Persönliches
Saisonchristen

Es erscheint mir, vor­sichtig aus­ge­drückt, als bizarr, wenn Men­schen, die man im All­t­ag als vernün­ftige Per­so­n­en wahrn­immt, wegen der Kinder

  • wenig­stens ein­mal jährlich in die Kirche gehen und sich einem “Schöpfer” andi­enen, als lern­ten Kinder dort wertvolle Lek­tio­nen,
  • (welche zumeist aus­gerech­net diejenige Kirche ist, der man jeden­falls männliche Kinder nur aus­set­zen sollte, wenn man eine Videokam­era hat und Geld braucht,)
  • nach­dem sie zuvor wochen­lang unter Igno­ranz “ihres Glaubens” (Mt 6,24) von Geschäft zu Geschäft gehastet sind, um Krem­pel zu kaufen,
  • was sie auf­grund völ­liger Mis­sach­tung der Tat­sache, dass Ger­manien nicht frei­willig mit der Viel­göt­terei aufhörte, mit der “abendländis­chen Tra­di­tion” begrün­den,
  • die sie darüber hin­aus freilich nur auszugsweise inter­essiert, weshalb sie mit den meis­ten Din­gen, die ihre Tra­di­tion tra­di­tionell bestrafen lassen würde, nicht mal an Wei­h­nacht­en ein Prob­lem haben,
  • und, als sei das nicht schlimm genug, sel­bi­gen Kindern eine kreative Form von Umweltschutz vor­leben, indem sie Nadel­bäume ins Wohnz­im­mer stellen. Jesus hätte das so gewollt.

Manchen Eltern sollte man aus Jugend­schutz­grün­den die Reli­gion entziehen.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Was es zum “SPIEGEL” noch zu sagen gibt

Einen gün­stigeren Zufall als die “plöt­zliche” Ent­deck­ung jahre­lang erzeugter und ver­bre­it­eter fake news und deren Auf­bere­itung in ein­er größer wer­den­den Rei­he an eigen­loben­den Artikeln (hier: durch Text unter­broch­enen Wer­be­flächen) in Druck- und Dig­i­tal­form bei gle­ichzeit­ig kalkulier­bar steigen­der Inter­essen­ten- und damit Geld­bringerzahl kon­nte es für das Mag­a­zin mit den undif­feren­zierten Hass- und Het­zti­tel­seit­en im für die meis­ten Zeitschriften sehr ungemütlichen Jahr 2018 kaum geben.

In den NachrichtenNerdkramsWirtschaft
Trollstufe: Amazon

Hihi:

Auf die Nach­frage eines Echo-Nutzers nach den von ihm gespe­icherten Dat­en hat Ama­zon ihm rund 1.700 Audio­dateien ein­er völ­lig frem­den Per­son aus­ge­händigt. (…) Der betrof­fene Echo-Nutzer bekam als Entschädi­gung eine kosten­lose Prime-Mit­glied­schaft und zwei Echo-Laut­sprech­er.

Man kann Ama­zon — gele­gentlich zu Recht — manch­es vor­w­er­fen — für humor­losen Kap­i­tal­is­mus ste­ht der Konz­ern aber nach­weis­lich nicht.

