In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Oh Sees — Moon Bog

Endlich wieder Herbst!Es ist Mon­tag. In sechs Jahren wird zugun­sten irgendwelch­er Ball­treterei wieder ein­mal ein Teil der Grun­drechte deutsch­er Bürg­er außer Kraft geset­zt. Toooor! Eigentlich ist schon wieder Mond-und-Käuzchen-Wet­ter, aber es ist ihnen wahrschein­lich ein­fach zu laut.

Der “Atlantic” hat Angst, dass der kom­mende Präsi­dent der USA der­selbe bleiben wird, und klei­det das in wenig verblümte Worte. Das muss dieser unaufgeregte Jour­nal­is­mus sein. Ander­er­seits reden wir hier immer­hin von den USA, einem Staaten­bund, in dessen Hochschulen Aufk­lärung zu ver­mei­den ist. Gott will es so.

Mod­erne EDV verblödet. Das geht so weit, dass iPhone-Xs-Nutzer bere­its über “zu schöne Self­ies” kla­gen. Es wäre wirk­lich unangemessen von mir, daraus Aus­sagen über den typ­is­chen Applekun­den herzuleit­en, aber wären sie schön, bräucht­en sie ja kein iPhone. — Apro­pos EDV-Sor­gen: Tim Bern­ers-Lee möchte nach dem umw­er­fend­en Erfolg von DRM im Web­video­stan­dard jet­zt auch das dezen­trale Web kom­merzial­isieren. Ab wie viel Gaga wird ein Men­sch heutzu­tage eigentlich zwangsver­rentet? Bill Gates wird Land­wirt — alles richtig gemacht.

Zum Glück sel­ten in Rente geht jeden­falls Musik.

Moon Bog

Guten Mor­gen.

Fotografie
Lecker Kotze

“Wir brauchen noch einen grif­fi­gen Pro­duk­t­na­men.”

“Was zeich­net das Pro­dukt denn aus?”

“Hunde sollen es fressen.”

“Wie schmeckt es?”

“Also ich musste davon kotzen.”

“Ich hab’s!”

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Diverse Iren gehen nicht zur Schule.

Während sich in Deutsch­land gegen Aus­län­der (Syr­er in Chem­nitz, Erdoğan in Berlin), die Poli­tik der Grü­nen (Ham­bach­er Forst) und — unter schein­bar völ­liger Igno­ranz des unbe­strit­te­nen Fak­ts, dass bis­lang noch jed­er, der behauptete, der jew­eilige Nach­fol­ger könne nicht noch schlim­mer wer­den, seinen Irrtum schneller ein­se­hen musste als er es gehofft hat­te — die Beset­zung des Innen­min­is­teri­ums erregt wird, ist die Insel der grü­nen Täler und der Kochbiere gesellschaftlich schon einen Schritt weit­er:

Grund­schullehrer über­mäßig oft weiß, irisch und katholisch: Die Nation­al Uni­ver­si­ty of Ire­land, Gal­way fand her­aus, dass Lehrer mit irisch­er Nation­al­ität “deut­lich über­repräsen­tiert” sind.

(Grauen­volle Über­set­zung von mir.)

Irische Lehrer raus aus Irland! :motz:

In den Nachrichten
Nippelpanik!

Als ich im pubertieren­den Alter war, hätte ich auf die Nachricht, im Wald halte sich eine beina­he bis völ­lig nack­te Frau auf, ver­mut­lich reagiert, indem ich mit meinen dama­li­gen Fre­un­den sel­bi­gen durch­forstet hätte. Heuti­gen Siebtk­lässlern sollte man so etwas eigentlich auch zutrauen, immer­hin sitzen sie ja heute ständig nur wenige Tas­ten­drücke von Pornografie ent­fer­nt.

War aber nix:

Die Kinder wollen nach Angaben der Feuer­wehr in der Nacht zum Don­ner­stag eine nack­te Frau im Wald gese­hen haben. Daraufhin seien mehrere von ihnen panisch gewor­den und hät­ten hyper­ven­tiliert. (…) Ein Notarzt habe sich um die Schüler geküm­mert.

Die müssen sich über Ver­hü­tung jeden­falls schon mal keine Gedanken machen.


