In den NachrichtenWirtschaft
Wohlstandskinder googlen gegen Gentrifizierung (2): Linke, ganz progressiv das Bestehende bewahrend.

Wie ich fast ohne eigenes Zutun erfahren konnte, haben die Bewahrer des Kiezes in Kreuzberg gewonnen, denn Google werde nun doch kein eigenes Projekt im Umspannwerk installieren, wie es heißt. Stattdessen werden dort zwei innovative Unternehmungen einziehen, nämlich der Sozialarbeiterverein „KARUNA” und die Bettelorganisation „betterplace.org”, deren Name den kreativen Gestaltungswillen ihrer Häuptlinge vermutlich ganz richtig wiedergibt.

Auf Twitter, wo man das eben so macht, freut sich nur die F.D.P. nicht so recht, ansonsten ist weithin Jubel zu vernehmen, dass man es wieder einmal geschafft hat, ein Unternehmen fernzuhalten, das keines der Ihren ist. Dass die beiden Nichtgoogles für eine Verbesserung der sozialen Situation ihrer neuen Nachbarn kaum kämpfen können und sich somit allenfalls als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eignen, ist wohl auch genau so gewünscht. Dass das linksradikale Bündnis „Besetzen” – noch so’n Kreativitätssieger – mit seinem Sieg der konservativen Spießigkeit über Fortschritt und Veränderung so nebenbei mal wieder belegt hat, dass die Hufeisentheorie stimmen könnte, ist ein Aspekt, der medial zu wenig Aufmerksamkeit erfährt.

Wenn das links ist, überraschen mich meine Wahl-O-Mat-Ergebnisse noch ein bisschen weniger als sowieso schon.

Senfecke:

  1. Czaja – da doch wer???
    Herbert Helmut Czaja… CDU und Bund der Vertriebenen!

    It stays in the „Family”:

    „Someday, and that day may never come, I’ll call upon you to do a service for me.“
    „Finance is a gun. Politics is knowing when to pull the trigger.“
    „The richest man is the one with the most powerful friends.“

  2. „ansonsten ist weithin Jubel zu vernehmen, dass man es wieder einmal geschafft hat, ein Unternehmen fernzuhalten, das keines der Ihren ist. ”
    Kampf gegen Monopolisten ist geradezu klassisch links UND liberal. Da haben beide Fraktionen zurecht was dagegen.

    Und die Verlinkung bzgl. Hufeisentheorie…aua :) Wie pauschal sind diese Thesen denn bitte?

      • „Gibt es inhaltlich begründete Einwände?”
        Ohne Ende. Nehmen wir die Hufeisentheorie bzw. den Bezug darauf in diesem Artikel als Beispiel.
        ” mit seinem Sieg der konservativen Spießigkeit über Fortschritt und Veränderung so nebenbei mal wieder belegt hat”
        Aus meiner Perspektive hat ein google Campus nicht unbedingt was mit Fortschritt vs. konservativ zu tun, sondern mit Kapitalismus, Privatisierung etc.
        Und allgemein halte ich die Hufeisentheorie u.a. deswegen für großen Käse, weil sie max. bzgl. der Handlungen Ähnlichkeiten aufzeigen kann, aber spätestens bei den Motiven wirds schwierig.

        • Entgegengesetzte Vorstellungen mit derselben Gewalt durchzusetzen zu versuchen sorgt nicht dafür, dass die Opfer einen Unterschied bemerken.

          Den Kampf um das Bauhaus hattest du mitbekommen, dessen kapitalistische, teils NSDAP-nahe Gründungszeit heute von Linken ignoriert wird, damit sie sagen können, es sei „schon immer links” gewesen?

  3. „Entgegengesetzte Vorstellungen mit derselben Gewalt durchzusetzen zu versuchen sorgt nicht dafür, dass die Opfer einen Unterschied bemerken.”
    Also links und rechts operieren mit derselben Gewalt um gleiches durchzusetzen und erzeugen auch die gleichen Opfer? Oder vestehe ich das falsch? Hast Du Beispiele?

        • >Also links und rechts operieren mit derselben Gewalt um gleiches durchzusetzen und erzeugen auch die gleichen Opfer? Oder
          >vestehe ich das falsch? Hast Du Beispiele?

          Nein, nicht dieselbe Gewalt, die linken sind viel gewalttätiger.

          >Gibt es auch welche heutzutage?

          Ja, jede Menge linke Gewalt. Alle paar Wochen zünden die irgendwas an, verprügeln irgendjemanden, bewerfen Häuser mit Farbe und/oder Fäkalien, besetzen irgendwas, legen irgendwas in Schutt und Asche.

          Dagegen gibt’s kaum rechte Gewalt, das war in den neunzigern zuletzt ein Problem.

  4. Als wenn IT-Monoplisten mit Ihren Kalkzentren ein Garant für gute Arbeit und Wirtschaftlichkeit wären. Scheinselbständigkeit und prekäre Jobs für die Fickfehler der oberen 10.000 muss man nicht noch quer subventionieren, wenn der Konzern sowieso keinen Bock hat, sich mittels Steuern am Gemeinwesen zu beteiligen.

:) 
:D 
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:o 
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:? 
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