NetzfundstückeWirtschaft
Kurz angemerkt zu Pascal Meiser

“Es ist doch obszön” (P. Meis­er), dass Pas­cal Meis­er, Bun­destagsab­ge­ord­neter für die “Linke” (die Anführungsze­ichen kann ich gar nicht groß genug set­zen), auf dessen Web­site zurzeit unter anderem mehrere Ver­weise auf sein Face­bookpro­fil — Face­book, dessen Grün­der zurzeit die drit­tre­ich­ste Per­son des Plan­eten ist, ist das­jenige US-amerikanis­che Unternehmen, das unter anderem Net­flix, Spo­ti­fy und Banken (Banken!) in den “pri­vat­en” Nachricht­en sein­er Kun­den herum­le­sen, ‑schreiben und ‑löschen lässt — zu find­en sind, als sei die Förderung von Kap­i­tal­is­mus aus Grün­den der con­ve­nience plöt­zlich nicht mehr erwäh­nenswert, gle­ichzeit­ig auf Twit­ter, dessen Erfind­er eben­falls mehrfach­er Mil­liardär ist, darüber klagt, dass “Ama­zon-Chef Bezos” (ebd.) zum reich­sten Mann “der Welt” gewor­den sei, während dessen Angestell­ten zum Fest des Geld­ver­schleud­erns nicht mal Geschenke kaufen kön­nten, aber die Trans­fer­leis­tung, dass das Konzept des Geschenkekaufens aus kalen­darischem und nicht etwa her­zlichem Anlass all­ge­mein nicht als gegeben hin­genom­men, son­dern täglich wieder hin­ter­fragt wer­den sollte, nein: muss, zu erbrin­gen nicht imstande und/oder wil­lens ist; als wäre es notwendig, dass man am Jahre­sende über­durch­schnit­tlich viel Geld für irgendwelchen Trödel aus­gibt, den man dann Men­schen schenken wird, denen man außer­halb solch­er ter­min­lich­er Verpflich­tun­gen keineswegs irgen­deine geld­w­erte Freude machen möchte, denn son­st bräuchte man diese Tra­di­tion ja nicht.


Hässlich­er Begriff des Tages: Krim­inelle Cyber­in­fra­struk­tur.

Sonstiges
Medienkritik CXIV: Vier Titelblätter zwischen Glitzer und Gesetzeshorst

Bei einem Gang in den örtlichen Kiosk lässt sich ein Blick ins Zeitschriften­re­gal sel­ten ganz ver­mei­den. Oft ver­sprechen bere­its die Titel­seit­en der aus­liegen­den Zeitschriften kaum enden wol­lende Unter­hal­tung im Mit­tel­teil, erzählen aber auch schon ohne einen Kauf ihre ganz eige­nen Geschicht­en.

So titelt etwa die Redak­tion der “myself” (“Wir machen Frauen stark”) auf der Jan­u­a­raus­gabe:

Wie aus einer Party ein Ereignis wird

Im Duden, dem all­ge­mein akzep­tierten abbilden­den Wörter­buch der gegen­wär­ti­gen deutschen Sprache, ist ein Ereig­nis als “beson­der­er, nicht alltäglich­er Vor­gang” definiert, wom­it jeden­falls mir auch ohne Rein­guck­en die Antwort klar ist: Ein­fach nicht jeden Tag feiern!

Aber wenn, dann richtig, find­et die Titelredak­tion der “Jolie” (Januar/Februar 2019), deren Fab­rikat zumeist in Spuck­weite der “myself” liegt, näm­lich mit ordentlich Glitzer!

Party! Mit Glitzer!

Ob es etwas mit dem Glitzern zu tun hat, dass auch erfol­gre­iche Frauen manch­mal trau­rig sind?

Auch glitzernde Frauen weinen manchmal.

Man stelle sich eine starke Frau in Busi­nessklam­ot­ten vor, die schillernd funkel­nd im Büro sitzt und weint. Das macht doch gar nicht richtig trau­rig.

Selb­stver­ständlich ist das aber ein nicht sehr fem­i­nis­tis­ch­er Umgang mit diesem The­ma, wie das dritte Mag­a­zin in diesem Beitrag jed­erzeit zu behar­ren bere­it sein dürfte: Das noch aktuelle “Mis­sy Mag­a­zine” — immer noch nicht pleite — überzeugt neben einem wun­der­schö­nen Titel­bild, das ein ger­adezu ver­führerisch guck­endes Wesen zeigt, mit einem Namenswitz (“Ein Horst von Gesetz”, haha, weil, hihi, prust, nur Dumme heißen so, lölchen) eben­so wie mit dem Mod­e­trend für 2019:

Brustkrebs - Flat & Fabulous

“Brustkrebs — Flat & Fab­u­lous”, da möchte man doch glatt auch welchen haben.

Überzeugt hat mich in diesem Monat aber einzig das Mag­a­zin “BROT”, das auf sein­er Jan­u­a­raus­gabe zutr­e­f­fend fest­stellt: “Tra­di­tionell leck­er — Das Bauern­brot ist Brot des Jahres 2019”.

