In den Nachrichten
Affen­land ist abge­brannt

Im Zuge der Neu­jahrs­fei­er­lich­kei­ten, wäh­rend derer eine noch immer zu klei­ne Zahl an Über­flüs­si­gen sich und/oder ande­ren eine noch immer zu klei­ne Zahl an Glied­ma­ßen abra­ke­tete, erfolg­te auch ein ganz blö­der Zufall, als infol­ge dümm­li­chen Geböl­lers zwar ein paar Affen Feu­er fin­gen, aber lei­der die fal­schen:

Töd­li­ches Feu­er-Dra­ma an Sil­ve­ster im Kre­fel­der Zoo: Das Affen­haus ist in der Nacht kom­plett abge­brannt.

Wie es sich für ein Qua­li­täts­me­di­um gehört, das einen Bericht über umge­brach­te Tie­re als „töd­li­ches Dra­ma“ ein­lei­tet, wur­de die Ursa­che auch pro­fes­sio­nell recher­chiert: Ein paar Voll­pa­via­ne war­fen Rake­ten aufs Gelän­de. Das wäre nicht so schlimm gewe­sen, wären es wenig­stens die guten Rake­ten von Aldi gewe­sen, befand der Jour­na­list – aber man warf ande­res:

Und zwar nicht gewöhn­li­che Rake­ten, son­dern so genann­te Him­mels­la­ter­nen. Die sind in Deutsch­land in allen Bun­des­län­dern außer in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­bo­ten!

Man ach­te daher beim Benut­zen von Spreng­kör­pern nahe sterb­fä­hi­ger Lebe­we­sen dar­auf, dass man sich in Meck­len­burg-Vor­pom­mern auf­hält oder die Spreng­kör­per dort kauf­te, wo das geset­zes­kon­for­me Abbren­nen wenig­stens zuge­sagt wor­den war.

Eini­ge Affen, heißt es, blie­ben ver­schont. Da der Kre­fel­der Zoo aller­dings ohne­hin seit län­ge­rer Zeit um Spen­den für eine Fort­pflan­zungs­an­la­ge für Schim­pan­sen bit­tet, glimmt der Fun­ke einer Hoff­nung, es wer­de Ende 2020 eine erneu­te Chan­ce für das Kar­ma geben, Affen zu ent­flam­men.

Näch­stes Mal hof­fent­lich die rich­ti­gen.


Die Stadt Lübeck füh­re, las ich, den Gen­der­dop­pel­punkt ein. Ich als pro­gres­si­ver jun­ger Mensch möch­te da nicht hint­an­ste­hen und füh­re künf­tig das Gen­der­mit­tel­fin­ge­re­mo­ji ein.

Persönliches
Zwanzigx2 (auch nicht gut)

Die­ser Arti­kel ist Teil 9 von 15 der Serie Neu­jahr

Jetzt in die­sem Moment wird es 2020. Drau­ßen zün­den sie Geld an. Eigent­lich ist jedes Datum nicht mehr als eine kalen­da­ri­sche Beson­der­heit, aber Men­schen mögen Melan­cho­lie und dar­in bin ich gut. 2013 begann für mich immer­hin mit einem Rück­blick auf gewon­ne­nes und ver­lo­re­nes Glück, 2015 ging eigent­lich nur eines ver­lo­ren (das dafür mit Wir­kung). Dar­in bin ich eben­falls gut.

2019 ver­sprach wenig und hielt vie­les, es lehr­te aber auch aber­ma­li­ge Demut im Umgang mit der Zufrie­den­heit. Man füh­le sich gern jeder­zeit geliebt, gewert­schätzt und bewun­dert, nie­mals aber ange­kom­men. Die Rei­se geht wei­ter, immer wei­ter. Mit­un­ter gewinnt man beim Pokern und wird auf der Rück­fahrt aus dem Bus geschmis­sen. Was bleibt, sind die Lie­der vom Stra­ßen­rand, die Ein­drücke, die Gerü­che, Geschmäcker von Din­gen, von Men­schen. Nur die Men­schen selbst, sie rei­sen gern wei­ter.

