NetzfundstückePolitik
Wahlverlierer nach Afghanistan!

Ich finde das als Strafe jetzt etwas übertrieben, aber die Kanzlerin hat sich dabei sicherlich etwas gedacht:

(via @silvereisen)

ComputerIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Was die Bahn wiederum aus WannaCry nicht gelernt hat

Die Deutsche Bahn zieht aus dem jüngsten Problem mit der NSA-Schadsoftware beinahe die richtigen Schlüsse:

Zugfahren ohne klassische Fahrkarte: Die Deutsche Bahn plant, das digitale Ticketing einzuführen.

Schadsoftware sei kein Thema:

Es gebe schon seit längerem ein Cyber-Security-Team sowie Systeme zur Früherkennung.

Diese Systeme scheinen auf der bahneigenen Infrastruktur bedauerlicherweise nicht installiert worden zu sein. Aber fürchtet euch nicht, alsbald ist auch der letzte Dorfbahnhof vor Schadsoftware gefeit:

„Wir bauen die Videoüberwachung an unseren Bahnhöfen massiv aus“, sagte Lutz. „Bis Ende 2017 werden wir zusätzlich zu dem bereits geplanten Etat weitere zehn Millionen Euro investieren, um mehr als 1000 Bahnhöfe mit 7000 zusätzlichen Kameras auszustatten.“

Da traut sich dann kein Virus mehr hin. :ja:

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Farflung – Endless Drifting Wreck

In der Ferne leiser Donnerhall.Es ist Montag. Die Wählerschar Nordrhein-Westfalens hat sich wieder einmal Unsinn zusammengewählt, was lustig ist, so lange man dort nicht wohnen muss. Lustig auf jeden Fall: In Brasilien werden Frauen mit zu großem Gesäß nun von der Wahl zur Miss BumBum ausgeschlossen.

Zur Musik, denn Musik ist, was das alles wesentlich erträglicher gestaltet: Aufgrund aktueller Vorkommnisse soll die Bundeswehr ein neues Liederbuch bekommen. Möglicherweise wären hier die eingängigen Weisen von Frau Fischer und Herrn Petry zwecks Abschreckung etwaiger Feinde eine lohnenswerte Ergänzung.

Apropos: Am vergangenen Wochenende fand offenbar das alljährliche Wettsingen der europäischen Interpreten belangloser anglophoner Schlagermusik statt. Auch in diesem Jahr bitte ich davon Abstand zu nehmen, mir irgendetwas über den deutschen Beitrag (es gab doch einen deutschen Beitrag?) mitzuteilen. Das Leben ist zu kurz für einen schlechten Musikgeschmack, auch, weil es ohnehin bereits zu viel Musik gibt, die es sich zu hören lohnte.

Vor allem an einem Montag.

FARFLUNG • Endless Drifting Wreck • Rockhouse, Salzburg, June 13th 2016

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Buckethead – Pike 244: Out Orbit

Machen wir zwischendurch mal wieder etwas schönes, ziehen wir uns einen heißen Gitarrenporno rein!

Buckethead ist der Künstlername eines US-amerikanischen Multiinstrumentalisten, der Ende der 1980-er Jahre beschloss, sein Gesicht hinter einer weißen Maske zu verbergen und einen Eimer von Kentucky Fried Chicken auf seinen Kopf zu setzen. Statt in die Psychiatrie gelangte er stattdessen zu Ruhm und (vermutlich) Reichtum, indem er teils mit zeitgenössischen Musikern, teils allein bis dato 264 Musikalben veröffentlichte, von denen seit 2011 alle bis auf eines als so genannte Pikes, wofür ich gerade im Wörterbuch nachschlagen müsste, in immer kürzeren Abständen erscheinen und selten 30 Minuten lang sind. „Out Orbit“ von Januar 2017 ist eines davon, es kommt auf fast 28 Minuten Laufzeit und ist das insgesamt 274. Album unter dem Namen Buckethead. Da hat jemand Langeweile.

Der Musiker mit dem Eimerkopf hält sich mit Genres nicht lange auf, bereits das eröffnende „Invisible Railroad“ quetscht in viereinhalb Minuten mehr Genres als es irgendwie vernünftig wäre. Thrash Metal, Spacerock, Bluesrock, Progressive Metal und Indie-Rock geben einander die Klinke der Drehtür in die Hand.

