Es ist wesentlich einfacher, besinnlich zu sein, wenn andere nicht auf den Kalender zeigen und sagen, dass man jetzt besinnlich sein solle.
Gewalt – Jemand // Letzte Menschen
Es ist Montag. Im falschen Film zu sein bedeutet ja manchmal auch, dass man Monty Python bestellt, aber einen Horrorfilm bekommt. Leider wahr: Moderne Softwareentwicklung ist scheiße. Im nächsten Leben mach‘ ich was mit Bäumen. Bäume sind in Ordnung.
Ich habe ein neues Lieblingsgerücht über mich gelesen: Ich sei sowohl Terrorbefürworter (was natürlich eine grandiose Fehleinschätzung meiner Person ist, denn Menschen, die anderen Menschen Gewalt antun und absichtlich Leid verursachen, waren, sind und bleiben schlicht das Letzte) als auch des demokratischen Spektrums unwürdig. Leider war damit kein konstruktiver Vorschlag verbunden: Muss ich jetzt im vergleichsweise hohen Alter doch noch Anarchist werden? Die sind doch immer so anstrengend, die Anarchisten.
Einer dieser Letzten, der Angreifer von Magdeburg, ist nicht nur ein noch blöderes Arschloch als ich, sondern sei, kolportieren die Medien (Archivversion), überdies auch gar kein richtiger Arzt. Passt. Das Landeskriminalamt hat unterdessen ein paar witzige Ideen zum Umgang mit anderen Terroristen:
Das LKA rief explizit auch Frauen auf, die in der Vergangenheit Beziehungen zu Garweg hatten, sich zu melden.
Ist das eigentlich schon Sexismus oder hat das einen tieferen Sinn?
Hat fraglos Sinn: Musik.
Guten Morgen.
Gerade jetzt in diesen Tagen
Dass ein Dummkopf mithilfe der von Waffenverbotszonen auch weiterhin nicht betroffenen Waffe Automobil in ausgerechnet Magdeburg vor ein paar Stunden meinen anderswo schon mal geäußerten Scherz misslungenen Unsinn, dass die Menschenfülle auf Weihnachtsmärkten mich durchaus verstehen lasse, warum manche lieber einen Lastkraftwagen verwenden als zu Fuß über den Weihnachtsmarkt zu latschen, allzu ernst genommen hat, veranlasste den sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten zu folgender Aussage (Archivversion):
«Das ist ein furchtbares Ereignis, gerade jetzt in den Tagen vor Weihnachten», sagte Haseloff der Deutschen Presse-Agentur.
Dass Menschen die Intensität ihres Bedauerns dessen, dass jemand andere Menschen mit einem Auto totfährt, davon abhängig machen, wann der nächste Feiertag einer erfreulich rasch schwindenden religiösen Minderheit stattfindet, ist ja für sich genommen bereits ein furchtbares Ereignis.
Dass das Volk andererseits solche Worthülsen erwartet, ist ebenso eines.
(Wann hätte es ihm denn besser gepasst?)
Reflexion (VII) (guckt mal, ich schreibe es jetzt dudenkonform)
Ich möchte niemals den Tag erleben, an dem ich aufwache und mit meinem Leben einverstanden bin.
Liegengebliebenes vom 17. Dezember 2024
Schwaben kurz erklärt: „Betrunkener schläft nach Sex mit Mülltonne in Bushaltestelle ein“.
(Das Traurigste an der Nachricht ist der Umstand, dass eine „Zeugin“ – für welche Straftat, steht da nicht – dem armen Herrn sein Glück offenbar neidete und die Polizei rief. Ich verstehe, dass der so rüde Gestörte sich anschließend ebenso rüde gebärdete. Wer kann es ihm verübeln?)
Doomscrolling für Zeitreisende: Beim TWASBO-Magazin („TWASBO Magazin“) wird die diesjährige Iteration des Kalten Krieges dokumentiert.
Die Rundfunkgebühren informieren (Archivversion): Große Fernseher brauchen oft mehr Strom als kleine Fernseher. Knallhart recherchiert, meine Hochachtung.
„Open Source ist sicher“ der Woche, wenn nicht gleich des Jahres: Ihr wollt Schadsoftware verteilen? Ladet sie einfach quelloffen auf Github hoch und wartet ab. Da kann ja jeder reingucken, wegen Open Source. Das muss ja sicher sein.
Gute Frage: Handelt ein Artikel mit der Überschrift „Antifeminismus: Das Trojanische Pferd des Rechtsextremismus“ wohl von Antifeminismus und/oder Rechtsextremismus?
Tauben – Kaffee // Bundeswehr wegfaesern
Es ist Montag. Gestern wurde der Netscape Navigator 30 Jahre alt. Allen, die jetzt – wie ich – „oh, den hatte ich auch“ denken, sei Folgendes mitgegeben: Haha, wir sind alt! (Mist.)
