In den NachrichtenMontagsmusik
Kon­strukt – Deli Zur­na // Ver­brennt die Biologiehexe!

FrühstücksbärEs ist Mon­tag. Na, auch kei­ne eige­ne Medi­en­samm­lung mehr, weil Strea­ming­dien­ste doch „alles haben” und „nichts weg­neh­men”? Der skru­pel­lo­se Kon­zern Sony, der etwa 22 Mil­lio­nen Com­pu­ter mit Schad­soft­ware infi­ziert hat und trotz­dem noch Kun­den fin­det, hat da noch ein Wört­chen mit­zu­re­den: In sei­nem „Play­sta­ti­on Store” wer­den dem­nächst eini­ge „gekauf­te” „Inhal­te” ersatz­los gestri­chen. Ver­rückt: Wenn jemand vega­nen Wur­stersatz „Wurst” nen­nen will, wol­len die Deut­schen das gericht­lich ver­bie­ten las­sen, aber wenn der skru­pel­lo­se Kon­zern Sony das Anbie­ten eines Abon­ne­ments für den Zugang zu „Inhal­ten”, die ihnen nicht mal gehö­ren, einen „Kauf” nennt, dann ist das halt so. Die Men­schen sind schwierig.

War­um sind die einst gra­fisch anspruchs­vol­len, vor allem aber sofort wie­der­erkenn­ba­ren Logos von Unter­neh­men eigent­lich in den letz­ten Jah­ren schlich­tem Text gewi­chen, der die wesent­li­che Auf­ga­be eines Logos (die sofor­ti­ge Wie­der­erkenn­bar­keit der zuge­hö­ri­gen Mar­ke) voll­ends ver­fehlt? Mög­li­che Ursa­che: Die Les­bar­keit eines Logo­tex­tes auf Smart­pho­nes. Dan­ke, jun­ge Genera­ti­on, die ihr glaubt, anstän­di­ge Bild­schir­me mit anstän­di­gen Ein­ga­be­ge­rä­ten sei­en nicht mehr en vogue und dar­um nichts für euch. Euret­we­gen kann man Micro­soft, Face­book und Yves Saint Lau­rent jetzt kaum noch von­ein­an­der unterscheiden.

Die Außen­mi­ni­ste­rin ist 11.000 Kilo­me­ter weit geflo­gen, um die Ein­woh­ner des Rei­se­ziels zu ermah­nen, die­se soll­ten gefäl­ligst mehr auf das Kli­ma ach­ten. Ver­ste­he ich nicht: War das Flug­zeug solar­be­trie­ben? – An der Ber­li­ner Hum­boldt-Uni­ver­si­tät fin­den jetzt Umfra­gen statt, ob man sich von der Anwe­sen­heit einer Bio­lo­gin bedroht füh­le, auf dass die­se mit ihrer blö­den Wis­sen­schaft end­lich als die Hexe ent­larvt wer­de, für die man sie hält. Ich füh­le mich inzwi­schen von der Exi­stenz von Stu­den­ten an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät bedroht. Wo kann ich das melden?

Ähn­lich beknackt: Das (sehr gute) freie Screen­s­hot­werk­zeug ShareX sah sich neu­lich einer Kun­den­be­schwer­de aus­ge­setzt, in der eine Twit­ter­nut­ze­rin, die sich „Karen” nennt, im Mai die­ses Jah­res die feh­len­den Updates beklag­te; das vor­he­ri­ge sei „sehr lan­ge her” (näm­lich vom 30. Dezem­ber 2021). Ich freue mich bei Zur­kennt­nis­nah­me sol­cher Inter­ak­tio­nen immer, dass mei­ne Pro­gram­me so weni­ge Nut­zer haben. Da stört es keinen.

Hat hin­ge­gen viel zu weni­ge Nut­zer: Gute Musik.