Wei­ter als du denkst (Unplug­ged Live Ver­si­on)

Inmit­ten der aku­sti­schen Welt­kriegs­sze­na­ri­en, die Groß­vä­ter und Haus­tie­re glei­cher­ma­ßen unter Tische und Bet­ten trei­ben, ent­wickelt sich die häss­li­che Freu­de dar­auf, noch am Neu­jahrs­tag in den Medi­en hohe Zah­len weg­ge­spreng­ter Glied­ma­ßen zu lesen. Der Tag macht tra­di­tio­nell nichts Gutes mit mir. Melan­cho­lie war ange­fragt? Ver­zei­hung, da habe ich mich ver­le­sen. Ich dach­te, es war Ver­bit­te­rung gemeint.

Die blö­de Onlinevi­deo­thek Net­flix schlug vor, mei­ne gese­he­nen Fil­me und/oder Seri­en als Beschrei­bung des kom­men­den Jah­res zu ver­ste­hen. Wohl dem, des­sen letz­ter gese­he­ner Film nicht Bra­in­dead war! Ich neh­me mir den Rat jeden­falls zu Her­zen – viel­leicht lade ich das Jahr 2020 ein­fach auch ille­gal im Inter­net run­ter.

Prost Neu­jahr.

In den NachrichtenMontagsmusik
Annen­May­Kan­te­reit – Hin­ter klu­gen Sät­zen // Von Hack­die­ben und SPD-Lin­ken.

Die böllern ja immer noch!Es ist Mon­tag. Zu mei­ner Erbau­ung kommt danach in die­sem Jahr kein wei­te­rer, zu mei­ner Ermü­dung wird es aber anschlie­ßend wei­te­re Jah­re geben. Im Inter­net regt sich die Vor­tän­ze­rin der Hartz-IV-Par­tei SPD dar­über auf, dass das Inter­net es gar nicht wit­zig fin­det, wenn man Groß­el­tern wahl­wei­se als Umwelt­schwei­ne oder als Nazis beschimpft. Ich mag da gar nicht mehr hin­gucken.

Gucke ich also woan­ders hin, näm­lich zum „Con­gress“. Weil die Orga­ni­sa­to­ren des ehe­ma­li­gen Hacker­tref­fens Qua­li­tät weni­ger inter­es­sant fin­den als Quan­ti­tät, gibt es in die­sem Jahr nicht nur wie­der sehr vie­le Vor­trä­ge in grau­en­vol­lem Eng­lisch, son­dern vor allem zahl­rei­che Dieb­stäh­le, was die Auf­for­de­rung, man möge wäh­rend der Teil­nah­me excel­lent to each other sein, zu einer – von außen betrach­tet – ange­nehm zyni­schen macht. Man kön­ne, befand ein Kom­men­ta­tor, bei einer Teil­neh­mer­zahl von über 17.000 Per­so­nen eben nicht mehr garan­tie­ren, dass kei­ne unfei­nen Zeit­ge­nos­sen dar­un­ter sei­en. Die nahe lie­gen­de Lösung, künf­tig ein­fach wie­der Hacken in den Vor­der­grund zu stel­len und erleb­nis­ori­en­tier­ten Viel­ge­schlech­tern mit häss­li­chen Poli­tik­stickern dort, wo bes­ser Geklei­de­te ein Revers haben, nahe zu legen, eine ande­re Ver­an­stal­tung für die Stamm­gä­ste uner­träg­lich zu machen. Viel­leicht ja mal einen Par­tei­tag der SPD oder so!

Und da sind wir dann doch wie­der beim The­ma: Aus dem knall­rot sozia­li­sti­schen Staat Vene­zue­la, ver­mel­det die „FAZ“ (hier wg. LSR nicht direkt ver­linkt), gebe es zahl­rei­che Bit­ten um Asyl in Deutsch­land. Die wer­den Augen machen, wenn die SPD-Lin­ke hier den Sozia­lis­mus gestärkt hat. Deren noch ver­gleichs­wei­se neue hal­be Par­tei­vor­sit­zen­de teil­te der­weil mit, Mili­tär­ein­sät­ze sei­en für die SPD „die ulti­ma ratio“, was eigent­lich nur bedeu­ten kann, dass die SPD sich nicht wesent­lich mehr als zwei ratio­nes für jeden erdenk­li­chen diplo­ma­ti­schen Zwi­schen­fall offen hält.

