In den NachrichtenMir wird geschlecht
Frauen: Jetzt auch genderneutral.

Den peak fem­i­nism würde ich mit dieser Mel­dung ein­fach mal als erre­icht betra­cht­en wollen:

Eine Anleitung, die kür­zlich vom Mount Holyoke Col­lege, ein­er Schule nur für Frauen, her­aus­gegeben wurde, weist Pro­fes­soren an, es zu ver­mei­den, Schü­lerin­nen “Frauen” zu nen­nen, um eine “gen­derneu­trale” Umge­bung im Klassen­z­im­mer zu schaf­fen.

(Über­set­zung von mir.)

Die Zukun­ft, ließ die ehe­ma­lige US-amerikanis­che Präsi­dentschaft­skan­di­datin Hillary Clin­ton ihr begeis­tertes Pub­likum ein­mal wis­sen, sei weib­lich. Ganz schön rück­ständig von ihr.

In den NachrichtenComputerPolitik
Liegengebliebenes vom 20. März 2018: Foltern mit Word.

Derzeit in den Stel­lenanzeigen: Ein Land, das vernün­ftige Kryp­tografie ver­bi­eten möchte, braucht Hil­fe bei der Spi­onage­ab­wehr gegen ein Land, das vernün­ftige Kryp­tografie auch ver­bi­eten möchte.


Dazu auch “heise online”: “Indus­trie und öffentliche Insti­tu­tio­nen liefern sich heute ein Wet­trüsten mit Angreifern, die ver­suchen, kryp­tografis­che Sper­ren zu entriegeln”, gefordert wird daher ein “EU-Experten­rat für Kryp­tografie”. Wenn man ein Rudel sich mit dem Inter­net nicht befassen wol­len­der Poli­tik­er, die funk­tion­ierende Ver­schlüs­selung für ein Werkzeug des Ter­rors hal­ten, damit beauf­tragt, sich Regeln für eine vernün­ftige Ver­schlüs­selung auszu­denken, dann wird das sehr bald sehr ärg­er­lich wer­den, fürchte ich.


Schade: Keinen Com­put­er zu haben schützt in Ghana nicht vor Microsoft Word.


Lustig: Eine Men­schen­recht­sor­gan­i­sa­tion in dem Land, das die Schurken­staat­en Israel und Türkei part­ner­schaftlich mit Waf­fen beliefert und dessen Presse den US-amerikanis­chen Präsi­den­ten, der, um eine Wahl zu gewin­nen, gel­o­gen hat, er würde ein Folterge­fäng­nis auf Kuba schließen lassen, dann aber ein paar neue Kriege ent­fachen ließ, auch nach dessen Amtsab­tritt noch als jeman­den feiert, der den Frieden­sno­bel­preis irgend­wie ver­di­ent habe, fordert die Fes­t­nahme der desig­nierten CIA-Direk­torin auf­grund ihrer Teil­nahme an solchen Foltereien. Vor der eige­nen Tür ist niemals ein Staubko­rn zu sehen.


Bizarr: “Eine Auswahl ohne echt­en Wet­tbe­werb” sei “lei­der keine echte Auswahl”, kla­gen nach dem Sieg Putins in der rus­sis­chen Präsi­dentschaftswahl Experten aus dem­sel­ben Land, in dem die bloße Exis­tenz von Gegenkan­di­dat­en zu eigentlich bere­its als gewählt gel­tenden Poli­tik­ern bere­its eine “Kampfkan­di­datur” genan­nt wird.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: awakebutstillinbed — what people call low self​—​esteem is really just seeing yourself the way that other people see you

awakebutstillinbed - what people call low self​-​esteem is really just seeing yourself the way that other people see youAls Band­wort­fre­und “guteshoerenist­wichtig” im Feb­ru­ar das Album “what peo­ple call low self​—​esteem is real­ly just see­ing your­self the way that oth­er peo­ple see you” (Amazon.de, TIDAL, Band­camp) von awake­but­still­inbed — manche eher ungeduldige Leute wer­fen mir vor, dass meine Sätze ihnen zu lang sind, aber für diesen hier kann ich nur teil­weise etwas — anpries, blieb bei mir beim ersten Hören nur die Ver­mu­tung hän­gen, dass ich es mir vielle­icht schön­hören kön­nte. Den Ver­such war es möglicher­weise wert.

