Pünktlich zur Feier des Tages — heute vor 40 Jahren wurde die erste Spammail versandt — quatschte Torsten Kleinz auf der “re:publica”, dem alljährlichen Pimmelfechten von hauptberuflichen Reklamenullen, in seinem sog. “Vortrag” darüber, warum man im Zeitalter von allgegenwärtigem Schutz gegen Webmüll auch weiterhin seinen Besuchern (mithin: Kunden) mit Reklame auf den Sack gehen sollte, angeblich dies:
Wir müssen Werbung verstehen, denn sie gehört zum Internet.
Wenn ich einen Vorgarten hätte und es würde jemand seinen Hund dort hineinkacken lassen, dann würde ich ihm möglicherweise eher wenig Verständnis entgegenbringen, sondern unter Vorbringung überzeugender Argumente erwarten, dass er sich in möglichst kurzer Zeit vom Acker machen möge, nicht ohne die hinterlassene Scheiße in einem möglichst peinlichen Tütchen mit sich zu führen. — Was höre ich da: Das Internet sei gar nicht mein Vorgarten? Noch weniger aber ist es der ihre!
Als für jeden ersichtliche positive Aspekte der Plakatierung, bevor er auf die vermeintlich wesentlichen Kehrseiten von Onlinewerbung zu sprechen kommt, nennt Torsten Kleinz in seiner Vortragsbeschreibung, dass es immer mehr Podcasts, in denen zwei oder mehr Menschen in leierndem Tonfall stundenlang und ohne vernünftige Möglichkeit, ein Äquivalent zu einem Lesezeichen an einer geeigneten Stelle einzufügen, Blogartikel und Tweets zusammenfassen, und Videobeiträge auf vielen Websites, in denen unsichtbare “Journalisten” ohne vernünftige Möglichkeit, ein Äquivalent zu einem Lesezeichen an einer geeigneten Stelle einzufügen, Nachrichten vorlesen, gibt. Was Torsten Kleinz (“Journalist”, u.a. “ZEIT ONLINE”) gegen Schrift hat, weiß ich leider nicht mit Sicherheit, aber ich habe eine Vermutung (“ZEIT ONLINE”).
Ich fühle mich, das sei gesagt, im Usenet fast täglich ein bisschen wohler.


Sicher, dass das nur Hundekot war? Wir müssen Porno verstehen, denn das gehört zum Internet!
https://www.youtube.com/watch?v=LTJvdGcb7Fs
“dem alljährlichen Pimmelfechten von hauptberuflichen Reklamenullen…”
hehe. Sehr treffend formuliert.
Au ja, usenet. Da wo 5 Hansel zu allen Themen irgendwas zu sagen haben.
Ich find Bücher gar nicht mal so schlecht.
Ach so. Ich dachte, das heißt “Linke”.
Hätte man nicht warten können?!