In den NachrichtenNerdkrams
Unfai­re Beteiligung

Was ja bis­her auch nie­mand so recht zu beant­wor­ten wuss­te: In der offen­bar unbe­sieg­ba­ren Dis­kus­si­on über ein Ver­wer­terrecht, das schritt­wei­se das Urhe­ber­recht abzu­lö­sen droht, ist auch wei­ter­hin von „Lei­stungs­schutz für Pres­se­ver­le­ger” und „faire[r] Betei­li­gung” die Rede. Wel­che Lei­stung soll da wovor geschützt wer­den und für wen ist es fair, dem Bäcker die Ein­nah­men für den selbst her­ge­stell­ten Kuchen zugun­sten irgend­wel­cher Anzug­trä­ger antei­lig zu verwehren?

MontagsmusikNetzfundstücke
J.G. Thirl­well & Simon Steen­s­land – Red­bug // Die Wartenzyklopädie.

Superb Owl.Es ist Mon­tag. Stöhnt mei­ne IP-Adres­se! In der jüngst ver­gan­ge­nen Nacht wur­de in den USA der „Super Bowl” aus­ge­tra­gen, die Welt­mei­ster­schaft der US-ame­ri­ka­ni­schen Ame­ri­can-Foot­ball-Mann­schaf­ten. Ich bin für die­se Mei­ster­schaft sehr dank­bar, denn so kann ich zufrie­den fest­stel­len, dass ich Fuß­ball­gucken gar nicht für die unin­ter­es­san­te­ste Frei­zeit­be­schäf­ti­gung der Deut­schen hal­te. Und die Regeln ver­ste­he ich auch nicht so gut.

Unfall­mel­dun­gen mit Auto­fah­rer­be­tei­li­gung (ca.:) „Ein Schüt­ze ver­lor die Kon­trol­le über sei­ne Pisto­le.” Der „Postil­lon” fragt sich ähn­lich sati­risch, ob es viel­leicht doch nicht so klug sei, hier­zu­lan­de geschei­ter­te Poli­ti­ker zu EU-Poli­ti­kern run­ter­zu­be­för­dern. Man muss die Woche ja auch mal mit etwas Witz beginnen.

Weni­ger wit­zig: Aus­ge­rech­net in der „EMMA” warnt eine „fran­zö­si­sche Lin­ke” (ebd.): „[Die] Tyran­nei des Belei­digtseins erstickt uns.” Ist es kul­tu­rel­le Aneig­nung, wenn ich die­se Fest­stel­lung als zwei­fel­los alter wei­ßer Mann für unter­stüt­zens­wert hal­te? Lesens­wert ist das dort Gele­se­ne in jedem Fall, denn der „EMMA” kann man sicher­lich man­ches vor­wer­fen, aber einer Frau, das berich­ten so Akti­vi­sten, wie auch einem Pan­da­bä­ren, das füge stets ich hin­zu, habe man gefäl­ligst schwei­gend zuzu­hö­ren, denn sie habe bei­na­he immer Wert­vol­les zu sagen. Das tra­ge ich doch gern weiter.

Im Hau­se Wiki­me­dia freut man sich unter­des­sen dar­über, dass Besu­cher immer län­ger brau­chen, um in der haus­ei­ge­nen Enzy­klo­pä­die „Wiki­pe­dia” die gesuch­ten Infor­ma­tio­nen zu fin­den. Dabei ist eine lan­ge Dau­er sel­ten eine posi­ti­ve Eigen­schaft, außer zum Bei­spiel in der Musik.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Die Beschnei­dung des Patriarchats

Ver­säum­te Gele­gen­heit der Woche: Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) hat eine Men­ge Geld dafür aus­ge­ben las­sen, auf viel gedul­di­ges Papier zu drucken, dass ritu­el­le Beschnei­dung von Mäd­chen nicht gut ist (Archiv­ver­si­on).

Die Bun­des­re­gie­rung will Mäd­chen und Frau­en bes­ser vor Geni­tal­ver­stüm­me­lung schüt­zen. (…) 68.000 Frau­en in Deutsch­land haben laut Gif­fey die­se schwe­re Kör­per­ver­let­zung erlit­ten und lei­den ihr Leben lang darunter.

Zitiert wird auch eine Fachfrau:

Der Schutz­brief soll in meh­re­re Spra­chen über­setzt und auch in Bera­tungs­stel­len und Arzt­pra­xen ver­teilt wer­den. Für Gwla­dys Awo ist es ein wich­ti­ges Doku­ment. Sie ist Vor­sit­zen­de des Ver­eins Les­san e.V., der sich gegen Geni­tal­ver­stüm­me­lung einsetzt.

