das kriegt man ja der­zeit gar nicht so wirk­lich mit, des­we­gen schrei­be ich es lie­ber dran. Während die mei­sten Jahresrückblicke aber schon im Spätherbst weit­ge­hend fer­tig­ge­schrie­ben wor­den waren, gab ich auch dies­mal wie­der der Musikerwelt die Chance, mich noch bis zum letz­ten Tag des Jahres von ihrem Können zu über­zeu­gen. Wenig wäre trau­ri­ger als einen Rückblick auf ein Jahr zu schrei­ben und einen Tag spä­ter geschä­he etwas, das alles ändert. Nein, nein.

Hier also - zur Erbauung hof­fent­lich vie­ler - fol­gen eini­ge der bemer­kens­wer­te­sten Musikalben des Jahres 2021. Es schei­nen eini­ge Überraschungen - etwa das neue­ste Album von Limp Bizkit - zu feh­len. Dem ist aber nicht so. Die haben mir nur nicht gefallen.

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Persönliches
2-22 [ent­zweit].

Ein „neu­es Jahr“, sagen sie, habe soeben begon­nen, kön­nen das Neue aber nicht benen­nen. Es war ein Jahr des Verlusts, viel Altes ist gegan­gen, man hat sich mit vie­len ent­zweit, um Platz zu machen für Neues, das dann aber nicht kam. Die Pluseins ist eine Minuseins gewor­den. Eine Zweisilvesterbeziehung hebt mei­ne Statistik, senkt aber auch mei­ne Stimmung. In Summe kommt immer eine Null (ich?) her­aus. Immerhin: Ein Jahr der Freunde war 2021 auch, mehr als man­ches Jahr zuvor. Freunde sind wie Freiheitsrechte: Sind sie im Krieg so fern wie mei­ne Fähigkeit zur Schaffung klu­ger Aphorismen, sind sie im Frieden nichts wert. Lernen durch Schmerz. Ohne Lernen.

Uns’re Erinnerung soll­te uns so wert­voll sein.
Die Ärzte: Danach

Das Jahr ist noch sehr jung und ich habe bereits das Wort „Melancholie“ benutzt. Es ist herrlich.

Das erste anschei­nend gute Musikalbum des neu­en Jahres ist schon da. Die Welt ist zu schnell für mich gewor­den. Oder bin ich zu lang­sam gewor­den? Irgendwas mit Geschwindigkeit jeden­falls. Den sich hier anbie­ten­den Drogenwitz über­las­se ich ande­ren. Die mei­sten Drogen sind noch lang­wei­li­ger, wenn man sie nicht nimmt, son­dern nur dar­über Witze macht.

shat­ten - Loecher im Himmel (offi­cial video)

Ich sit­ze, als die­ser Text erscheint, abseh­bar ent­schleu­nigt in einem Dorf in einer durch­ge­boo­ster­ten Runde von Irren und ver­ste­he mich selbst nicht mehr. Irgendetwas ist sehr rich­tig und ich weiß nicht war­um. Vor ein paar Tagen habe ich vor­ge­schla­gen, zum Kalender des Herrschers zurück­zu­keh­ren; Jahreswechsel wäre dann in Niedersachsen kom­men­den Herbst. Andererseits möch­te ich auch nicht im „Jahr Weil“ leben. Da sträubt sich in mir zu viel.

Meine guten Vorsätze für die­ses Jahr haben nichts mit gesün­de­rer Ernährung, mehr Bewegung oder sol­chem Firlefanz zu tun. Glücklich wird man so auch nicht. Ich blei­be Hedonist.

Prost Neujahr.

In den Nachrichten
Die Umwelt scho­nen mit Fruchttransport

Tolle Idee:

«Die neue Bundesregierung soll­te die Mehrwertsteuer für Fleisch und Milchprodukte an den regu­lä­ren Satz von 19 Prozent anpas­sen», sag­te Agrarexperte Matthias Lambrecht den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Im Gegenzug kann sie die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse absen­ken oder ganz strei­chen.» (…) Lambrecht erläu­ter­te, mit sol­chen Änderungen bei der Mehrwertsteuer wür­den Verbraucher ent­la­stet und Anreize für umwelt­freund­li­che­ren und kli­ma­scho­nen­de­ren Konsum pflanz­li­cher Lebensmittel geschaffen.

Darauf erst mal eine Ananas. Frisch aus dem Schlauchboot.

