In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 11. April 2019

Unter dem Namen „KAMELEO“ existiert eine Software, die vor Browseridentifizierung und damit Nutzerverfolgung im Web schützen soll. Auf der Website kommt Google Analytics zum Einsatz. Dieses Web ist ein einziges großes Ärgernis geworden.


Am 3. April 2019 zeigte Andrew Chael, der ungefähr 850.000 der ungefähr 900.000 Codezeilen für das Projekt selbst schrieb, der Weltöffentlichkeit eine Simulation, wie das zu schießende Foto des Ereignishorizonts wohl aussehen könnte. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Eine Woche später wurde ein Foto bekannt, auf dem Dr. Katie Bouman, eine der Frauen im selben Team, sich über das nun vorliegende Foto des Ereignishorizonts freut. Umgehend wurde sie zur Vorbildfigur erklärt, denn Frauen hätten nun mal besonderen Ruhm verdient, wenn ihnen auch mal was in der Wissenschaft gelingt. Fefe bereitet letztere Feststellung zu Recht schlechte Laune: „Solange ihr da jedesmal drauf herumtrommelt, wenn mal eine Frau irgendwo was schafft, dürft ihr euch nicht wundern, wenn eure Töchter lieber Feminismus oder was mit Medien studieren!“


Der frühere Papst hat endlich schonungslos aufgedeckt, wer neben dem Teufel noch Schuld daran trägt, dass Priester ständig ihr Glied in Kinder stecken wollen: Die Grünen natürlich.

Zur Physiognomie der 68er Revolution habe es gehört, dass auch Pädophilie erlaubt gewesen sei.

Wenn das Daniel Cohn-Bendit erfährt!


In Israel fanden jüngst Wahlen statt. Zu niemandes Überraschung hat der palästinafeindliche Eroberer von Lebensraum im Osten, Benjamin Netanjahu, gegen seinen größten Herausforderer, den palästinafeindlichen Anhänger der Eroberung von Lebensraum im Osten, Benny Gantz, gewonnen. 1945 wurde dieser Art der Politik ja noch anders begegnet als mit Waffenlieferungen und dem Schwingen des journalistischen Zeigefingers, aber damals ging es auch um Frankreich und Polen und nicht bloß um ein paar Araber.


Bernie Sanders, erstaunlich vernünftiger Kandidat um den überbewerteten Posten des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, hier jedoch bisher nur als Musiker in Erscheinung getreten, wird mir zusehends sympathischer: „Es gibt eine Menge Armut auf der Welt, und Sie wollen Menschen aus der ganzen Welt [im Land] haben. Und ich glaube nicht, dass das etwas ist, was wir gerade tun können.“ Das witzige Kolumnenblatt „ZEIT ONLINE“ nennt Bernie Sanders seit Jahren einen „demokratischen Sozialisten“. In Berlin läuft mehr falsch als bisher angenommen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Faust – Rien

Faust - RienLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Die deutsche Avantgardeband Faust, die bis Mitte der 1970er Jahre diverse Musik, sowohl im Gruppengefüge als auch mit anderen Musikern wie Tony Conrad, aufgenommen hatte, verstummte danach für längere Zeit, sieht man von der Archivaufnahme „71 Minutes Of…“ (1979) ab. Bis 1990 verschwanden Faust völlig von der Bildfläche, danach gaben sie ein paar Konzerte, von denen Livemitschnitte veröffentlicht wurden. Anschließend erschien nichts.

Dieses Wortspiel ist zwar recht billig, aber nicht unbeabsichtigt: Das 1995 veröffentlichte „Rien“ (Amazon.de), mithin das erste wirklich neue Studioalbum seit „Faust IV“ von 1974, beginnt mit Stille, anschließend spricht eine Frau die Worte „C’est rien de Faust“. Dies ist nichts von Faust. Dennoch geschieht hier manches.