Das Quar­tett awake­but­still­inbed (“um Shan­non Tay­lor”, als wäre die Auf­gabe ein­er Musik­gruppe lediglich die, deko­ra­tiv um die Sän­gerin herumzuste­hen) kommt aus Kali­fornien und macht trotz­dem ziem­lich britis­che Musik. Von den Tex­ten sehen wir mal ab, denn wer solche Musik (“Post-Hard­core-Pop-Punk vielle­icht”, ebd.) macht, dem liegt der Effekt näher als die Offen­barung. Das ist völ­lig in Ord­nung, so lange der Effekt stimmt. Dass das erste Lied “Open­er” und das let­zte “Clos­er” heißt, wirkt insofern unbe­holfen­er als es müsste.

Denn neben ener­gis­chem Hard- (“safe”) und fröh­lichem Punkrock (“life”, “fathers”, “clos­er”) mit heis­erem Schreige­sang ein­er- und san­ftem Säuseln (“stum­ble”) ander­er­seits weisen die vier auch ein auf­fal­l­en­des Tal­ent zu Singer-Song­writer­tum, wenn auch immer ein wenig brodel­nd, auf und scheinen gegen gele­gentliche Aus­flüge in elek­tro­n­isch-ver­spielte Regio­nen auch keine grund­sät­zliche Abnei­gung zu haben, was das erstaunliche “floor”, dessen Text man dann lei­der doch prob­lem­los ver­ste­ht, zu dem Lied auf dem Album macht, das mich dann doch noch mal rein­hören ließ.

awake­but­still­inbed — floor

Es gibt so Momente, in denen “what peo­ple call low self​—​esteem is real­ly just see­ing your­self the way that oth­er peo­ple see you” unge­fähr exakt die Musik ist, die ich ger­ade zwecks Frustab­baus dur­chaus gutheißen kann. Die stilis­tisch trotz größer­er Unter­schiede nicht völ­lig ander­swo zu veror­tenden Friends of Gas habe ich vor einem Jahr bere­its entsprechend gewürdigt. Inter­es­sant ist das hier Gehörte daher dur­chaus und zumin­d­est ein Album, das ich in meinem Bestand behalte. Man weiß ja nie, wann es mal wieder so Momente gibt.

Nerdkrams
Mobil zuletzt!

Dass das, was irgendwelche lichtscheuen Gestal­ten “mobile first!” nen­nen, also die Fokussierung auf winzige Bild­schirme als einzig rel­e­vante Aus­gabeein­heit, einiger­maßen scheußlich ist, habe ich ander­swo ja schon erk­lärt. Mir bish­er neu war allerd­ings der Ansatz des “mobile last!”, wie man ihn zum Beispiel bei Infor­mIT find­et.

Scrollt man dort näm­lich hin­unter, so bekommt man eine immer­hin nicht völ­lig absurde Buchempfehlung einge­blendet, die zwar keinen “Schließen”-Knopf hat, aber rechts neben dem Text auf vernün­fti­gen Bild­schir­men zumin­d­est genug Platz hat, um nicht allzu störend aufz­u­fall­en.

Außer, man hat ein Smart­phone.

Mobile last!

(Pfeile von mir, defek­te Grafik­skalierung nicht von mir.)

Der Unter­ti­tel von “Infor­mIT” (“the trust­ed tech­nol­o­gy learn­ing source”) bedeutet über­set­zt so viel wie “die ver­trauenswürdi­ge Quelle zum Ler­nen von Tech­nik”. Von Web­de­sign ste­ht da ja nichts.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Yes — Machine Messiah // Die Freiheit der Anderen

Deutsche Bahn (Symboleule)Es ist Mon­tag. Die Deutsche Bahn AG (“schon im Som­mer an den Win­ter denken”, schreibt sie in einem Medi­en­paket; klar: wenn ich im August aus dem Fen­ster gucke, ist da auch kein Schnee) zeigt sich über­rascht von Märztem­per­a­turen im März und beugte sich dem “Win­tere­in­bruch” (bahn.de), indem sie den Betrieb ein­stellte. Ander­er­seits: Wer will schon nach Leipzig? In Leipzig ist es immer­hin ziem­lich kalt und Pand­abären gibt es dort auch nicht.