KON­STRUKT per­forms „Deli Zur­na” | Zuma Fest 2018 | HD

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Cas­par Brötz­mann Mas­sa­ker – Koksofen

Caspar Brötzmann Massaker - KoksofenLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Im Jahr 1993 ver­öf­fent­lich­te der Gitar­rist Cas­par Brötz­mann, Sohn des Jazz­mu­si­kers Peter Brötz­mann, mit sei­ner dama­li­gen – und mitt­ler­wei­le wohl wie­der bestehen­den – Band, die er schlicht „Mas­sa­ker” (nicht mit der eben­falls sehr guten Expe­ri­men­tal­grup­pe Mas­sa­c­re zu ver­wech­seln) nann­te, ein Album namens „Koks­ofen”. Ben­ja­min Mol­den­hau­er vom „Neu­en Deutsch­land” befand die „Insze­nie­rung dunk­ler, extre­mer und gewalt­vol­ler Mas­ku­lini­tät” als „vor allem ange­strengt und auch ein biss­chen stumpf”. Das macht neugierig.

Ich hat­te das Album vor eini­gen Jah­ren schon ein­mal gehört, für gut befun­den und dann völ­lig ver­ges­sen. Beim Stö­bern in mei­nem Ham­bur­ger Lieb­lings­plat­ten­la­den (den ich natür­lich nicht preis­zu­ge­ben vor­ha­be, sonst gehen da alle hin und kau­fen mir alles weg) sah ich zufäl­lig, dass Sou­thern Lord, die Plat­ten­fir­ma von Ste­phen O’Mal­ley (bekannt von Sunn O)))), „Koks­ofen” neu auf­ge­legt hat­te (Amazon.de; TIDAL hat nur eine älte­re Fas­sung im Sor­ti­ment), und griff zu.

In „Wie­ge”, einer ange­nehm avant­gar­di­stisch unter­mal­ten Geschich­te, die the­ma­tisch Fal­cos „Jean­ny” zumin­dest ähnelt, benutzt Cas­par Brötz­mann, der auf „Koks­ofen” nicht nur Gitar­re spielt, son­dern auch spricht (Gesang im eigent­li­chen Sin­ne gibt es nicht), die Rede­wen­dung, das lyri­sche Ich habe „dafür gesorgt, dass ich dei­ne ein­zig­ste Gelieb­te bin”. Das gibt Punkt­ab­zug. Die Dar­bie­tung des schlim­men Deutschs ist aller­dings als gelun­gen zu betrach­ten. Den Text­vor­trag, gera­de in Ver­bin­dung mit den doch recht dunk­len Tex­ten, mit Nick Cave und Klaus Kin­ski zu ver­glei­chen ist mir zu müßig, weil es alle machen, obwohl sie die Nuan­cen der Into­na­ti­on – auf „Koks­ofen” eher geraunt als exal­tiert – kaum beach­ten; dabei tra­gen auch die­se merk­lich zum Gesamt­bild bei.

Die zuge­hö­ri­ge Musik ist trotz des fami­liä­ren Jazz­hin­ter­grunds eher in Gothic und Post­punk zu ver­or­ten, aller­dings zeigt sich, dass Cas­par Brötz­mann sein Instru­ment vor allem als Spiel-Zeug begreift: Ver­zerr­te Gitar­ren­strö­me rei­ßen auf „Koks­ofen” alles mit sich, was zuvor Struk­tur gab. „Koks­ofen” ist ein anstren­gen­des Album und manch­mal brau­che ich das.

Cas­par Brötz­mann sei, sag­te er vor ein paar Jah­ren in einem Inter­view, mitt­ler­wei­le auf den Bass umge­stie­gen. Ich kom­me nicht umhin, dar­aus Neu­gier zu ziehen.

Netzfundstücke
Absur­de Straßenbahnen

Alt­be­kannt ist das Not­stands­pro­blem:

Eine Stra­ßen­bahn ist außer Kon­trol­le gera­ten und droht, fünf Per­so­nen zu über­rol­len. Durch Umstel­len einer Wei­che kann die Stra­ßen­bahn auf ein ande­res Gleis umge­lei­tet wer­den. Unglück­li­cher­wei­se befin­det sich dort eine wei­te­re Per­son. Darf (durch Umle­gen der Wei­che) der Tod einer Per­son in Kauf genom­men wer­den, um das Leben von fünf Per­so­nen zu retten?

Ziem­lich groß­ar­tig sind Neal Agar­wals absur­de Not­stands­pro­ble­me (eng­lisch­spra­chig): Wie weit wür­de man gehen, wenn der Tod eines Ande­ren das eige­ne Leben ver­bes­sert? Ist teil­wei­se albern. Ich mag albern.

