KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Träden

Träden (2018)Im Sommer 1967 gründete der schwedische Musikstudent Bo Anders Persson, angeblich beeindruckt von einem Besuch von Terry Riley, die generationstypisch psychedelische Musikgruppe Pärson Sound, die sich mehrfach umbenannte und schließlich jahrzehntelang Träd, Gräs och Stenar („Baum, Gras und Steine”) hieß. 2009 veröffentlichte diese Gruppe ihr letztes reguläres Album „Hemlösa katter”, von der Gründungsbesetzung waren außer Bo Anders Persson (Gesang, Gitarre) noch Torbjörn Abelli (Bass) und Thomas Mera Gartz (Schlagzeug) dabei, die 2010 (Abelli) beziehungsweise 2012 (Gartz) starben, während der Bandgründer sich nach diesem letzten Album endlich zur Ruhe setzte. Übrig gebliebene Aufnahmen von 2006 bis 2012 wurden 2017 als „Tack för kaffet / So long” veröffentlicht.

Die überlebenden Musiker, allesamt erst nach dem Debütalbum von Träd, Gräs och Stenar zur Band gestoßen, beschlossen, dass Musik ihnen trotzdem immer noch Spaß macht, und gründeten die wenig überraschend benannte Nachfolgegruppe Träden („Bäume”), deren Debütalbum (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL), langweilig nach dem Bandnamen betitelt, nun vorliegt.

Nun soll niemand annehmen, dass sich seit 1967 in der Musik der wechselnden Herren nichts verändert habe, konsequent beginnt das Album, das ich fortan „Träden” nennen möchte, daher mit „När lingonen mognar”. Dieses Stück, seinerzeit deutlich kürzer, spielte die Band, die damals gerade Harvester hieß, bereits auf ihrem 1970 veröffentlichten Album „Hemåt” und es war wohl am ehesten dem heute von jedenfalls mir als staubig wahrgenommenen Folk zuzuordnen. Wie viel frischer doch die Version von 2018 klingt!

När lingonen mognar (Lingonberries Forever)

Den elektrischen Instrumenten sei’s gedankt, dass diese Weiterentwicklung möglich war: Statt öder Hippiemusik dringt psychedelische Rockmusik, gar Postrock aus dem Kopfhörer, es wird in die Breite gegangen und gitarrt, gern auch dreckig verzerrt. Die Hälfte der Stücke auf „Träden”, mit Ausnahme der Eröffnung anscheinend neu, ist über neun Minuten lang. Fein.

Gitarrist und Sänger Jakob Sjöholm, seit 1970 gelegentlich und seit 1995 festes Bandmitglied, leistet gute Arbeit, fehlt aber in Stücken wie dem effektgeladenen „OTO” auch nicht unbedingt. Träden kriegen beides hin und das ist mindestens bemerkenswert.

Genres sind und bleiben Pipifax. Das Internet möchte trotzdem „Jam-Psych-Prog” anetikettieren. Ich habe keine weiteren Einwände.

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