PolitikIn den Nachrichten
Assistolz

Nach­dem Nation­al­stolz bis zur näch­sten Europameis­ter­schaft im Her­ren­fußball vor­erst wieder eher ungern gese­hen wird, suchen Poli­tik­er und Bürg­er gle­icher­maßen verzweifelt nach einem Ersatzs­tolz. Dabei schreck­en sie auch vor bizarren Vorschlä­gen nicht zurück:

Und jed­er Fahrer, der mit einem Lkw mit Abbiege­as­sis­tent unter­wegs ist, bekommt das neue Truck­er-Abze­ichen #Ich­Hab­De­nAs­si. Das kön­nen die Frauen und Män­ner am Steuer mit Stolz auf ihren Lkws anbrin­gen.

Und spätestens, wenn der Assi (Assis­tent, nicht Andreas Scheuer) in allen rel­e­van­ten Fahrzeu­gen verpflich­t­end einge­baut wor­den sein wird, wird dieser Stolz ein­er sein, der dem auf den richti­gen Geburt­sort in nur noch wenig nach­ste­ht.

Politik
Annahmen zum Linkssein (5): Autarkie ist Schwäche.

Es schrieb Sibel Schick, “Autorin” für “taz” und jüngst auch “Mis­sy”, im Qual­itätsmedi­um “Twit­ter”:

Wer von euch hat­te Nachricht­e­na­gen­turen und Main­streamme­di­en auf der Blockliste?*entblockt ne Runde*

Denn nur, wer präven­tiv block­iert, erlebt keine Mikroag­gres­sio­nen durch zu viel Real­ität. Ein Einzelfall ist sie nicht — auch andere Twit­ter­nutzer, über­wiegend aus dem “Jour­nal­is­mus”, schal­teten am Woch­enende plöt­zlich eine Block­ierliste scharf.

Ich beginne die Sorge der Linken um eine Öffentlichkeit, die nur noch wahrn­immt, was ihr Welt­bild bestätigt, zu ver­ste­hen; wenn auch aus gegen­teili­gen Grün­den.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Domadora — lacuna jam

Rock'n'OwlEs ist Mon­tag. Furzen macht dünn. Eine Woche, die mit Niveau begin­nt, ist bekan­ntlich eine ver­lorene Woche.

Apro­pos Niveau: In Berlin wurde am Sonnabend aber­mals unter Zuhil­fe­nahme schw­er erträglich­er Geräusche (“weg­bassen”) dafür demon­stri­ert, dass die als mafiös han­del­nd wahrgenomme­nen Schleuser und Schlep­per nicht dafür bestraft wer­den sollen, die Not­lage von vor der Waf­fen­poli­tik der recht­spop­ulis­tis­chen SPD geflo­henen Armen auszunutzen. Der Berlin­er Koali­tion­spart­ner der recht­spop­ulis­tis­chen SPD, die ver­meintliche “Linke”, twit­terte freudig, dass er “Hal­tung” zeige, indem er zwar nicht die ertra­gre­iche Koali­tion aufkündi­ge, aber doch immer­hin Fah­nen schwin­gend dage­gen sei, dass die Symp­tome der von ihr geförderten Krankheit, näm­lich die Notwendigkeit ein­er Flucht, nicht von kom­merziellen Inter­essen­ten für viel Geld (“Spenden”) bekämpft wer­den dür­fen. Wenn ich noch ein biss­chen wirtschaft­slib­eraler eingestellt wäre als sowieso schon, müsste ich wohl kün­ftig die “Linke” wählen. — Fol­gerichtig liegen gemäß der neuesten Emnid-“Sonntagsfrage” in der Befragten­gun­st die AfD und die recht­spop­ulis­tis­che SPD erst­mals gle­ichauf. Über wen das was aus­sagt, weiß ich aber nicht.

Es ist Mon­tag und mon­tags zählen, wie wei­thin bekan­nt ist, ohne­hin nur noch zwei Dinge: Pand­abären und Musik.

