Netzfundstücke
Heroin gegen Drogentote (2): Über Süchte

Im September 2018 empfahl ich, drogenpolitisch einer weiteren Eskalation entgegenzuwirken, indem Genussmittel, die niemanden vollstinken, legalisiert würden. Auch mir selbst sind Süchte nach Genussmitteln, die niemanden vollstinken, nicht vollkommen fremd: Diejenige, der abzuschwören ich mich selbst weigerte, hätte ihr immer intensiverer Genuss schwerwiegende und nicht bloß finanzielle Folgen für mich, ist die Musik. Man mag ihr zugutehalten, dass sie trotz all ihrer Langzeitfolgen für die Psyche wenigstens Lunge, Nieren und Leber unbeeinträchtigt lässt.

Gesundheit und langes Leben sind Ideale, die in den vergangenen Jahrzehnten die öde Qualmerei aus früheren Jahren als gesellschaftlich akzeptierte Droge abgelöst haben. Eine verschwindende Zahl an Zigarettenrauchern frönt weitgehend stumm ihrer Abnutzung, auch Zigarre und vor allem Pfeife sieht man in geerdeten Kreisen nur noch selten. Unterstützt wird der Tabakausstieg von Unternehmen und staatlichen Entscheidungsträgern gleichermaßen, was unter anderem witzige Auswüchse wie die Einführung von „Schockbildern“ hatte. Als bekehrten diese einen Nikotinsüchtigen jemals zu einem völlig anderen Leben!

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In den Nachrichten
Kurz angemerkt zu Michel Platini

Es ist kein hehres Ansinnen, gegen die wiederholte Erhöhung der Rundfunkgebühren zu protestieren, denn, wie kein Deutscher jemals anzweifeln sollte, es gibt kein edleres Bestreben für einen Steuerzahler als die stufenweise erhöhte korrupter Idioten zu dem einzigen Zweck, übermäßig gut bezahlten Herren dabei zusehen zu dürfen, sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen; den Kauf eines smarten Fernsehers, dessen Tonaufnahme die Ausgabe noch übertrifft, für wenigstens ein Monatsgehalt vorausgesetzt, versteht sich.

Netzfundstücke
Ketzer statt Vulven

In Dortmund findet vom 19. bis zum 23. Juni 2019 der Evangelische Kirchentag statt, von dem ungefähr das zu halten ist, was auch von der Kirche selbst zu halten ist. Wer des Malens von Vulven überdrüssig ist, dem steht bis zum 22. Juni 2019 das Alternativangebot des Ketzertags offen:

Der Ketzertag Dortmund 2019 richtet sich primär gegen die Privilegierung der Kirchen durch den Staat, die umfangreiche Finanzierung sowie die privilegierte Behandlung im Arbeits- und Steuerrecht, er kritisiert jedoch auch Religion und Kirche selbst.

Wahrscheinlich ist das alles eine witzig gemeinte Idee und sicherlich ist es nicht unwichtig, bisweilen darauf hinzuweisen, dass 2019 nicht unbedingt im richtigen Jahrhundert liegt, um sich mit Kirchentralala abzugeben; aber ein bisschen ermüdend ist der Aufbau der Vernunft zur Ersatzreligion dann doch.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Drahla – Silk Spirit // Was man noch nicht weiß

Es ist Montag. Dabei war doch erst letzte Woche einer! Was nicht ist, ist Zufriedenheit, aber dafür kann der Wochentag nichts. Sacra fames und so weiter und so fort.

Die Politik sei „ein verlässlicher Lieferant von gloriosem Unsinn“, schrieb Jan Fleischhauer in seiner letzten Kolumne auf „SPIEGEL ONLINE“. Das erklärt womöglich auch die Meldung, dass „SPD-Frauen“, was immer das nun wieder ist, Prostitution verbieten lassen möchten. Gefickt werden sollen Prostituierte also weiterhin, nur künftig eben von der SPD.