MusikNetzfundstücke
Kurz ange­merkt zur Neuauflage des Albums „Die Ärzte“

Inzwischen habe ich als unge­fähr letz­ter Mensch in mei­nem Bekanntenkreis das neue Die-Ärzte-Album „Dunkel“ gehört und weil ich es weni­ger inter­es­sant fin­de als das Vorgängeralbum „Hell“ (ich berich­te­te), habe ich danach zum Ausgleich mal wie­der ein paar älte­re Stücke der Die Ärzte gehört und dabei nicht nur zu spät (zu spääät) fest­ge­stellt, dass es seit eini­ger Zeit eine Neuauflage alter Platten gibt, son­dern auch, dass auf­grund der immer noch bestehen­den Indizierung des Liedes „Geschwisterliebe“ die Neuauflage des drit­ten Vollzeitalbums „Die Ärzte“ (Amazon.de) - ursprüng­lich auf­ge­nom­men in einer Halle, daher nicht berech­tigt als „Studioalbum“ zu bezeich­nen - an des­sen Stelle ein Lied namens „Frühjahrsputz“ zu fin­den ist, das im Wesentlichen aus dem Lied „Geschwisterliebe“ (irgend­wel­che Nerds haben in einem Forum, das ich nur zufäl­lig mal besu­che, fest­ge­stellt, dass es sich um die Abmischung von 1994 han­delt; mir soll’s egal sein, Hi-Fi erwar­te ich bei Musikalben aus den 1980er Jahren ohne­hin nicht) und einem eigens neu ein­ge­sun­ge­nen, aber wohl schon vor vie­len Jahren irgend­wo ver­öf­fent­lich­ten Text besteht, der reim­sche­ma­tisch unge­fähr geeig­net wäre, den alten Text zu über­tö­nen, wenn die drei Schelme das über­haupt ver­sucht hät­ten, und weil ich die­ses Lied ins­be­son­de­re auf­grund des in ihm zele­brier­ten Dilettantismus wirk­lich groß­ar­tig bescheu­ert fin­de, sehe ich mich außer­stan­de, mei­ne Leserschaft nicht dar­an teil­ha­ben zu las­sen - hier:

In den NachrichtenWirtschaft
Berliner Busse entpöbeln

Im Freundeskreis erlau­be ich mir manch­mal die Bemerkung, ich wei­ger­te mich, für Reisen Züge unter­halb der InterCity-Klasse zu benut­zen, denn ich möch­te nicht mit dem lau­ten, sau­fen­den Pöbel zusam­men fah­ren. Das gilt unge­ach­tet der Frage, ob ich anläss­lich der jewei­li­gen Fahrt nicht selbst dem lau­ten, sau­fen­den Pöbel angehöre.

Offenbar argu­men­tie­ren auch ande­re Menschen so wie ich. Berlin lie­fert:

Eine Studie ver­spricht dem Berliner Nahverkehr bei Einführung einer Art schicke­ren Luxus-Klasse mehr Kunden - mit Preisvorteilen für alle Passagiere.

Wenn die schall­dicht wird, fah­re ich viel­leicht doch mal wie­der nach Berlin. Einfach, um zu gucken.

In den NachrichtenMontagsmusik
Deradoorian - Saturnine Night // Seitens völ­lig durch.

Ich, wie ich nach der Serverreparatur auf die Uhr gucke.Es ist nicht nur Urlaub, son­dern auch Montag. Die Woche begann mit unap­pe­tit­li­chen tech­ni­schen Schwierigkeiten auf zwei Servern. Für einen davon kann ich nichts. Im näch­sten Leben mache ich was ohne Computer. Pandabär oder so.

Der Feind hört nicht mehr mit: Der Sender, der mal Russia Today hieß, ist gera­de schlecht zu emp­fan­gen. Die hie­si­gen Sender neh­men sich der­weil genug Zeit und Raum und Satelliten, um mir pünkt­lich zum Wochenbeginn gro­ße Kopfschmerzen zu berei­ten: Der neue Agrarminister wür­de gern Lebensmittel teu­rer machen (Archivversion), denn sein Ziel sei es, „dass die Menschen in Deutschland ihre Lebensmittel genau­so wert­schätz­ten wie ihre Autos“. Sollen die Armen doch ihren Porsche essen.

In eine ähn­li­che Kategorie fällt die all­ge­mei­ne Weihnachtsbepissung über die Schlagzeile, der desi­gnier­te CDU-Vorsitzende Friedrich Merz (der frei­lich noch „gewählt“ wer­den muss, aber ander­wei­ti­ger Entscheid wäre nicht Usus bei den neu­de­mo­kra­ti­sier­ten Parteien) sei „offen“ für „Adoptionen durch homo­se­xu­el­le Paare“, womit nicht gemeint ist, dass er adop­tiert wer­den möch­te, aber so funk­tio­nie­ren Witze auf „sozia­len Medien“ nun ein­mal. Mir soll es recht sein, in schlech­ten Witzen hal­te ich mich für ganz gut. Die Schlagzeile fin­de aller­dings auch ich höchst albern, denn sie zeugt von man­geln­dem Sprachverständnis: Die Präposition „durch“ zeigt das Hilfsmittel an, nicht etwa den Protagonisten. Dass ich statt „sei­tens“ oder ähn­li­cher schö­ner Wörter aber bei den Vorbereitungen für die­sen Text - ich recher­chie­re tat­säch­lich manch­mal ein biss­chen, ich rol­le nicht immer nur mei­nen Kopf über die Wortvorschläge - nahe­zu aus­schließ­lich das bescheu­er­te „durch“ lesen durf­te, lässt mich wün­schen, der Rundfunkbeitrag wür­de jeden­falls zu einem grö­ße­ren Teil in die Sprachschulung der Bezahlten fließen.

