Nerdkrams
Chromefox‘ Ende

Im Februar 2011, als Google die Welt mit über­trie­be­ner Werbung für den ekli­gen, aber wenig­stens noch schön neu­en Browser Chrome, die auf­stre­ben­de Konkurrenz zum Platzhirsch Mozilla Firefox, behel­lig­te, nahm ich noch an, dass das nichts Gutes zu bedeu­ten habe. Leider behielt ich Recht.

Denn schon wenig spä­ter änder­te sich im Hause Mozilla man­ches: Man pass­te sich der Versionierung Chromes an, indem man unge­fähr im Sechswochentakt neue Versionssprünge (5, 6, 7, …, 51) auf die irri­tier­ten Stammnutzer los­ließ, denn wenn Firefox 8 statt­des­sen - wie es eigent­lich logisch gewe­sen wäre - zum Beispiel Firefox 4.3.1 gehei­ßen hät­te, hät­ten die Leute gedacht, Chrome sei viel bes­ser, weil da viel schnel­ler sinn­lo­ser­wei­se die erste Zahl erhöht wird. Windows 10 ist übri­gens der­zeit bei Version 1607, wäh­rend ande­re Systeme noch weit von Dreistelligkeit ent­fernt sind. - Statt wie frü­her (Mozilla war am Aufbau des frü­hen Webs nicht ganz unbe­tei­ligt) den Takt anzu­ge­ben, hechel­te man den Spamvermarktern aus Kalifornien hin­ter­her. Bloß nicht anders sein. Zur glei­chen Zeit begann ich Erweiterungen zu pro­gram­mie­ren, mich also mit den Browserinterna aus­ein­an­der­zu­set­zen, weil ich es für eine gute Idee hielt, das Wenige, was mir an Firefox damals miss­fiel, zumin­dest bei Bedarf ändern zu kön­nen. Firefox war sei­ner­zeit immer­hin (neben sei­nem Cousin Mozilla, spä­ter SeaMonkey) der ein­zi­ge nen­nens­wer­te Browser, den man bei Bedarf kom­plett umpro­gram­mie­ren konn­te, wenn man das denn woll­te, und somit sozu­sa­gen das genaue Gegenteil von Chrome, des­sen Flexibilität sich bis heu­te dar­auf beschränkt, dass man da neue Knöpfe in die Werkzeugleiste rein­ma­chen kann. Mir ist unbe­greif­lich, wie man so etwas mögen kann.

In der Folge jeden­falls ent­wickel­ten sich die Dinge immer wei­ter in die völ­lig ver­kehr­te Richtung: Das unnö­tig hoch­num­me­rier­te Firefox erhielt ein auf gar kei­nen Fall an Chrome ange­lehn­tes Aussehen namens Australis, das natür­lich nicht wie Chrome aus­sah, weil die Tabs im neu­en Firefox run­de Ecken hat­ten und in Chrome nicht. Auch sonst wur­de die Bedienoberfläche immer wei­ter zurück­ge­fah­ren, was sicher­lich nur zufäl­lig immer wei­te­re Funktionen ent­fern­te, die Chrome ja auch nicht hat­te, etwa eine Statusleiste am unte­ren Fensterrand oder ein sofort ein­ge­blen­de­tes Symbol zum Abonnement von RSS-Feeds. Zähneknirschend mach­ten Anwender und Entwickler das mit und behal­fen sich mit aller­lei Erweiterungen, denn erwei­ter­bar war der Browser ja immer noch - die Möglichkeit, über die Beschreibungssprache XUL belie­bi­ge feh­len­de Fensterelemente ein­fach wie­der ein­zu­fü­gen, trau­te sich Mozilla den Anwendern nicht zu nehmen.

Bis 2015. Im August 2015 erschien ein Blogartikel, der die Entwicklung einer neu­en Erweiterungsschnittstelle namens „WebExtensions“ ankün­dig­te, deren maß­geb­li­cher Vorteil es sein soll­te, dass die Kompatibilität mit Chrome-Erweiterungen - die­sen klei­nen nutz­lo­sen Dingern, die oben lusti­ge Knöpfe ein­blen­den kön­nen und sonst nichts - mög­lichst nied­ri­ge Hürden auf­stel­len soll­te; gleich­zei­tig wur­de ver­kün­det, dass es einen Terminplan gebe, der das Ende von XUL, mit­hin eben der ein­zig­ar­ti­gen Anpassbarkeit von Firefox, mit der Bekanntgabe ein­läu­ten soll­te. Bist du zu groß für dei­nen Gegner, hack‘ dir halt die Beine ab.