An einem anderen kalten Ort wurde gestern gewählt. Der neue rus­sis­che Präsi­dent ist der alte rus­sis­che Präsi­dent. Genau mein Humor: Diejeni­gen deutschen Medi­en, in deren Vorstän­den Funk­tionäre von CDU/CSU und/oder SPD sitzen, bekla­gen sich über eine große Ein­flussnahme des Staates auf die rus­sis­chen Medi­en. Über­raschungsar­mut ist ihr Mit­tel. Was läuft im deutschen Fernse­hen falsch, wenn mir schon zehn Minuten ohne Ton reichen, um eine Wette auf den Fort­gang der Hand­lung abzuschließen? — Etwas über­raschen­der sind dann doch die Finanz­nachricht­en: Nicht mal die Lufthansa will den Berlin­er Flughafen noch haben. Und auch die SPD ist in Feier­laune, wie den ein­schlägi­gen Nachricht­en zu ent­nehmen ist: Kur­den fliehen vor deutschen Panz­ern — da sage noch mal jemand, die Sozialdemokratie habe nichts erre­icht!

Am Speaker’s Cor­ner gilt seit einiger Zeit anscheinend die Regel, dass nicht mehr alles, was nichts mit dem Königshaus zu tun hat, gesagt wer­den darf: Nach­dem erst Mar­tin Sell­ner mit­samt sein­er Entourage aus­gewiesen, dann Lutz Bach­mann, von dessen Leben und Wirken man sicher­lich manch­es hal­ten kann, aber nicht muss, daran gehin­dert wurde, nach Großbri­tan­nien zu reisen, um dessen Rede zu übernehmen, wurde sie nun unter vielfachem Gekreis­che — denn so laufen “Debat­ten” in der ent­poli­tisierten Gesellschaft des 21. Jahrhun­derts zumeist ab — von Tom­my Robin­son gehal­ten, der den Vorteil hat, selb­st Englän­der zu sein. Eine Gesellschaft, die es zulässt, dass ihre Regierung eine sonst­wie offen­sichtlich bescheuerte Mei­n­ung als gesellschafts­feindlich abtut und ihren Inhab­er mit dieser Begrün­dung des Lan­des ver­weist, wird sehr bald eine sehr unerträgliche Gesellschaft sein. Wem nützt eine Welt, in der jede Reibefläche hin­ter Mauern in den Köpfen ver­schwindet?

Auf “ZEIT Cam­pus” habe ich gestern gel­ernt, dass mit Kacke jed­er etwas anfan­gen könne. Da ich das, was jed­er tut, meist zu über­bi­eten beab­sichtige, beginne ich diese Woche mit Musik, die ganz beson­ders unkacke ist.

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Thüringer Demokratiepreis

Densel­ben scheint vom Frieden­sno­bel­preis nur noch das Aus­maß der Gewalt­bere­itschaft zu tren­nen:

Am ver­gan­genen Dien­stag hat­te die Polizei in Rudol­stadt bei Haus­durch­suchun­gen große Men­gen Chemikalien und Sprengstoff sichergestellt. Pikant: Ein­er der Verdächti­gen ist Träger des Thüringer Demokratiepreis­es und gehörte zur linken Antifa-Szene des Freis­taats.

In Thürin­gen haben sie die Demokratie noch nicht so lange, daran müssen sie noch arbeit­en.