Diese aber haben ande­res zu tun, sie müs­sen, äh, recher­chie­ren: „[Dem Portal xHamster] droht eine Netzsperre wegen Missachtung des Kinder- und Jugendschutzes“, auf dass auf­ge­weck­te Zwölfjährige ihren Eltern wie­der erklä­ren müs­sen, wie die­se den von ihnen voll bezahl­ten Internetanschluss wie­der voll nutz­bar machen kön­nen. (Falls gera­de kein Zwölfjähriger zur Hand ist: Mike Kuketz hat alles Nötige ver­linkt.) Immerhin eine durch gute Nachricht kam über die Feiertage aber doch noch rein: Möglicherweise sind Christen in Deutschland schon 2022 nur noch eine Minderheit und - anders als mit der von der „NZZ“ gewähl­ten Überschrift mög­li­cher­wei­se impli­ziert - Anhänger ande­rer Weltreligionen blei­ben es auch. Dann wür­de ich gern über den Kalender debat­tie­ren und dar­über, ab wie vie­len Teilnehmern eine Glaubensgemeinschaft allen das Einkaufen ver­bie­ten darf.

Bis dahin höre ich Musik.

Deradoorian - „Saturnine Night“

Guten Morgen.

Nerdkrams
Kommt mir spa­nisch vor: Der #rC3 „hackt“ wieder.

Dieser Artikel ist Teil 14 von 15 der Serie Congresskrise(n)

Auch in die­sem Jahr sind die „Hacker“, wie „SPIEGEL ONLINE“ die Sozialarbeiter beim „Congress“ trotz allem immer noch nennt, wie­der gehal­ten, ihre jähr­li­che Selbstbeweihräucherung online zu ver­an­stal­ten. Und was für tol­le Hackerbeiträge es wie­der sind!

wald­gär­ten – mit resi­li­en­ten syste­men gegen die klimakatastrophe

Und:

erklär­haj züch­tet kristalle

Und:

hil­fe, mein astral­leib wird geimpft! die wun­der­sa­me welt eso­te­ri­scher verschwörungserzählungen

Und:

⚒️ bag­ger­be­set­zun­gen und hash­tags gegen den kapitalismus

Und:

plätz­chen­backen mit hexchen
(Untertitel:) hex­chen backt Plätzchen. Vermutlich sogar vegan.

Und:

käl­te­fal­le bos­ni­en – bericht von blind­s­pots über die lebens­si­tua­ti­on peop­le on the move im bos­ni­schen grenzgebiet

Und aber immerhin:

für ein neu­es anar­chi­sti­sches bewusstsein

Zugegeben, das ist unfair - es sind tat­säch­lich eini­ge talks, wie Idioten Vorträge nen­nen, dabei, die gar nicht unin­ter­es­sant klin­gen. Auch auf fällt mir aller­dings über den gesam­ten „Fahrplan“ ver­teilt, dass mein vor eini­gen Jahren erst­mals geäu­ßer­ter Hinweis dar­auf, dass Menschen, deren Muttersprache nicht Englisch ist, oft den wenig­sten Zuhörern einen Gefallen tun, wenn sie ihre Vorträge trotz­dem auf Englisch rade­bre­chen, wie­der ein­mal nicht auf frucht­ba­ren Boden gefal­len ist. Der „Congress“ wird regel­mä­ßig mehr­spra­chig über­setzt, was den Grund hat, dass nicht jeder jede Sprache spricht. Auch Englisch kann, wie ich auf frü­he­ren „Congressen“ selbst erlebt habe, auch in ver­meint­li­chen Nerdkreisen längst nicht jeder auf kom­mu­ni­ka­ti­ons­taug­li­chem Niveau.

Mitunter soll es kei­ne Schande sein, statt auf anstren­gen­dem, weil äußerst schlech­tem Englisch von nie­man­dem so recht ver­stan­den zu wer­den, ein mehr­heit­lich deutsch­spra­chi­ges Publikum auf Deutsch zu infor­mie­ren und die Übersetzer ihre Arbeit tun zu las­sen; es sei denn, man möch­te gar nicht ver­stan­den werden.

Dabei haben die Zuhörer auf die­sem zwei­ten „Online-Congress“ doch schon wie­der mehr als genug Zeit - Drogenhandel geht ja die­ses Jahr nicht so gut.