Apro­pos Jugend: Gegen meinen Willen wurde ich heute von einem ver­meintlich wohlmeinen­den Men­schen auf die App “Tik Tok” (früher “Musical.ly”) hingewiesen. “t3n” stellte kor­rekt fest, dass man in meinem Alter wohl noch nicht davon gehört hat. Offen­sichtlich wächst dort eine ganze “Gen­er­a­tion” — heutzu­tage ist ja alles eine eigene “Gen­er­a­tion” — her­an, die sich gewaltige Anhänger­scharen erar­beit­et, indem sie zeigt, dass sie wed­er beson­ders begabt noch beson­ders kreativ ist, erk­lärt ein Infor­ma­tion­sar­tikel von Voda­fone:

Zu Full-Play­back-Liedern tanzen, tur­nen und gestikulieren die Nutzer vor der Smart­phone-Kam­era, während sie zeit­gle­ich ihre Lip­pen syn­chron zu dem jew­eili­gen Song oder einem son­sti­gen Audio­clip bewe­gen.

Früher hat man das Pub­likum für so was noch entschädigt. :aufsmaul:

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Lee Bains III & The Glory Fires — Ain’t No Stranger // Eisdemokraten

Na endlich!Es ist Mon­tag. Experten stre­it­en über Dinge. Wenn ich mal groß bin, will ich auch Experte und/oder Pand­abärenbe­sitzer wer­den, bis dahin bin ich erst mal nur ein biss­chen komisch.

Auch komisch: Während deutsche “Net­zpoli­tik­er” auf Bäume klet­tern oder in Sach­sen schlimme “Musik” hören, lässt Don­ald Trump (“böse”) die Betreiber sozialer Net­zw­erke auf poli­tis­che Neu­tral­ität abklopfen. So wird das nichts mit der Teufelserzäh­lung. Gle­ichzeit­ig wird in den USA Eis­creme kreiert, die ange­blich von den Demokrat­en inspiri­ert wor­den sei, also wahrschein­lich irgend­wie falsch und abge­s­tanden schmeckt.

Aus Twit­ter vorzule­sen ist jet­zt Jour­nal­is­mus. Das ist gut, denn manch­mal ist Twit­ter die einzige ver­füg­bare Quelle, die dem Autor nicht mit einem Leis­tungss­chutz dro­ht. In diesem Twit­ter wurde jeden­falls dieser Tage auch diese Nachricht wiedergekäut: Die AfD zu has­sen ist jet­zt anti­semi­tisch. Dass Hass im All­ge­meinen sel­ten ein empfehlenswert­er Gefühlszu­s­tand ist, was den poli­tis­chen Umgang miteinan­der bet­rifft, ste­ht hier­bei außer Frage. Gestern haben sich mehrere tausend Men­schen in Deutsch­land getrof­fen, um miteinan­der darüber zu plaud­ern. Ganz schön anstren­gen­der Aben­teuerurlaub.

Die schön­ste Musik der 80er waren, wie jed­er weiß, die Störg­eräusche in UKW. Die schön­ste Musik ander­er Jahrzehnte jedoch läutet auch diese Woche ein.

Lee Bains III and The Glo­ry Fires — Ain’t No Stranger

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Babylon

Lange nichts mehr über Musik geschrieben.

Bis vor etwa zweitausend Jahren bestand die Stadt Baby­lon, wo es Türme und eine merk­würdi­ge Sprache gab. Das hat aber nichts mit dem heuti­gen The­ma zu tun.

Von 1976 bis 1978 bestand die Band Baby­lon, die kurioser­weise eine Art Musik her­vor­brachte, die damals wahrschein­lich am ehesten “Krautrock”, heute aber “Retro-Prog” hieße, jedoch wed­er aus Deutsch­land noch von Großbri­tan­nien, der Heimatin­sel des klas­sis­chen Pro­gres­sive Rocks, son­dern aus Flori­da kam. Ihr einziges zeit­nah veröf­fentlicht­es Album, das den Band­na­men trägt (Amazon.de), klingt 2018 zwar dur­chaus nicht wie ein aktuelles Hital­bum, aber es mal gehört zu haben ist noch immer kein Fehler.

Im Inter­net wer­den Gen­e­sis und (die frühen) Mar­il­lion als Ver­gle­iche bemüht, das wäre aber zu ein­fach. Zwar gibt es viel Orgel und weit­ere Ele­mente von so 70er-Sachen, der akzen­tu­ierte Gesang aber lässt eher an deutsche Kün­stler denken, deren Umgang mit englis­chsprachigem Gesang damals ja auch sel­ten der beste war.

