Macron war als erster der Staats- und Regierungschefs nach Kanada gereist, um mit Premierminister Justin Trudeau zu beraten, wie mit Trump umgegangen werden soll. Beide kritisierten nach ihren Gesprächen [dessen] (A.d.V.) Verhängen von Importzöllen. “Man kann keinen Handelskrieg zwischen Freunden anzetteln”, sagte Macron.
Eigentlich war das nicht ganz so ernst gemeint, aber jemand hat die Pointe nicht verstanden:
Auf Initiative von CDU, CSU und SPD hin einigten sich die EU-Staaten am Donnerstag in Brüssel auf die Einführung einer neuen Sperrklausel. Sie soll dafür sorgen, dass in Deutschland Parteien mit einem niedrigen einstelligen Wahlergebnis keinen Sitz im Europaparlament bekommen.
Warum die SPD sich selbst von der übernächsten Europawahl ausschließen möchte, weiß ich aber nicht.
Keine Panik, demnächst wird alles gut: GitLab zieht den Code seiner Benutzer seit Monaten von den Computern von Microsoft auf die Computer von Google um.
Manchmal würde ich lieber was mit Blumen oder Tieren machen.
Von den BGE-Esoterikern, die glauben, man müsse einfach nur genug Geld drucken und schon sei die Armut besiegt, habe ich seit zwei Jahren kaum noch etwas gehört. Anlässlich des am nächsten Wochenende stattfindenden Bundesparteitags der Piratenpartei Deutschland haben sie sich aber, um meinem Antrag auf Streichung dieser bizarren Forderung aus dem Parteiprogramm etwas entgegenzusetzen, mit diesem Positionspapier wieder einmal aus der Deckung gewagt:
Die Piratenpartei Deutschland bekennt sich zum Ziel des bedigungslosen (sic! A.d.V.) Grundeinkommens (BGE).
Das sei nicht zu finanzieren? Ach, i wo!
Der Begriff “bedingungslos” ist nicht dahingehend zu verstehen, dass es überhaupt keine Bedingungen geben soll (…). Die Piratenpartei Deutschland legt sich nicht auf ein bestimmtes Grundeinkommensmodell fest, wir wollen dem Ergebnis der geforderten Enquete-Kommission nicht vorgreifen.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen, aber mit Bedingungen, finanziert zu unklaren Bedingungen in unklarer Höhe: Wenn das das letzte Aufgebot der sozialistischen Nachhut der Piratenpartei ist, dann müssen Kritiker dieser fixen Idee eigentlich nichts weiter tun als abzuwarten. Lange wird es nicht mehr dauern.
Dass durch die “Open-Source-Szene”, deren Selbstverständnis augenscheinlich vor allem darin besteht, kein Kunde von Microsoft zu sein, seit gestern ein wütendes Aufstampfen geht, weil das als Konsens akzeptierte und darum monopolistische, kommerzorientierte Unternehmen GitHub, dessen wesentliches Produkt als single point of failure trotz seiner open-source-feindlichen, sexistischen, rassistischen und damit den meisten seiner konstruktiven Nutzer wenigstens kritisch entgegenstehenden Agenda einem so großen Anteil der weltweiten “Open-Source-Szene” eine Heimat bietet, dass sein plötzliches Verschwinden, dem Feigenblatt, es handle sich um ein “dezentrales” System, zum Trotz, sehr ärgerliche Konsequenzen haben würde, von ausgerechnet Microsoft übernommen wird, was sie wie eine Schafherde in die Hände eines anderen kommerzorientierten Unternehmens treibt, auf dass dieses künftig der neue single point of failure werden möge, spricht Bände; und die Bände ergeben eine Tragödie.
Es ist Montag. Ein guter Tag, um Pandabären zu retten! Auf Greenpeace allein kann man sich dabei nicht verlassen, denn Greenpeace versucht Tiere mit Selfies zu schützen, was nach einer ziemlich wenig wirksamen Idee klingt.
