KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Narcosatánicos

NarcosatánicosLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Aus Aarhus (Däne­mark) stammt das wenig geheimnisvoll heißende Nois­e­rock­sex­tett Nar­cosatáni­cos, dessen anscheinend namen­los­es (“selb­st­betiteltes”) Debü­tal­bum (Amazon.de, Bandcamp.com) im Mai 2014 erschienen ist und unge­fähr die Art von Musik enthält, die man bei diesem Namen erwarten würde. Das klingt vorherse­hbar und lang­weilig? Nein, mit­nicht­en.

Von den “Nois­espezial­is­ten” (Jim Car­roll) Ein­heitlichkeit zu erwarten hätte sich ohne­hin schon nach den ersten paar Minuten des Albums erledigt, wenn das erste Erstaunen über die eige­nar­tige Stilmis­chung aus Post­punk und Jaz­zrock ver­flo­gen ist. Die Sax­o­phoneska­paden von Zeki Jindyl durchziehen zwar das ganze Album, aber Schubladen sind hier höch­stens mit dem Brecheisen zu hal­ten.

NARCOSATANICOS nau­sea █▬█ █ ▀█▀

Wenn es unbe­d­ingt ein Mehrheitsstil sein muss, wäre psy­che­delis­ch­er Krautrock wom­öglich ein vernün­ftiger Ver­gle­ich (“Truck­stop Pros­ti­tute”) — das Stück “Hal­luz­i­na­tion­srausch” klingt auch so, wie es heißt. Aber bere­its “Filth” wech­selt unverse­hens die Spur: Ich höre Primus und Green Jel­lÿ, weigere mich aber auch, das Stöh­nen und das bers­tende Glas zu kat­e­gorisieren. Begleit­et wird das nicht mal schlecht klin­gende Crossover-Durcheinan­der mit einem melodis­chen Fun­da­ment aus Jazz. Ich mag Jazz. Das klingt ver­wirrend beim Lesen, aber pri­ma beim Hören.

Es ist nicht alles schlecht in Däne­mark.

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Kurzkritik: VAK — Budo

VAK - BudoLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Im Jahr 2008 grün­dete Schlagzeuger und Perkus­sion­ist Vladimir Mejstel­man in Frankre­ich, dem Heimat­land des Zeuhls, eine Musik­gruppe namens VAK, die gele­gentlich eine neue Beset­zung bekam, aber wenig veröf­fentlichte. 2018, inzwis­chen als Quar­tett, veröf­fentlichte sie ihr erstes Vol­lzeital­bum “Budo” (Bandcamp.com). Für die drei Stücke zwis­chen acht und fast 28 Minuten Länge empfehle ich im Voraus etwas Geduld.

Von den Gen­reini­tia­toren Mag­ma, an denen Zeuhlbands teil­be­grün­det gefäl­ligst gemessen zu wer­den haben, unter­schei­det VAK vor allem der Vokalteil: Sän­gerin Aurélie Sain­te­croix arbeit­et weit­ge­hend text­los und ohne mehrstim­mi­gen Chor (den sie allerd­ings auch nicht nötig hat), die Instru­men­tal­is­ten spie­len während­dessen einen angenehm dicht­en Jaz­zrock, in den auch mal eine E‑Gitarre hinein­schnei­den darf. Ich finde Gefall­en am Gehörten.

VAK — Hquark

Nichts zu meck­ern? Doch, klar: Bedauer­licher­weise gibt es “Budo” derzeit nur als dig­i­tales Album (also ohne physis­chen Ton­träger) zu kaufen. Wer auf diese sowieso keinen Wert legt, der möge sich schä­men, aber sich “Budo” unbe­d­ingt zule­gen. Ich kann mir schlechter aus­gegebenes Geld vorstellen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz angemerkt zu Friedrich Merz