Traditionell lecker

Mahlzeit.

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Art Brut — Kultfigur

"Guck nicht. Bring mir Kaffee!"

Es ist Mon­tag. Das ging aber wieder schnell! Ander­er­seits ist wahrschein­lich die “Dig­i­tal­isierung” nicht ganz unschuldig, wie Scott Adams schon 2010 fest­stellte: “Wir” wer­den immer mehr zu pas­siv­en Kon­sumenten, weil “uns” die Geduld fehlt, selb­st etwas beizus­teuern. Warum dann trotz­dem jed­er Tag sich seit Jahren zu ziehen scheint, kann nicht ein­mal mehr Stephen Hawk­ing beant­worten. Mit 3D-Köpfen kann man Gesichter simulieren. Wir leben in wech­sel­haften Zeit­en.

Andere bewe­gen sich hinge­gen weniger: Poli­tik­er von CDU und CSU sind auch weit­er­hin gegen die Forderun­gen von CDU und CSU. Das kann ich ein­er­seits ver­ste­hen, ander­er­seits würde ich damit wahrschein­lich etwas kon­se­quenter umge­hen, aber ich bin auch Ide­al­ist und kein Vol­lid­iot. CDU, F.D.P. und SPD (“Oppo­si­tion”) stimmten let­zte Woche in Nor­drhein-West­falen auch dafür, dass jed­er Pas­sant anlass­los kon­trol­liert wer­den darf. Das muss dieser “Linksruck” sein, den die erneuerte SPD zu ihrem Markenkern gemacht zu haben glaubt.

Apro­pos “dig­i­tal”: Vor ein paar Jahren war das schwäch­ste Glied in der Kette “Men­sch — Haustiere — Haushalts­geräte” noch das Haushalts­gerät. Inzwis­chen scheint es der Men­sch zu sein. Bei der Vor­bere­itung auf die sich so abze­ich­nende Apoka­lypse hil­ft vielle­icht ein wenig von ihr ablenk­ende Musik.

Kult­fig­ur

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: “Meucheln” klingt so subjektiv.

Nach­dem sich anscheinend herumge­sprochen hat, dass “Auss­chal­ten” als Euphemis­mus für das Kalt­machen von Men­schen nicht mehr so gern gese­hen ist, fällt den Medi­en wieder ein, dass franzö­sis­che Lehn­wörter früher en vogue waren, und sprechen fol­gerichtig vom “Neu­tral­isieren”, wenn sie darstellen möcht­en, dass ein Bösewicht abmurk­sender­weise um die Ecke gebracht wurde.

PolitikNetzfundstücke
Leben Rechte gesünder?

Angenom­men, die Unternehmen hin­ter den Marken McDonald’s, Coca-Cola, Pep­si, fritz-kola und Vita Cola möcht­en mit ihrer öffentlichen Dis­tanzierung erre­ichen, dass Linke bei aller Kri­tik an den teil­weise frag­würdi­gen Geschäftsmeth­o­d­en wieder ihre besten Kun­den wer­den (was teil­weise zu frucht­en scheint): Was sagt das eigentlich über den Zusam­men­hang zwis­chen “Antifaschis­mus” ein­er- und Dia­betes, Karies und Fet­tleibigkeit ander­er­seits aus?

PolitikIn den Nachrichten
Annahmen zum Linkssein (9): Jede Niederlage ist ein Grund zum Feiern.

Von ein­er lächer­lichen Neben­sache wie dem Umstand, dass der 8. Mai 1945 nicht etwa den Sieg der lib­eralen Demokratie über irgen­det­was bein­hal­tete, son­dern an diesem Tag vielmehr die Regierung des von Kriegs­geg­n­ern erst in einen unäs­thetis­chen Zus­tand ver­set­zten, dann abschnittsweise in deren eigene Län­dereien über­führten deutschen Reich­es infolge eines ver­lore­nen Krieges abge­set­zt wurde, lassen sich Linke doch nicht vom Feiern abhal­ten:

Der 8. Mai 2020 soll in Berlin ein Feiertag wer­den. An diesem Tag jährt sich das Ende des Zweit­en Weltkriegs zum 75. Mal.