Dass die neu­en „WebExtensions“ nach und nach zusätz­li­che Funktionen erhal­ten soll­ten, damit bestehen­de Alterweiterungen nicht ein­fach ein­ge­stellt wer­den müs­sen, wur­de zwar ver­spro­chen, aber der Grad der Erfüllung war ein gerin­ger, denn für vie­le Erweiterungen unum­gäng­li­che Schnittstellen blie­ben bis heu­te ein unge­lieb­tes Stiefkind, vor allem aber ent­fällt mit XUL archi­tek­tur­be­dingt auch die Möglichkeit, über­haupt irgend­wo neue Elemente anzu­zei­gen, wo Mozilla das nicht will - und das sind nicht vie­le Orte. Folgerichtig teil­ten die Entwickler von kom­ple­xe­ren Erweiterungen wie Vimperator und DownThemAll! in teil­wei­se recht scharf for­mu­lier­ten Beiträgen und E-Mails ihren Rückzug aus der Mozilla-„Gemeinschaft“ mit, mit Ersatz ist auch wegen wei­ter­hin feh­len­der APIs nicht immer zu rechnen.

Das hält mozil­la­na­he Blogger wie Sören Hentzschel selbst­ver­ständ­lich nicht davon ab, wei­ter­hin dar­auf hin­zu­wei­sen, wie pri­ma erwei­ter­bar und vor allem unver­wech­sel­bar Firefox doch sei:

Gute Nachricht für Freunde der Browser-Anpassung: (…) Mozilla wird damit star­ten, die glei­chen Eigenschaften zu unter­stüt­zen, die auch von Google Chrome unter­stützt wer­den. Dies macht theo­re­tisch direkt tau­sen­de von Chrome-Themes für Firefox ver­füg­bar (sofern die Ersteller ihre Themes für Firefox bereit­stel­len wollen).

Geil. :kotz:

XUL wird, bleibt es bei den der­zei­ti­gen Planungen, mit der Veröffentlichung von Firefox 57 im November 2017 nicht mehr unter­stützt wer­den. Wer einen anpass­ba­ren Browser haben möch­te, muss dann wohl ent­we­der auf das Weiterbestehen ver­gleichs­wei­se klei­ner Hobbybrowser wie Pale Moon hof­fen oder sein Heil abseits von Mozilla und Artverwandten suchen, denn es ist noch längst nicht abseh­bar, was Mozilla 2018 noch alles aus Firefox ent­fer­nen wird, um für Chromenutzer wei­ter­hin inter­es­sant zu bleiben.

Aber wer braucht schon Individualität?


(Nachtrag vom 27. Februar 2017: Einer der ver­link­ten Autoren befand eine Formulierung für unpas­send, Näheres möge bei Bedarf dem Kommentarbereich ent­nom­men werden.)

Senfecke:

  1. Ja, schon scha­de wie all die Alleinstellungsmerkmale nach und nach abge­schafft werden…

    Lustig: den Kotze-Smiley kann­te ich noch nicht, aber durch­aus ange­bracht! :o)

    Jruß

  2. Man pass­te sich der Versionierung Chromes an, indem man unge­fähr im Sechswochentakt neue Versionssprünge (5, 6, 7, …, 51) auf die irri­tier­ten Stammnutzer los­ließ, denn wenn Firefox 8 statt­des­sen – wie es eigent­lich logisch gewe­sen wäre – zum Beispiel Firefox 4.3.1 gehei­ßen hät­te, hät­ten die Leute gedacht, Chrome sei viel bes­ser, weil da viel schnel­ler sinn­lo­ser­wei­se die erste Zahl erhöht wird.