In den Nachrichten
Kurz angemerkt zu Dingen, die zu Deutschland gehören

Unter weit­ge­hen­der Mis­sach­tung der Frage, ob denn zum Beispiel das Inter­net oder der “alte Mann” (der alte Mann Mario Six­tus über Horst See­hofer), näm­lich See­hofer, Horst, selb­st zu Deutsch­land gehöre, wenn er, also Horst See­hofer, schon annimmt, der Islam gehöre nicht zu Deutsch­land, ver­stört mich in der medi­alen Diskus­sion hierüber nicht etwa der übliche lang­weilige Gegen­satz zwis­chen Men­schen, die das auch so sehen, und Men­schen, die das anders sehen, son­dern, dass statt des blö­den Reflex­es, dass man erwidere, dass jede Weltan­schau­ung in jedes Land gehöre, nicht ein­er der von “der Mehrheit” für pop­ulär gehal­te­nen Mei­n­ungs­mach­er es für nötig gehal­ten zu haben schien, darauf hinzuweisen, dass zu einem Land, das sich für so mod­ern und aufgek­lärt hält wie dieses, nicht etwa alle, son­dern keine einzige Reli­gion mehr zu gehören hat; und in ein­er Zeit, in der die Ret­ter des Abend­lan­des zum all­ge­meinen Unwohl­sein ihr nur schw­er ver­ständlich­es Fes­thal­ten an rück­ständi­gen Riten (“in Deutsch­land geben wir einan­der die Hand” — warum müssen Innen­min­is­ter eigentlich immer und grund­sät­zlich aus den Rei­hen der­er mit den antik­sten Wertevorstel­lun­gen rekru­tiert wer­den?) wieder ein­mal in irgendwelche Par­la­mente hinein­tra­gen, während ein west­lich­es Nach­bar­land ange­hörs der Vielzahl an religiös motivierten Bom­barde­ments kaum noch dazu kommt, in Ruhe von Twit­ter- und Face­booknutzern für sich beten zu lassen, ist die Antwort auf diese kul­turellen Unter­schiede, man möge doch bitte allen Reli­gio­nen den gle­ichen Respekt zukom­men lassen, schon deshalb die falsche, weil sie impliziert, dass Reli­gion, dieses Dreirad der­er, die Wis­senschaft und Ver­nun­ft in ihren engen Schädel, dem zufolge sie das ja immer schon so gemacht haben, bei denen, die sich auf “Dichter und Denker” berufen, über­haupt noch irgendwelchen Respekt und nicht etwa aus­giebiges Aus­lachen mit Fin­gerzeig und dem Aus­ruf “he, guckt mal da: ein Depp!” ver­di­ent habe.

WirtschaftIn den Nachrichten
Bleistiftlizenzen (ca.)

Der mil­len­ni­alige Teil der­er, von denen ich mich gele­gentlich mit Infor­ma­tio­nen berieseln lasse, zeigte sich hin­sichtlich der Pressemit­teilung, dass man es nun endlich geschafft habe, sich auf Urhe­ber­rechtsab­gaben für CD- und DVD-Rohlinge zu eini­gen, belustigt: Ob diese Abgaben denn auch auf Lochkarten oder, haha, Disket­ten erhoben wür­den, weil 2018 nie­mand mehr CDs oder DVDs bren­nen wolle. In ihrer Vorstel­lung näm­lich scheint es undenkbar zu sein, dass Spo­ti­fy, Steam und iTunes selb­st unter der zwin­gen­den Voraus­set­zung, dass hierzu­lande über­haupt von ein­er Band­bre­it­en­ver­sorgung gesprochen wer­den kann, ohne sich schä­men zu müssen, nicht der Uni­ver­saler­satz für optis­che Laufw­erke sein kön­nen und wer­den.

Dabei ist das eigentlich Ärg­er­liche an diesem Beschluss nicht etwa, dass er aber­mals belegt, dass Ver­w­er­tungs­ge­sellschaften und Mac­bookhip­pies an ent­ge­genge­set­zten Enden des Zeit­strahls ziehen und dieser Dis­sens zwis­chen Moder­nität und Dickschädeligkeit die Net­zpoli­tik in Deutsch­land seit ihrer ersten Erwäh­nung merk­lich behin­dert, son­dern die Anmaßung, jed­er Käufer von Leer-CDs würde diese für den bescheuerten Popquatsch nutzen wollen, den man uns als “Musik” zu verkaufen ver­sucht. Als würde auf Bier­flaschen auch eine zusät­zliche Abgabe fäl­lig, weil man auf ihnen die meis­ten dieser lästi­gen Gassen­hauer blasen kann! Für Stifte kön­nte man gar eine Staffelung vorse­hen: Bleis­tifte soll­ten das Dop­pelte von der präven­tiv­en Strafzahlung für Kugelschreiber als Zusatzkosten aufge­brummt bekom­men, denn man kann mit ihnen ein Papi­er mehrfach beschreiben, zum Beispiel mit irgendwelchen verquas­ten Lied­tex­ten. — Die Gefahr, dass ich jet­zt jeman­dem eine dumme Idee ein­gere­det habe, ist allerd­ings sehr klein: Die Ver­ant­wortlichen wer­den diesen Text nicht vor Ablauf von zehn Jahren lesen, so belegt es jeden­falls die Erfahrung.