DOMADORA – Lacu­na jam [2018] (offi­cial video)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Aivery — Because

Aivery - BecauseLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Regelmäßige Leser wis­sen, dass Musik eine Pro­fes­sion der Über­raschun­gen ist. Daher sollte es auch kaum erstaunen, wenn aus­gerech­net Öster­re­ich sich immer wieder als Heimat­land von Musik­ern, deren Werke nicht zu ken­nen bedauer­lich wäre, her­ausstellt.

Aivery klin­gen näm­lich eigentlich gar nicht nach Öster­re­ich, ich hätte sie eher in Aus­tralien verortet. Tat­säch­lich han­delt es sich aber um ein Wiener Trio rein weib­lich­er Natur, das Musik her­vor­bringt, die früher wohl als “Riot Grrrl” beze­ich­net wor­den wäre — nach vorn preschende Rock­musik mit ein­er ordentlichen Por­tion pow­er, also Kraft, näm­lich. Auch auf ihrem seit 2017 aktuellen Album “Because” (Amazon.de, Bandcamp.com) gelingt ihnen das bravourös.

Aivery — Don’t Dare

Inter­es­sante Frick­el­re­frains (“Don’t Dare”, lei­der mit zu lang ger­aten­em out­ro) mit gern mal sehr verz­er­rter Gitarre tre­f­fen auf ger­adezu melodis­che Punkkracher (“Secret”), alles dominiert von einem der kraftvoll­sten Schlagzeuge, die ich in den let­zten Jahren hören durfte.

Aivery — Secret

Die drei Wiener­in­nen haben, man verzei­he mir den Begriff, Feuer unterm Hin­tern und sie lassen es oben spür­bar wieder raus.

Musik für Cabri­o­fahrer und/oder zum Abreagieren. Nicht übel.

In den NachrichtenPiratenpartei
Fast alle für Europa (zweimal).

Während aus­gerech­net unter der ideellen Führung der Europaab­ge­ord­neten der Piraten­partei (“Bünd­nis 90/Die Grü­nen”, “tagess­chau”) größer­er Schaden am europäis­chen Urhe­ber­recht abgewen­det wer­den kon­nte, arbeit­ete die Klein­partei SPD, die einzig das Fehlen ein­er Fünf-Prozent-Hürde noch in irgen­dein kom­mendes Par­la­ment hieven wird, bere­its daran, dass so etwas nie wieder vorkom­men möge, und stimmte freudig dafür, dass ihr spätestens bei der übernäch­sten Europawahl kein­er mehr rein­quatscht:

Klein­parteien in Deutsch­land müssen ab der Europawahl 2024 mit ein­er Min­desthürde für den Einzug ins EU-Par­la­ment rech­nen.

Das ist, weiß der deutsche Außen­min­is­ter (SPD, aber wenig­stens per Amt nicht mehr so oft zuge­gen), ein Sieg für uns alle:

Die Wahlrecht­sre­form ist beschlossen — das stärkt die Stimme der Bürg­erin­nen und Bürg­er in der Europäis­chen Union. (…) Jede Stimme zählt!

So lange sie nur nicht das falsche Lied singt. :ja:


Apro­pos Europa.

Die “taz” würde ja im Artikel darüber, dass die Fil­terung von Onlinedin­gen alberne Kon­se­quen­zen haben kann, gern eine Quelle nen­nen, aber das geht nicht:

“Um ehrlich zu sein, enthält diese Pas­sage so einiges, was als Has­srede eingestuft wer­den kann”, räumte das Blatt ein (Text wegen DSGVO in Europa nicht abruf­bar).

Mit Satire ist dem schon lange nicht mehr beizukom­men.

