Mir wird geschlechtNerdkramsNetzfundstücke
Open Source schläft ein und der Femi­nis­mus trägt die Schuld dar­an.

Im August 2017 beschrieb ich unter ande­rem mein aus­blei­ben­des Ver­ständ­nis für gro­ße Tech­nik­kon­zer­ne, die sich einen diver­si­ty genann­ten Klotz mit­samt Ver­wal­tungs­auf­wand und letzt­end­lich auch unnö­ti­gen Kosten ans Bein bin­den. Die Gesell­schaft hat sich seit­dem wei­ter um sich selbst gedreht, gebes­sert hat sie sich jedoch nicht.

In einer ver­nünf­ti­gen Welt (wie auch in mei­nen eige­nen Pro­jek­ten) gilt im Wesent­li­chen der Ver­dienst­ko­dex: Wer was kann, der darf mit­ma­chen, wer nicht, der nicht, und per­sön­li­che Weh­weh­chen mögen bit­te irgend­wo aus­ge­las­sen wer­den, wo es dem Rest des Pro­jekt­teams nicht wei­ter auf die Ner­ven geht.

Lei­der ist die Welt der Open-Source-Soft­ware nicht ver­nünf­tig, son­dern stark emo­ti­ons­ge­trie­ben (das mag den enor­men Win­dow­s­hass in ein­schlä­gi­gen Foren erklä­ren, als wäre das ver­wen­de­te Werk­zeug für irgend­ei­ne Auf­ga­be ein Poli­ti­kum, des­sen ethisch kor­rek­te Aus­wahl jede Per­so­nal­de­bat­te in Par­la­men­ten oder auch nur Par­tei­en in den Schat­ten stell­te). Infol­ge­des­sen wur­de ich heu­te mit der Infor­ma­ti­on belä­stigt, dass selbst das Free­BSD-Pro­jekt, das sich vor Jah­ren ein beson­ders anstren­gen­des Bei­spiel für den Dun­ning-Kru­ger-Effekt ein­ge­tre­ten hat­te, sich ja nun posi­tiv durch einen neu­en Ver­hal­tens­ko­dex bemerk­bar mache.

In die­sem Kodex, den das Free­BSD-Team gemäß dem Doku­ment selbst im Wesent­li­chen aus dem „Geek Femi­nism Wiki“ – geek femi­nists bil­den einen Teil des Kerns jener sich gemein­hin als wei­ße Rit­ter ver­ste­hen­den Kra­wall­schach­teln, die auch den Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress (ich berich­te­te mehr­fach) schon tot­ge­quatscht haben – abge­tippt hat, wird in viel zu vie­len Zei­len erläu­tert, dass es die Pro­jekt­auf­sicht ungern sieht, wenn Team­mit­glie­der sich ande­ren Men­schen gegen­über wie jemand ver­hal­ten, dem grund­le­gen­de Höf­lich­keits­for­men fremd sind. Man soll­te mei­nen, so etwas sei auch ohne fest­ge­schrie­be­ne Regeln ver­nünf­tig unter­bind­bar, aber an der Ver­nunft schei­tert es bei denen, die wert­vol­le Zeit ande­rer Leu­te mit dem Zusam­men­schrei­ben und stol­zen Her­um­zei­gen von Din­gen, von denen sie sich total belä­stigt füh­len, ver­schwen­den, nun mal von vorn­her­ein. Da wun­dert es auch nur noch wenig, dass sich ein paar der beson­ders bescheu­er­ten Punk­te im Kodex auch in den Ver­hal­tens­ko­di­zes von zer­gen­der­ten Platt­for­men wie Git­Hub wie­der­fin­den, die die Idio­tie mit der Fest­stel­lung, für „Pri­vi­le­gier­te“, also für die viel zitier­ten „wei­ßen Män­ner“, gel­te der Schutz vor Belä­sti­gung aus Prin­zip nicht, bis­lang auf die Spit­ze trei­ben. Mal gucken, wann das Free­BSD-Pro­jekt sie über­bie­tet.

Als straf­be­wehrt wer­den sei­ner­seits näm­lich außer Din­gen, die ohne­hin ille­gal sein dürf­ten, unter ande­rem Dro­hung mit Gewalt, und halb­wegs ver­dien­st­ori­en­tier­te Din­ge wie die „nach­hal­ti­ge Stö­rung von Dis­kus­sio­nen“ aus­zugs­wei­se auch fol­gen­de Ärger­nis­se beschrie­ben (Wort­nut­zung wie im Ori­gi­nal):

  • Absicht­li­ches Fehl­ge­n­dern.
  • Die absicht­li­che Nut­zung abge­leg­ter Namen.
  • Simu­lier­ter phy­si­scher Kon­takt, etwa „*knud­del*“.
  • Kom­men­ta­re, die die syste­mi­sche Unter­drückung in Bezug auf das Geschlecht, Neu­ro­di­ver­si­tät, Reli­gi­on und so wei­ter (gekürzt, A.d.V.) wie­der in Kraft set­zen.