Wenig­stens in Baden-Würt­tem­berg ist man noch sicher vor sol­chem Geschwätz: Win­fried Kret­sch­mann, der dor­ti­ge Vor­zei­ge­grü­ne, gab bekannt, Baden-Würt­tem­berg müs­se unbe­dingt Auto­land blei­ben. Nimm dies, Gre­ta!

Ich neh­me unter­des­sen was ande­res, näm­lich Abschied vom Jahr; dies­mal mit einem guten Vor­satz, aber den ver­ra­te ich nicht mal mir selbst. Es möge statt­des­sen Musik die Zeit ver­trei­ben, die zu viel ver­rät.

Hin­ter klu­gen Sät­zen – Annen­May­Kan­te­reit

Guten Mor­gen.

NerdkramsIn den Nachrichten
Schlan­ke Kil­ler­spie­le für den Umwelt­engel!

Auf einer Sei­te, die (abzüg­lich Rekla­me und son­sti­gem Müll) mal eben zwi­schen einer und zwei 3,5‑Zoll-HD-Disketten nahe­zu voll­ma­chen wür­de, berich­tet „hei­se online“ von einem com­pu­ter­qua­li­ta­ti­ven Initia­ti­ve der Bun­des­re­gie­rung, die ich aus­nahms­wei­se gar nicht mal blöd fin­de:

Die Bun­des­re­gie­rung will von 2020 an ener­gie­in­ef­fi­zi­en­ter, kurz­le­bi­ger und auf­ge­bläh­ter Soft­ware den Kampf ansa­gen.

End­lich wird Bläh­soft­ware wie Git, Visu­al Stu­dio Code, Fire­fox und nicht zuletzt der Linux­ker­nel als das bewer­tet, was sie ist: Inef­fi­zi­en­ter, erset­zens­wer­ter Quatsch. Erreicht wer­den soll ein Umden­ken mit dem ein­zi­gen Mit­tel, das im Jahr 2019 gegen alle Beden­ken zu hel­fen scheint, näm­lich mit der Umwelt­keu­le:

Vom kom­men­den Jahr an wer­de das offi­zi­el­le Umwelt­zei­chen auch für Com­pu­ter­pro­gram­me erhält­lich sein, kün­dig­te Mari­na Köhn, Green-IT-Ver­ant­wort­li­che im Umwelt­bun­des­amt (UBA) am Frei­tag auf dem 36. Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress (36C3) in Leip­zig an.

Wie aber anders­wo bereits fest­ge­stellt wur­de, gilt das aus­ge­rech­net für Spie­le nicht bedin­gungs­los, denn die­se könn­ten nur dann umwelt­freund­lich sein, wenn sie gleich­zei­tig auch jugend­freund­lich ist:

Einen Engel etwa für gewalt­ver­herr­li­chen­de Bal­ler-Spie­le wer­de es nicht geben, die Anfor­de­run­gen des Jugend­me­di­en­schutz-Staats­ver­trags (JMStV) müss­ten voll erfüllt sein[.]

Das fin­de ich inkon­se­quent: Bei der Nut­zung eines Text­edi­tors habe ich per­sön­lich schon deut­lich unfreund­li­che­re Wör­ter ver­wen­det als beim blo­ßen Abknal­len von Pixeln.

Ich kann die Ver­ant­wort­li­chen daher nur dar­um bit­ten, ihr Ansin­nen zu über­den­ken: So schön ich es auch fin­de, dass gute Soft­ware wie ed und sam end­lich poli­tisch die Wür­di­gung erhält, die sie ver­dient, so fatal ist es doch, ihre Ver­wen­dung als weni­ger jugend­ge­fähr­dend zu betrach­ten als die eines ollen Spiels. Der Jugend­me­di­en­schutz-Staats­ver­trag muss drin­gend um eine Betrach­tung moder­ner Pro­gram­mie­rung erwei­tert, aber um den lang­wei­li­gen Unsinn „Gam­ing“ berei­nigt wer­den! Jugend­schutz in der Digi­ta­li­sie­rung kann nur ganz­heit­lich erfol­gen.

