KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Wire - Mind Hive

Wire - Mind HiveLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Punk ist nicht tot, Punk macht jetzt was ande­res. Wire etwa, anschei­nend unver­wüst­li­che Altheroen des Genres, haben im Januar 2020 mit „Mind Hive“ (Amazon.de, TIDAL) ein wei­te­res erstaun­li­ches Album vorgelegt.

Der Rohpunkanteil, schon vor Jahrzehnten auf gerin­ge Dosen redu­ziert, ist zugun­sten von Artrock und Postpunk gänz­lich ver­schwun­den. Das macht „Mind Hive“ zu einem noch inter­es­san­te­ren Album, denn Rohpunk ist musi­ka­lisch völ­lig unin­ter­es­sant. Stattdessen gibt es eine inter­es­san­te Mischung aus Sonic Youth, The Fall und R.E.M., aber auch den spä­ten Beatles („Unrepentant“) und Depeche Mode („Oklahoma“) zu hören, was mich vor allem des­halb erstaunt, weil ich Depeche Mode eigent­lich gar nicht lei­den kann.

Kann man hören, das.

Mir wird geschlecht
Gerechte Unfähigkeitsquote

Zur Frauenquote in Vorständen - ab 2025 viel­leicht auch in der ohne­hin defekt­quo­tier­ten CDU - ist schon vie­les geschrie­ben wor­den, unter ande­rem von mir. Dass eine sol­che sowohl dem nach zähem Kampf legi­ti­mier­te drit­ten Geschlecht (sol­len die sich doch als Frau füh­len, wenn ihnen das nicht passt!) als auch den neu­lich erst als beson­ders benach­tei­ligt iden­ti­fi­zier­ten Schwarzen einen sta­ti­sti­schen Nachteil ver­schafft, ist daher zwar wei­ter­hin wit­zig, aber müßig zu betonen.

Mit einem etwas unge­wöhn­li­chen Ansatz bril­liert Teresa Bücker, „Journalistin“, Feministin und Kolumnistin in Personalunion bei einem Ableger der „Süddeutschen Zeitung“, indem sie mit Bezug auf das Leistungsprinzip fragt:

Findet ihr alle Männer mit Posten, die bei euch in der Partei, im Unternehmen, in der Organisation sind, fähig und her­aus­ra­gend? War jeder eurer Chefs die aller­be­ste Besetzung?

Darum, so die Implikation, wäre es auch kein Problem, nach vie­len unfä­hi­gen Männern auch mal eine unfä­hi­ge Frau auf den Chefposten zu set­zen. Ist ja eh egal dann. Dass Firmen wie HP (lief nicht gut) und Yahoo! (war auch schei­ße) genau das ver­sucht haben und es genau wie erwar­tet lief, ver­schweigt Teresa Bücker. Das ist wahr­schein­lich wie mit dem Sozialismus: Das muss man nur mal rich­tig machen.

Oder man fragt näch­stes Mal - auch bei der CDU - eben doch wie­der jeman­den, des­sen Qualifikation nicht bloß zwi­schen den Beinen zu suchen ist. Vielleicht mal einen Mann?

NerdkramsNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 7. Juli 2020

Neues aus der Open Soße (1): Die kosten­lo­se Version von LibreOffice wird künf­tig für den pro­duk­ti­ven Einsatz sei­tens ihrer Entwickler „nicht mehr emp­foh­len“ (Seite 32). Ist viel bes­ser als Microsoft, man las­se sich da nichts einreden.


Neues aus der Open Soße (2):

Weltweit ent­ste­hen immer mehr Initiativen des Selbermachens, in denen eine Vielfalt von Anliegen und Problemen kol­lek­tiv bear­bei­tet wer­den. (…) Das Buch wid­met sich der visio­nä­ren Kraft die­ser viel­ver­spre­chen­den inno­va­ti­ven Praxis und bie­tet zugleich eine gesell­schaft­li­che Einordnung der neu­en »Labore« gesell­schaft­li­cher Transformation.

