Es ist Montag. Beobachtung an mir selbst: Je trauriger ich bin, wenn ich in Genussforen zugegen bin, desto größer ist mein Interesse daran, mir demnächst ein noch gesundheitsschädlicheres Laster als bisher zuzulegen. Vielleicht sollte ich anfangen zu rauchen. Selbstzerstörung ist immerhin eine Kunst, die beherrscht sein will. Selbst Elon Musk, raunten so Medien neulich, nehme „in großem Stil“ Drogen. Narr, wer bei Bier und Zigarette in seinen Bart murmelt, damit sei er, Musk, wohl erledigt.
Ab Mittwoch fährt die Deutsche Bahn aus anderen Gründen als sonst nicht (Streik), auf den Autobahnen geht es heute schon los. Dass das öffentliche Leben eine Weile stillsteht, haben wir ja jahrelang geübt, das sollte insofern kein Problem darstellen. Dabei sind die Lager klar aufgeteilt: Wer zugunsten der Landwirtschaft protestiert, ist rechtsradikal, mindestens aber neoliberal. Es wurden Traktoren mit Reichssymbolik gesichtet, das reicht als Urteil über den Bauern an sich. Denen geht es doch gut sagen die, denen es zu gut geht. Das wird den Rechtsruck auf dem Land sicher verhindern. Auf die Idee, dass man als Linker nicht unbedingt die Bundesregierung gegen Proteste der Arbeiter und Bauern in Schutz nehmen sollte, kommen sie schon gar nicht mehr. Die neue Staffel Bauer Rangers irritiert mich. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Lieblingscomichelden Feman.
Apropos: Bei der SPD wird man jetzt ausgebuht (Archivversion), wenn man den Kanzler darum bittet, sozialdemokratische Politik zu machen. Man erntet, was man sät. „Immer noch besser als die CDU“ sagen sie und halten das für eine Entschuldigung. Der DGB verlangt unterdessen einen Sonderfonds zur Sanierung der kaputten Bahninfrastruktur. Wäre es nicht nachhaltiger, den Laden direkt wieder zu verstaatlichen und die Vorstände einer anständigen Arbeit zuzuführen?
Manöverkritik, da wir gerade bei den Nachrichten sind: „Die Israelis fühlen sich verfolgt.“ („FAS“, aktuelle Ausgabe, Titelseite) ist sicherlich ein valider Satz, wenn es darum geht, darüber zu berichten, dass der rechtsradikal regierte Unrechtsstaat Israel sich vor dem IGH verantworten muss, aber mal so ganz unter uns: Direkt erwähnenswert ist das ja nun nicht, oder?
Fundstück: Es scheint ein Unicodesymbol zu geben, von dem niemand weiß, was es überhaupt bedeuten soll. Das geht mir ja mit den meisten Emojis so.
Verstehe ich hingegen sehr gut: Musik.
Guten Morgen.



Ich bin es ja gewohnt, dass Mathematiker einen »Kitzelblitz« (mein Wort dafür) schreiben, also ein »↯«, um in indirekten Beweisen einen Widerspruch zu kennzeichnen, aber »⍼« ist mir wirklich noch nie übern Weg gelaufen. Da hat sich doch mal jemand einen kleinen Scherz erlaubt, und jetzt ist das Unicode-Standard geworden… oh, das waren ja die Emoji. 😸
Die Anzahl Unicode-Zeichen, bei denen ich nicht weiß, was sie bedeuten, ist allerdings viel größer als die Anzahl der Unicode-Zeichen, die mir etwas sagen.
„Kitzelblitz“ ist ein schönes Wort. Das hätte ich im Studium kennen sollen. Mist.