In den NachrichtenComputer
DrosselOn

Die Deutsche Telekom, diese Deutsche Bahn unter den Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen, dieser Schreck­en der Aktionäre, diese Post ohne Recht­sanspruch, ver­sucht auf dem freien Markt der Mobil­funknet­ze ihr eigenes Ange­bot seit langer Zeit mit­tels ver­meintlich­er Vorzüge von der Konkur­renz abzuheben. Seit einiger Zeit ist auch in Deutsch­land alles inklu, nur die Net­zneu­tral­ität nicht: YouTube, Spo­ti­fy und noch manch­er Schwachsinn fließt bei Telekomkun­den nicht in den ver­braucht­en “Traf­fic” ein. Wenn man ständig sein Vol­u­men sprengt, weil man zu geizig für Schallplat­ten ist, dann ist man bei der Telekom möglicher­weise genau richtig. Dass das bes­timmte Dien­ste bevorzugt, näm­lich die “Part­ner” der Telekom, hat bish­er nur wenige gestört.

Darunter auch die Richter vom Ver­wal­tungs­gericht Köln, die nicht nur irgend­was zum The­ma EU-Aus­land fest­gestellt haben, son­dern auch, dass Net­zneu­tral­ität anders aussieht:

Außer­dem hat die Telekom in eini­gen Tar­ifen die Über­tra­gungsrate für Stream­ing­di­en­ste auf max­i­mal 1,7 Mbit/s gedrosselt, zu wenig für Videos in HD-Qual­ität. Das ver­stoße gegen den Gle­ich­be­hand­lungsvor­gabe für den gesamten Daten­verkehr.

Jet­zt kön­nte man annehmen, dass die Telekom das Prob­lem ein­fach lösen kön­nte, indem sie diese Drosselung ein­fach sein lässt, wohl wis­send, dass dann erst mal mehr Infra­struk­tur her­müsse; oder man macht es wie die Telekom und denkt lieber über die Ein­stel­lung der Vorteile als über nach­haltige Investi­tio­nen nach:

Im Inter­esse unser­er Kun­den wer­den wir weit­er­hin alle rechtlichen Möglichkeit­en auss­chöpfen, damit Strea­mOn weit­er­hin ange­boten wer­den kann.

(Schreck­liche Über­set­zung von mir.)

Die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land besitzt 14,5 Prozent der Unternehmen­san­teile an der Deutschen Telekom AG. Nur, falls noch jemand Fra­gen dazu hat­te.

PolitikIn den Nachrichten
Annegret Kramp-Karrenbauer hört zu.

Es sprach die — ver­mut­lich aus Angst, dass das Inter­net son­st keinen Platz mehr hat — von Qual­itätsme­di­en grund­sät­zlich als “AKK” abgekürzte Hoff­nungsträgerin der CDU, Annegret Kramp-Kar­ren­bauer, voller Taten­drang:

Ergeb­nis der Zuhör-Tour: All­ge­meine Dien­stpflicht. Brauchen einen Dienst der deut­lich macht, dass Staats­bürg­er nicht nur Rechte, son­dern auch Pflicht­en haben.

Der Pöbel wird schon wieder lästig.

In den NachrichtenMontagsmusik
WIVE — Lazarvs and Dives // Berufungen und Berufe

Kuckuck! Ach, nee... (REUTERS/Ilya Naymushin)Es ist Mon­tag. Naturgemäß dauert alles ein biss­chen länger, aber die Arbeit macht ja auch keinen Urlaub; nicht ein­mal dann, wenn man ein Pand­abär ist — Bam­busessen und Schlaf sind eine Ganz­tagsauf­gabe. Falls noch jemand nicht wusste, was er ein­mal wer­den möchte.

Andere wer­den Exper­tas­teriskin und sagen dann unter anderem, dass der “Gen­der­stern” vor­erst kein Teil des Dudens wird, denn man solle bis auf Weit­eres “zunächst den Sprachge­brauch weit­er (…) beobacht­en”, was mich hof­fen lässt, dass die Duden­ver­ant­wortlichen niemals spätabends oder bei Schulschluss mit dem Bus fahren, denn son­st wird der Duden dem­nächst noch grauen­voller als bis­lang (“Kän­gu­ru”, “Port­monee”).