PolitikIn den Nachrichten
Si vis pacem, para bellum. (3)

Da das Liefern von Waf­fen in Kriegs­ge­bi­ete ger­ade nicht den besten Ruf genießt, muss eine Auswe­ich­lö­sung her, um finanziellen Schaden von sys­tem­rel­e­van­ten Unternehmen (hier: solchen, die Mord­ma­te­r­i­al pro­duzieren) abzuwen­den.

Die Waf­fen­fab­rikan­ten­partei SPD hat da einen Plan:

[2019] soll der Rüs­tung­shaushalt auf 42,9 Mil­liar­den ansteigen, also noch ein­mal um 1,4 Mil­liar­den, eigentlich aber nur um 650 Mil­lio­nen.

Muss man ja ver­ste­hen. Deutsch­land ist immer­hin von Fein­den nur so umzin­gelt — zum Beispiel von der Schweiz. Die haben tödliche Schoko­lade da unten. Da helfen nur mehr defek­te Stur­mgewehre. Die Fahne hoch!

Im Übri­gen bin ich der Mei­n­ung, dass die Bun­deswehr abgeschafft gehört.

MusikIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Texte mit Fragezeichen.

Warum man jun­gen oder wenig­stens neuen Jazzmusik­ern Gehör schenken sollte, fasst Rein­hard Köchl, freier Musikjour­nal­ist, dieser Tage so zusam­men:

Sie alle machen Musik mit Aus­rufeze­ichen.

Im Gegen­satz zu Rock­musik, die stattdessen einen Punkt bevorzugt, und Schlagern, wo ein Semi­kolon das Gebot der Stunde ist, hebt sich Jazzmusik so auch im Schrift­bild wohltuend ab.

In den Nachrichten
Tor für England.

Es spekuliert “teleschau — der medi­en­di­enst” für das skur­rile, zu Microsoft gehörende Por­tal “msn unter­hal­tung” mit ein­er an Fotomon­ta­gen reichen Bilder­ga­lerie, was denn wohl passiere, wenn “die Queen” (hier: die britis­che Köni­gin) gestor­ben sei.

Zwar wird Monar­chie aus unklarem Anlass in Deutsch­land nicht mehr ganz so gern gese­hen wie früher, aber sie — die Köni­gin — sei immer­hin schon 92 und neulich mal krank gewe­sen, da sei es nahe­liegend, sich über die Geschehnisse vorher zu informieren. Falls mal kein Fußball kommt oder so.

Habe ich Fußball geschrieben? Wie tre­f­fend!

Pub­lic View­ing

Auf dem Land wer­den Lein­wände an zen­tralen Plätzen aufgestellt, damit auch dort die Bevölkerung die Geschehnisse in Lon­don ver­fol­gen kön­nen. Für die Über­tra­gung der Beerdi­gung kön­nten eventuell sog­ar Fußball­sta­di­en ver­wen­det wer­den.

Und dazu einen Hot­dog und ein küh­les Bier. Son­st macht das doch über­haupt keinen Spaß. :ja:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
John Cale — Sold-Motel // Ein bisschen Frieden (von rechts).

Frühstück?

Es ist Mon­tag. Lange nichts mehr über — haha, klein­er Scherz. Die Lage ist ernst, von Musik müssen wir da gar nicht erst anfan­gen. Das ver­gan­gene Woch­enende näm­lich war ein schi­er unerträglich poli­tis­ches.