Hur­ra, wir haben ver­loren.

Und als sei das noch nicht absurd genug, wird neben der Kapit­u­la­tion des Mil­itärs auch die des Ver­standes als behal­tenswerte Tugend betra­chtet:

Generell zum geset­zlichen Feiertag soll in Berlin der Frauen­tag am 8. März wer­den. Darauf hat­te sich rot-rot-grün kür­zlich geeinigt.

“Juhu, Frauen!” gehört nun nicht unbe­d­ingt zu den überzeu­gend­sten Anlässen für einen dauer­haft arbeits­freien Tag. Das muss diese Gle­ich­berech­ti­gung in der Stadt mit dem Exzel­len­z­clus­ter sein. — Gemessen an ihrer Wirtschaft­sleis­tung soll­ten Berlin­er vielle­icht weniger freie Tage bekom­men, aber Arbeit ist auch nicht links.

Dit is Balin.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 10. Dezember 2018: Liebe, Sex und Polizeigewalt

Neues aus Mainz:

Am frühen Son­ntag­mor­gen um kurz vor 06:00 Uhr wurde die Polizeiau­to­bahn­sta­tion Hei­desheim über einen Mann informiert, welch­er kurz zuvor nackt und onanierend mit seinem BMW die A 61 befahren und einen Nieder­län­der belästigt hat­te.


Neues aus Irland:

Eine Irin, die den Geist eines 300 Jahre alten Pirat­en geheiratet hat, behauptet, das Paar habe sich getren­nt. (…) Die Tren­nung ist ein weit­er­er Tief­schlag für Jack, nach­dem er ange­blich im 18. Jahrhun­dert für Dieb­stahl auf hoher See mit dem Tod bestraft wurde.


Neues aus Frankre­ich: Im Umgang mit den “Gelb­west­en” ste­hen jet­zt gewalt­tätige Polizis­ten auf der Seite der medi­al Guten. Das muss diese wehrhafte Demokratie sein.

In den NachrichtenPiratenparteiMontagsmusik
Julia Holter — Feel You // Politprofis, Journalistenprofis

*schweift in die Ferne*

Es ist Mon­tag. Danke, Merkel. Die Woche begin­nt so far­b­los wie die vorherige endete. Ich weigere mich aber, “wenig­stens schneit es nicht” zu schreiben, denn wahrschein­lich fängt es son­st umge­hend damit an. Der Über­druss set­zt Zeichen am lieb­sten mit dem Bran­deisen.

Apro­pos Zeichen: Am ver­gan­genen Woch­enende wurde eine Prothese die neue Vor­sitzende ein­er alterss­chwachen poli­tis­chen Partei, was anscheinend ein rel­e­vantes Ereig­nis ist. Die medi­ale Begleitung, die zwis­chen “Vor­sitz ein­er Partei” und “kün­ftiges Kan­zler­amt” über­wiegend keinen Unter­schied mehr aufzeigen wollte (wie prak­tisch, dann sparen wir uns weit­ere Wahlen doch ein­fach!), hat­te ihre Muni­tion im Vor­feld aber schon so nach­haltig ver­schossen, dass sie sich während der Kan­di­daten­vorstel­lung darauf beschränk­te, Dauer und Laut­stärke des jew­eils ent­stande­nen Beklatschens zu messen und stolz mitzuteilen. Wie genau wird man eigentlich noch mal pro­fes­sioneller Jour­nal­ist?

Auch nicht beson­ders pro­fes­sionell: In Bor­deaux plün­derten vorgestern Bek­loppte (“Gelb­west­en”) einen Apple­laden, um gegen die Regierung Macron zu opponieren. Das hat er jet­zt davon. Nach­dem sehr lange Unklarheit herrschte, ob man die durch Frankre­ich ziehen­den Ban­den aus der Unter­schicht hierzu­lande gut oder nicht so gut find­en sollte, hat sich wenig­stens das inzwis­chen aufgelöst: Der Iwan war’s, damit ist alles aus­re­ichend ein­ge­ord­net. Ver­dammter Putin immer.

