PolitikIn den Nachrichten
Vorsicht: SPD droht mit Politik.

Und dann, nur wenige Monate vor ein­er Wahl, in deren Ver­lauf die bemerkenswert unzufriede­nen Bürg­er des demokratis­chen Über­staats EU sel­bi­gen ver­mut­lich mehrheitlich nochmals daran erin­nern wer­den, dass Supra­na­tion­al­is­mus kein besser­er Nation­al­is­mus ist, war da noch Berufs­fliege Karl Lauter­bach, der anlässlich des dro­hen­den Unter­gangs der Volksparteien auf­grund gegen­seit­iger Igno­ranz dies mitzuteilen hat­te:

Er dro­ht laut der FAZ “mit einem Rück­zug aus der großen Koali­tion”. Der Mann mit der Fliege ver­sucht sich dabei in lock­erem, mod­er­nen, jun­gen(?) Ton: “Wenn es nicht bess­er wird, hal­lo, dann machen wir auch nicht weit­er.”

Das haben wir dann alle davon. Bätschi.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Schweizer Käseblatt

In Erman­gelung eines eige­nen starken Führers blickt die “Neue Zürcher Zeitung” sehn­süchtig nach Großbri­tan­nien, wo ange­blich der nach aktueller Zäh­lung siebte chan­cen­lose Thron­fol­ger unter­wegs ist:

Bere­its vor Tagen hat­ten britis­che Medi­en spekuliert, Meghans Klei­der­wahl kön­nte ein ver­steck­ter Hin­weis auf eine Schwanger­schaft sein und tippten auf einen Jun­gen: Sie trug oft weit geschnit­tene Klei­dungsstücke, auf­fäl­lig oft in blau. So zum Beispiel am ver­gan­genen Fre­itag bei der Hochzeit von Har­rys Cou­sine Prinzessin Euge­nie in Wind­sor.

Kaum war die Nachricht raus, über­schlu­gen sich die Speku­la­tio­nen, wie das neue Roy­al-Baby heis­sen wird. Als heisse Kan­di­dat­en bei den Buch­mach­ern für ein Mäd­chen gel­ten Alice, Diana, Eliz­a­beth oder Vic­to­ria. Als Jun­gen­na­men wer­den Arthur, James, Philip und Edward gehan­delt.

Wann ist endlich wieder Fußball?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
The Re-Stoned — Space

Leck mich, Montag. Ich geh nach Hause.Es ist Mon­tag. Manch­mal sind es die kleinen Dinge, die zählen, manch­mal die großen, schwarz-weißen. Lei­der ist man auch heute wieder aufgewacht, um eine neue aufre­gende Woche zu erleben; also eine, die aufregt.

Apro­pos “lei­der”; lei­der war am ver­gan­genen Woch­enende schon wieder “Poli­tik” dran: In Bay­ern sind die, die glaubten, sie seien mehr, nur mehr fün­ft­stärk­ste Partei gewor­den. Anscheinend ist das Beschimpfen von Wäh­lern sel­ten ein Garant für Stim­mzuwachs. Allein die Wäh­ler der bayrischen Grü­nen haben aus Berlin nichts gel­ernt. Die san die. Heute die “Nachricht­en” zu lesen stelle ich mir jeden­falls wenig magen­scho­nend vor. Mar­tin Son­neborn verklei­dete sich der­weil als NSDAP-Größe, was im Föje­tong verse­hentlich “lustige Satire” heißt. Deutsch­er Humor ist, wenn man sich tot­lacht.

Gute Nachricht­en inzwis­chen aus der Welt der deutschen Staat­sun­ternehmen: Dies­mal ist die Bahn auf den Win­ter vor­bere­it­et, die Heizun­gen funk­tion­ieren gut. Dass 2019 das Jahr der Bauar­beit­en bei höheren Preisen wer­den soll, ist man da fast bere­it zu vergessen. Das Irre erfasst selb­st Super­märk­te: Entspan­nte Überwachung bei völ­ligem Fotografie­ver­bot. Wer zurück­filmt, fliegt raus. Diese Zukun­ft ist ver­wirrend.

Ver­wirrende Entwick­lun­gen hat auch der Fem­i­nis­mus vorzuweisen: Über­raschen­der­weise hat sich her­aus­gestellt, dass Frauen manch­mal lügen. Wenn sich das bloß nicht herum­spricht! Herum spricht sich während­dessen die bevorste­hende Rev­o­lu­tion der Briten: Möglicher­weise wer­den mit einem Aus­tritt Großbri­tan­niens aus der EU auch Spo­ti­fy und Net­flix aus­ges­per­rt.

