MontagsmusikPolitik
Under­world – Cow­girl // Kei­ne Koali­ti­on für niemand

"Wach".Es ist Mon­tag. Die Bri­ten krie­gen mög­li­cher­wei­se wit­zi­ge Maß­ein­hei­ten zurück, Unzen zum Bei­spiel. Wie viel Fuß­ball­fel­der oder Saar­län­der 1 Fuß sind, müss­te ich aber nach­gucken. Und wie viel ist das in Pandabären?

Poli­tik, nutzt ja nix: Vor der Wahl wird noch schnell Geld ver­teilt. Nach der Wahl ist sowie­so unklar, wer über­haupt noch koalie­ren will: Die Grü­nen wol­len kein Schwarz-Grün, das über­dies dazu füh­ren wür­de, dass „JReh­born” (wer?) die Grü­nen ver­las­sen wür­de, und kein Rot-Rot-Grün, die Lin­ke wie­der­um, Heim­statt eines Alt­na­zis, will eben­falls nicht mit den Grü­nen zusam­men regie­ren, so lan­ge die­se die För­de­rung der NATO zur Vor­aus­set­zung machen; aller­dings will die Lin­ke ohne­hin kein Par­la­ment mehr. FDP und Grü­ne kön­nen ein­an­der aus Frei­heits­grün­den auch nicht lei­den, was aber vor­aus­sicht­lich erst Ende Sep­tem­ber Kon­se­quen­zen haben wird, eine „Ampel” ist aber schon des­halb undenk­bar, weil die FDP ein ande­res Steu­er­sy­stem zur Vor­aus­set­zung zu machen behaup­tet. Immer­hin: Sämt­li­che rele­van­ten Par­tei­en for­dern (von wem?), dass ich nach der Wahl weni­ger Steu­ern zah­len soll. Ich bin schon sehr gespannt, wie das ausgeht.

Die Grü­nen revol­tie­ren gegen Wahl­pla­ka­te, die MLPD gegen Sati­re und die Über­wa­chungs­par­tei SPD gegen sich selbst. „Die jun­ge Genera­ti­on”, schwätzt aus­ge­rech­net Til­man Kuban von der CDU und meint damit wahr­schein­lich sogar sich selbst (Jahr­gang 1987, somit für die CDU noch fast ein Kind), brau­che „im Bun­des­tag eine noch stär­ke­re Stim­me”. War­um das Alter eine bedeu­ten­de Rol­le spie­len soll und was die anschei­nend durch­schnitt­lich älte­ste Par­tei im Bun­des­tag selbst mit ein paar jün­ge­ren Neu­zu­gän­gen zu einer Ände­rung der Situa­ti­on bei­tra­gen soll, weiß ich auch nach dem Lesen des Tex­tes nicht. Poli­ti­ker halt.

Elek­tro­nik möge den Tag erhellen.

Under­world – Cowgirl

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Upsi.

Ich emp­fin­de mitt­ler­wei­le Sym­pa­thie für die­je­ni­gen, die for­dern, Ter­ror­staa­ten mit allen Mit­teln zu zer­bom­bar­die­ren:

Die US-Streit­kräf­te haben ein­ge­räumt, bei einem Droh­nen­an­griff in der afgha­ni­schen Haupt­stadt Kabul Ende August meh­re­re Unschul­di­ge getö­tet zu haben. „Ich bin inzwi­schen davon über­zeugt, dass bis zu zehn Zivi­li­sten, dar­un­ter bis zu sie­ben Kin­der, bei die­sem Angriff auf tra­gi­sche Wei­se ums Leben gekom­men sind”[.]

Kann ja mal passieren.

Die Bun­des­wehr will auch bewaff­ne­te Droh­nen haben. Wird schon gut gehen. Wir sind ja die Guten.

In den Nachrichten
End­lich mal ein Sport für mich

Es ist schon selt­sam: Da lernt man auf dem Weg zum Erwach­sen­wer­den, dass Urkun­den über die „erfolg­rei­che Teil­nah­me” an irgend­was kein Qua­li­täts­kri­te­ri­um sind und dass ins­be­son­de­re im Sport blo­ße Anwe­sen­heit nicht zu Ruhm und Ehre führt, und dann guckt man aus Ver­se­hen beim „rbb” rein und der sagt, Bezug neh­mend auf die 2023 mög­li­cher­wei­se statt­fin­den­den­de Son­der­olym­pia­de („Spe­cial Olym­pics”), was ande­res.

