Politik
Limbo unter keiner Hürde

Der „Volksver­pet­zer“ quatscht: „Haupt­wohn­sitz“, das bedeute, dass der Lebens­mit­telpunkt dort liege, doch sei das „ohne Klin­gelschild schw­er möglich“. Ich wider­spreche — obschon nicht gemeint — ener­gisch und behaupte im Gegen­teil: Meinen Lebens­mit­telpunkt habe ich sog­ar am lieb­sten dort, wo kein­er bei mir klin­geln kann. Dort habe ich meine Ruhe.

Die größten Ver­lier­er der jüng­sten Europawahl, apro­pos Ruhe, sind nach meinem Dafürhal­ten übri­gens nicht irgendwelche Min­der­heit­en und auch nicht die Grü­nen (deren Pres­seteams noch immer vergebens ver­suchen, das klare Wäh­lersig­nal „geht weg und seid leise“ in „jet­zt brauchen wir noch mehr Grüne“ umzu­for­mulieren), son­dern diejeni­gen Klein­parteien, die ihren gesamten Wahlkampf — Plakatbedruck­ung eingeschlossen — darauf opti­miert haben, dass es „keine Prozen­thürde“ gebe, und diese Hürde, die es nicht gebe, trotz­dem unter­schrit­ten haben.

Mich über­rascht nicht, dass es diesel­ben Parteien sind, deren Plakate hier noch nicht über Nacht ver­schwun­den sind.