Ander­er­seits gibt es gute Musik längst nicht mehr nur bei einem einzi­gen Anbi­eter, das sei der Dig­i­tal­isierung pos­i­tiv anzurech­nen. Begin­nen wir also auch diese Woche ohne Spo­ti­fy und trotz­dem mit Musik!

The Re-Stoned — Space

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Kia am Steuer

Hihi:

Nvidia baut einen Führerschein für fahrerlose Auto­mo­bile auf

(Schlimme Über­set­zung von mir.)

Die Autos der Zukun­ft müssen also erst eine the­o­retis­che und eine prak­tis­che Prü­fung able­gen, bevor sie sich ans Steuer eines anderen Autos set­zen dür­fen. Finde ich gut. :ja:

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz angemerkt zu #unteilbar

Dass am kom­menden Sonnabend ein unter anderem vom sich sichtlich längst über jede Beson­nen­heit erhaben füh­len­den Fernsehkasper Jan Böh­mer­mann sowie von Pro­tag­o­nis­ten krud­er “Parteien” am jew­eili­gen Rand des poli­tis­chen Wahnsinns bewor­benes Bünd­nis aus Men­schen, die noch nie im Leben wirk­liche Not erlei­den mussten und daher bis auf Weit­eres als mit­tel­ständis­che Wohl­stand­skinder anzuse­hen sind, seine jüng­ste Suche nach Prob­le­men, die man ja mal haben kön­nte — denn anders als wirk­lich notlei­dende Men­schen, denen fortwährend irgendwelche Diplo­matie Haus und Fam­i­lie fer­nges­teuert wegsprengt, gilt es bei den Unteil­baren schon als mikroag­gres­sive Zer­störung des eige­nen Leben­sraums, wenn bei Star­bucks der veg­ane Kaf­feeer­satz mal verse­hentlich den falschen Namen trägt, weshalb der Hunger nach mehr sozialem Über­fluss in Erman­gelung von dem Mitleid ander­er Leute sich­er förder­lichen, jedoch lei­der aus­bleiben­den Krieg im eige­nen Land gele­gentlich ein­er aktiv­en Moti­va­tion bedarf -, in der Form zu ein­er Lösung zu brin­gen ver­sucht, dass es “für eine offene und freie Gesellschaft” sol­i­darisch und miteinan­der in Berlin herum­stolpert, ent­fal­tet seine komö­di­antis­che Durch­schlagskraft ja erst in der Total­en, wenn sich der freie Blick auf die teil­nehmenden Blöcke, darunter neben diversen “linken” und reli­gi­o­tis­chen Anti­semiten, mithin an dem Leid zu viel­er Men­schen Mitschuldigen, auch ein “fem­i­nis­tis­ch­er Block” (mein­ten Sie: Blöck*in?), dessen Betreten ein Ein­treten auss­chließlich und unsol­i­darisch für die Rechte der­er, die als Frau durchge­hen, bed­ingt, nicht mehr mit liebevoll aus­gekotzten Emo­jis und vie­len Aus­rufeze­ichen ver­stellen lässt.

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Vom richtigen Umgang mit der Generation Fax

Es titelt der dieswöchige “SPIEGEL” dumm, aber glück­lich:

Mein Kind, sein Handy und ich: Vom richti­gen Umgang mit der Gen­er­a­tion Smart­phone

Fast hun­dert­mal am Tag, fand man bei der Redak­tion aus der Gen­er­a­tion Fax her­aus, sehe ein typ­is­ch­er Smart­pho­nenutzer, zumeist natür­lich jugendlich, auf das Gerät, das ihm Briefkas­ten, Tele­fon, Notizblock, Schreib­mas­chine, Musik­spiel­er, Super­markt, Spielkon­sole, Fernse­her, Tageszeitung und Buch zugle­ich ist. Worte kön­nen meine Fas­sungslosigkeit kaum beschreiben.

PolitikIn den Nachrichten
Gute Juden, schlechte Juden

Nehmen wir an, es gebe eine einiger­maßen große Gruppe von Men­schen, die jahrhun­derte­lang bloß auf­grund ihrer Weltan­schau­ung mal mit Worten, meist aber mit Tat­en vom gesellschaftlichen Leben (oder: dem Leben ins­ge­samt) aus­geschlossen wurde; nicht nur, aber vorüberge­hend auch und vor allem in einem bes­timmten Land. Nehmen wir weit­er­hin an, dass, nach­dem dieses bes­timmte Land dies­bezüglich zur Besin­nung gekom­men war, jahrzehn­te­lang weit­ge­hend Friede zwis­chen den Weltan­schau­un­gen herrschte.