Während altge­di­ente Partei­bonzen mit (nach Abzug von Steuern) deut­lich fün­f­stel­ligem Monat­seinkom­men die SPD mit dem Vorschlag zu ret­ten ver­suchen, man könne doch mal “emo­tionale Bürg­ernähe” (ebd.) vor­spie­len, rotiert es in der Union nach der Ankündi­gung Angela Merkels, dass sie keine Lust mehr auf den Mist habe, woraufhin aus­gerech­net Alexan­der Graf Lamb­s­dorff seine Sorge um die “Achse der Vernün­fti­gen” aus “Deutsch­land, Frankre­ich und Spanien” — Spanien war das Land, dessen Exeku­tive noch vor nicht langer Zeit Kata­la­nen wegen ein­er Bürg­er­be­fra­gung ver­prügelte — bekan­nt­gab, per­son­ell immer noch so geschwind, dass ich mir einen weit­eren Satz zur Kan­di­daten­liste dann doch nicht mehr sparen möchte, denn außer Jens Spahn, einem aus­gewiese­nen Experten dafür, wie man mit möglichst weni­gen Worten möglichst viele Ger­ingver­di­ener ver­ab­scheut, hat auch Friedrich Merz, geistiger Vater deutsch­er Leitkul­tur und grund­sät­zlich lobenswert­er Befür­worter eines Ausstiegs aus dem Ausstieg, was ger­ade 2018, da der Stromver­brauch von Spiel­geld­mach­ern die Nichtüber­flu­tung des Plan­eten gefährdet, vielle­icht nicht unbe­d­ingt als unbe­dacht­es Ärg­er­nis ver­standen wer­den sollte, seine Kampfkan­di­datur angekündigt, um ihr — der Partei — die Würde zurück­zugeben, wofür er sich als bekan­nt Kon­ser­v­a­tiv­er fra­g­los eignen mag, denn es scheint zumin­d­est denkbar, dass diejeni­gen, die sich wegen fehlen­den Kon­ser­v­a­tivis­mus von der CDU ab- und der AfD zuge­wandt haben, seinetwe­gen wieder Hoff­nung in erstere Partei set­zen, so schreck­lich uns eher lib­eralen Gestal­ten, die wir gle­ich­falls die CDU nicht wegen des Vor­standes, son­dern wegen der pro­gram­ma­tis­chen Aus­rich­tung nicht wählen, das auch vorkommt, woraufhin ihm Men­schen, die ohne­hin niemals die CDU wählen wür­den, aber anscheinend den­noch sehr besorgt darum sind, wer der ihr eh egalen Partei kün­ftig vorste­hen darf, vor­war­fen, dass er bis­lang lieber Geld ver­di­ent als sich poli­tisch betätigt habe, als sei das in Deutsch­land heutzu­tage nicht sowieso fast nicht voneinan­der zu unter­schei­den; dass er, Merz (63), aber mit­teilte, er spreche zwecks Ver­jün­gung der CDU bere­its mit sein­er Mit­be­wer­berin Annegret Kramp-Kar­ren­bauer (56), erk­lärt meines Eracht­ens aus­re­ichend wortre­ich, worin eigentlich das Prob­lem liegen kön­nte, das Parteipoli­tik ger­ade in “Volksparteien”, was auch immer das schon wieder sein soll, so ros­tig und alt erscheinen lässt.

In den Nachrichten
Säkularismus wann anders. (2)

Apro­pos Kirche; während die vorge­blich öku­menis­che CDU, aus dem Bun­destag partout nicht wegzuox­i­dierende Aus­grün­dung der katholis­chen Zen­trumspartei und somit auf eine lange nation­al­is­tis­che Tra­di­tion zurück­blick­end, medi­al wie meist aus per­son­ellen statt aus pro­gram­ma­tis­chen Grün­den mit gehoben­er Augen­braue begleit­et wird, reisen andere Staat­en vor­wärts in die gesellschaftliche Jet­ztzeit:

Die irische Bevölkerung hat sich mit deut­lich­er Mehrheit für die Abschaf­fung der Straf­barkeit von Blas­phemie aus­ge­sprochen. Aus­gerech­net das katholisch geprägte Irland zeigt sich so fortschrit­tlich­er als einige andere europäis­che Län­der, in denen es noch Blas­phemie-Geset­ze gibt – unter anderem Deutsch­land.

Ist Irland jet­zt eigentlich noch Teil dieses christlichen Abend­lan­des und nach wie vie­len Jahrhun­derten Wis­senschaft hört das endlich auf?

In den NachrichtenMontagsmusik
Phideaux — We Only Have Eyes For You // Freiburger Folgen

Wird langsam kalt.Es ist Mon­tag. Dieses Video aus den eher frag­würdi­gen Kreisen des Inter­nets bitte keineswegs teilen, stattdessen zum Beispiel einen Pand­abären adop­tieren. Ein Narr, wer sie mei­det.