    Ich fin­de das neue Schema viel über­sicht­li­cher, weni­ger, dafür halt grö­ße­re Zahlen, die man sich noch mer­ken kann – den nor­ma­len Anwender juckt die Versionsnummer sowie­so nicht…

    Ich nut­ze auch Firefox, habe ein paar Erweiterungen instal­liert und mir eini­ges anders ein­ge­stellt, als es Standard ist und ich bin damit voll zufrie­den. Mit den ein­fa­chen Themes („Tapeten“ ;-) ) bin ich auch voll­stens zufrie­den. Chrome emp­fin­de ich als arg unge­wohnt, soo nah kann Firefox gar nicht an Chrome dran sein, wie du meinst.

    Außerdem ist in Sachen Web-Extensions nicht gesagt, dass Mozilla nicht auch eige­ne Schnittstellen ein­führt – auch auf Wunsch der Anwender, hast du dei­ne Anforderungen Mozilla mal mitgeteilt?
    Ich fin­de die Idee, dass man eine gewis­se Basis-API hat, die alle Browser unter­stüt­zen, gut – dann braucht man nicht für jeden Browser eine eige­ne Erweiterung schrei­ben, son­dern kann mög­lichst gro­ße Teile dei­nes Codes wiederverwenden.

  3. Was mir dazu noch in den Sinn kommt: Hört sich fast an wie: vom Russen ler­nen heißt sie­gen lernen!
    Wenn Google das so macht, dann müs­sen wir schließ­lich alle Trump… :hitler:

    • SeaMonkey gehört ja nicht (mehr) direkt zu Mozilla, sei­ne Zukunft ist aber unge­wiss, wenn die Kompatibilität mit Firefox wei­ter sinkt. Ich behal­te ihn auf jeden Fall neben Pale Moon wei­ter im Auge.

  4. Mit Sören zu dis­ku­tie­ren hab ich längst auf­ge­ge­ben. Wenn ihm nix mehr ein­fällt kommt immer sei­ne lieb­lings­aus­sa­ge das wäre ein ande­res Thema und hät­te damit nix zu tun.
    Da ver­liert man irgend­wann die Lust noch zu antworten.

    Bin längst bei PaleMoon und hof­fe dar­auf das Addon Entwickler wechseln.

    • Mein Firefoxaddon läuft unter Pale Moon, manch ande­res auch. Sicherlich wird es jetzt dort zu einem etwas grö­ße­ren Ansturm kommen.

  5. Und dann wäre da noch der Druck die neue ser­vo engi­ne zu ent­wickeln, was Firefox end­lich mal benutz­bar schnell machen sollte
    Also ist es doch gar­nicht so schlecht wenn sie sich an Chrome orientieren…es kommt auch etwas sehr sinn­vol­les dabei raus

  6. > Das hält Werbetrommler wie Sören Hentzschel selbst­ver­ständ­lich nicht davon ab, wei­ter­hin dar­auf hin­zu­wei­sen, wie pri­ma erwei­ter­bar und vor allem unver­wech­sel­bar Firefox doch sei

    Aber sonst geht’s dir noch gut? Ich erwar­te, dass du die­sen Schwachsinn aus dei­nem Artikel entfernst.

    • Ich erwar­te auch vie­les und krie­ge es nicht. Du darfst mir aber gern erklä­ren, von wel­chem Teil des Zitats aus dei­nem Blog du dich selbst gern distan­ziert sehen wür­dest, dann schaue ich mal, was ich tun kann.

  7. Danke, dan­ke Du triffst den Nagel auf den Kopf. Palemoon wer­de ich mir mal anschau­en, hat­te ich noch nicht auf den Schirm. Ich ver­wen­de gera­de qute­brow­ser, ist recht brauch­bar aber ist lei­der auch nicht so stabil. 

    Hi Sören, schreib doch ein­fach mal in Dein Blog, was Dir an den (bis­he­ri­gen) aktu­el­len Entwicklungen zu Firefox miss­fällt, statt hier rum­zu­heu­len, dass Dich jemand „Werbetrommler“ nennt. So etwas ließt man bei Dir näm­lich nie. Vielleicht auch so ein Problem, wenn man ein mono­the­ma­ti­sches Blog betreibt und mit Kritik nicht umge­hen kann. Von mir aus bist auch ein Mozilla Firefox Fanboy … geschenkt, kann ja jeder machen wie er will.