Die Jugend wird es ihnen dan­ken. :ja:

NetzfundstückePiratenpartei
Kurz ange­merkt: Dan­ke, Bom­ber #36c3!

Die­ser Arti­kel ist Teil 10 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Manch­mal wünsch­te ich mir, die Ver­mu­tung, dass die­je­ni­gen, die die Pira­ten­par­tei (wem nützt’s?) mit inlands­feind­li­chem Blöd­sinn unter ein Pro­zent der Stim­men gedrückt haben, ihre Brand­ro­dung jetzt in ande­ren Wäl­dern fort­set­zen, erhär­te­te sich nicht andau­ernd aufs Neue, denn nicht nur hat Digi­tal­bla­ma­ge, einer mei­ner Wenigst­lieb­lings­ver­ei­ne für/um Netz­po­li­tik, die „Pira­tin­nen“ absor­biert, auch der ehe­ma­li­ge Cha­os Com­pu­ter Club, der mit Com­pu­tern laut eige­ner Ver­laut­ba­run­gen nichts mehr zu tun haben wol­le, weil die­se nicht mehr nerdig, son­dern inzwi­schen zu „Main­stream“ sei­en, erhielt rei­chen Zuwachs aus dem Umfeld derer, die schon ein­mal unter Beweis gestellt haben, dass ihr poli­ti­sches Enga­ge­ment bevor­zugt da statt­fin­det, wo Krieg eine her­vor­ra­gen­de Idee ist: Enno Len­ze etwa, vor vier Jah­ren aus der aus­ge­rech­net Ber­li­ner Pira­ten­par­tei aus­ge­tre­ten, nach­dem zwei teil­wei­se ent­klei­de­te und beschrif­te­te Damen in Dres­den dem ver­bli­che­nen Sir Arthur Har­ris für der Bom­bar­die­rung der Stadt gedankt hat­ten, teil­te auf Twit­ter mit, er habe dem Publi­kum des „Con­gres­ses“ Valen­tins­kar­ten mit­ge­bracht, auf denen sti­li­siert besag­ter Sir Arthur Har­ris mit­samt dem Flirt­spruch zu sehen ist, der oder die Ange­spro­che­ne schmel­ze das Herz des Absen­ders „wie die Stadt Dres­den“, und wäh­rend mir auch nur der lei­se­ste Hauch einer Ahnung davon, was in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren mit Enno Len­zes Ver­stand pas­siert ist, völ­lig abgeht, ist dies viel­leicht eine gute Gele­gen­heit, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass von „Bom­ber Har­ris“ außer Dres­den auch Leip­zig betrof­fen war und das mit dem Prei­sen der Kriegs­vor­komm­nis­se mög­li­cher­wei­se eine weni­ger gute Idee ist, wenn man selbst in Leip­zig einer mehr­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung eines Ver­eins bei­wohnt, der von den Besu­chern for­dert, man möge sich zuein­an­der „excel­lent“ ver­hal­ten; außer gegen­über Ost­deut­schen, was der Ver­ein offen­sicht­lich nur zu erwäh­nen ver­ges­sen hat.

In den NachrichtenWirtschaft
… aber die­se Kern­ener­gie da, die ist nicht von hier!

Der Aus­stieg aus der koh­len­stoff­di­oxid­aus­stoß­ar­men „Atom­kraft“ war eine aus­ge­zeich­ne­te Idee, man las­se sich da nichts ein­re­den. Wir brau­chen kei­ne Kern­kraft­wer­ke. Wir haben ja erneu­erb

Wegen der Abschal­tung von KKP 2 wer­de ver­stärkt auf Impor­te aus ande­ren Regio­nen Deutsch­lands und aus dem benach­bar­ten Aus­land zurück­ge­grif­fen, sag­te das für Tech­nik zustän­di­ge Vor­stands­mit­glied des Ener­gie­ver­sor­gers EnBW, Hans-Josef Zim­mer, der „Stutt­gar­ter Zei­tung“ und den „Stutt­gar­ter Nach­rich­ten“. „Wir sind über­zeugt, dass wir noch eine gewis­se Zeit auch Koh­le­kraft­wer­ke und mit­tel­fri­stig Gas­kraft­wer­ke brau­chen, um zuver­läs­sig jeden Tag 24 Stun­den lang Elek­tri­zi­tät lie­fern zu kön­nen“, ergänz­te Zim­mer.

