In den NachrichtenMontagsmusik
Umphrey’s McGee — Whistle Kids

Auf diesem Bild hat sich eine Eule versteckt.Es ist Mon­tag. Vere­inzelt kann es zu Stern­schnup­pen kom­men. Zweier­lei möchte man sich wün­schen, erstens näm­lich einen Pand­abären und zweit­ens einen anderen Wochen­tag, aber Aber­glaube ist sel­ten rat­sam.

Apro­pos Aber­glaube: Die weiße Autorin Robin DiAn­ge­lo hat auf “ZEIT ONLINE” bekun­det, als Ange­höriger der richti­gen Eth­nie (näm­lich der ihren) sei man nolens volens ein Ras­sist. Ich erwäge insofern kün­ftig von “ZEIT ONLINE” nur noch als dem Ras­sis­ten­blatt zu sprechen, allzu viele eth­nis­che Unter­schiede kann ich in der Redak­tion näm­lich nicht aus­machen. — Net­zDG-Vor­turn­er Heiko Maas freut sich der­weil über die Mei­n­ungs­frei­heit und behauptet, das Grundge­setz sei sein “Kom­pass”. Ich bin erstaunt, dass er sich trotz­dem nicht unen­twegt ver­läuft.

Im Onlin­eange­bot des “Han­dels­blatts” las ich vorgestern, der Berlin­er Nicht­flughafen sei nun ein Park­platz für Volk­swa­gen. Allerd­ings wird es ver­mut­lich noch einige Jahre dauern, bevor die ersten Autos dort abfliegen kön­nen. Der Brand­schutz, man ken­nt das. Ander­swo in Berlin wer­den auch schon mal Zivil­streifen abgeschleppt, weil sie sich nicht an die Regeln hal­ten. Das muss diese deutsche Gründlichkeit sein, von der immer alle reden.

Ganz woan­ders, näm­lich in Karl­sruhe, wollte dieser Tage ein Herr von der Polizei vor einem Eich­hörnchen beschützt wer­den, das zu anhänglich war. Es sollte mich nicht im Ger­ing­sten wun­dern, wenn sich noch heute her­ausstellt, dass Chem­trails wirk­lich existieren.

Was zu mein­er Freude zweifel­los existiert: Musik.

Umphrey’s McGee per­form Whis­tle Kids from their album It’s Not Us

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Árstíðir — Nivalis

Árstíðir - NivalisLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Aus dem Lande Sig­ur Rós’ stammt das Trio Árstíðir, dessen Namen ich man­gels Sprachken­nt­nis­sen des Isländis­chen nicht mal aussprechen kann, aber das macht nichts. Anfang Juli 2018 erschien ihr drittes Vol­lzeital­bum “Nivalis” (Amazon.de, TIDAL).

Die Texte zum Album sind im Blog der Band zu find­en, was aber nur bed­ingt hil­ft, denn “Þar Sem Enginn Fer (Sjálfviljugur)” und das mit seinem stampfend­en Rhyth­mus tat­säch­lich sig­ur­rós­esque, jedoch instru­men­tale “Órói” tra­gen einen Titel und im ersteren Fall auch lyrics, die den meis­ten Men­schen fremd sein dürften. Das macht aber fast nichts.

Árstíðir — Thar sem enginn fer

Zu hören näm­lich gibt es schö­nen Kam­mer-Postrock mit zumeist sog­ar radio­tauglichem, keineswegs aber grauen­haft schmalzigem, Gesang und großar­tig brum­men­dem Bass zu elegis­chen Stre­ich­ern, manch­mal etwas härter (“Þar Sem Enginn Fer (Sjálfviljugur)”), meist aber vor allem aus­ladend und nicht ungeeignet, um einen Tag — etwa den heuti­gen — bei einem kühlen Getränk ausklin­gen zu lassen.

Árstíðir — Entan­gled (offi­cial pre­miere)

Ab mor­gen darf wieder gefuz­zt wer­den, heute ist Urlaub für die Ohren dran. Man gön­nt sich ja son­st nichts.

