In den NachrichtenComputer
Die Reklamolution frisst ihre Kinder.

Im März 2017 fand ich es merk­würdig, dass Ver­leger Reklame für eine jour­nal­is­tis­che Leis­tung hal­ten. Das sehen anscheinend auch andere so:

Im ver­gan­genen Jahr wur­den in der amerikanis­chen Medi­en­branche (…) 15.474 Arbeit­splätze abge­baut. (…) Wesentlich­er Teil des Prob­lems für die Medi­en­branche sind (…) die Tech-Konz­erne Google, Face­book und Ama­zon, in deren Kassen in den USA mehr als 60 Prozent der dig­i­tal­en Werbe­spend­ings fließen. Außer­dem hät­ten die dig­i­tal­en Medi­en­ange­bote mit der zunehmenden Nutzung von Wer­be­block­ern zu kämpfen.

Abge­se­hen von dem Wort “Werbe­spend­ings” finde ich nur wenige Über­raschun­gen in der Nachricht: Wenn Wer­bung zum wichti­gen jour­nal­is­tis­chen Inhalt wird, ist der Teil zwis­chen der Wer­bung eben kein Geld mehr wert. — Passend dazu berichtete vorgestern “heise online”, in dessen Daten­schutzerk­lärung allein auf 16 Part­ner reklamev­er­mark­ter­isch­er Art hingewiesen wird:

Pro­gramme, die frem­den Code emp­fan­gen und aus­führen, kön­nen sich nicht auf Soft­ware-Schutz für Spec­tre-Lück­en ver­lassen, sagen Google-Forsch­er. (…) Ihre Erken­nt­nisse sind allerd­ings kein Grund zur Panik, da von den Angrif­f­en prak­tisch nur Pro­gramme betrof­fen sind, die Code aus nicht ver­trauenswürdi­gen Quellen aus­führen (…). Die wichtig­ste Gruppe solch­er gefährde­ter Pro­gramme sind Web-Brows­er.

Die Anzeige von Wer­bung war, ist und bleibt somit ein gefährlich­es Sicher­heit­sloch. Je weniger es sich nun also für das Gehalt lohnt, die Sicher­heit der poten­ziellen Kun­den (hier: Leser) zu gefährden, desto schneller wer­den Bedi­en­stete der Wer­be­branche sich eine anständi­ge Arbeit suchen müssen, um ihren Lebens­stan­dard zu hal­ten.

Ich beginne zu ver­ste­hen, warum ein Grun­deinkom­men in jour­nal­is­tis­chen Kreisen zuse­hends pos­i­tiv­er aufgenom­men wird.

(via Schw­erdt­fe­gr)