Faust – Eroberung der Stille, Teil II

Mal wird die Stille erobert (und das gleich in zwei Teilen, von denen überdies der zweite vor dem ersten Teil zu hören ist), mal wird eindringlich darum gebeten, dem Fisch zu lauschen. Das ist nicht nur musikalisch interessanter als der Kram zeitgenössischer Popstars, sondern auch textlich weniger blöde. Wenige Jahre später begannen Faust in zwei Gruppen zu zerfallen (dazu habe ich schon 2011 etwas mehr geschrieben), hier aber ist die Band noch zu fünft, zwei Gitarristen (Keiji Haino – derselbe von Montag – und Steven Wray Lobdell) ergänzen die drei Gründungsmitglieder „Zappi“ Diermaier (Schlagzeug), Hans-Joachim Irmler (Orgel, Keyboards) und Jean-Hervé Péron (Bass, Mikrofon), was „Rien“ beinahe ein wenig rockig wirken ließe, siegte nicht auch hier die Avantgarde: Es zwitschert, sägt, hämmert und zischt, als wären Faust nie weg gewesen. „Keine leichte Kost“ konstatierte ein Rezensent anderswo, unter den Alben von Faust ist „Rien“ aber sicherlich noch eines der zugänglichsten – und ich mag Lärm sowieso.

Faust – Listen To The Fish

„Fin“ beschließt das Album mit gleichzeitig links (deutsch-) und rechts (englischsprachig) vorgelesenen credits, danach wird abermals festgestellt: „C’est rien de Faust“. Selten mochte ich das Nichts lieber hören.

In den NachrichtenPolitik
Christlich schnüffelnde Union

Während die Deutsche Bahn, Fördererin des Evangelischen Kirchentages, aktiv etwas gegen die lästige Säkularisierung unternimmt, untergräbt ihre parlamentarische Vertretung nach dem Grundgesetz künftig neben dem als sowieso abgeschafft geltenden Recht auf Privatsphäre auch noch das Strafrecht: „Erstaunlich an der Vorschrift ist u.a., dass der Verdächtigte verpflichtet sein soll, die Zugangsdaten zu seinem Account herauszugeben und die Herausgabe auch zwangsweise mittels Ordnungsgeld und Ordnungshaft durchgesetzt werden soll“, d.h. ein wirksamer Passwortschutz ist künftig strafbar, wenn das Geschützte auch Behörden nicht offen steht, sobald man Verdächtiger ist; und je nach Wortlaut der noch zu beschließenden Gesetze zum Umgang mit dem „Darknet“ ist man das gegebenenfalls bereits, sobald man seine IP-Adresse zu verschleiern versucht: nur, wer nichts verbirgt, kann unschuldig sein.

Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn der Entwurf im Bundestag eingebracht wird und „mit Bauchschmerzen“ von der SPD, geradezu begeistert hingegen von den Grünen (denn gegen „Hass im Netz“, zum Beispiel Penisse, ist ihnen jedes Mittel recht) angenommen werden wird. Wir können sie ja abwählen.

Das wird immer einer der besten Witze der Demokratie bleiben, dass sie ihren Todfeinden die Mittel selber stellte, durch die sie vernichtet wurde.
Hans Schwarz van Berk, 1935

In den Nachrichten
Mittelfingerzwang

Manchmal verspüre ich den unbedingten Drang, nach Berlin zu reisen und vor sämtlichen Fenstern des Axel-Springer-Verlagshauses riesige Mittelfinger aufsteigen zu lassen, wie es gute antike Tradition ist, um den Insassen ein wenig Kultur zu liefern. Bislang hielt mich davon allein der Umstand ab, dass dort niemand gezwungen wird, meine Mittelfinger anzusehen, und sogar jeder die Möglichkeit haben dürfte, das Fenster einfach zu verdunkeln, um meinen Plan zu vereiteln.

