NetzfundstückeNerdkrams
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: t3n (unse­ri­ös)!

Es schrieb Andre­as Domin, angeb­lich Infor­ma­tik­stu­dent und somit immer­hin noch nicht nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen mit kri­ti­schem Urteils­ver­mö­gen aus­ge­stat­tet, in sein vir­tu­el­les Heim­blatt „t3n“ einen Text hin­ein, der auf Twit­ter so bewor­ben wur­de:

Es gibt viel zu vie­le unse­riö­se Apps und Brow­ser-Erwei­te­run­gen im Netz. Dabei räumt ihr selbst die Rech­te zur #Spio­na­ge ein!

Ohne hash­tag kein Twit­ter, das wis­sen selbst die „Digi­tal­pio­nie­re“ (ein, wie ich mei­ne, etwas zu hoch gegrif­fe­nes Selbst­ver­ständ­nis: „t3n“ exi­stiert erst seit 2005) von der yee­ba­se media GmbH aus Han­no­ver. Was also will Andre­as Domin mit­tei­len?

Wer auf sei­nem Smart­phone eine App oder bei Chro­me und Fire­fox eine Erwei­te­rung instal­liert, soll­te eins beden­ken: die­se Tools nicht sel­ten Zugang zu einem Teil eurer per­sön­li­chen Daten. Bei den mei­sten Anwen­dun­gen wer­den die Daten ledig­lich für die Funk­ti­on der App ver­wen­det. Ande­re wie­der­um fra­gen nach Rech­ten, die für die eigent­li­chen Fea­tures des Tools über­flüs­sig sein müss­ten. (…) Es gibt noch viel mehr unsi­che­re Tools in den Stores, die flei­ßig Daten für zwei­fel­haf­te Zwecke sam­meln. (…) Wer also nicht will, dass sei­ne per­sön­li­chen Daten miss­braucht wer­den, soll­te genau­er dar­auf ach­ten, wem er Zugriff dar­auf gibt.

Hin­ter dem Link zum Arti­kel, des­sen „Fea­tures“ – es soll ein Text ange­zeigt wer­den – kei­ner­lei zusätz­li­che Berech­ti­gun­gen benö­ti­gen wür­den, ver­ber­gen sich fol­gen­de Daten­samm­ler für zwei­fel­haf­te Zwecke:

  • Ein von cloudfront.net ein­ge­bun­de­nes CSS-Style­sheet. Cloud­Front gehört zum Ama­zon-Kon­zern.
  • Diver­se eben­falls von dort her­un­ter­ge­la­de­ne Gra­fik­da­tei­en.
  • Ein außer­dem von dort her­un­ter­ge­la­de­nes Java­Script namens adlib-irgend­was.js, das Unver­schämt­hei­ten von Goo­gles Wer­be­ser­vern nach­zu­la­den ver­sucht.
  • Meh­re­re zum Goog­le Tag Mana­ger gehö­ren­de Java­Script-Datei­en.
  • Ein Zähl­script von INFOn­line.
  • Eine Java­Script-Datei von adgoal (hier als „smart­re­di­rect“ fir­mie­rend).
  • Ein Zähl­script von con­tent­pass.

Bedau­er­li­cher­wei­se hat Andre­as Domin das nicht erwähnt – aber ich hel­fe ja gern.

WirtschaftMontagsmusikIn den Nachrichten
Spurv – Et blekt lys lyder

Das Wochenende ist vor-WAS?Es ist Mon­tag. Zum Glück dau­ert das nie lan­ge. Seit Sonn­ta­ge nur noch schnö­des Wochen­en­de sind, hat vie­les ver­lo­ren. Gewin­nen kann nur, wer die bedient, die beim Den­ken meist Pech haben: Kylie Jen­ner, anschei­nend weder durch Talent noch durch Aus­se­hen reich und berühmt gewor­de­ne „Influen­ce­rin“, hat zum Bei­spiel eine Anhän­ger­schar, die der­zeit Spen­den dafür sam­meln, dass sie es noch 2018 in die Rie­ge der Mil­li­ar­dä­rin­nen schafft. Nicht alles, was bescheu­ert ist, ist Sati­re.