Die dort ver­link­te Web­site wie­der­um zitiert, um zu erklä­ren, woge­gen sich der Ver­ein eigent­lich enga­giert, die Weltgesundheitsorganisation:

FGM umfasst alle Ver­fah­ren, die die teil­wei­se oder voll­stän­di­ge Ent­fer­nung der weib­li­chen äuße­ren Geni­ta­li­en oder deren Ver­let­zung zum Ziel haben, sei es aus kul­tu­rel­len oder ande­ren nicht­the­ra­peu­ti­schen Gründen[.]

Ich bin jetzt kein Wirt­schafts­fach­mann, aber es schie­ne mir ins­ge­samt doch gün­sti­ger zu sein, statt die­ser groß ange­leg­ten Akti­on § 1631d BGB um das Wort „männ­li­chen” zu berei­ni­gen, denn § 1631d Abs. 2 BGB klärt bereits jetzt alles Weitere:

In den ersten sechs Mona­ten nach der Geburt des Kin­des dür­fen auch von einer Reli­gi­ons­ge­sell­schaft dazu vor­ge­se­he­ne Per­so­nen Beschnei­dun­gen gemäß Absatz 1 durch­füh­ren, wenn sie dafür beson­ders aus­ge­bil­det und, ohne Arzt zu sein, für die Durch­füh­rung der Beschnei­dung ver­gleich­bar befä­higt sind.

Kann ich die­ses Patri­ar­chat noch mal sehen?

In den NachrichtenPolitik
Ob die AfD wohl auch Mini­ster­po­sten anbie­ten würde?

Heu­te vor einem Jahr wur­de in Thü­rin­gen vor­über­ge­hend ein Libe­ra­ler zum Mini­ster­prä­si­den­ten gewählt. Olaf Scholz, amtie­ren­der Finanz­mi­ni­ster der Par­tei, die Rosa Luxem­burg und Karl Lieb­knecht umge­bracht hat, in der Koali­ti­on mit der rechts­po­pu­li­sti­schen CDU/CSU, merkt dazu an:

Für eine demo­kra­ti­sche Par­tei muss ohne jeden Zwei­fel gel­ten: mit Rech­ten arbei­tet man nicht zusam­men! Und wäh­len lässt man sich von ihnen auch nicht.

Die­ser Opt­ativ gilt offen­bar aber nur, so lan­ge die Rech­ten kei­ne Regie­rungs­äm­ter anzu­bie­ten haben, denn andern­falls fin­det die Zusam­men­ar­beit schier kein Ende.

Hof­fent­lich nimmt die AfD nie Kennt­nis von die­sem Trick.

In den Nachrichten
Abend­län­di­sches Traditiönchen

Gute Nach­rich­ten für die Freun­de empi­ri­scher For­schung, schlech­te Nach­rich­ten für die Ver­tre­ter der erschreckend ver­brei­te­ten Theo­rie, dass es bereits als „Tra­di­ti­on” zählt, wenn man – wie unse­re Vor­fah­ren im 8. Jahr­hun­dert vor die Wahl gestellt, ob man künf­tig an einen Gott, des­sen Name („PIPI”, wäre mir auch pein­lich) nicht genannt wer­den darf, „glau­ben” oder einen Kopf kür­zer gemacht wer­den möch­te – sich für besag­ten Gott ent­schei­det: Gera­de ver­liert die „christ­li­che” Kir­che der­art schnell der­art vie­le Mit­glie­der, dass man in Köln frü­he­stens im Mai rauskommt.

Das muss die­ser freie Westen sein.

Mir wird geschlechtPolitik
Mehr Jans für Deutsch­land! (6): Weg­wei­ser für die Rol­le rückwärts

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (sinng.):

Frei gewähl­te Män­ner dür­fen auch Frau­en ver­tre­ten (und anders­rum). Ein Par­la­ment muss des­we­gen nicht genau so zusam­men­ge­setzt sein wie das Volk.

Die Bre­mer Lan­des­frau­en­be­auf­trag­te (sinng.):

Wohohl!

Ein Weg­wei­ser sei das, froh­locken die ange­schlos­se­nen SPD-nahen Zir­kel, und sie mei­nen damit nicht, dass sie aus­nahms­wei­se mal das Grund­ge­setz ein­hal­ten wol­len. Das wäre ja unfair.

