Viel ist derzeit zu lesen über die Sorge um die Verödung von Innenstädten. Damit gemeint ist nicht etwa, dass einst attraktive Innenstädte seit Jahrzehnten aufgrund des Baus geschmackloser rundumverglaster Einkaufszentren, als Sahnehäubchen mitunter gar mittels der Schändung historischer Fassaden, ihren optischen Reiz verlieren, sondern — im Gegenteil — das Ausbleiben großer Menschenmengen, die sich durch diese einst attraktiven Innenstädte schieben, um in blöden Geschäften nutzarmen Plunder zu kaufen.
Dass diese Menschenmengen ihr Tun selbst nicht für eine bedenkliche Auswirkung einer ungezügelten Konsumgesellschaft, sondern für eine schöne Freizeitgestaltung halten, ist insbesondere in Erwägung der späteren Erzählungen im Familienkreis witzig:
„Wie habt ihr euren Urlaub zu Hause verbracht?“
„Wir haben eingekauft!“
Ich möchte gar nicht abstreiten, dass die Verfügbarkeit von regulären Ladengeschäften für digital Abgehängte — Berg- und Dorfbewohner, Alte, Kranke — sowie Datenschutzbewusste weiterhin von entscheidender Bedeutung ist; vielleicht aber ist diese Entödung der Innenstädte durch die Rückkehr der Stadt selbst eine gute Gelegenheit, den grassierenden Einzelhandel sinnvoll zu konsolidieren.
Am besten da, wo er optisch nicht stört.

Ich hätte ja nichts dagegen wenn die Innenstädte wieder aufgewertet würden. Wieder mehr Inhabergeführte Geschäfte, weniger Billig Discounter, 1‑Euro Läden anderseits und weniger Modegeschäfte. Was auch stört das in vielen Innenstädten es kaum noch möglich ist in einem Lebensmittelladen einzukaufen. Außer man steht nur auf Junkfood und Getränke der Coca Cola Company.
Wenn man doch mal in so ein Frainchise Geschäft oder einer Filialle eines großen Konzerns geht, merkt man schnell das die frühere Diversität mehr und mehr verloren geht. Für mich ist inzwischen einfacher online einzukaufen, statt offline zu schauen wer was anbietet. Computerteile zu bekommen ist immens schwer, wenn es nicht fürs Handy oder Smartphone ist.
Anderseits ist es einfacher geworden Waren von örtlichen Händlern zu bekommen. Warum muß z. B. ein Buch bei Amazon bestellt werden? Der Buchhändler vor Ort bietet diese zum gleichen Preis an und liefert diese meist aus.