Apropos Bestechung: Auf „ZEIT ONLINE“ ist ein „Artikel“ über das Verschenken von Eintrittskarten zu Konzerten erschienen, dessen Überschrift lautet: „Stones-Tickets: Was man weiß, und was man noch nicht weiß“. Das kreativ gesetzte Komma ist bei Weitem nicht das einzige störende Element in dieser Überschrift. Warum zum Beispiel hat Nachrichtenwert, was man noch nicht weiß, und warum ist es von einem Leistungsschutzrecht bedeckt, wenn man es aufschreibt?

Es ist Montag und vielleicht macht Musik das alles etwas leichter.

Drahla – Silk Spirit (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Endlich eine Atemsteuer!

Apropos „Fridays for Future“: Je nach Körpergewicht, Körpermasse und Aktivität der Person, behauptet das Internet, atme ein Mensch jährlich zwischen 168 und 2.040 Kilogramm CO2 aus. Weil das Klima das aber zwar nicht gutheißen kann, Umbringen aber gerade nicht en vogue ist, haben SPD und Grüne, die man bisher von Hartz IV und dem ersten deutschen Angriffskrieg nach 1944 kannte, sich etwas anderes ausgedacht:

Auch deswegen hat Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vor Kurzem gefordert, eine CO2-Steuer einzuführen. Konkret würde das bedeuten, dass der Staat einen Preis für eine Tonne CO2 festlegt.

Selbst schuld, wer sich bewegt! – Weiter geht naturellement die medial dekorierte Partnerpartei:

„Nach dem Vorbild der Schuldenbremse braucht es eine CO2-Bremse in der Verfassung“, sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock im Interview mit dem Tagesspiegel.

Unklar bleibt, was mit denen geschieht, die sie übertreten. Ob sie wohl künftig nur noch gesiebte Luft atmen dürfen?

In den NachrichtenMusik
Tanzverbot für Phil Collins! (2)

Ich nehme meine grundsätzliche Ablehnung der Fridays-for-Future-Demonstrationen aus aktuellem Anlass ein wenig zurück. Die „HAZ“ nämlich kündigte gestern an:

Achtung: #FridaysForFuture-Raddemo könnte Anreise zu Phil-Collins-Konzert lahmlegen.

Das Klima zu schützen und vielen Menschen sowohl den Zugang zu Hannover als auch zu Phil Collins zu erschweren: Das ist doch mal ein Doppelziel, für das es sich zu kämpfen lohnt! :ja:

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 15. Juni 2019

Pressedienste fragen mit der DPA: Was sind die Alternativen zum Kükentöten? Küken leben zu lassen scheint kein Teil der Antwort zu sein.


Wofür wurde bisher noch zu wenig Geld ausgegeben? Richtig: Für Serien mit besonders kurzen Folgen, die man zum Beispiel auf dem Klo gucken kann, angepasst an winzige Bildschirme und kurze Aufmerksamkeitsspannen. Man fühlt sich schleichend abgehängt.


Hunger? Menschen essen eine Kreditkarte pro Woche.


Tim Wolff erklärt, warum die Hitlerwitzpartei „Die PARTEI“ keinesfalls unterstützt werden sollte: „Der Witz ist durch – schon lange.“


Huawei darf wegen vermeintlicher Spionage keine Android-Smartphones mehr bauen? Bauen sie halt „smarte“ Autos!

In den Nachrichten
Medienkritik extern: Als letztes stirbt immer der Humor.

In einem trotzdem guten Text, in dem zwischendurch die Behauptung aufgestellt wird, politische Karikaturen seien mit der Demokratie geboren worden, obwohl sie doch erst, wenn diese ausbleibt, am wirksamsten sind, informiert Patrick Chappatte den geneigten Leser zurzeit über eine merkwürdige Entscheidung der „New York Times“: Diese werde, nachdem eine anscheinend als antisemitisch missverstandene Karikatur zu internationaler Kritik führte, noch 2019 die Veröffentlichung eigener politischer cartoons einstellen.