PolitikIn den Nachrichten
Solidarität gegen Indianer

Es weht eine Welle der “Sol­i­dar­ität” durch das Netz, denn offen­bar stre­it­et sich Sau­di-Ara­bi­en mit Kana­da über Twit­ter. Weil Twit­ter aber, wie regelmäßige Leser mein­er Aus­führun­gen sicher­lich bere­its bemerkt haben, ein Boll­w­erk der guten Demokratie ist, sind die Rollen klar verteilt. Das sieht sog­ar jemand von der CDU so:

Röttgen sagte dem “Tagesspiegel”, die west­lichen Demokra­tien seien eine Wertege­mein­schaft und müssten zusam­men­ste­hen, wenn Sau­di-Ara­bi­en Kri­tik an der Men­schen­recht­slage im eige­nen Land zu unter­drück­en ver­suche.

Was für west­liche Werte sind das denn? Darüber gab die “linke” “taz” schon 2012 gern Auskun­ft:

Spence sitzt auf ein­er schlicht­en Holzbank in ihrem Tipi mit Fam­i­lie und Fre­un­den und sagt: „Die kanadis­che Regierung behan­delt uns wie Sklaven und mis­sachtet unsere tra­di­tionellen Rechte.“ Damit spricht sie aus, was viele Indi­an­er in Kana­da empfind­en.

Zwar sollte sich unter der Regierung von Justin Trudeau dies­bezüglich alles ändern, aber noch 2016 kon­nte davon keine Rede sein:

Kana­da scheit­ert an vie­len Fron­ten damit, soziale Gle­ich­heit und Gerechtigkeit voranzubrin­gen, sagt ein neuer Bericht der Vere­in­ten Natio­nen.

(Freie Über­set­zung von mir.)

Aber Haupt­sache, den weißen Frauen­recht­lerin­nen geht es gut. :ja:

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Fehlt Jillian York der Durchblick?

Im Mai 2018 blog­gte die EFF-Aktivistin Jil­lian York über Wael Abbas, der von der “Plat­tform” Twit­ter aus­geschlossen wor­den war, unter anderem dies:

Wenig­stens ein Lokalmedi­um berichtet, dass Abbas’ Twit­terkon­to — das im Dezem­ber 2017 ges­per­rt wor­den war — wegen Ans­tiftung zur Gewalt abgeschal­tet wurde.

Dieselbe Jil­lian York gast­blog­gte gestern auf dem schrä­gen Per­son­al­i­ty­blog “Netzpolitik.org” (Link für starke Mägen) unter der gewohn­tqual­i­ta­tiv­en Über­schrift “Mei­n­ungs­frei­heit: Fehlt Twit­ter der Durch­blick?” voller Bedauern, dass es darum inkon­se­quent sei, dass Alex Jones, ein US-amerikanis­ch­er Unternehmer und tal­en­tiert­er Troll, der dieser Tage diverse “Plat­tfor­men” ver­lassen musste, weit­er­hin auf Twit­ter sein dürfe.

Der zuständi­ge Twit­ter­vor­sitzende habe dies in fol­gen­den Worten kom­men­tiert:

Wir wis­sen, dass das für viele Leute hart ist, aber der Grund ist ein­fach: er hat nicht gegen unsere Regeln ver­stoßen.

Das, find­et Jil­lian York, sei selb­stver­ständlich unange­bracht, dass die Regeln von Twit­ter Gewal­taufrufe durch einen Jour­nal­is­ten nicht im eige­nen Haus dulden, sehr wohl jedoch “Ver­schwörungs­the­o­retik­er”, als deren Verge­hen es ange­se­hen wird, öffentlich zu lügen. Gewal­taufrufe — sei’s drum; im Inter­net die Unwahrheit zu sagen aber bedarf des harten Durch­greifens der Exeku­tive im nicht rechts­freien Raum.

Einen mündi­gen Leser set­zt man in gewis­sen Kreisen offen­bar nicht voraus. In dieselbe Kerbe schlägt im Kom­men­tar­bere­ich auch der Beruf­s­laut­sprech­er und Haush­err Markus Beckedahl, der gewohnt unre­flek­tiert daherquatscht, als Autor trage “man trotz­dem Ver­ant­wor­tung dafür, wie was von wem aufgenom­men wird”, was im Prinzip bedeutet, dass Satire (oder auch nur ein­fache Ironie) eben­so ver­boten wer­den muss, denn es kön­nte sie ja jemand nicht ver­ste­hen und sich dann aufges­tachelt fühlen.

Darüber kön­nte ich jet­zt noch etwas mehr schreiben, aber dann müsste ich mich sper­ren.