Heute habe ich gelesen, dass diese Vorsicht unbegründet ist, denn die Mitarbeiter des Verlags seien laut rechtlicher Auffassung ihres Arbeitgebers überhaupt nicht dazu befugt, fremde Inhalte einfach auszublenden:

„Werbeblocker verändern die Programmiercodes von Webseiten und greifen damit direkt in das rechtlich geschützte Angebot von Verlagen ein“, begründet Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht bei Axel Springer, die neue Klage. (…) Im Zuge der bisherigen Verfahren habe der Konzern durch Untersuchungen und Gutachten feststellen lassen, dass Werbeblocker eine unzulässige Umarbeitung oder Vervielfältigung der Website-Programmierung vornehmen und damit gegen Paragraph 69c des Urheberrechtsgesetzes verstießen.

Dies ist meine Chance: Wenn sie die Mittelfinger zu verdecken versuchen, zeige ich sie unter Berufung auf das Urheberrecht an. Immerhin sind die Mittelfinger mein Werk und ich erwarte Respekt für diese schöpferische Leistung.

Ich bin dann mal unterwegs.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Zeitkratzer und Keiji Haino – Sinfonia // Grünes am Montag

Es ist Montag. Zum Glück bin ich zu müde, um das angemessen zu würdigen. Man fasse mich kurz.

Politisch kann, nein: muss die Woche mit Grünem beginnen, mit denselben Grünen nämlich, die offensichtlich der Ansicht sind, das Klima höre endlich auf, sich zu wandeln, wenn man nur ein paar Fünfzehnjährige laut genug Kalendersprüche vorlesen lässt. In Berlin demonstrieren die regierenden Parteien unter internationalem Kopfschütteln folgerichtig gegen die Politik der in Berlin regierenden Parteien. Von „Rot-Rot-Grün“, gemischt ein ungesund wirkender Braunton, wird Enteignung in Erwägung gezogen. Opfer der sozialdemokratischen Politik haben es längst am eigenen Leib erfahren: Besitz ist Diebstahl!

Ähnliches denkt sich offensichtlich der noch immer amtierende Ministerpräsident des Schurkenstaats Israel, der zu verstehen gibt, dass er in seiner nächsten Amtszeit die von seinem Volk gestohlenen Teile Palästinas in das Staatsgebiet Israels einzukleben gedenkt. Die Existenz Palästinas, behauptete er, gefährde die „nationale Sicherheit“. Historische Parallelen überlasse ich ebenso wie eine Wertung an dieser Stelle der Fantasie meiner Leser. Fast genau so geschichtsvergessen arbeitet zurzeit die GEMA, die die DNS-basierten Websitesperren, die, damals noch als „Zensursula“ zusammengefasst, der Piratenpartei 2009 ihren ersten größeren Höhenflug verschafften, wieder einsetzen lässt. An dieser Stelle alles Gute zum Jubiläum.

Wer heute „Männlichkeit“ sage, denke „toxisch“ fast automatisch mit, desinformiert ein Textkasten, der aus unverständlichem Anlass mit „Info“ beschriftet wurde, auf „bento“. Wer heute aber „Musik“ sagt, der denkt selten an Gutes. Das ist ein Zustand, der zu ändern ist. Wie wär’s damit?

Guten Morgen.

NerdkramsNetzfundstücke
Der Mensch als Hilfsutensil des Computers

Vor langer Zeit, es könnten die 1960er Jahre gewesen sein, wurden die damals noch „Elektronengehirn“ genannten, zimmergroßen Computer als Geräte betrachtet, die dem Menschen von Nutzen sein würden. Seitdem ist viel passiert: Die Größe von Bauteilen nahm geschwind ab, die Produktion wurde immer preiswerter, die Geräte wurden immer leistungsfähiger. Irgendwann setzte sich schließlich das Konzept eines Heimanwender-PCs, meist auf Intelbasis, durch.

