Nerdkrams
Chromefox’ Einheitsproblem

Mozil­la, dessen ster­ben­der Brows­er ganz bes­timmt nicht Chrome zu sein ver­sucht, ist von den ver­muteten Plä­nen des Reklamemark­t­führers Google, das Weg­machen von Wer­bung im hau­seige­nen Brows­er zu erschw­eren, wenig begeis­tert:

Einen anderen Vor­wurf erhebt Daniel Glaz­man, ein bekan­nter Entwick­ler aus dem Mozil­la-Umfeld: Die Erweiterungss­chnittstellen der unter­schiedlichen Brows­er haben sich weit­ge­hend angeglichen – Googles ein­seit­iger Vorstoß würde die Bemühun­gen um eine Stan­dar­d­isierung zurück­w­er­fen.

Jet­zt zwingt Google Mozil­la auch noch dazu, einen eige­nen Erweiterungs­stan­dard zu schaf­fen. Un-er-hört! :aufsmaul:

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Tangents — New Bodies

Tangents - New BodiesLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Nach ein­er Tour, auf der unter anderem Auftritte mit den ange­se­henen Postrock­größen Mono und Tor­toise stat­tfan­den, fand sich das aus­tralis­che “Post-alles”-Quintett Tan­gents 2018 zusam­men, um ein neues Stu­dioal­bum aufzunehmen, das im Juni unter dem Namen “New Bod­ies” (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) erschien.

Aus dem Jazz haben Tan­gents sich die Leichtigkeit und das Gespür für feine Nuan­cen abgeschaut, ihre Instru­men­tal­musik schwingt meist zwis­chen Welt­musik und gele­gentlich (“Lake George”) grooven­dem “Postrock”, dessen ungewöhn­liche Gestal­tung Erin­nerun­gen an Tan­ger­ine Dream und Neu! weckt, hin und her, ohne dabei allzu offen­siv in das alte Laut-Leise-Muster zu ver­fall­en. Cel­list Peter Hol­lo set­zt hier mehr als nur ein kleines Zeichen. Im Inter­net ist stilis­tisch von “elec­tro-noir” die Rede, was ich bis­lang noch nie gele­sen hat­te, aber eigentlich spricht auch nichts dage­gen.

Tan­gents — Lake George

“New Bod­ies” ist vor allem ein über­aus entspan­nen­des Album, daran ändern die Stil­wech­sel — in “Immer­sion” meine ich gar Fer­nöstlich­es auszu­machen — nichts. Die Band­camp­seite beschränkt sich auf das Attrib­ut “alter­na­tive”, was ein­er dieser Begriffe ist, die, spricht man von Musik, gar nichts auszusagen imstande sind. Lassen wir stattdessen schweigend die Musik sprechen und freuen uns leise.

Immer­sion

Mor­gen noch nichts geplant? Ein­fach mal “New Bod­ies” hören. Gefällt.

PolitikIn den NachrichtenPiratenparteiMir wird geschlecht
Kurz angemerkt zu Tempo 130 // Die zwei Paritätsgeschlechter

Einige Jahre, bevor Schwe­den es — wie so oft — übertreiben muss, indem es den Verkauf von nicht elek­trischen Auto­mo­bilen gän­zlich ver­bi­etet, wird im Aut­o­fahrerland Deutsch­land wieder ein­mal darüber disku­tiert, ob Schnell­fahren auf Schnell­fahrstraßen nicht zu gefährlich sei, weil es dort zu viele Unfälle gebe, als seien diese unbe­d­ingt von der Geschwindigkeit abhängig, jedoch find­et zu meinem Unver­ständ­nis mein par­al­lel geäußert­er Vorschlag, dass, wenn auf­grund ver­gle­ich­sweise weniger Per­so­n­en­schä­den die abgesicherten Schnell­fahrzo­nen zu Mit­telschnell­fahrzo­nen reduziert wer­den sollen, auch in Raucher­zo­nen max­i­mal zwei Zigaret­ten pro Per­son erlaubt wer­den soll­ten, denn im Ver­gle­ich mit Auto­mo­bilen ist Tabakrauch mit deut­lich höher­er Wahrschein­lichkeit für alle Umste­hen­den schädlich bis tödlich, nur wenige Befür­worter, was ich mir nur so erk­lären kann, dass der Tabak­lob­by ein ordentlich­er Diesel­skan­dal fehlt; oder dass Schnell­fahren ein­fach zu wenig Steuern ein­bringt.