Karikaturen, die nur geduldet sind, wenn sie keine Stereotype bedienen, sind aber keine Karikaturen, die politisch einen Wert mit sich bringen. Das Wesen der Satire ist oft auch die Überzeichnung – auf Benjamin Netanjahus politisches Wirken mit einer solchen Überzeichnung zu reagieren scheint mir durchaus angemessen zu sein, wenn die Waffe, für die man sich entschieden hat, der Stift ist.

Wer war noch mal Charlie?

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: indignu [lat.] – Odyssea

indignu [lat.] - OdysseaLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Trotz ihres Namens stammt die Postrockband indignu [lat.] – das „[lat.]“ ist anscheinend Teil des Namens – aus Portugal. Das lateinische Wort „indignu“ bedeutet „unwürdig“ und passt überhaupt nicht zu der hier gehörten Musik. Auf ihrem anscheinend zweiten Studioalbum „Odyssea“ (Amazon.de, Bandcamp.com) nämlich bietet sie Musik dar, die vor Würde geradezu strahlt.

Genrefanatiker mögen hier „Postrock“ anheften, aber mit Klavier und Streichern bekommt derjenige „Postrock“, der auf „Odyssea“ zu hören ist, eine ganz andere Wirkung als die brachialen Gitarrenwände von Stilkollegen. Im Internet liest man von einem „sanften Brodeln“ unter den Melodien, aber es herrschen klar die leisen Töne und die sonnigen Wiesenflächen. Das Album ist weitgehend instrumental gehalten, was nicht schlimm ist. Man rede nicht hinein, man genieße und sei dabei still.

Indignu – Odyssea (ALBUM STREAM)

Man nehme nicht an, der Postrock sei auserzählt. Vergäbe ich Punkte, „Odyssea“ bekäme manche. Empfehlen tu‘ ich’s sicherlich trotzdem – und zwar hiermit.

Netzfundstücke
💩 (5)

Puh, na „endlich“:

Nach dem Willen der orthodoxen Organisation soll es künftig Emojis geben, die eine Torah-Rolle darstellen sowie Männer und Frauen mit jüdischen Kopfbedeckungen.

Angesichts der unüberschaubaren Anzahl an Religionen und passender Darstellung kommt da einige Arbeit auf Emojidesigner zu. Begründet wird das mit einem „kleinen Zeichen“ gegen Antisemitismus, was ich gut finde. Tatsächlich finde ich, man sollte noch weiter gehen: Erst, wenn Emojis ein Nudelsieb tragen, ist Gleichberechtigung erreicht. :ja:

Montagsmusik
PinioL – Pogne (live)

Montag (heute)Es ist Montag. Zum vorerst letzten Mal in diesem Jahr bedarf das einer kalendarischen Überprüfung, denn gestern war eigentlich kein Sonntag und heute muss man eigentlich nicht aufstehen, tut es aber voraussichtlich doch irgendwann. Die Blase, das Alter. Kein Pandabär. – Apropos „das Alter“: Die Partei Angela Merkels kritisiert weiterhin, dass man nicht überall seinen echten Namen dranschreiben muss, die Partei „Willy Brandts“ hält sich diesbezüglich ausnahmsweise aber noch bedeckt. Wahrscheinlich ist das besser so.

Ein Blick in die Technik. Da der skrupellose Konzern Mozilla offensichtlich noch nicht genug Geld damit verdient, seinen Abnehmern Reklame reinzudrücken, erwägt man jetzt direkt den Einstieg in das Verkaufsgeschäft: „Also werden wir einen Abo-Service ausrollen und eine Premium-Ebene anbieten“, das wird bestimmt ein großer Erfolg. Ein Mehrangebot weisen auch die USA auf, wo seit 2018 neue Häuser entweder von Amazon oder von Google vorverwanzt werden. Wahrscheinlich hat das was mit nationaler Sicherheit zu tun. Weniger anbieten wird dafür künftig Tesla, dessen Model 3 per „Update“ etwas weniger weit fahren können wird als bisher. Um das deutsche Wort „verschlimmbessern“ beneiden uns sicherlich viele Länder.

Ich für meinen Teil beneide inzwischen die Franzosen um ihre Musik.

