In den NachrichtenWirtschaft
… aber Zollkrieg geht in Ordnung.

Vertreter der Europäis­chen Union so:

Macron war als erster der Staats- und Regierungschefs nach Kana­da gereist, um mit Pre­mier­min­is­ter Justin Trudeau zu berat­en, wie mit Trump umge­gan­gen wer­den soll. Bei­de kri­tisierten nach ihren Gesprächen [dessen] (A.d.V.) Ver­hän­gen von Importzöllen. “Man kann keinen Han­del­skrieg zwis­chen Fre­un­den anzetteln”, sagte Macron.

Car­fax so:

Die Tar­ife der Zoll­ge­bühren sind in der Europäis­chen Union ein­heitlich. (…)

  • 22 % auf Last­wa­gen (inklu­sive Pick­Ups, wenn die Lade­fläche 50 % des Achsen­ab­stands über­schre­it­et)
  • 10 % auf Pas­sagier­fahrzeuge (inklu­sive Pick­Ups, wenn die Lade­fläche weniger als 50 % des Achsen­ab­stands entspricht)

Beim Geld hört die Fre­und­schaft eben auf.

PolitikIn den Nachrichten
Sperrklauselfantasie (2): Sozialmasochisten schießen Eigentor.

Eigentlich war das nicht ganz so ernst gemeint, aber jemand hat die Pointe nicht ver­standen:

Auf Ini­tia­tive von CDU, CSU und SPD hin einigten sich die EU-Staat­en am Don­ner­stag in Brüs­sel auf die Ein­führung ein­er neuen Sper­rk­lausel. Sie soll dafür sor­gen, dass in Deutsch­land Parteien mit einem niedri­gen ein­stel­li­gen Wahlergeb­nis keinen Sitz im Europa­parla­ment bekom­men.

Warum die SPD sich selb­st von der übernäch­sten Europawahl auss­chließen möchte, weiß ich aber nicht.

PiratenparteiWirtschaft
Bedingt bedingungslos.

Von den BGE-Eso­terik­ern, die glauben, man müsse ein­fach nur genug Geld druck­en und schon sei die Armut besiegt, habe ich seit zwei Jahren kaum noch etwas gehört. Anlässlich des am näch­sten Woch­enende stat­tfind­en­den Bun­desparteitags der Piraten­partei Deutsch­land haben sie sich aber, um meinem Antrag auf Stre­ichung dieser bizarren Forderung aus dem Parteipro­gramm etwas ent­ge­gen­zuset­zen, mit diesem Posi­tion­spa­pi­er wieder ein­mal aus der Deck­ung gewagt:

Die Piraten­partei Deutsch­land beken­nt sich zum Ziel des bedi­gungslosen (sic! A.d.V.) Grun­deinkom­mens (BGE).

Das sei nicht zu finanzieren? Ach, i wo!

Der Begriff “bedin­gungs­los” ist nicht dahinge­hend zu ver­ste­hen, dass es über­haupt keine Bedin­gun­gen geben soll (…). Die Piraten­partei Deutsch­land legt sich nicht auf ein bes­timmtes Grun­deinkom­mensmod­ell fest, wir wollen dem Ergeb­nis der geforderten Enquete-Kom­mis­sion nicht vor­greifen.

Ein bedin­gungslos­es Grun­deinkom­men, aber mit Bedin­gun­gen, finanziert zu unklaren Bedin­gun­gen in unklar­er Höhe: Wenn das das let­zte Aufge­bot der sozial­is­tis­chen Nach­hut der Piraten­partei ist, dann müssen Kri­tik­er dieser fix­en Idee eigentlich nichts weit­er tun als abzuwarten. Lange wird es nicht mehr dauern.