Die Piraten­partei Baden-Würt­tem­berg bit­tet um Unter­stüzung (sic) bei der Vertei­di­gung von Lehrern und Lehren­den, wom­it sich das The­ma Bil­dung dort endgültig erledigt zu haben scheint. Dass nördlich davon, in Hes­sen, am Woch­enende ein Lan­desvor­stand gewählt wurde, dessen Mit­glieder den Protest gegen demokratis­che Ver­anstal­tun­gen mit furcht­bar­er Musik abfeiern, tut sein Übriges zu der Fest­stel­lung, dass man bei manchen ehe­ma­li­gen Ver­nun­ft­parteien bess­er kein Kreu­zlein mehr machen sollte.

Ich wäh­le sowieso am lieb­sten Musik, aber gute.

Julia Holter — Feel You (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenWirtschaft
Die Hoffnung im Bahnstreik

Im Feb­ru­ar 2018 schrieb man auf “ZEIT ONLINE”, bebildert mit einem fre­undlich wirk­enden Robot­er, “Mil­lio­nen Jobs” (anscheinend Arbeit­splätze eingeschlossen) seien durch die Dig­i­tal­isierung gefährdet. Angesichts des Umstandes, dass mor­gen viele Lok­führer (dies­mal unter Protest seit­ens der Gew­erkschaft der Lok­führer) sich zu arbeit­en weigern, als wären sie andern­falls gezwun­gen, als Lok­führer zu arbeit­en, möchte ich nochmals anre­gen, bei der Dig­i­tal­isierung ver­stärkt darauf zu acht­en, zuerst jene Arbeit­splätze mit Robot­ern zu beset­zen, die für die Aufrechter­hal­tung von Infra­struk­tur notwendig sind, denn Robot­er streiken nicht und haben gegenüber Men­schen in automa­tisier­baren Dien­stleis­tun­gen — wozu Lok­fahren zweifel­sohne gehört — kein­er­lei Nachteil.

Ich freue mich auf die Zukun­ft.

Nerdkrams
Öde Events: Es droht der #35c3.

Dieser Artikel ist Teil 7 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Nur noch wenige Wochen bis zum näch­sten Gewal­texzess in Leipzig: Auch in diesem Jahr find­et wieder ein “Chaos Com­mu­ni­ca­tion Con­gress” statt, tra­di­tionell ein Tre­f­fen aller­lei bunter Fig­uren; selb­st Demon­stran­ten, die wün­scht­en, “Merkel” solle “weg”, tra­gen noch Jahre später stolz Shirts vom “Con­gress”. Man wird sehen, ob “Ahkahkah” (medi­al dümm­lich­er Spitz­name für Annegret Kramp-Kar­ren­bauer) von densel­ben Men­schen hin­sichtlich ihres Weg­müssens aufgek­lärt wer­den wird. Ich würde mir ja wün­schen, dass auch der eher links­gerichtete Block auf solchen Demon­stra­tio­nen mal mit “Congress”-Klamotten statt im iden­titären Ein­heitss­chwarz aufläuft. Das wäre witzig, wenn die dann einan­der ver­mö­beln.

Sie haben ja auch nichts gel­ernt, sie haben noch immer wenig Inter­esse daran, Men­schen, die den Unter­schied zwis­chen “Lin­ux instal­lieren” und “Hack­er sein” ver­ste­hen, einen Mehrw­ert zu bieten, der über ein paar mäßig inter­es­sante Videos, die man später zu Hause durch­skip­pen kann und danach entwed­er gen­ervt oder gelang­weilt ist, hin­aus­ge­ht. In der Liste der “Events”Vorträge wäre wohl ein furcht­bar trock­enes Wort dafür, dass auf der Bühne ein Ödling mit einem Mac­Book ste­ht und mit einem schreck­lichen Akzent, denn die Vere­ins­meier mögen lieber gebrochen englis­ches Genuschel als überzeu­gend vor­ge­tra­gene Beiträge in ein­er flüs­sig gesproch­enen Sprache, PDFs vor­li­est — ste­hen ohne­hin wieder ein­mal ein paar Beispiele für schlecht­en Geschmack und vor allem geistige Dis­tanz von der Hack­erethik. Es sollte mich kaum wun­dern, bliebe der Saal, in dem diese erk­lärt wird, weit­ge­hend leer.