Sonstiges
Ver­sand per Nachname

Indo­ne­si­en hat über 275 Mil­lio­nen Ein­woh­ner, vie­le von ihnen tra­gen nur einen Namen, denn Fami­li­en­na­men sind dort weder vor­ge­schrie­ben noch erb­lich. Äthio­pi­en, Eri­trea und Island – drei Län­der, die ich schon immer (jeden­falls seit vor­hin) mal im sel­ben Kon­text nen­nen woll­te; wie­der etwas von der Zu-erle­di­gen-Liste abge­hakt! – ver­zich­ten eben­so auf klas­si­sche Fami­li­en­na­men, da kom­men ein bis zwei Vor­na­men von leben­den oder toten Vor­fah­ren hin­ten dran und damit ist das erle­digt. So ist noch erkenn­bar, wie der Vater und/oder die Mut­ter heißt, aber zwei bis drei Genera­tio­nen nach der Namens­ver­ga­be spielt das gar kei­ne Rol­le mehr. War­um soll­te es auch?

In Deutsch­land hin­ge­gen ist es nicht mög­lich, sei­nen Fami­li­en­na­men ersatz­los zu strei­chen, und auch ein Wech­sel (wenn nicht gar, wie in den ein­gangs genann­ten Bei­spie­len, ein Aus­lau­fen) des Fami­li­en­na­mens ist – wenn man nicht gera­de ein Freund des aus­ge­dien­ten Bezie­hungs­mo­dells Ehe ist – nur schwer mög­lich; man soll­te ein Gut­ach­ten für eine psy­chi­sche Beein­träch­ti­gung im Fall der Bei­be­hal­tung des Nach­na­mens bei­fü­gen oder hat wahr­schein­lich Pech gehabt.

Die natio­nal­so­zia­li­sti­sche Her­kunft die­ser Rege­lung ist ein ganz beson­ders put­zi­ger Umstand, dem nach­zu­ge­hen hier aber zu weit füh­ren wür­de. In einem Gespräch über eigent­lich ande­re The­men teil­te man mir gestern mit, die Not­wen­dig­keit von nicht belie­big ver­än­der­ba­ren Nach­na­men sei schon sinn­voll, denn damit kön­ne man eine Per­son sicher iden­ti­fi­zie­ren. Sta­ti­stisch gese­hen gibt es in Deutsch­land mehr als drei Andre­as Mül­lers, aber die bekom­men trotz­dem (manch­mal – man kennt’s ja von der Post) die kor­rek­ten Brie­fe und Pake­te. Wie machen sie das?

Deutsch­land hält wei­ter am Kon­zept des unver­än­der­li­chen Patro­nyms fest, süd­lich Fries­lands aber noch nicht ein­mal auf die char­mant-histo­ri­sche („Wer­ner Wer­ner­sen”, Ken­ner sind ent­zückt), son­dern auf die albern-behörd­li­che Art: Man muss zum Bei­spiel Schmidt hei­ßen, weil einer der Vor­fah­ren beruf­lich Din­ge schmie­de­te und es ver­bo­ten ist, das nicht mehr zei­gen zu wol­len. Da kommt man nur mit einer Hoch­zeit raus. Das muss die­se moder­ne Gesell­schaft sein, von der alle reden. – In Deutsch­land hei­ßen Män­ner ent­we­der „Sohn von” oder „Schwie­ger­sohn von”, Frau­en hin­ge­gen „Toch­ter von” oder „Schwie­ger­toch­ter von”. Manch­mal gibt es auch Dop­pel­na­men für die­je­ni­gen, die sich nicht ent­schei­den kön­nen, ob sie sich lie­ber als den Nach­kom­men oder als den Schwie­ger­nach­kom­men der Namens­ge­ber anre­den las­sen möch­ten. Das Indi­vi­du­um ist unerheblich.

Frei­heit ist eine Ver­pflich­tung, kein Recht.
Beni­to Mussolini

Es wird der­zeit viel (vor allem ver­ba­ler) Auf­wand betrie­ben, damit das ein­ge­tra­ge­ne Geschlecht und der ein­ge­tra­ge­ne Vor­na­me leich­ter geän­dert wer­den kön­nen. Aber war­um eigent­lich nur der Vor­na­me?

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Das „P” in „Pres­se” steht für „Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen”.

„ZEIT ONLINE”, 30. Juni 2021:

Ver­la­ge sind in der Kri­se. Die Poli­tik soll­te ein­sprin­gen, um eine kri­ti­sche Bericht­erstat­tung zu sichern.