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz angemerkt zu GitHub

Dass durch die “Open-Source-Szene”, deren Selb­stver­ständ­nis augen­schein­lich vor allem darin beste­ht, kein Kunde von Microsoft zu sein, seit gestern ein wüten­des Auf­stampfen geht, weil das als Kon­sens akzep­tierte und darum monop­o­lis­tis­che, kom­mer­zori­en­tierte Unternehmen GitHub, dessen wesentlich­es Pro­dukt als sin­gle point of fail­ure trotz sein­er open-source-feindlichen, sex­is­tis­chen, ras­sis­tis­chen und damit den meis­ten sein­er kon­struk­tiv­en Nutzer wenig­stens kri­tisch ent­ge­gen­ste­hen­den Agen­da einem so großen Anteil der weltweit­en “Open-Source-Szene” eine Heimat bietet, dass sein plöt­zlich­es Ver­schwinden, dem Feigen­blatt, es han­dle sich um ein “dezen­trales” Sys­tem, zum Trotz, sehr ärg­er­liche Kon­se­quen­zen haben würde, von aus­gerech­net Microsoft über­nom­men wird, was sie wie eine Schafherde in die Hände eines anderen kom­mer­zori­en­tierten Unternehmens treibt, auf dass dieses kün­ftig der neue sin­gle point of fail­ure wer­den möge, spricht Bände; und die Bände ergeben eine Tragödie.

NetzfundstückeMontagsmusik
Marco Ragni — Nucleus // Quotenräder.

^_^

Es ist Mon­tag. Ein guter Tag, um Pand­abären zu ret­ten! Auf Green­peace allein kann man sich dabei nicht ver­lassen, denn Green­peace ver­sucht Tiere mit Self­ies zu schützen, was nach ein­er ziem­lich wenig wirk­samen Idee klingt.

Microsoft ist jet­zt mehr wert als Google. Für den Markt mit seinen Aktionären ist das eine nicht unin­ter­es­sante Infor­ma­tion, für uns EDV-The­o­retik­er bedeutet es aber vor allem auch, dass das schein­bar all­ge­gen­wär­tige Gerede von der “Cloud”, also den Com­put­ern ander­er Leute, als All­heilmit­tel für alle tech­nis­chen Wehwe­hchen offen­sichtlich­er Unsinn ist. Google hat nichts außer der “Cloud” zu ver­mark­ten. Anders sieht es allen­falls die sozial von Bild­chen abhängige Jugend. Nie zuvor hat eine Gen­er­a­tion sich so fleißig dabei doku­men­tiert, so wenig zu erre­ichen. Statt Lebenslauf: Insta­gram. Fatal­is­mus dank Lächeln.

Solche Leute regieren später dann eben auch Großstädte wie Berlin oder Lon­don: Es mögen doch bitte anteilsmäßig mehr Zuge­zo­gene Rad fahren, damit es auf den Straßen bess­er aussieht. Das Geräusch, das ger­ade eine Schall­welle bis auf andere Kon­ti­nente drückt, war meine Hand an mein­er Stirn. Hof­fentlich fällt durch sie kein Rad­fahrer aus der Unter­schicht um.

Es ist, wie schon geschrieben, Mon­tag. Mor­gens um 5 Uhr erst mal die Poten­ziale weck­en und etwas später ein wenig gute Musik hören. So geht es doch auch.

MARCO RAGNI feat DURGA McB­ROOM (Pink Floyd) “Nucle­us” parts I‑II

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaft
Spielgeld V: Das letzte Hemd hat keine Kryptotaschen.

Die Zukun­ft ist da, sie hat zu nie­man­des Über­raschung — abge­se­hen von irgendwelchen Inve­storenkein Geld dabei:

Kryp­to-Mil­lionär Matthew Mel­lon hin­ter­ließ 250 Mil­lio­nen US-Dol­lar in Rip­ple. Doch die Blockchain sper­rt nun die Erben aus – ihnen fehlen die Keys. (…) Wie Fre­unde des Ver­stor­be­nen der Dai­ly Mail berichteten, habe Mel­lon panis­che Angst davor gehabt, Hack­er kön­nten an sein Kryp­to­geld gelan­gen. Deshalb habe er zum Teil unter falschem Namen agiert und die Schlüs­sel auf Spe­icherkarten in Bankschließfäch­ern im ganzen Land ver­steckt.

Der Unter­schied zwis­chen Geld und Spiel­geld (“heise online”: “Kryp­to­geld”) beste­ht eben aus mehr als nur ein­er Vor­silbe. Man kön­nte ein schönes Trinkspiel daraus machen.

Wenn der Wind gün­stig ste­ht, kann man Lud­wig von Mis­es im Grab lachen hören.

In den NachrichtenPolitik
Familien an der Heimreise hindern gegen Rechts!

Der “Tag der Deutschen Zukun­ft”, eine 2009 von einem dama­li­gen NPD-Funk­tionär ins Leben gerufene social­iz­ing-Ver­anstal­tung der aus­nahm­sweise mal tat­säch­lich recht­sex­tremen “Szene”, fand heute in Goslar statt. Den weniger als 200 Teil­nehmern standen zahlen­mäßig über­legene Men­schen gegenüber, bei denen auch der dort heimis­che recht­spop­ulis­tis­che Waf­fen­händler Sig­mar Gabriel in vorder­ster Rei­he mit­marschierte. Was diese Gegenüber­ste­hen­den da eigentlich gemacht haben? Nun, darüber gehen die Mei­n­un­gen auseinan­der: Während der Deutsch­land­funk von ein­er “friedlichen Großdemon­stra­tion” von “rund 2.000” Men­schen berichtete, stellte der NDR fest, dass “[r]und 3.000” Men­schen “friedlich gegen rechts” demon­stri­ert hät­ten.

Dass sich unter diesen run­den Men­schen auch solche befan­den, denen es wirk­lich lieber wäre, wenn sich wie früher staatliche Schläger prügel­nd ein­mis­chen, lässt Zweifel an der Fried­fer­tigkeit der Demon­stran­ten eben­so zu wie an ihrer Ferne zum Recht­sex­trem­is­mus. Wen­ngle­ich ein­er ihrer Ban­ner die Auf­schrift trug, “Goslars Zukun­ft” bleibe “bunt”, als seien sie vorher noch nie über­haupt im tris­ten, unbun­ten Goslar gewe­sen, erk­lärt ein ander­er Ban­ner mit der Beschrif­tung “Kom­mu­nis­mus statt Deutsch­land”, worum es eigentlich geht, näm­lich keineswegs um die Ret­tung und Wahrung ein­er demokratis­chen Zukun­ft, son­dern die Instal­la­tion eines noch autoritär­eren Sys­tems zu ihren Gun­sten.

Entsprechend sei mir die Frage ges­tat­tet, welchen Zweck es erfüllt haben soll, die regionale Bah­n­reise von oder nach Goslar zu einem großen Risiko vor allem für völ­lig Unbeteiligte zu machen. Als Wer­bung für die gute Sache eignet sich das Darge­botene ver­mut­lich kaum, allen­falls wird es zu Sol­i­dar­ität mit der Gegen­seite führen und bis dahin poli­tisch desin­ter­essierte Anwohn­er zu erk­lärten Geg­n­er link­er Spin­nereien machen.

Haupt­sache, mal ein Zeichen geset­zt — als wäre man ein Hund, der mal muss.

Politik
Kim.

Nie­mand sollte annehmen, dass der von ein­schlägi­gen Medi­en mitunter als eigensin­nig beze­ich­nete Don­ald Trump nicht bere­it wäre, aus deutsch­er Poli­tik zu ler­nen: Wie auch die deutsche Bun­desregierung weiß er, wen er zur Beratung hinzuziehen muss, wenn er sich mit einem The­ma mal nicht ausken­nt.

In net­zpoli­tis­chen Fra­gen find­en in Deutsch­land oft­mals diejeni­gen das meiste Gehör, die im Pri­vat­en von dem Teufel­szeug am lieb­sten die Fin­ger lassen wür­den. Und wer wäre Don­ald Trump, wenn er nicht wil­lens wäre, sich von der Regel, dass ger­ing­ste Begabung größten Ein­fluss ver­di­ent, bewe­gen zu lassen?

Heute großar­tiges Tre­f­fen mit Kim Kar­dashi­an, wir sprachen über Gefäng­nis­re­form und Straf­maß.

Eben.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Annahmen zum Linkssein (3): Demokratie ist Hass.

Ger­ade hat­te ich mich noch gewun­dert, wie man gle­ichzeit­ig voller Hass sein und gle­ichzeit­ig gegen Hass demon­stri­eren kann, ohne zu platzen, da emp­fiehlt mir auch schon die Vor­sitzende der “Linken”, Kat­ja Kip­ping, in meinen schö­nen Arbeit­stag hinein, dass im Retro­magazin “Neues Deutsch­land” unter der dadais­tisch inter­es­san­ten Über­schrift “Ein­stiegs­droge Frauen­hass” ein “toller Kom­men­tar” ste­he. Der Inhalt dieses Kom­men­tars?

wie Frauen­hass und Het­ze gegen Frauen­rechte zur Ein­stiegs­droge wer­den für andere For­men von Hass, wie Ras­sis­mus, Antikom­mu­nis­mus …

Man ken­nt das ja: Frauen­hass als Ein­stiegs­droge über­trifft an Gefährlichkeit fast noch Cannabis. Kaum ist man auf den Geschmack gekom­men, will man mehr von dem geilen Zeug, und ehe man sich’s ver­sieht, ste­ht man hin­ter dem Haupt­bahn­hof und find­et Kom­mu­nis­mus blöd und die real existierende Demokratie viel geil­er. Hof­fentlich regiert bald die “Linke” nicht nur in Berlin, son­dern in ganz Deutsch­land, auf dass das Blödfind­en von Kom­mu­nis­mus endlich als Has­sver­brechen geah­n­det wird.

Vor­wärts immer.

Netzfundstücke
Ultra-Sparpreis: Künftig auch ohne Zug.

Reisende, die auf Binde­striche verzicht­en kön­nen, kön­nen bei der Bahn kün­ftig Geld sparen:

Kün­ftig will das Unternehmen im Fer­n­verkehr dauer­haft Fahrkarten ab 19,90 Euro verkaufen. Das bish­erige Aktion­sange­bot wird im August als “Super Sparpreis” zur drit­ten Preiskat­e­gorie, heißt es aus Bahnkreisen.

Die Konkur­renz hat schnell geschal­tet: Nur kurz nach Bekan­ntwer­den hat der Bil­ligkonkur­rent Flix­Train angekündigt, schon “sehr bald” ein preisvergün­stigtes “Zug Tick­et” für preis­be­wusste, sprach­lich aber unbe­darfte Kun­den zur Ver­fü­gung zu stellen. Unklar ist inzwis­chen die Zukun­ft des Legas­theniker­tar­ifs der Lufthansa: Wer dort einen “Fluhk” bucht, dem sollte der Betreiber sämtliche Kosten erstat­ten. Ob dieser Tarif aber jemals umge­set­zt wer­den wird, ste­ht in den Ster­nen: Anscheinend bestand, heißt es aus gut informierten Kreisen, erhe­bliche Mis­brauchs­ge­far.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Kalamahara — Electric Messed Up Whore

Noch drei Kaffee, dann geht'sEs ist Mon­tag, diese Woche wieder mit einem Pand­abären oder der­er drei, denn die ver­gan­gene Woche begann ohne einen solchen und war über­haupt nicht schön. Das kann kein Zufall sein. Es gilt also innezuhal­ten, wenn ein­mal ein Pand­abär die eige­nen Wege kreuzt, und dessen Aura wirken zu lassen. Heißhunger auf Bam­bus ist allerd­ings ein möglich­er Neben­ef­fekt. — Apro­pos “obskure Hob­bys”: Schlafde­fiz­it lasse sich aus­gle­ichen, indem man ein­fach mehr schlafe, weiß “SPIEGEL ONLINE”, und ich war sel­ten so dankbar für inves­tiga­tiv­en Jour­nal­is­mus.

Das­selbe “SPIEGEL ONLINE” zitierte vorgestern die bedauer­liche SPD-Vor­sitzende, die gesagt habe, Deutsch­land müsse die allzu offene Willkom­men­skul­tur in Rela­tion zur Sicher­heit set­zen. Ob sie wohl beim Bäck­er Chris­t­ian Lind­ner begeg­net ist? Die gestrige Demon­stra­tion, während der­er Mit­glieder und Sym­pa­thisan­ten der AfD “wegge­basst” (Quelle: Inter­net) wer­den soll­ten, nahm jeden­falls genau den erwarteten Ver­lauf: Unter dem Man­tel des Has­s­es auf “die AfD” vere­in­ten sich aller­lei zwielichtige Gestal­ten, um Ver­samm­lungs­frei­heit und Demokratie mal so richtig gründlich mis­szu­ver­ste­hen. Wie man überzeu­gend gegen “den Hass” demon­stri­eren will, wenn man gle­ichzeit­ig skandiert, man has­se sein Gegenüber, ist mir unklar. “Nazi! Sel­ber Nazi!”