„Die Men­schen und Ath­le­ten ste­hen kom­plett im Vor­der­grund bei der Ver­an­stal­tung” (…). Es sol­len Spie­le von Ath­le­ten für Ath­le­ten sein. Und es soll ein Signal sein, dass Sport nicht „höher, schnel­ler, wei­ter” bedeu­ten muss. Son­dern, dass er es tat­säch­lich voll­bringt, alle Men­schen einzubeziehen.

Wenn es beim Wett­kampf­sport aber nicht mehr dar­um geht, wer am Ende die beste Lei­stung voll­bracht haben wird, könn­te es sein, dass ich mei­ne kri­ti­sche Hal­tung gegen­über Sport­ver­an­stal­tun­gen noch mal über­den­ke. Eine nicht beson­ders über­ra­gen­de kör­per­li­che Lei­stung voll­brin­gen kann ich eigent­lich ziem­lich gut.

Für Ange­bo­te bin ich aufgeschlossen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Die Gol­de­nen Zitro­nen – Raus aus der Klas­se, zurück in die Klas­se // Ersatzflüssigkeiten

Man soll ja viel trinken.Es ist Mon­tag. Nie­der­sach­sen hat kom­mu­nal gewählt, mich jedoch nur mit küm­mer­li­chen Stimm­an­tei­len, was mei­nen Plan der Welt­herr­schaft kom­pli­zier­ter gestal­tet als erhofft. Na gut, ich arbei­te daran.

Immer­hin the­ma­tisch pas­send „berich­tet” „Wer­ben und Ver­kau­fen” („W&V”) dar­über, dass der ehe­ma­li­ge Punk Bela B., (ehe­ma­li­ges?) Mit­glied der KPD/RZ und der PAR­TEI, zusam­men mit ande­ren schlim­men Men­schen wie Sven Rege­ner dazu auf­ge­ru­fen hat, dem­nächst die Leh­rer­kin­der­par­tei „Grü­ne” zu wäh­len. Ist das sub­ti­le Eta­blis­se­ment­kri­tik, die ich nicht ver­ste­he? Und war­um ist das eine Mel­dung? Immer­hin: Jetzt ist Scholz auch mal dran.

Hacker des Tages: Men­schen, die E‑Mails ver­schicken. Eher kei­ne Sati­re auch: Das US-ame­ri­ka­ni­sche Außen­mi­ni­ste­ri­um ist betrübt – es gebe „zu weni­ge” Frau­en in der Tali­b­an­re­gie­rung. Da haben Frau­en in Deutsch­land es merk­lich bes­ser; ihr Blut wird in so Wer­bung künf­tig rot statt blau simu­liert. Adel ist abgeschafft!

Es ist ja auch okay so. Okay?

Die gol­de­nen Zitro­nen – Raus aus der Klas­se zurück in die Klasse

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Höhe­re Mäch­te als Volkswagen

Dass Ste­phan Weil (SPD), Mini­ster­prä­si­dent des bedau­erns­wer­ten Bun­des­lan­des Nie­der­sach­sen, den Volks­wa­gen­kon­zern „sei­ne” Reden schrei­ben lässt, ist ein Vor­wurf, der nach fast sechs Jah­ren zwar immer noch bemer­kens­wert, aber nicht mehr drin­gend beach­tens­wert ist, denn längst hat eine höhe­re Macht Volks­wa­gen als rele­van­tes Gre­mi­um abge­löst:

Es ist schon Tra­di­ti­on, dass wir uns von der Lan­des­re­gie­rung mit der katho­li­schen Kir­che zum Aus­tausch treffen.

Ob ich nun lie­ber von Volks­wa­gen oder von der katho­li­schen Kir­che mit­re­giert wer­den möch­te, las­se ich hier bewusst offen, wei­se aber vor­sich­tig auf eine drit­te Mög­lich­keit hin. Ob die­se wohl jemals herauskommt?

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Heimat

HeimatLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

2021 ver­öf­fent­lich­te die Grup­pe Hei­mat ihr zwei­tes Album „Zwei” (Amazon.de und so wei­ter). Meh­re­re Jah­re waren seit dem titel­lo­sen Debüt ver­gan­gen, das 2016 raus­kam (nicht bei Amazon.de, dafür bei Band­camp und TIDAL). Die ent­hal­te­nen Stücke tra­gen Titel wie „Dein Archi­tekt”, „So trau­rig” und „Tot und hoch”, wenn­gleich gele­gent­lich auf Ita­lie­nisch gesun­gen wird. An die­ser Stel­le soll­te es offen­sicht­lich sein: Die Hei­mat von Hei­mat ist Frankreich.

