Ingo Arzt (toller Name für dieses Sujet auch) kommentiert (Archivversion) auf „ZEIT ONLINE“ bezüglich abzusehender Rauchverbote im Freien:
Wer auf der Terrasse vorm Club keine coolen Dudes mit Fluppe im Mund bewundert, der muss nicht rauchen, um cool zu sein. Es ist tatsächlich so einfach.
Ich sehe vorm Club ziemlich oft „coole Dudes“, die sich den Abend noch mal durch den Kopf gehen lassen. Mir scheint hier ein grobes Missverständnis vorzuliegen, die Definition von „cool“ und/oder „muss“ betreffend. Die Zeit, in der Menschen, die rauchten, noch allein dadurch einen Coolnessfaktor ausstrahlten, scheint vorüber. Menschen, die sich diese beknackten E‑Zigaretten oder vergleichbaren Trendquatsch reinpfeifen, sehen nun mal eher aus wie der Flötenschlumpf als wie Cary Grant. (Männer in anständig sitzenden Anzügen. Das wäre mal wieder cool.)
Man muss nicht rauchen, um cool zu sein, aber man ist auch nicht nur deshalb „uncool“, weil man raucht. Dumm ja, selbstzerstörerisch ebenfalls, aber die Coolness eines Menschen an seinen Süchten zu messen scheint mir eine etwas zu enge Sicht zu sein. Ich zum Beispiel habe – Berufsrisiko – eine mit körperlichen Einschränkungen bei Entzug einhergehende Koffeinsucht. Viele finden das lustig, haha, Informatiker und Kaffee, hehe. Bin ich jetzt cooler, ungefähr gleichcool oder weniger cool, wenn ich gerade einen Kaffee trinke?
Oder sollte man Kaffee im Freien sicherheitshalber verbieten?
Die gefährlichen Menschen, die schlechten Vorbilder, das sind nicht die Raucher, die Säufer, die Junkies. Es sind die Dummen. Auf (unter anderem) Twitter fragte ich spontan nach dem Erstkonsum des verlinkten Textes:
Rauchverbot im Freien find‘ ich gut, aber warum darf man draußen immer noch dumm sein? Das schadet doch viel mehr Leuten.
Wo ist eigentlich dieser Lobbyismus der Eliten, wenn man ihn mal brauchen könnte?