In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Royal mit Käse.

Der Wirbel (Vor­sicht: Google!) um die schein­bar bedeut­same Geburt des drit­ten Kindes eines monar­chis­tis­chen Briten­pärchens neb­st aus­führlich­er Würdi­gung der dor­ti­gen Nahrungs­kette lässt zwar nicht nur, aber dur­chaus auch den Schluss zu, dass die Sehn­sucht nach einem starken, jun­gen, charis­ma­tis­chen Führer auch ein Jahrhun­dert nach dem Ende des bis­lang let­zten deutschen Kaiser­re­ichs noch mehrheit­stauglich ist, so lange nur die Regen­bo­gen­presse (u.a. “WELT” und “Süd­deutsche Zeitung”) hin­re­ichend entzückt von ihm berichtet.

In den NachrichtenMontagsmusik
Shob — Except I’m 65 // Eine Partei wie ein Unfall.

Heute mal nur eine kurze.Es ist Mon­tag. Dem Inter­net sei es gedankt, dass der Weg hier­her gesäumt war von Musik, die miteinan­der zu teilen let­ztlich alles ist, was bleibt. Klang gewor­denes Glück ist die zweitbeste Art von Glück, die beste jedoch trägt zwei­far­biges Fell.

Völ­lig inter­net- wie glücks­fern hinge­gen sind ganz andere Gestal­ten: Den gestri­gen SPD-Parteitag, in dessen Ver­lauf zwecks “Erneuerung” der Partei eine alte Funk­tionärin an die Spitze gewählt wurde, was allein deshalb bere­its als ein gutes Zeichen gilt, weil sie keinen Penis, son­dern eine Vagi­na trägt, haben zu viele Men­schen in meinem Umfeld aktiv ver­fol­gt; die gle­ichen Leute regen sich über Gaffer bei einem Autoun­fall auf, obwohl ein Autoun­fall doch noch weniger Schaden anrichtet.

Am ver­gan­genen Dien­stag sabbelte Hannes Stein für das Medi­um “WELT ONLINE” ins Web hinein, dass “die Medi­en” sich mit den Pulitzer-Preisen selb­st “feiern”, und zwar “zu Recht”. So reflek­tiert muss man ja auch erst mal sein. Noch weniger reflek­tiert allerd­ings der Betreiber eines anderen großen Web­por­tals, der Face­book heißt und auf den öffentlichkeitswirk­samen “Daten­skan­dal” fol­gen­der­maßen reagiert: Das soziale Net­zw­erk hat jet­zt eine automa­tis­che Gesicht­serken­nung. — In einem wiederum anderen Medi­um emp­fahl der als “Erfind­er des iPods” (laut “heise online” aber auch ein­fach nur des iPod) gescholtene Tony Fadell der Fir­ma Apple, kün­ftig etwas mehr dage­gen zu tun, dass iPhones so viel benutzt wür­den. Eine Reak­tion von Apple ist nicht über­liefert, ver­mut­lich lachen sie immer noch. Auch etwas zu lachen hat­te ein unbekan­nter Bankkunde — die Deutsche Bank hat­te ihm aus Verse­hen 28 Mil­liar­den Euro irgend­wohin über­wiesen. Das sind Fehler, die unsere­ins gar nicht machen kann. Ich weiß aber noch nicht, ob mich das freuen sollte.

Beim Oster­hasen und/oder beim Meucheln von Predi­gern han­delt es sich, glaubt man dem “Christlichen Medi­en­ver­bund KEP”, um einen Glaubensin­halt, über den man sich nicht lustig machen dürfe. Es bleibt unklar, warum sich ein ver­meintlich aufgek­lärtes Land noch immer eine Steuer zugun­sten dieser fröh­lichen Gesellen leis­tet. Man kön­nte das Geld doch viel sin­nvoller anle­gen, zum Beispiel in gute Musik.

Wie wäre es mit dieser hier?