Das haben auch die Demon­stran­ten gegen den Besuch Donald Trumps in Groß­bri­tan­ni­en nicht ver­stan­den, die einen Bal­lon in Baby-Trump-Gestal­tung stei­gen lie­ßen, als eig­ne sich eine sol­che Ese­lei zum Ersatz für eine inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung. Sel­ber blöd, bääh! – Aber ich war ja noch bei Reich­tum: Die „Wirt­schafts­wo­che“ erkun­de­te jüngst, für wen sich ein Auto-Abon­ne­ment, denn ein sol­ches bie­ten eini­ge Unter­neh­men offen­sicht­lich bereits an, denn loh­ne. Deutsch­land geht es gut? Welch Unter­trei­bung!

Abge­se­hen von Bay­ern, ver­steht sich, denn in Bay­ern scheint das Trink­was­ser noch immer Din­ge zu ent­hal­ten, über die ich lie­ber gar kei­ne Gewiss­heit haben möch­te. Am gest­ri­gen Sonn­tag fand dort das 128. Gau­trach­ten­fest statt, „Bay­ern pur!“ (M. Söder), natür­lich mit ange­schlos­se­nem und bedau­er­lich zahl­reich besuch­tem Got­tes­dienst. Dort darf man noch leben wie sei­ne Vor­fah­ren; den Gau­trach­ten­lei­ter freut’s.

Wo muss denn unbe­dingt mehr Block­chain rein? Na, in Smart­phones natür­lich! In die­sen Mon­tag muss aller­dings etwas ande­res hin­ein, näm­lich Musik.

Spurv – Et blekt lys lyder (Music video)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Si vis pacem, para bel­lum. (4)

War­um wir noch in der NATO sind? Na, für den Frie­den™ natür­lich!

Die aus dem Westen stam­men­den Waf­fen, die in Deraa von bewaff­ne­ten Grup­pen auf­ge­ge­ben wor­den waren, sind laut dem rus­si­schen Außen­mi­ni­ste­ri­um ein „mate­ri­el­ler Beweis wider­li­cher Ein­mi­schung“ in Syri­en.

(Grau­en­vol­le Über­set­zung von mir.)

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

Politik
Pro­gram­me, schlim­mer als Hit­ler.

Im Jahr 1920 ver­öf­fent­lich­te die Natio­nal­so­zia­li­sti­sche Deut­sche Arbei­ter­par­tei (NSDAP) – zur Redak­ti­on gehör­te damals ein spä­te­rer Reichs­kanz­ler, über den hier nicht wei­ter gespro­chen wer­den soll – ein 25-Punk­te-Pro­gramm, auf dem die Poli­tik der Fol­ge­jah­re auf­ge­baut wer­den soll­te. Aus gege­be­nem Anlass steht mir der Sinn danach, die­ses Pro­gramm ein­mal mit den Pro­gram­men heu­ti­ger Par­tei­en zu ver­glei­chen; denn wenn schon jemand kei­ne Nazis wäh­len will, dann doch bit­te mit Bedacht. In mei­ne Über­le­gun­gen zie­he ich die Wahl­pro­gram­me von 2017 der CDU/CSU, der SPD, der Grü­nen, der Lin­ken, der F.D.P., der AfD, der PARTEI und der Pira­ten­par­tei mit ein. Das soll­te eigent­lich genü­gen.

‘Pro­gram­me, schlim­mer als Hit­ler.’ wei­ter­le­sen »

In den NachrichtenWirtschaft
Die Inter­ven­tio­nen der Ande­ren

Es ver­kün­det der frü­he­re Waf­fen­lie­fe­rant des Nahen Ostens, Sig­mar Gabri­el (SPD), auf „SPIEGEL ONLINE“ (hier aus ethi­schen Grün­den nicht ver­linkt):

Wenn [Donald Trump] von uns Mil­li­ar­den zurück­for­dert für die Mili­tär­aus­ga­ben der USA, dann müs­sen wir von ihm Mil­li­ar­den zurück­for­dern, die wir für die Flücht­lin­ge aus­ge­ben müs­sen, die geschei­ter­te US-Mili­tär­in­ter­ven­tio­nen zum Bei­spiel im Irak pro­du­ziert haben.

Die aus Syri­en hin­ge­gen, die sind haus­ge­macht. Die sind jeden Cent wert.
:wallbash:

PolitikIn den Nachrichten
Assi­stolz

Nach­dem Natio­nal­stolz bis zur näch­sten Euro­pa­mei­ster­schaft im Her­ren­fuß­ball vor­erst wie­der eher ungern gese­hen wird, suchen Poli­ti­ker und Bür­ger glei­cher­ma­ßen ver­zwei­felt nach einem Ersatz­stolz. Dabei schrecken sie auch vor bizar­ren Vor­schlä­gen nicht zurück:

Und jeder Fah­rer, der mit einem Lkw mit Abbie­ge­as­si­stent unter­wegs ist, bekommt das neue Trucker-Abzei­chen #Ich­H­ab­Den­As­si. Das kön­nen die Frau­en und Män­ner am Steu­er mit Stolz auf ihren Lkws anbrin­gen.

Und spä­te­stens, wenn der Assi (Assi­stent, nicht Andre­as Scheu­er) in allen rele­van­ten Fahr­zeu­gen ver­pflich­tend ein­ge­baut wor­den sein wird, wird die­ser Stolz einer sein, der dem auf den rich­ti­gen Geburts­ort in nur noch wenig nach­steht.

Politik
Annah­men zum Links­sein (5): Aut­ar­kie ist Schwä­che.

Es schrieb Sibel Schick, „Autorin“ für „taz“ und jüngst auch „Mis­sy“, im Qua­li­täts­me­di­um „Twit­ter“:

Wer von euch hat­te Nach­rich­ten­agen­tu­ren und Main­stream­m­e­di­en auf der Blockliste?*entblockt ne Run­de*

Denn nur, wer prä­ven­tiv blockiert, erlebt kei­ne Mikro­ag­gres­sio­nen durch zu viel Rea­li­tät. Ein Ein­zel­fall ist sie nicht – auch ande­re Twit­ter­nut­zer, über­wie­gend aus dem „Jour­na­lis­mus“, schal­te­ten am Wochen­en­de plötz­lich eine Blockier­li­ste scharf.

Ich begin­ne die Sor­ge der Lin­ken um eine Öffent­lich­keit, die nur noch wahr­nimmt, was ihr Welt­bild bestä­tigt, zu ver­ste­hen; wenn auch aus gegen­tei­li­gen Grün­den.

Nerdkrams
„Siche­rer als Win­dows“ (invers) des Tages

Wenig amü­siert mich so sehr wie Linux-Befür­wor­ter, die davon schwär­men, dass man unter ihrem Stro­kel­sy­stem dau­ernd Updates machen kann und, „anders“ als unter dem blö­den Win­dows, alles so toll mit der Kon­so­le geht, aber sofort essen­zi­el­le System­kom­po­nen­ten in einer älte­ren Ver­si­on zurück­spie­len, wenn ihr gra­fi­sches Anmel­de­knöpf­chen kaputt ist.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Doma­do­ra – lacu­na jam

Rock'n'OwlEs ist Mon­tag. Fur­zen macht dünn. Eine Woche, die mit Niveau beginnt, ist bekannt­lich eine ver­lo­re­ne Woche.

Apro­pos Niveau: In Ber­lin wur­de am Sonn­abend aber­mals unter Zuhil­fe­nah­me schwer erträg­li­cher Geräu­sche („weg­bas­sen“) dafür demon­striert, dass die als mafi­ös han­delnd wahr­ge­nom­me­nen Schleu­ser und Schlep­per nicht dafür bestraft wer­den sol­len, die Not­la­ge von vor der Waf­fen­po­li­tik der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD geflo­he­nen Armen aus­zu­nut­zen. Der Ber­li­ner Koali­ti­ons­part­ner der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD, die ver­meint­li­che „Lin­ke“, twit­ter­te freu­dig, dass er „Hal­tung“ zei­ge, indem er zwar nicht die ertrag­rei­che Koali­ti­on auf­kün­di­ge, aber doch immer­hin Fah­nen schwin­gend dage­gen sei, dass die Sym­pto­me der von ihr geför­der­ten Krank­heit, näm­lich die Not­wen­dig­keit einer Flucht, nicht von kom­mer­zi­el­len Inter­es­sen­ten für viel Geld („Spen­den“) bekämpft wer­den dür­fen. Wenn ich noch ein biss­chen wirt­schafts­li­be­ra­ler ein­ge­stellt wäre als sowie­so schon, müss­te ich wohl künf­tig die „Lin­ke“ wäh­len. – Fol­ge­rich­tig lie­gen gemäß der neue­sten Emnid-„Sonntagsfrage“ in der Befrag­ten­gunst die AfD und die rechts­po­pu­li­sti­sche SPD erst­mals gleich­auf. Über wen das was aus­sagt, weiß ich aber nicht.

Es ist Mon­tag und mon­tags zäh­len, wie weit­hin bekannt ist, ohne­hin nur noch zwei Din­ge: Pan­da­bä­ren und Musik.

DOMADORA – Lacu­na jam [2018] (offi­ci­al video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Aivery – Becau­se

Aivery - BecauseLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen, dass Musik eine Pro­fes­si­on der Über­ra­schun­gen ist. Daher soll­te es auch kaum erstau­nen, wenn aus­ge­rech­net Öster­reich sich immer wie­der als Hei­mat­land von Musi­kern, deren Wer­ke nicht zu ken­nen bedau­er­lich wäre, her­aus­stellt.

Aivery klin­gen näm­lich eigent­lich gar nicht nach Öster­reich, ich hät­te sie eher in Austra­li­en ver­or­tet. Tat­säch­lich han­delt es sich aber um ein Wie­ner Trio rein weib­li­cher Natur, das Musik her­vor­bringt, die frü­her wohl als „Riot Grrrl“ bezeich­net wor­den wäre – nach vorn pre­schen­de Rock­mu­sik mit einer ordent­li­chen Por­ti­on power, also Kraft, näm­lich. Auch auf ihrem seit 2017 aktu­el­len Album „Becau­se“ (Amazon.de, Bandcamp.com) gelingt ihnen das bra­vou­rös.

Aivery – Don’t Dare

Inter­es­san­te Frickel­re­frains („Don’t Dare“, lei­der mit zu lang gera­te­nem out­ro) mit gern mal sehr ver­zerr­ter Gitar­re tref­fen auf gera­de­zu melo­di­sche Punk­kra­cher („Secret“), alles domi­niert von einem der kraft­voll­sten Schlag­zeu­ge, die ich in den letz­ten Jah­ren hören durf­te.

Aivery – Secret

Die drei Wie­ne­rin­nen haben, man ver­zei­he mir den Begriff, Feu­er unterm Hin­tern und sie las­sen es oben spür­bar wie­der raus.

Musik für Cabrio­fah­rer und/oder zum Abre­agie­ren. Nicht übel.

In den NachrichtenPiratenpartei
Fast alle für Euro­pa (zwei­mal).

Wäh­rend aus­ge­rech­net unter der ideel­len Füh­rung der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten der Pira­ten­par­tei („Bünd­nis 90/Die Grü­nen“, „tages­schau“) grö­ße­rer Scha­den am euro­päi­schen Urhe­ber­recht abge­wen­det wer­den konn­te, arbei­te­te die Klein­par­tei SPD, die ein­zig das Feh­len einer Fünf-Pro­zent-Hür­de noch in irgend­ein kom­men­des Par­la­ment hie­ven wird, bereits dar­an, dass so etwas nie wie­der vor­kom­men möge, und stimm­te freu­dig dafür, dass ihr spä­te­stens bei der über­näch­sten Euro­pa­wahl kei­ner mehr rein­quatscht:

Klein­par­tei­en in Deutsch­land müs­sen ab der Euro­pa­wahl 2024 mit einer Min­dest­hür­de für den Ein­zug ins EU-Par­la­ment rech­nen.

Das ist, weiß der deut­sche Außen­mi­ni­ster (SPD, aber wenig­stens per Amt nicht mehr so oft zuge­gen), ein Sieg für uns alle:

Die Wahl­rechts­re­form ist beschlos­sen – das stärkt die Stim­me der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der Euro­päi­schen Uni­on. (…) Jede Stim­me zählt!

So lan­ge sie nur nicht das fal­sche Lied singt. :ja:


Apro­pos Euro­pa.

Die „taz“ wür­de ja im Arti­kel dar­über, dass die Fil­te­rung von Online­din­gen alber­ne Kon­se­quen­zen haben kann, gern eine Quel­le nen­nen, aber das geht nicht:

„Um ehr­lich zu sein, ent­hält die­se Pas­sa­ge so eini­ges, was als Hass­re­de ein­ge­stuft wer­den kann“, räum­te das Blatt ein (Text wegen DSGVO in Euro­pa nicht abruf­bar).

Mit Sati­re ist dem schon lan­ge nicht mehr bei­zu­kom­men.

PolitikIn den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (3)

Da das Lie­fern von Waf­fen in Kriegs­ge­bie­te gera­de nicht den besten Ruf genießt, muss eine Aus­weich­lö­sung her, um finan­zi­el­len Scha­den von system­re­le­van­ten Unter­neh­men (hier: sol­chen, die Mord­ma­te­ri­al pro­du­zie­ren) abzu­wen­den.

Die Waf­fen­fa­bri­kan­ten­par­tei SPD hat da einen Plan:

[2019] soll der Rüstungs­haus­halt auf 42,9 Mil­li­ar­den anstei­gen, also noch ein­mal um 1,4 Mil­li­ar­den, eigent­lich aber nur um 650 Mil­lio­nen.

Muss man ja ver­ste­hen. Deutsch­land ist immer­hin von Fein­den nur so umzin­gelt – zum Bei­spiel von der Schweiz. Die haben töd­li­che Scho­ko­la­de da unten. Da hel­fen nur mehr defek­te Sturm­ge­weh­re. Die Fah­ne hoch!

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

MusikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Tex­te mit Fra­ge­zei­chen.

War­um man jun­gen oder wenig­stens neu­en Jazz­mu­si­kern Gehör schen­ken soll­te, fasst Rein­hard Köchl, frei­er Musik­jour­na­list, die­ser Tage so zusam­men:

Sie alle machen Musik mit Aus­ru­fe­zei­chen.

Im Gegen­satz zu Rock­mu­sik, die statt­des­sen einen Punkt bevor­zugt, und Schla­gern, wo ein Semi­ko­lon das Gebot der Stun­de ist, hebt sich Jazz­mu­sik so auch im Schrift­bild wohl­tu­end ab.

In den Nachrichten
Tor für Eng­land.

Es spe­ku­liert „tele­schau – der medi­en­dienst“ für das skur­ri­le, zu Micro­soft gehö­ren­de Por­tal „msn unter­hal­tung“ mit einer an Foto­mon­ta­gen rei­chen Bil­der­ga­le­rie, was denn wohl pas­sie­re, wenn „die Queen“ (hier: die bri­ti­sche Köni­gin) gestor­ben sei.