    • Ach so, das Wort „Werbetrommler“ ist das Problem? Man kann sich aber auch emp­find­lich geben, wenn man will. - Ich neh­me Sörens Blog tat­säch­lich als Informationsquelle, aber eben auch als Firefox-Fanblog wahr. Kein Wunder, ist ja die Aufgabe eines Mozillarepräsentanten, Mozilla zu bewerben.

    • @Stefan:

      Sorry, aber wenn du an einem sach­li­chen Austausch über Mozilla inter­es­siert bist, schreib mir eine E-Mail über das Kontakformular auf mei­nem Blog. Aber ich las­se mich sicher hier nicht von dir angrei­fen (die Unterstellung, ein Fanboy zu sein oder nicht krik­fä­hig zu sein, ist hoch­gra­dig belei­di­gend für jeman­den, der eine seriö­se jour­na­li­sti­sche Arbeit betreibt, die auch von gro­ßen Verlagen geschätzt wird; Details ger­ne per E-Mail. Zumal das kein biss­chen der Wahrheit ent­spricht.) und dir dann zum Dank freund­lich dei­ne Fragen beant­wor­ten. Wie gesagt, schreib mir, dann ver­ges­se ich dei­nen fre­chen Kommentar mal und wir star­ten von null ohne Voreingenommenheit einen Dialog. Aber ich wer­de mich nicht hier auf die­ses Niveau her­ab­be­ge­ben. Aus dem Alter bin ich glück­li­cher­wei­se schon lan­ge raus.

      • @ Sören Hentzschel

        Entschuldige bit­te, ich woll­te Dich zu belei­di­gen. Ich per­sön­lich fin­de „Fanboytum“ auch gar nicht so schlimm. Findest Du die Entwicklungen der letz­ten Jahre bei Mozilla Firefox gelun­gen? Gibt es irgend­was, was .tux geschrie­ben hat, wo Du eben­falls Bedenken äußern würdest?

  8. Höre doch ein­fach auf, irgend­ei­nen Mist zu ver­brei­ten. Abgesehen davon, dass es eben NICHT die Aufgabe eines Mozilla-Repräsentanten ist, Mozilla zu bewer­ben (aber um das zu wis­sen, müss­test du dich infor­mie­ren), bin ich KEIN Mozilla-Repräsentant. Also ergibt die­se Aussage in Bezug auf mich nicht den gering­sten Sinn. Und nein, ein „Firefox-Fanblog“ war mei­ne Webseite auch noch nie. Solche Behauptungen sind ziem­lich unver­schämt. Wenn dir die Inhalte auf mei­ner Webseite nicht gefal­len, schön. Müssen sie nicht. Das ist voll­kom­men in Ordnung. Aber nicht in Ordnung ist es, Lügen über mich zu ver­brei­ten. Und die Behauptung, ich wür­de offi­zi­ell Mozilla reprä­sen­tie­ren oder sei ein „Werbetrommler“ sind Lügen, die mich in ein voll­kom­men fal­sches Licht rücken. Das geht ein­fach nicht. Und du wirst wohl ver­ste­hen, dass ich wenig Spaß ver­ste­he, wenn Lügen über mich ver­brei­tet wer­den. Und das auch noch auf einer Plattform, mit der ich über­haupt nichts zu tun habe. Hier gehört das noch weni­ger hin als woanders.

    • Von dei­ner Website: „Seit 2013 bin ich offi­zi­el­ler Mozilla-Repräsentant“. Vielleicht soll­test du erst mal dich selbst anschrei­ben, hm? 

      Und nein, „Werbetrommler“ ist sicher kei­ne Lüge, denn du trom­melst auf dei­ner Website für Mozilla und sei­ne Projekte, indem du sei­ne Ideen - bewusst oder unbe­wusst - in ein posi­ti­ves Licht rückst. Wenn du dich davon belei­digt fühlst, soll­test du den Fokus dei­ner Website über­den­ken. Das war zumin­dest von mei­ner Seite kei­nes­wegs nega­tiv gemeint, son­dern eine Beschreibung dei­ner Beiträge. Ich mag Mozilla trotz allem ja immer noch.

    • „bin ich KEIN Mozilla-Repräsentant“

      „Seit 2013 bin ich offi­zi­el­ler Mozilla-Repräsentant“

      LOOOOOL.