Den Stil ein­zu­sor­tie­ren wei­ge­re ich mich. Die zwei Musi­ker (Armel­le Ober­le, die auch singt, sowie Oli­vi­er Demeaux) bedie­nen sich recht frei an Neu­er Deut­scher Wel­le, Kin­der­lie­dern sowie der deut­schen Elek­tro­nik der 1970er Jah­re (erst­mals deut­lich in „Tot und hoch”), blei­ben dabei aber auf mini­ma­le Aus­drucks­for­men beschränkt, was das Album wie­der­um der zeit­ge­nös­si­schen Tanz­mu­sik näher bringt. Die ande­re Gesangs­spra­che sei, behaup­tet das Inter­net, im Übri­gen nicht Deutsch, son­dern Loth­rin­ger Platt. Klingt trotz­dem ganz gut.

Was ich davon hal­ten soll, weiß ich noch nicht; da feh­len mir noch ein paar Hör­durch­läu­fe, wür­de ich behaup­ten wol­len. Wer Obsku­res eben­so schätzt wie ich, dem dürf­te „Hei­mat” aber des­sen unge­ach­tet eine Berei­che­rung für den Plat­ten- oder wenig­stens CD-Schrank sein. Berei­che­rung ist wichtig.

In den NachrichtenPolitik
Der Staat ist nicht vor Chri­sti­ne Lam­brecht gefeit.

Chri­sti­ne Lam­brecht (SPD):

Der Gesetz­ent­wurf ermög­licht es den drei Geheim­dien­sten des Bun­des, soge­nann­te Staats­tro­ja­ner auch zur Über­wa­chung von Mes­sen­ger­dien­sten wie Face­book oder Whats­App ein­zu­set­zen. (…) Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ste­rin Chri­sti­ne Lam­brecht (SPD) recht­fer­tig­te die Neuregelung.

Auch Chri­sti­ne Lam­brecht (SPD):

Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ste­rin Chri­sti­ne Lam­brecht (SPD) kommt in ihrem Vor­wort zu der Stu­die zu dem Schluss, auch Deutsch­land sei vor sicher­heits­po­li­ti­schem Über­ei­fer „nicht voll­ends gefeit“. Zugleich bestehe jedoch aller Anlass zur Zuver­sicht, dass der frei­heit­li­che Rechts­staat „gera­de auch die­ser Her­aus­for­de­rung gewach­sen“ sei.

:kotz:

(via Schwer­dt­fe­gr)

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Hor­te – Väis­ty tiel­tä // Auto­bahn! Autobahn!

Kaffeekaffeekaffeekaffeekaffeekaffeekaffeekaffee!Es ist Mon­tag. Die Pira­ten­par­tei Deutsch­land hat ein bescheu­er­tes Wer­be­vi­deo raus­ge­bracht und es ist der­ma­ßen nichts­sa­gend, dass ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Ten­denz (2017, 2019 u.a.) nicht mal mir noch ein umfas­sen­der Kom­men­tar dazu ein­fal­len mag, der inhalt­lich über „laaa­ang­wei­lig!” hin­aus­geht. Tem­pura. Mutan­ten. Pandabären?

Goo­g­les unnö­tig teu­re Nexus-Nach­fol­ges­mart­pho­ne­rei­he „Pixel” hat anschei­nend ein ein­ge­bau­tes Ver­falls­da­tum. Nehmt Android, haben sie gesagt. Da kann man dann immer ein­fach sel­ber was instal­lie­ren, haben sie gesagt. Nicht klug waren sie. Tech­nik aus der glei­chen Bran­che wird indes in Süd­au­stra­li­en eva­lu­iert: Dort testet man der­zeit, ob man mit­tels Gesichts­er­ken­nung die Qua­ran­tä­ne von Qua­ran­tä­ni­sier­ten sicher­stel­len kön­ne. Eine tol­le Idee, netz­werk­taug­li­che Gerä­te mit der Fähig­keit zur stän­di­gen Aus­strah­lung bio­me­tri­scher Daten ins Wohn­zim­mer zu stel­len. Hey Siri, ich krieg’ die Motten.