Wie viel kostet eigentlich eine Plat­ten­presse?

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Völlig blau und nicht allein.

Die über­raschende Wahl der Kan­z­lerin zur Kan­z­lerin bei keinem Gegenkan­di­dat­en ringt, wie mir scheint, selb­st den Redak­teuren in tra­di­tionell wenig aufmüp­fi­gen CDU-nahen Redak­tio­nen längst nur noch ein müdes Nick­en ab; weshalb, um hier aber­mals die “WELT” als schlecht­es Beispiel anzuführen, nicht etwa von ein­er neuen Auf­bruch­stim­mung oder über­haupt von irgen­dein­er Stim­mung die Rede wäre, wen­ngle­ich deren Thomas Vitzthum immer­hin das Fasel­wort “Schreck­enss­chweigen” anführte, um abzu­bilden, dass aus den Rei­hen von CDU/CSU und SPD 33 Abge­ord­nete Merkel “ihre Stimme ver­weigerten” (ebd.), als wäre der Führereid noch immer heilig, son­dern auch und ins­beson­dere von einem modis­chen “Faux­pas” (“Faux­pax”, GMX.net): Zwei der neuen Min­is­terin­nen wagten es, im gle­ichen Kleid aufzutreten, wie übere­in­stim­mend außer so Mode­blogs auch die Poli­tikredak­tio­nen von “WELT”, “heute”, “FOCUS Online”, “B.Z.”, “Köl­ner Stadt-Anzeiger”, “RP Online” und viel zu vie­len anderen verzicht­baren Presseerzeug­nis­sen berichteten.

Und die haben ein Leis­tungss­chutzrecht bekom­men!

In den NachrichtenComputer
Lautsprecher, aber Leishörer (2)

Apro­pos:

Auf diese Weise zeich­nen Geräte wie die smarten Laut­sprech­er Google Home und Ama­zon Echo Auss­chnitte aus All­t­ags­ge­sprächen uner­wün­scht auf und senden sie an Google und Ama­zon.

Ein Gerät, das Gespräche uner­wün­scht aufze­ich­net, weit­er­hin einen “Laut­sprech­er” zu nen­nen zeugt von manchem, nur nicht unbe­d­ingt von ein­er Qual­i­fika­tion als Tech­nikredak­teur eines ver­meintlichen Fachver­lages.

Politik
Sieben Annahmen zum Linkssein

(Vorbe­merkung: Dies ist eine etwas ausufer­nde Fort­set­zung ein­er Twit­ter­diskus­sion in Form eines Monologs, der zu lang für dessen Eingabefeld wäre. Wer Twit­ter und seine Teil­nehmer — etwa mich — für bezüglich jeden­falls solch­er The­men nicht beson­ders lesenswert hält, der möge stattdessen zu einem guten Buch greifen.)

Im Ver­lauf mein­er jüng­sten Diskus­sio­nen über das ver­meintlich poli­tis­che Links­sein und warum es mich stört, wenn Mit­glieder der Piraten­partei ihr dieses Etikett aufzu­drück­en ver­suchen, sah ich mich dazu bewegt, aus­nahm­sweise ein­mal etwas wortre­ich­er darüber zu dozieren, warum ich den Lib­er­al­is­mus für die vernün­ftigere Alter­na­tive zu der sozi­ol­o­gis­chen Träumerei, dass die Zukun­ft bitteschön links sein möge, halte. ‘Sieben Annah­men zum Links­sein’ weit­er­lesen »

PolitikMontagsmusik
Turbine Stollprona — Rosa Teil

Kann man schon Frühling?Es ist Mon­tag. Wenn man diesen Satz oft genug liest, bekommt man spon­tan Lust auf Woch­enende, also empfehle ich ein­fach weit­erzule­sen, statt nochmals zum Anfang zu sprin­gen. Je weit­er man sich von einem geschriebe­nen Mon­tag ent­fer­nt, desto balder ist er vorüber, wen­ngle­ich sein Ende zur Stunde noch auf sich warten lässt, als wäre es der noch immer zu sel­tene Nach­wuchs eines Pand­abären. Eine Woche sollte sowieso mit der Vorstel­lung von Pand­abären begin­nen. Ich erwäge das zu wieder­holen.