Neuerungen wie die Notwendigkeit, seinen Webbrowser ausgiebig gegen die Überwachungsfantasien von Verlagen abzusichern, ließen Zweifel daran aufkommen, ob man wirklich noch der Herr des Computers sei oder nicht längst sein Angestellter. Als Gegengewicht ließen sich die Hersteller der inzwischen nur noch hosentaschengroßen gadgets – das scheint ein größenabhängiger Begriff zu sein – die Entwicklung von Programmen einfallen, die sie als „persönliche Assistenten“ vermarkten, sozusagen als das, was früher einmal die hauptsächliche Aufgabe eines Computers war.

Über einen dieser „Assistenten“ ist seit gestern dies zu lesen (beide Übersetzungen von mir):

Die Aktualisierung kommt (…) mit einer Änderung daher, die keine Verbesserung ist: abhängig von der Anfrage könnte der [Google] Assistant mit Reklame wie derjenigen antworten, die man in normalen Googlesuchen sieht.

„Computer, zeig mir mehr Werbung!“ Das klingt absurd? Nein, natürlich hat sich Google was dabei gedacht, behauptet jedenfalls Google:

Wir probieren ständig neue Möglichkeiten aus, die Erfahrung auf Telefonen zu verbessern[.]

Denn genau diese „Erfahrung“ hatte mir auf „Telefonen“ – für die Jungen: damit haben wir früher miteinander kommuniziert, ohne im selben Haus sein zu müssen – noch gefehlt: Endlich kann ich mich auch unterwegs mit Reklame berieseln lassen.

Wäre es nicht eine für die „Erfahrung“ noch viel angenehmere Neuerung, ersönne Google stattdessen den virtuellen Nutzer, der die angezeigte Reklame anstelle des vermeintlichen Besitzers selbst anguckt?

In den Nachrichten
New Yorks Qualitätsdemagogie

„SPIEGEL ONLINE“, qualitätsjournalistisches Heimatmedium eines mehrfach mit Journalistenpreisen ausgezeichneten Märchenerzählers, 12. Januar 2019:

Der „New York Times“, die für ihren Qualitätsjournalismus mehrfach mit Journalistenpreisen ausgezeichnet wurde, hat Trump wiederholt Falschberichterstattung vorgeworfen.

„New York Times“, 4. April 2019:

Donald Trump versucht Sie umzubringen!

(Ausrufezeichen und Übersetzung von mir.)

Das muss diese Leistung sein, die sie auch in der EU schützen wollen.

In den NachrichtenWirtschaft
Medienkritik in Kürze: Rettet die Verlagslaptops!

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, bekanntlich ein namhafter Hersteller von Smartphones, Laptops und Lesegeräten für E-Books sowie Anbieter von Suchmaschinen, sozialen Netzwerken, webbasierter Bürosoftware und Medienstreamingdiensten, somit also im Wettbewerb mit Google, Amazon, Facebook und Apple stehend, gibt bekannt:

„Nur durch den Schulterschluss der Verlagsmanager und in Zusammenarbeit mit der Politik haben wir eine faire Chance im Wettbewerb mit Google, Amazon, Facebook und Apple“, sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Facebooks bekanntem Zeitungsverlag muss man schleunigst Einhalt gebieten! :motz:

(via Fefe)

In den NachrichtenWirtschaft
Die Mina und die Ausbeutung, die die Freiheit ist

Was macht eigentlich die Mina (provoziert mehr als Rammstein, Twitter) heute so? Richtig: Sie begründet in der heutigen Ausgabe der „ZEIT“ auf Seite 50, dass sie trotz eines hinreichenden Einkommens weiterhin Kleidung trägt, die in fernen Ländern von Kindern zusammengeklebt werden. Das tut sie nicht etwa um Entschuldigung bittend, sondern „erhobenen Hauptes“ (ebd.):

Finde ich mehr als zwei Teile, stehe ich nicht noch lange in der Kabine und wäge ab, welches Stück ich wieder zurückhängen muss, weil es das Budget sprengt, sondern ich kaufe einfach alles. Nicht weil ich heute reich bin, sondern weil es geht. Auch wenn es fünf, sechs oder zehn Sachen sind. Das ist Freiheit, verdammt.