… Koh­le­kraft­wer­ke und Kern­ener­gie aus Frank­reich! :ja:

In den Nachrichten
Heu­te sind wir alle Türen.

Als Frank-Wal­ter Stein­mei­er, das welt­weit zweit­schlech­te­ste Staats­ober­haupt, neu­lich auf den Kalen­der blick­te, fiel ihm plötz­lich auf, dass die­ses Land, das gern für Bil­dung und Auf­klä­rung ste­hen wür­de, bald wie­der eines sei­ner alber­nen Feste fei­ern wür­de. Sein Beruf ver­lang­te es von ihm, dass er, Stein­mei­er, sich zu sol­chen Anläs­sen aus sei­ner Resi­denz bewe­gen und eine Anspra­che an sein Volk rich­ten möge. Aber er hat­te dies­mal nichts vor­be­rei­tet!

Kein Pro­blem, dach­te Frank-Wal­ter Stein­mei­er: Man hört ihm ohne­hin ungern zu, da rei­chen ein paar grif­fi­ge Sät­ze für die Pres­se. Einen Ver­gleich zum Bei­spiel – Ver­glei­che gehen immer! Nur womit? Unsanft stieß er grü­belnd sei­nen Kopf an der Tür sei­nes Anklei­de­zim­mers an. Noch wäh­rend er sei­ne schmer­zen­de Stirn hielt, kam ihm die Erleuch­tung – die Rede war so gut wie fer­tig!

Die Tür, die dem Angriff wie durch ein „Wun­der“ stand­ge­hal­ten habe, sym­bo­li­sie­re die gesam­te Gesell­schaft, weil sie für die Fra­gen ste­he: „Sind wir stark und wehr­haft? Ste­hen wir genü­gend bei­ein­an­der und fest zuein­an­der?“

„Sind wir aus Holz? Passt min­de­stens ein Schlüs­sel in eines unse­rer Löcher? Kann man uns zuknal­len? Wo ist unser Griff? All das, lie­be Bür­ge­rin­nun­bür­ger, müs­sen wir uns selbst jeden Tag aufs Neue bewei­sen. Nur so kön­nen wir unse­re Wer­te bewah­ren.“

Das wür­de die Rede sei­nes Lebens wer­den, des­sen war er, Stein­mei­er, sich ganz sicher. Zufrie­den lächel­te er in den Spie­gel. Der Spie­gel lächel­te nicht zurück.


Auch 2019 gilt: Wer der Kir­che Geld gibt, der finan­ziert auch Pädo­phi­lie. Ich emp­feh­le davon abzu­se­hen.

NetzfundstückeIn den NachrichtenMusikkritik
Die Toten Hosen – Ich bin die Sehn­sucht in dir // Fein­staub­weih­nacht

#montagslächelnEs ist Mon­tag. Ich sah gestern, dass es eine Zeit­schrift namens „Living at home“, also „Zu Hau­se woh­nen“, gibt. Die­ses Wis­sen lässt mich in einem gei­sti­gen Zustand ver­har­ren, den zu beschrei­ben mir mit Wor­ten unmög­lich ist. Ich bit­te kurz um Ent­schul­di­gung.

So, geht wie­der. – Es ist die Zeit der lästi­gen Jah­res­rück­blicke. Den ein­zi­gen Jahr­zehnt­rück­blick aber, den ich 2019 für lesens­wert hal­te, fand ich zu mei­nem eige­nen Befrem­den auf Twit­ter: Die „Zeh­ner­jah­re“ – allein das Wort schon! – waren vor allem die Deka­de der­je­ni­gen, die es gut gemeint, aber bei der Umset­zung alles noch viel schlim­mer gemacht haben. Ähn­lich­kei­ten zu real exi­stie­ren­den Per­so­nen, Grup­pen oder Par­tei­en sind sicher­lich gege­ben.