Auf die Frage, warum aus­gerech­net die poli­tis­che “Rechte” weit­er­hin so kon­stant erfol­gre­ich sei, gibt es inzwis­chen, nach ihrem medi­al weit­ge­hend unbeachteten Parteitag in Augs­burg min­destens drei Antworten: Kön­nte es erstens daran liegen, dass die Anti­sym­pa­thie für ihre poli­tis­chen Geg­n­er impliz­it zu mehr Sym­pa­thie für sie führt; zweit­ens daran, dass die “Sozialen” das Renten­sys­tem auf Jahrzehnte hin­aus entk­ernt haben; drit­tens und let­ztens daran, dass die ger­adezu infam pop­ulis­tis­che Annahme, man werde von denen da oben sowieso nur bel­o­gen, einen wahren Kern hat? “Zudem teilte Bun­deskan­z­lerin Angela Merkel (…) mit, dass sie von 14 europäis­chen Län­dern die Zusage habe, mit ihnen ein Abkom­men über die schnellere Rück­führung von Migranten zu vere­in­baren. Tschechien, Ungarn und Polen haben ihre Zus­tim­mung dazu aber bere­its demen­tiert”, berichtete “ZEIT ONLINE” gestern, denn es ist ja auch nicht so wichtig, vorher mal gefragt zu haben. — Das sei noch gesagt: Wenn Don­ald Trump, wie von mir vor län­ger­er Zeit schon angenom­men, der­jenige Poli­tik­er ist, der für den meis­ten Frieden sorgt, dann ist vielle­icht die Zeit gekom­men, über die Welt, in der alles in Schubladen passt, noch mal ergeb­nisof­fen nachzu­denken.

Für dieselbe “ZEIT” schwafelte Christi­na Rietz, ihr Auto sei ihr heilig. Drei Dieselunser vorm Schlafenge­hen, darunter machen wir’s nicht. Gott Fußball hat uns erfreulicher­weise ver­lassen.

Obwohl doch jed­er weiß, dass nur zwei Dinge göt­tlich sind: Pand­abären und Musik.

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Verstärker — Aktivität

Verstärker - AktivitätLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Um 1972 herum, in der Blütezeit des “Krautrocks” also, formierte sich eine lose Gruppe von Musik­ern, die das Benutzen klas­sis­ch­er Musikin­stru­mente für zu beschränk­end hielt und stattdessen ander­weit­ig Geräusche erzeugte. Zu diesen Musik­ern gehörten Klaus Schulze und Dieter Moe­bius eben­so wie Bands wie Tan­ger­ine Dream und Kraftwerk, die etwa zu dieser Zeit die Rock­musik hin­ter sich ließen, sofern sie sie nicht — wie etwa Zweit­ge­nan­nter — von vorn­here­in gemieden hat­ten. Das Ergeb­nis nan­nte sich mal kos­mis­che, mal elek­tro­n­is­che Musik und wird heutzu­tage gele­gentlich als “Berlin­er Schule” sub­sum­iert, weil dort anscheinend mehr los was als ander­swo.

Ander­swo ist zum Beispiel Ken­tucky. Dort nahm die Musik­gruppe mit dem uramerikanis­chen Namen Ver­stärk­er, beste­hend aus drei Musik­ern, deren Vor­name mit einem J begin­nt, im Jahr 2015 das Album “Aktiv­ität” (Amazon.de, Bandcamp.com) auf, das noch im sel­ben Jahr veröf­fentlicht wurde und im Wesentlichen instru­men­tale kos­mis­che Musik — so auch die Eigenbeschrei­bung der Band — enthält.

Das Album ist geprägt von ein­er hohen Dichte. Schicht auf Schicht wird getürmt, die Abrun­dung nimmt eine Vielzahl an elek­tro­n­is­chen Effek­ten aus Syn­the­siz­ern vor. Ich möchte gar keine Ver­gle­iche anstellen, solche wären immer unfair, aber Kraftwerk scheinen den Ver­stärk­er­musik­ern dur­chaus nicht unbekan­nt zu sein.

Über­tra­gung

Dass hier nicht ein ganzes Album mit weni­gen Vari­a­tio­nen gefüllt wird, erk­lärt sich nach dem gestri­gen Album eigentlich fast von selb­st; “Abstrakt/Konkret” rockt schon ziem­lich, “Über­tra­gung” wird dem Titel entsprechend mit Störg­eräuschen unter­legt. Details gibt es hier in aus­re­ichen­dem Maße zu find­en.