Nun habe sich aber weit­er­hin in besagtem Land in den let­zten Jahren eine weit­er­hin steigende Zahl an Men­schen ange­fun­den, deren über­steigerte Form der Weltan­schau­ung eine Bekämp­fung der zuvor ver­fol­gten Gruppe qua­si voraus­set­zt, und nur eine der poli­tis­chen Parteien dieses Lan­des spreche sich kom­pro­miss­los dafür aus, diese steigende Zahl von Kämpfern wieder auf ein vernün­ftiges Maß zu beschränken. Teile der zuvor und nun wieder ver­fol­gten Gruppe also fän­den sich in dieser poli­tis­chen Partei zusam­men, um der Lebens­ge­fahr für die Ihren etwas ent­ge­gen­zuset­zen; dies aber habe nicht etwa zur Folge, dass ihren Sor­gen mehr Gehör geschenkt würde, son­dern, dass der andere Teil der Ihren sich argu­men­ta­tiv den Aggres­soren anschlösse, denn es sei eines Ver­fol­gten unwürdig, sich gegen sein unweiger­lich­es Schick­sal poli­tisch zu wehren.

Wie bizarr, pein­lich gar, fän­den wir es, wäre das Land nicht das unsere?

PolitikMontagsmusik
Rotor — Costa Verde

Es ist immer noch Wetter.Es ist Mon­tag. Unter größt­möglich­er Anstren­gung haben die nor­drhein-west­fälis­chen Grü­nen her­aus­ge­fun­den, dass es “keinen Plan­eten B” gebe. Wohin man sie für solche Sätze schießen möchte, sei hier nicht weit­er aus­ge­führt; nach Chi­na jeden­falls nicht, denn dort leben Pand­abären und die haben solche Gesellschaft nun wirk­lich nicht ver­di­ent.

Unter medi­alem Beifall wird derzeit die junge “Hanf­partei”, die sich als “die wahren Sozialdemokrat­en” (ebd.) ver­ste­ht, eilends wahlfein gemacht. Mit ihren “sozialdemokratis­chen Inhal­ten” seien sie “mehrheits­fähig”, teilte der Bun­desvor­sitzende in dem auch son­st für Nicht­mit­glieder sehr lusti­gen Inter­view mit. Da wer­den sich die Alt­parteien jet­zt bes­timmt Gedanken machen. — Apro­pos Parteien: Die “Me-Too”-Aufschreierei ret­tet in den USA ger­ade den Repub­likan­ern die Umfragew­erte. Mir scheint das wie mit den Angler­fis­chen zu sein, die ja auch vor allem hässlich sind und sich voneinan­der ernähren.

In Lon­don hat sich der­weil ein Kunst­werk nach dem Kauf selb­st zer­stört. Ich finde es bedauer­lich, dass das so sel­ten mit Musik mit Phil Collins passiert, denn andern­falls wäre in den Plat­ten­lä­den mehr Platz für gute Beschal­lung.

Zum Beispiel für diese:

Rotor — Cos­ta Verde, uncut (Live in Lobbese, Summer’09)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Grüner Sexismus und Münchener Keuschheit

Die Frauen­quote bei den Bun­des­grü­nen beträgt etwa 39 Prozent. Ich finde das ziem­lich sex­is­tisch und unter­drück­erisch. Bevor sich aber jemand angemessen darüber aufre­gen kon­nte, zogen die Grü­nen im Münch­en­er Stad­trat — dort drittstärk­ste Kraft — schnell die Aufmerk­samkeit auf sich:

Die Ver­tragspart­ner­in ist verpflichtet, Wer­beaufträge zurück­zuweisen, deren Inhalte gegen eine behördliche Anord­nung, gegen all­ge­meine Geset­ze, gegen die guten Sit­ten oder die Men­schen­würde ver­stoßen. Dies gilt auch für sex­is­tis­che Wer­bung.

Da das Belästi­gen mit Reklame eben­so wie die Absicht, Pas­san­ten mit plumpen Wer­belü­gen für dumm verkaufen zu wollen, gegen gute Umgangs­for­men ver­stößt, lässt diese For­mulierung nur den Schluss zu, dass nicht nur “sex­is­tis­che”, son­dern sämtliche Wer­bung in München for­t­an ver­boten sein wird; was mir, wenn das die Ver­tragspart­ner­in nur auch so sähe, einen gewis­sen Respekt abver­langte. Ist aber wohl lei­der anders gemeint.