Apro­pos Ende: Gestern vor einem Jahr ließ ich mich wort­reich über Men­schen aus, die ein­mal im Jahr aus­ge­rech­net christ­lich sein wol­len. Nach erneu­ter Text­be­trach­tung im dies­jäh­ri­gen Kon­text habe ich mei­nen dama­li­gen Aus­füh­run­gen nichts hin­zu­zu­fü­gen. Chri­stoph Süß vom nicht beson­ders frei­wil­lig bezahl­ten BR-Fern­se­hen („BR Fern­se­hen“) ist sogar schon eine Woche wei­ter und kon­sta­tiert, man möge das Betrei­ben von Feu­er­werk zum Jah­res­wech­sel unter­las­sen, gar ver­bie­ten: Es ver­stö­re Tie­re und ver­ur­sa­che Müll- und Fein­staub­be­la­stung. Bei nähe­rer Betrach­tung gilt das indes auch für das Betrei­ben eines Fern­seh­sen­ders. Sofern also aus Umwelt­grün­den nicht nur Feu­er­werk (zwei­fel­los ein außer­or­dent­lich dum­mer Zeit­ver­treib), son­dern auch Fern­se­hen end­lich ver­bo­ten wer­den soll­ten, schlie­ße ich mich die­ser For­de­rung aus­drück­lich an. Scha­de nur, dass die Grü­nen ver­mut­lich aus­nahms­wei­se gegen die­ses Ver­bot stim­men wür­den. Ohne Fern­se­her bekä­me man von ihrem Tun doch kaum etwas mit.

Ein Blick über den Tel­ler- bzw. Oze­an­rand: In den USA haben Inter­net­nut­zer auch wei­ter­hin das Nach­se­hen gegen­über „Ver­la­gen“, „Rech­te­inha­bern“ und son­sti­gen Kunst­pa­ra­si­ten. Man­ches zu lesen macht nur wenig Spaß. Dage­gen hilft oft nur noch die nicht lizen­zier­te Kopie eines Video­mit­schnitts eines live auf­ge­führ­ten Musik­stücks.

Die Toten Hosen-Heim­spiel-07 Ich bin die Sehn­sucht in dir

Sehn­sucht, Sehn­sucht.

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Femi­ni­stisch an die Ras­se den­ken mit dem „SPIEGEL“.

Der Twit­ter­ac­count des „SPIEGEL“-Ressorts „Poli­tik“ – sic! – ver­teil­te gestern einen Arti­kel aus dem Res­sort „Kul­tur“ mit einem Zitat:

Ein Femi­nis­mus, der immer noch nicht Race, Klas­se, Gen­der kon­se­quent mit­denkt, son­dern sich von Trans­frau­en bedroht fühlt, der Hass gegen Trans­men­schen wei­ter anheizt, wäh­rend Trans­wo­men of Color umge­bracht wer­den, ist nichts wei­ter als ein Demen­tor.

Denn nur, wer an die Ras­se denkt, wird sich der Femi­ni­sten­schu­le Hog­warts wür­dig erwei­sen. Expec­to ibu­pro­fenam!

Wo bleibt das ver­damm­te Ver­lags­ster­ben?

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: You Gui­tar­pray­er – Art Won’t Tear Us Apart Again

You Guitarprayer - Art Won't Tear Us Apart AgainLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Bei Musik­grup­pen aus Köln den­ken man­che viel­leicht an die Wise Guys, ande­re an BAP. Zu die­sen Men­schen gehö­re lei­der auch ich, wes­halb ich es über­aus ange­nehm fin­de, wenn die­ser Aus­wahl etwas hin­zu­ge­fügt wird, was nicht ganz so furcht­bar ist. Inso­fern bin ich der Köl­ner Band You Gui­tar­pray­er sehr dank­bar, deren aktu­el­les Album „Art Won’t Tear Us Apart Again“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL) im Novem­ber die­ses Jah­res aus­ge­rech­net bei Krach­la­den Records erschie­nen ist.

Weil der Name des Albums sug­ge­riert, man habe es hier mit wei­ner­lich-düste­rem Gitar­ren­kram aus den Sieb­zi­gern zu tun, über­ra­schen You Gui­tar­pray­er mich um so posi­ti­ver mit einem dich­ten Noi­ser­ock­netz, in dem sie es ange­nehm mal schep­pernd („Art Won’t Tear Us Apart Again“, „Wei­sser Squier“), mal dröh­nend („Lupus Dei“) kra­chen las­sen, ohne zu ver­leug­nen, dass sie das musi­ka­li­sche Vor­bild für den Titel in- und aus­wen­dig ken­nen – aber, wie ich, die sprich­wört­li­chen Hum­meln im Hin­tern dann eben doch bevor­zu­gen.