Buckethead – Invisible Railroad (Buckethead Pikes #244)

„To Infinity and Beyond (dedicated to Craig Sager)“ ist im Wesentlichen Hardrock mit Spaceeffekten. Womit der Ende 2016 gestorbene Sportreporter Craig Sager diese Ehre verdient hat, weiß ich nicht. Noch interessanter ist das viertelstündige Titelstück, in dem Bluesrock, Jazzrock, Americana und Spacerock einander abwechseln, ohne dass dabei auch nur einen Takt lang der groove vom Anfang verloren ginge. Man schwinge das Tanzbein oder wenigstens den Kopf.

Buckethead – Out Orbit (Buckethead Pikes #244)

Das abschließende, wiederum deutlich kürzere „Assortments“ rundet „Out Orbit“ vortrefflich ab. Insgesamt trägt das Album seinen Namen sicherlich zu Recht, denn der omnipräsente Spacerock ist hier roter Faden und Hauptakteur zugleich; geeignet für all jene, die Gitarren spitze finden und Gesang nicht für essenziell halten.

Bucketheads Debütalbum „Bucketheadland“ gibt es auf Amazon.de derzeit für etwas über 500 Euro zu kaufen. Qualität kostet. „Out Orbit“ hingegen gibt es auf des Künstlers Website für unter zehn Euro zum Streamen und Herunterladen. Es möge genutzt werden.

ComputerIn den Nachrichten
Was wir aus WannaCry lernen können

Eine von der NSA programmierte Schadsoftware für seit längerer Zeit nicht aktualisierte Installationen von Microsoft Windows legt seit ein paar Stunden weltweit mitunter lebenswichtige Infrastruktur lahm. Wie sich das für eine anständige Sicherheitslücke heute gehört, hat sie mit „WannaCry“ natürlich sofort einen griffigen Namen und vermutlich auch ein Logo, eine Website und ein trendiges Shirtdesign bekommen.

Daraus könnte man jetzt – wie es in den einschlägigen Foren natürlich bereits der Fall ist – folgern, dass erstens das alles mit einem System, das nicht von Microsoft stammt, nie passiert wäre, als läge das Problem nicht in der mangelnden Wartung vorhandener Systeme begründet und ließe sich mit einem Wechsel auf ein anderes nicht gewartetes System lösen, dass zweitens dringend die Cyberwehr etwas gegen den Iwan, denn dieser wird vermutlich schnell als vermeintlicher Schuldiger ausgemacht werden, unternehmen sollte und dass drittens dieses Vernetzen aller möglichen Geräte eine furchtbare Idee ist, was zumindest völlig richtig ist.

Die entscheidende Erkenntnis aber lautet (außer natürlich, dass ein Mensch, der keine Sicherheitsupdates durchführt, jedes Recht, einen Computer zu administrieren, auf Lebenszeit verlieren sollte und dass Virenscanner ausschließlich dem Geldbeutel ihrer Verkäufer von Nutzen sind):

Die Vereinigten Staaten, übrigens durchaus auch bereits die guten Vereinigten Staaten mit dem guten Präsidenten Barack Obama, leisteten und leisten sich eine Terrorzelle, die, staatlich gefördert, gezielt Schadsoftware schreibt, die lebenskritische Infrastruktur schwächen kann. Dabei wird nicht, etwa durch eine landesweit verfügbare Fehlerkorrektur, Vorsorge dafür getragen, dass wenigstens die eigenen Bürger nicht zu Schaden kommen, und wie zum Hohn nennt sich diese Terrorzelle dann auch noch die Agentur für nationale Sicherheit, als habe ein Krankenhausvirus einen Nutzen für das weitere Wohlergehen der Nation; anders ausgedrückt: Staatliche Einrichtungen der USA gefährden jetzt gerade in diesem Moment die Gesundheit europäischer Zivilisten.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Reaktion der Weltöffentlichkeit wohl ausfiele, wäre die Schadsoftware stattdessen syrischen oder jemenitischen Ursprungs; einen konsequent und objektiv geführten Krieg gegen den Terror inklusive Amtsenthebung und jahrelanger Wegsperrung nebst ausgiebiger Folter der Verantwortlichen habe ich mir allerdings, Humanismus hin oder her, selten so sehnlich herbeigewünscht wie heute.