„ZEIT ONLINE”, 5. Juli 2022 (via „dpa”):

Ein bun­tes Meer mensch­li­cher Umris­se – dar­auf kön­nen Fahr­gä­ste der Ber­li­ner Bus­se, U‑Bahnen und Stra­ßen­bah­nen dem­nächst Platz neh­men. Es ist das neue Sitz­mu­ster der Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be (BVG).

Man ver­sprach mir Verlagssterben.

In den NachrichtenMontagsmusik
Fato­ni & Dex­ter – Kann nicht reden ich esse // Brän­de! Über­schwem­mun­gen! Oma klickt in E‑Mails!

Auf diesem Bild ist ein Panda versteckt.Es ist Mon­tag. Im Inter­net fand ich eine Erklä­rung, war­um ver­meint­li­che Sozi­al­for­scher „Schwar­ze Men­schen” schrei­ben, wenn sie „schwar­ze Men­schen” schrei­ben; dass sie näm­lich Asia­ten und Indi­ge­ne ja auch groß schrie­ben. Unter­schied­li­che Wort­for­men im Deut­schen sind eins der ärger­lich­sten Opfer der moder­nen Sprach­kul­tur. Ich gebe den Teil­neh­mern noch fünf, viel­leicht sechs Jah­re, bis Klein­buch­sta­ben kom­plett ver­bo­ten sind. Wegen der Diskriminierung.

Irgend­wel­che Flach­na­sen („Wis­sen­schaft, Poli­tik und Wirt­schaft”) haben einen offe­nen Brief (Archiv­ver­si­on) raus­ge­bracht, in dem sie dazu auf­for­dern, einen Hilfs­fonds für Unter­neh­men ein­zu­rich­ten, deren Admi­ni­stra­to­ren so däm­lich sind, dass jeder, der irgend­wie ins Netz­werk kommt, die gesam­te Infra­struk­tur des Unter­neh­mens zum Erlie­gen brin­gen kann, indem er alles anklickt, was wie ein Link aus­sieht. Das ist erst mal eine lusti­ge Idee, die dadurch noch an Humor­qua­li­tät gewinnt, dass die­se „Exper­ten” die Sicher­heits­pro­ble­me mit Natur­ka­ta­stro­phen ver­glei­chen. Ich erken­ne posi­ti­ve und nega­ti­ve kon­zep­tio­nel­le Aspek­te an dem offe­nen Brief: Mit dem Geld aus dem Fonds könn­ten die Unter­neh­men sich rich­ti­ge Admi­ni­stra­to­ren lei­sten und die bis­he­ri­gen Admi­ni­stra­to­ren müss­ten statt­des­sen ihres­glei­chen sam­meln gehen; was auch dem Recy­cling zugu­te käme. Dass offe­ne Brie­fe trotz­dem Blöd­sinn sind, bela­stet die­se viel­schich­ti­ge Qua­li­tät des­sel­ben aller­dings erheblich.

In Baden-Würt­tem­berg krie­gen jetzt auch Poli­zi­sten den Trot­tel­bo­nus der Bun­des­wehr, falls sie gern mit einer offen getra­ge­nen Waf­fe rum­fah­ren, und dür­fen kosten­los Bus und Regio­nal­zug fah­ren. Dem­nächst erklä­ren uns Deut­sche Bahn und Bun­des­re­gie­rung dann zum wie­der­hol­ten Male, wie­so alles eigent­lich so gro­tesk teu­er sein wird, wenn das bescheu­er­te „9‑Eu­ro-Ticket” end­lich endet. Irgend­was mit der Über­la­stung der nicht auf Kun­den ein­ge­stell­ten „Dienst­lei­ster” wird gern als Argu­ment ange­führt. Wie viel weni­ger Last die Lini­en­be­trei­ber wohl hät­ten, erteil­ten sie „Uni­form­trä­gern” (a.a.O.) nicht etwa freie Fahrt, son­dern Haus­ver­bot, wie es jeder anstän­di­ge Mensch tun sollte?

In Wester­land auf Sylt hat der Punk gesiegt, die Stadt baut ihre Gelän­de­sper­ren wie­der ab. Apro­pos „schwie­ri­ges sozia­les Umfeld”: Mein sozia­les Umfeld tue mei­ner musi­ka­li­schen Inspi­ra­ti­on nicht gut, könn­te ein Außen­ste­hen­der anneh­men. Die­sem Außen­ste­hen­den sei gesagt: Dar­auf kann ich gera­de nichts erwidern.