Bankiers und deutsche Feministinnen wissen: Mehr Profit durch effizientere Ausbeutung ist Freiheit, verdammt! :ja: Arme Menschen sind halt widerlich. Menschen mit eigenem Einkommen kommen in der Welt der Mina – beruflich am Sprechen und Schreiben – nicht vor, Moral haben nur Kinder reicher Eltern und die sollen sich gefälligst nicht so anstellen:

Und die lasse ich mir nicht von heuchlerischen Mittelschichtsmenschen nehmen, die statt mit Hartz IV mit den Geldgeschenken ihrer Eltern haushalten.

Freie Fahrt für freie Bürger in billigen Klamotten!


Wo bleibt eigentlich die Revolution?

Mir wird geschlechtPersönliches
Anatol und die schwachen Frauen: Ein unerwarteter Nachtrag.

Zu den wenigen Dingen, die ich auch mit mehreren Jahren Abstand über mich immer noch gern erzähle, gehört die Geschichte, die dazu führte, dass die „EMMA“ einmal in Druckform dazu aufrief, mir zu widersprechen. Ich hatte nämlich in der deutschsprachigen Wikipedia ein Meinungsbild erstellt, das das generische Maskulinum als Standardform etablieren sollte. Unter lautem Getöse seitens aggressiver Genderritter jedwelchen Geschlechts, das zeitweise sogar zu Sperren führte (denn schon damals war die Leitung der hiesigen Wikipedia nicht für ihre Objektivität in Feminismusfragen bekannt), wurde das Meinungsbild schließlich mehrheitlich abgelehnt. Man wolle ja niemandem vorschreiben, wie er sich in einer Enzyklopädie auszudrücken habe.

Ich kann nun, über fünf Jahre später, dieser Erzählung einen neuen Abschnitt hinzufügen: Unter Berufung auf mein Meinungsbild planen dieselben tösenden Ritter ein weiteres Meinungsbild, das das behindertenfeindliche Hannoveraner Verständnis von einer anständigen Sprache in der Wikipedia etablieren soll. Auf der Diskussionsseite tummeln sich dieselben Knallköpfe wie früher, denn Interessen sind oft von Sturheit getragen. Die Planer haben den zurzeit drei Kontraargumenten noch kein einziges Proargument entgegengesetzt.

Immerhin: Im Brockhaus wäre all das so nicht möglich gewesen.

(via Schwerdtfegr)

ComputerNetzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Smartphoneblues auch mit der ZEIT

Es beruhigt mich ein wenig, dass auch Qualitätsmedien in meinen Smartphoneblues einstimmen, etwa „ZEIT ONLINE“ letzten Mittwoch:

In der gesamten IT-Branche verlor die Hardware an Bedeutung. (…) Die Hardware von Apple, und auch deren Kombination mit hauseigener Software, ist nicht mehr so viel besser als die der Konkurrenz. Zeitgleich ist die Entwicklung der Geräte insgesamt ins Stocken geraten.

Wirklich schade, dass Autor Götz Hamann, Fachmann für „rechte“ Gewalt, Lobbyismus und Wirtschaft, die Jahre verwechselt:

Worin unterscheidet sich denn noch das iPhone X von der Version davor?

Das ist die Version davor. Alle iPhones, die davor kamen, sahen so ähnlich aus und haben die Gestaltung von anderen Smartphones seit 2007 maßgeblich beeinflusst.

Das ist das iPhone X. Alle iPhones, die seitdem erschienen sind, sehen so ähnlich aus und haben die Gestaltung von anderen Smartphones seit 2017 maßgeblich beeinflusst.

Details, Details.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Asteroids Galaxy Tour – Push the Envelope // Goldene Kameras und ein Rammstein

Wie, "Montag"‽Es ist Montag. Ganz Deutschland debattiert über ein vielschichtiges Musikvideo einer deutschen „Rockband“ (Wikipedia), dessen wesentliche Eigenschaft eine berechnende Provokation ist. Wie langweilig!

