PolitikIn den NachrichtenNerdkrams
Wohlstandskinder googlen gegen Gentrifizierung

Den alten Witz von dem antikap­i­tal­is­tis­chen Kom­mu­nis­ten, der seinen Hass auf das Schweinesys­tem im McDonald’s von seinem iPhone raust­wit­tert, her­auszukra­men liegt mir auch heute man­gels Pointe fern, aber nach Kon­sum dieser Mel­dung …

Durch das Pro­jekt des Inter­netriesen steigen im Umfeld des Cam­pus die Mieten weit­er. Aus diesem Grund haben an diesem Fre­itag rund 100 Mis­tre­it­er des linksradikalen Bünd­niss­es »Beset­zen« den Google-Cam­pus in Beschlag genom­men. Die Forderung: Google solle sich unverzüglich zurückziehen.

… haben mich die Hin­ter­gründe doch schon inter­essiert.

Und ich wurde natür­lich nicht ent­täuscht. Denn mit welch­er Hard­ware protestiert man, “#fuck­of­f­google” trompe­tend, gegen “den Inter­netriesen” und den ver­dammten Kap­i­tal­is­mus? iPhones? Haha, natür­lich nicht:

#fuckoffpeng

Da macht nicht mal mehr das Aufre­gen noch Spaß.


Aus der Rei­he “Vergessene Hob­bys”: Durch einen Com­put­er schlen­dern.

Senfecke:

  1. Sor­ry, Kollge, ich habe just in einem anderen Kon­text Fol­gen­des gesagt:
    “Die Infamie, Men­schen vorzuw­er­fen, sie benutzten Pro­duk­te eines “kap­i­tal­is­tis­chen Unternehmens” ist ja nicht nur Trollerei, über die man sich zurecht aufre­gen kann. Sie ist ja auch noch scheiße däm­lich. Muss man also erfrieren, ver­hungern und ein­sam ster­ben, wenn man eine bes­timmte Mei­n­ung hat? War jemand, der 1944 deutsche Pro­duk­te kon­sum­iert hat, ein Nazi? Wie hohl ist das?”

    Ich kann erwarten, dass jemand kon­sis­tent argu­men­tiert, aber kon­sis­tent leben kön­nte nur jemand, der total an die Bedin­gun­gen angepasst wäre — mithin nie­mand. Der Vor­wurf gegen Leute, die es gern anders hät­ten, ist erzreak­tionär.

    • Ich als überzeugter Android­nutzer würde nie­man­dem die Nutzung von Android vor­w­er­fen. Ich erwarte nur Aufrichtigkeit. “Google ist scheiße! Gesendet von meinem Androidgerät” gefällt mir nicht wegen des zweit­en Teils nicht. Google ist ein gutes Unternehmen mit guten Pro­duk­ten, aber doch bitte nicht im eige­nen Vor­garten “Kiez”? Klam­ot­ten von Pri­mark sind schon geil, so lange man die Kinder, die sie nähen, nicht sehen muss? Ach, ach.

      • Das wäre ein Argu­ment, hätte es jemand so gesagt. Ich sehe auch durhchaus die Ironie, ander­er­seits aber auch, dass ein Net­z­zu­gang mobil mit den Alter­na­tiv­en Apple und Win­dows zu bew­erk­stel­li­gen wäre. Macht es nicht bess­er. Dass die Kleinen mit einem lin­ux­mo­torisierten PC nicht … wäre ja auch nicht wirk­lich rel­e­vant.
        Worauf ich hin­aus will, ist dass man die Wider­sprüche auf ihr Kreis­chen abklopfen kann — das wäre effizien­ter — und ver­mei­den sollte, eine argu­men­ta­tive Struk­tur zu bedi­enen, die einem jed­erzeit um die Ohren fliegen kann. Es hat btw auch Charme, Google das mit ihren eige­nen Waf­feln aufzutis­chen. Dass Aktivis­ten häu­fig in jed­er Bedeu­tung der Sinn dafür fehlt, ist wiederum eine Angriffs­fläche, auf der ihnen eher Schmerzen bere­it­et wer­den kann. Bil­lig lässt sich immer auch bil­lig abschmettern.

        • Bil­lig kann ich, bil­lig darf halt auch mal sein. Für hochqual­i­ta­tive Analy­sen ver­weise ich allzu gern auf den Kom­men­tar­bere­ich beim Kol­le­gen “flat­ter”. Wenn ich aber Google wäre und vor einem mein­er Gebäude taucht­en plöt­zlich ein paar Dutzend Leute auf, die mir regelmäßig Geld für meine Pro­duk­te zahlen, und wollen, dass ich mich ver­pisse, dann mache ich ca. fol­gen­des:

          • Nichts.