Apro­pos Nar­ren: In Hes­sen wurde gewählt. Andrea Nahles, berichtete die “WELT” noch am Abend, stelle Bedin­gun­gen für die Fort­führung der Koali­tion mit der CDU/CSU. Ich ver­mute, wenn man dies­bezüglich keine weit­eren Infor­ma­tio­nen erhält, liegt es daran, dass die Adres­sat­en sich tot gelacht haben. — Weit weniger zum Lachen scheint es zu sein, dass aus den “Simp­sons”, ein­er Serie, deren Humor von der grotesken Überze­ich­nung US-amerikanis­ch­er Klis­chees zehrt, dem­nächst eine Fig­ur ent­fer­nt wer­den soll, weil sie eine groteske Überze­ich­nung eines Klis­chees darstelle. Ich bin einiger­maßen entset­zt.

Nicht weniger entset­zlich: Die UNICEF spricht sich auch weit­er­hin für die Gen­i­talver­stüm­melung von Kindern aus. Allerd­ings sind von dieser Hal­tung natür­lich Mäd­chen aus­geschlossen. Bei Mäd­chen macht man so was nicht. Diejeni­gen, die solche archais­chen Riten grund­sät­zlich für bewahrenswert hal­ten, haben es allerd­ings kün­ftig in manchen Gegen­den noch etwas schw­er­er: Nach­dem und weil, je nach Quelle, zwis­chen acht und fün­fzehn über­wiegend aus nicht sicheren Staat­en stam­mende Her­ren sich im “als linkslib­er­al gel­tenden” (“ZEIT ONLINE”) Freiburg an ein­er Achtzehn­jähri­gen ver­gan­gen hat­ten und aus Protest gegen das genau Falsche umge­hend eine Demon­stra­tion “gegen Rechte” (Allergik­er­war­nung: “Tichys Ein­blick”) ein­berufen wurde, würde der Tübinger Ober­bürg­er­meis­ter gern abgele­gene Lager ein­richt­en lassen. In den Geschichts­büch­ern wird von der Ursache zur Wirkung voraus­sichtlich wieder nur wenig zu find­en sein.

Ander­er­seits ist Geschichts- auch eine Art von Bil­dung und ste­ht somit auf dün­nem Eis: “Für Deutsch­land keinen Fin­ger krumm, 20 Semes­ter Min­i­mum!” Das muss dieses Akademik­er­tum sein, von dem immer alle reden.

Den­noch sollte auch diese Woche nicht trüb­sin­nig begin­nen. Wie wäre es mit etwas Gym­nasi­as­ten­musik?

Phideaux — We Only Have Eyes For You (Sin­gle Ver­sion)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Europäische Kirchen erleichtert: Kinderschändung endlich Menschenrecht!

“Der Bote Allahs heiratete mich, als ich sieben Jahre alt war. Der Erzäh­ler Sulaiman sagte: oder sechs Jahre. Er schlief mit mir, als ich neun Jahre alt war.”
– Ais­cha bint Abi Bakr, dritte und jüng­ste Frau Mohammeds, zitiert im Buch der Ehe


Unter meinem gestri­gen Text über die lusti­gen Satirik­er des Lan­des und ihr fehlen­des Ver­ständ­nis für eine gesunde Bewäl­ti­gung der Ver­gan­gen­heit, ins­beson­dere aber in den Kom­mentaren unter dem­sel­ben war ich verse­hentlich davon aus­ge­gan­gen, dass dies hier immer­hin Deutsch­land und damit Europa sei und eine gewisse Kun­st­frei­heit, über deren Gren­zen lediglich zu wenige Diskus­sio­nen geführt wür­den, damit gewährleis­tet sei. Ger­ade wegen der Vor­fälle um Char­lie Heb­do sollte man zumin­d­est davon aus­ge­hen, dass eine “wehrhafte Demokratie” (BVer­fG) das Recht auf den ganz per­sön­lichen Irrsinn nicht der Pflicht zur Nutzung des gesun­den Men­schen­ver­standes überord­nen werde.

Aber, ach, nous ne sommes plus Char­lie:

Den Propheten Mohammed zu dif­famieren “gehe über die zuläs­si­gen Gren­zen ein­er sach­lichen Debat­te hin­aus” und “kön­nte Vorurteile anfachen und religiösen Frieden riskieren” und über­schre­ite daher die zuläs­si­gen Gren­zen der Frei­heit des Aus­drucks, entsch­ied der Europäis­che Gericht­shof für Men­schen­rechte am Don­ner­stag, wom­it er sich der Entschei­dung eines niedrigeren Gerichts anschloss. (…) Ein­er Stel­lung­nahme zufolge, die der Gericht­shof am Don­ner­stag veröf­fentlicht hat, sei das Wiener Lan­des­gericht für Straf­sachen der Ansicht, dass [ihre Äußerun­gen] den Ein­druck erweck­ten, dass Mohammed pädophile Nei­gun­gen gehabt habe, und verurteilte Frau S. im Feb­ru­ar 2011 für das Verunglimpfen religiös­er Dok­tri­nen.