SHOB — Except i’m 65 (feat Lau­rène P Mag­nani)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Sperrklauselfantasie

Wäre es im Schein der Pläne, aber­mals bes­timmten Parteien auf­grund ein­er willkür­lich gezo­ge­nen Gren­ze die Wahrnehmung ihres Wäh­ler­auf­trags zu ver­wehren, nicht eigentlich rat­sam, diese willkür­lich gezo­gene Gren­ze nicht etwa auf zwei bis fünf, son­dern auf fün­fzig Prozent der erhal­te­nen Stim­men festzuset­zen, woraufhin wenig­stens eine einzige Partei sich darum bemühen müsste, die meis­ten Bürg­er inhaltlich zu überzeu­gen?

PolitikIn den Nachrichten
Gefasel lesen gegen Rechts!

Was haben die SPD und der Axel-Springer-Ver­lag eigentlich außer ein­er Ver­gan­gen­heit mit Christo­pher “Knaller” Lauer noch gemein­sam? Darüber geben die heuti­gen Nachricht­en Auf­schluss.

Die eyeo GmbH näm­lich, die auf ihrer Web­site gegen­wär­tig einen Graf­fi­ti sprühen­den Nin­ja zeigt und damit offen­sichtlich zum Aus­druck brin­gen möchte, dass sie die coole Fir­ma ist, die unge­fragt bunte Bild­chen auf fremde Wände schmiert, hat vom Bun­des­gericht­shof bestätigt bekom­men, dass es im Ermessen der Nutzer liegt, ob sie Wer­bung sehen möcht­en oder nicht. Der Dadav­er­lag Axel Springer hat daraufhin eine Ver­fas­sungs­beschw­erde angekündigt, da “Pro­gramme wie Adblock Plus die frei­heitliche Medienord­nung gefährde­ten”, als zwinge eine “frei­heitliche Medienord­nung” den Kon­sumenten zu bes­timmtem Kon­sum und nicht etwa den Anbi­eter zu einem bes­timmten Ange­bot.

Geht es nach Kata­ri­na Bar­ley, Nach­fol­gerin Heiko Maas’ im Jus­tizmin­is­teri­um und zugle­ich eines mein­er leben­den Lieblingsar­gu­mente gegen die Frauen­quote, dann ist eine solche “Medienord­nung”, wenn ich sie ger­ade nicht völ­lig falsch ver­ste­he, schon bald Gesetz: Um die Bil­dung von “Fil­terblasen”, in denen Men­schen nur noch mit Nachricht­en umgeben sind, die sie auch inter­essieren, zu erschw­eren, sollen “soziale Net­zw­erke” wie Face­book dazu ange­hal­ten wer­den, plu­ral­is­tisch zu agieren, indem es seine “Pro­gramme” (hier wohl: Algo­rith­men) anpasst, denn diese soll­ten “nicht allein darauf aus­gerichtet sein, was einem gefällt”. Als führte es unver­mei­dlich zu ein­er Radikalisierung des Volkes, wenn es keine Wahl mehr hat, ob es mit Nachricht­en über Sport, Phil Collins oder zum Beispiel die SPD beschallt wer­den möchte! Dabei hat mich poli­tisch bish­er kaum etwas so nach­drück­lich bewegt wie die Ergüsse von Min­is­tern aus dem Analog­land.

In jün­geren Umfra­gen gewin­nt die SPD im Übri­gen wieder neuen Zus­pruch. Wäre ich AfD-Mit­glied, auch ich würde in diesen Umfra­gen angeben, dass ich natür­lich die SPD wäh­le. Eine bessere Wer­bung als deren Per­son­alentschei­dun­gen kön­nte ich selb­st für die Oppo­si­tions­führerin niemals machen.

Immer noch tön­ten die frei erfun­de­nen Sta­tis­tiken aus dem Tele­vi­sor. Im Ver­gle­ich zum ver­gan­genen Jahr gab es mehr zu essen, mehr Klei­dung, mehr Hauser, mehr Möbel, mehr Kochtöpfe, mehr Heiz­ma­te­r­i­al, mehr Schiffe, mehr Flugzeuge, mehr Büch­er, mehr Neuge­borene — mehr von allem außer Krankheit, Ver­brechen und Wahnsinn.
George Orwell: 1984

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Was man noch sagen darf.