          Wie viel sin­nvoller doch die mit dem Protest gegen den Her­steller mein­er Protesthard­ware ver­schwen­de­ten Ressourcen genutzt wer­den kön­nten, um gegen die zu demon­stri­eren, die diese Zustände zuge­lassen haben! Aber dafür müsste man ja mal seinen “Kiez” ver­lassen, dafür müsste man dahin, wo man etwas riskieren würde. Der Deutsche protestiert sowieso am lieb­sten mit ’ner Onlinep­e­ti­tion. Da bin ich ja ein glaub­würdi­ger­er Kap­i­tal­is­muskri­tik­er als die alle zusam­men.

          Mein Mit­tel des Abklopfens bleiben die san­ften (und sel­ten absichtlich brachialen) Spitzen. Die, die’s bet­rifft, lesen meine Aus­führun­gen eh nicht. Ich pub­liziere halt nicht auf “blogsport”. Ich hat­te kurz über­legt, ob mir das “Kün­stlerkollek­tiv” “peng” mehr als einen Absatz wert ist, aber mir ist ger­ade noch rechtzeit­ig einge­fall­en, dass das diesel­ben sind, die son­st Min­dest­lohnkassier­er ver­arschen wollen, und das wäre dann wahrschein­lich auch zu viel der Ehre gewe­sen.

          Ist das noch Poli­tik oder kann das weg?

            • Immer da, wo die Äktschn tobt. Ein­fach dem Geschrei nach, kann man gar nicht ver­fehlen. Aber bloß nix unter­schreiben. Nacht, Kollg!

          • “Die, die’s bet­rifft, lesen meine Aus­führun­gen eh nicht.”
            Da wäre ich mir nicht so sich­er. Ich bin zwar wed­er Teil des Kün­stlerkollek­tivs, noch war ich bei der Beset­zungsak­tion beteiligt aber ich unter­stütze die ange­sproch­enen Pro­jek­te voll und ganz.
            Weit­er­hin hat die die umrahmte Aus­sage “Twidere for Android” auch nur bed­ingt mit Google zu tun. Das wird selb­st auf einem google­freien Lin­eageOS angezeigt, wenn man z.B. Twidere aus dem F‑Droid Store instal­liert hat (OK hier lasse ich die Lizen­zge­bühren außer Acht, die evtl. das Unternehmen gezahlt hat. Allerd­ings Ist da fraglich ob diese, ins­beson­dere bei Gebraucht­geräten, noch auf die Endan­wen­der über­trag­bar sind…). Ver­mut­lich wird der gle­iche Text sog­ar angezeigt, wenn man Twidere unter Sail­fish OS laufen lässt.

    • An Dein­er Argu­men­ta­tion ist schon was dran. Nur: Auf Google verzicht­en heisst nicht erfrieren, ver­hungern und ein­sam ster­ben.

      Das ganze ist unge­fähr so wie hier: Auf böse west­liche Tech­nik schimpfen, behaupten das Schama­nen zaubern kön­nen und sich dann dem iPad zuwen­den:
      https://whyevolutionistrue.wordpress.com/2016/10/14/south-african-students-call-for-the-fall-of-colonizing-western-science-and-its-replacement-by-separate-ways-of-knowledge/

  2. Offtopic: In der mobilen Ansicht fehlt die Anzeige des Autors eines Kom­men­tars im Ver­gle­ich zur Desk­topan­sicht

  3. Die Berlin­er Linkss­chick­e­ria will ja nicht Arbeit­en son­dern nur Trans­fer­leis­tun­gen abgreifen. Also in sich Kon­sis­tent.

  4. Hal­lo,

    ich bin voll bei euch bei­den. Wenn ein­er mit dem Pri­vat­jet zur Umweltkon­ferenz fliegt, dann kann das richtig gut für die Umwelt sein. Aber in eine Frak­ing­fir­ma als Naturschützer investieren, auch wenn der Gewinn gespendet wird, ist doof.

    In diesem Fall geht es imho darum, dass die Schreien, dass Google zu nah ist und Android nutzen. Wenn man fragt gibt es dann oft die Aus­sage, dass es ja keine unmo­nop­o­lis­tis­che Alter­na­tiv­en gibt. Aber genau wegen dieser Android­nutzer hat Sail­fis, fire­fox­os, ubun­tu­phone usw. ja keinen Mark­tan­teil oder über­leben­schance.

    Grüße

  5. Ach zwei Herzen pochen in mein­er Brust:
    Das eine sagt 1.Welt-Problematik…
    das andere wenn die bei Gogle richtige Men­schen sehen,die bes­timmte Anliegen haben und
    nicht nur Zahlen aufm Display,kann sich bei Gogle was ändern…(die Hoff­nung stirbt zulet­zt)!
    Menschen,die nicht zur Gogle-Arbeitss­pass­ge­mein­schaft gehören!

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