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

MusikkritikKaufbefehle
Musik 12/2020 – Favo­ri­ten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 24 von 25 der Serie Jah­res­rück­blick

Na gut, wenig­stens eine spä­te Musik­rück­schau für das schreck­li­che Jahr 2020 gibt es – nur gering­fü­gig ver­spä­tet – doch noch. Man ver­zei­he mir, dass sie kür­zer ist als sonst – bei eini­gen ande­ren Alben konn­te ich nicht an mich hal­ten und ließ mich zu einer Rezen­si­on prae­cox hin­rei­ßen. Man wüh­le in der Blog­ka­te­go­rie, so’s gefällt: Von Emi­nem über das gar nicht so geschrie­be­ne Kom­by­nat Robo­tron bis hin zu – obwohl deutsch­spra­chi­ger Gesang nach­weis­lich krank macht – den Die Ärz­te war sti­li­stisch alles Not­wen­di­ge dabei, sogar ein biss­chen Post­rock. Mir sei ver­zie­hen, dass ich auf ver­än­der­te Hör­ge­wohn­hei­ten auch dies­mal kei­ne Rück­sicht neh­me: Ist ein Stück län­ger als vier Minu­ten, so wird es hier trotz­dem zum Rein­hö­ren emp­foh­len; nicht (nur), weil ich Sadist bin, son­dern auch, weil ich Musik mag.

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NerdkramsIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt zum Ände­re-dein-Pass­wort-Tag 2021

Wer anstel­le grif­fi­ger Phra­sen – und sei es nur „Dies ist mei­ne Pass­phra­se für tuxproject.de.” – auf media­len Rat hin Pass­wör­ter ver­wen­det, die für Men­schen schwer zu mer­ken, für Maschi­nen aber leicht zu errech­nen sind, und dar­um auf die Hil­fe eines Pass­wort­ma­na­gers, der neu­zeit­li­chen Ent­spre­chung einer Kle­be­no­tiz unter der Tasta­tur, ange­wie­sen ist, der soll­te in Erwä­gung zie­hen, nicht nur ein ande­res System zur Pass­wort­ver­ga­be, son­dern auch ein ande­res Medi­um zu verwenden.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Holy Moun­tain – Silent Hawk (live) // Sexklickapp

MontagslächelnEs ist Mon­tag. Die rot-grü­ne Ham­bur­ger Regie­rung hat den Antrag von CDU und Lin­ken auf Unter­brin­gung von Obdach­lo­sen in zur­zeit unge­nutz­ten Hotels abge­lehnt. Ich emp­feh­le das bei der näch­sten Wahl zu berück­sich­ti­gen. Eigent­lich müss­te hier jetzt die wöchent­li­che Über­lei­tung zu Pan­da­bä­ren kom­men, aber Pan­da­bä­ren brau­chen kei­ne Über­lei­tung. Es sind schließ­lich Pandabären.

You­Tube löscht neu­er­dings Däum­chenr­un­ters, wenn sie wie Spam aus­se­hen. Ich wünsch­te ja, Spam beschränk­te sich auf Däum­chen auf Video­platt­for­men; ande­rer­seits gehört You­Tube dem welt­größ­ten Rekla­me­ver­mark­ter, inso­fern erüb­rigt sich die­se Über­le­gung. Die Euro­päi­sche Uni­on arbei­tet wäh­rend­des­sen dar­an, künf­tig pri­va­te Chats ent­schlüs­seln zu dür­fen. Haha, die­se Bri­ten. So doof, die­ser EU-Aus­tritt. Hahaha.

Der­weil bei Twit­ter: Eine Autorin und Pod­ca­ste­rin teilt mit, dass sie dadurch, dass sie nicht hin­rei­chend schwarz sei, Schmerz zufü­ge, und meint damit wahr­schein­lich die­je­ni­gen, die den Quark ver­se­hent­lich lesen. Der Vor­tur­ner des skru­pel­lo­sen Axel-Sprin­ger-Kon­zerns hat­te der­weil eine Epi­pha­nie und sprach ins ZDF hin­ein, „Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus” wer­de zu einem „gesell­schaft­li­chen Pro­blem”. Heißt das, die auf Bestre­ben des skru­pel­lo­sen Axel-Sprin­ger-Kon­zerns ent­stan­de­nen Inter­net­re­form­ge­set­ze wer­den zurückgezogen?

