PolitikIn den Nachrichten
Die gewal­ti­ge Drei­zehn

Es ist schon wie­der Wahl­kampf­zeit, dar­um wagt sich auch die SPD wie­der aus der Deckung:

(…) han­delt es sich bei dem geplan­ten neu­en SGB um ein Regel­werk zur Opfer­ent­schä­di­gung, also zur Fra­ge der Ent­schä­di­gung für Opfer von Gewalt­ta­ten. Und bei die­sem The­ma, so eine Spre­che­rin des sen­si­blen Heil-Mini­ste­ri­ums, kam man zu dem Schluss, das 13. Sozi­al­ge­setz­buch lie­ber als 14. Sozi­al­ge­setz­buch, als SGB XIV zu bezeich­nen und auf die Unglücks­zahl zu ver­zich­ten.

Nun emp­fin­den zum einen die­je­ni­gen, die von der Sozi­al­ge­setz­ge­bung vor­ran­gig betrof­fen sind, mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit alle drei­zehn Bücher als ein ein­zi­ges gro­ßes Unglück, zum ande­ren sind die unglück­brin­gend­sten Zah­len im deut­schen Sozi­al­sy­stem ver­mut­lich die chi­ne­si­sche Unglücks­zahl Vier in „Hartz IV“ und die Zwei im zugrun­de­lie­gen­den „SGB II“, zudem ist es einer gesun­den libe­ra­len Gesell­schaft nicht zuträg­lich, die Furcht vor Lei­tern, schwar­zen Kat­zen, Salz und/oder Zah­len in die Legis­la­ti­ve zu tra­gen.

Ande­rer­seits steht die SPD zur­zeit in Umfra­gen bei wenig mehr als 13 Pro­zent. Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass der Volks­glau­be noch in die­sem Jahr­zehnt die Drei­zehn zu einer Zahl der Befrei­ung und der Zufrie­den­heit küren wird.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Oak – Fal­se Memo­ry Archi­ve

Oak - False Memory ArchiveUnter dem Namen Oak hat die Welt schon man­cher­lei Musik­grup­pe kom­men und gehen sehen, dar­un­ter eine eng­li­sche Folk­band aus den 1970ern. Die Oak, um die es hier heu­te gehen soll, kom­men aus Oslo, haben eben­falls als Folk­grup­pe begon­nen und ver­öf­fent­lich­ten im ver­gan­ge­nen Okto­ber nach fünf Jah­ren ihr zwei­tes Stu­dio­al­bum „Fal­se Memo­ry Archi­ve“ (Bandcamp.com, Amazon.de, TIDAL), das von mir uner­hört unge­hört geblie­ben ist. Zeit, das nach­zu­ho­len!

Im Zen­trum des Oak’schen Schaf­fens steht kaum noch Folk­mu­sik, obwohl die unver­zerr­te Gitar­re neben Mello­tron und Kla­vier ein für den sound essen­zi­el­les Instru­ment bleibt; statt­des­sen liegt die Kon­zen­tra­ti­on voll auf tief melo­di­schem Art­rock. Kein Nor­we­gisch, son­dern Eng­lisch – ver­zeih­lich, denn es klingt trotz­dem fan­ta­stisch.

Lost Cau­ses

Das Inter­net zieht sich ab und zu Ver­glei­che mit Ste­ven Wil­son aus dem Hin­tern, was ent­we­der ihm oder ihnen gegen­über unfair ist, denn wäh­rend der ehe­ma­li­ge Por­cupi­ne-Tree-Front­mann bei allem Respekt vor sei­nen Kennt­nis­sen oft bedenk­lich seicht war, ist und bleibt, haben Oak sich ein­zig den Tief­gang sei­ner bes­se­ren Momen­te aus­ge­lie­hen. Ich mag das.

The­se are the Stars we’­re aiming for

Apro­pos: Wer Oak möge, der möge auch Big Big Train, lässt mich Band­camp wis­sen. Es irrt nicht.

In den Nachrichten
Gra­na­ten­stark: Spaß­ver­bot im Nach­bar­land

Man kann (und soll­te) der stock­kon­ser­va­ti­ven Ver­bots­par­tei „Die Grü­nen“ ja vie­les vor­wer­fen, aber wenig­stens das wol­len sie uns noch nicht weg­neh­men:

Nach dem Fund einer Gra­na­te in sei­nem Gar­ten hat ein Nie­der­län­der stun­den­lang auf dem ein­ge­gra­be­nen Spreng­satz aus­ge­harrt (…). „Es wird ent­schie­den davon abge­ra­ten, sich auf eine Gra­na­te zu legen“, sah sich die Behör­den­spre­che­rin zu erklä­ren gezwun­gen.