In der medi­alen Diskus­sion über den MDR Sach­sen, der gestern eine Diskus­sion­srunde über “poli­tis­che Kor­rek­theit” — also das ver­meintliche Schön­for­mulieren von grobem Unfug — abhal­ten wollte, scheint es einen Kon­sens zu geben, der mit dem erfol­gre­ichen Weg­brüllen der Sendung seine endgültige Form erre­icht zu haben scheint. Dieser Kon­sens lautet offen­bar, dass man selb­stver­ständlich “Neger” nicht mehr sagen dürfe, weil sich davon unter Umstän­den irgen­dein Anwe­sender ver­let­zt fühlen kön­nte.

Nun leben wir in ein­er Zeit, in der eine größer wer­dende Gruppe eine ständi­ge Ver­let­ztheit zum Lebensstil erhoben hat und diese, von US-amerikanis­chen Hochschulen aus­ge­hend, auch in Deutsch­land zu kul­tivieren ver­sucht, was vor nicht allzu langer Zeit einen sehr anstren­gen­den Stre­it über ein Gedicht an ein­er Wand anfeuerte, der mit der Ent­fer­nung des Gedichts endete und viele Men­schen als erschreck­end dumm ent­larvte. Insofern scheint es nicht immer die richtige Entschei­dung zu sein, in jeden Sprechakt möglicher­weise ver­let­zte Gefüh­le einzubeziehen; zumal die Empörung oft eine Stel­lvertreterem­pörung ist: Dem MDR Sach­sen wurde eine gewaltige Welle an Aufre­gung ent­ge­genge­spült, weil man doch “Neger” nicht sagen dürfe, weil dunkel­häutige Mit­men­schen das bes­timmt nicht gut find­en. Kein­er der Aufgeregten war selb­st betrof­fen. Der Volkss­port des vertre­tenden Belei­digt­seins erscheint mir gegenüber den ange­blich Betrof­fe­nen unver­schämt, weil ent­mündi­gend, und ist damit eine Her­ab­würdi­gung dieser ange­blich Betrof­fe­nen, die doch ger­ade angeprangert wer­den sollte.

Anson­sten ist die Frage falsch for­muliert: Selb­stver­ständlich darf man “Neger” sagen und sog­ar schreiben, wie ich es hier ger­ade erst getan habe, und “Zige­uner” sowie “Fettwanst”, der Fett-ist-schön-“Bewegung” (als gin­ge es ihnen um Bewe­gung!) zum Trotz, eben­so. Kein Gesetz ver­bi­etet die Ver­wen­dung von einzel­nen Wörtern unter allen Umstän­den, was gut und richtig so ist. Man darf auch Phil Collins hören, was wahrschein­lich nie­man­den unglück­lich­er macht als mich. Nicht alles, was man darf, ist jedoch auch empfehlenswert, und sobald eine nicht allzu per­sön­lich ver­traute und nicht unsym­pa­this­che Per­son der Adres­sat ist, ist ein gewiss­es Grund­niveau emp­fohlen. Es beste­ht ein nicht nur ober­fläch­lich­er Unter­schied zwis­chen der Anrede eines alten Schul­fre­unds und eines Frem­den als “du Neger”. Man darf also, wen­ngle­ich mit begrün­de­ter Aus­nahme des ollen Hit­ler­grußes, beina­he alles sagen, nur nicht zu jedem.

Aber das passt so natür­lich nicht in einen Tweet.

MusikIn den Nachrichten
Der Antimusikpreis

Man stelle sich eine Ausze­ich­nung vor, die all jenen erteilt wird, die nicht etwa musikalisch oder wenig­stens textlich bedeut­same Werke mit Tief­gang und von über­ra­gen­der Kreativ­ität und Qual­ität her­vor­brin­gen, son­dern die das Geschäft, in dem es darum geht, mit möglichst wenig eigen­er Leis­tung, indem man sich zum Beispiel von Dieter Bohlen oder einem der ungezählten Hil­f­ss­chreiber der Indus­trie Melodie und Text vorgeben lässt und dann nur noch, wegen man­gel­nden Kön­nens stark ver­fremdet, einen klin­isch rein tönen­den Com­put­er begleit­et, möglichst viel kurzfristi­gen Erfolg (engl. “air­play”) zu erzie­len, ver­standen haben und zu nutzen wis­sen.