In den NachrichtenPolitik
Seid Terroristen! (3)

Das laut übereinstimmenden Medienberichten – Länder, in denen nur böse Menschen wohnen, werden traditionell eher nicht berücksichtigt – meistterrorisierte Land der Welt, nämlich Frankreich, ist aus irgendeinem bedauerlichen Versehen heraus auch dasjenige Land in der Europäischen Union, dem Freiheit und Bürgerrechte die fremdesten sind. Seit inzwischen fast 18 Monaten befindet sich das Land im Ausnahmezustand, dessen Legislatur neben anderen Unannehmlichkeiten auch Ausgangssperren, Durchsuchungen und Hausarreste ohne richterlichen Beschluss, mit unseren westlichen Werten kaum vereinbar, zu geltendem Recht erklärt. Selbstverständlich bedeutet eine Entrechtung von Frankreichs Bürgern nun nicht, dass nichts mehr passiert; die erhöhte exekutive Aufmerksamkeit sorgt lediglich dafür, dass Drogenkonsumenten noch schneller als bislang totgeschossen werden.

Statt Frankreich aber, wie es für eine Wertegemeinschaft mit freiheitlichen Prinzipien eigentlich selbstverständlich sein sollte, unehrenhaft aus der vermeintlichen „Europäischen Union“ zu entlassen, auf dass es in seiner Liberalitätsfeindlichkeit sich selbst überlassen bleibe, äußert man vielfach Verständnis. Gebeuteltes Land. Muss ja. Geht ja nicht anders.

Und da das Erfolgsmodell Überwachungsstaat als Prototyp in Frankreich nun genug Zeit zur Reifung hatte, passiert hierzulande überraschenderweise dies:

Die Bundesregierung will die Liste der Delikte verlängern, bei deren Verfolgung Vorratsdaten abgefragt werden dürfen. (…) Neben Delikten wie Völkermord, Hochverrat, Mord und Totschlag, Verbreitung von Kinderpornografie sollen Ermittler künftig auch bei „Einbruchdiebstahl in eine dauerhaft genutzte Privatwohnung“ auf die Daten zugreifen können, wie es im Gesetzesentwurf heißt.

Möglich gemacht wird das von der üblichen Mehrheit der rechtspopulistischen Parteien CDU/CSU und SPD. Der christdemokratische Schulzzug kennt kein Halten mehr, befeuert von der Angst, die Bösen könnten mal eine Wahl gewinnen und Europa – dieses wunderbar westlich-freie Europa – in einen einzigen großen Polizei- und Unrechtsstaatenbund, hex-hex!, verwandeln. Zum Glück haben die Populisten in Frankreich und den Niederlanden nicht die wesentliche Mehrheit errungen; leider sind wir weit davon entfernt, die grundlos zweistellige Dauerregierung durch den Liberalismus zu ersetzen, der uns nun endlich einmal zusteht.

Eine anlasslose Speicherung der Kommunikationsdaten all jener, die sich unter deutscher Jurisdiktion aufhalten, senkt die Hürde für eine anlasslose Auswertung immens. Die selbst vorgenommene Verschlüsselung jedes Datenverkehrs ist und bleibt der letzte Ausweg für den, der seine Freiheit bewahren will. Seid Terroristen, seid keine Franzosen!

Nichts ist so gefährlich für die Freiheit wie ein Bürger, dem sie egal ist.

Sonstiges
Was zur #rp17 schon 2009 zu sagen blieb

Nämlich:

Ein Bekannter meinte zu dem Programm nur trocken, er würde dann mal sein Blog einstampfen. Mit solchen Leuten wolle er nichts zu tun haben.

(Beziehungsweise: Wenn die Lautsprecher von „Netzpolitik.org“ und der gescheiterte Werbefachmann Sascha Lobo mit anderen populistischen Nicht- und Möchtegerntechnikern über die Tötung von Pandas und die Politik der AfD diskutieren, das Darknet für Neuland halten und wie Blinde von Farben einander von sexueller Revolution zweinull erzählen, dann hat das mit der „Netzgemeinde“ ungefähr so viel zu tun wie Hannover mit Lebensfreude.)

Netzfundstücke
Lustige Berufe (1)

Heute:

Digital-Theologin Johanna Haberer

:irre:

In den Nachrichten
Kurz verlinkt: Non scholae sed moriando discunt. (II)

Demonstrationsrecht des Tages:

(…) packen drei Feldjäger der Bundeswehr einen jungen Mann, der sich schreiend wehrt, und zerren ihn brutal über den Anleger. Ein paar Meter weiter halten drei andere Militärpolizisten einen zweiten jungen Mann fest, der sich ebenfalls nach Kräften verteidigt. (…) Die beiden festgehaltenen Aktivisten hatten lediglich ein großes Transparent mit der Aufschrift »Kein Werben fürs Sterben« hochgehalten. Sie konnten nach Überprüfung ihrer Personalien gehen, auch die Personalien vier weiterer Aktivisten wurden überprüft.