      Wie mach‘ ich hier ’nen Popcorn Smiley?

    • :? Muß man jetzt nicht ver­ste­hen oder? Warum so aggres­siv? Ist dich doch nie­mand ange­gan­gen! Bis hier jedenfalls.

      Meinungen muß man ja nicht tei­len; kön­nen aber kei­ne Lügen sein. Zumal du dich ja selbst Lügen strafst. Zu ver­leug­nen, daß du Mozilla-Repräsentant bist ist besten­falls albern, schlimm­sten­falls… naja, lie­ber nich… Wenn du inzwi­schen kei­ner mehr bist, dann wäre es vllt schlau dei­ne Homepage zu aktua­li­sie­ren. Was einen zum näch­sten Widerspruch bringt. Wenn es so eine fata­le und weit­rei­chen­de Unterstellung wäre, daß du immer noch Moz-Rep wärst, dann wun­dern einen schon dei­ne Firefox Artikel. Kannst du Mozilla so über­haupt nicht mehr lei­den, daß du dich so vehe­ment dage­gen wehrst ein Moz-Rep (gewe­sen) zu sein? Oder wie oder was? Ist schon ganz schön ver­schro­ben irgendwie.

      Abgesehen davon, was ist dar­an so schlimm einen Fanblog zu betreiben???

      Hm, seriö­se Journalisten las­sen sich zu sol­chen Entgleisungen eigent­lich nicht hin­rei­ßen, die haben ande­re Probleme, wie z.Bsp. Zeugenschutz usw.

      Anyway, gute Besserung! :)

      • Nachtrag:
        Sollte gar nicht belei­di­gend oder der­glei­chen sein! Einfach nur eine gut gemein­te Kritik. Vielleicht sogar eine ande­re Perspektive…

  9. Ich würd’s mal so sagen:

    Wenn mit der super­du­per-neu­en Technologie auch nur ein eini­ges Addon (unab­hän­gig vom Aufwand) nicht por­tier­bar oder nach­zu­bau­en ist, ist sie tota­ler Schrott (wenn es mach­bar, aver regel­mäßg fürchertlich auf­wän­dig ist, ist es „nur“ ziem­li­cher Schrott). Simple as that.

    Da heu­te der Browser für vie­le (auch pro­fes­sio­nel­le) Anwender sogar essen­ti­el­ler ist als das OS auf dem er eigent­lich läuft, kann man das auch kaum anders sehen, oder? Für den Otto-Normal-User könn­te man pro­blem­los auch mehr als 90% der mög­li­chen Anpassbarkeit und Funktionalität von Linux/Windows/OSX auf­ge­ben, auf die schwach­sin­ni­ge Idee kom­men aber auch nicht viele.

    Das was da jetzt pas­siert ist IMO mal wie­der nichts wei­ter als tum­ber, auf den aktu­el­len Buzzwords basie­ren­der Aktionismus der letzt­lich für kei­nen ein­zi­gen Nutzer einen spür­ba­ren Vorteil, dafür für einen Teil spür­ba­re Nachteile haben wird. Dafür kann man dann behaup­ten, dass man „am Puls der Zeit“ und modern und so sei.

    • Seb: Wenn mit der super­du­per-neu­en Technologie auch nur ein eini­ges Addon (unab­hän­gig vom Aufwand) nicht por­tier­bar oder nach­zu­bau­en ist, ist sie tota­ler Schrott (wenn es mach­bar, aver regel­mäßg fürchertlich auf­wän­dig ist, ist es „nur“ ziem­li­cher Schrott). Simple as that.

      Da heu­te der Browser für vie­le (auch pro­fes­sio­nel­le) Anwender sogar essen­ti­el­ler ist als das OS auf dem er eigent­lich läuft, kann man das auch kaum anders sehen, oder?

      Nun, man kann alles anders sehen. Mozilla sieht es offen­sicht­lich anders, sonst hät­ten sie ein ande­res Vorgehen gewählt.

      Mir ist das jeden­falls unver­ständ­lich. Addons sind die gro­ße Stärke von Firefox. Im Marketing-Sprech heißt das glau­be ich „Unique Selling Point“.