Das ist doch mal eine angenehme Son­ntagsak­tiv­ität.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Tony Conrad & Faust — Outside the Dream Syndicate

Tony Conrad & Faust - Outside the Dream SyndicateLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Im Jahr 1963 ent­stand, wie aufmerk­same Leser längst wis­sen, in den USA das von La Monte Young geführte The­atre of Eter­nal Music, ein Kollek­tiv von Musik­ern, das min­i­mal­is­tis­che Kom­po­si­tio­nen dar­bot. Drei ihrer Auf­nah­men wur­den später in der Rei­he “Inside the Dream Syn­di­cate”, über­wiegend unter dem Namen John Cales, der eben­falls ein Mit­glied des “The­atres” war, her­aus­ge­bracht.

Einige der “Theatre”-Musiker, darunter Tony Con­rad und John Cale, spiel­ten ab 1964 außer­dem mit dem Stu­diomusik­er und Lied­schreiber Lou Reed in wech­sel­nder Beset­zung und unter ver­schiede­nen Namen zusam­men. In Tony Con­rads ehe­ma­liger Woh­nung fan­den Mit­glieder der Gruppe, die inzwis­chen aus John Cale, Ster­ling Mor­ri­son, Angus MacLise und Lou Reed bestand, später das Buch “The Vel­vet Under­ground” von Michael Leigh und nan­nten sel­bige anschließend so. Tony Con­rad selb­st wandte sich stattdessen dem Film zu.

Der Pro­duzent der deutschen Avant­garde­band Faust, Uwe Net­tel­beck, zeigte jedoch Inter­esse an sein­er bis dahin her­vorge­bracht­en Musik und lud ihn nach Ham­burg ein, um gemein­sam mit Faust etwas aufzunehmen. So ent­stand 1972 “Out­side the Dream Syn­di­cate” (Amazon.de, TIDAL), das bis heute in ver­schiede­nen Ver­sio­nen veröf­fentlicht und auszugsweise 1995 auch live gespielt wurde.

Zu hören ist natür­lich min­i­mal­is­tis­che Musik, die weit über das hin­aus­ge­ht, was viele ver­mut­lich unter “min­i­mal” ver­ste­hen wür­den. Im ersten Stück (“From the Side of Man and Wom­ankind”, auf der CD von 1993 zusät­zlich in ein­er alter­na­tiv­en, etwas kürz­eren Ver­sion als “The Side Of Woman And Mankind” zu hören) verur­sacht Tony Con­rads Vio­line Drones zu ein­fach­stem Rhyth­mus­fun­da­ment (hier von “Zap­pi” Dier­maier, der abwech­sel­nd auf Beck­en und Basstrom­mel schlägt, und Jean-Hervé Péron, der fortwährend den gle­ichen Ton auf dem Bass spielt, errichtet), das sich kaum merk­lich verän­dert. Das Stück dauert 27 Minuten. Das kann sehr lang sein, ist aber dur­chaus lohnenswert.

Tony Con­rad with Faust — From the Side of Man and Wom­ankind (1973) HQ

Etwas mehr passiert danach (“From the Side of the Machine”): Hyp­no­tis­che, jedoch vari­ierende Perkus­sion unter­mauert aber­mals sich zum Ende hin merk­lich verdich­t­ende Geigen­drones, mit­ge­tra­gen vom Bass, der auch mal mehr als nur eine Note her­vor­brin­gen darf. Ist das noch Min­i­mal­is­mus? Im Hin­ter­grund erzeugt ein Syn­the­siz­er (Rudolf Sos­na) aller­lei Geräusche. Aus Sicht der Mas­chine ist anscheinend mehr los. Auch dieser Teil belegt eine ganze LP-Seite.

The Side of the Machine

Und er ist, wie ich finde, jede Minute wert. Musikalis­che Entschle­u­ni­gung — warum nicht öfter? :ja:

ProjekteNerdkrams
Schöner lesezeichnen mit ymarks

(Vorbe­merkung: Etwas Wer­bung in eigen­er Sache.)

