Netzfundstücke
Vom Recht auf Hühnersuppe

Zwielichtige Gestalten wiesen mich gestern auf das Onlinemagazin „Supernova” hin, das eine Art „Spex” für Berliner Wohlstandskinder zu sein scheint und unter bizarren Überschriften („Katern für den Kommunismus”) wunderliche Texte zwischen „Leftstyle” und „Feminismus” ergießt. Auslöser für den Hinweis war ein neuer Text über die Herausforderungen, die jemanden erwarten, der sich einem dieser neumodischen polyamoren Pärchen anzuschließen vorhat. In dem Text hat Caren Miesenberger – guter Name auch – bereits in den ersten drei Absätzen Formulierungen wie „edgy Selbstbild”, „eine Dyade zum Kern [haben]” und „in the first place” benutzt, aber darüber ließe sich allenfalls mild schmunzeln.

Unkritisch zitiert sie aber zu meiner weit größeren Belustigung ein olles Büchlein bzw. anscheinend PDF-Dingsbums:

Die Bibel der Polyamorie (…) widmet Singles nur ein einziges, eigenes Kapitel . Darin steht zum Beispiel, dass (…) diejenigen, die einen sexpositiven Lebensstil ohne feste*n Partner pflegen, auch ein Anrecht darauf haben, von denjenigen, mit denen sie sich involvieren, Hühnersuppe gekocht zu bekommen, wenn sie krank sind.

Denn das war bekanntlich eine der größten Errungenschaften der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Es gibt jetzt ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf Gewissens- und Informationsfreiheit sowie auf Hühnersuppe. :ja:


Und dann wäre da noch die „Cosmopolitan”, auf deren diesmonatiger Titelseite eine Erläuterung der Frage, warum die fürs Überleben recht nützlichen Poren („ihr nervt!”) so sichtbar seien, ebenso angekündigt wird wie „10 clevere Strategien”, am Ende des Monats mehr Geld zu haben. Dass „Ohlala”, eine Art Tinder für Bezahlnutten, entwickelt von der sehr angenehm heißenden „Start-up-Unternehmerin” Pia Poppenreiter, auf Seite 86 und folgenden eine große textliche Werbefläche erhält und allein die 24 „Beauty”-Produkte auf Seite 101 zusammen gerade mal 718 Euro kosten, lässt in mir die Frage reifen, wie viel Geld man als „Cosmopolitan”-Leserin denn so im Durchschnitt monatlich überhaupt zur Verfügung hat – und ob das Nichtlesen der „Cosmopolitan” nicht überhaupt ein ausgezeichneter Spartipp wäre.

Senfecke:

  1. Das Ding ist weniger eine SPEX für Wohlstandskinder, sondern das NEUE DEUTSCHLAND für Gender-Studis – mit entsprechend eindeutig ideologischer Ausrichtung. Einfach mal die Leute aus dem Impressum googeln, vor allem den Genossen Schindler … Unkraut vergeht nicht …

  2. Irgendwas müssen doch die Bindestrichabsolventen ja machen. Da liegt eine weitere überflüssige Zeitschrift nahe. Für die Resterampe Taz schreiben eh genug.

:) 
:D 
:( 
:o 
8O 
:? 
8) 
:lol: 
:x 
:aufsmaul: 
:P 
:ups: 
:cry: 
:evil: 
:twisted: 
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