Apropos langweilig: Bei der diesjährigen Goldenen Kamera, dem Preis für herausragende Leistungen deutscher Darsteller in Film und Fernsehen, wurde die deutsche Schauspielerin Greta Thunberg geehrt, die sehr überzeugend eine schwedische Klimaaktivistin spielte. Weiter so, Greta! Wirkliche Klimaschützer sind derweil kreativ: Mit dem Fahrrad wärst du schon da! Ich begrüße diesen trockenen Humor und biete ihm ein kleines Stück Kuchen an.

Sebastian Kurz erwägt ein Verbot der österreichischen Identitären Bewegung, weil ein Attentäter ihr Geld gespendet hatte. Ich rufe alle Attentäter unter meinen Lesern hiermit dazu auf, reichlich Spenden an die ÖVP zu hinterlassen, bevor sie ihrem Tagewerk nachgehen. Diese zu verbieten scheint nicht unvernünftig zu sein. Etwas unvernünftiger ist wieder einmal die Mozilla-Stiftung, die künftig die Sicherheit ihres Hauptprodukts ChroFirefox zu senken beabsichtigt. Ich wünschte, das würde mich noch negativ überraschen.

Beginnen wir die Woche mit unblöder Popmusik. Immer nur Rammstein zu hören ist ja auch nicht interessant auf die Dauer.

Asteroids Galaxy Tour – Push The Envelope – Lowlands 2014

Guten Morgen.

NerdkramsNetzfundstücke
Klima retten, Python meiden

Wer der Profession der Softwareentwicklung nachgeht, aber sich auch um das Klima sorgt, dem mag eine Statistik helfen, die die Energienutzung von Programmiersprachen miteinander vergleicht. Ihr zufolge zählen Python, JavaScript und Java zu den am wenigsten energieeffizienten und damit klimaschädlichsten Sprachen, während C und das weniger gute Rust erwartungsgemäß die Liste anführen.

Ihr wisst, was zu tun ist.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Goat – Commune

Goat - CommuneLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Die schwedische Band Goat, anscheinend ein Quintett absichtlich unbekannter Besetzung, veröffentlicht seit ihrem Bestehen gelegentlich Alben, Singles und Konzertaufnahmen, zuerst 2012 das treffend benannte Album „World Music“. Heute soll es hier um das 2014 veröffentlichte Studiowerk „Commune“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp) gehen. Das hätte allerdings ebenso treffend auch „World Music 2“ heißen können, denn auch auf ihm lassen sich Goat von Musik aus aller Welt inspirieren, insbesondere von der eher krautigen kreativen Leistung des jeweiligen Landes.

Daher ist „Weltmusik“ auch als bereits etablierte Genrebezeichnung natürlich völliger Unsinn, denn hier wird immer noch so viel miteinander vereint, dass kaum eine Gemeinsamkeit zu finden ist, die über die psychedelische Stimmung hinausgeht, die über diesem Album schwebt. Wie wär’s mit „Hippiemusik“? Naja, fast!

Goat – Words (not the video)

„Commune“ ist ein fast 39 Minuten langer musikalischer trip zwischen Afrobeat, Folkmusik, Stoner Rock und 60er-Psychedelic, garniert mit Anflügen von New Wave („Words“), die aber schnell und geschickt ins große Ganze eingebunden werden. Ich erkenne an, dass in jüngerer Zeit vermehrt Gruppen auftreten, die sich auf ähnliche Vorbilder berufen. Das ist einer der Gründe, die es besonders erfreulich machen, wenn eine von diesen Gruppen ein so bemerkenswertes Album wie „Commune“ vorlegt.

Die Chance für das nahe liegende Wortspiel mit dem Communismus möchte ich hier ungenutzt verstreichen lassen, um so früher kann der Musikgenuss beginnen. „Commune“ gefällt mir wirklich gut. :ja: