KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Humulus – Reverently Heading Into Nowhere

Wenn die Italiener nicht gerade merkwürdige Politik hervorbringen, machen sie stattdessen oft vernünftige Musik. Wenn sie dabei auf Gesang verzichten oder ihn in einer anderen als der Landessprache vorbringen, die beim Singen wirklich nicht mehr schön klingt, dann ist mir das mitunter eine Empfehlung wert.

Das Trio Humulus etwa, das seine Musik als eine „Kombination aus fetten Fuzzgitarren, schweren Riffs und einer Menge Bier“ bezeichnet, veröffentlichte 2017 mit „Reverently Heading Into Nowhere“ (Amazon.de, Bandcamp.com) sein zweites Vollzeitalbum und hat auf ihm nicht viel falsch gemacht.

Im Wesentlichen spielen „Humulus“ sich zwischen 70er-Hardrock und Stoner Rock eine eigene Nische heraus, nicht ohne dabei die eigentlich obligatorischen Zutaten Fuzzgitarre und ordentlich Hall bestmöglich auszunutzen.

Humulus – Anachronaut (exclusive preview/Album 2017)

Sänger und Gitarrist Andrea Van Cleef (mit der deutschen Plattenfirma gleichen Nachnamens zumindest musikalisch erfreulich unverwandt) beherrscht das entspannte Crooning („Distant Deeps Or Skies“), insoweit es in diese Art von Musik passt, mit seiner angenehmen tiefen Stimme ebenso wie die gesangliche Eskalation. Bassist Giorgio hat das Glück, auf einen verständigen Produzenten getroffen zu sein, wie sein herrlich brummender Bass, der in genau den richtigen Momenten auch einmal in den Vordergrund gespielt werden darf, beweist.

Humulus – Catskull

Mit „Rama Kushna“ gibt es am Ende von „Reverently Heading Into Nowhere“ einen glatten Stilbruch, nämlich ein elfminütiges Shoegazing, das – wie auch der Rest des Albums – bei aller begründeten Abneigung gegen diese Art von Begriffen ziemlich groovet.

Natürlich ist „Reverently Heading Into Nowhere“ letztlich auch nur eines dieser Stoner-Rock-Alben, die sich nur geringfügig von ihren Regalkollegen unterscheiden. Stoner Rock hört man nicht der Abwechslung wegen. Zweifellos aber gehört dieses Album nicht zu denen, die man sich nicht trotzdem merken sollte. Gute Arbeit.

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