Was verbindet man mit Krefeld?
Was auch immer hier die erste Antwort gewesen sein mag, sie lautete wahrscheinlich nicht „Krautrock“. Genau solchen aber bringt seit einigen Jahren das Krefelder Duo Sounds Of New Soma („Klänge des neuen Körpers“ o.s.ä.) hervor. Das 2016 veröffentlichte Album „Moebius Tunnel“ (Bandcamp.com, Amazon.de) legt hierüber ein Zeugnis ab, das kaum überhört werden kann. Die Eckdaten versprechen schon Freude: Gemastert wurde „Moebius Tunnel“ von Eroc, dem früheren Schlagzeuger und späteren Nachlassverwalter der Hagener Krautrockmeister Grobschnitt.
Die Titel allein sprechen eigentlich bereits für sich: Das erste Stück heißt „Lysergdelfin“ und klingt auch genau so.
Ansonsten dominieren vor allem Space- und Psychedelic Rock: Das folgende „Kosmonautenglück“, das „Lysergdelfin“ klanglich in den Weltraum verfrachtet, stimmt den Hörer auf „Subraumverzerrung“ ein, das sich mit seinem treubenden Rhythmus den grandiosen Hawkwind und deren Weggefährten weiter annähert. „Stech/Apfel“ ergänzt Geräusche, die mich an eine Sitar erinnern, allerdings kann ich die fernöstlichen Instrumente bislang noch nicht immer zuverlässig auseinanderhalten.
Im Überelfminüter „Morgengebet“, für Religionsallergiker mit erfreulich fehlendem spirituellen Bezug, wird aus einem elektronischen Blubbern eine ausgedehnte Gedankenreise, auf der man sich plötzlich und überraschend wiederfindet. Mit „Neuland“ – es war 2016, da ging das noch – klingt das Album leise und wiederum mit fernöstlichem touch aus.
Hat man das alles schon mal irgendwo gehört? Na klar! Ist es deshalb schlecht? Natürlich nicht! „Moebius Tunnel“ gefällt und entspannt; und ist das nicht alles, was zählt?


Senfecke:
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