Apropos Software: Der alberne Trollversuch „Linux“ (zumindest ist das eine denkbare Erklärung) habe sich aus der Welt der freien Software verabschiedet, erfuhr ich zu meiner völlig ausbleibenden Überraschung. Hoffentlich bringt bald jemand ein drittes Betriebssystem raus.
Berechtigte Frage aus dem Internet: Warum darf die Bundeswehr in Zeiten ausufernden politischen An-die-Kinder-Denkens an Schulen für den „Dienst an der Waffe“ (das ist Beamtendeutsch und heißt „Rumballern“) werben und kriegt trotzdem keinen Ärger mit dem Jugendschutz?
Musik zum Wachwerden, quasi: Tauben.
Guten Morgen.
Por-NO-Filter
Medienkritik in Kürze: Sturm und Dring
Soso, „tagesschau.de“ (Archivversion):
Zudem drang die Linke darauf, dass die Koalition auf eine Zusammenarbeit mit der AfD verzichtet.
Dieses Anliegen war ihr wohl sehr gedrungen.
USA (2024)
Die Ermordung eines Vorstandsvorsitzenden, mit dem wir nicht einverstanden sind, ist wahrlich nicht die amerikanische Art. Der wahre amerikanische Weg ist es, von einem ausgebildeten Attentäter ermordet zu werden, der von diesem CEO angeheuert wurde, weil man ein Whistleblower ist.
illumi.meme
Weite – Roter Traum // Grundnahrungsmittel zwischen den Jahren
Es ist Montag. Anderswo las ich am Wochenende, Kaffee sei kein Grundnahrungsmittel. Dieses Internet, in das jeder alles reinschreiben kann, war eine enorm dumme Idee. Natürlich ist er das. Zumindest ist das meine Ausrede. (Andererseits: Guter Kaffee war immer schon teuer. Wer nicht weiß, was „guter Kaffee“ ist, der möge einen Kaffee bei der Deutschen Bahn probieren. Das Gegenteil davon ist guter Kaffee.)
Die aktuelle „F.A.S.“, in der andererseits auch ein Herr zu Wort kommt, der „sich“ in Cannabis „fast verloren“ hätte, was mich fast mit der Ausgabe versöhnt, unkt bereits, „das“ – womit sie vielleicht ihre Titelseite meint und vielleicht auch nicht – „war 2024“. Im Dezember passiert nach dem Odinstag ja nie etwas von Belang. Weiß ja jeder. (Ist das jetzt dieses „zwischen den Jahren“?)
Einigermaßen korrekte Aussage zum erwähnten Thema auch: Es liege „eine feine Ironie darin, dass die Cannabis-Legalisierung eben nicht von einer Jamaika-Koalition beschlossen wurde“.
Drogenfrei und/oder Drogenersatz (und, sowieso, mentales Grundnahrungsmittel) derweil: Musik.
Guten Morgen.
Liegengebliebenes vom 7. Dezember 2024
Putzige Idee: Wikipedia-Speedruns.
Wenn ich also sage, dass mir der deutsche Staat sympathischer ist, von dem niemals ein völkerrechtswidriger Krieg ausgegangen ist und dessen oberste Maxime Frieden war, dann gelte ich als Befürworter des Einparteiensystems und bin damit Verfassungsfeind.
Wie viele verschiedene Parteien hat die Bundesrepublik eigentlich gerade?
Jokerfeld für das 2024-Bingo: In Deutschland sind Wildschweine besonders radioaktiv.
Telepolis kann man ja auch nicht mehr empfehlen.
In der Revolution brennt ChatGPT zuerst.
Vinyl <3 (15): „Eine neonfarbene Ablenkung von der eigenen Schäbigkeit“
Alle Jahre wieder kommt Spotify mit einem individualisierten Jahresrückblick um die Ecke. Alle Jahre wieder lassen sich Menschen dazu instrumentalisieren, damit kostenlos Werbung auf Social Media zu machen. Und alle Jahre wieder verhüllt die Marketingaktion erfolgreich, wie problematisch das Unternehmen ist.
(Nur schade, dass mein Plattenspieler keine Statistiken erhebt.)
Immer noch kein Lauchverbot
Ingo Arzt (toller Name für dieses Sujet auch) kommentiert (Archivversion) auf „ZEIT ONLINE“ bezüglich abzusehender Rauchverbote im Freien:
Wer auf der Terrasse vorm Club keine coolen Dudes mit Fluppe im Mund bewundert, der muss nicht rauchen, um cool zu sein. Es ist tatsächlich so einfach.
Ich sehe vorm Club ziemlich oft „coole Dudes“, die sich den Abend noch mal durch den Kopf gehen lassen. Mir scheint hier ein grobes Missverständnis vorzuliegen, die Definition von „cool“ und/oder „muss“ betreffend. Die Zeit, in der Menschen, die rauchten, noch allein dadurch einen Coolnessfaktor ausstrahlten, scheint vorüber. Menschen, die sich diese beknackten E‑Zigaretten oder vergleichbaren Trendquatsch reinpfeifen, sehen nun mal eher aus wie der Flötenschlumpf als wie Cary Grant. (Männer in anständig sitzenden Anzügen. Das wäre mal wieder cool.)