Eine Rückkehr in die Deindustrialisierung als „visio­nä­re Kraft“ einer „inno­va­ti­ven Praxis“ zu beschimp­fen ist zwei­fel­los eine wit­zi­ge Idee, somit ist die Prämisse des Buches bereits jetzt humor­freund­li­cher als unge­fähr jedes zeit­ge­nös­si­sche Fernsehkabarett; ärger­lich nur (auch und gera­de beim Buch), dass sein Witz aus­ge­rech­net den Falschen entgeht.


Die blö­den Grünen haben den Entwurf für ein neu­es Grundsatzprogramm ver­öf­fent­licht. Es folgt mei­ne per­sön­li­che Top 5 der albern­sten Abschnitte.

Erstens:

Würde, Freiheit und Gleichheit erge­ben sich aus der Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte. (…) Die Verwirklichung von Frauenrechten (…) sowie eine akti­ve Mädchen- und Frauenförderung in allen Bereichen sol­len die inter­na­tio­na­le Politik leiten.

  • Ja, wie denn nun? Gleichheit oder doch lie­ber nicht?

Zweitens:

Wir sind aus ver­schie­de­nen Wurzeln zusam­men­ge­wach­sen. Sie lie­gen in der Öko- und Anti-Atom-Bewegung, der Frauen- und Bürgerrechtsbewegung, der Lesben-, Schwulen-, Eine-Welt- und Friedensbewegung sowie der Freiheitsbewegung der fried­li­chen Revolution.

  • Da haben die Grünen doch glatt die Nationalisten ver­ges­sen. Aber es ist ja nur ein Entwurf und es ist noch etwas Platz.

Drittens:

Unsere gemein­sa­me euro­päi­sche Währung trägt zu einem star­ken gemein­sa­men Europa bei. (…) Daher gilt es, die euro­päi­sche Währungsunion zu voll­enden und die dafür not­wen­di­gen Vertragsveränderungen auf den Weg zu bringen.

  • Anderswo im Programm ist von „der EU“ die Rede, daher liegt der Schluss nahe, dass hier statt­des­sen vom geo­gra­fi­schen Europa die Rede ist. Gute Nachricht: Endlich kriegt die Schweiz den Euro!

Viertens:

Politische Entscheidungen müs­sen dar­an gemes­sen wer­den, ob ihre Folgen mit der Einhaltung der pla­ne­ta­ren Grenzen ver­ein­bar sind.

  • Die Antwort auf die Frage, wel­che poli­ti­sche Entscheidung damit zu tun haben könn­te, dass die pla­ne­ta­ren Grenzen nur durch unser Aussterben noch sicher ein­ge­hal­ten wer­den kön­nen, könn­te die Bevölkerung ver­un­si­chern.

Fünftens und letztens:

Ein Mensch ohne Privatsphäre ist nie­mals selbst­be­stimmt. Informationelle Selbstbestimmung und infor­ma­ti­ons­tech­ni­sche Sicherheit sind zu garan­tie­ren. (…) Jeder Mensch hat ein Recht, sich frei zu infor­mie­ren und frei zu kom­mu­ni­zie­ren. Die digi­ta­le Transformation kann allen Individuen mehr Macht ver­lei­hen. Sie bringt eine neue Welle der Aufklärung mit sich.


Forscher for­schen: „Forscher vom Mannheimer Zentralinstitut (ZI) für Seelische Gesundheit wol­len jun­gen Menschen per App den Ausstieg aus der Cannabissucht erleich­tern.“ Leider wei­ter­hin per App uner­leich­tert bleibt der Ausstieg aus der Sucht nach dau­ern­dem Starren ins Smartphone.

Man ver­su­che „die guten Gefühle, die Cannabis erzeugt, anders aus­zu­lö­sen“. Ich wer­de davon ja nur müde und krie­ge den wider­li­chen Gestank nicht mehr aus der Nase. Wie soll die App denn hei­ßen? „Hannover-Simulator“?