NetzfundstückeNerdkrams
Leider geduldig.

Beziehungsweise:

Wir haben uns selb­st darauf abgerichtet, zu meinen, dass 30 oder mehr Sekun­den Wartezeit, bevor eine App geladen wurde, oder das ständi­ge Unter­brechen unser­er Arbeit, um tausend­mal am Tag halb­sekündi­ge Ani­ma­tio­nen anzuschauen, völ­lig in Ord­nung sind.

Es war ein Fehler, Design­ern einen Com­put­er zu kaufen.

MusikNetzfundstücke
Dum-dum-da-da-da-da, dum-dum-da-da-da.

Zu den nur schw­er zu leug­nen­den Vorteilen des aktiv­en Wertschätzens guter Musik mit damit ver­bun­den­er weit­ge­hen­der Ver­mei­dung des auch verse­hentlichen Radio­hörens zählt eine mit “Freude brin­gend” nur unzure­ichend beschriebene Unken­nt­nis aktueller “Som­mer­hits”.

“Som­mer­hits”, die Älteren unter meinen Lesern mögen das Wort noch ken­nen und die Jün­geren lei­der sowieso, sind Lieder, die tra­di­tionell im Spät­früh­ling bis Früh­som­mer in den Han­del (virtuell oder in echt) kom­men und im Wesentlichen den Zweck erfüllen, mit möglichst wenig kün­st­lerischem Aufwand möglichst viele Men­schen dazu zu brin­gen, sie zwecks betrunk­e­nen Abdan­cens zu erwer­ben. Oft ist der Sänger oder die Sän­gerin von südamerikanis­ch­er bzw. ‑europäis­ch­er Abstam­mung oder sieht wenig­stens so aus, denn dort ist es, wie man anscheinend wis­sen sollte, immer warm und das ver­leit­et zur sofor­ti­gen Iden­ti­fika­tion. Bess­er sin­gen als andere Men­schen kön­nen sie hinge­gen nicht.

Die diesjähri­gen “Som­mer­hits” habe ich zu meinem aus­bleiben­den Bedauern mit Aus­nahme der erheit­ernd inef­fizien­ten Fußball­hymne “Zusam­men” (Die Fan­tastis­chen Vier und Clue­so) völ­lig ver­passt, auch das Vor­jahres­liedlein “Despaci­to” (“Wer ihn ein­mal hört, ist ver­loren”, Daniel Ger­hardt, c/o “ZEIT ONLINE”) ist mir erst vor weni­gen Monat­en iden­ti­fizier­bar begeg­net. Mir wurde zuge­tra­gen, das Kriegs­ge­heul “Bel­la ciao” sei 2018 zum Som­mer­hit avanciert. Ich ziehe, sofern das stimmt, meinen Hut vor dieser Satire. Alles Weit­ere besorgt “Tonight”, anscheinend das “Event”-Magazin der krassen Jugend­pos­tille “RP ONLINE”, das weiß, was ich ver­passe:

Mit dieser geball­ten Ladung an Hits kommt ihr sich­er durch den Som­mer 2018!

Näm­lich?

Par­ty-Urgestein “Almk­lausi” (alias Klaus Meier) ist seit Jahren Stam­m­gast auf Par­tysam­plern und liefert mit “Mama Lau­daaa” eine astreine Mit­gröl-Hymne ab.

Und:

Der per­fek­te Stampfer für den som­mer­lichen Dis­co-Abend!

Und:

Dieser Junge mit der süßen Stimme (Shawn Mendes, A.d.V.) hat es ein­fach drauf!

Und:

“Doo wop a doo wop, shoopi doobi doo wop” — Ja, es sind meist die ein­fachen Lyrics, die einen gelun­genen Som­mer­track aus­machen.

Und:

(…) mit knapp 370 Mil­lio­nen Views und absoluter Garten­par­ty-Tauglichkeit ziehen uns Bruno (Mars, A.d.V.) und Car­di bere­its jet­zt die lan­gen Unter­ho­sen vom Po.

Und:

Mit Mar­tin Gar­rix und David Guet­ta klet­tern gle­ich zwei Top DJs (sic! A.d.V.) hin­ter die Kulis­sen von “So Far Away”, das (…) zum präg­nan­ten und Song-bes­tim­menden Syn­thie-Gequi­etsche ausholt (…).