(Abscheuliche Über­set­zung von mir.)

Wenn nun aber nur mehr gelehrt wer­den darf, was keinem Religiösen miss­fällt, dann ste­ht es um die Rechte Homo- und Mehr­sex­ueller, die Lehre von der Gen­derei, die Evo­lu­tion­s­the­o­rie und über­haupt die Möglichkeit eines Aus­tritts aus ein­er Kirche, in die man meist hineingesteckt wird, ohne zunächst seine Zus­tim­mung erteilen zu kön­nen, dem­nächst nicht mehr ganz so gut. Nicht alles davon bere­it­et mir Sorge; den­noch empfinde ich das Gericht­surteil als Ver­let­zung mein­er wis­senschaftlichen Gefüh­le und ver­lange Genug­tu­ung. Ich weiß nur noch nicht, welch­es Gericht dafür zuständig wäre.

Ver­mut­lich ein kirch­lich­es.


“Man muss auch den Mut zur Intol­er­anz denen gegenüber auf­brin­gen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubrin­gen.”
– Car­lo Schmid

In den Nachrichten
Gute Juden, schlechte Juden (2): Weltverschwörung royale

Nach meinen Aus­führun­gen zu den “#unteilbar”-Demonstrationen (ohne Raute keine Demon­stra­tion, so will es das Gesetz) wurde ich gele­gentlich entrüstet gefragt, wie ich denn darauf komme, dass dort, bei der aus­gerech­net von Jan Böh­mer­mann, dem nicht ger­ade als rechts gel­tenden Mario Barth für Twit­ter­nutzer, bewor­be­nen Demon­stra­tion, in nen­nenswertem Umfang Anti­semitismus zu find­en sei.

Nun wäre es sicher­lich allzu naiv, ein­er Gesellschaft, die Mar­tin Son­neborn witzig find­et, zu unter­stellen, sie ver­füge über Reflex­ion und Ein­sicht. Und siehe, die Welt ist klein:

Oliv­er Polak beschreibt, wie er nach einem Stand-up-Auftritt ein­mal „iro­nisch“ von drei Kol­le­gen von der Bühne gejagt wurde. Während er abging, spiel­ten die anderen, wie sie sich vor ihm ekel­ten. Ein­er holte ein offen­bar zu diesem Zweck hin­ter einem Sofa platziertes Desin­fek­tion­s­mit­tel her­vor und fragte die anderen: „Habt ihr ihm die Hand gegeben?“ Dann besprühte er ihre Hände, um sie zu desin­fizieren. (…) Böh­mer­mann ist der Mann mit dem Desin­fek­tion­sspray.

Wenn der Faschis­mus wiederkommt, wird er sich nicht als Faschis­mus oder als Antifaschis­mus vorstellen. Er wird sagen: “Ich bin die lustige linke Satire.”

In den NachrichtenWirtschaft
Wohlstandskinder googlen gegen Gentrifizierung (2): Linke, ganz progressiv das Bestehende bewahrend.

Wie ich fast ohne eigenes Zutun erfahren kon­nte, haben die Bewahrer des Kiezes in Kreuzberg gewon­nen, denn Google werde nun doch kein eigenes Pro­jekt im Umspan­nwerk instal­lieren, wie es heißt. Stattdessen wer­den dort zwei inno­v­a­tive Unternehmungen einziehen, näm­lich der Sozialar­beit­er­vere­in “KARUNA” und die Bet­telor­gan­i­sa­tion “betterplace.org”, deren Name den kreativ­en Gestal­tungswillen ihrer Häuptlinge ver­mut­lich ganz richtig wiedergibt.

Auf Twit­ter, wo man das eben so macht, freut sich nur die F.D.P. nicht so recht, anson­sten ist wei­thin Jubel zu vernehmen, dass man es wieder ein­mal geschafft hat, ein Unternehmen fernzuhal­ten, das keines der Ihren ist. Dass die bei­den Nicht­googles für eine Verbesserung der sozialen Sit­u­a­tion ihrer neuen Nach­barn kaum kämpfen kön­nen und sich somit allen­falls als Arbeits­beschaf­fungs­maß­nahme eignen, ist wohl auch genau so gewün­scht. Dass das linksradikale Bünd­nis “Beset­zen” — noch so’n Kreativ­itätssieger — mit seinem Sieg der kon­ser­v­a­tiv­en Spießigkeit über Fortschritt und Verän­derung so neben­bei mal wieder belegt hat, dass die Hufeisen­the­o­rie stim­men kön­nte, ist ein Aspekt, der medi­al zu wenig Aufmerk­samkeit erfährt.