Wer keine Prob­leme (außer ein­er lächer­lich klin­gen­den Sprache) hat, der macht sich welche: “In mehreren Städten protestierten Dutzende Men­schen bei Umzü­gen gegen den “Zwarte Piet” (“Schwarz­er Peter”). Die Helfer des Niko­laus seien ein ras­sis­tis­ches Sym­bol.” Gegen die Verklei­dung als alter weißer Mann (“Niko­laus”) hat aber nie­mand was einzuwen­den, old­whitemale­fac­ing ist allen­falls ein gelun­gener Witz. Ich werde schon ganz grün im Gesicht.

Apro­pos alte weiße Män­ner: Der Köl­ner Erzbischof, Kar­di­nal Woel­ki, hat die Musik und das Engage­ment der Punkrock-Band „Die Toten Hosen“ gelobt. Punk ist nicht tot, Punk ist jet­zt Pfaf­fen­musik. Echte Ehren­män­ner eben. Zum Glück gibt es noch ehrliche Musik.

Wie wär’s damit?

WIVE — Lazarvs and Dives

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputer
Von Samsung zu lernen heißt das Explodieren zu lernen

Neues von Apple, der Fir­ma mit dem unfrei­willig komis­chen Assis­ten­ten Siri: Nach­dem unter Häme seit­ens apple­na­her Blog­ger immer mal wieder Sam­sung-Geräte explodierten, hat man dem Gesetz von Ange­bot und Nach­frage — Sam­sung ist immer­hin Mark­t­führer in Smart­d­ings­bums — endlich nachgegeben und selb­st ein Explo­sion­sup­date für iOS 12 freigegeben.

Da das nicht Teil der Liste an Stan­dard­funk­tio­nen eines iPhones ist, kön­nte diese Neuigkeit die Kun­den den­noch über­raschend tre­f­fen. Bedeutet das, dass man kün­ftig häu­figer damit rech­nen muss? Nein:

Das ist ein­deutig kein erwartetes Ver­hal­ten.
Apple-Sup­port auf Twit­ter

Ach so!

Schade eigentlich.

Piratenpartei
Vorüberlegungen zum #BPT182

Bere­its zum zweit­en Mal — zuvor im März 2017 — trifft sich die Piraten­partei Deutsch­land am kom­menden Woch­enende in der Hein­rich-Heine-Gesamtschule (“Hein­rich Heine Gesamtschule”, war wohl ein Bud­get­name) in Düs­sel­dorf, um über Fer­kelpenisse, Lizen­zen und Acker­bau zu disku­tieren. Dass unter den ein­gere­icht­en Anträ­gen einige sind, denen ein lib­er­al denk­ender Men­sch unmöglich guten Gewis­sens zus­tim­men kann, etwa die Forderung nach ein­er supra­na­tion­al­is­tis­chen EU, ste­ht, wie von dieser Partei gewohnt, außer Frage. Zuvor muss jedoch ein völ­lig neuer Bun­desvor­stand gewählt wer­den, da der bish­erige heil­los zer­strit­ten ist. Das geht so weit, dass erst vor weni­gen Wochen das Bun­dess­chieds­gericht und, wie man ander­norts lesen kon­nte, ein ordentlich­es Berlin­er Gericht den amtieren­den Bun­desvor­stand dazu zwin­gen mussten, der gewählten poli­tis­chen Geschäfts­führerin die weit­ere Erfül­lung ihrer Auf­gaben zu ermöglichen, was eines sein­er Mit­glieder zu der Äußerung (lokale Kopie) ver­an­lasste, man werde mal sehen, ob man Lust darauf habe, sich an Satzung und Parteienge­setz zu hal­ten. Inmit­ten dieses Brim­bo­ri­ums nahm der stel­lvertre­tende Bun­desvor­sitzende, ein “Zahlen- und Zukun­ft­sex­perte”, seinen Hut — nur um in der aktuellen Kan­di­daten­liste, als wäre nichts gewe­sen, als möglich­er neuer Bun­desvor­sitzen­der wieder aufzu­tauchen. Auch das Gen­er­alsekre­tari­at wird ver­mut­lich man­gels Kan­di­dat­en nicht völ­lig anders beset­zt wer­den, woraus man fol­gern kön­nte, dass die Achtung vor demokratis­chen Grun­dregeln beim Auf­stieg in der Piraten­partei eher hin­der­lich ist.

