Es ist Montag. Die Sonne scheint, die Innenstädte riechen endlich wieder nach Menschen. Aus unklarem Grund sind andere Menschen darüber nicht unerfreut und begeben sich, bizarr gekleidet, in die Eisdielen, denn die ersten Sonnenstrahlen leiten nicht nur zu warmer, sondern auch zu kalter Speise ein. Eigentlich ist also alles wie noch im Winter, nur die Pandabären finden keinen Schnee mehr zum Spielen. Das ist ein bisschen bedauerlich.
Für Schnee ist aber auch ein anderes Land bekannter als das unsere, passenderweise tobte um es in der vergangenen Woche abermals eine Medienschlacht von angemessen fehlender Tiefe. Russland nämlich ist, glaubt man den Medien, das einzige Land, dessen Spione einen Mord mithilfe des allertödlichsten Gifts überleben. Rasputin war ein Witz dagegen. Liegt es am Wodka oder sind einfach nur die Medien nicht mehr ganz nüchtern? — Der grundsätzlich lesenswerte Hal Faber behauptete auf “heise online” in seiner wöchentlichen Rückschau, die von “Russia Today” getroffene Annahme, Carles Puigdemont sei politischer Gefangener gewesen, sei ein “auszuhaltender Fake”, ohne das freilich zu begründen. Die Nennung von “Russia Today” als Quelle muss Qualitätsmedien als Argument genügen.
Ein letzter Blick ins Inland: Fefe stellt fest, dass München sich vor allem darin von Berlin unterscheide, dass dort auch mal Dinge repariert und nicht nur kaputtgemacht werden, was über Berlin alles mitteilt, was man wissen sollte, wenn man noch nie dort war.
Wir brauchen, las ich gestern, mehr Menschenschutzvereine — und immer und auf jeden Fall auch: mehr Musik.
Guten Morgen.