Wenn das links ist, über­raschen mich meine Wahl-O-Mat-Ergeb­nisse noch ein biss­chen weniger als sowieso schon.

PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Liegengebliebenes vom 22. Oktober 2018

FDP-Män­ner wollen gegen den Willen der meis­ten FDP-Frauen eine Frauen­quote in Erwä­gung ziehen. Ich würde darüber gern einen Witz machen, aber es ste­ht noch keine Frau abwech­sel­nd am Mikro­fon.


Ein schlimmes Medi­um, das ich hier absichtlich nicht nen­nen werde, hat her­aus­ge­fun­den, dass Men­schen, die sich mit Whisky beschäfti­gen, gebilde­ter wirken. Auf dem Sym­bol­fo­to ist ein Herr abge­bildet, der einen “Tum­bler”, also ein Glas für Whisky mit Eis und/oder Cola, in der Hand hält. Ich finde das zumin­d­est respek­ta­bel bizarr.


Apro­pos Stil: Eine bish­er nicht durch her­aus­ra­gende Leis­tun­gen aufge­fal­l­ene natür­lich in der SPD tätige Dame hat eine teure Arm­ban­duhr und bit­tet hier­für um Ver­ständ­nis, denn sie habe als Kind Holz gehackt. Ver­mut­lich habe ich nur deshalb keine teure Arm­ban­duhr: Ich habe noch nie Holz gehackt.


Im Auf­trag der Regierung von Sau­di-Ara­bi­en ist verse­hentlich ein Men­sch getötet wor­den, seine Leiche ist ver­schwun­den. Da passt man nur mal kurz nicht auf und dann passiert so etwas. Schlimm, schlimm.


Warum müssen Wirtschaft­sredak­teure noch arbeit­en?


Zu mein­er aus­bleiben­den Über­raschung kön­nte Har­vey Wein­stein, trotz seines zer­störten Lebens und sein­er zer­störten Kar­riere natür­lich, sich als unschuldig her­ausstellen. Wäre es nicht ein­fach­er und kostengün­stiger für die Fil­min­dus­trie, sie set­zten die Klägerin­nen anstatt sein­er vor die Tür?

In den NachrichtenMontagsmusik
Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen — Leb so, dass es alle wissen wollen

Seufz.Es ist Mon­tag. Niemals kann man so wun­der­bar melan­cholisch sein wie an einem Mon­tag. Schnell ein paar Mup­pets! Auch der schlechte Ersatz kann zur Manier gehören. Die Sinnsuche ist eine von fraglichem Zweck.

Irgend­wo wird dauernd irgend­was gewählt und die Pointen bleiben im Hals steck­en. Wer Komik­tol­er­anz mit Inter­esse an sein­er Umwelt ver­wech­selt, der hat es nicht bess­er ver­di­ent. Nicht mal fol­gerichtig has­sen darf man noch. Eine mögliche Ursache für das Ungemach ist schnell ent­deckt: Mus­lime beteten 37 Jahre lang in die falsche Rich­tung. So wird das nichts mit der Erlö­sung, allen­falls noch durch Full Spec­trum Cyber.

Es ist Mon­tag und alles scheint schreck­lich verzicht­bar. Dem Hass der Welt und ihrer Dummheit mit Zynis­mus zu begeg­nen hat zum Leben nicht gere­icht. Was bleibt?

Keine Zähne im Maul aber La Palo­ma pfeifen — Leb so, daß es alle wis­sen wollen

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Annahmen zum Linkssein (7): Lange Rede ersetzt kurzen Sinn.

Und:

Was das Kri­tisieren von ökonomis­chen und ökol­o­gis­chen Schiefla­gen bet­rifft: der gute Wille genügt. Er ist mit weni­gen Klicks in der Welt, ändert in sein­er Taten­losigkeit nur nichts an den bemän­gel­ten Zustän­den. Da die Real­ität sich weigert, sich von selb­st zu verbessern, bleibt uns nur die ver­bale Nachrüs­tung. So begin­nt der Wettstre­it um den empörtesten Auf­schrei und die umfassend­ste Liebes­bekun­dung.

Man ist gewil­lt, von Schreibürg­ern zu sprechen.