KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Bubble­math – Edit Pep­ti­de

Bubblemath - Edit Peptide1995 wur­de in Min­nea­po­lis, von der Welt­öf­fent­lich­keit unter ande­rem wegen der bedau­er­lich feh­len­den Ver­net­zung jener Tage kaum beach­tet, die eini­ger­ma­ßen alber­ne Grup­pe Bubble­math gegrün­det. Ihr Debüt­al­bum „Such Fine Par­tic­les Of The Uni­ver­se“ erschien 2001 und fand eini­gen Zuspruch für sei­ne klang­li­che Nähe zu den sowie­so über­ra­gen­den echo­lyn.

Es dau­er­te bis 2017, bevor der Nach­fol­ger „Edit Pep­ti­de“, mitt­ler­wei­le von der gleich­falls über­ra­gen­den Plat­ten­fir­ma Cun­ei­form her­aus­ge­ge­ben, eine Hörer­schaft erschlie­ßen konn­te, die sich inzwi­schen an das Wie­der­auf­le­ben der ver­spiel­ten Musik der 1970-er Jah­re gewöhnt haben könn­te. Der Titel des Albums – inzwi­schen sind wir bei Che­mie statt Phy­sik, nerdig möch­te das Quin­tett aber offen­sicht­lich wei­ter­hin wir­ken – sieht auf dem Cover­bild viel weni­ger selt­sam aus als er klingt.

Immer noch da sind auch nach 16 Jah­ren die Can­ter­bu­ry-Ein­flüs­se mit­samt des ver­schach­tel­ten Gesangs („Per­pe­tu­al Noti­on“, „The Sen­su­al Con“), der gele­gent­lich eine leicht angriffs­lu­sti­ge Note hat. Für ange­neh­men Gesang habe ich ja, wie regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen, eine wenig gut ver­steck­te Schwä­che. Mit­un­ter wird sich am klas­si­schen Pro­gres­si­ve Rock – die Stücke haben tref­fen­der­wei­se Län­gen von bis zu 12:41 Minu­ten – wie auch am Som­mer­rock des letz­ten Jahr­zehnts (Jea­ve­stone) bedient. Ich fin­de das gut.

Bubble­math – The Sen­su­al Con (Offi­ci­al Audio)

Bedau­er­li­cher­wei­se ist das Album gegen­wär­tig nur auf CD und als Down­load zu haben, jedoch wür­de ich anneh­men, dass die­ser Makel zu ver­schmer­zen ist. Ein Genuss ist „Edit Pep­ti­de“ alle­mal.