Es ist Montag. Am vergangenen Wochenende war ich wieder einmal in der Republik unterwegs (Spätsommer und Herbst sind Whiskymessenzeit) und stellte hierbei wieder einmal fest, dass die Deutschen zu rotzedämlich dafür sind, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Als käme man schneller rein, wenn man nicht wartet, bis alle anderen raus sind! (Wie die wohl Sex haben?) Als verlöre man direkt dreitausend Aura Digga, wenn man, statt sich in der Traube hinten vor dem Bus anzustellen, vorn beim Fahrer einsteigt, wo nie jemand im Wege wäre! – Worauf ich jedenfalls hinauswollte: Es ist selbstredend zwar schlechter Stil, aber durchaus noch legal (wählt mich!), im öffentlichen Raum – darunter eben auch in Bus und Zug – per Lautsprecher ödeste Telefonate zu führen. Was sich jedoch immer noch viel zu wenig durchgesetzt hat, ist es, dass Ohrenzeugen dieses unerfreulichen Treibens ab und zu Lacher vom Band abspielen oder auch mal Zwischenfragen stellen. Wer möchte, dass seine Kommunikation Gegenstand der öffentlichen Unterhaltung ist, dem sollte dieser Wunsch nicht stur verweigert werden.
Nehmt also am nächsten dieserart geführten Gespräch so interessiert wie möglich teil. Alles andere wäre ja auch irgendwie unhöflich.
(Falls ihr übrigens glaubtet, es gäbe keinen Spaß mehr im Internet: Momentan wird eines der wenigen RFC1149-Pakete versteigert. )
Unterdessen in Lettland (der Link geht zur übermäßigen Russentums vermutlich unverdächtigen „ZEIT“:)
“Okay, unsere Geldautomaten kann man nicht mehr auf Russisch bedienen”, sagt Boriss Cilevičs. “Inwiefern hindert es Putin daran, Krieg zu führen?”
Von der jetzt ausbleibenden Unterstützung der russischen Minderheit in Lettland und der hieraus unweigerlich folgenden weiteren Bindung der ihr angehörenden Letten an russische Medien und Gemeinschaften wird sich Putin hoffentlich nie wieder erholen. Sonst wäre das ja jetzt gar nicht so eine vorteilhafte Entwicklung für alle und das steht selbstverständlich außer Frage.
Fraglos, nämlich gut: Musik.
Guten Morgen.




Neulich, in einer Straßenbahn der RSAG, habe ich einem überlaut telefonierenden Herrn tatsächlich eine kurze – meiner Meinung nach durchaus freundlich-humorige – Zwischenfrage gestellt. Welcher mich daraufhin allerdings nicht in den fernmündlichen Dialog einbezog, sondern diesen unterbrach, um sich seinerseits bei mir zu erkundigen, ob ich eventuell Lust darauf verspürte, Krankenhaus gemacht zu werden. Und obwohl mich ein Prozess, der Personen in Gebäude verwandelt, durchaus interessiert hätte, war mir die Situation insgesamt doch nicht so ganz geheuer, sodass ich die Frage höflich verneinte und sicherheitshalber eine Station früher ausstieg als geplant. Anzumerken wäre vielleicht noch, dass der lärmend telefonierende Herr ungefähr doppelt so breit war wie ich.
(Bei meiner nächsten Reise mit dem ÖPNV werde ich vielleicht mal die Sache mit den Lachern vom Band ausprobieren.)
Doppelt so breit? Was muss man da nehmen?
Meine Empfehlung: Rostocker Doppelkümmel, ganz legal bzw. im gut sortierten Einzelhandel oft schon für unter 10 € (0,7 l) zu haben. Prösterchen!
Klingt eher nach anstrengender Atemübung. Ich würde dann doch eher zu Patthorster Waldgeist raten.
Die Lacher vom ablaufenden Band:
https://www.reuters.com/business/retail-consumer/french-supermarket-chain-intermarche-hit-by-cyberattack-150-stories-targeted-2026–10-12/
Achherrje.
Ja, ja, der Physikunterricht und die Berufswahl, zum güldenen Standard gehören unbedingt Kühlschränke mit Heizspirale.
In diesem Kontext bin ich ganz klar für Unhöflichkeit!