Auf sich warten lässt auch die oft beschworene Onlinedemokratie, aber diejeni­gen, die behaupten, sie erfun­den zu haben, die Grü­nen näm­lich, wollen sie nicht mehr haben. Und warum wollen sie das nicht? Na, wegen der nicht quotierten Red­nerlis­ten natür­lich! — Einzig ihren natür­lichen Part­ner ist es zu ver­danken, dass es jeman­den gibt, für den man sich noch mehr schämt: Abge­ord­nete der SPD haben ein Prob­lem mit gezeigtem Rück­grat. An Über­raschun­gen ist dieses noch junge Jahr kaum arm.

Der Unrechtsstaat Türkei präsen­tiert der kom­menden Bun­desregierung eine der zahlre­ichen Möglichkeit­en, ihre Überwachungssoft­ware (“Bun­de­stro­jan­er”) unauf­fäl­lig im Volk zu verteilen. Wenig­stens wird das kün­ftig nicht mehr so schnell gehen. Apro­pos Unrechtsstaat: In Großbri­tan­nien wird man neuerd­ings vorüberge­hend einges­per­rt, weil man bekan­nt rechts­flügelig ist. Die poli­tis­che Ver­schiebung Europas ist sicher­lich nur ein bedauer­lich­er Zufall und nicht etwa bed­ingt durch einen total­itären Umgang mit Sokratik­ern.

Wir leben in ein­er Zeit, in der das von mir noch zu Beginn der nun­mehr ver­gan­genen Woche gescholtene Berlin beina­he wie ein Hort der Ver­nun­ft wirkt. Wenn dort auch son­st alles in Trüm­mern liegt: Die Musik trotzt der Bran­dung.

Tur­bine Stoll­prona — Rosa Teil

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Bubblemath — Edit Peptide

Bubblemath - Edit Peptide1995 wurde in Min­neapo­lis, von der Weltöf­fentlichkeit unter anderem wegen der bedauer­lich fehlen­den Ver­net­zung jen­er Tage kaum beachtet, die einiger­maßen alberne Gruppe Bub­blemath gegrün­det. Ihr Debü­tal­bum “Such Fine Par­ti­cles Of The Uni­verse” erschien 2001 und fand eini­gen Zus­pruch für seine klan­gliche Nähe zu den sowieso über­ra­gen­den echolyn.

Es dauerte bis 2017, bevor der Nach­fol­ger “Edit Pep­tide”, mit­tler­weile von der gle­ich­falls über­ra­gen­den Plat­ten­fir­ma Cuneiform her­aus­gegeben, eine Hör­erschaft erschließen kon­nte, die sich inzwis­chen an das Wieder­au­fleben der ver­spiel­ten Musik der 1970-er Jahre gewöh­nt haben kön­nte. Der Titel des Albums — inzwis­chen sind wir bei Chemie statt Physik, nerdig möchte das Quin­tett aber offen­sichtlich weit­er­hin wirken — sieht auf dem Cover­bild viel weniger selt­sam aus als er klingt.

Immer noch da sind auch nach 16 Jahren die Can­ter­bury-Ein­flüsse mit­samt des ver­schachtel­ten Gesangs (“Per­pet­u­al Notion”, “The Sen­su­al Con”), der gele­gentlich eine leicht angriff­s­lustige Note hat. Für angenehmen Gesang habe ich ja, wie regelmäßige Leser wis­sen, eine wenig gut ver­steck­te Schwäche. Mitunter wird sich am klas­sis­chen Pro­gres­sive Rock — die Stücke haben tre­f­fend­er­weise Län­gen von bis zu 12:41 Minuten — wie auch am Som­mer­rock des let­zten Jahrzehnts (Jeave­stone) bedi­ent. Ich finde das gut.

Bub­blemath — The Sen­su­al Con (Offi­cial Audio)

Bedauer­licher­weise ist das Album gegen­wär­tig nur auf CD und als Down­load zu haben, jedoch würde ich annehmen, dass dieser Makel zu ver­schmerzen ist. Ein Genuss ist “Edit Pep­tide” alle­mal.