Vor weni­gen Tagen habe ich in einem com­pu­ter­be­zo­ge­nen Forum gele­sen, dass es merk­wür­dig sei, dass seit Jahr­zehn­ten, abge­se­hen von (und selbst nur bedingt in) Smart­phones, kei­ne nen­nens­wer­te Inno­va­ti­on auf dem Betriebs­sy­stem­markt mehr gefun­den wer­den konn­te. Ich habe eine Ahnung, wor­an das lie­gen könn­te: Die Inno­va­ti­ven sind damit beschäf­tigt, nicht ver­se­hent­lich an der syste­mi­schen Unter­drückung teil­zu­neh­men.

Zu mei­ner Zeit hät­te man denen ja ein­fach den Com­pu­ter weg­ge­nom­men.

Es ist heut­zu­ta­ge recht üblich, Men­schen sagen zu hören: „Ich füh­le mich davon ein wenig ver­letzt“, als ob ihnen das irgend­wel­che Rech­te ein­räum­te. Es ist nicht mehr als Flen­nen. Es hat kei­ne Bedeu­tung, es hat kei­nen Zweck, es hat kei­nen Grund, um als Phra­se respek­tiert zu wer­den. „Ich füh­le mich davon ver­letzt.“ Na und – was, ver­dammt?
Ste­phen Fry

Senfecke:

  1. Was einem alles so ent­geht, wenn man nix in sozia­le Medi­en macht und sich in „sei­ner“ FOSS-Com­mu­ni­ty nur um den eige­nen Scheiß küm­mert. Muss man eigent­lich ein schlech­tes Gewis­sen haben, wenn man zu wenig Angriffs­flä­che bie­tet oder ein­fach zu igno­rant ist, um sich in die­sem zwi­schen­mensch­li­chen Miss­ver­ständ­nis zu opfern? Oder ist man damit heu­te schon pri­vi­li­giert?

    • Ich wünsch­te, mir wäre das auch ent­gan­gen. So ein lächer­li­cher Kin­der­gar­ten da.

      Pri­vi­le­giert ist man, wenn die es sagen. Wei­ße männ­li­che hete­ro­se­xu­el­le Arbeits- und Obdach­lo­se müs­sen erst mal ihre Pri­vi­le­gi­en checken, ey.

  2. Auf die Gefahr hin, dass ich die Sati­re in dei­nem Bei­trag nicht erkannt habe, fra­ge ich dich: Hast du sie noch alle?! Was du schreibst, ist wirr und dane­ben:
    1. Den Beweis, wie der Femi­nis­mus zum Ein­schla­fen von Open Source führt, bleibst du schul­dig.
    2. Soweit ich dei­nen Text ver­ste­hen konn­te, wirfst du ver­schie­de­nen Leu­ten, Pro­jek­ten und Platt­for­men vor, dass sie sich in ihren Ver­hal­tens­re­geln für Tole­ranz, Fair­ness und einen freund­li­chen Ton ein­set­zen (was übri­gens mit Femi­nis­mus noch nicht zwin­gend etwas zu tun hat). Das ent­hält sicher Pro­vo­ka­ti­on, wie du ja ganz oben in der Menu­bar ver­sprichst, unsym­pa­thi­sche und ewig­gest­ri­ge Pro­vo­ka­ti­on.
    3. Du bist inkon­se­quent: Du, resp. der zitier­te S. Fry bezich­tigt Leu­te, die sich beschwe­ren, wenn ande­re sie ver­let­zen, der unnüt­zen Flen­ne­rei. Dein gan­zer Text ist aber nichts als ein Geflen­ne dar­über, dass es dich ver­letzt, wenn du als der pri­vi­le­gier­te wei­sse Mann dastehst.
    Man muss als pri­vi­le­gier­ter wei­sser Mann nicht zwangs­läu­fig unsym­pa­thisch sein – denk mal dar­über nach.

    • Nö, es hat mit Tole­ranz und Fair­ness nichts zu tun, wenn man ein tech­ni­sches Pro­jekt mit sei­nen sexu­el­len Wirr­nis­sen kaputt­macht. Die eige­ne Sexua­li­tät hat noch nie ein tech­ni­sches Pro­jekt sinn­voll vor­an­ge­bracht, daher mein Ver­weis auf den Code of Merit: Alles, was nichts mit dem Pro­jekt selbst zu tun hat, möge man bit­te woan­ders klä­ren. Aber dei­ne Prä­mis­se ist auch Unsinn. Das Bei­spiel Git­hub habe ich ja genannt: wie­so soll­te es fair sein, wenn man mich nach Her­zens­lust dis­kri­mi­nie­ren darf, weil ich zum Bei­spiel als „wei­ßer Hete­ro-Cis-Mann“ die fal­sche Haut­far­be, Sexua­li­tät und das fal­sche Geschlecht habe?
      Mal ganz davon abge­se­hen, dass Ange­hö­ri­ge der hier ver­ant­wort­li­chen Sze­ne bis­her noch alles (Pira­ten­par­tei, CCC, jetzt Free­BSD) kaputt­be­kom­men haben: alles weg­krei­schen oder sonst­wie intri­gie­ren gegen alles, was nicht LGBT genug ist, und sich dann wun­dern, war­um kei­ne Nerds mehr übrig sind. (Dazu habe ich mich ja anders­wo schon aus­gie­big geäu­ßert.) Wie vie­le erfolg­rei­che Pro­jek­te wie Free­BSD, die von SJWs statt von „wei­ßen alten Män­nern“ ange­führt wer­den, sind dir bekannt? Mir kein ein­zi­ges. Ich las­se mich aber gern vom Gegen­teil über­zeu­gen.

