Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Regelmäßige Leser wissen, dass Musik eine Profession der Überraschungen ist. Daher sollte es auch kaum erstaunen, wenn ausgerechnet Österreich sich immer wieder als Heimatland von Musikern, deren Werke nicht zu kennen bedauerlich wäre, herausstellt.
Aivery klingen nämlich eigentlich gar nicht nach Österreich, ich hätte sie eher in Australien verortet. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Wiener Trio rein weiblicher Natur, das Musik hervorbringt, die früher wohl als “Riot Grrrl” bezeichnet worden wäre — nach vorn preschende Rockmusik mit einer ordentlichen Portion power, also Kraft, nämlich. Auch auf ihrem seit 2017 aktuellen Album “Because” (Amazon.de, Bandcamp.com) gelingt ihnen das bravourös.
Interessante Frickelrefrains (“Don’t Dare”, leider mit zu lang geratenem outro) mit gern mal sehr verzerrter Gitarre treffen auf geradezu melodische Punkkracher (“Secret”), alles dominiert von einem der kraftvollsten Schlagzeuge, die ich in den letzten Jahren hören durfte.
Die drei Wienerinnen haben, man verzeihe mir den Begriff, Feuer unterm Hintern und sie lassen es oben spürbar wieder raus.
Musik für Cabriofahrer und/oder zum Abreagieren. Nicht übel.