Frei­heit fängt bei den klei­nen Freu­den des Lebens an. :ja:

NetzfundstückeIn den NachrichtenNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 10. Janu­ar 2019

Limo­na­de trägt ihren Namen in Erin­ne­rung an ein fran­zö­si­sches Wort für Zitro­nen, denn es war lan­ge üblich, dass sie ein Erfri­schungs­ge­tränk, das zu einem rele­van­ten Anteil aus Zitro­nen­saft besteht, bezeich­ne­te. Heut­zu­ta­ge ist es eigent­lich egal, wor­aus sie besteht, so lan­ge genug Zucker drin ist. Irgend­wann las­se ich mir das Wort „Zuckera­de“ paten­tie­ren und ertei­le nur denen eine Lizenz, die min­de­stens sie­ben Zitro­nen pro Fla­sche abfül­len.


Unge­zähl­te NSA-Mit­ar­bei­ter koope­rie­ren angeb­lich mit einem rus­si­schen EDV-Unter­neh­men. Ver­damm­ter Putin!


Na, auch ein systemd-infi­zier­tes Linux statt Win­dows zu Hau­se? Dann emp­feh­le ich mil­de Panik.


Tina Groll, Mit­au­torin des mir völ­lig unbe­kann­ten Buches „Die Cyber-Pro­fis“ und laut ihrer Web­site „selbst Betrof­fe­ne von Iden­ti­täts­miss­brauch“, hat für „ZEIT ONLINE“ auf­ge­schrie­ben, was man tun muss, um sich gegen Hacker zu schüt­zen. Neben frag­wür­di­gen Tipps wie dem, dass man bes­ser Pass­wör­ter wäh­len soll­te, die man sich nicht gut mer­ken kann, fin­det sich auch eine groß­ar­ti­ge Poin­te:

6. Ein Goog­le-Alert für den eige­nen Namen ein­rich­ten. (…) Mit der umge­kehr­ten Goog­le-Bil­der­su­che ist es mög­lich, fest­zu­stel­len, ob die eige­nen Bil­der auf ande­ren Sei­ten ver­wen­det wer­den. Dabei lädt man sei­ne Fotos bei Goog­le hoch und die Such­ma­schi­ne prüft, ob die Bil­der auch an ande­ren Stel­len im für sie zugäng­li­chen Netz auf­tau­chen. (…)

7. Daten sind eine wich­ti­ge Wäh­rung. Daher soll­te man genau dar­auf ach­ten, bei wel­chem Dienst und für wel­chen Ser­vice man wel­che Daten hin­ter­lässt.

Hihi.


Auf „SPIEGEL ONLINE“ – möch­te nicht ver­linkt wer­den – berich­te­te heu­te früh eine „Leh­re­rin an einem Berufs­kol­leg in Nord­rhein-West­fa­len“ (ebd.), dass sie es nicht als ihre Auf­ga­be sehe, taug­li­che von untaug­li­chen Schü­lern zu tren­nen: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Noten­ge­bung mei­ner Auf­ga­be, die Schü­ler beim Ler­nen zu unter­stüt­zen, nicht mehr genug nach­kom­me. (…) Seit­dem gibt es in mei­nem Unter­richt nur noch gute Noten: Jeder bekommt eine Stu­di­en­be­rech­ti­gung. Gleich­zei­tig mache ich mei­nen Lern­grup­pen die hohen Anfor­de­run­gen eines Stu­di­ums bewusst und bera­te jeden per­sön­lich.“

Schul­ab­schluss, Teil­neh­mer­ur­kun­de – ist doch alles der­sel­be Kram.


Afgha­ni­stan will sei­ne Straf­tä­ter über­ra­schen­der­wei­se nicht behal­ten und schickt sie nach Deutsch­land zurück. Da soll­te ein skan­die­ren­des Völk­chen es viel­leicht mal mit „Refu­gees Wel­co­me“ pro­bie­ren. :ja:

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik extern: Das gan­ze Digi­tal­zeugs!

Robert Habeck (Grü­ne) hat sich von Twit­ter und Face­book zurück­ge­zo­gen, was ein­schlä­gi­gen Medi­en zur­zeit eine tage­lan­ge Beglei­tung wert ist. Wenn die­se Repu­blik eines wirk­lich bewegt, dann ist’s, ob man Robert Habeck twit­ternd errei­chen kann. Sei­ne Begrün­dung hier­für lau­te­te, dass die Platt­for­men ihn zu unüber­leg­tem Geschwätz trei­ben.