Worüber ich mich aber eigentlich aus­lassen wollte, ist, dass dieselbe Partei, deren Lieblings­the­men ger­ade Geldgeschenke für Faulpelze ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men, Alten- und Krankenpflege, Popo­sex, AfD-Wäh­ler-Belei­di­gen und die Freiga­be von Stinkdro­gen zu sein scheinen, wenn ich mir diesen Quer­schnitt durch das Mate­r­i­al typ­is­ch­er “Infos­tände” erlauben darf, sich zurzeit in den sozialen Net­zw­erken selb­st dafür feiert, dass die tschechis­che Piraten­partei ähn­lich erfol­gre­ich ist wie vor noch nicht langer Zeit die isländis­che; in Prag näm­lich ist sie zweit­stärk­ste Partei gewor­den. Warum? Nun, das ste­ht eigentlich im Artikel:

Sie ist eine mod­erne lib­erale Partei, die (…) ein hohes Maß an inner­parteilich­er Demokratie durch­set­zt. Ihre poli­tis­chen Schw­er­punk­te sind poli­tis­che Trans­parenz, per­sön­liche Ver­ant­wor­tung der Poli­tik­er, e‑Government, Unter­stützung der klein- und mit­tel­ständis­chen Unternehmen. (…) Einen wichti­gen Punkt stellen die Finanzierung der regionalen Entwick­lung, sowie die Teil­nahme der Öffentlichkeit am demokratis­chen Entschei­dung­sprozess dar.

“Der Wäh­ler”, heißt es in der deutschen Piraten­partei mit erschreck­ender Mehrheit, habe gar kein Inter­esse an ein­er lib­eralen Partei, die bloß die blö­den Ideen von 2006 bis 2009 ver­tritt. Die Piraten­partei müsse link­er wer­den, teil­haben­der, gegen­rechtser. Nie­mand wäh­le mehr eine Partei, die so rück­ständig auf wenige gemein­same Ide­ale set­zt.

Ler­nen durch Schmerz, dann aber das Ler­nen weglassen.


Apro­pos Schwachsinn: Ras­sis­tis­ches Yoga zur Dekolon­al­isierung der Weißen.

PolitikIn den Nachrichten
Darwin hat jetzt WhatsApp: Wahlrecht für Todgeweihte

Mehr Demokratie e.V. Thürin­gen, 4. Sep­tem­ber 2018:

So soll es möglich sein, das Wahlal­ter bis auf 14 Jahre abzusenken.

“Merkur.de”, 12. Novem­ber 2018:

Suizid wegen “Momo-Chal­lenge” bei What­sApp: Ein 14-Jähriger hat sich in Frankre­ich im Zuge des Spiels erhängt. (…) Seit Monat­en geis­tert das Phänomen der „Momo-Chal­lenge“ durch die Medi­en. (…) Dem­nach wer­den Tele­fon­be­nutzer über What­sApp aufge­fordert, einen Benutzer namens „Momo“ zu kon­tak­tieren. Wenn sie dies machen, sollen sie ver­störende und grausige Bilder von „Momo“ erhal­ten. Mit Dro­hun­gen sollen sie aufge­fordert wer­den, eine Rei­he gefährlich­er Auf­gaben auszuführen. Bei der let­zten dieser Auf­gaben soll es sich um den Selb­st­mord des Spiel­ers bzw. der Spielerin han­deln.

Einige Eltern möcht­en jet­zt Face­book dafür haft­bar machen, dass ihre Kinder ein biss­chen dumm waren:

Der Vater des ver­stor­be­nen Jun­gen hat auch eine Klage gegen Youtube, What­sapp und gegen den franzö­sis­chen Staat ein­gere­icht. Er meint: Die sozialen Net­zw­erke und der Staat schützen Jugendliche nicht gut genug.

Das wird lustig mit dem Wahlrecht ab 14 Jahren.

(siehe auch, siehe auch)

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
TesseracT — Of Matter // Christjournalismus

Wach (montags)Es ist Mon­tag. Horst See­hofer möchte, wie ver­schiedene Medi­en bericht­en, 2019 von seinen verbleiben­den Ämtern zurück­treten. Der Jubel hierüber über­sieht, wie so oft, dass seine möglichen Nach­fol­ger keineswegs aus dem gemäßigt kon­ser­v­a­tiv­en Flügel stam­men. Es gibt keine friedlichen Innen­min­is­ter; klar, denn son­st hießen sie ja Innen­pand­abären.