Zwar wird Mon­ar­chie aus unkla­rem Anlass in Deutsch­land nicht mehr ganz so gern gese­hen wie frü­her, aber sie – die Köni­gin – sei immer­hin schon 92 und neu­lich mal krank gewe­sen, da sei es nahe­lie­gend, sich über die Gescheh­nis­se vor­her zu infor­mie­ren. Falls mal kein Fuß­ball kommt oder so.

Habe ich Fuß­ball geschrie­ben? Wie tref­fend!

Public Vie­w­ing

Auf dem Land wer­den Lein­wän­de an zen­tra­len Plät­zen auf­ge­stellt, damit auch dort die Bevöl­ke­rung die Gescheh­nis­se in Lon­don ver­fol­gen kön­nen. Für die Über­tra­gung der Beer­di­gung könn­ten even­tu­ell sogar Fuß­ball­sta­di­en ver­wen­det wer­den.

Und dazu einen Hot­dog und ein küh­les Bier. Sonst macht das doch über­haupt kei­nen Spaß. :ja:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
John Cale – Sold-Motel // Ein biss­chen Frie­den (von rechts).

Frühstück?

Es ist Mon­tag. Lan­ge nichts mehr über – haha, klei­ner Scherz. Die Lage ist ernst, von Musik müs­sen wir da gar nicht erst anfan­gen. Das ver­gan­ge­ne Wochen­en­de näm­lich war ein schier uner­träg­lich poli­ti­sches.

Auf die Fra­ge, war­um aus­ge­rech­net die poli­ti­sche „Rech­te“ wei­ter­hin so kon­stant erfolg­reich sei, gibt es inzwi­schen, nach ihrem medi­al weit­ge­hend unbe­ach­te­ten Par­tei­tag in Augs­burg min­de­stens drei Ant­wor­ten: Könn­te es erstens dar­an lie­gen, dass die Anti­sym­pa­thie für ihre poli­ti­schen Geg­ner impli­zit zu mehr Sym­pa­thie für sie führt; zwei­tens dar­an, dass die „Sozia­len“ das Ren­ten­sy­stem auf Jahr­zehn­te hin­aus ent­kernt haben; drit­tens und letz­tens dar­an, dass die gera­de­zu infam popu­li­sti­sche Annah­me, man wer­de von denen da oben sowie­so nur belo­gen, einen wah­ren Kern hat? „Zudem teil­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (…) mit, dass sie von 14 euro­päi­schen Län­dern die Zusa­ge habe, mit ihnen ein Abkom­men über die schnel­le­re Rück­füh­rung von Migran­ten zu ver­ein­ba­ren. Tsche­chi­en, Ungarn und Polen haben ihre Zustim­mung dazu aber bereits demen­tiert“, berich­te­te „ZEIT ONLINE“ gestern, denn es ist ja auch nicht so wich­tig, vor­her mal gefragt zu haben. – Das sei noch gesagt: Wenn Donald Trump, wie von mir vor län­ge­rer Zeit schon ange­nom­men, der­je­ni­ge Poli­ti­ker ist, der für den mei­sten Frie­den sorgt, dann ist viel­leicht die Zeit gekom­men, über die Welt, in der alles in Schub­la­den passt, noch mal ergeb­nis­of­fen nach­zu­den­ken.

Für die­sel­be „ZEIT“ schwa­fel­te Chri­sti­na Rietz, ihr Auto sei ihr hei­lig. Drei Die­sel­un­ser vorm Schla­fen­ge­hen, dar­un­ter machen wir’s nicht. Gott Fuß­ball hat uns erfreu­li­cher­wei­se ver­las­sen.

Obwohl doch jeder weiß, dass nur zwei Din­ge gött­lich sind: Pan­da­bä­ren und Musik.

Guten Mor­gen.