Dass in dem ganzen Tohuwabo­hu wirk­lich wichtige The­men wie die lei­di­ge DSGVO endlich mal unterge­hen, ist ein­er­seits schade, ander­er­seits aber beruhi­gend, denn diese hat auch pos­i­tive Fol­gen: Besitzer “smarter” Kühlschränke wer­den daran erin­nert, dass ein großes Unternehmen ihnen auf die Wurst guck­en kann, und US-amerikanis­che Web­sites laden endlich schneller, weil ihre Admin­is­tra­toren sich nicht mehr trauen, grund­los etliche JavaScripts nachzu­laden. Ich mag das.

Gestern war es noch ein Witz über die SPD, heute ist es schon die Real­ität in Großbri­tan­nien: Mann ist mittwochs eine Frau, was für seine Partei — die Labour Par­ty, also die britis­che SPD — eine aus­re­ichende Qual­i­fika­tion ist, um eine nur für Frauen aus­geschriebene Posi­tion zu beset­zen. Das wird noch amüsante Fol­gen haben.

Nicht immer amüsant, nicht mal immer voller Tief­gang, aber sel­ten in Gänze im Weg: Musik.

KALAMAHARA — “Elec­tric Messed Up Whore” (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

MusikIn den Nachrichten
Mehr AfD dank weniger Jazz

Wenn am morgi­gen Son­ntag die AfD, ob nun mit oder ohne Hüh­n­erkostüme, in Berlin für ihr Wahl­pro­gramm demon­stri­ert, wird diese gebeutelte Stadt es noch schw­er­er haben als sowieso schon, denn über sie wird eine Horde bizarr gek­lei­de­ter Krawall­touris­ten mit erkennbar niedrigem Bil­dungs­stand und erschreck­end rück­ständi­gem Musikgeschmack her­fall­en.

Unter dem bemerkenswert behäm­merten Mot­to “AfD weg­bassen” näm­lich rufen zahlre­iche Berlin­er Tanzschup­pen mit Aus­nahme des “Berghains” (“außer das Berghain”, rade­brechte Julia Kopatz­ki in den Online-“Tagesspiegel” hinein) dazu auf, unter Zuhil­fe­nahme von Geräuschen, die schon vor Jahrzehn­ten aus der Mode gekom­men sind, Aus­gren­zung und Intol­er­anz gegenüber poli­tis­chen Min­der­heit­en weit­er voranzutreiben.

Der Protest soll laut, aber friedlich sein. „(…) Wir sind pro­gres­siv, queer, fem­i­nis­tisch, anti­ras­sis­tisch, inklu­siv, bunt und haben Ein­hörn­er“, schreiben die Ver­anstal­ter[.] (…) Statt in dun­klen Clubs sollen alle Tanzwüti­gen und ‑wüten­den ihre After­hour nach Mitte ver­legen, los geht es um 12 Uhr am Pots­damer Platz, und dann wird laut­stark durch die Innen­stadt getanzt.

“Die Demo-Ver­anstal­ter”, ste­ht fern­er im Text, “rech­nen mit mehr als 10.000 Musik­fans am Son­ntag”, lassen jedoch offen, wieso sie das für eine gute Idee hal­ten: Ein “Musik­fan”, der sich zwis­chen ein­er dumpfen Bumsmusik- und ein­er AfD-Demon­stra­tion entschei­den müsste, wählte fra­g­los let­ztere. Wenn Ein­hörn­er und Gewack­el zu dumpfer Bumsmusik jedoch schon alles sind, was die Berlin­er Queeren­szene (als sei die sex­uelle Aus­rich­tung jemals als pos­i­tive Eigen­schaft zu gebrauchen!) dem ängstlichen Zorn ein­er sich poli­tisieren­den Menge ent­ge­gen­zuset­zen weiß, dann sollte es mich nicht im Min­desten wun­dern, wenn bis dahin poli­tisch agnos­tis­che Anwohn­er noch am gle­ichen Tag gle­ich­falls tanzwü­tend, näm­lich wütend über die Tänz­er, in die AfD ein­treten, denn anscheinend ist eine Mit­glied­schaft in der AfD ein sicht­bares Zeichen des Protests gegen schlechte Musik, was ein ehren­wertes und unbe­d­ingt zu unter­stützen­des Anliegen ist.

Mit Jazz wäre das nicht passiert.