Oder sind sie gar nicht schuld?

Robert Habeck ver­hält sich so, wie es das deut­sche Bil­dungs­bür­ger­tum seit 20 Jah­ren tut. Die­ses gan­ze Digi­tal­zeugs ist schwer, macht Arbeit, kon­fron­tiert einen mit Per­so­nen außer­halb der eige­nen Fil­ter­bla­se. Das ist anstren­gend. Und des­halb mag man nichts damit zu tun haben, „ich bin nicht auf Face­book“, „mein Kind kriegt kein Han­dy“.

Böses Inter­net immer.


Inzwi­schen bei den Qua­li­täts­me­di­en: Nul­len, Ein­sen und – Zwei­en?

In den NachrichtenMontagsmusik
Earth – Black

Vogel der Woche (Foto: John Hannan)Es ist Mon­tag. Wenig­stens ist es außer­dem sehr kalt, so dass sich die Mon­tä­gig­keit stil­echt genie­ßen lässt. So dick kann das Fell nicht wer­den, sofern’s kei­nem Pan­da­bä­ren gehört. Immer­hin: Nur noch weni­ge Wochen bis zu den ersten jour­na­li­sti­schen Bei­trä­gen über irgend­wel­chen Rekord­früh­ling.

Bis dahin wer­den die Zei­len anders gefüllt: In den USA wur­de eine Frau, die seit 14 Jah­ren im Koma liegt, über­ra­schend Mut­ter. Behör­den ver­mu­ten, dass das mög­li­cher­wei­se nicht auf ein­ver­nehm­li­chen Geschlechts­ver­kehr zurück­zu­füh­ren ist. Sofern sich das als wahr her­aus­stellt, gibt es der Mel­dung jetzt natür­lich eine über­ra­schen­de Wen­dung. – Apro­pos Behör­den: Gleich­falls über­ra­schend stellt sich her­aus, dass jemand, der eine Bürg­schaft über­nom­men hat, Geld haben soll­te. Die Bun­des­re­gie­rung erwägt „sach­ge­rech­te Lösun­gen“. Wie sieht eigent­lich eine sach­ge­rech­te Lösung aus, wenn ich einen Por­sche kau­fen möch­te, aber ihn gar nicht zah­len kann?

Deut­sche Medi­en ver­lin­ken nichts. Das ist gut, so bleibt man wenig­stens unter sich. – Jens Nord­alm kon­sta­tiert für „ZEIT ONLINE“, die Nati­on sei das beste Getrie­be für die Demo­kra­tie. Geg­ner natio­na­ler Gren­zen eines impli­zi­ten Anti­de­mo­kra­tis­mus zu bezich­ti­gen ist somit nun jour­na­li­stisch gedeckt. In der Frank­fur­ter Rund­schau – möch­te nicht direkt ver­linkt wer­den (LSR) – ist inzwi­schen zu lesen, dass der ver­meint­lich kon­ser­va­ti­ve Par­tei­flü­gel der letz­te ist, der noch aktiv sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Poli­tik macht. Ich bin gespannt, wie lan­ge die Par­tei die­se Abweich­ler von der kla­ren Linie noch dul­det.

Was hin­ge­gen jeder­zeit zu dul­den bleibt, ist Musik.

EARTH „Black“ Live dro­ne ambi­ent doom metal down­tem­po expe­ri­men­tal Dylan Carl­son

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputer
Angrif­fe auf die Demo­kra­tie (Nach­trag)

Bezie­hungs­wei­se:

Ihr habt Angst vor Hackern, aber kein Pro­blem damit, in jedem Raum ein Mikro­fon zu haben, das Eure Gesprä­che mit hört – weil es ja so supi bequem ist, „Ale­xa, spiel Hele­ne Fischer“ zu sagen, statt das Tele­fon aus der Tasche zu neh­men und drei­mal zu tip­pen.

Oder halt ein­fach einen Knopf an einer nicht mit dem Inter­net ver­bun­de­nen Musik­an­la­ge zu drücken. Aber das ist nur eine Fan­ta­sie, so etwas ist selbst­ver­ständ­lich undenk­bar.