Entmenschlichte Kämpfer, die dafür bezahlt werden, mit allein zu Tötungszwecken gebauten Geräten ausgerüstet in fremden Ländern herumzufahren, mögen es offensichtlich gar nicht, wenn man Krieg als eine Gefahr für die Unverletztheit von Menschen bezeichnet.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Twenty Sixty Six And Then – The Way That I Feel Today

Was fehltEs ist Montag und es wird warm. Das ist ein wenig schade, denn bald werden die Straßen und die Züge wieder gesäumt sein von schwitzenden Menschen mit zu wenig Zeit. Ein Salzstreuer, der keine Musik spielt, ist ein schlechter Salzstreuer, aber wer bin ich schon, dass ich mir Werturteile anmaße?

Es ist Montag und es wurde gewählt. In der Hoffnung, die Nazis so loswerden zu können, hat die Wählerschaft Schleswig-Holsteins lieber CDU und SPD, ein bewährtes Gespann auch auf Bundesebene, wenn es darum geht, die Freiheitsrechte mündiger Bürger zu beschneiden, eine theoretische Koalitionsmehrheit verschafft. Bei der Wahl zwischen gefährlichen Faschistoiden und der AfD entscheidet sich der Möchtegern-Intellektuelle dann doch lieber für ersteren Gegner seiner Freiheit. Kollege Journalist sagt, die SPD sei gut, also ist sie das auch. Im gleichermaßen faschistoiden Frankreich – dem Land mit dem andauernden Ausnahmezustand und der Totalüberwachung jedes menschlichen Seins – wurde derweil statt Marine le Pen zum Glück ein Europabefürworter zum Verantwortlichen für die weitere Entrechtung der Franzosen ernannt. Das Problem war noch nie der Präsident, es war, ist und bleibt die Politik seines Parlaments. Lernen durch Schmerz, nur ohne Lernen.

In weiteren verzichtbaren Nachrichten: YouTube-Nervensäge „Bibi“ von „Bibis Beauty Palace“ hat ein wunderschönes Lied aufgenommen. Ich empfehle den Montag jedoch stattdessen mit etwas angenehmerer Musik zu beginnen.

Twenty Sixty Six And Then – The Way That I Feel Today 1972

Guten Morgen.

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Rassische Plugkontrolle

Am kommenden Sonnabend findet, natürlich in Berlin, das „Queer Zinefest“ statt. „Queer“ ist ein Adjektiv, das Geschlechtsschizophrene für sich selbst mitunter bevorzugen, und was ein „Zinefest“ ist, erklärt die Website zum Fest:

Zines sind selbst verlegte, unkommerzielle, autonome Medien, die in allen denkbaren Formaten erscheinen können. (…) Zinefeste gelten als eine kreative, politische und soziale Platform die durch Workshops, Stände und einlandenden (sic!) Raum den Austausch von Ideen, Selbstausdruck und die Entstehen einer Community ermöglichen und fördern.

Wir lernen: Man kürze einfach das englische „magazine“ als „Zine“ ab, und schon hat man ein rebellisches neues Wort erschaffen. Diese Herangehensweise an die englische Sprache stammt wie das Wort selbst allerdings aus der australischen Umgangssprache, es handelt sich also um einen durchaus geeigneten Fall von kultureller Aneignung: Die sich selbst als weiß identifizierenden Organisatoren des „Zinefestes“ übernehmen Sprachmarotten aus anderen Kulturen zur Benennung ihrer Feiern. Sie sollten sich selbst somit auf ihrer eigenen Veranstaltung Geländeverbot erteilen:

Schwarze Menschen und People of Color erfahren Rassismus/Diskriminierung was unter anderem über ‚Kulturelle Aneignung‘ ausgedrückt wird.
Daher möchten wir Freund*innen – , Interessierte-, und andere Schwarze und of Color-Teilnehmende am Queer Zine Fest unterstüzten (sic!) und keine Dreadlocks und Plugs von weißen Besucher*innen auf unserem Fest haben.

Was ein „Plug“ ist und wie dessen Vorhandensein überprüft werden soll, möchte ich dann jetzt auch gar nicht mehr so genau wissen.

Nerdkrams
Vims Vielfalt ist sein Untergang

(Vorbemerkung: Es folgt langweiliger Computerkram.)