Über­raschend hat sich her­aus­gestellt, dass Ver­lage lügen. Vielle­icht soll­ten wir uns an den Gedanken gewöh­nen, dass ein gewalt­freier Staat auch keine vierte mehr braucht. Ander­er­seits hat sich das mit dem Jour­nal­is­mus mit­tler­weile ohne­hin anders ergeben: Bei der “ZEIT” wid­met man dem Umstand, dass über die Klei­dung Angela Merkels nur noch wenig gere­det wird, einen unnötig lan­gen “Magazin”-Artikel. Von einem “Role-Mod­el”, einem rol­li­gen Mod­ell also, ist die Rede. Was die sich traut! Im “SPIEGEL” ste­ht (online) der­weil, dass von der Idee ein­er gesam­teu­ropäis­chen Armee zwar keineswegs der US-amerikanis­che, wohl aber der rus­sis­che Präsi­dent begeis­tert ist. Sind diejeni­gen, die den­noch diesem Plan nachge­hen, jet­zt eigentlich Putin­ver­ste­her?

Apro­pos “ZEIT”: Dort weiß man, was wirk­lich wichtig ist; dass näm­lich der näch­ste CDU-Vor­sitzende der christlich­ste sein möge. Säku­lar­is­mus? Ha, Ket­zerei! Lib­erale Zeitun­gen habe ich mir immer ein biss­chen anders vorgestellt. Im “Wall Street Jour­nal” wird mit­tler­weile auch nicht mehr beson­ders weit gedacht: Dort darf spekuliert wer­den, dass Hillary Clin­ton sich 2020 als lib­erale (das ist US-Englisch und heißt so viel wie “grüne”) Fack­el im Sturm beweisen könne. Tja, noch eine Amt­szeit für Don­ald Trump.

Paul McCart­ney hat in einem sein­er neueren Inter­views gesagt, er möge Lärm. Er mag also ver­mut­lich nicht nur Berichte wie diesen, son­dern auch manche Musik, zum Beispiel die von Tesser­acT.

TESSERACT — Of Mat­ter (Live at Sphere Stu­dios)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Annahmen zum Linkssein (8): Identitarismus schützt die Grundrechte.

Einen weit­eren Beleg für meine Ver­mu­tung, die Exis­tenz “link­er” Parteien sei frei erfun­den, erbrachte dieser Tage Katha­ri­na Schulze von den bayrischen Grü­nen, die schrieb, man möge doch das Wahlrecht ändern, denn die beste­hende Gle­ich­be­hand­lung aller Kan­di­dat­en bevorzuge kein Geschlecht und das sei unfair gegenüber Frauen. Wie näm­lich jed­er weiß, würde nie­mand frei­willig eine Frau wählen, es sei denn, er wird dazu gezwun­gen. Anson­sten wäre diese Idee doch reich­lich beden­klich.

Mir hinge­gen scheint dieses Pochen auf eine Eigen­schaft, die man sich nicht aus­ge­sucht hat (etwa Sex­u­al­ität, Herkun­ft, Geschlecht), keineswegs geeignet, um ein besseres Miteinan­der zu erzie­len, son­dern, um weit­er zu spal­ten. Es lässt sich nur noch schw­er leug­nen, dass in weit­en Teilen der Grü­nen ein Iden­ti­taris­mus (der schlechte, spal­tende, nicht der gute, vertei­di­gende) herrscht, der nicht mehr zu bändi­gen ist, weil das schlicht nicht gewün­scht ist. Warum man ein Gesellschafts­bild, in dem Men­schen nach ihren ange­bore­nen Eigen­schaften und nicht nach ihren Fähigkeit­en sortiert wer­den, links und pro­gres­siv und nicht etwa rechts und regres­siv nen­nt, weiß ich nicht, ist aber so:

Die deutschen Grü­nen haben die Europaab­ge­ord­neten Ska Keller und Sven Giegold zu ihren Spitzenkan­di­dat­en für die EU-Wahl im kom­menden Mai gewählt. (…) “Wir stellen uns gegen den Recht­sruck, wir schützen unsere Grun­drechte.”

Pro­gres­siv­er Iden­ti­taris­mus muss ein Grun­drecht bleiben. Wir hat­ten ja nichts.

