Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
In unerwartetem Kontext empfahl man mir als Begleitmusik zum Whiskykonsum Musik von Bell Witch. Bell Witch ist ein Duo aus Seattle, das 2017 mit „Mirror Reaper“ (Amazon.de, Bandcamp, TIDAL) ein Album mit der, wie ich finde, optimalen Anzahl an Stücken herausgebracht hat: Das Titelstück, „Mirror Reaper“, ist 83 Minuten und 15 Sekunden lang und mehr gibt’s nicht.
Die eigene Musik beschreiben die Musiker als Doom Metal. Meinetwegen. Sollen sie. Der von Anfang an dominante Bass spricht in Verbindung mit der Behäbigkeit des Aufbaus zumindest für diese Behauptung. Angeblich handelt es sich um ein Konzeptstück („Konzeptalbum“), das seine eigene Spiegelung darstellt, was für die Dichotomie von Leben und Tod stehen soll oder so. Verstehe ich nicht, aber das macht nichts. Ab etwa sieben Minuten setzen tiefst intonierte lyrics ein, die ich auch nicht verstehe. Mich begeistert ja vieles manchmal.
Dass die beiden Herren schon aufgrund der Laufzeit jede Menge Zeit zum Aufbau einer intimen Stimmung lassen können und das auch tun, trägt zur emotionalen Karthasis bei. Ich bin beeindruckt.
Dazu passt ein trockener Rotwein – oder eben ein guter Single Malt.


Dankeschön, endlich konnte ich bei meinen Doom-Metal-Freunden mal mit etwas punkten, was jene welche noch nicht kannten und trotzdem „knorke“ finden.
Empfiehl mich weiter!