      Davon abge­se­hen: War denn das Free­BSD-Pro­jekt ohne die­sen neu­en „Code of Con­duct“ ein unwill­kom­me­ner Ort für Benach­tei­lig­te? Kam es regel­mä­ßig zu sexu­ell moti­vier­ten Über­grif­fen? Konn­te man da vor­her nicht arbei­ten? Mir ist dies­be­züg­lich nichts bekannt – dir denn? Inso­fern wird hier ein Pro­blem geschaf­fen, nicht gelöst. In einer ver­nünf­ti­gen „Com­mu­ni­ty“ – und um sol­che ver­su­che auch ich mich zu bemü­hen – wäre man allein dadurch pri­vi­le­giert, dass man was Sinn­vol­les bei­zu­tra­gen hat. Hat man das nicht, dann soll­te man lei­se sein und sich nicht mit sei­nem Geschlecht raus­re­den, um die ande­ren Leu­te nicht zu stö­ren. Wenn der Umgangs­ton wich­ti­ger wird als das Erreich­te, wird es sehr schnell berg­ab gehen.

      Auf die plum­pe Pro­vo­ka­ti­on in 3. ein­zu­ge­hen ist mir anson­sten zu blöd.

  3. Der simu­lier­te kör­per­li­che Kon­takt darf statt­fin­den, wenn es eine Zustim­mung dazu gibt. Also ganz so schlimm ist die Welt noch nicht und du darfst auch wei­ter­hin (nach Zustim­mung) *knud­deln*

    Mich wun­dert das es wirk­lich Men­schen gibt, die die­se Art des mit­ein­an­ders als erstre­bens­wert erach­ten. Das kön­nen eigent­lich nur Müt­ter­söhn­chen und ‑töch­ter­chen sein. Mich über­kommt bei die­ser Art der sozia­len Regel­wut immer wie­der der Gedan­ke an mei­ne Kind­heit. Müt­ter(!) ten­die­ren zu die­ser Art der sozia­len Kon­trol­le und gehen dabei oft über die Gren­ze und Bedürf­nis­se ihrer Schutz­be­foh­le­nen. Die­sen Kon­flikt kennt ver­mut­lich fast jeder von uns. Aber die, die ihn für „nor­mal“ hal­ten über­tra­gen die­ses Ver­hal­ten auf die gan­ze Gesell­schaft. Die­se ist heu­te dafür ver­ant­wort­lich sozia­les Feh­lever­hal­ten zu sank­tio­nie­ren und die­ses Fehl­ver­hal­ten wird so defi­niert wie wir es in der Fami­lie kann­ten. Das Ober­haupt hat gesagt, „Das macht man nicht“ und damit war jede Dis­kus­si­on been­det.

    Wäh­rend die mei­sten Mäd­chen die­sem Druck früh ent­flie­hen unter­wer­fen sich (pri­vi­le­gier­te, wei­sse) Jungs die­sem häu­fig. Wer kennt es nicht, die Mut­ter die einem die Socken und Unter­ho­sen kauft? Und wie alt ward ihr als sie das zum letz­ten Mal gemacht hat?
    Mir hat mei­ne bis zum 30. Lebens­jahr die­se nach­ge­schickt.

    Das heißt wir muss­ten unse­re Selbst­stän­dig­keit erkämp­fen und nun ver­su­chen die ande­re mit den glei­chen Mecha­nis­men wie das Fami­li­en­ober­haupt unser Ver­hal­ten zu bewer­ten und zu Sank­tio­nie­ren. Ein typi­sches auto­ri­tä­res Mut­ter­ver­hal­ten.

    Das absur­de dar­an ist, dass sie den­ken sie wür­den mit die­sem Ver­hal­ten etwas Gutes tun und sei­nen modern und fort­schritt­lich.

    Das ist trau­rig zu beob­ach­ten und führt dann zu so was https://notaufnahmeschwester.com/2017/11/30/ihr-lappen/
    (und zu SJW – die­se erwar­ten eben­falls das immer ande­re über sie wachen und sie beschüt­zen)

Comments are closed.

https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_smilenew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_biggrin2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_sadnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_eek.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_shocked.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_confusednew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_coolnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_lol.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_madnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_aufsmaul.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_seb_zunge.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_blushnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_frown.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_twistedevil1.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_twistedevil2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/icon_mad.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_rolleyesnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_wink2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_idea2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_arrow2.gif 
mehr …
 

Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre> <code> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <tt> <span style=""> <strike>

Datenschutzhinweis: Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details findest du hier.