Was passiert eigentlich, wenn trotz großen Jubels der “Grü­nen Jugend”, die sich in solchen Fällen dann doch lieber wieder auf die Exis­tenz nur zweier Geschlechter beruft, aus­gerech­net die son­st eher unaufrichtige Bran­den­burg­er Piraten­partei medi­al dadurch auf­fäl­lig wird, dass sie eine Klage gegen das beab­sichtigte Bran­den­burg­er Par­itätswahlge­setz anstrebt? Genau: Das “Neue Deutsch­land” gräbt die einst bei den Pirat­en von der Bühne gebuhte und heute von den “Linken” besol­dete Anke Dom­scheit-Berg als Zitat­ge­berin aus und zieht Par­al­le­len zur AfD. Alles richtig gemacht.

PolitikIn den NachrichtenNerdkrams
Gehwegparker fordern besseres Cyber

CDU zum Ersten:

CDU und CSU wollen Bürg­er, Unternehmen und Staat mit ein­er län­derüber­greifend­en Strate­gie für mehr Inter­net-Sicher­heit bess­er gegen die wach­sende Bedro­hung durch Cyberan­griffe schützen. (…) In dem Entwurf, der an diesem Mon­tag beschlossen wer­den soll, wer­den auch härtere Strafen für Cyberkrim­inelle ver­langt.

Was iro­nisch wirkt, denn der Cybertro­jan­er, der vor bald acht Jahren blöder­weise aus CDU und CSU her­aus­gesick­ert ist, erfüllt alle Cyberkri­te­rien für Cyberan­griffe durch Cyberkrim­inelle, ist aber ange­blich gar kein­er, son­dern eine Schutz­maß­nahme.

In dem Entwurf für die am Mon­tag endende zweitägige Kon­ferenz der Frak­tion­schefs von CDU und CSU in Brüs­sel wer­den bun­de­sein­heitliche geset­zliche Min­dest­stan­dards für die Sicher­heit infor­ma­tion­stech­nis­ch­er Geräte ver­langt. (…) Anbi­eter von Online-Dien­sten und Her­steller von Geräten, die mit dem Inter­net ver­net­zt sind, sollen ihre Ange­bote so gestal­ten, “dass aus­re­ichend starke Pass­wörter von den Benutzern gewählt und diese regelmäßig geän­dert wer­den müssen”.

Man kann nicht behaupten, über­rascht zu sein: Das fortwährende Ner­ven von Benutzern und das geset­zliche Vorschreiben unzure­ichen­der Min­dest­stan­dards fasst die bish­erige Net­zpoli­tik besagter Parteien schon ganz gut zusam­men.

Die Union ver­langt auch neue Straftatbestände etwa für das Betreiben krim­ineller Infra­struk­turen.

Allmäh­lich halte ich den Bun­destag für eine krim­inelle Infra­struk­tur, aber ich glaube, die meinen das Inter­net. :wallbash:

Nach Ansicht von Union­spoli­tik­ern sei beispiel­sweise eine Ein­führung des Tatbe­stands des dig­i­tal­en Haus­friedens­bruchs notwendig. Um den Ermit­tlern bessere Instru­mente an die Hand zu geben, soll­ten Online-Durch­suchun­gen einge­führt wer­den.

Um den Ermit­tlern bessere Instru­mente — Trompete? Posaune? Tuba? — gegen dig­i­tal­en Haus­friedens­bruch an die Hand zu geben, sollte dig­i­taler Haus­friedens­bruch legal­isiert wer­den. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Da fühlt man sich doch gle­ich viel sicher­er — wenn auch nur im Aus­land. :ja:


CDU zum Zweit­en: Wie nen­nt die Karl­sruher CDU es eigentlich, wenn die Stadt Karl­sruhe Falsch­parken als Falsch­parken ahn­det? Richtig: Par­kraum­re­duzierung!

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Die Goldenen Zitronen — Mila // Datenschutz und andere Probleme

>:(Es ist Mon­tag, aber es kön­nte auch jed­er andere Tag sein. Fast bin ich wil­lens, den ollen Spruch mit dem Leben und den Plä­nen auszu­graben, aber John Lennon lässt man bess­er da, wo er ist. Es reicht ja auch, selb­st nicht da zu sein, wo man wirk­lich lieber wäre. Mon­tage fühlen sich nicht richtig an, wenn alles in Ord­nung ist. Es ist alles deprim­ierend.

Reden wir über was anderes, reden wir über Poli­tik: Die Freien Wäh­ler, seit ein­er Weile bayrische Mitre­gen­ten, haben laut Medi­en­bericht­en mit Wert­pa­pier­han­del hohe staatliche Zuschüsse ergat­tert, was anscheinend nur dann ein Prob­lem ist, wenn es nicht die Deutsche Bank macht. Poli­tisch etwas zum Besseren bewegt hat der­weil Julia Reda, die für die Piraten­partei im europäis­chen Par­la­ment rum­sitzt und trotz größer­er Wider­stände eine für den Großteil der europäis­chen Inter­net­nutzer unvorteil­hafte Geset­zesän­derung zumin­d­est verzögert hat, wom­it abzuwarten bleibt, ob diese nicht vielle­icht ein­fach ver­sanden wird.

Gute Nachricht­en auch aus der Neustädter Stadtver­mark­tung, wo Face­book aus Daten­schutz­grün­den endlich nicht mehr aktiv genutzt wird, stattdessen greift man zu, äh, What­sApp. Daten­schutza­k­tivist Max Schrems hat während­dessen über­rascht fest­gestellt, dass kaum ein Dienst in der cloud sich an die DSGVO zu hal­ten pflegt. Man kann und sollte europäis­ch­er Bürokratie im Umgang mit dem Inter­net manch­es vor­w­er­fen — das Pochen auf die Ein­hal­tung von Daten­schutzregeln gehört nicht dazu.

Man kann jet­zt online beten. Ich habe keine Lust mehr auf dieses Web.

Ich werde keine Infor­ma­tio­nen mehr annehmen in den näch­sten Jahren.

Die Gold­e­nen Zitro­nen — Mila

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Netzverfettung dank AMP

“Web­mas­ter aufgepasst!”, warnte gestern das reklame­lastige “Google­Watch­Blog”, denn ein­er der zahlre­ichen Ver­suche Googles, Men­schen das Leben zu erschw­eren, erre­icht aber­mals einen Tief­punkt:

Google hat nun die Richtlin­ien für Titel­bilder von AMP-Artikeln aktu­al­isiert. Bilder müssen nun min­destens eine Bre­ite von 1.200 Pix­eln haben und soll­ten in der Mul­ti­p­lika­tion von Bre­ite und Höhe auf min­destens 800.000 Pix­el kom­men.

AMP, im Wesentlichen dafür geeignet, ven­dor lock-in im Web zu etablieren, solle mobile Seit­en beschle­u­ni­gen, stand 2016 in der c’t, indem es die gelade­nen Ressourcen zwangsweise ver­ringert. Grafiken von min­destens 800.000 Pix­eln — eine nicht unwesentliche Ver­größerung — stellen aber auch in klein­er Zahl bere­its eine Belas­tung für han­del­sübliche deutsche Mobil­verbindun­gen dar. Wahrlich erschw­erend kommt hinzu, dass Googles notwendi­ges “AMP-Script” in der heuti­gen Fas­sung mehr als 270 Kilo­byte groß ist — zusät­zlich nötige Scripts und anderen Boil­er­plate-Müll habe ich noch gar nicht mit­gezählt. Das ist, als würde die Mül­lab­fuhr die Ton­nen erst füllen, damit die Trägheit­skräfte zum Leeren bess­er wirken.

Dieses Web erscheint mir als eine zuse­hends schlechtere Idee.


Apro­pos “schlechte Ideen”: Im kom­menden Feb­ru­ar, heißt es, solle in Visu­al Stu­dio Code, einem beliebten Texte­d­i­tor, der fast ein halbes Giga­byte RAM beim Nicht­stun belegt, weil er auf Googles Web­brows­er basiert, das bald drei Jahre alte Prob­lem gelöst wer­den, dass das Pro­gramm ohne eine aktive Inter­netverbindung nicht benutzt wer­den kann. Das muss diese Zukun­ft sein.

Netzfundstücke
Vom Recht auf Hühnersuppe

Zwielichtige Gestal­ten wiesen mich gestern auf das Onlinemagazin “Super­no­va” hin, das eine Art “Spex” für Berlin­er Wohl­stand­skinder zu sein scheint und unter bizarren Über­schriften (“Katern für den Kom­mu­nis­mus”) wun­der­liche Texte zwis­chen “Left­style” und “Fem­i­nis­mus” ergießt. Aus­lös­er für den Hin­weis war ein neuer Text über die Her­aus­forderun­gen, die jeman­den erwarten, der sich einem dieser neu­modis­chen polyamoren Pärchen anzuschließen vorhat. In dem Text hat Caren Miesen­berg­er — guter Name auch — bere­its in den ersten drei Absätzen For­mulierun­gen wie “edgy Selb­st­bild”, “eine Dyade zum Kern [haben]” und “in the first place” benutzt, aber darüber ließe sich allen­falls mild schmun­zeln.

Unkri­tisch zitiert sie aber zu mein­er weit größeren Belus­ti­gung ein olles Büch­lein bzw. anscheinend PDF-Dings­bums:

Die Bibel der Polyamor­ie (…) wid­met Sin­gles nur ein einziges, eigenes Kapi­tel . Darin ste­ht zum Beispiel, dass (…) diejeni­gen, die einen sex­pos­i­tiv­en Lebensstil ohne feste*n Part­ner pfle­gen, auch ein Anrecht darauf haben, von den­jeni­gen, mit denen sie sich involvieren, Hüh­n­er­suppe gekocht zu bekom­men, wenn sie krank sind.

Denn das war bekan­ntlich eine der größten Errun­gen­schaften der all­ge­meinen Erk­lärung der Men­schen­rechte: Es gibt jet­zt ein Recht auf kör­per­liche Unversehrtheit, auf Gewis­sens- und Infor­ma­tions­frei­heit sowie auf Hüh­n­er­suppe. :ja:


Und dann wäre da noch die “Cos­mopoli­tan”, auf deren dies­monatiger Titel­seite eine Erläuterung der Frage, warum die fürs Über­leben recht nüt­zlichen Poren (“ihr nervt!”) so sicht­bar seien, eben­so angekündigt wird wie “10 cle­vere Strate­gien”, am Ende des Monats mehr Geld zu haben. Dass “Ohlala”, eine Art Tin­der für Bezahlnut­ten, entwick­elt von der sehr angenehm heißen­den “Start-up-Unternehmerin” Pia Pop­pen­re­it­er, auf Seite 86 und fol­gen­den eine große textliche Wer­be­fläche erhält und allein die 24 “Beauty”-Produkte auf Seite 101 zusam­men ger­ade mal 718 Euro kosten, lässt in mir die Frage reifen, wie viel Geld man als “Cosmopolitan”-Leserin denn so im Durch­schnitt monatlich über­haupt zur Ver­fü­gung hat — und ob das Nichtle­sen der “Cos­mopoli­tan” nicht über­haupt ein aus­geze­ich­neter Spar­tipp wäre.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Die Verteidigung von Fensterscheiben mit den Mitteln des Boulevards

Wie nen­nt man das eigentlich, wenn CDU-ähn­liche Men­schen Plakate an Fen­ster­scheiben hän­gen, um auf ihr poli­tis­ches Anliegen aufmerk­sam zu machen?

Richtig (Archivlink):

Recht­sex­trem­is­ten greifen Medi­en­häuser und Parteien an

Die zunächst kol­portierte Ansicht, es wurde außer­dem eine Jour­nal­istin kör­per­lich ange­grif­f­en, wurde schnell wider­legt und in den meis­ten Medi­en inzwis­chen kor­rigiert, aber so Wände zu bek­leben ist ja auch nicht fein. Doch keine Sorge, weit­ere Ter­ro­rak­te dieser Art sind vor­erst nicht zu befürcht­en, die Täter wur­den unschädlich gemacht:

In Frank­furt kon­nten die Täter von der Polizei gestellt wer­den, als sie am Mon­tag­mor­gen ver­sucht­en, das Redak­tion­s­ge­bäude der Frank­furter Rund­schau mit Plakat­en zu bek­leben.

Raed Saleh von der wider­lichen und koso­vokrim­inellen SPD find­et die einzig richti­gen Worte:

Die Angriffe auf poli­tis­che und jour­nal­is­tis­che Ein­rich­tun­gen im Herzen Berlins durch eine recht­sex­treme Clique sind wider­lich und krim­inell.

Früher hätt’s das nicht gegeben!

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Family — Never Like This // Smarte Dingsbumse

Was fehlt, sowieso.Es ist Mon­tag. Teile der diesen Wochen­tag betr­e­f­fend­en Vorgänge kön­nten die Bevölkerung verun­sich­ern. Der Buch­stabe K ist jet­zt recht­sradikal. Schlechte Nachricht­en für Katzen, Käuzchen und Kinder.

Apro­pos Nachricht­en: Fernse­her wären teur­er, wären sie nicht mit smarter Reklame vollgestopft. Dass die Alter­na­tive aber “keinen Fernse­her kaufen” statt “einen teur­eren Fernse­her kaufen” heißen kön­nte, kommt dem Niedrig­bil­dungs­bürg­er nicht in den Sinn. Das zu erk­lären ist allerd­ings leicht: Dieser Tage läuft im Fremd­schamap­pa­rat diese eine Sendung, in der ehe­mals reiche Abge­hängte wochen­lang die Natur belästi­gen. Das will man doch nicht ver­passen, wenn schon kein Fußball kommt! Dieses Volk zu regieren wäre ja unter meinem Niveau. — In den USA wer­den während­dessen smarter Schlaf, smarte Klos, smartes Wür­felzube­hör und smartes Dings­bums ver­mark­tet. Einiges daran frus­tri­ert mich.

“Eine Wis­senschaft­lerin”, teilte vorgestern Ger­ald Wag­n­er auf “FAZ.net” mit, habe “ein drama­tis­ches Diver­sitäts­de­fiz­it bei der Feuer­wehr fest­gestellt” und darüber sei vielle­icht zu disku­tieren, denn dass kör­per­lich anstren­gende Arbeit­en über­wiegend von der het­ero­sex­uellen männlichen Mehrheit im Volk aus­ge­führt wür­den, ist offen­sichtlich ein klares Anze­ichen von Frauen­feindlichkeit; oder halt von Sta­tis­tik. In Riesa wurde während­dessen seit­ens der — wie neo­mar­ius es nan­nte — in Teilen paramil­itärischen “Linken” hand­feste Wer­bung für den Geg­n­er betrieben. Bald sind wieder Wahlen, da muss man rechtzeit­ig Fak­ten schaf­fen.

Da wir ger­ade bei Wahlen sind: Ange­blich immer mehr Briten möcht­en noch mal über den “Brex­it” abstim­men. Warum stim­men wir nicht ein­fach bei jed­er EU-Wahl auch über die Mit­gliedsstaat­en ab und sparen uns den Hick­hack?

Wieder ein­mal stellt sich her­aus: Früher war vieles bess­er, selb­st die Musik.

Nev­er Like This — Fam­i­ly

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Die gewaltige Dreizehn

Es ist schon wieder Wahlkampfzeit, darum wagt sich auch die SPD wieder aus der Deck­ung:

(…) han­delt es sich bei dem geplanten neuen SGB um ein Regel­w­erk zur Opfer­entschädi­gung, also zur Frage der Entschädi­gung für Opfer von Gewalt­tat­en. Und bei diesem The­ma, so eine Sprecherin des sen­si­blen Heil-Min­is­teri­ums, kam man zu dem Schluss, das 13. Sozialge­set­zbuch lieber als 14. Sozialge­set­zbuch, als SGB XIV zu beze­ich­nen und auf die Unglück­szahl zu verzicht­en.

Nun empfind­en zum einen diejeni­gen, die von der Sozialge­set­zge­bung vor­rangig betrof­fen sind, mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahrschein­lichkeit alle dreizehn Büch­er als ein einziges großes Unglück, zum anderen sind die unglück­brin­gend­sten Zahlen im deutschen Sozial­sys­tem ver­mut­lich die chi­ne­sis­che Unglück­szahl Vier in “Hartz IV” und die Zwei im zugrun­deliegen­den “SGB II”, zudem ist es ein­er gesun­den lib­eralen Gesellschaft nicht zuträglich, die Furcht vor Leit­ern, schwarzen Katzen, Salz und/oder Zahlen in die Leg­isla­tive zu tra­gen.

Ander­er­seits ste­ht die SPD zurzeit in Umfra­gen bei wenig mehr als 13 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass der Volks­glaube noch in diesem Jahrzehnt die Dreizehn zu ein­er Zahl der Befreiung und der Zufrieden­heit küren wird.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Oak — False Memory Archive

Oak - False Memory ArchiveUnter dem Namen Oak hat die Welt schon mancher­lei Musik­gruppe kom­men und gehen sehen, darunter eine englis­che Folk­band aus den 1970ern. Die Oak, um die es hier heute gehen soll, kom­men aus Oslo, haben eben­falls als Folk­gruppe begonnen und veröf­fentlicht­en im ver­gan­genen Okto­ber nach fünf Jahren ihr zweites Stu­dioal­bum “False Mem­o­ry Archive” (Bandcamp.com, Amazon.de, TIDAL), das von mir uner­hört unge­hört geblieben ist. Zeit, das nachzu­holen!

Im Zen­trum des Oak’schen Schaf­fens ste­ht kaum noch Folk­musik, obwohl die unverz­er­rte Gitarre neben Mel­lotron und Klavier ein für den sound essen­zielles Instru­ment bleibt; stattdessen liegt die Konzen­tra­tion voll auf tief melodis­chem Artrock. Kein Nor­wegisch, son­dern Englisch — verzeih­lich, denn es klingt trotz­dem fan­tastisch.

Lost Caus­es

Das Inter­net zieht sich ab und zu Ver­gle­iche mit Steven Wil­son aus dem Hin­tern, was entwed­er ihm oder ihnen gegenüber unfair ist, denn während der ehe­ma­lige Por­cu­pine-Tree-Front­mann bei allem Respekt vor seinen Ken­nt­nis­sen oft beden­klich seicht war, ist und bleibt, haben Oak sich einzig den Tief­gang sein­er besseren Momente aus­geliehen. Ich mag das.

These are the Stars we’re aim­ing for

Apro­pos: Wer Oak möge, der möge auch Big Big Train, lässt mich Band­camp wis­sen. Es irrt nicht.

In den Nachrichten
Granatenstark: Spaßverbot im Nachbarland

Man kann (und sollte) der stock­kon­ser­v­a­tiv­en Ver­botspartei “Die Grü­nen” ja vieles vor­w­er­fen, aber wenig­stens das wollen sie uns noch nicht weg­nehmen:

Nach dem Fund ein­er Granate in seinem Garten hat ein Nieder­län­der stun­den­lang auf dem einge­grabenen Sprengsatz aus­ge­har­rt (…). “Es wird entsch­ieden davon abger­at­en, sich auf eine Granate zu leg­en”, sah sich die Behör­den­sprecherin zu erk­lären gezwun­gen.

Frei­heit fängt bei den kleinen Freuden des Lebens an. :ja:

NerdkramsNetzfundstückeIn den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 10. Januar 2019

Limon­ade trägt ihren Namen in Erin­nerung an ein franzö­sis­ches Wort für Zitro­nen, denn es war lange üblich, dass sie ein Erfrischungs­getränk, das zu einem rel­e­van­ten Anteil aus Zitro­nen­saft beste­ht, beze­ich­nete. Heutzu­tage ist es eigentlich egal, woraus sie beste­ht, so lange genug Zuck­er drin ist. Irgend­wann lasse ich mir das Wort “Zuck­er­ade” paten­tieren und erteile nur denen eine Lizenz, die min­destens sieben Zitro­nen pro Flasche abfüllen.


Ungezählte NSA-Mitar­beit­er kooperieren ange­blich mit einem rus­sis­chen EDV-Unternehmen. Ver­dammter Putin!


Na, auch ein sys­temd-infiziertes Lin­ux statt Win­dows zu Hause? Dann empfehle ich milde Panik.


Tina Groll, Mitau­torin des mir völ­lig unbekan­nten Buch­es “Die Cyber-Profis” und laut ihrer Web­site “selb­st Betrof­fene von Iden­titätsmiss­brauch”, hat für “ZEIT ONLINE” aufgeschrieben, was man tun muss, um sich gegen Hack­er zu schützen. Neben frag­würdi­gen Tipps wie dem, dass man bess­er Pass­wörter wählen sollte, die man sich nicht gut merken kann, find­et sich auch eine großar­tige Pointe:

6. Ein Google-Alert für den eige­nen Namen ein­richt­en. (…) Mit der umgekehrten Google-Bilder­suche ist es möglich, festzustellen, ob die eige­nen Bilder auf anderen Seit­en ver­wen­det wer­den. Dabei lädt man seine Fotos bei Google hoch und die Such­mas­chine prüft, ob die Bilder auch an anderen Stellen im für sie zugänglichen Netz auf­tauchen. (…)

7. Dat­en sind eine wichtige Währung. Daher sollte man genau darauf acht­en, bei welchem Dienst und für welchen Ser­vice man welche Dat­en hin­ter­lässt.

Hihi.


Auf “SPIEGEL ONLINE” — möchte nicht ver­linkt wer­den — berichtete heute früh eine “Lehrerin an einem Beruf­skol­leg in Nor­drhein-West­falen” (ebd.), dass sie es nicht als ihre Auf­gabe sehe, taugliche von untauglichen Schülern zu tren­nen: “Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Notenge­bung mein­er Auf­gabe, die Schüler beim Ler­nen zu unter­stützen, nicht mehr genug nachkomme. (…) Seit­dem gibt es in meinem Unter­richt nur noch gute Noten: Jed­er bekommt eine Stu­di­en­berech­ti­gung. Gle­ichzeit­ig mache ich meinen Lern­grup­pen die hohen Anforderun­gen eines Studi­ums bewusst und berate jeden per­sön­lich.”

Schu­la­b­schluss, Teil­nehmerurkunde — ist doch alles der­selbe Kram.


Afghanistan will seine Straftäter über­raschen­der­weise nicht behal­ten und schickt sie nach Deutsch­land zurück. Da sollte ein skandieren­des Völkchen es vielle­icht mal mit “Refugees Wel­come” pro­bieren. :ja:

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Das ganze Digitalzeugs!

Robert Habeck (Grüne) hat sich von Twit­ter und Face­book zurück­ge­zo­gen, was ein­schlägi­gen Medi­en zurzeit eine tage­lange Begleitung wert ist. Wenn diese Repub­lik eines wirk­lich bewegt, dann ist’s, ob man Robert Habeck twit­ternd erre­ichen kann. Seine Begrün­dung hier­für lautete, dass die Plat­tfor­men ihn zu unüber­legtem Geschwätz treiben.

Oder sind sie gar nicht schuld?

Robert Habeck ver­hält sich so, wie es das deutsche Bil­dungs­bürg­er­tum seit 20 Jahren tut. Dieses ganze Dig­i­talzeugs ist schw­er, macht Arbeit, kon­fron­tiert einen mit Per­so­n­en außer­halb der eige­nen Fil­terblase. Das ist anstren­gend. Und deshalb mag man nichts damit zu tun haben, „ich bin nicht auf Face­book“, „mein Kind kriegt kein Handy“.

Bös­es Inter­net immer.


Inzwis­chen bei den Qual­itätsme­di­en: Nullen, Ein­sen und — Zweien?