In den NachrichtenComputer
Gute Angrif­fe auf die Demo­kra­tie, schlech­te Angrif­fe auf die Demo­kra­tie

Vor 2.645 Tagen wur­den einem gro­ßen Teil Deutsch­lands die Plä­ne offen­sicht­lich skru­pel­lo­ser Her­ren bekannt, die pri­va­ten Daten von Bür­gern mit­tels eines Ein­bruchs in deren Com­pu­ter­sy­ste­me dem Staat zur Ver­fü­gung zu stel­len. Pas­siert ist seit­dem zwar vie­les, in die­ser Hin­sicht hat sich der Anstand aber längst so nach­hal­tig ver­ab­schie­det, dass inzwi­schen auch die tra­di­tio­nell bür­ger­kri­ti­sche Par­tei „Die Grü­nen“ Inter­es­se an sol­chen Daten anmel­det. Wäh­rend­des­sen maro­dier­ten ein­schlä­gi­ge Abge­ord­ne­te auf gewohn­te Wei­se wei­ter und ver­cy­ber­ten unter ande­rem Per­so­nal­aus­wei­se und jüngst die nicht grund­los schüt­zens­wer­ten Gesund­heits­zu­stän­de derer, die sie zu ver­tre­ten vor­ge­ben.

Das hat aber selbst­ver­ständ­lich nichts mit fol­gen­der Mel­dung zu tun:

Die mas­sen­haf­te Ver­öf­fent­li­chung pri­va­ter Daten deut­scher Poli­ti­ker, Jour­na­li­sten, Mode­ra­to­ren, Schau­spie­ler, Sän­ger und You­Tuber über ein mitt­ler­wei­le gesperr­tes Twit­ter-Kon­to hat vie­le der Betrof­fe­nen aus der Neu­jahrs­ru­he auf­ge­schreckt. (…) Bun­de­ju­stiz­mi­ni­ste­rin Kata­ri­na Bar­ley (SPD, A.d.V.) ver­ur­teil­te das Vor­ge­hen der unbe­kann­ten Cyber­kri­mi­nel­len auf Twit­ter scharf als einen „schwer­wie­gen­den Angriff auf das Recht auf Pri­vat­sphä­re und damit einen Grund­pfei­ler unse­rer Demo­kra­tie“. (…) „Wir erle­ben einen erneu­ten, sehr ernst­zu­neh­men­den Ver­such, unse­re Demo­kra­tie zu desta­bi­li­sie­ren“, kon­sta­tier­te die par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin der Grü­nen, Brit­ta Haß­el­mann.

Ohne aus­drück­li­che Geneh­mi­gung ein­fach die Daten ande­rer Leu­te abzu­grei­fen ist ja wohl uner­hört! :aufsmaul:

ProjekteNerdkrams
Ein Model F „XT“ für das 21. Jahr­hun­dert

(Vor­be­mer­kung: Es folgt ein vor allem für Hard­ware- und Alt­com­pu­ter­freun­de rele­van­ter Text. Der übri­ge Teil mei­nes geschätz­ten Publi­kums möge spä­ter wie­der vor­bei­schau­en.)

Vor vie­len Jah­ren – es mögen zehn oder schon mehr gewe­sen sein – war es üblich, dass die Com­pu­ter, mit denen man sei­ne täg­li­che elek­tro­ni­sche Kor­re­spon­denz erle­digt, eine Hard­ware­ta­sta­tur als Ein­ga­be­ge­rät besaß. All­ge­mein ver­füg­ba­re Tasta­tu­ren, das muss man den Jün­ge­ren viel­leicht erklä­ren, waren ver­gleichs­wei­se gro­ße, schwe­re Qua­der aus anfangs über­wie­gend Metall, spä­ter zuse­hends mehr Pla­stik, die bis zu 144 Tasten besa­ßen, auf die man drücken muss­te, um einen Buch­sta­ben ein­zu­ge­ben. Wischen ging nicht, wäre manch­mal aber viel­leicht bes­ser für den Zustand der Tasta­tur gewe­sen.

Wenn man ernst­haf­te Tipp­ar­beit an einem Com­pu­ter ver­rich­ten möch­te, ist noch heu­te die Benut­zung einer sol­chen Tasta­tur mit eini­gem Kom­fort­vor­teil ver­bun­den. Nach­dem die ersten Lap­top- und Bud­get­ta­sta­tu­ren das Zeit­li­che geseg­net haben, denkt man aller­dings dann doch dar­über nach, ob frü­her nicht vie­les bes­ser war. Gute Tasta­tu­ren sind wich­tig.

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Netzfundstücke
Zivi­li­sa­ti­on (ent­gei­stert).