      Wenn man schon weiß, dass der­zeit nicht alle alten Addons por­tiert wer­den kön­nen (sie­he https://bugzilla.mozilla.org/show_bug.cgi?id=1215059 ), dann wäre ein sinn­vol­les Vorgehen, erst mal dafür zu sor­gen, dass das mög­lich wird. Und wenn man dann sicher ist, dass man alle - oder sehr, sehr vie­le - alte Addons por­tie­ren könn­te, kann man einen Zeitplan zur Migration aufstellen.

  10. Lt. sei­ner Twitter Seite ist er auch Mozilla Representative:

    „Web Developer (agenedia.com). Mozilla Representative Alumnus. soeren-hentzschel.at, firefoxosdevices.org, sozone.de.“

    Und macht sich da auch noch zum Horst:
    „@Hirnfick_20 Entferne die fal­sche Aussage über mich UMGEHEND aus dei­nem Blog, oder wir bei­de bekom­men ein rie­si­ges Problem.“

  11. Ich habe ja schon lan­ge das Gefühl, dass Mozilla unter­wan­dert wur­de und Firefox von innen zer­stört wird. Anders kann ich mir dass alles nicht mehr erklä­ren… :?

  12. Hehe, die legen­dä­re Kritikfäigkeit von Sören schlägt hier auf. Witzisch :-)

    Ich bin auch seit über einem Jahr von Firefox weg, da Mozilla mei­ne Wünsche, wie ich mei­ne Privatsphäre schüt­zen möch­te, miss­ach­tet und dann auch noch hin­ter­häl­ti­ger­wei­se mei­ne über vie­le Jahre gepfleg­te Cookiesliste ein­fach löschen (https://support.mozilla.org/t5/Firefox/The-quot-ask-me-every-time-quot-option-of-the-privacy-settings/m-p/1178157).

    Leider sind nicht alle AddOns die ich nut­ze im PaleMoon lauf­fä­hig, aber die wich­tig­sten (uBlock/uMatrix) schon.

    Gut, dass du den Punkt mit der Kastration der AddOns noch mal auf­ge­schrie­ben hast. Die mei­sten wer­den es erst mit­krie­gen wenn es zu spät ist.

    Mich als Firefoxuser der ersten Stunde nervt die­se Annäherung an Google auch schon geraum Zeit. Ich fand den Chrome von Anfang an nicht schön, lei­der hat sich Mozilla da völ­lig verrannt. 

    Ein, wie ich fin­de, sehr pas­sen­der Spruch, mit den Beinen.

    Das da von Null wie­der etwas Neues (was macht Vivaldi?)) kom­men wird ist ja lei­der nicht zu erwar­ten und die Kastration von Funktionen ist eine mitt­ler­wei­le ver­brei­te­te Seuche (s. Gnome) offen­sicht­lich gefällt das vie­len Leuten, da sie sonst mit der Bedienung über­for­dert sind.

    Auf jeden Fall ein guter Artikel.

  13. Full ACK! fsmaul­al­da? Dein Theme ist häss­lich. Hätte man nicht war­ten kön­nen?! Ein Leser mehr! Jehova! Jehova!

  14. Naja…man muss auch beden­ken, dass vie­le Funktionen auch viel Pflege bedeu­tet. Mir war nicht mal bewusst, dass Chrome der Platzhirsch ist, da ich erst seit 3 Tagen wie­der bei Firefox bin. War Chromeuser / Chromium Anwender seit der ersten Stunde. Eigentlich bin ich nur zu Firefox zurück, da ich gut fin­de, wie sie sich für Privatsphäre der Anwender ein­set­zen. Interessiert sonst niemanden.

    Mir fällt nur auf, dass der Firefox Arsch lahm ist. Es flutscht nicht so beim Surfen.

    Welche Erweiterungen braucht man denn? Ich ver­mis­se eigent­lich nichts. Aber viel­leicht weiß ich auch ein­fach nicht, was ich ver­mis­sen könnte.

    Ist gibt halt in jedem Segment einen Platzhirsch, den alle nach­lau­fen. Zum Beispiel braucht man kein aus­tausch­ba­res Akku oder eine Speicherkarte in sei­nem Smartphone…ist Sche***, aber jeder macht es nach.