Und:

Ja, Mack­le­more-Songs hören sich irgend­wie alle gle­ich an — was ihrer Tauglichkeit für den Som­mer keinen Abbruch tut.

Und:

Die eingängige, von tiefen Bässen getra­gene Melodie von “Breathe”, inklu­sive her­rlich stu­pi­dem “Dum-dum-da-da-da-da, dum-dum-da-da-da”-Part, ist beina­he einen Blau­pause für einen gelun­genen Som­mer­hit[.]

Und:

2018 wieder­holen wir uns gerne mit dem groovi­gen “Cool”, zu dem es sich entspan­nt im Garten auf dem Tram­polin in Rich­tung Son­nenun­ter­gang hüpfen lässt.

Auf der Liste von “Geheimtipps”, die lei­der, lei­der noch keine “Som­mer­hits” sein müssen durften, find­en sich des Weit­eren solche Lieder:

Und der neue Remix (feat. NERVO, The Knocks und Alisa Ueno) geht sofort so hart ins Ohr, dass man lieb­sten gle­ich im knap­pen Kleid über den Dance­floor rollen will.

Und:

Mit “Inhale” liefert der britis­che DJ und Musikpro­duzent Duke Dumont genau den richti­gen Som­mer­mix aus süßen Pop-Lyrics, wabern­dem Elek­tro-Sound und ein­er gehöri­gen Por­tion Funk.

Kann man Men­schen eigentlich juris­tisch für musikun­mündig erk­lären lassen?

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Tastenabenteuerlich.

Was ist eigentlich ein Aben­teuer, ins­beson­dere ein per­sön­lich­es?

Eine Reise nach Bolivien oder auf den Himalaya, befind­et der Deutsch­land­funk. Ander­swo kommt eine Welt- oder wenig­stens eine Japan-Run­dreise in Frage. Für “Wissensschule.de” ist es eigentlich nur wichtig, dass man über­haupt irgend­wo hin­reist, und sei es nicht weit: “Unser Lern­gang ins Schmetter­ling­shaus und mein per­sön­lich­es Aben­teuer” (Maya Zyworonek, 3b), auch das ist gegebe­nen­falls immer noch span­nen­der als ein Nach­mit­tag zu Hause.

Und dann wäre da noch Oliv­er Nick­el von “Golem.de”. Oliv­er Nick­el reist augen­schein­lich nicht gern, auch nicht in Schmetter­ling­shäuser und schon gar nicht nach Bolivien. Trotz­dem möchte auch er sich nicht nach­sagen lassen, er sei nicht wil­lens, etwas zu erleben, und hat daher einen muti­gen Schritt getan:

Ein Redak­teur geht auf sein per­sön­lich­es Aben­teuer und testet das Microsoft Mod­ern Key­board mit Fin­ger­print ID.

Zum Glück blieb er unver­let­zt. :ja:

In den NachrichtenMontagsmusik
Laura Meade — Sunflowers at Chernobyl

Was fehlt.Es ist Mon­tag. Cyber! Cyber! Krise gefäl­lig? Im 21. Jahrhun­dert soll­ten wir alle Flu­gau­tos haben, stattdessen haben wir kaum noch Pand­abären. Ich halte das für keine gelun­gene Änderung.

Berlin ist anscheinend voller Axtmörder. Ich finde das witzig, aber ich wohne auch nicht in Berlin. — Apro­pos miss­lun­gen auch; den Über­schriften in ARD-Nachricht­en war jüngst fol­gende Infor­ma­tion zu ent­nehmen:

CDU debat­tiert Rück­kehr zur Wehrpflicht (…) Zus­tim­mung in der SPD

Da bleibt kein Auge trock­en. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Europa, sprach Jean-Claude Junck­er im Sep­tem­ber 2016 in die Presse hinein, bedeute “vor allem Frieden.” Si vis pacem, para bel­lum. Bätschi!

Es ist Mon­tag. Das ist furcht­bar, denn es ist keine Musik. Musik hinge­gen ist dies:

Sun­flow­ers at Cher­nobyl — Lau­ra Meade

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
… wenn nicht sogar Zwölfen!