Fato­ni & Dex­ter – Kann nicht reden ich esse feat. Kryp­tik Joe – 2015 HQ

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Besa­mungs­be­auf­trag­te

Hihihi:

Die Aus­bil­dung zum/r Besa­mungs­be­auf­trag­ten rich­tet sich vor allem an Per­so­nen, die danach tat­säch­lich als Berufs­be­sa­mer arbei­ten wol­len. Des­halb ist es wich­tig, dass Sie sich bereits im Vor­feld an eine Besa­mungs­or­ga­ni­sa­ti­on in Ihrer Nähe wen­den, um eine mög­li­che Beschäf­ti­gung auszuloten.

Geht das eigent­lich auch ehrenamtlich?

(mit Dank an M.!)

In den Nachrichten
Kurz gefragt zum „Flug­cha­os”

Ob das „Flug­cha­os” (Archiv­ver­si­on) infol­ge von Per­so­nal­man­gel wohl gelin­dert wer­den könn­te, indem in Flug­hä­fen kei­ne drei­stel­li­ge Anzahl an Men­schen nur dafür zustän­dig wäre, zu ver­hin­dern, dass ich zu viel Zahn­creme in der Hosen­ta­sche mit mir füh­re, damit ich nicht die Sicher­heit der Flug­gä­ste gefähr­de, indem ich mir an Bord zu inten­siv – gera­de­zu ter­ro­ri­stisch inten­siv – die Zäh­ne putze?

NerdkramsWirtschaft
Nicht mei­ne Zir­kus­ko­pie, nicht mei­ne Affenkopie.

In der Theo­rie ver­hält es sich mit NFTs wie folgt:

Ein NFT kann nur als Gan­zes erwor­ben wer­den und exi­stiert nur ein ein­zi­ges Mal[.]
Wiki­pe­dia

Blöd nur:

Das Unter­neh­men hin­ter Bored Ape Yacht Club hat den Kon­zept­künst­ler Ryder Ripps ver­klagt, weil die­ser Kopien der Bored-Ape-NFTs [des Unter­neh­mens] ver­kauft hatte.

(Freie Übel­set­zung von mir.)

Ob die com­pu­ter­ge­ne­rier­ten Affen­bil­der über­haupt eine hin­rei­chen­de Schöp­fungs­hö­he auf­wei­sen, möge irgend­je­mand beur­tei­len, den das The­ma nicht maß­los lang­weilt. Mich als generv­ten Genie­ßer der jeweils aktu­el­len NFT-Dis­kus­sio­nen auf so Platt­for­men amü­siert indes jeder ein­zel­ne Fall, in dem es sich als außer­or­dent­lich blö­de Idee erwie­sen hat, Geld für das vir­tu­el­le Besitz­recht an einer Inter­net­adres­se, die viel­leicht auf ein bestimm­tes Kunst­werk zeigt, das und die viel­leicht exakt ein­mal exi­stiert, auszugeben.

Jump, you fuckers.

Netzfundstücke
Quee­r­ein­stei­ger sanktioniert.

Die Bun­des­agen­tur für Arbeit hat auf Twit­ter der­zeit – noch ist ja pri­de mon­th, also Monat des Stol­zes :hitler: – ein Ava­tar­bild­lein, das eine gera­de­zu ver­fil­mungs­wür­di­ge Text-Bild-Sche­re zwi­schen einem typi­schen Agen­tur­schrei­ben und besag­tem Bild­lein aufmacht.

Die­ses hier:

Pride Arbeitsagentur

Es sind har­te Zei­ten für Kaba­ret­ti­sten, wenn die besten Poin­ten von denen kom­men, die sonst Ziel des Kaba­retts sein müssten.

In den NachrichtenMontagsmusik
Flash the Rea­dies – GSFY (live) // Kei­ne KKKreu­ze in Düsseldorf.

Moin.Es ist Mon­tag. Auf einer Ska­la von Eng­lisch bis Litau­isch, wie Spra­che bin ich? Es ist alles ganz furchtbar.

