Es ist Montag. Weil in einer alten Erzählung davon zu hören ist, dass zu Pfingsten vor langer Zeit einige Menschen plötzlich in fremden Sprachen zu reden anfingen, wird heute trotzdem nur wenig gearbeitet. Das ist nur folgerichtig und sicherlich auch sinnvoll, denn sonst würde der Gesetzgeber, dem Arbeit bekanntlich nicht völlig unwichtig ist, ja sicherlich anders entscheiden, nicht wahr? — Wenn doch nur alles so leicht wäre!
Apropos Gesetze: Die Welt ist beruhigt, in London wurden die Bösen, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört, zeitnah gemeuchelt beziehungsweise “ausgeschaltet”, wie es bei Lichtschaltern und in der einschlägigen Berichterstattung mit ihren Livetickern und Newsblogs (was nebenbei die Frage aufwirft, was, wenn kein “Newsblog”, die beteiligten Journalisten denn sonst so zu schreiben meinen) heißt. Über die Täter war schnell alles Notwendige bekannt, denn gemäß den Nachrichten (u.a. gestrige “Sat.1‑Nachrichten”) handelte es sich um “muslimisch aussehende” Männer, denn, wie gerade wir als Deutsche ja wissen, ist es zwar völlig unangebracht, die Religion eines Menschen an seinem Aussehen zu erkennen, aber bei den Moslems macht man da in der Terrorhysterie schon mal eine Ausnahme, denn die sehen ja alle gleich aus. Jemand sollte mal etwas gegen diese Bärtigen unternehmen.
Aus der Welt der großen Überraschungen: Wer seine Passwörter auf den Computern anderer Menschen (“Cloud”) ablegt, dem gehen sie auch mal verloren. Der unbedachte Umgang der Menschen mit ihren Daten war irgendwann einmal ein treibendes Thema für eine aufstrebende deutsche Partei, diese jedoch sonnte sich am Wochenende lieber auf einer Sexualitätsparade. Ich wünschte, es würden sich auch nur annähernd so viele politisch aktive Menschen für ihre digitale Freiheit wie für Sexpolitik interessieren, aber ich bin natürlich auch ein bisschen merkwürdig.
Ebenfalls merkwürdig, klingt aber wenigstens gut: Musik.
Guten Morgen.


Sorry, ich habe da keine Musik gehört, nur Geräusche; aber wahrscheinlich habe ich noch die Melodien vom schönen Westerwald und der Lilli Marlen im Kopf, bei meinem Alter kein Wunder, immerhin hat mich diese Art Musik im tausendjährigen Reich geprägt und die Neue Deutsche Musik, sprich Da Da Da, hat mich auch nicht vom Hocker gerissen. Ich werde mal doch die Schellackplatten vom ollen Richard, dem Wagner, abstauben, da ist wenigstens noch Mumm drin, erinnert mich immer so an die alten Wehrmachtsberichte in der Wochenschau und die donnernden Eisenbahngeschütze tauchen wieder vor meinem geistigen Auge auf. Tschingda Tschingda, Täterä Täterä- Bum Bum.