In den NachrichtenPolitik
Der Tod ist ein hundertjähriger Meister aus Deutschland.

9. Novem­ber 1918:
Zwei Poli­tik­er der SPD, die die nöti­gen Anlei­hen für den Ersten Weltkrieg bewil­ligt und so sowohl viele Tode als auch den Auf­stieg Adolf Hitlers begün­stigt hat­te, rufen unab­hängig voneinan­der das Ende des deutschen Kaiser­re­ichs und den Beginn ein­er deutschen Repub­lik aus. 1919 wird ein­er von ihnen auf Befehl des Volks­beauf­tragten für Heer und Marine, eben­falls Mit­glied der SPD, auf unfeine Art gemeuchelt.

9. Novem­ber 1938:
In der “Reich­skristall­nacht” kommt es infolge besagten Auf­stiegs zur Zer­störung jüdis­ch­er Geschäfte und zu aller­lei Ver­haf­tun­gen zwecks später­er Ermor­dung.

9. Novem­ber 1989:
Die räum­liche Tren­nung zwis­chen der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land und der DDR, die unter der Herrschaft der als SED fir­mieren­den Fusion­spartei aus SPD und KPD ein armes, aber immer­hin grausam regiertes Land gewor­den war, endet über­raschend. Das stellt sich später als Prob­lem her­aus.

9. Novem­ber 2001:
Deutsch­land, regiert von der SPD und den Grü­nen, führt die Vor­rats­daten­spe­icherung ein.

9. Novem­ber 2007:
Deutsch­land, regiert von der SPD und der CDU/CSU, führt die Vor­rats­daten­spe­icherung ein.

9. Novem­ber 2018:
In Berlin scheit­ert Innense­n­a­tor Andreas Geisel (SPD) mit seinem Vorstoß, eine Ver­samm­lung zum Gedenken an die Toten zwis­chen 1961 und 1989 zu ver­bi­eten. In der­sel­ben Stadt schlägt Bun­de­spräsi­dent Frank-Wal­ter Stein­meier (SPD) am sel­ben Tag vor, Deutsch­land solle es für “beständi­gen Ans­porn” mit mehr Patri­o­tismus ver­suchen.

Eine Pointe erübrigt sich.

PolitikIn den Nachrichten
Migrationsnichtpakt

“Wir wer­den diesen Migra­tionspakt unter­schreiben.”

“Unsere Nach­bar­län­der machen aber vielle­icht nicht mit.”

“Wir müssen aber mit gutem Beispiel vor­ange­hen.”

“Ist dieser Pakt denn nötig?”

“Ja, er legt endlich Min­dest­stan­dards fest.”

“Und was ist mit den Sor­gen unser­er europäis­chen Part­ner­staat­en?”

“Die machen sich zu viele Gedanken, der Pakt ist sowieso nicht bindend.”

“Aber heißt das nicht, dass er eigentlich bloß heiße Luft ist und wir uns den ganzen Ärg­er damit auch ein­fach sparen kön­nten?”

“Nein, wir müssen ja mit gutem Beispiel vor­ange­hen.”

(ad inf.)

MusikNetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 7. November 2018

Zu nie­man­des Über­raschung hat sich her­aus­gestellt, dass es, gesellschaftlich gese­hen, gar keine “Gen­er­a­tio­nen” gibt.


“Die Ost­deutschen stellen mit Erschreck­en fest, dass das neue Deutsch­land der alten DDR immer ähn­lich­er wird, wenn die Eliten auf obrigkeitsstaatliche Mit­tel und Struk­turen set­zen, weil sie der Prob­leme nicht mehr Herr wer­den.”


Eine ger­adezu großar­tige Lösung für das Prob­lem, dass Men­schen neuerd­ings Plas­tik kack­en, ist Thi­lo Spahl einge­fall­en: “Man kön­nte Schuh­sohlen ver­bi­eten.”


Die F.D.P. hat die Nase voll von den guten Umfragew­erten und ver­sucht es wahrschein­lich darum jet­zt mit Frauen­förderung.


Bei “ZEIT ONLINE” ist man empört von Horst See­hofer: “Der CSU-Vor­sitzende zeigt sich unbeein­druckt von einem ZEIT-Bericht über seinen Rück­tritt.” Wie kann er es wagen‽


Jazz macht anscheinend wahnsin­nig: “Desprez reit­et die Stra­to­cast­er wie Hen­drix, reißt dabei aber jede Hürde nieder.”