Die „Ber­li­ner Zei­tung” (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) berich­tet über neue Ver­trei­bungs­maß­nah­men auf Sylt: Man habe einen Brun­nen vom Flie­ßen abge­hal­ten, weil andern­falls Punks in ihm bade­ten. Tol­le Idee, die Lebens­qua­li­tät zu sen­ken, damit Nicht­rei­che nicht von ihr pro­fi­tie­ren kön­nen. Ver­gif­tet doch das Trink­was­ser, sonst trin­ken es auch Punks. Das wollt ihr ja nicht.

Nach­dem das ukrai­ni­sche Justiz­mi­ni­ste­ri­um die größ­te Oppo­si­ti­ons­par­tei ver­bo­ten hat (da schickt man doch gern schwe­re Waf­fen hin, in so eine erfreu­li­che Demo­kra­tie), kann man ja noch mal über eine enge­re Zusam­men­ar­beit nach­den­ken. Neu im Sor­ti­ment: Deutsch­land könn­te ja ukrai­ni­schen Atom­strom bekom­men, um es dem Rus­sen mal so rich­tig zu zei­gen. Ich fän­de das lustig, ich bin dafür.

Nord­rhein-West­fa­lens Ansin­nen, dem christ­li­chen Gott ähn­li­ches Wohl­ge­fal­len zu berei­ten wie Bay­ern, hat einen Dämp­fer bekom­men: Eine Düs­sel­dor­fe­rin muss ein sie­ben Meter hohes Holz­kreuz aus einem gemein­sam genutz­ten Gar­ten bekom­men, das nachts leuch­tet. Ich fin­de rie­si­ge Kreu­ze, die nachts ein Licht umhüllt, ja grund­sätz­lich erst mal inter­es­sant, aber wahr­schein­lich mal wie­der aus den völ­lig fal­schen Gründen.

Ziem­lich guter musi­ka­li­scher Zufalls­fund: Perhaps, psy­che­de­li­sche Rock­mu­sik mit unge­fähr einer LP-Sei­te pro Stück. Kann man sich gut durch­hö­ren, macht Spaß.

Die Woche lei­te ich trotz­dem mit Post­rock ein. Post­rock geht immer.

Flash the Rea­dies – GSFY (live CRO session)

Guten Mor­gen.

Piratenpartei
Der Daten­schutz­ser­ver der Piratenpartei

Bei der Pira­ten­par­tei Deutsch­land hat die Exe­ku­ti­ve nach 2011 zum zwei­ten Mal ein paar Ser­ver kopiert, weil auf ihrer öffent­li­chen Infra­struk­tur von Unbe­kann­ten irgend­et­was Unfei­nes ver­übt wurde.

Das Par­tei­pro­gramm mahnt an:

Daten­schutz und IT-Sicher­heit sind die ele­men­ta­re Grund­la­ge für die Siche­rung der Rech­te von Bür­gern und Unternehmen

Star­ker Daten­schutz und das Prin­zip der infor­ma­tio­nel­len Selbst­be­stim­mung umfas­sen nicht nur die spar­sa­me Erhe­bung, zweck­ge­bun­de­ne Ver­ar­bei­tung und Nut­zung son­dern auch die ein­ge­schränk­te Wei­ter­ga­be von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten.

(Schlim­me Zei­chen­set­zung bzw. ‑nicht­set­zung wie im Original.)

Der Ein­satz für Daten­spar­sam­keit und „IT-Sicher­heit” ist lobens­wert und für die Mit­glie­der der Pira­ten­par­tei sicher­lich auch beru­hi­gend. Die „Pira­ten-IT”, wie sich die par­tei­ei­ge­nen Admi­ni­stra­to­ren selbst zu nen­nen pfle­gen, wird ja nicht so däm­lich sein und irgend­wel­che Daten­ban­ken oder son­sti­ge Auf­zeich­nun­gen von Mit­glieds­da­ten und der­glei­chen unver­schlüs­selt auf Web­ser­vern spei­chern, nicht wahr?

Haha, doch:

„Es ist über­haupt nicht nach­voll­zieh­bar, war­um die Staats­an­walt­schaft ver­an­lasst hat, die Daten von dem unbe­trof­fe­nen Web-Ser­ver abzu­grei­fen. Dort lie­gen unter ande­rem sen­si­ble Mitglieder-Daten. (…)”

Jemand soll­te mal eine Par­tei grün­den, die sich mit so was auskennt.