Die HAZ “berichtet”:

Eine „Elfen­beauf­tragte“ will die Unfallserie auf der A2 mit spir­ituellen Kräften been­den. Sie habe dort Streck­en „ener­getisch ver­siegelt“. sagt sie. Unter­stützt wurde sie von der Straßen­baube­hörde. (…) In Island gebe es längst offizielle staatliche Elfen­beauf­tragte, sagt Rüter – so etwas wün­scht sie sich auch für Deutsch­land.

Ich bin müde, so müde.

PolitikIn den Nachrichten
#rumsitzen

Es verkün­det der “SPIEGEL” mit gewohn­ter Aus­giebigkeit, dass etwas “an den Start” gehe, als sei ein bloßer Beginn nicht schon bildlich genug:

Die Samm­lungs­be­we­gung der Linken-Frak­tion­schefin Sahra Wagenknecht hat einen Namen: “Auf­ste­hen”. Sie geht an diesem Sam­stag mit der Web­site www.aufstehen.de an den Start. (…)

Dort ist kon­se­quent immer­hin von “#auf­ste­hen” die Rede. Ohne Hash­tag keine Bewe­gung, schon gar nicht bei dem Wet­ter!

Sahra Wagenknecht? War das nicht die in ihrer Partei eher weniger beliebte Wort­führerin des küm­mer­lichen Restes ihres ein­sti­gen gemäßigten Flügels? Ja, aber 2018, mehrere Jahre nach der Ein­führung der in Berlin unglaublich erfol­gre­ichen “linken” Koali­tion (“Rot-Rot-Grün”, kurz “R2G”, sind ja son­st zu viele Buch­staben für das zu erre­ichende Pub­likum), muss man nehmen, was man kriegen kann:

Auch der Co-Frak­tion­schef der Linken, Diet­mar Bartsch, der sich zuvor noch skep­tisch zu Wagenknechts Idee geäußert hat­te, zeigt sich nun deut­lich offen­er: “Es gibt einen Kul­turkampf von rechts. Wir soll­ten jede Idee ernst nehmen, die sich dem ent­ge­gen­stellt”, sagte Bartsch dem SPIEGEL.

Jede, hört ihr? Jede! Im Kul­turkampf — daher ver­mut­lich der Drang zum Hash­taggen — gegen Rechts kann keine Idee zu dumm sein.

Ich mein­er­seits habe vorhin auf dem Klo eine lib­erale Sam­mel­be­we­gung namens “Rum­sitzen” gegrün­det und bin damit dem Anden­start­ge­hen, das am 4. Sep­tem­ber stat­tfind­en soll, zuvorgekom­men. Ich bin — ger­ade angesichts der derzeit­i­gen Tem­per­a­turen — vor­sichtig zuver­sichtlich, dass wir das Ren­nen machen wer­den.

Naja, das Sitzen.

MusikIn den Nachrichten
“Entschuldigen Sie, haben Ihre Kopfhörer absichtlich ein Kabel?”

Im Webange­bot der “Mit­tel­bay­erischen Zeitung” — möchte nicht ver­linkt wer­den (LSR) — bekam ich heute Mit­tag einen Artikel zu Gesicht, dem zufolge die Polizei Oberp­falz am ver­gan­genen Dien­stag mit der Unter­stützung mutiger Pas­san­ten einem Gefährder mal so richtig das Handw­erk leg­en kon­nte:

Für einen Großein­satz der Polizei hat am Dien­stag­mor­gen ein verdächtig ausse­hen­der Mann im Bere­ich des Doms gesorgt. (…) Aus­lös­er der Aktion war ein Pas­sant, der der Polizei meldete, dass sich im Dom bei der Mor­gen­messe eine verdächtige männliche Per­son aufhält. Aus der Klei­dung des „ara­bisch ausse­hen­den Mannes“ ragten laut Polizei Drähte, die zu ein­er Auswöl­bung an der Klei­dung führten.

Danke, lieber Pas­sant! Da wur­den die Anwohn­er und ger­ade auch die Kirchgänger vor dem Schlimm­sten bew-

Die Polizei stellte bei der Über­prü­fung des Mannes fest, dass er Kopfhör­er und eine Getränke­flasche bei sich hat­te, gefährliche Gegen­stände fan­den sich nicht. (…) Zu der Frage, wo genau sich die Kopfhör­er, die Kabel und die Wasser­falsche an dem Verdächti­gen befan­den, machte Brück keine Angaben. Man wolle möglichen Nachah­mern keine Anhalt­spunk­te liefern.