Microsoft ist jetzt mehr wert als Google. Für den Markt mit seinen Aktionären ist das eine nicht uninteressante Information, für uns EDV-Theoretiker bedeutet es aber vor allem auch, dass das scheinbar allgegenwärtige Gerede von der “Cloud”, also den Computern anderer Leute, als Allheilmittel für alle technischen Wehwehchen offensichtlicher Unsinn ist. Google hat nichts außer der “Cloud” zu vermarkten. Anders sieht es allenfalls die sozial von Bildchen abhängige Jugend. Nie zuvor hat eine Generation sich so fleißig dabei dokumentiert, so wenig zu erreichen. Statt Lebenslauf: Instagram. Fatalismus dank Lächeln.
Solche Leute regieren später dann eben auch Großstädte wie Berlin oder London: Es mögen doch bitte anteilsmäßig mehr Zugezogene Rad fahren, damit es auf den Straßen besser aussieht. Das Geräusch, das gerade eine Schallwelle bis auf andere Kontinente drückt, war meine Hand an meiner Stirn. Hoffentlich fällt durch sie kein Radfahrer aus der Unterschicht um.
Es ist, wie schon geschrieben, Montag. Morgens um 5 Uhr erst mal die Potenziale wecken und etwas später ein wenig gute Musik hören. So geht es doch auch.
MARCO RAGNI feat DURGA McBROOM (Pink Floyd) “Nucleus” parts I‑II
Krypto-Millionär Matthew Mellon hinterließ 250 Millionen US-Dollar in Ripple. Doch die Blockchain sperrt nun die Erben aus – ihnen fehlen die Keys. (…) Wie Freunde des Verstorbenen der Daily Mail berichteten, habe Mellon panische Angst davor gehabt, Hacker könnten an sein Kryptogeld gelangen. Deshalb habe er zum Teil unter falschem Namen agiert und die Schlüssel auf Speicherkarten in Bankschließfächern im ganzen Land versteckt.
Der Unterschied zwischen Geld und Spielgeld (“heise online”: “Kryptogeld”) besteht eben aus mehr als nur einer Vorsilbe. Man könnte ein schönes Trinkspiel daraus machen.
Wenn der Wind günstig steht, kann man Ludwig von Mises im Grab lachen hören.
Der “Tag der Deutschen Zukunft”, eine 2009 von einem damaligen NPD-Funktionär ins Leben gerufene socializing-Veranstaltung der ausnahmsweise mal tatsächlich rechtsextremen “Szene”, fand heute in Goslar statt. Den weniger als 200 Teilnehmern standen zahlenmäßig überlegene Menschen gegenüber, bei denen auch der dort heimische rechtspopulistische Waffenhändler Sigmar Gabriel in vorderster Reihe mitmarschierte. Was diese Gegenüberstehenden da eigentlich gemacht haben? Nun, darüber gehen die Meinungen auseinander: Während der Deutschlandfunk von einer “friedlichen Großdemonstration” von “rund 2.000” Menschen berichtete, stellte der NDR fest, dass “[r]und 3.000” Menschen “friedlich gegen rechts” demonstriert hätten.
Dass sich unter diesen runden Menschen auch solche befanden, denen es wirklich lieber wäre, wenn sich wie früher staatliche Schläger prügelnd einmischen, lässt Zweifel an der Friedfertigkeit der Demonstranten ebenso zu wie an ihrer Ferne zum Rechtsextremismus. Wenngleich einer ihrer Banner die Aufschrift trug, “Goslars Zukunft” bleibe “bunt”, als seien sie vorher noch nie überhaupt im tristen, unbunten Goslar gewesen, erklärt ein anderer Banner mit der Beschriftung “Kommunismus statt Deutschland”, worum es eigentlich geht, nämlich keineswegs um die Rettung und Wahrung einer demokratischen Zukunft, sondern die Installation eines noch autoritäreren Systems zu ihren Gunsten.
Entsprechend sei mir die Frage gestattet, welchen Zweck es erfüllt haben soll, die regionale Bahnreise von oder nach Goslar zu einem großen Risiko vor allem für völlig Unbeteiligte zu machen. Als Werbung für die gute Sache eignet sich das Dargebotene vermutlich kaum, allenfalls wird es zu Solidarität mit der Gegenseite führen und bis dahin politisch desinteressierte Anwohner zu erklärten Gegner linker Spinnereien machen.
Hauptsache, mal ein Zeichen gesetzt — als wäre man ein Hund, der mal muss.
Niemand sollte annehmen, dass der von einschlägigen Medien mitunter als eigensinnig bezeichnete Donald Trump nicht bereit wäre, aus deutscher Politik zu lernen: Wie auch die deutsche Bundesregierung weiß er, wen er zur Beratung hinzuziehen muss, wenn er sich mit einem Thema mal nicht auskennt.
In netzpolitischen Fragen finden in Deutschland oftmals diejenigen das meiste Gehör, die im Privaten von dem Teufelszeug am liebsten die Finger lassen würden. Und wer wäre Donald Trump, wenn er nicht willens wäre, sich von der Regel, dass geringste Begabung größten Einfluss verdient, bewegen zu lassen?
Heute großartiges Treffen mit Kim Kardashian, wir sprachen über Gefängnisreform und Strafmaß.
Gerade hatte ich mich noch gewundert, wie man gleichzeitig voller Hass sein und gleichzeitig gegen Hass demonstrieren kann, ohne zu platzen, da empfiehlt mir auch schon die Vorsitzende der “Linken”, Katja Kipping, in meinen schönen Arbeitstag hinein, dass im Retromagazin “Neues Deutschland” unter der dadaistisch interessanten Überschrift “Einstiegsdroge Frauenhass” ein “toller Kommentar” stehe. Der Inhalt dieses Kommentars?
wie Frauenhass und Hetze gegen Frauenrechte zur Einstiegsdroge werden für andere Formen von Hass, wie Rassismus, Antikommunismus …
Man kennt das ja: Frauenhass als Einstiegsdroge übertrifft an Gefährlichkeit fast noch Cannabis. Kaum ist man auf den Geschmack gekommen, will man mehr von dem geilen Zeug, und ehe man sich’s versieht, steht man hinter dem Hauptbahnhof und findet Kommunismus blöd und die real existierende Demokratie viel geiler. Hoffentlich regiert bald die “Linke” nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland, auf dass das Blödfinden von Kommunismus endlich als Hassverbrechen geahndet wird.
Reisende, die auf Bindestriche verzichten können, können bei der Bahn künftig Geld sparen:
Künftig will das Unternehmen im Fernverkehr dauerhaft Fahrkarten ab 19,90 Euro verkaufen. Das bisherige Aktionsangebot wird im August als “Super Sparpreis” zur dritten Preiskategorie, heißt es aus Bahnkreisen.
Die Konkurrenz hat schnell geschaltet: Nur kurz nach Bekanntwerden hat der Billigkonkurrent FlixTrain angekündigt, schon “sehr bald” ein preisvergünstigtes “Zug Ticket” für preisbewusste, sprachlich aber unbedarfte Kunden zur Verfügung zu stellen. Unklar ist inzwischen die Zukunft des Legasthenikertarifs der Lufthansa: Wer dort einen “Fluhk” bucht, dem sollte der Betreiber sämtliche Kosten erstatten. Ob dieser Tarif aber jemals umgesetzt werden wird, steht in den Sternen: Anscheinend bestand, heißt es aus gut informierten Kreisen, erhebliche Misbrauchsgefar.
Es ist Montag, diese Woche wieder mit einem Pandabären oder derer drei, denn die vergangene Woche begann ohne einen solchen und war überhaupt nicht schön. Das kann kein Zufall sein. Es gilt also innezuhalten, wenn einmal ein Pandabär die eigenen Wege kreuzt, und dessen Aura wirken zu lassen. Heißhunger auf Bambus ist allerdings ein möglicher Nebeneffekt. — Apropos “obskure Hobbys”: Schlafdefizit lasse sich ausgleichen, indem man einfach mehr schlafe, weiß “SPIEGEL ONLINE”, und ich war selten so dankbar für investigativen Journalismus.
Dasselbe “SPIEGEL ONLINE” zitierte vorgestern die bedauerliche SPD-Vorsitzende, die gesagt habe, Deutschland müsse die allzu offene Willkommenskultur in Relation zur Sicherheit setzen. Ob sie wohl beim Bäcker Christian Lindner begegnet ist? Die gestrige Demonstration, während derer Mitglieder und Sympathisanten der AfD “weggebasst” (Quelle: Internet) werden sollten, nahm jedenfalls genau den erwarteten Verlauf: Unter dem Mantel des Hasses auf “die AfD” vereinten sich allerlei zwielichtige Gestalten, um Versammlungsfreiheit und Demokratie mal so richtig gründlich misszuverstehen. Wie man überzeugend gegen “den Hass” demonstrieren will, wenn man gleichzeitig skandiert, man hasse sein Gegenüber, ist mir unklar. “Nazi! Selber Nazi!”
Dass in dem ganzen Tohuwabohu wirklich wichtige Themen wie die leidige DSGVO endlich mal untergehen, ist einerseits schade, andererseits aber beruhigend, denn diese hat auch positive Folgen: Besitzer “smarter” Kühlschränke werden daran erinnert, dass ein großes Unternehmen ihnen auf die Wurst gucken kann, und US-amerikanische Websites laden endlich schneller, weil ihre Administratoren sich nicht mehr trauen, grundlos etliche JavaScripts nachzuladen. Ich mag das.
Gestern war es noch ein Witz über die SPD, heute ist es schon die Realität in Großbritannien: Mann ist mittwochs eine Frau, was für seine Partei — die Labour Party, also die britische SPD — eine ausreichende Qualifikation ist, um eine nur für Frauen ausgeschriebene Position zu besetzen. Das wird noch amüsante Folgen haben.
Nicht immer amüsant, nicht mal immer voller Tiefgang, aber selten in Gänze im Weg: Musik.
KALAMAHARA — “Electric Messed Up Whore” (Official Video)
Wenn am morgigen Sonntag die AfD, ob nun mit oder ohne Hühnerkostüme, in Berlin für ihr Wahlprogramm demonstriert, wird diese gebeutelte Stadt es noch schwerer haben als sowieso schon, denn über sie wird eine Horde bizarr gekleideter Krawalltouristen mit erkennbar niedrigem Bildungsstand und erschreckend rückständigem Musikgeschmack herfallen.
Unter dem bemerkenswert behämmerten Motto “AfD wegbassen” nämlich rufen zahlreiche Berliner Tanzschuppen mit Ausnahme des “Berghains” (“außer das Berghain”, radebrechte Julia Kopatzki in den Online-“Tagesspiegel” hinein) dazu auf, unter Zuhilfenahme von Geräuschen, die schon vor Jahrzehnten aus der Mode gekommen sind, Ausgrenzung und Intoleranz gegenüber politischen Minderheiten weiter voranzutreiben.
Der Protest soll laut, aber friedlich sein. „(…) Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner“, schreiben die Veranstalter[.] (…) Statt in dunklen Clubs sollen alle Tanzwütigen und ‑wütenden ihre Afterhour nach Mitte verlegen, los geht es um 12 Uhr am Potsdamer Platz, und dann wird lautstark durch die Innenstadt getanzt.
“Die Demo-Veranstalter”, steht ferner im Text, “rechnen mit mehr als 10.000 Musikfans am Sonntag”, lassen jedoch offen, wieso sie das für eine gute Idee halten: Ein “Musikfan”, der sich zwischen einer dumpfen Bumsmusik- und einer AfD-Demonstration entscheiden müsste, wählte fraglos letztere. Wenn Einhörner und Gewackel zu dumpfer Bumsmusik jedoch schon alles sind, was die Berliner Queerenszene (als sei die sexuelle Ausrichtung jemals als positive Eigenschaft zu gebrauchen!) dem ängstlichen Zorn einer sich politisierenden Menge entgegenzusetzen weiß, dann sollte es mich nicht im Mindesten wundern, wenn bis dahin politisch agnostische Anwohner noch am gleichen Tag gleichfalls tanzwütend, nämlich wütend über die Tänzer, in die AfD eintreten, denn anscheinend ist eine Mitgliedschaft in der AfD ein sichtbares Zeichen des Protests gegen schlechte Musik, was ein ehrenwertes und unbedingt zu unterstützendes Anliegen ist.