Ich höre Star­cas­tle, Argos und gele­gentlich (“Dream­fish”) sog­ar Skele­ton$. Naja, eigentlich höre ich Baby­lon, aber ihr wisst, was ich meine. Man baue einen Turm und spiele von dort oben dieses Album ab.

Aber nicht vorher unterge­hen!

In den NachrichtenNerdkramsMir wird geschlecht
“Sicherer als Windows” des Tages (10, ironisch)

Na, auch Lin­ux statt Win­dows zu Hause?

Dann patcht mal schön eure Wertschätzung für Cod­e­qual­ität!

(Idee für arbeit­slose Men­schen ohne EDV-Hin­ter­grund: “Hal­lo, Google, mein Code ist zwar scheiße, aber Sie müssen mich ein­stellen, denn ich bin Min­der­heit.”)


Nach­trag vom 21. Sep­tem­ber 2018: “Tat­säch­lich ist die Erwartung, dass jed­er einen gener­ischen Satz an Ver­hal­tensprinzip­i­en befol­gen sollte, eine höhere Form von Intol­er­anz.”

PolitikIn den Nachrichten
Sächsische Selbstironie

Ha Ha:

Die Säch­sis­che Sicher­heitswacht ist ein Beispiel der Zusam­me­nar­beit zwis­chen den Bürg­ern und ihrer Polizei. Sie ermöglicht zuver­läs­si­gen Frauen und Män­nern, die Polizei bei der Wahrung der öffentlichen Sicher­heit und Ord­nung aktiv zu unter­stützen.

Bürg­er zu den Waf­fen (aber auf Säch­sisch, weil das lustiger klingt)!

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: BEST BOOTY EVER!

JOY Oktober 2018Schlecht im Bett?

HEISSE 20 SEX-ABENTEUER nach denen er unser Bett garantiert nie mehr ver­lassen will!

Zu fett?

HAPPY CHEAT-DAY! Hier kom­men unsere leck­er­sten Fast-Food-Lieblinge in der leicht­en Low-Carb-Vari­ante

Pokri­tik?

BEST BOOTY EVER! 5 Mini-Übun­gen für einen super Knack-Po

Scheißfrisur?

DIE SCHÖNSTEN 2MINUTEN-FRISUREN EASY HAIRSTYLES FÜR JEDEN TAG!

Immer noch nicht wun­der­schön? Tja:

Schluss mit Grü­beln — ab sofort glauben wir ein­fach an uns selb­st!

Wenn ich mal keinen Anstand mehr habe, werde ich JOY-Redak­töse.

MontagsmusikIn den Nachrichten
MaidaVale — Deadlock

Montag (Symboleule)Es ist Mon­tag. Warum? Tja, irgend­was haben wir falsch gemacht. Ich würde annehmen, dass es am gülti­gen Kalen­der liegt, gemacht von einem Papst, dem zuzuhören bekan­ntlich sel­ten einen qual­i­ta­tiv­en Mehrw­ert bietet, unter Zuhil­fe­nahme irgendwelch­er Bibel­verse. Ohne Papst wäre heute kein Mon­tag. Das haben wir jet­zt davon.

Das Spiel Fort­nite wurde inzwis­chen in über 200 Schei­dung­sprozessen ange­führt. Daraus, dass noch nie ein Pand­abär ein Grund für eine Schei­dung war, möchte ich ein­fach mal fol­gern, dass Pand­abären bess­er für eine Beziehung geeignet sind als Spielkon­solen. Wer seinen Part­ner liebt, der muss einen Pand­abären adop­tieren. Ein­mal die Woche den Geschlechtsverkehr auszuüben lasse der­weil, behauptet eine Studie, die Alterung von Frauen langsamer fortschre­it­en. Ich finde das bemerkenswert, aber als Mann füh­le ich mich hier­bei über­vorteilt. — Apro­pos: Die neuen iPhones sind sex­is­tisch, weil Frauen zu kleine Hände haben. Das muss diese Zukun­ft sein, von der immer alle reden.