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NerdkramsPolitikIn den Nachrichten
Wie “1984”, aber zeitgemäß.

Gute Nachricht: EU-“Digitalkommissar” — drah di net um — Andrus Ansip set­zt sich dafür ein, kün­ftig noch aufmerk­samer als bish­er darauf zu acht­en, dass bei Smart­phones kein Geheim­di­enst drin ist; jeden­falls kein chi­ne­sis­ch­er:

Europa sollte sich (…) wegen des Geschäfts­ge­barens von Huawei und ander­er chi­ne­sis­ch­er Fir­men Sor­gen machen. Sie müssten mit den staatlichen Geheim­di­en­sten ihres Lan­des zusam­me­nar­beit­en, meinte Ansip am Fre­itag in Brüs­sel. Von den Fir­men konzip­ierte Chips kön­nten dann genutzt wer­den, “um unsere Geheimnisse zu bekom­men”.

Diese ver­dammten Chi­ne­sen. Die soll­ten sich mal ein Vor­bild an der west­lichen Welt nehmen. Die macht so was nicht — jeden­falls nicht mit dem chi­ne­sis­chen Geheim­di­enst. :ja:


Schlechte Nachricht: Aus dem Süden dro­ht Gefahr.

IT-Fir­men müssen in Zukun­ft Polizei und Behör­den unter­stützen – und zwar beim Zugriff auf die elek­tro­n­is­che Kom­mu­nika­tion von Verdächti­gen.

Aber keine Sorge, so schlimm ist es gar nicht:

Die Regierung vertei­digte ihr Gesetz und betonte, es han­dle sich lediglich um eine zeit­gemäße Form der früheren Tele­fonüberwachung.

Wie man zweifels­frei erken­nen kann, ist das also gar keine neue Repres­sion, son­dern lediglich ein Update. Bis jet­zt hat sich ja auch nie­mand beschw­ert!

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: CLANN — Seelie

Clann - Seelie

Lange nichts mehr über Musik geschrieben.

Die heutige Bere­icherung ist aus­nahm­sweise mal wieder nicht 2018, son­dern bere­its 2017 erschienen und zählt damit zu jenen Stu­dioal­ben, die ich let­ztes Jahr zu meinem Bedauern völ­lig überse­hen hat­te. In der musikalisch bere­ich­ern­den Stadt Mon­tre­al hat sich Vio­lin­ist Sebas­t­ian McK­in­non unter dem Pro­jek­t­na­men CLANN, was ange­blich “Fam­i­lie” heißt, mit eini­gen Mit­musik­ern, darunter Sän­gerin Char­lotte Oleena, mit der er schon zuvor Musik aufgenom­men und veröf­fentlicht hat­te, zusam­menge­tan, um Film­musik zu machen.

“Film­musik” ist dabei nicht mal abschätzig gemeint, denn “Seel­ie”, das Album, um das es hier geht (Bandcamp.com), ist ein Teil des Mul­ti­me­di­apro­jek­ts “KIN Fables”, zu dem Kurz­filme eben­so gehören wie ein illus­tri­ert­er Roman, ein Lang­film soll das Pro­jekt irgend­wann ver­voll­ständi­gen. Dass “Seel­ie”, ver­mut­lich nicht wie ein Kose­name für eine Seele aus­ge­sprochen, schon mal klingt wie der sound­track zu einem solchen Film, ist pos­i­tiv zu begreifen.

CLANN — The Faerie Court (Under Sun)

Obwohl “Seel­ie” sich nicht ger­ade als beson­ders fröh­lich­es Werk erweist, komme ich nicht umhin, eine mor­bide Schön­heit festzustellen. Manch­mal gibt es diese Momente, in denen Lärm nicht hil­ft, son­dern Klavier und Vio­line. Für diese Momente ist dieses Album kaum die schlecht­este Wahl. Dass es nicht als Vinyl-LP zu haben ist, ist da beina­he auch egal.

CLANN — I Hold You

So sollte es eigentlich öfter sein.

(Danke, Herr Könich!)