Für den näch­sten James-Bond-Film muss noch mal nach­ge­dreht wer­den, weil der im Film zu sehen­de Cham­pa­gner ver­al­tet ist. So weit, dass ich der „Süd­deut­schen Zei­tung” (bei Fefe ver­linkt) sogar inhalt­lich zustim­men muss, hät­te es nie­mals kom­men dür­fen. 2021 regt mich jetzt schon auf. Es könn­te frei­lich schlim­mer sein, man könn­te Däne sein: In Däne­mark gibt es jetzt eine app, auf der man rum­drücken soll, bevor man sich dem Bei­schlaf hin­gibt. Nie­mand soll noch behaup­ten kön­nen, die Deut­schen sei­en nicht romantisch.

Eine gute Nach­richt gibt es aller­dings doch noch zu ver­mel­den: Schall­plat­ten und Plat­ten­spie­ler erfreu­en sich wei­ter­hin wach­sen­der Beliebt­heit. Das muss gefei­ert wer­den, zum Bei­spiel mit Musik von Plat­te.

HOLY MOUN­TAIN – Silent Hawk – Rockpalast/Eurosonic 2013 [HDadv]

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Dum­bo, Peter Pan und der Tri­umph des Willens.

So weit, so bemer­kens­wert, Dis­ney…

Schon vor län­ge­rer Zeit hat Dis­ney damit begon­nen, vor Fil­men mit kli­schee­haf­ten Dar­stel­lun­gen Warn­hin­wei­se ein­zu­blen­den. Die Dis­ney-Zei­chen­trick­fil­me Ari­sto­cats, Das Dschun­gel­buch, Dum­bo, Peter Pan sowie Susi und Strolch wer­den nicht län­ger in Kin­der­pro­fi­len ange­zeigt. Eine Suche gezielt nach die­sen Fil­men lie­fert kei­ne pas­sen­den Treffer.

…, aber könn­te man mit der­sel­ben Begründung …

„Anstatt die­se Inhal­te zu ent­fer­nen, ist es uns wich­tig, ihre schäd­li­chen Aus­wir­kun­gen auf­zu­zei­gen, aus ihnen zu ler­nen und Unter­hal­tun­gen anzuregen[.]”

… nicht auch NSDAP-Pro­pa­gan­da­fil­me zeigen?

WirtschaftIn den Nachrichten
Wie die Bör­se in der Kri­se funk­tio­niert (2)

Fast rich­tig, Jens Rabe:

Bör­sen­ex­per­te Jens Rabe sag­te, der Höhen­flug der Game­stop-Akti­en scha­de dem Anse­hen der Bör­se, da der Vor­gang als „Zocke­rei” wahr­ge­nom­men werde.

Aber inwie­fern das Wet­ten auf fal­len­de Kur­se, dem die zahl­rei­chen Game­Stop-Käu­fer gera­de mit­tels akti­ven Wert­pa­pier­han­dels einen Rie­gel vor­schie­ben wol­len, bis­her nicht als „Zocke­rei” wahr­ge­nom­men wor­den sein soll, erschließt sich mir nicht – ist das nicht der Sinn die­ser Wetten?

Und wel­ches Anse­hen überhaupt?

In den Nachrichten
Daten­stra­te­gen

Die Daten­stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung ist da. Zur Freu­de der Ein­woh­ner länd­li­cher Gebie­te sowie der Schu­len sind auch Infra­struk­tur­maß­nah­men ein wesent­li­cher Teil derselben.

Wie? Nein, kei­ne Glas­fa­ser­lei­tun­gen in den wei­ßen Flecken. Viel zu teu­er. Stattdessen:

Hier­zu gehö­ren Vor­ha­ben zu Quan­ten- und Hoch­lei­stungs­rech­nern, aber auch das Pro­jekt Gaia‑X.

Und auch der Umgang mit Daten soll ver­bes­sert werden:

Hier geht es dar­um, die Rah­men­be­din­gun­gen dafür zu set­zen, dass mehr Daten ver­ant­wor­tungs­voll und nach­hal­tig genutzt und geteilt wer­den können[.]

Denn wenn eins zu wenig geteilt wird, dann ja wohl mehr Daten!


Angst um das Fern­se­hen? Kei­ne Sor­ge, das Wesent­li­che ist gesi­chert:

Der MDR kürzt kei­ne Gehäl­ter, aber Innovationen.

Wo bleibt eigent­lich die Revolution?