Sie nennen sich weltoffen, lehnen kulturellen Hochmut vermeintlich ab und unterscheiden in ihrer Sprache trotzdem zwischen Buchstaben, den Schriftzeichen des eigenen Kulturraumes, und Schriftzeichen, wenn das Alphabet kein ABC, sondern ein Abdschad oder Gojūon ist. Niemals kämen sie auf die Idee, „deutsche Schriftzeichen“ zu sagen. Das fänden sie albern.
Senfecke:
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Der Buchstabe ist doch einfach ein Schriftzeichen aus einem Alphabet. Egal aus welchem Kulturkreis. Für die einzelnen Zeichen anderer Schriftsysteme haben wir oft nur keine genauere Bezeichnung.
Ein Buchstabe ist in anderen Schriftsystemen bisweilen das Gleiche wie ein Schriftzeichen. Die Verwendung „Buchstabe = lateinisch, Schriftzeichen = kann ick nich lesn“ ist zumindest merkwürdig.
Die Schriftzeichen des kyrillischen Alphabets sind auch Buchstaben und keineswegs lateinisch. Anderes Beispiel: die Schriftzeichen in Silbenschriftarten, wie etwa Katakana, nennt man nicht Buchstaben, sondern nur Schriftzeichen. Aber du wolltest sicher auf etwas ganz anderes hinaus.
Gut, ich stelle mich mal dumm: warum nennt „man“ (wer?) Kana nicht Buchstaben? Was ist ein Buchstabe? Haben nur Lautschriften Buchstaben? Warum?
Die Schriftzeichen einer Silbenschriftart werden mit mehreren Lauten gesprochen. Das Zeichen an sich lässt sich nicht weiter unterteilen. Erst wenn der kleinste Teil ein Laut ist, wie du schon bemerkst, in einer Lautschrift, und es dafür eine Schrift (ein Alphabet) gibt, ist es ein Buchstabe. Wer sich das einfallen lassen hat? Leider keine Ahnung. Ich sehe das analog der Ziffern und Zahlen. Die Römischen Zahlzeichen sind eben keine Ziffern, sondern (der Überbegriff) ein Zahlzeichen.
In der deutschen Rechtsprechung heissen diese schon zb “römisch Ziffer zwei”.
Ich verstehe die Fragestellung nicht wirklich. Der Begriff “Buchstabe” geht auf Schriftzeichen und die Praxis des Gravierens zurück, benennt aber letzlich davon abweichend Lautunterscheidungen. Man kann also eine ‘Buchstabenschrift’ lesen, ohne ihre Bedeutung zu kennen — mit diversen Abweichungen und Ausnahmen, aber das ist ihr Prinzip.
Was nun wiederum unreflektierte Sprachideologen in ihrer Benennungspraxis treiben, ist mir wumpe.