In den NachrichtenNerdkrams
Seid Terroristen! (4)

“The Inde­pen­dent”, 25. Sep­tem­ber 2015:

[Der britis­che Geheim­di­enst] GCHQ hat laut Doku­menten des NSA-Whistle­blow­ers Edward Snow­den eine Übung in Massenüberwachung durchge­führt, im Rah­men der­er er Infor­ma­tio­nen über “jeden sicht­baren Nutzer des Inter­nets” gesam­melt hat.

“tagesschau.de”, 4. Okto­ber 2018:

Die britis­che Regierung wirft Rus­s­land vor, großan­gelegte Cyber­at­tack­en in der ganzen Welt auszuführen. Der rus­sis­che Geheim­di­enst soll hin­ter Angrif­f­en auf west­liche Staat­en und Insti­tu­tio­nen, wie auf den Bun­destag, steck­en. (…) Großbri­tan­nien und Däne­mark haben dem­nach bere­its zuge­sagt, dem Bünd­nis ihre offen­siv­en Cyber-Fähigkeit­en für Gegen­schläge zur Ver­fü­gung zu stellen.

Der richtige Tag, um Ter­ror­ist zu wer­den, ist heute.

PolitikIn den Nachrichten
Tag der deutschdeutschen Einheit

Es SPONt gewohnt bizarr:

Neben dem Tag der Deutschen Ein­heit sollte es nach Ansicht von Migranten­ver­bän­den auch einen “Tag der deutschen Vielfalt” geben. Das fordern die “Neuen Deutschen Organ­i­sa­tio­nen” in einem Appell. (…) “Es ist wichtig, dass die Wiedervere­ini­gung jedes Jahr sym­bol­isch gefeiert wird”, heißt es in dem Papi­er. Doch die deutsche Ein­heit werde üblicher­weise “aus ein­er rein ‘weißen’ Sicht betra­chtet — deutschdeutsche Ost­deutsche wiedervere­int mit deutschdeutschen West­deutschen”, kri­tisieren die Ver­bände.

Die deutsche Ein­heit — immer­hin noch ein weniger falsches Wort als “Wiedervere­ini­gung”, denn es wurde nichts wieder vere­int, was vorher in der Form schon mal zusam­men war — ist somit fra­g­los als Instru­ment ras­sis­tis­ch­er Her­ren­men­schen anzuse­hen. Der antifaschis­tis­che Schutzwall zeigt seinen Wert erst nach dem Fall. Meinen Lösungsvorschlag will wahrschein­lich aber wieder kein­er hören.


Zu Recht nicht mit­bekom­men: “Her­zo­gin Meghan macht selb­st Autotür zu – Twit­ter-Nutzer flip­pen aus: ‘Boden­ständig und beschei­den’ ”, die Stel­lvertreter­monar­chie stillt die Sehn­sucht der Schwachen nach einem starken Führer eben immer noch hin­re­ichend.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz angemerkt zu den Umfragewerten künftiger Europaparteien

Es wäre ver­messen, eine Kausal­ität aus der Kor­re­la­tion zu fol­gern, dass kurz nach einem Schaulaufen der, glaubt man aus­nahm­sweise dem “Neuen Deutsch­land”, sich selb­st als zivile türkische Armee beze­ich­nen­den recht­sradikalen Deutschtürken in Köln die Umfragew­erte zur näch­stjähri­gen Wahl des Europa­parla­ments die Split­ter­partei SPD, von der Mar­tin Greive und Diet­mar Neuer­er noch im August dieses Jahres für das “Han­dels­blatt” mut­maßten, sie dro­he ihren “Sta­tus als Volkspartei zu ver­lieren”, als wären Vere­ine, die sich früher als Partei der Arbeit­er beze­ich­neten, fast dreißig Jahre nach dem Ende des bis­lang let­zten deutschen Bauern­staats (Schleswig-Hol­stein zählt nicht) noch zu mehr als bloß einem muse­alen Kurio­sum geeignet, zugun­sten ein­er Partei, deren Geg­n­er sämtlich­es inhaltliche Pul­ver ver­schossen zu haben scheinen und daher um so ver­bis­sener mit der Platz­pa­trone um sich schießen, ein­fach noch ein biss­chen lauter “Nazis!” zu brüllen — denn wer belei­digt wird, der braucht bekan­ntlich keine weit­ere Überzeu­gung -, dergestalt Fed­ern lassen muss, dass ich schon jet­zt die von ihr in schein­bar­er Selb­st­mord­ab­sicht ver­an­lasste Ein­führung ein­er aus­re­ichend hohen Hürde für den Einzug ins Par­la­ment kaum abwarten kann; aber beachtlich ist es alle­mal.