PinioL – Pogne – Live at Ca fait zizir festival – 2016

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Die Revolution scheitert am Kabarett. (2)

Im Februar 2013 regte ich mich über das Publikum des Fernsehkabaretts auf: „Ist eben Kabarett, da wird gejohlt und geklatscht.“ Meine Klagen blieben unbeantwortet, es wurde nicht besser. Im Gegenteil: Selbst die vergleichsweise gut gemachte „Anstalt“ fällt noch nach sechs Jahren vor allem dadurch auf, dass diejenigen Beiträge, die eigentlich zornig machen statt unterhalten sollten, von Gejohle und Geklatsche begleitet werden.

Es wurde nicht besser.

Es wurde so schlimm. dass die Protagonisten sich zu einer Rechtfertigung hinreißen ließen:

So schwach unsere Wirkung in letzter Konsequenz auch sein mag, so wichtig ist es uns, diese Form einer Gegenkultur unbeirrt und unbeugsam durchzuziehen.

Die Gegenkultur – tiefer ging’s wohl nicht – der Komik aber ist zwar keine, die Dinge bewegt, jedoch eine, die die Quoten sichert:

In diesem Sinne bot das Thema Gerechtigkeit für Dieter Nuhr und seine Scherzkeksfamily ein monströses Spielfeld: Wohnungsnot, Millionen prekärer Jobs, Altersarmut, Bildungszerfall, krankes Gesundheitswesen, Energiedebakel, staatlich geförderter Cum-Ex-Crime und den alltäglichen Irrsinn in dieser Bananen-Groko. Stattdessen johlten Nuhrs Claqueure über doofen Kommunismus, über doofe Falschpinkler, doofe Arbeitslose, von Neid zerfressene Zukurzgekommene, Bucklige, Zahnlose, Zwerge, doofe Alt 68iger, frustrierte Populisten und doofe Kinder von doofen Eltern. (…) Das hyperventilierende Verspotten der immer gleichen Schießbudenfiguren kompensiert das Abducken bei den Themen des mafiosen Brüssel-Theaters, der digitalen Krake, den ungeklärten Fällen NSU und Amri und dem Wüten der Geheimdienste, der importierten Kriminalität, dem brandgefährlichen NATO-Treiben und vor allem dem medialen Komplettversagen in dieser durch und durch formatierten Republik.

Man lese den „Telepolis“-Artikel und zeige sich nicht nur entsetzt, sondern so ergriffen, dass man künftig das Johlen einstelle und stattdessen die Revolution beginne. Wo bleibt die eigentlich?

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Hambacher Stolz

Apropos Piratenpartei.

Diese trägt zurzeit auf Twitter ein recht eigenartiges Signet in Regenbogenfarben, was vieles bedeuten kann, hier aber offensichtlich für den pride month steht, denjenigen Monat also, „in dem alle die, die nicht der Heteronormativität entsprechen, ihre Diversität feiern“ (ausgerechnet „WELT.DE“), was ein sehr umständlicher Begriff für den Juni („Juno“) ist. Das muss diese Netzpolitik sein. Teil der in diesem Monat üblichen Feierlichkeiten ist die Teilnahme an örtlichen „CSDs“, also Christopher Street Days. Heute fand ein solcher sogar in Hannover statt, was unter anderem Auswirkungen auf den Nahverkehr hatte, wodurch das dortige Wohnen sicherlich noch anstrengender wurde als sowieso schon.

Mir sei ein Szenenwechsel gestattet. Vom 27. Mai bis zum 1. Juni 1832 fand das Hambacher Fest statt, das als Geburtsimpuls für die Demokratie in Deutschland gilt. Festredner, zumeist aus bürgerlichen Kreisen, hielten flammende Appelle an den Patriotismus der Teilnehmer, man beschenkte einander mit Gravuren wie „Vaterland – Ehre – Freiheit“. Man kann von diesem Bestreben nach einem einigen deutschen Volk aus heutiger Perspektive halten, was man möchte, es als besonders links darzustellen täte ihm aber Unrecht. Man würde, fände es 2019 statt, vermutlich von Rechtspopulisten sprechen.