Antifa ist Handarbeit.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Long Distance Calling - Hazard // Sterbehilfe als Uniform

Frühstück! (via baerchen57 auf Flickr)Es ist Montag in einer Stadt mit einem nes­tei­ge­nen funk­tio­nie­ren­den Flughafen; ätsch. Der Punkt ist erreicht, an dem mich Grillen all­mäh­lich ein wenig anzu­stren­gen beginnt. Hoffentlich ist es bald wie­der zu kalt für den Kram. Nicht, dass es nicht ohne­hin sinn­vol­ler wäre, dann drau­ßen ein Feuer zu ent­zün­den, wenn es kalt ist; aber die Menschen nei­gen mit­un­ter nicht zum ver­nünf­ti­gen Verhalten. Der Bundestag möch­te Tabakwerbung noch etwas schwie­ri­ger machen, aber Fußballkneipen dür­fen auch wei­ter­hin unge­ahn­det dem Befriedigen meh­re­rer gefähr­li­cher Süchte auf ein­mal (Saufen und Passivsport) nach­ge­hen. Vielleicht wäre es ein­fa­cher, wenn Tabak auch einen ver­gleich­ba­ren Rauschzustand aus­lö­ste und sei­nen Konsumenten nicht nur zu einem zitt­ri­gen Qualmwrack mach­te. Gibt es da nicht was aus der Chemie?

Gute Nachrichten: Die SPD setzt sich statt rei­ner Altersarmut aus­nahms­wei­se auch mal hart­näckig für Sterbehilfe ein. Da wäre ich fast ver­sucht, eine aner­ken­nen­de Bemerkung anzu­brin­gen, aber ich mag nicht. Zwecks Gleichberechtigung schwer­be­hin­der­ter und nicht schwer­be­hin­der­ter Menschen bei der Sterbehilfe steht Karl Lauterbachs Genossin Eva Högl ihm jeden­falls zur Seite und möch­te auch jun­gen Menschen mit­tels erneu­ter Wehrpflicht beim Sterben hel­fen. Ein paar Jahre ohne all­zu offen­sicht­lich geführ­ten Krieg und schon wird die SPD wuschig. Das geht ja so nicht. - Dieselbe SPD frei­lich, die die „jun­ge Welt“ neu­lich als neo­li­be­ral bezeich­net hat, irri­tie­ren­der­wei­se aber „Bertelsmann-Stiftung“ und nicht „SPD“ dran­ge­schrie­ben hat.

Die dies­jäh­ri­ge Goldmedaille im Hundertmeterstreiken geht an Luisa Neubauer, die dazu auf­ge­ru­fen hat­te, „vom Willy-Brandt-Platz bis zum Bundestag“ zu „strei­ken“, wie auch immer das mit dem Streik im vor­lie­gen­den Fall - zumal in der Ferienzeit - wohl aus­se­hen mag. Anderswo erkennt man der­weil einen Gegenpräsidenten an, um eine Menge Geld nicht raus­rücken zu müs­sen. Das könn­te man in Deutschland auch mal machen.

Ebenfalls in Deutschland gemacht: Musik.

LONG DISTANCE CALLING - Hazard (OFFICIAL VIDEO)

Guten Morgen.

ComputerIn den Nachrichten
Wanzenzwang

Wenn es doch bloß end­lich eine Möglichkeit gäbe, vom Kauf einer Wohnzimmerwanze mit gro­ßem Bildschirm („smar­ter Fernseher“) abse­hen zu können!

Vernetzte Fernsehgeräte sam­meln oft ohne Wissen der Betroffenen inti­me Nutzungsdaten, haben die Wettbewerbshüter fest­ge­stellt. (…) Bei der Ersteinrichtung füg­ten sich die mei­sten Kunden zudem den ange­zeig­ten Bedingungen, da sie dazu kei­ne Alternative sähen.

Hoffentlich erfin­det bald jemand ein ande­res Medienkonsumgerät.

NerdkramsNetzfundstücke
hass­red-it

Es ist ja schön, dass red­dit end­lich etwas gegen hass­erfüll­te Beiträge unter­nimmt, aber …

Communities and peop­le that inci­te vio­lence or that pro­mo­te hate based on iden­ti­ty or vul­nera­bi­li­ty will be ban­ned. (…) For examp­le, the rule does not pro­tect groups of peop­le who are in the majority[.]