Wit­zig: Jemand hat Wahl­pla­ka­te der CDU/CSU von 1949 in Tete­row (wo sonst?) auf­ge­hängt, und (wenn ich das rich­tig ver­ste­he) weil dort Deutsch­land in den Gren­zen von 1938 abge­bil­det sei, sei der Staats­schutz ein­ge­schal­tet – knips! – wor­den. Der Straf­tat­be­stand wür­de mich mal inter­es­sie­ren: Geschichts­ex­tre­mis­mus? – Dazu auch: Kat­ja Diehl, irgend­was mit Medi­en, hat unter dem Bei­fall von Grü­nen die inter­es­san­te Theo­rie auf­ge­stellt, Auto­ver­kehr sei für „Euro­pa” bis­lang ins­ge­samt weni­ger gut als die bei­den Welt­krie­ge gewe­sen. Weil das aber nicht nur „Rech­te”, son­dern auch die eige­nen Fol­lower (auch so eine bemer­kens­wer­te Dicho­to­mie) gar nicht mal so gut fan­den, gab es einen Rück­zug und in der Fol­ge eine Viel­zahl an Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen. Kann ich die­ses Weh­ren mit den Anfän­gen noch mal sehen?

Kein Grund zur Wehr hin­ge­gen: Musik.

Hor­te – Väis­ty tiel­tä (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

NerdkramsNetzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Schall und Rauch

Die umstrit­te­ne luca-App, bekannt aus der Restau­rant- und Knei­pen­sze­ne („haben Sie die luca-App?“), fiel bis­her ins­be­son­de­re durch Daten­schutz- und Sicher­heits­pro­ble­me auf. Völ­lig zu Recht ist ihre Nut­zung zumin­dest in mei­nem Bekann­ten­kreis kaum eta­bliert; man will sei­ne japa­ni­schen Füll­fe­der­hal­ter ja auch mal nut­zen und nicht immer nur blö­de auf so einem Bild­schirm rumdrücken.

Längst klar war: Die Macher der app soll­ten grund­le­gen­de Din­ge ändern, sofern ein Wei­ter­be­trieb in ihrem Sin­ne ist.

Gute Nach­rich­ten: Dem ist so.

CHIP: Großes Update nach viel Kritik: Luca-App bekommt neuen Namen

Focus: Luca App mit neuem Namen: Wird jetzt alles besser?

Die Redak­tio­nen haben die Über­schrif­ten übri­gens inzwi­schen geän­dert. Scha­de eigentlich.

Netzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 2. Sep­tem­ber 2021

Man ver­sprach mir Ver­lags­ster­ben: Hart­mut Gie­sel­mann und Chri­sti­an Wöl­bert quat­schen in der aktu­el­len Aus­ga­be der „c’t“ (hier hin­ter Bezahl­schran­ke), die „Lin­ke“ ver­spre­che jedem Schü­ler einen Linuxlap­top, das Wort „Linux“ kommt bei der „Lin­ken“ jedoch kein ein­zi­ges Mal vor. 


Kur­ze Durch­sa­ge von Ange­la Mer­kel: Sie ist nicht Olaf Scholz.


De-Mail wird abge­schal­tet. Anlass zur Sor­ge besteht nicht: die digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on mit deut­schen Behör­den ist auch wei­ter­hin unein­ge­schränkt mög­lich, zum Bei­spiel per Tele­fon (VoIP), Fax und Bildschirmtext. 


Die Pan­de­mie hin­ter­lässt ins­ge­samt eigen­ar­ti­ge Bewer­tun­gen der ver­gan­ge­nen und gegen­wär­ti­gen Welt­ge­schich­te; hier ist noch eine: War Wil­ly Brandt ein Mas­sen­mör­der?


Über­ra­schung des Tages: Die Regie­rung des meist­be­wun­der­ten US-Prä­si­den­ten seit Ken­ne­dy, Barack Oba­ma, hat nach­weis­lich selbst her­bei­ge­führt, dass Edward Snow­den am Mos­kau­er Flug­ha­fen fest­saß, was sie anschlie­ßend als Beweis anführ­te, dass er ein rus­si­scher Spi­on sei. 


Öko­lo­gisch wei­se trotz öko­no­mi­scher Mah­nun­gen: Elek­tro­au­tos nicht kau­fen.