Man muss nicht rauchen, um cool zu sein, aber man ist auch nicht nur deshalb „uncool“, weil man raucht. Dumm ja, selbstzerstörerisch ebenfalls, aber die Coolness eines Menschen an seinen Süchten zu messen scheint mir eine etwas zu enge Sicht zu sein. Ich zum Beispiel habe – Berufsrisiko – eine mit körperlichen Einschränkungen bei Entzug einhergehende Koffeinsucht. Viele finden das lustig, haha, Informatiker und Kaffee, hehe. Bin ich jetzt cooler, ungefähr gleichcool oder weniger cool, wenn ich gerade einen Kaffee trinke?
Oder sollte man Kaffee im Freien sicherheitshalber verbieten?
Die gefährlichen Menschen, die schlechten Vorbilder, das sind nicht die Raucher, die Säufer, die Junkies. Es sind die Dummen. Auf (unter anderem) Twitter fragte ich spontan nach dem Erstkonsum des verlinkten Textes:
Rauchverbot im Freien find‘ ich gut, aber warum darf man draußen immer noch dumm sein? Das schadet doch viel mehr Leuten.
Wo ist eigentlich dieser Lobbyismus der Eliten, wenn man ihn mal brauchen könnte?
Kurz angemerkt zu den „personenbezogenen Daten“ beim „Tagesspiegel“
Mich amüsiert auf mindestens eine Art, dass beim „Tagesspiegel“ in einem Artikel über die F.D.P. ein für die Meldung relevanter Tweet nur nach ausdrücklicher Genehmigung angezeigt wird, denn hierdurch „können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden“, und man, wenn man das nicht macht, trotzdem personenbezogene Daten (d.h. die IP-Adresse) neben dem „Tagesspiegel“ selbst auch an assets.adobedtm.com, boot.pbstck.com, cdn.piano.io, cdn.privacy-mgmt.com (ein gelungener Treppenwitz an dieser Stelle), cl.k5a.io, dx6ctphzljkf1.cloudfront.net, functions.adnami.io, macro.adnami.io, s3.eu-central‑1.amazonaws.com sowie www.googletagmanager.com übermittelt.
Øresund Space Collective – Descent to Reality // Huso und andere Fische
Es ist Montag. Dänemark nach vorne! Der Huso Huso ist der österreichische Fisch des Jahres 2025. Das glaube ich gern.
Abschließbare Autos seien polizeifeindlich, teilt der Polizeistaat mit. Dessen per Bündnisschmiede bis dato jüngsten Befürworter, die Grünen, finden es im Nachhinein irgendwie doof, dass man sie an ihrem Wahlversprechen „Keine Waffen und Rüstungsgüter in Kriegsgebiete“ gemessen hat, und erklären daher diesmal schon vor der Wahl, dass sie gern noch mehr Militär irgendwo hinschicken wollen. Das muss dieses „links“ sein. Mit etwas Glück brechen sie wenigstens auch dieses Wahlversprechen. – Bei den vermeintlichen Genossen sieht es freilich nicht besser aus: In der jüngsten Ausgabe der „F.A.S.“ teilt Gregor Gysi nonchalant mit, er habe als Parteivorsitzender der PDS kommunistische Ideen stets „abgewimmelt“. Vielleicht würde etwas mehr Kommunismus der heutigen „Linken“ hingegen ganz gut tun.
Völlig angemessene Reaktion: In Berlin-Reinickendorf ist eine Unterhaltung über den jeweils eigenen Musikgeschmack ein bisschen eskaliert (Archivversion). In der aktuellen Ausgabe der „VISIONS“ beurkundet die Redaktion der „VISIONS“, dass sie Kunst und Künstler auseinanderzuhalten außerstande sei und dass sie zwar niemanden vorverurteilen möchte, aber das neue Album von Marilyn Manson werde sie aufgrund seiner laufenden Strafprozesse derzeit dennoch nicht bewerten, weil sie nicht zu objektiver Kritik fähig sei. Ich persönlich bin ja der Ansicht, dass Werk und Autor einerseits unbedingt voneinander unabhängig beurteilt werden sollten, dass andererseits Marilyn Manson aber dermaßen ermüdende Musik macht, dass ich bezweifeln möchte, dass selbst ganz ohne Strafverfahren eine gute Bewertung seiner neueren Hervorbringungen mir nicht möglich wäre. Mit dem Geschmack ist es nun mal wie mit der Darmöffnung: Jeder hat einen.
(Und meine Darmöffnung ist fraglos die beste.)
Und da wir gerade beim Thema sind: Musik.
Guten Morgen.