… ich emp­fin­de es als unfair, dass man dort jetzt nach Belieben Han-Chinesen - die größ­te eth­ni­sche Gruppe der Welt und somit zwei­fel­los die majo­ri­ty - hass­be­re­den darf. Das hät­te man doch bestimmt auch anders lösen können!

(alter­na­ti­ve Lesarten: Fefe, „hei­se online“ [dort, wie so oft, vor allem das Forum])

ComputerIn den Nachrichten
Ausbrecher ver­hin­dern? Gefängnisse sprengen!

Oder:

Ermittler wei­sen seit Jahren auf die Rolle von Straßen bei Unfalltoden hin.

Oder auch:

Ermittler wei­sen seit Jahren auf die Rolle von Wasser bei Haushaltsunfällen hin.

Beziehungsweise, wie es rich­tig heißt:

„Wir müs­sen erken­nen, dass Kindesmissbrauch im Netz wei­ter ver­brei­tet ist, als wir bis­her ange­nom­men haben.“ (…) Diese Einschätzung über­rascht, denn Ermittler (…) wei­sen seit Jahren auf die Rolle des Internets bei Kindesmissbrauch hin.

Das wird noch teuer.


Inzwischen in Polen:

IKEA hat­te einen Mitarbeiter gefeu­ert, der in der inter­nen Firmenkommunikation Homosexuellen mit dem Tod gedroht hat­te. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit die Religionsfreiheit des Homo-Hassers ver­letzt wurde.

Warum gehört das Christentum eigent­lich zu Deutschland?

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Kombynat Robotron - Dickfehler Studio Treffen I

Kombynat Robotron - Dickfehler Studio Treffen ILange nichts mehr über Musik geschrieben.

Das Kombynat Robotron, das sich selbst КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ schreibt, was man eigent­lich ganz anders aus­sprä­che, ist ein falsch nach einem Computerhersteller der DDR benann­tes Kieler Quartett, das seit etwas mehr als zwei Jahren exi­stiert und seit­dem bereits meh­re­re Alben ver­öf­fent­licht hat. Das aktu­ell­ste der­sel­ben heißt „Dickfehler Studio Treffen I“ (Amazon.de, Bandcamp.com) und dis­qua­li­fi­ziert sich eigent­lich schon aus Prinzip für mei­ne dies­jäh­ri­ge Musikrückschau, denn es wur­de live - wenn auch in einem Studio - aufgenommen.

Zu hören gibt es Krautrock in sei­ner instru­men­tal-hyp­no­ti­schen Ausprägung, das Internet schlägt eine Nähe zur Düsseldorfer Genregalionsfigur Neu! vor, aber bei jenen hat mir bis­lang immer das Mitreißende gefehlt, das Stücke wie „Sequoia“ mir hier bieten.

Dickfehler Session No. 1 || КОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ - Sequoia

Sicher: Überraschungen lau­ern hier nur weni­ge, das Genre (sagt man das noch?) wird ja seit über fünf­zig Jahren bespielt. Trotzdem höre ich hier wenig­stens eine fei­ne Abwechslung in dem Einheitsbrei, der heut­zu­ta­ge als Krautrock durch­geht. Ich mag das.

In den NachrichtenMontagsmusik
Edwyn Collins - A Girl Like You // Gammelluxus statt Billiggammel

Wie ich gucke, wenn ich die Nachrichten leseEs ist Montag. Irgendwelche Medien und Verlage fin­den mal wie­der, Facebook sol­le gefäl­ligst nicht so nach­läs­sig mit den Daten sei­ner Besucher hau­sie­ren gehen. Das dür­fen nur sie. Es hat Gründe, war­um das Web von vie­len nicht als der inter­es­san­te­ste Teil des Internets ange­se­hen wird. Wer ahnt, wel­che es sind?