    Viele Grüße
    Nedy

    • Ja, vie­le Funktionen brau­chen viel Pflege. Und? Wer genau hat Mozilla dazu gezwun­gen, gefühlt 824 „neue“ Versionen pro Jahr zu ver­öf­fent­li­chen? Eben.

      • Ihr beschwert euch, dass die offen­sicht­li­chen Funktionen für den Anwender abneh­men, da der Firefox sich dem Chrome annä­hert. Von den gan­zen Funktionen, die das Web heut­zu­ta­ge anbie­tet und nie­mand wirk­lich merkt, spre­che ich nicht mal. Hier gehen sicher­lich immer mehr Entwicklungsressourcen unter. Ständig neue Standards und Zeug implementieren.

        Die ver­schie­de­nen APIs für die Browseranpassung zu pfle­gen kostet schließ­lich auch Aufwand, damit sie nicht irgend­wann bug­gy und kaputt sind. Und wofür…damit ein paar Scriptkiddies ein paar bun­te Buttons in den Browser bau­en kön­nen. Für mich sind die­se gan­zen frag­wür­di­gen Erweiterungen auch nur Spyware von irgend­wel­chen Leuten.

        Von mir aus kann Mozilla die Funktionen ein­damp­fen und die Leute dar­ein stecken, um dem Browser etwas Beine zu machen.

  15. Ich erken­ne mich in der Geschichte von zuneh­men­der Frustration und Ärger über die Entwicklung von Firefox wie­der. Die Versionsnummerinflation war noch ledig­lich ner­vig. Daß die Statuszeile ampu­tiert wur­de hat mich extrem geär­gert, aber das ließ sich mit AddOns wie­der­her­stel­len. Und jetzt schred­dern die Hirnis GENAU DIESE AddOn-API, mit der ich den Browser zurück zur Benutzbarkeit beför­dern kann?! Mir feh­len die Worte.
    Daß die GUI und die zugäng­li­chen Einstellungen immer mehr abge­ma­gert wer­den, reg­te mich auch immer mehr auf. Lange Zeit habe ich ver­sucht, das wenig­stens zu brem­sen, indem ich auf die ESR-Versionen setz­te. Leider glau­ben inzwi­schen etli­che Sites, sie müß­ten Firefox-Nutzern unter die Arme grei­fen, indem sie auf 1/3 der Bildschirmfläche auf den angeb­lich ver­al­te­te­ten Browser (ESR ken­nen die nicht!) hin­wei­sen. Außerdem ist die Verzögerungstaktik mit ESR auch kei­ne ech­te Lösung, das ist mir klar.
    Langer Rede kur­zer Sinn: Ich stim­me dem OP völ­lig zu. Ich war seit 2003 (Version 0.6) mit Firefox unter­wegs. Ich habe enga­giert zur Verbreitung gehol­fen. Und jetzt kotzt mich das alles nur noch an. Super gemacht! Glückwunsch!
    Ich bin schon eine Weile bei SeaMonkey. Die gan­ze Firma (150 User) , in der ich als Admin arbei­te, ist auf SeaMonkey migriert. Mal sehen, wie lan­ge das noch gut geht.

    • Es gibt Bestrebungen, SeaMonkey, Thunderbird und Pale Moon unter ein gemein­sa­mes Dach zu stel­len, da Mozilla mit denen ja nichts (mehr) zu tun haben will. Ich bin auch recht gespannt. Die Zukunft von jeden­falls SeaMonkey war ja nie offensichtlich.

      • Was eine Koinzidenz. Ich eva­lu­ie­re gera­de PaleMoon. Nutze seit Jahren Thunderbird und, wie beschrie­ben, seit etwa einem 3/4 Jahr SeaMonkey. Da fügt sich zu einer Truppe, was zusam­men paßt. Alles klar, ich bin dabei, Freunde. Danke für den Hinweis.

        • Pale Moon hat gera­de all­ge­mein das, was ande­re Leute einen Lauf nen­nen. Seit der Totenglocke für Firefox hat der end­lich mal reich­lich Zulauf und der Entwickler kann end­lich ruhi­gen Gewissens auf irgend­wel­che Kompatibilität scheißen. 

          SeaMonkey auf Pale-Moon-Basis wäre gran­di­os. Mal sehen, was kommt.

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