Dieser Fakt hinderte Vera Schmidberger (SWR) selbstverständlich nicht daran, von meinen Gebühren diese hässlichen Sätze zu publizieren:

Das Hambacher Schloss ist eines der wichtigsten Symbole der Demokratie in Deutschland. Jetzt versuchen Rechtspopulisten, den Ort für sich zu instrumentalisieren.

Das Hambacher Schloss kann sich gegen diese Für-sich-Instrumentalisierung durch Vera Schmidberger (SWR) ja nun leider nicht selbst wehren. Der Auslöser für den so überschriebenen Bericht ist, dass ein CDU-Politiker mit einem Gefolge, dem auch Mitglieder der AfD angehörten, eine „Patriotenwanderung“ zu ebendiesem Schloss unternahm. Gleichzeitig versuche er die Aufnahme in die Hambach-Gesellschaft zu erstreiten, der „an die Werte und Ziele des Hambacher Festes“ erinnere. Diese Gesellschaft jedoch sei nicht damit einverstanden, dass Wertkonservative das tun, was Wertkonservative 1832 getan haben:

Für Kreutz aber ist klar: „Das ist eine politische Richtung, die wir nicht wollen.“

Welche politische Richtung der Gesellschaft stattdessen zusagt, ist leider nicht ersichtlich. Die ihrer historisch zu schützenden Vordenker und -arbeiter scheint es somit nicht zu sein.

Was ich insgesamt aber eigentlich wissen möchte: Wenn die sexuelle Ausrichtung, die sich auszusuchen wohl niemandem vergönnt ist, ein Grund zu einem Stolz ist, der sich offenbar bevorzugt, bejubelt von der progressiven Öffentlichkeit, in lauten, schrillen und vor allem öffentlichen Feiern ausdrücken lässt – warum ist Nationalstolz dann ein Problem?

NetzfundstückePiratenpartei
Werberelevante Zielgruppe 2.0

Der ‚Big Brother Award‘-Preisträger Facebook respektiert im Umgang mit privaten Informationen weder den Willen seiner Nutzer noch das europäische Datenschutzrecht. (…) Die Abhängigkeit von diesem Quasi-Monopolisten muss überwunden werden zugunsten nichtkommerzieller dezentraler Netzwerke.
Patrick Breyer, Spitzenkandidat zur Europawahl 2019


Als Teil der Vorbereitung zur wenig erfreulich geendeten EU-Wahl 2019 hat die Piratenpartei Deutschland auf Kosten ihrer nicht um Erlaubnis gebetenen Mitglieder unter anderem auf Facebook und ausgewählten Pornoseiten für insgesamt über 21.000 Euro Werbung geschaltet. Während ich persönlich eins davon als doppelzüngig und ein anderes als amüsant empfinde, zählt am Ende ja nur, was hinten rauskommt, also die Summe an nackten Zahlen.

Die inzwischen veröffentlichten Statistiken – oben separat als PDF-Dateien zu finden – weisen eine klare Richtung auf: Für mehr als ein Fünftel der Kosten bekam die Piratenpartei über Pornoseiten fast das Zehnfache an Aufrufen und mehr als das Doppelte an klickenden Besuchern auf ihre Website weitergeleitet als über Facebook. Als Fazit schlossen die Verantwortlichen hinsichtlich Facebooks, „normale Beiträge und Videos“ eigneten sich eher zur Generierung von Aufmerksamkeit als andere Arten der Werbung. Ein entsprechendes Fazit fehlt bei der Erfassung der Pornowerbung, was ich etwas schade finde. Das wäre eine hervorragende Gelegenheit gewesen, die eigenen Kandidaten von der grauen Masse, die sich ins EU-Parlament wählen lassen wollte, deutlich abzuheben.

Andererseits haben wir da wahrscheinlich Glück gehabt.


Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringern, desto mehr pflegt die sexuelle Freiheit sich kompensatorisch auszuweiten.
Aldous Huxley