Im Rah­men ein­er möglichen Gala, die unter auss­chließlich­er Berück­sich­ti­gung von möglichen Reizen zur Lockerung des Porte­mon­naies um diese Ausze­ich­nung herum geschnei­dert würde, kön­nten dann zum Beispiel irgendwelche Kinder­stars auftreten und, um diesen Auftritt wenig­stens seman­tisch zu begrün­den, ein Kinder­lied­chen sin­gen oder ein Gedicht, lyrics also, auf­sagen (“rap­pen”). Im Vor­feld geäußerte Bedenken gegen dieses Gedicht wür­den sich­er­stellen, dass die Gala viel gut bezahlte Aufmerk­samkeit ver­schafft. Auch schlecht gelaunte Zuschauer sind Zuschauer. Dass der­jenige Preisträger, der — ganz Punk — die lautesten Bedenken gegen das undeut­lich Erzählte äußert, diese Ausze­ich­nung den­noch als Ehre begreift, wäre dabei selb­stver­ständlich, denn die Ausze­ich­nung kön­nte ja nichts dafür, dass man sie nicht für Qual­ität erhält. Ein vernün­ftiger Kün­stler würde sich durch eine solche Ausze­ich­nung belei­digt fühlen, darum wür­den vernün­ftige Kün­stler gar nicht erst nominiert.

Man stelle sich vor, diesen Unsinn nen­nte man dann einen Musik- und nicht etwa einen Kon­sumpreis, obwohl das für seine Exis­tenz Wesentliche doch der Kon­sum und nicht das Kon­sum­ierte ist. Unter etwas anderen Umstän­den wäre diese Vorstel­lung wohl eine Medi­en­satire, jedoch heißt sie in Deutsch­land schlicht “Echo” und beschäftigt die Medi­en und deren Empfänger seit Tagen, als wäre die Ausze­ich­nung von min­derqual­i­ta­tivem Murks ein Symp­tom eines Prob­lems und nicht etwa der Kern des Konzepts “Echo”.

Eine lebenswerte Gesellschaft etablierte “Vor­sicht: Echo-Gewin­ner!” als Warn­schild auf ein­schlägi­gen Ton­trägern, auf dass dem neugieri­gen Käufer schon im Voraus klar sein möge, dass er es hier mit Funk­tion­s­musik zu tun haben wird, deren wesentliche Fähigkeit es ist, Leben­szeit zu ver­schwen­den. Eine Gesellschaft ander­er­seits, die sich über­haupt einen solchen Antimusikpreis leis­tet, wird so lebenswert niemals sein.


Nach­trag vom 18. April 2018: “Wer so redet, ver­ste­ht Hip-Hop nicht.”

In den NachrichtenMontagsmusik
Sammal — Ylistys ja kumarrus

Die Detonation steht unmittelbar bevor.Es ist Mon­tag. Das ist ziem­lich schade, denn mon­tags gilt es aufzuste­hen und etwas für die Wirtschaft zu tun, denn sie muss brum­men wie son­st nur ein Pand­abär und/oder der Schädel nach ein­er durchzecht­en Nacht, die man brauchte, um sich men­tal auf den Mon­tag vorzu­bere­it­en. Der Men­sch ist sein Laster.

Apro­pos Laster: Der Iwan wird auch medi­al in Syrien bekämpft. Dem Schurken­staat Israel sowie der deutschen Kan­z­lerin gefällt das. Die Welt, teilte Boris John­son mit, sei “vere­int in ihrer Empörung über den Gebrauch von chemis­chen Waf­fen”, jedoch ver­schwieg er, dass die Welt Angriff­skrieg auch gegen die Bösen oft nicht so gut find­et. Bomben gegen Tode! Da weiß man, was man an den Medi­en hat; woher son­st sollte man seine aus­re­ichend aufge­heizte Stim­mung noch beziehen?