Der­weil bei den Linken: Nicht ständig aktiv Homo­sex­u­al­ität zu bewer­ben ist rechts. Dass die Grü­nen in Berlin nichts­destotrotz noch immer viel Zus­pruch erhal­ten, zeigt erneut, woran die par­la­men­tarische Demokratie eigentlich krankt, näm­lich an ein­er Wäh­ler­schaft, der alles völ­lig egal ist. Nach ihnen die Sint­flut. In Bay­ern wird dieses Prob­lem wenig­stens noch lei­dlich kreativ ange­gan­gen: Wenn man schon nur noch Wäh­ler hat, denen alles egal ist, dann kann man auch Kinder anschreiben, deren Eltern doch sich­er gern mal die SPD wählen wür­den. Wer nichts mehr zu ver­lieren hat, der glaubt nur noch gewin­nen zu kön­nen.

In fast jedem Fall ein Gewinn ist und bleibt Musik.

MAIDAVALE — DEADLOCK (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenNerdkrams
Mit dem Führer gegen Sklaverei

Es soll ja auch nie­mand behaupten, Pro­gram­mier­er hät­ten oft wenig Ver­ständ­nis für die Sor­gen von ein­fühlsamen Men­schen: Das Team hin­ter der Spiel- und Lern­sprache Python zum Beispiel hat vor weni­gen Tagen endlich etwas für mehr Gle­ich­berech­ti­gung unter­nom­men.

Let­zte Woche hat Vic­tor Stin­ner, ein Python-Entwick­ler, der für Red Hat arbeit­et, vier Pull-Requests ein­gere­icht, um “Mas­ter” und “Slave” in der Python­doku­men­ta­tion und im Python­code durch Begriffe wie “Eltern­teil”, “Arbeit­er” oder ähn­lich unor­dentliche Begriffe zu erset­zen.

“Aus Diver­sitäts­grün­den wäre es gut, Herr-und-Sklaven-Ter­mi­nolo­gie zu ver­mei­den, die mit Sklaverei in Verbindung gebracht wer­den kön­nten”, erk­lärte er in seinem Fehler­bericht, in dem er anmerk­te, dass es Beschw­er­den gegeben habe[.] (…) [2014] hat Djan­go (ein Python-Frame­work, A.d.V.) “Mas­ter” und “Slave” gegen “Führer” und “Fol­gende” einge­tauscht. CouchDB hat eben­falls 2014 eine ähn­liche lin­guis­tis­che Reini­gung vorgenom­men.

(Freie Über­set­zung von mir.)

Endlich tut mal ein­er was für die Befreiung der schwarzen Baum­woll­bytes! :ja:

Bonus­pointe: Der ursprüngliche Titel des ver­link­ten Artikels ist noch im URL zu sehen. Er ent­behrt nicht eines gewis­sen Charmes.

PolitikIn den Nachrichten
Unverhältnismäßig liberal

Während im Ham­bach­er Forst die 2017 aus der Regierung gewählte grüne Land­tags­frak­tion gegen einen ihrer eige­nen Beschlüsse protestiert, lässt es sich die EU-par­la­men­tarische F.D.P. nicht nehmen, im “por­tal lib­er­al” darauf hinzuweisen, wie bedauer­lich sie das Ergeb­nis der Abstim­mung zu Upload­fil­tern fand:

Ger­ade vor dem Hin­ter­grund des vielerorts anti­demokratis­chen Kli­mas in Europa hät­ten die Freien Demokrat­en Upload­fil­ter klar abgelehnt, erk­lärt [MdEP Nad­ja] Hirsch. (…) FDP-Dig­i­tal­ex­perte Manuel Höfer­lin erin­nert Union und SPD daran, im Koali­tionsver­trag Upload­fil­ter als unver­hält­nis­mäßig abgelehnt zu haben. (…) Für die Freien Demokrat­en sind Upload­fil­ter kein ver­hält­nis­mäßiges Mit­tel, um mögliche Urhe­ber­rechtsver­let­zun­gen und son­stige ille­gale Inhalte im Netz wirk­sam und ver­fas­sungs­fest zu bekämpfen.

Frau Hirschs Frak­tion­skol­lege Wolf Klinz hat übri­gens für diese Upload­fil­ter ges­timmt, die dritte Abge­ord­nete Gesine Meißn­er enthielt sich. Es soll ja nie­mand einen Frak­tion­szwang annehmen.