Ein Blick in die USA: Pfadfind­erin­nen verk­la­gen Pfadfind­er, weil diese sich kün­ftig geschlecht­sneu­tral nen­nen möcht­en.

NetzfundstückeNerdkrams
Die Siebziger sind da, sie möchten ihre Designentscheidungen mitnehmen.

Aus der Kat­e­gorie “nicht unin­ter­es­sant”:

Wir leben im Jahr 2018 und unter Win­dows 10 kann man keine Dateien namens LPT3.txt anle­gen, weil die Win­dows-NT-Rei­he kom­pat­i­bel mit möglichst viel alter Soft­ware sein möchte und der Entwick­ler von CP/M, dem Urahn von MS-DOS, die Idee von UNIX, dass auch Geräte (und somit auch der Par­al­lel­port) als Dateien abge­bildet wer­den, vor 44 Jahren über­nom­men hat.

Das könne mit einem mod­er­nen Sys­tem wie Lin­ux nicht passieren? Stimmt, denn ein­er der bis heute beste­hen­den selt­samen Stan­dards in der Lin­uxwelt, dass näm­lich manche (gele­gentlich: alle) Binär­dateien unter /usr/bin statt, was sin­nvoller erscheint, unter /bin liegen, ist noch etwas älter: Weil auf dem Sys­tem­laufw­erk der PDP-11, auf der Unix ab 1971 entwick­elt wurde, der Platz aus­ging, wur­den so lange Pro­gramme und Bib­lio­theken auf das “Benutzer­laufw­erk” ver­schoben, bis wieder genug Platz war.

Sind also alle rel­e­van­ten Datei­hier­ar­chien kaputt? Nein, richtig macht es neben Plan 9 und seinen Dis­tri­b­u­tio­nen und Forks, unter denen /usr als Benutze­rord­ner reserviert ist, aus­gerech­net Apple mit macOS, dessen aus NeXTSTEP über­nommenes Dateisys­tem wenig­stens logisch aufge­baut ist.

Vielle­icht soll­ten wir die EDV ein­fach ganz abreißen und noch mal von vorn anfan­gen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Wang Wen — Angelo’s Portrait // Yoga für die SPD

Schneeflöckchen, Weiß- SCHUHUH!Es ist Mon­tag. Auf nichts ist mehr Ver­lass, selb­st ein Kilo­gramm ist jet­zt anders. Ich kann so nicht arbeit­en, aber lei­der akzep­tieren Arbeit­ge­ber solche Vorkomm­nisse sel­ten als Grund für ein Fehlen.

Ein viel besser­er Grund für ein Fehlen: Man wird erschossen. In Flori­da zum Beispiel ist das neulich in einem Yogas­tu­dio passiert, was wieder ein­mal belegt, dass Yoga nicht entspan­nt, son­dern eher furcht­bar aufregt.

SPD-Vor­stand Thorsten Schäfer-Güm­bel, schreibt die “ZEIT”, “führte die Prob­leme der Partei auf eine pro­gram­ma­tis­che Leere zurück”. Es ist beruhi­gend, dass das Fehlen jeglich­er eigen­er Inhalte jet­zt auch den Parteim­it­gliedern selb­st auf­fällt. In ein­er besseren Welt stimmte sie anstelle der Piraten­partei dem­nächst über ihre Zukun­ft ab.

Wer das Pass­wort von jeman­dem her­aus­find­en möchte, der kön­nte ver­suchen, ihn ein­fach danach zu fra­gen. Dieses Recht auf einen Inter­net­zu­gang ohne Nach­weis grundle­gen­der Sicher­heitsken­nt­nisse wird uns allen noch mal große Prob­leme bere­it­en. Aber das ist ja alles die Zukun­ft, gegen die Zukun­ft kann man ja nichts machen. — In der Zukun­ft wer­den alle nur noch fliegen. Vielle­icht hören sie dabei, ihren Haus­pand­abären — denn in der Zukun­ft wird jed­er einen Pand­abären besitzen — auf dem Schoß, sog­ar ein wenig Musik.

Zum Beispiel diese:

Wang Wen — Angelo’s Por­trait

Guten Mor­gen.