Ja, schämt der sich denn nicht? Am hel­licht­en Tag mit ein­er Wasser­flasche und Kopfhör­ern draußen herumzu­laufen kann tödlich enden. Man stelle sich vor, aus dem Kopfhör­er schölle plöt­zlich etwas von Phil Collins. Da wäre selb­st ich zu allem fähig! Dieser Mei­n­ung waren auch die Hüter des Rechts, weshalb sie geis­tes­ge­gen­wär­tig fragten:

Der Polizei ging es um die Frage, ob der Afghane sein verdächtiges Ausse­hen „bewusst her­beige­führt hat“, oder ob sich selb­st gar nicht als verdächtig wahrgenom­men hat.

Das sieht doch jed­er, dass so ein­er was im Schilde führen muss! :ja:

(via @h4wkey3, dort auch mit Ver­linkung)

In den NachrichtenNerdkrams
Chromefox’ Offenbarung

Mozil­la, dessen ster­ben­der Brows­er ganz bes­timmt nicht Chrome zu sein ver­sucht, hat augen­schein­lich lange darüber nachgedacht, wie man den weit­eren Siegeszug des keineswegs als Vor­bild anzuse­hen­den Browsers von Google aufhal­ten kann, berichtet “heise online”:

Mozil­la-Design­er entwick­eln ein neues Fire­fox-Logo samt Design-Sys­tem.

Ein Logo? Ach was, mehrere! ‘Chrome­fox’ Offen­barung’ weit­er­lesen »

Nerdkrams
Kein Spuk: Texte im Web sicherer tippen mit GhostText.

Wenn man den Fehler macht, den Heilsver­sprechun­gen der­er, die am lieb­sten das kom­plette Betrieb­ssys­tem in den Web­brows­er schieben wür­den, zu glauben, wird man grund­sät­zlich im unpassend­sten Moment daran erin­nert, warum das eine furcht­bare Idee ist: Ver­ab­schiedet sich der Web­brows­er, ver­ab­schiedet sich auch alles, was man ger­ade for­muliert hat. Wenn sich die eige­nen Beiträge im Web nicht ger­ade auf Hash­tag­wellen auf Insta­gram oder gram­matikalisch nicht empfehlenswerte Kurz­texte auf Twit­ter beschränken, dann kön­nte das unter Umstän­den eher unan­genehm wer­den. Wer tippt schon gern über Stun­den — wenn nicht: Tage, gar Wochen — aus­ge­feilte Texte gern ein zweites Mal von vorn?

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In den NachrichtenMontagsmusik
Chubby Thunderous Bad Kush Masters — Mother Chub // Schäden und Auren

Mir ist zu warm, holt mich hier raus!Es ist Mon­tag. Die “WELT am Son­ntag”, kurz und viel lustiger “WamS”, fragte in der­sel­ben Aus­gabe, in der emp­fohlen wurde, man solle “wieder ler­nen, hinzuse­hen”, ob “wir” (Deutsch­land) “die Bombe” (Atom, Riesen­wumms) “brauchen”. Mon­tags sollte man diese Frage lieber nicht stellen und stattdessen “uns” (Deutsch­land) mit Pand­abären ausstat­ten. Pand­abären tun nie­man­dem was.

Pand­abären sind eben auch keine Inder: In deren Heimat­land starb jüngst eine Ziege infolge ein­er Massen­verge­wal­ti­gung. Für welche zeit­genös­sis­che Sän­gerin sie ver­mut­lich gehal­ten wurde, ist in der Serie “South Park” hin­re­ichend doku­men­tiert. — Wer im Übri­gen auch reicht, ist ja Heiko Maas, aber er geht ein­fach nicht weg: Heiko Maas fürchtet Imageschaden, so langsam möchte man ja gar nicht sein.

Im Feuil­leton von “FAZ.net” (möchte wegen des Leis­tungss­chutzrechts nicht ver­linkt wer­den) über­schriftete gestern Patrick Bah­n­ers, son­st als schlim­mer Autor bekan­nt, es sei “genug Aura für alle da”. Wie wahr, wie wahr.

Wovon aber niemals genug für alle da sein kann: Musik.

Chub­by Thun­der­ous Bad Kush Mas­ters — Moth­er Chub (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.