Wir bleiben bei Voll­trot­teln: Bernd Riexinger von den Berlin­er “Linken” möchte, wie “Linke” das eben so machen, Ver­mi­eter enteignen lassen. Alles wie früher in Berlin. Es war ja nicht alles schlecht. Passend dazu komme, jubelt schw­er leitar­tikel­nd der “musik­ex­press”, die Audiokas­sette zurück. Ob es wohl im Som­mer auch wieder Pril­blu­men geben wird?

Alles Schlechte kommt von oben, zum Beispiel Viren. Die Woche aber begin­nen wir lieber, indem wir mit bei­den Beinen auf dem Boden bleiben und stattdessen erdi­ge Musik hören, etwa solche aus Finn­land.

Sam­mal: Ylistys ja kumar­rus (Offi­cial Music Video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Sounds Of New Soma — Moebius Tunnel

Sounds Of New Soma - Moebius TunnelWas verbindet man mit Krefeld?

Was auch immer hier die erste Antwort gewe­sen sein mag, sie lautete wahrschein­lich nicht “Krautrock”. Genau solchen aber bringt seit eini­gen Jahren das Krefelder Duo Sounds Of New Soma (“Klänge des neuen Kör­pers” o.s.ä.) her­vor. Das 2016 veröf­fentlichte Album “Moe­bius Tun­nel” (Bandcamp.com, Amazon.de) legt hierüber ein Zeug­nis ab, das kaum über­hört wer­den kann. Die Eck­dat­en ver­sprechen schon Freude: Gemas­tert wurde “Moe­bius Tun­nel” von Eroc, dem früheren Schlagzeuger und späteren Nach­lassver­wal­ter der Hagen­er Krautrock­meis­ter Grob­schnitt.

Die Titel allein sprechen eigentlich bere­its für sich: Das erste Stück heißt “Lysergdelfin” und klingt auch genau so.

Sounds Of New Soma — Lysergdelfin

Anson­sten dominieren vor allem Space- und Psy­che­del­ic Rock: Das fol­gende “Kos­mo­naut­englück”, das “Lysergdelfin” klan­glich in den Wel­traum ver­frachtet, stimmt den Hör­er auf “Sub­raumverz­er­rung” ein, das sich mit seinem treuben­den Rhyth­mus den grandiosen Hawk­wind und deren Wegge­fährten weit­er annähert. “Stech/Apfel” ergänzt Geräusche, die mich an eine Sitar erin­nern, allerd­ings kann ich die fer­nöstlichen Instru­mente bis­lang noch nicht immer zuver­läs­sig auseinan­der­hal­ten.

Im Überelfminüter “Mor­genge­bet”, für Reli­gion­sal­lergik­er mit erfreulich fehlen­dem spir­ituellen Bezug, wird aus einem elek­tro­n­is­chen Blub­bern eine aus­gedehnte Gedanken­reise, auf der man sich plöt­zlich und über­raschend wiederfind­et. Mit “Neu­land” — es war 2016, da ging das noch — klingt das Album leise und wiederum mit fer­nöstlichem touch aus.

Hat man das alles schon mal irgend­wo gehört? Na klar! Ist es deshalb schlecht? Natür­lich nicht! “Moe­bius Tun­nel” gefällt und entspan­nt; und ist das nicht alles, was zählt?

Netzfundstücke
Den Kapitalismus einfach austrinken (2)

Was das “Neue Deutsch­land” kann, kann “Tele­po­lis” schon lange:

Vor 50 Jahren begann nach der Entste­hung der Hip­piebe­we­gung im Laufe der 1960er Jahre die von link­er Gesellschaft­skri­tik getra­gene Revolte der jun­gen Men­schen, die Stu­den­ten­re­volte. (…) Mit dem “68er-Kaf­fee” wollen wir einen Blick zurück­w­er­fen, auf Träume, Auf­bruch­swün­sche, Utopi­en und eine Lust auf Revolte und Befreiung, die sich eher in Form von Neben­wirkun­gen gesellschaftlich durchge­set­zt haben. (…) Wir begin­nen mit zwei exk­lu­siv­en Sorten: Patu­ca, einem Fil­terkaffe aus Hon­duras, und Boqueron, einen Espres­so aus Brasilien, Peru und Mexiko.