Im Jahr 2009 jubelte ich:

Vim ist der beste Vielzweckeditor dieses Planeten.

Manchmal liege ich falsch.

‘Vims Vielfalt ist sein Untergang’ weiterlesen »

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: OTUS – 7.83Hz

OTUS - 7.83HzApropos Bomben.

Unter der Schumann-Resonanz versteht man, wie die Schwarmintelligenz weiß, „das Phänomen, dass elektromagnetische Wellen bestimmter Frequenzen entlang des Umfangs der Erde stehende Wellen bilden“. Eine dieser Frequenzen – die intensivste – liegt bei etwa 7,83 Hertz.

Das im März 2016 veröffentlichte Studioalbum „7.83Hz“ der italienischen Doom-Sludge-Band heißt sicherlich nicht zufällig so, denn mit derartiger Musik verbinde ich weniges so sehr wie Schallwellen. Seine Wiederveröffentlichung im März 2017 ist ein willkommener Anlass, es einmal genauer zu begutachten.

OTUS – Theta Synchrony

Laut offizieller Beschreibung handelt es sich bei „7.83Hz“ tatsächlich um ein Konzeptalbum, das allerdings mit Schallwellen weniger zu tun hat als mit ganz anderen Phänomenen, indem es in insgesamt drei Kapiteln das nicht völlig unbekannte Zitat Timothy Learys, man möge „einschalten, einstellen, aussteigen“ („turn on, tune in, drop out“), vertont.

Das Ergebnis freilich klingt weniger hippiesk als die Beschreibung es glauben lassen mag, denn das hier ist, verdammt noch mal, Doom-Metal mit einer Extraportion Arschtritt, mithin: genau das Richtige für einen entspannten Feierabend, wie ich meine.

OTUS – Avidya (full song)

Ich höre Postrock, Stoner Rock und eine Menge aufgestauter Energie; wer daran teilhaben möchte, dem sei Bandcamp.com ein Hafen.

Feuer frei.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Zuckerbomben für Afghanistan

Stark und schön müssen sie sein, unsere tapferen Soldaten im Osten, vom Volk geliebt und von Kindern beschenkt:

Die Rhein-Neckar-Zeitung (8. April 2017) berichtet unter der Schlagzeile »Fünftklässer schicken Osterpakete an deutsche Soldaten in Afghanistan« geradezu begeistert. »In der Feldpost waren diesmal Osterpakete mit Leckerbissen und Wünsche auf gesunde Heimkehr«, freut sich das Lokalblatt. »Unglaubliche 41 Kilogramm Leckereien kamen so zusammen. Aber das war noch nicht alles, was die Schüler zum Mutmachen versandten: In die Pakete legten sie für jeden Soldaten einen Osterbrief mit vielen Glücks- und Frühlingsbildern, der herzliche Grüße aus Neckargemünd nach Masar-e Sharif übermittelte sowie ein Foto der Klassen mit dem stellvertretenden Schulleiter Joachim Philipp, der ebenso wie Schulleiter Horst Linier das Vorhaben von Anfang an unterstützte.«

Es ist immer wieder erfreulich, wenn der Nachwuchs schon so früh lernt, was im Leben zählt; nämlich insbesondere ein glückliches Ostern für die Heeresgruppe Südasien. Blut Schokolade und Ehre, wem sie gebühren.

Die größten Arschlöcher sitzen manchmal in den kleinsten Schulen.

ComputerNetzfundstücke
Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein?: Smartes für’n Arsch.

Aus dem Hause Monit stammt ein smartes Gerät, das automatisch den Windelstatus des Nachwuchses erriecht und so den Überwachern Eltern mitteilt, dass es Zeit für die vermutlich unangenehmste Tätigkeit junger Eltern wird.

Wenn das Kind dann ein wenig älter ist, sollte es aufpassen, dass die Eltern nicht auch Amazons neue smarte Kamera „Echo Look“ gekauft haben, die wohl als Ersatz für richtige Freunde konzipiert wurde, indem sie versucht zu ermitteln, in welcher Kleidung man besser aussieht als in der anderen; selbstverständlich mit Liveanbindung an US-amerikanische Server, die sozusagen in direkter Nachbarschaft neben Servern der CIA existieren.

Auch in Deutschland liefen die Werbekampagnen für Amazons digitale Haushaltshilfen, die eher so nebenbei das intimste Privatleben seiner Besitzer anderen Leuten zur Verfügung stellen, bislang recht erfolgreich an.

Was kann schon schiefgehen?

:wallbash: