MusikNetzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Mark Hollis’ späte Niederlage

Mark Hol­lis, ein­er der Grün­der von Talk Talk und laut übere­in­stim­menden Medi­en­bericht­en (“n‑tv”, “SPIEGEL ONLINE”, “Le Point”, “Le Parisi­enne”, “La Repub­bli­ca”, “SRF”, “Tagesspiegel”, “WELT”, “The Inde­pen­dent”, “The Sun”, “The Guardian” und so weit­er) allen­falls für die blö­den Poplieder “Such a Shame” und “It’s My Life” bekan­nt, während sein Best­werk oft nur einen Neben­satz füllt, sei vor ein paar Tagen gestor­ben, heißt es.

Ich ahne, welche Plat­ten in Kürze über­raschend neu aufgelegt in den Läden ste­hen wer­den. “Spir­it of Eden” wird nicht darunter sein. Den wahrschein­lich klüg­sten Kom­men­tar über des Musik­ers Ver­ster­ben las ich daher aus­gerech­net bei Stiehl/Over, ein­er “Agen­tur für Markenkom­mu­nika­tion” (Eigen­beze­ich­nung):

Sein Tod bringt ihn zurück in die Medi­en – und auf den Plat­ten­teller.

Genau das hätte er ver­mut­lich eher nicht gewollt. Eigentlich ist es schade, dass das Andenken Ver­stor­ben­er so wenig Respekt erfährt.

MontagsmusikIn den Nachrichten
Sólstafir — Silfur-Refur

Lust auf Skat?Es ist Mon­tag. Es existiert eine Liste der 100 meistüber­bezahlten Vor­standsvor­sitzen­den und ich ste­he nicht drauf. Immer­hin kann man mir das nicht vor­w­er­fen! Glei­thörnchen, fand jüngst die Forschung her­aus, leucht­en rosa. Da lobe ich mir doch Pand­abären. Pand­abären tun so etwas Ver­wirren­des nicht.

Der Papst hat gestern mit­geteilt, dass der an den Miss­brauchs­fällen in der katholis­chen Kirche Schuldige gefun­den wurde. Wie, welch­er Kar­di­nal? Das wäre doch Unsinn! Nein: Der Teufel war’s. Wenn der so weit­er­ma­cht, fliegt er noch aus der Bibel, dieser Unhold. In Schwe­den wollen Fem­i­nistin­nen der­weil Sexro­bot­er ver­bi­eten, weil diese sich sex­ueller Annäherung niemals entziehen wollen. Hof­fentlich grün­den autonome Autos niemals eine Gew­erkschaft. — Apro­pos Dig­i­talquatsch: Ein Verkäufer von Wohnz­im­merkam­eras ließ Medi­en unlängst wis­sen, dass Kam­eras nicht in Wohnz­im­mer gehören. Das mit der Wer­bung muss er wohl noch mal üben — ich hat­te bish­er angenom­men, wenig­stens darin sei er hin­re­ichend erfahren.

Apro­pos Erfahrung: Nick Cave hat in seinem Leser­brief­blog vor ein paar Wochen erläutert, dass “kün­stliche Intel­li­genz” niemals ein wirk­lich großar­tiges Lied schreiben wird. Erfreuen wir uns daher an den Fehlern der Men­schheit und begin­nen die Woche mit ein wenig erbaulich­er Human­musik!

Sól­stafir — Sil­fur-Refur (Offi­cial Music Video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Dead Vibrations

Dead VibrationsLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Schwe­den ken­nt man in Musik­fre­un­deskreisen ja unter anderem als pro­duk­tiv­en Ursprung von guter Instru­men­ta­lar­beit und schwachsin­niger Poli­tik. Im Jahr 2015 fan­den sich dort vier junge Men­schen mit Musikhin­ter­grund als Dead Vibra­tions zusam­men, was ein recht tre­f­fend­er Name ist. Nach dem/der Debüt-EP “Reflec­tions” (2016) kam es im Jan­u­ar 2018 schließlich zum ersten län­geren Album, das entwed­er gar keinen Namen trägt oder wie die Band heißt (Amazon.de, TIDAL, Band­camp). Es ist zwar nur etwas länger als eine halbe Stunde, aber weckt schon hohe Erwartun­gen an kün­ftige Alben. Ob sie das noch bereuen wer­den?

Ihren eige­nen Stil ver­ste­hen Dead Vibra­tions anscheinend (Quelle: Medi­en) als Shoegaze und/oder Psy­che­del­ic Rock, da möchte ich ihnen auch gar nicht reinre­den.

Dead Vibra­tions — On A Sun­day Morn­ing (Offi­cial Audio)

Dass ich trotz­dem mog­waiesque Gitar­ren­har­monie wahrnehme, mitunter (etwa in “Bit­ter Bet­ter Way”) gar meine, Dead Vibra­tions ger­ade in post­punkige Bere­iche vor­drin­gen zu hören, kann auch an mir liegen, eignet sich aber nicht für ein abschließen­des Wer­turteil. Von Stil­fra­gen daher abge­se­hen lautet mein Wer­turteil vielmehr: Famoses Album.

Dive With You

Gern 2019 wieder so eines!

Netzfundstücke
Kanzlerhonig

honig-und-bienen.de:

Kehrt die Biene heim in ihren Bienen­stock, liefert sie den Blas­en­in­halt an die Stock­bi­enen ab, die wiederum den Inhalt weit­ergeben. Jedes mal wird dabei der zuck­er­haltige Saft aufge­saugt und wieder abgegeben. (…) Der Wasserge­halt wird reduziert, indem die Biene einen Nek­tartropfen über den Rüs­sel mehrfach her­aus­lässt und wieder auf­saugt.

Sarah Wiener:

Poli­tik­er kön­nten viel von Bienen ler­nen, find­et die Köchin Sarah Wiener. (…) Bish­er sei sie “eher viel zu wenig” gestochen wor­den, sagte sie der Zeitung.

Ich glaub’s auch.

(Abt.: Kon­text? Welch­er Kon­text?)

MusikIn den Nachrichten
S!sters: Hat Israel denn noch nicht genug gelitten?

Offen­sichtlich als einen moralis­chen Aus­gle­ich zu jahre­lan­gen Waf­fen­liefer­un­gen erlaubt sich Deutsch­land im Mai 2019 wieder einen Angriff, über dessen Kon­for­mität mit dem Völk­er­recht noch zu sprechen sein wird:

Das Duo S!sters hat am 22. Feb­ru­ar den deutschen ESC-Vorentscheid “Unser Lied für Israel” gewon­nen.

Ihr Lied trägt den Deutsch­land offen­sichtlich her­vor­ra­gend repräsen­tieren­den Titel “Sis­ter” (soso) und gehört zu der Art von see­len­losem Gedudel, dessen Her­vor­bringung ich unter hohe Strafe stellte, wohnte mir Leg­isla­tivge­walt inne:

Den Song “Sis­ter” für den siebten Act hat ein inter­na­tionales Team gezielt für den ESC kom­poniert und dem NDR ange­boten. (…) Daraufhin hat der NDR anhand von Bewer­bun­gen und Empfehlun­gen von Musik­ex­perten Car­lot­ta Tru­man und Lau­ri­ta als Inter­pretinnen dafür gefun­den[.]

Ich bitte die Ein­wohn­er Israels trotz aller Vor­be­halte gegenüber sein­er Außen­poli­tik schon jet­zt viel­mals um Entschuldigung und möchte aus­drück­lich ver­sich­ern, dass die Entsendung der bei­den Sän­gerin­nen uns allen, die wir aus der Geschichte gel­ernt haben, sehr leid tut. So ein Elend hat nicht ein­mal Israel ver­di­ent.

PolitikIn den Nachrichten
Schmalhans des Tages: Axel Voss, CDU.

Dieser Artikel ist Teil 16 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Es stichelte die säch­sis­che Piraten­partei auf dem inof­fiziellen Parteimedi­um Twit­ter:

Dann kann ja die Oma, die Rezepte auf ihrem Blog ein­stellen will, ein­fach ein paar Vergü­tungsverträge abschließen, damit sie nicht abgemah­nt wird. Zum Glück wird die Recht­slage so ein­fach!

Der Hin­ter­grund ist die von Axel Voss, dem drin­gend mal jemand einen Com­put­er lei­hen sollte, zwar selb­st nicht ver­standene, aber im EU-Par­la­ment durchlob­byierte Urhe­ber­recht­sre­form mit der enthal­te­nen Pflicht zur Instal­la­tion der umstrit­te­nen “Upload­fil­ter”. Der BDZV weist über “Golem.de” immer­hin darauf hin, dass dessen, also Axel Voss’, Erk­lärung, jed­er Bürg­er dürfe als Pri­vat­per­son kün­ftig Presseartikel lizen­zfrei weit­ergeben (“raubkopieren”), dessen Geset­zge­ber­funk­tion zum Trotz ein­er rechtlichen Prü­fung nicht stand­halte, was ein wenig bedauer­lich ist.

Bess­er als Axel Voss lässt sein Gesetz die CDU/C­SU-Gruppe im Europäis­chen Par­la­ment inter­pretieren (“erk­lären”):

Wer Vergü­tungsverträge schließt, auch für die von Nutzern ver­bre­it­eten Werke, muss keine Fil­ter ein­set­zen.

Alle anderen dann eben schon — was immer­hin auch die als eher pos­i­tiv zu betra­ch­t­ende Kon­se­quenz haben müsste, dass “Nachricht­en”, die darin beste­hen, dass sprechende Köpfe Tweets und somit das geistige Eigen­tum ander­er Leute vor­lesen, endlich ein Ende find­en, so dass Jour­nal­is­mus kün­ftig wieder aus eigen­er Leis­tung beste­hen möge, was mir als Kreativem ein­er­seits gele­gen kommt, ander­er­seits aber auch mein Leben weit­er erschw­eren wird. Wer weiß, ob schon jemand einen “Inhalt” vor mir hat­te? (Was übri­gens auch viele Ver­lage noch nicht ver­standen haben: dass es kein Recht darauf gibt, Geld mit ein­er Web­site zu ver­di­enen; aber das ist wiederum ein anderes The­ma.)

Dass das Beispiel mit dem Kochblog eher schlecht gewählt ist, möchte ich hier gar nicht weit­er erörtern. Es gibt jet­zt schon zu viele davon. Richtig ist jeden­falls, dass das Urhe­ber­recht es ver­langt, dass von irgend­je­man­dem her­vorge­brachte “Inhalte” (Texte, Grafiken, sonst­was) nicht ohne dessen Ein­ver­ständ­nis über­nom­men wer­den dür­fen. Hier ist das EU-Recht von dem US-amerikanis­chen ver­schieden, das wenig­stens die “pub­lic domain” ken­nt, also die automa­tis­che Ent­las­sung erstell­ter “Inhalte” für die freie Ver­wen­dung, sofern man keine aus­drück­liche Lizenz dran­pappt. Dass automa­tis­che “Upload­fil­ter”, die, obwohl so nicht vom Geset­zge­ber genan­nt, die einzige Möglichkeit sind, die Ein­hal­tung der Ver­w­er­tungsrechte wie geplant durchzuset­zen, Zita­trecht und Kun­st­frei­heit nicht ken­nen, ist aber das wesentliche tech­nis­che Übel, an dem Axel Voss’ Pläne kranken. Sämtliche nicht ger­ade als unkom­merziell erkennbaren Web­sites (“Por­tale”) müssen ihnen zufolge dafür Sorge tra­gen und anschließend haften, dass über sie auss­chließlich ehrlich erwor­bene “Inhalte” freigegeben wer­den, was zwar immer­hin den Betrieb von Face­book erschw­eren wird, aber die meis­ten Foren und vielle­icht auch Verkauf­s­plat­tfor­men vor große Schwierigkeit­en stellen wird. Zum Ver­gle­ich: Rechtlich gese­hen, teilte mir das Land Nieder­sach­sen vor ein paar Jahren mit, betreibe selb­st ich hier eine kom­merzielle Web­site. Als schwach­er Trost ist zu ver­melden, dass wenig­stens Ein-Per­so­n­en-Web­sites von den Änderun­gen kaum betrof­fen sein wer­den: Ins-Inter­net-Schreiben (“Bloggen”) ist schon seit Jahren ein juris­tisch heik­les Unter­fan­gen.

Dass aus­gerech­net Mit­glieder der SPD sich in sozialen Medi­en darüber ereifern, dass “das Par­la­ment” — mit aus­re­ichend großer Zus­tim­mung der SPD — die von ihnen so genan­nten “Merkelfil­ter” — also die außer von der SPD auch von Angela Merkel gut gefun­de­nen Fil­ter­mech­a­nis­men — durch­set­zen wolle, ist schon längst nicht mehr witzig. Ich erwäge, jedem Leser ein Getränk sein­er Wahl zu spendieren, der einem SPD-Wäh­ler Senf und/oder Nutel­la an min­destens eine Türklinke schmiert.

Axel Voss, weiß die Wikipedia, ist Mit­glied im “cnetz — Vere­in für Net­zpoli­tik e.V.”, einem Vere­in, der bere­its im ver­gan­genen Sep­tem­ber die damals geplanten Geset­zesän­derun­gen abgelehnt hat, in sein­er Satzung jedoch vom Teeren und Fed­ern zuwider­han­del­nder Mit­glieder absieht.

So wird das nichts mehr mit der Net­zpoli­tik.


Schreck­lich­er Ver­dacht der Woche: Sind poli­tisch Rechte etwa beruf­stätig?

ComputerIn den Nachrichten
Die Reklamolution frisst ihre Kinder.

Im März 2017 fand ich es merk­würdig, dass Ver­leger Reklame für eine jour­nal­is­tis­che Leis­tung hal­ten. Das sehen anscheinend auch andere so:

Im ver­gan­genen Jahr wur­den in der amerikanis­chen Medi­en­branche (…) 15.474 Arbeit­splätze abge­baut. (…) Wesentlich­er Teil des Prob­lems für die Medi­en­branche sind (…) die Tech-Konz­erne Google, Face­book und Ama­zon, in deren Kassen in den USA mehr als 60 Prozent der dig­i­tal­en Werbe­spend­ings fließen. Außer­dem hät­ten die dig­i­tal­en Medi­en­ange­bote mit der zunehmenden Nutzung von Wer­be­block­ern zu kämpfen.

Abge­se­hen von dem Wort “Werbe­spend­ings” finde ich nur wenige Über­raschun­gen in der Nachricht: Wenn Wer­bung zum wichti­gen jour­nal­is­tis­chen Inhalt wird, ist der Teil zwis­chen der Wer­bung eben kein Geld mehr wert. — Passend dazu berichtete vorgestern “heise online”, in dessen Daten­schutzerk­lärung allein auf 16 Part­ner reklamev­er­mark­ter­isch­er Art hingewiesen wird:

Pro­gramme, die frem­den Code emp­fan­gen und aus­führen, kön­nen sich nicht auf Soft­ware-Schutz für Spec­tre-Lück­en ver­lassen, sagen Google-Forsch­er. (…) Ihre Erken­nt­nisse sind allerd­ings kein Grund zur Panik, da von den Angrif­f­en prak­tisch nur Pro­gramme betrof­fen sind, die Code aus nicht ver­trauenswürdi­gen Quellen aus­führen (…). Die wichtig­ste Gruppe solch­er gefährde­ter Pro­gramme sind Web-Brows­er.

Die Anzeige von Wer­bung war, ist und bleibt somit ein gefährlich­es Sicher­heit­sloch. Je weniger es sich nun also für das Gehalt lohnt, die Sicher­heit der poten­ziellen Kun­den (hier: Leser) zu gefährden, desto schneller wer­den Bedi­en­stete der Wer­be­branche sich eine anständi­ge Arbeit suchen müssen, um ihren Lebens­stan­dard zu hal­ten.

Ich beginne zu ver­ste­hen, warum ein Grun­deinkom­men in jour­nal­is­tis­chen Kreisen zuse­hends pos­i­tiv­er aufgenom­men wird.

(via Schw­erdt­fe­gr)

In den Nachrichten
Ihre Waffe ist die Liebe.

Was man in der evan­ge­lis­chen Kirche mit Kindern macht:

Was man in der evan­ge­lis­chen Kirche nicht gut find­et:

Wann und warum ist das “aufgek­lärte” Deutsch­land eigentlich auf die Idee gekom­men, dass Gottes­glaube einen gemein­nützi­gen Zweck erfülle, statt sich dafür einzuset­zen, ihn als schizo­type Störung behan­deln zu kön­nen?

In den NachrichtenMontagsmusik
Juleah — Strawberry Shake

(Montagsgesicht)Es ist Mon­tag. Im Par­al­lel­web hat der Schöpfer von Nerd­core die Fas­sung ver­loren und das ist eigentlich ein guter Auf­takt für eine Woche, also das Ver­lieren der Fas­sung. Man sollte immer für reich­lich Fremd­scham sor­gen.

Das klappt in der Poli­tik viel bess­er: Angela Merkel fand das Abhören ihres Tele­fons seit­ens der elen­den NSA, berichtet “ZEIT ONLINE”, gar nicht allzu schlimm, nur passte es ihr gar nicht so gut, dass das öffentlich bekan­nt wurde. Als Poli­tik­er muss man ja immer auch Verkäufer sein, und manche sind in bei­dem schlecht. Die “NZZ” — und aus­gerech­net deren Föje­tong — ist inzwis­chen in Deutsch schlecht: Ihr hau­seigen­er Simon M. Ingold nen­nt in einem pro­sais­chen Lobge­sang über jeman­den, der die “Helden­tat” (sin­ng. ebd.) voll­bracht habe, ein Buch voller Inter­views zu schreiben, einen Son­der­beauf­tragten “Spezial­beauf­tragter” und die Regierung von Barack Oba­ma “Oba­ma-Admin­is­tra­tion”, weil bei­des im Englis­chen eben auch so ähn­lich heißt. Sprache wan­delt sich? Von wegen.

Im Inter­net kann man jet­zt seine eigene Braunkohlesta­tis­tik mit der von grü­nen Vielfliegern ver­gle­ichen. Ich ver­ste­he, warum die Grü­nen das Inter­net von Anfang an eher kri­tisch gese­hen haben. In einem aber muss ich den Grü­nen zus­tim­men: Die Natur ist nicht immer schlecht. Es gibt dort Pand­abären und Erd­beeren.

Die Men­schheit bringt der­weil Lieder über Erd­beeren her­vor; auch ein guter Auf­takt für die Woche, finde ich.

Juleah — Straw­ber­ry Shake

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Berlin venezuelern!

Erst haben sie keinen Flughafen und kein Geld und dann wer­den sie auch noch von so was regiert:

Die Berlin­er Jung­sozial­is­ten, mit 6000 Mit­gliedern größte poli­tis­che Jugen­dor­gan­i­sa­tion Berlins, sollen das Volks­begehren “Deutsche Wohnen & Co enteignen” aktiv unter­stützen. (…) “Was wir wollen, ist eine sozial­is­tis­che Stadt”, so die Pankow­er Jusos.

Diesen Sozial­is­mus üben wir jet­zt so lange, bis er mal nicht mit Mil­itär und Hunger­snot endet! :ja:

Netzfundstücke
Klimarettung (richtig)

Angesichts der derzeit­i­gen Kli­mas­tre­it­erei ist es möglicher­weise erwäh­nenswert, dass die Erd­bevölkerung unge­fähr im Jahr 2100 12 Mil­liar­den Men­schen erre­icht haben sollte. Die Biosphäre der Erde kön­nte unge­fähr weltweit 1,5 Mil­liar­den Men­schen ver­tra­gen, die auf dem ökol­o­gis­chen Niveau eines durch­schnit­tlichen US-Amerikan­ers (ohne das ständi­ge Abknallen von Mit­men­schen) ihr Dasein ver­brin­gen, bevor das Über­leben schwierig wird. Daran wer­den Solar‑, Erdgas- und Wind­kraftan­la­gen eben­so wenig ändern wie das laute Geplap­per vielfliegen­der Prob­lemver­mehrer.

Wäre es angesichts dessen statt irgendwelch­er Kerosin­s­teuern, Tage­bau­masse­nent­las­sun­gen und all­wöchentlich­er Schulschwänz­erei nicht wesentlich rat­samer, beim Räsonieren nicht erst bei der Zukun­ft unser­er möglichen Nach­fahren, deren Prob­lem das unver­mei­dlich sein wird, anz­u­fan­gen, son­dern im Gegen­teil aktiv dafür zu wer­ben, dass der Plan­et sich nach ihnen wieder erholen kann?


Apro­pos Kli­ma: Auf Face­book (Allergik­er­war­nung: Face­book) teilt der Obst­püree­hersteller True Fruits zu mein­er Belus­ti­gung mit, dass seine pro­vokante Wer­bung, deren Prämisse es nun mal ist, möglichst auf­fal­l­end zu sein, keineswegs aus Verse­hen die Gemüter poli­tisch kor­rek­ter Gestal­ten erhitzt. Unklar bleibt auch in den daraus ent­stande­nen Auf­bere­itun­gen der Auf­gabe von Wer­bung in “sozialen” Net­zw­erken, warum irgend­je­mand, der noch bei Trost ist, fast zehn Euro für einen Liter vorge­quirl­ten Obstes bezahlen sollte.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Kavrila — Blight

Kavrila - BlightLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Nun ist es Teil des Wesens von Musik, dass ihre Rezep­tion dem Anlass fol­gt: Dum­mer Elek­trokrach bere­it­et auf Tanzfesten mehr Freude als im Großraum­büro, san­fter Postrock ist an war­men Som­mer­aben­den inter­es­san­ter als zwis­chen Glock­enge­bim­mel unter einem Tan­nen­baum. Und heute — heute ist Valentin­stag, der Tag der Liebe. Was passt zu so einem Tag am besten? Genau: Krachen­der Met­al.

In Ham­burg wurde 2016 die vierköp­fige Band Kavri­la gegrün­det, die außer zwei EPs (“Rit­u­als I” und “Rit­u­als II”) bish­er ein Album veröf­fentlicht hat, näm­lich “Blight” (Amazon.de, TIDAL, Band­camp). Von “laut.de” wurde die Selb­st­beschrei­bung der Band, sie sei “der haarige Arsch, der dir ins Gesicht springt, während du beim Früh­stück­stee sitzt”, weit­ge­hend unkri­tisch über­nom­men, was nicht mal beson­ders falsch ist. Musikalisch wird von Doom über Sludge bis Posthard­core alles aufge­boten, was man mit einem Rest an Musikhör­erehre stileinord­nen kann.

Golem

Einger­ahmt von den Nois­espiel­ereien in den bei­den Teilen von “Each” feuert das Quar­tett hier weit­ge­hend aus allen Rohren, auch Säuselge­sang ist selb­stver­ständlich nicht zu erwarten. Das englis­che “blight” bedeutet unge­fähr Zer­störung und Pesthauch und genau so hört sich das auch an. Dies ist keine schlechte Musik.

Each, Pt. 2

“Eine Empfehlung”, schrieb Alexan­der San­tel auf “metal.de”, erhalte dieses Album “für alle Hob­byni­hilis­ten”. Wie ein­gangs schon fest­gestellt: Es ist daher let­z­tendlich der Tag, der zählt.

So lässt sich der Valentin­stag aushal­ten.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 13. Februar 2019

Twit­ter sei als Chatmedi­um ungeeignet, befind­et völ­lig zu Recht sein Grün­der und Vor­standsvor­sitzen­der. Während­dessen — wenn auch wahrschein­lich nicht deshalb — gehen dem “sozialen Net­zw­erk” monatlich viele Nutzer ver­loren. Wie viele? Sagen sie nicht mehr. Ätsch.


Ein ehe­mals für Apple tätiger Anwalt, dessen Auf­gabe es war, Mitar­beit­er von Insider­han­del abzuhal­ten, wurde wegen Insider­han­dels angeklagt.


Den­nis Schirrma­ch­er, der beru­flich SSL nicht ver­ste­ht, hat sich anscheinend inzwis­chen weit­er­bilden lassen und ver­ste­ht jet­zt beru­flich das ganze Inter­net nicht mehr:

Der Mark­t­platz befind­et sich nicht im öffentlichen Inter­net – er ist über das Tor-Net­zw­erk erre­ich­bar.

Denn während man für den Zugang zum öffentlichen Inter­net nur einen Ver­trag mit einem Dien­stan­bi­eter sowie ein Client­pro­gramm zum Verbindungsauf­bau benötigt, sind die Anforderun­gen an den Zugang zum Tor-Net­zw­erk viel höher: Man braucht min­destens einen Ver­trag mit einem Dien­stan­bi­eter sowie ein Client­pro­gramm zum Verbindungsauf­bau. :ja:


Der “Paris Review” hat einen Artikel über das Lesen in ein­er Zeit dauern­der Ablenkung veröf­fentlicht. Das klingt span­nend, ich würde ihn selb­st gern lesen, aber irgend­was lenkt mich dauernd — oh, eine E‑Mail, Moment bitte.