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Pure Reason Revolution – The Bright Ambassadors of Morning // Bedingungslose Grundaufregung

Was fehltEs ist, juchhei!, Montag; damit sind es nur noch fünf Tage bis zum Wochenende, was noch ein wenig schöner wäre, wäre sie auch da. Ein Käuzchen nickt verständnisvoll.

Weniger Verständnis weckt wie üblich die Wirtschaft: Das Schweizer Volk hat sich am Wochenende überwiegend gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen entschieden, bei der „ZEIT“, die ihren Lesern offenbar extra erklären muss, dass ein Ganzes 100 Prozent sind („entschieden sich 78 Prozent der Teilnehmer (…) dagegen. 22 Prozent stimmten demnach dafür“, das gibt ein Fleißbienchen im Klassenbuch), und in anderen Medien bis hin zum virtuellen Boxsack Twitter ist man natürlich weitgehend fassungslos darüber, dass das kommunistische Ideal sich noch nicht mal in der Schweiz durchsetzen kann, obwohl doch die Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten stets ein verlässlicher Partner oder so bei der Durchsetzung der einzig richtigen Politik war. Aus den Reihen der SPD wird die Schweiz für die Volksentscheidung beklatscht, was in mir durchaus Zweifel reifen lässt, ob meine Skepsis bezüglich eines „bedingungslosen“ (sprich: leistungslosen) Grundeinkommens nicht vielleicht doch voreilig ist. Was die SPD gut findet, ist meist gar nicht so gut.

Der Ruf nach einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ ist verständlich, aber kurzsichtig: Wird der Gegenwert des Satzes „ich habe kein Geld“ von (wie bislang) 0 auf, sagen wir mal, 800 Euro angehoben, besitzt also jeder plötzlich einfach so 800 Euro, so verliert das Geld relativ dazu an Wert. Ein Beispiel: Im November 1923 betrug das Briefporto 10 Milliarden Mark, weil Geld wegen seiner übermäßigen Herstellung quasi nichts mehr wert war, was letztlich zu Hitler und ein paar sehr unangenehmen Zwischenfällen führte. Ein übertriebener Vergleich, sagt ihr? Vielleicht habt ihr damit sogar Recht. Wenn’s keiner weiß, kann keiner jubeln.

Woher, apropos, kommt es eigentlich, dass Nachrichtenartikel über Kinderpornografie überdurchschnittlich oft mit einem MacBook bebildert werden? Ted Unangst geht von einem Zusammenhang aus.

Kapellmeister, kapellmeistere!

Pure Reason Revolution- Bright Ambassadors Of Morning

Guten Morgen.

Senfecke

Bisher gibt es 11 Senfe:

  1. Hä?

    • Der Ruf nach einem „bedingungslosen Grundeinkommen” ist verständlich, aber kurzsichtig: Wird der Gegenwert des Satzes „ich habe kein Geld” von (wie bislang) 0 auf, sagen wir mal, 800 Euro angehoben, besitzt also jeder plötzlich einfach so 800 Euro, so verliert das Geld relativ dazu an Wert.

      -> Blödsinn, weil das Grundeinkommen durch Steuern finanziert wird und sich die Geldmenge somit nicht erhöht. :ja:

      • Die im Umlauf befindliche Geldmenge ist nicht identisch mit der vorhandenen Geldmenge.

        • Sie behaupten also dass es Inflation geben wird wegen dem Grundeinkommen? Müsste es dann nicht auch Inflation geben wenn die Löhne steigen oder ein Mindestlohn eingeführt wird? Passiert de facto nicht.

          • Steigende Löhne dienen in der Regel ja der Abfederung der Inflation. Der Vergleich hinkt allerdings – nicht jeder bekommt Lohn. Das ist ja gerade der Punkt.
            Und selbstredend steigt die Inflation.

          • „Müsste es dann nicht auch Inflation geben wenn die Löhne steigen oder ein Mindestlohn eingeführt wird?“
            natürlich. wenn (!) die REALlöhne der breiten masse der arbeitnehmer tatsächlich (!) steigen, also ne ecke höher, als das produktivitätswachstum der gesamten volkswirtschaft. gleiches gilt für den mindestlohn. denn dann können die konsumenten mehr ausgeben als in der vorperiode und die unternehmen die preise anziehen.
            und da hast du völlig recht: das passiert de facto seit jahrzehnten nicht. is übrigens der hauptgrund für die eurokrise.

            tux liegt da imho genau richtig. alle unternehmen, die irgendwas verkaufen, dass jeder mensch bis zb 1000€/monat (oder nimm irgend nen anderen wert fürs bge) zwingend braucht, werden ihre preise mittelfristig dementsprechend anpassen bzw. aufeinander abstimmen. die betonung liegt hier auf „zwingend“ im sinne von „braucht jeder“, also grundnahrungsmittel, hygieneartikel, energie, miete etc. da kannste sogar jeden bwler fragen. zumindest gem. curricula die controller und marketingmenschen. und dann lebt eben jeder reine bge-empfänger auf heutigem hartz4-niveau. ok, immerhin wären die sanktionsmöglichkeiten wohl weg.

  2. Ich versuch nochmal meinen Stadnpunkt zu erklären, vielleicht kommen wir noch auf einen gemeinsamen Nenner. Meine Überlegung ist folgende. Das BGE wird über Steuern finanziert, also an einer Stelle aus dem im Moment vorhandenen Geldfluss entnommen und an anderer Stelle wieder hinzugefügt. Keine Inflation, weil nur Geld das schon da ist anders verteilt wird. Also, durch das BGE hat nicht jeder 1000€ mehr, auch wenn jeder erstmal 1000€ bekommt, weil durch Steuern wieder ausgeglichen.

    (dazu eine interessante Grafik aus The Economist: http://www.economist.com/blogs/graphicdetail/2016/06/daily-chart-1?fsrc=scn%2Ftw%2Fte%2Fbl%2Fed%2Funiversalbasicincomeintheoecd&%3Ffsrc%3Dscn%2F=tw%2Fdc)

    Der wichtigere Punkt ist mMn schon eher die Produktivität, die Frage wäre also ob weiterhin genug produziert werden würde wenn die Arbeitsanreize sinken. Das lässt sich aber nur durch wissenschaftliche Experimente herausfinden, was übrigens im Moment hier und dort passiert. Oder man führt das BGE testweise mit steigenden Beträgen ein und schaut was passiert.

    (das erstaunlichste dabei ist wahrscheinlich das hier:http://t3n.de/news/y-combinator-grundeinkommen-711925/)

    Das wichtigste Argument für das BGE ist aber folgendes: Die Entkopplung von Arbeit und Produktivität, d.h. es gibt seit geraumer Zeit Wachstum das nicht auf Mehrabeit basiert.

    (s. http://t3n.de/news/y-combinator-grundeinkommen-711925/)

    • Also, durch das BGE hat nicht jeder 1000€ mehr, auch wenn jeder erstmal 1000€ bekommt, weil durch Steuern wieder ausgeglichen.

      Damit werden Steuerzahler vom BGE sogar doppelt benachteiligt. Prima.

      die Frage wäre also ob weiterhin genug produziert werden würde wenn die Arbeitsanreize sinken

      Viele Leute arbeiten nur, weil sie Rechnungen zu zahlen haben. Schon jetzt beklagen sich Betriebe darüber, dass gut ausgebildete Fachkräfte einen angemessenen Lohn fordern. Das wird sicherlich nicht besser mit dem Arbeitsmarkt, wenn mehr Leute Geld für’s Eierschaukeln kriegen. Damit würden nebenbei auch die Steuereinnahmen zurückgehen, die für das BGE ja notwendig wären.

      Rein interessehalber: Wo möchtest du denn das „vorhandene“ Geld von – in deinem Beispiel – 1.000 € pro Bürger wegnehmen?

    • „Keine Inflation, weil nur Geld das schon da ist anders verteilt wird.“
      nur weil geld da ist, schafft es noch keine inflation. (monetaristen sehen das natürlich anders.)
      erst wenn es ausgegeben (genauer: konsumiert) wird, kann es inflation schaffen. bspw. kann man ja seit einigen jahren sehr schön sehen, dass die inflation nicht steigt, obwohl die ezb viel geld in die privaten banken pumpt. denn dieses geld wird weder investiert noch für konsum benutzt.

      und bezogen aufs verteilen: im nächsten schritt ist natürlich interessant, WER dann (=nach umverteilung) WAS konsumiert.

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