Meine beiden Lieblingssätze aus diesem Artikel im sicherlich umstrittenerweise marxfreundlichen “Neuen Deutschland” besagen, dass Linke Steine auf andere Linke geworfen hätten und es bei Sachschäden geblieben sei. Nicht klar ist, ob sie denn nun ihr jeweiliges Ziel getroffen haben oder nicht.
Im Allgemeinen ging es, behauptet der Artikel, jedenfalls darum, dass neoliberale, also antiimperialistische, Linke sich vorgestern in Bochum mit imperialistischen, also “antideutschen”, Linken darum zu prügeln suchten, ob die einzig wahren “Linken” nun diejenigen, die das Zerfetzen von palästinensischen Zivilisten ablehnen, oder diejenigen, die das Zerfetzen von israelischen Zivilisten ablehnen, seien. Für das “Neue Deutschland” ist der Fall, sofern man aus der Wortwahl etwas folgern sollte, offensichtlich klar, denn die Ablehnung israelischer Außenpolitik sei in toto als Antisemitismus und Israelhass zu erkennen, als müsse man immer gleich alles hassen, gegen was man demonstriert. Dass eine Demonstration gegen eine Situation im Allgemeinen einer Demonstration für eine andere Situation nicht vorzuziehen ist, habe ich anderswo schon einmal erläutert.
Bei der medialen Berichterstattung über den aus liberaler Perspektive großartigen Geschichtswitz, dass sich hier der Teil der ehemaligen Arbeiter- und Friedensbewegung, der nicht im Gefolge der CDU versumpft ist, gewaltsam darum streitet, welches Land wohl mehr Recht dazu habe, Ausländer zu meucheln, gehe es, gibt eine “Aktivistin”, wie das “Neue Deutschland” sie nennt, zu Protokoll, “darum, die radikale Linke zu diskreditieren, indem auf linken Antisemitismus abgehoben wird”, als sei jemand, der sich selbst als Teil eines radikalen politischen Rands versteht und daran nichts ändern möchte, überhaupt noch weiter diskreditierbar.
Der verlustreiche, jahrzehntelange Krieg zwischen Israel und Palästina jedenfalls, sind sich die Kontrahenten einig, sei gut und richtig, nur über denjenigen Staat, der ihn gewinnen soll, herrscht auch weiterhin Uneinigkeit. Es scheint mir unter Berücksichtigung des Umstands, dass sowohl Palästina als auch Israel von diesem Gezeter wohl nur wenig beeinflusst werden, eine zumindest erwägenswerte Alternative zu sein, um die notwendige Entscheidung in diesem Streit einfach zu würfeln oder Strohhalme zu ziehen.
Allein die Hersteller deutscher U‑Boote sollte man in diese Entscheidung nicht unbedingt einbeziehen.