Inzwi­schen in Her­ne:

Ein acht­jäh­ri­ges Mäd­chen aus Her­ne besuch­te in der Nach­weih­nachts­zeit die Kir­mes im Bereich An der Cran­ger Kir­che. Hier macht die jun­ge Schü­le­rin eine Fahrt in der Gei­ster­bahn. (…) Wie­der zuhau­se erzähl­te das Mäd­chen ihrem Vater unter Trä­nen von der unheim­li­chen Gei­ster­be­geg­nung und dem Vor­fall im Fahr­ge­schäft. (…) Nach einem ver­ba­len Streit gin­gen die anwe­sen­den Per­so­nen mas­siv auf­ein­an­der los. Der „leben­di­ge Geist“, in Wirk­lich­keit ein 25-jäh­ri­ger Han­no­ve­ra­ner, wur­de ver­letzt und muss­te mit einem Ret­tungs­wa­gen in ein Kran­ken­haus gebracht wer­den.

Von wegen Fach­kräf­te­man­gel! Aber in unse­re Zukunft (i.e. den Nach­wuchs) emp­feh­le ich kei­ne wei­te­ren Hoff­nun­gen zu set­zen.

NetzfundstückeNerdkrams
Brain­less: Pro­gram­mier­an­fän­ger spie­len Buz­zword­bin­go.

An dem Vor­schlag, Pro­gram­mie­ren über­all zum Pflicht­fach zu machen, auf dass das Über­an­ge­bot an fähi­gen Pro­gram­mie­rern, die kei­ne Stel­le fin­den, weil nie­mand bereit ist, ihre Fähig­kei­ten ange­mes­sen zu ver­gü­ten, sich ver­mehr­fa­che, gibt es vie­les zu kri­ti­sie­ren; nicht mal unbe­dingt vor allem den Fokus auf die für die mei­sten Din­ge völ­lig unzu­rei­chen­de Spra­che Java­Script, son­dern auch das Öko­sy­stem der EDV.

Men­schen wer­den von Trend zu Trend gescho­ben, haben kaum Zeit, irgend­was wirk­lich zu ver­ste­hen. Natür­lich setzt das indu­stri­ell aus­rei­chen­de Pro­du­zie­ren von meter­wei­se Code­zei­len kei­nen wirk­li­chen Fach­mann vor­aus, aber das soll­te nie­mals der per­sön­li­che Maß­stab sein müs­sen.

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Persönliches
2019 »

Die­ser Arti­kel ist Teil 8 von 15 der Serie Neu­jahr

Ein neu­es Jahr, eine neue Explo­si­on. Immer noch bleibt Feu­er­werk erlaubt, immer noch stellt sich die Fra­ge, ob das der postu­lier­te Wohl­stand ist, der mit einem Knall Far­ben und Gestank an den Him­mel malt. Wird in Syri­en eigent­lich auch mal geböl­lert? In Ham­burg, so liest man in Qua­li­täts­me­di­en, hat sich ein Vier­zehn­jäh­ri­ger noch vor der gesetz­lich erlaub­ten Frist drei Fin­ger weg­ge­böl­lert. Dan­ke, Mer­kel. Man könn­te ein Mem dar­aus machen, aber Meme machen dick.

Gute Vor­sät­ze am Jah­res­en­de? „I resol­ve to not make major decis­i­ons about my life based on ran­dom calen­dar dates.“ Man könn­te es ein­fach mal mit weni­ger Stress ver­su­chen, aber das klappt ja nicht mal im Som­mer­ur­laub so rich­tig. Prost gern, Neu­jahr nur als not­wen­di­ges Übel. Sich Glück­lich­sein vor­zu­neh­men wäre auch auf einem sehr nied­ri­gen Niveau eso­te­ri­scher Quatsch. Nur noch weni­ge Jah­re bis zum Nör­gel­rent­ner­tum, ein erreich­ba­res Ziel. Ich habe Qua­li­fi­ka­tio­nen.

2018 war das Jahr, in dem sich die Men­schen SD-Kar­ten in den Arsch gescho­ben haben. Das muss die­se Digi­ta­li­sie­rung sein. Bit­te drücken, wie eigent­lich immer. Ich habe jetzt schon kei­ne Lust mehr.

Möge es nicht so furcht­bar wer­den.