Vor etwas über einem Jahr schrieb ich:

Nun ist Xmarks offen­bar bis heute die einzige Anwen­dung ihrer Art, die die Leseze­ichen­leis­ten mehrerer Brows­er in alle Rich­tun­gen miteinan­der syn­chro­nisieren kann.

Das war selb­stver­ständlich ein unzure­ichen­der Zus­tand, den es zu verbessern galt. Seit dem 1. Mai 2018 ste­ht Xmarks überdies nicht mehr zur Ver­fü­gung, was die Suche nach Alter­na­tiv­en noch wichtiger macht. Aus­re­ichend getrieben vom vorheri­gen Istzu­s­tand habe ich im Herb­st 2017 begonnen, eine Alter­na­tive zu Xmarks zu pro­gram­mieren. Seit gestern ist diese fer­tig genug.

Sie trägt den unfass­bar kreativ­en Namen ymarks, beste­ht aus ein­er Serverkom­po­nente und Browser­erweiterun­gen. Der Serv­er funk­tion­iert unter Win­dows und diversen UNIX-/unixoiden Sys­te­men, Erweiterun­gen ste­hen für Fire­fox, Chromium/Chrome und darauf basierende Brows­er (auch Vival­di sollte funk­tion­ieren) zur Ver­fü­gung, Microsoft Edge ist ungetestet. Lei­der beherrschen mobile Brows­er das notwendi­ge book­marks-API noch nicht.

Den Quell­code gibt es hier. Ich wün­sche viel Vergnü­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Quote / Keine Quote

Die Forderung nach ein­er geschlechter­par­itätis­chen Verteilung von Strafge­fan­genen war bish­er ein, wie ich finde, dur­chaus gelun­gener Witz. Die Pointe hat offen­bar nicht jed­er ver­standen: Eine Frauen­quote soll es tat­säch­lich kün­ftig in britis­chen Gefäng­nis­sen geben, und zwar nach oben statt nach unten. Für nicht beson­ders schwere Verge­hen sollen kün­ftig nur noch Män­ner wegges­per­rt wer­den.

Während­dessen erhebt sich in Deutsch­land ein Wider­stand gegen die Geschlechter­par­ität: In Ham­burg wet­tern Frauen und Artver­wandte gegen die Gle­ich­stel­lung von Män­nern in Berufen, in denen diese unter­repräsen­tiert sind, weil dies gegen das Grundge­setz ver­stoße, so lange Frauen keinen Nutzen daraus ziehen. Ich beginne zu ver­ste­hen, warum eine Kom­pe­ten­zquote aus diesen Kreisen so vehe­ment bekämpft wird.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/2018 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 20 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Kaum ist es mal schi­er unerträglich warm gewor­den, schon ist wieder ein halbes Jahr vor­bei. Das kann nur eines bedeuten: Es ist wieder Zeit für die besten Musikalben des ersten Hal­b­jahres 2018. Dass seit der let­zten Rückschau sowohl Mark E. Smith und mit ihm wohl auch The Fall als auch Den­nis Edwards (The Temp­ta­tions) und Jon Hise­man (Colos­se­um, Colos­se­um II, JCM) sich für immer aus der Musik und voraus­sichtlich auch aus der Welt der Leben­den ver­ab­schiedet haben, mah­nt zur Eile. Wer weiß, wie viele Kün­stler ster­ben, während ich dies hier schreibe?

Sicher­heit­shal­ber griff ich der Liste bere­its vor: Die aktuellen Stu­dioal­ben von awake­but­still­inbed, Mes­sa und den bei­den Davids Cross und Jack­son bleiben Teil der diesjähri­gen Empfehlun­gen, auch das Debü­tal­bum “Dan­ger Dance” von Nose­holes, deren titel­lose EP mich Anfang Jan­u­ar zu ein­er Rezen­sion ver­an­lasste, ist erwartungs­gemäß gut gewor­den.

Was son­st noch los war, fol­gt sofort.

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