In zeitgenössischer Punkmusik bin ich nicht bewandert, ich find’ die alten Sachen ja besser. “Simulation eines guten Lebens” (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) von scheissediebullen — schöner Name auch — katapultiert mich allerdings mental zumindest in die frühen 2000er, wenn nicht gar in die 90er, zurück. Ich trank damals absurde Getränke (ein bisschen wie heute), hatte bescheuerte Freunde (ein bisschen wie heute) und hörte, was bei ihnen halt so lief. Slime, Terrorgruppe, WIZO, so was halt, selten mal Selteneres.
“Dass mir die Arbeitswelt nicht taugt, / hat der Amtmann längst durchschaut.”
Woran mich “Simulation eines guten Lebens” (die simplen Rhythmen! die platten Texte! aber die ein angenehmes Eigenleben führenden Gitarren gefallen mir, schön etwa in den Strophen von “La Deutsche Vita”) erinnert, das mag jetzt unromantisch klingen, ist insofern diese wilde Jugend. Anarchie, Chaos und Sorglosigkeit bei billigem Schnaps, aber immer mit der einzig richtigen Moral. Das Leben war schön. Es ist ja die Melancholie, immer die Melancholie.


geht mir ähnlich, nur bin ich so einer, wie die bescheuerten Freunde und höre diese Musik immer noch
(mittlerweile aber nicht mehr mit diesen Gefühlen, seit der Staatsfunk 2023 das Jahr des Punk ausgerufen hat https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/no-future-warum-2023-das-jahr-des-punks-wird-100.html )
Denke ich an Punk, denke ich an den Bayrischen Rundfunk.