Bis­her war Phis­hing am Tele­fon noch mit der Her­aus­for­de­rung ver­bun­den, dass eine Stim­me weni­ger leicht zu fäl­schen ist als ein E‑Mail-Absen­der. Das Pro­blem ist end­lich gelöst: Ama­zon hilft!

In den Nachrichten
Hand­tuch­krieg auf Tene­rif­fa und ande­re Banalitäten

Ich dach­te immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich her­aus­fand, dass es wel­che gibt, die dafür sind; beson­ders die, die nicht hin­ge­hen müssen.
Erich Maria Remarque

Das gibt Krieg oder min­de­stens einen „Eklat” (RTL et al.): Auf Tene­rif­fa woll­ten Urlau­ber zu früh ihre blö­den Hand­tü­cher auf blö­de Lie­gen und sich dann noch mal aufs Ohr legen. Is’ nich’, beschlos­sen „Hotel-Mit­ar­bei­ter” und nah­men die Hand­tü­cher wie­der weg, wor­auf­hin Urlau­ber „ver­zwei­felt” reagier­ten. Frü­her gab es für so was ja noch Fach­ärz­te, aber die haben gekün­digt und kle­ben sich jetzt auf die Stra­ße. Der gan­ze Urlaub ist rui­niert, weil Lie­gen vor dem Früh­stück nicht reser­vie­rungs­fä­hig sind. Zu vie­le Spa­ni­er in Spanien.

Homo homi­ni lupus bzw. plebs: Die Medi­en berich­ten erschüt­tert dar­über, dass ein Mensch, dem das Abhan­den­kom­men von Fach­ärz­ten eben­so nicht gele­gen zu kom­men scheint, „deut­li­che psy­chi­sche Bela­stun­gen” zu ertra­gen habe, weil die Bahn beim Fahr­kar­ten­kauf nur „Herr” und „Frau” als Anre­de anbie­te. Die Fra­ge, war­um die Bahn beim Fahr­kar­ten­kauf über­haupt die Anre­de des Käu­fers ken­nen müss­te (Daten­spar­sam­keit ist kein Mythos), wird nicht gestellt. Ver­la­ge machen das ja auch nicht anders, Adress­da­ten sind auch bloß eine Währung.

Ihr könnt nur zusehen.

Apro­pos Krieg: Was soll­te die ukrai­ni­sche Füh­rung nach dem Ende des lau­fen­den Kon­flik­tes eigent­lich dar­an hin­dern, die mili­tä­ri­sche Auf­rü­stung aus dem Westen ein­fach dem erst­be­sten Faschi­sten in die Hand zu drücken? Nichts, kom­mu­ni­ziert die zustän­di­ge Mini­ste­rin. Nach ihr die Sint­flut. Da lie­fert man doch gern und prompt.

Neu im Rhe­to­rik­re­gal: Deutsch­land wer­de ange­grif­fen, indem der ver­meint­lich in die Fast­plei­te sank­tio­nier­te Rus­se kon­se­quent weni­ger Gas lie­fert; so ein hin­ter­li­sti­ger Frech­dachs aber auch. Fin­di­ge west­li­che Kon­zer­ne haben dar­auf die ein­zig sinn­vol­le Ant­wort gefun­den: Sau­fen für den Regen­wald die Ukraine!

Wenn’s halt nüch­tern nur mehr Kopf­weh bereitet.

NerdkramsNetzfundstücke
Daten­schutz Fehl­an­zei­ge: apfelpage.de schnüf­felt Web­rei­sen­de aus

Unter der Über­schrift „Daten­schutz Fehl­an­zei­ge: DB Navi­ga­tor schnüf­felt Bahn­rei­sen­de aus” beklagt Roman van Genabith (immer­hin zu Recht):

Lei­der scheint die Bahn sich auch eini­ge der schlech­ten Ange­wohn­hei­ten der Digi­tal­kon­zer­ne ange­wöhnt zu haben: Eine davon ist die Lust am Sam­meln von Nut­zer­da­ten zu Werbezwecken.

Der Arti­kel sen­det der­zeit 23 Anfra­gen an 14 Hosts, dar­un­ter allein vier, die zu Goog­le gehö­ren, und zwei wei­te­re, die ein­zig der Wer­bung dienen.

Die­se ver­damm­ten Digitalkonzerne!


Hihi: Bun­des­kanz­ler Scholzli.