Auf einem Fleischgipfel (hihi), heißt es, habe die Bundesagrarministerin vor­ge­schla­gen, man kön­ne Fleisch doch teu­rer machen, denn dann wür­de es Mensch und Tier bei des­sen Herstellung sicher bes­ser erge­hen. Bekanntlich sor­gen höhe­re Preise näm­lich stets für bes­se­re Bedingungen und nicht etwa für höhe­re Renditen. Sollen die Armen doch Kuchen essen! Wumms. - Sibel Schick, die mich noch im Mai, von der lästi­gen Pflicht, andau­ernd Fleisch essen zu müs­sen, befreit hat, kämpft eben­so noch immer für Gerechtigkeit: Türkische Neonazis wer­den mar­gi­na­li­siert und sind daher eine schüt­zens­wer­te Minderheit. Gute Idee: Ich habe gele­sen, im Fernsehen wer­den dem­nächst wie­der Sprecherposten frei.

Verkehrte Welt: Der „Deutschlandfunk“ beruft sich wie zur Abgrenzung zur Konkurrenz dar­auf, dass Einordnungen nicht jour­na­li­stisch, weil sub­jek­tiv sei­en, und prompt ertönt ein lau­tes Geschrei, dass es gefäl­ligst die Aufgabe des „Deutschlandfunks“ zu sein habe, den Mitteilungen sei­ner Kolumnisten min­de­stens eine Abwertung bei­zu­le­gen. Vielleicht sind es ja gar nicht die Verlage, die ein Anachronismus sind, son­dern ihre Kunden?

Zeitlos und daher unge­fähr­det hin­ge­gen bleibt: Musik.

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Geben wir die Simpsons doch ein­fach den Chinesen!

Gute Nachrichten, der Rassismus ist so gut wie besiegt:

Seit dem Tod von George Floyd setzt sich alle Welt wie­der mehr mit dem Thema Rassismus aus­ein­an­der. Das trifft auch die Kultserie “Die Simpsons”: Dort wer­den bis­her auch nicht wei­ße Figuren wie Apu von wei­ßen Schauspielern ein­ge­spro­chen, was auf Kritik stößt. (…) Wie unter ande­rem der “Spiegel” und “Deutschlandfunk” (…) berich­ten, soll sich das jetzt ändern. Das betrifft dem­nach kon­kret die Figuren Apu Nahasapeemapetilon und Dr. Hibbert, die künf­tig nicht mehr wie bis­her von wei­ßen Sprechern syn­chro­ni­siert wer­den sollen.

Nun ist die ein­zi­ge wirk­lich wei­ße Figur in den „Simpsons“ der jüdi­sche Clown Krusty (die Religion sei­nes Sprechers ist mir bedau­er­li­cher­wei­se unbe­kannt), der nur sel­ten mit sei­ner natür­li­chen Hautfarbe zu sehen ist. Nahezu alle ande­ren Figuren sind gelb.

Was sagt es eigent­lich über die­je­ni­gen aus, die für schwar­ze Comicfiguren gefäl­ligst schwar­ze Stimmen hören wol­len, gleich­zei­tig aber gel­be Figuren für wei­ße Figuren hal­ten, dass sie auch nur irgend­was von dem, womit sie Serienmacher die­ser Tage belä­sti­gen, völ­lig ernst meinen?

Netzfundstücke
J@@@.

Lilly Blaudszun, SPD-Teenager und beein­flus­send, kün­dig­te auf Twitter an, sie wer­de zur Eröffnung der mor­gi­gen TINCON spre­chen. Die TINCON ist eine unter ande­rem von meh­re­ren Bundesministerien und Stiftungen geför­der­te Konferenz für Jugendliche, die von einem Mittfünfziger und sei­ner Frau erson­nen wur­de und auch sonst nur weni­ge Teenager - hier­für steht das T im Namen - unter den spea­kern auf­wei­sen kann.

Die Begeisterung der - ich wie­der­ho­le mich: von meh­re­ren Bundesministerien geför­der­ten - Ausrichter kann­te kaum Grenzen, vor allem nicht sprachlich:

J@@@! Lilly, wenn du los­legst, schä­len wir uns erst­mal 1 Cornetto auf den Kickoff ✌ *Freu*

Seitdem pla­gen zwei ent­schei­den­de Fragen mich und mein see­li­sches Wohlbefinden: Wann genau fand die Abkopplung zwi­schen der Jugend und uns statt und war­um fühlt sich das so ange­nehm an?