Es sind die Men­schen, nicht das System.
Mono­pho­nist: Der Preis der Frei­heit

MontagsmusikIn den Nachrichten
Finnr’s Cane – Glas­sice

EulmeldungEs ist – ein letz­tes Mal in die­sem Jahr – Mon­tag. Der hacker­feind­li­che Fach­kon­gress der Nägel­lackie­rer wur­de mit wenig Kri­tik ord­nungs­ge­mäß abge­wickelt, näch­stes Jahr dann Stuhl­krei­se gegen die AfD. Drau­ßen knal­len sie schon wie­der.

Apro­pos Knall: In Kali­for­ni­en wur­de angeb­lich ein Frau­en­marsch abge­sagt, weil die Teil­neh­me­rin­nen zu weiß gewe­sen wären. Wenn das die Zukunft derer ist, die es schon gut und rich­tig fin­den, dass der „Con­gress“ als Hacker­tref­fen nicht mehr zu gebrau­chen ist, dann habe ich vor die­ser Zukunft nur die Angst, dass mich all das Pop­corn in Gesund­heits­pro­ble­me trei­ben wird.

Die vor­herr­schen­de Auf­ga­be anders orga­ni­sier­ter Reli­gi­on scheint es der­weil auch dann zu sein, ihren eige­nen Ein­fluss zu ver­grö­ßern, wenn gar kei­ne Steu­ern dafür in Aus­sicht gestellt wer­den. All­mäh­lich steht mir der Sinn danach, unmis­sio­nier­te Völ­ker unent­gelt­lich zu bewaff­nen. Der Kon­go tut mir heu­te noch leid. Ein wenig gemein haben die­se Leu­te mit Linux­jün­gern, deren Postu­lat unge­fähr lau­tet, dass mehr Leu­te Linux nut­zen müs­sen, damit mehr Leu­te Linux nut­zen. Es sind ja immer die klei­nen Erfol­ge im Leben. Hun­dert Pro­zent der Linux­spen­den gehen an SJW-Pro­jek­te, denn die sind bekannt­lich bedeut­sa­mer als die Ent­wick­lungs­ar­beit. Was genau war noch mal die Ursa­che für die­sen „Fach­kräf­te­man­gel“? Es ist zum Spei­en.

Sonst so: Magnus Carl­sen bleibt Welt­mei­ster im Blitz­schach. Wenig­stens eine Kon­stan­te in die­ser spi­ra­len­vol­len Zeit. Nein, es gibt natür­lich noch eine zwei­te, näm­lich die Musik. Text gibt es zwi­schen den Jah­ren schon genug, es muss auch mal ohne gehen.

Finnr’s Cane – Glas­sice

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Nach­trag zum #35c3: Wahr­heit ist rechts, Par­tei­en sind gut.

Die­ser Arti­kel ist Teil 8 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Nach­dem der uner­träg­li­che Euro­pa­par­la­ments­kan­di­dat Nico Sems­rott im Rah­men des „Hacker­tref­fens“ („SPIEGEL ONLINE“) in Leip­zig ein wenig Wahl­wer­bung für sich machen durf­te, guck­te sich das CCC-Exmit­glied Fefe auch mal an, was auf dem „Con­gress“ eigent­lich vor sich geht:

Mir ist im Pro­gramm auf­ge­fal­len, dass da so ein hal­bes Dut­zend Vor­trä­ge von Netzpolitik.org-Personal bestrit­ten wird (je nach dem wie man das zählt). (…) Die Neu­tra­li­tät des CCC war eigent­lich immer ein hohes Gut. Netzpolitik.org steht tra­di­tio­nell den Grü­nen nahe.

Das fan­den die Dro­gen­dea­ler vom „Con­gress“ doch etwas unfair, denn dass das schrä­ge Per­so­na­li­ty­b­log „Netzpolitik.org“, des­sen anti­li­be­ra­ler Chef­re­dak­teur bis heu­te bei den Grü­nen ist, den Grü­nen nahe­ste­he, dür­fe man so doch nicht sagen:

Mir wur­de mit­ge­teilt, dass ich hier Pro­pa­gan­da der Iden­ti­tä­ren beför­de­re, wenn ich schrei­be, Netzpolitik.org sei tra­di­tio­nell Grü­nen-nahe.

Alles Nazis hier. Ale­te, Ale­te, Anti­fa­sci­s­ta. Auf Twit­ter wur­de mir erklärt, dass der „Con­gress“ doch eine sehr nütz­li­che Ver­an­stal­tung sei, denn dort bekom­men die­je­ni­gen, die in Phy­sik immer geschla­fen oder geschwänzt haben, das Schul­wis­sen noch mal nach­ge­tra­gen. Sah­ne in der Jau­che.

Ich brauch‘ Urlaub.