In den NachrichtenPolitik
Familien an der Heimreise hindern gegen Rechts!

Der “Tag der Deutschen Zukun­ft”, eine 2009 von einem dama­li­gen NPD-Funk­tionär ins Leben gerufene social­iz­ing-Ver­anstal­tung der aus­nahm­sweise mal tat­säch­lich recht­sex­tremen “Szene”, fand heute in Goslar statt. Den weniger als 200 Teil­nehmern standen zahlen­mäßig über­legene Men­schen gegenüber, bei denen auch der dort heimis­che recht­spop­ulis­tis­che Waf­fen­händler Sig­mar Gabriel in vorder­ster Rei­he mit­marschierte. Was diese Gegenüber­ste­hen­den da eigentlich gemacht haben? Nun, darüber gehen die Mei­n­un­gen auseinan­der: Während der Deutsch­land­funk von ein­er “friedlichen Großdemon­stra­tion” von “rund 2.000” Men­schen berichtete, stellte der NDR fest, dass “[r]und 3.000” Men­schen “friedlich gegen rechts” demon­stri­ert hät­ten.

Dass sich unter diesen run­den Men­schen auch solche befan­den, denen es wirk­lich lieber wäre, wenn sich wie früher staatliche Schläger prügel­nd ein­mis­chen, lässt Zweifel an der Fried­fer­tigkeit der Demon­stran­ten eben­so zu wie an ihrer Ferne zum Recht­sex­trem­is­mus. Wen­ngle­ich ein­er ihrer Ban­ner die Auf­schrift trug, “Goslars Zukun­ft” bleibe “bunt”, als seien sie vorher noch nie über­haupt im tris­ten, unbun­ten Goslar gewe­sen, erk­lärt ein ander­er Ban­ner mit der Beschrif­tung “Kom­mu­nis­mus statt Deutsch­land”, worum es eigentlich geht, näm­lich keineswegs um die Ret­tung und Wahrung ein­er demokratis­chen Zukun­ft, son­dern die Instal­la­tion eines noch autoritär­eren Sys­tems zu ihren Gun­sten.

Entsprechend sei mir die Frage ges­tat­tet, welchen Zweck es erfüllt haben soll, die regionale Bah­n­reise von oder nach Goslar zu einem großen Risiko vor allem für völ­lig Unbeteiligte zu machen. Als Wer­bung für die gute Sache eignet sich das Darge­botene ver­mut­lich kaum, allen­falls wird es zu Sol­i­dar­ität mit der Gegen­seite führen und bis dahin poli­tisch desin­ter­essierte Anwohn­er zu erk­lärten Geg­n­er link­er Spin­nereien machen.

Haupt­sache, mal ein Zeichen geset­zt — als wäre man ein Hund, der mal muss.

Senfecke:

  1. Diese linken Voll­honks wis­sen gar nicht was sie fordern. Ich hab mal so einem “Kommunisten“gesagt, wie ich es in der DDR erlebt habe.
    Dort gab es das Recht und die Pflicht zur Arbeit. Wer dam nicht nachkam beg­ing eine Straftat. Dafür kon­nte man in den Knast kom­men wegen asozialen Ver­hal­tens. Nach der Haft wurde nicht sel­ten der Per­son­alausweis einge­zo­gen und durch ein Ersatz­doku­ment erset­zt. Jed­er kon­nte nun bei Kon­trollen sehen dass der Staat dich auf dem Radar hat. Wenn man richtig Glück hat­te bekam man eine tägliche Meldepflicht auf dem Polizeire­vi­er aufge­drückt — jahre­lang. Da hat der kleine Rev­o­lutinär aber heftig schluck­en müssen.

  2. Soll ich mal wieder … darauf hin­weisen, dass die DDR nicht ein­mal von sich behauptet hat, “kom­mu­nis­tisch” zu sein? Nee, bringt nix. Man kann sich ja mal damit befassen, wie Kom­mu­nis­mus eigentlich gedacht ist. Ich finde den Titel ja auch ver­braucht, aber es tut nicht weh, sich ein­mal mit ein­er demokratis­chen Struk­tur zu befassen, die keine ‘Parteien’ hat. Oops, “demokratisch” war ja der Titel der DDR. Frage für Anfänger: Was ist an Chi­na kom­mu­nis­tisch?
    Da gab es also mal wieder eine Ver­anstal­tung, die etwa so viele Fans hat­te wie ein Fußball­spiel in der Region­al­li­ga. Deren Besuch­er sind auf dem­sel­ben Niveau, es gibt aber bessere Unter­hal­tung. Ich fürchte, es ist sog­ar mehr Poli­tik dabei. Mor­gen wird das Wet­ter wieder bess­er.

    • Es war ja nicht alles schlecht! — Ich fürchte, dieses Bush’sche “wir gegen die” wird noch ärg­er­lich­er wer­den.

    • Ich habe geschrieben, das ich mit einem Kom­mu­nis­ten gere­det habe. Ich habe mit keinem Wort geschrieben, dass die DDR kom­mu­nis­tisch gewe­sen sei. Also erst lesen, dann nach­denken und dann klugscheißen, mein lieber flat­ter

  3. @Kapernsoße und @.tux:
    Warum schaut Ihr für prak­tis­che Beispiele für Etwas, das einem Kom­mu­nis­mus schon recht nah war, nicht mal nach Spanien in die Jahre bevor Nazi-Deutsch­land dort den Fran­co her­beige­bombt hat?
    Müsste man jet­zt Geschichtsken­nt­nisse für haben, gell?

    • Ich muss nicht nach Spanien schauen, wenn ich etwas zu Deutsch­land zu sagen habe. Wie kommt ihr nur immer darauf, das man Kri­tik nur an deutsch­er Poli­tik üben darf, wenn man andere Län­der sieht. Es ist mir völ­lig Wurst, ob in Ital­ien eine Mac­ca­roni biss­fest ist. Hier lebe ich, hier muss ich meinen Unter­halt bestre­it­en. Hier zahle ich Steuern,.

  4. Deprim­ierend ist an dem Kinder­garte­nauftritt des schwarzen Wal­dorf-Blocks mit Son­nen­brille statt Sturmhaube (allein die Schuhe! Wis­sen die Kids heutzu­tage nicht mehr, was Springer­stiefel sind?) vor allem der Slo­gan “Kom­mu­nis­mus statt Deutsch­land”. Haben die jun­gen Men­schen denn keine eige­nen Ideen zur Gestal­tung ihrer Zukun­ft? Irgen­deine olle Kamelle von 1848 … Das 21. Jahrhun­dert hat bish­er noch keinen einzi­gen frischen Gedanken her­vorge­bracht. Mit Kom­mu­nis­mus lockt man doch keinen Hund mehr hin­ter dem Ofen her­vor.

  5. @Bonetti:
    Als Medi­en-Zar kön­nten Sie ja ein paar frische Gedanken entwick­eln und die große Masse damit indok­trinieren. Die Reich­weite haben Sie ja.

    Springer­stiefel? Pap­per­la­papp! Der wirk­lich wahre Linke trägt Sabots oder Bund­schuhe.

    • Da haben Sie natür­lich vol­lkom­men recht, Eigen­tor-Test. In der Tat find­et man auss­chließlich auf dem Kiezschreiber-Blog orig­inelle und bemerkenswerte Ideen zur Ret­tung der Welt und das Geheim­nis für ein glück­lich­es Leben. Allerd­ings erst hin­ter der Bezahlschranke. Wun­dern Sie sich also nicht, wenn die kom­mende Rev­o­lu­tion (Ter­min wurde let­zte Woche bekan­nt gegeben) von Kiezschreiber+-Lesern ange­führt wird.

      Andy Bonet­ti wird gebraucht. Bätschi, sage ich dazu nur. Und das wird ganz schön teuer. Bätschi, sage ich dazu nur.

      Bonet­tismo o muerte !!! :aufsmaul:

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