Kaffché

Has­ta la vic­to­ria siem­pre.
Ché Gue­vara

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz angemerkt zur lästigen “ver.di”-Gewerkschaft

Unter dem Ein­druck des zweifel­los gegebe­nen Umstands, dass unsere­ins von der Gew­erkschaft “ver.di” medi­al nur dann etwas mit­bekommt, wenn diese wieder ein­mal Men­schen, die eine anständi­ge Aus­bil­dung bekom­men haben und sich daher bei Gehalt­sknap­pheit nicht etwa aus Protest ganze Städte einen Tag lang zu entwirtschaften erblö­den, auf dass diese entwirtschafteten Städte plöt­zlich mehr Geld aus dem Hut zaubern, son­dern ein­fach den Arbeit­ge­ber wech­seln, mit­tels Block­ade öffentlich­er Ein­rich­tun­gen wie etwa des Nahverkehrs daran hin­dert, ein­er geregel­ten Arbeit nachzuge­hen, mit der let­z­tendlich auch die anscheinend immer noch über­höht­en Gehäl­ter der pfeifend­en Pfeifen bezahlt wür­den, kann ich mich der Ver­mu­tung nur noch schw­er erwehren, dass die baldige Über­flüs­sig­machung von Gew­erkschaften mith­il­fe von die bish­eri­gen Arbeit­splätze der Streikham­mel beset­zen­den Robot­ern, die ein­fach ihre Arbeit ver­richt­en und die Fresse hal­ten, statt ihre Stel­lung zu miss­brauchen, um vernün­ftig Gebilde­ten finanziell zu schaden, eine Aus­sicht ist, die mir erstaunlich große Freude bere­it­en wird.

In den NachrichtenMontagsmusik
Field Music — Count It Up // Auszuhaltende Fakes.

Endlich wieder zu hell!Es ist Mon­tag. Die Sonne scheint, die Innen­städte riechen endlich wieder nach Men­schen. Aus unklarem Grund sind andere Men­schen darüber nicht uner­freut und begeben sich, bizarr gek­lei­det, in die Eis­die­len, denn die ersten Son­nen­strahlen leit­en nicht nur zu warmer, son­dern auch zu kalter Speise ein. Eigentlich ist also alles wie noch im Win­ter, nur die Pand­abären find­en keinen Schnee mehr zum Spie­len. Das ist ein biss­chen bedauer­lich.

Für Schnee ist aber auch ein anderes Land bekan­nter als das unsere, passender­weise tobte um es in der ver­gan­genen Woche aber­mals eine Medi­en­schlacht von angemessen fehlen­der Tiefe. Rus­s­land näm­lich ist, glaubt man den Medi­en, das einzige Land, dessen Spi­one einen Mord mith­il­fe des allertödlich­sten Gifts über­leben. Rasputin war ein Witz dage­gen. Liegt es am Wod­ka oder sind ein­fach nur die Medi­en nicht mehr ganz nüchtern? — Der grund­sät­zlich lesenswerte Hal Faber behauptete auf “heise online” in sein­er wöchentlichen Rückschau, die von “Rus­sia Today” getrof­fene Annahme, Car­les Puigde­mont sei poli­tis­ch­er Gefan­gener gewe­sen, sei ein “auszuhal­tender Fake”, ohne das freilich zu begrün­den. Die Nen­nung von “Rus­sia Today” als Quelle muss Qual­itätsme­di­en als Argu­ment genü­gen.

Ein let­zter Blick ins Inland: Fefe stellt fest, dass München sich vor allem darin von Berlin unter­schei­de, dass dort auch mal Dinge repari­ert und nicht nur kaputtgemacht wer­den, was über Berlin alles mit­teilt, was man wis­sen sollte, wenn man noch nie dort war.

Wir brauchen, las ich gestern, mehr Men­schen­schutzvere­ine — und immer und auf jeden Fall auch: mehr Musik.

Field Music — Count It Up (Offi­cial Music Video)

Guten Mor­gen.