Lupus Dei

Kann man so las­sen, fin­de ich gut.

In den Nachrichten
Social SPIE­GEL-Bots („ZEIT“-Edition)

„ZEIT ONLINE“, 9. Dezem­ber 2016:

Es gibt (…) auch Grup­pen, deren Ziel nicht Pro­fit ist, son­dern den poli­ti­schen Geg­ner zu dis­kre­di­tie­ren. (…) In den USA wie in Deutsch­land wird nun dis­ku­tiert, wie man der Fake News Herr wer­den kann.

„ZEIT ONLINE“, 1. Febru­ar 2018:

Nach jah­re­lan­gem Anstieg sinkt das Miss­trau­en in die Medi­en erst­mals wie­der. (…) Weni­ger Men­schen glaub­ten, die Bevöl­ke­rung wer­de syste­ma­tisch belo­gen, oder Medi­en und Poli­tik wür­den Hand in Hand arbei­ten, um die Bevöl­ke­rungs­mei­nung zu mani­pu­lie­ren. (…) Beson­ders kri­tisch sehen vie­le die Nach­rich­ten aus sozia­len Netz­wer­ken, egal, ob sie von seriö­sen Sei­ten kom­men oder nicht.

„ZEIT ONLINE“, heu­te:

Die Demo­kra­ten taten das Rich­ti­ge, aber ris­kier­ten zu wenig. Ame­ri­kas Demo­kra­tie funk­tio­niert nicht mehr. (…) Die­ses Land starrt manisch auf sei­nen Prä­si­den­ten. (…) [K]eine Welt­macht soll­te davon aus­ge­hen, dass es sie nicht ein­ho­len wird, ein­ho­len muss, wenn sie sich per­ma­nent an einem Clown abar­bei­tet[.]

Puh! Das war knapp – fast hät­ten die Medi­en ihr Ver­trau­en zurück­be­kom­men. :wallbash:

(sie­he auch)

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Dar­win hört (immer noch) Musik

Laut der „WELT“ – will nicht direkt ver­linkt wer­den (LSR) – haben For­scher über­ra­schend her­aus­ge­fun­den:

Meh­re­re Stun­den täg­lich nut­zen die Deut­schen ihr Smart­phone – nicht nur zuhau­se, son­dern auch im Stra­ßen­ver­kehr. Erste Sta­ti­sti­ken zei­gen nun, wie häu­fig das zu Unfäl­len führt. (…) Ein Test der Uni­ver­si­tät Braun­schweig habe schon vor Jah­ren gezeigt, dass rund 13 Pro­zent von 12.000 in meh­re­ren Städ­ten erfass­ten Auto­fah­rern abge­lenkt waren, die mei­sten vom Tip­pen auf ihrem Han­dy.

Die Über­schrift des Arti­kels lau­tet:

Smart­phones sor­gen für mehr Ver­kehrs­to­te als Alko­hol

Dass die­ses abso­lut schei­nen­de Ver­hält­nis noch kei­nes­wegs nach­ge­wie­sen ist, wie auch die „WELT“ im Arti­kel schreibt, ist nur eine der bei­den Unsau­ber­kei­ten in besag­ter Zei­le. Noch weni­ger schön erscheint mir die Dar­le­gung, es sei nie­mals der Mensch ein Schul­di­ger. Autos erfas­sen jeman­den, Schüs­se lösen sich, Rake­ten zer­fet­zen jeman­den, Smart­phones sor­gen für Tote; es kann ja der Mensch nichts dafür. Nie­mals kann er etwas dafür.

Wenn nun aber Alko­hol in direk­ter Kon­kur­renz zum Smart­phone zu ver­ste­hen ist, lie­ße sich das Pro­blem dann nicht ein­fach lösen, indem man ver­gleich­ba­re Regeln ein­führt? Die Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr ist nur mit höch­stens drei (in Bay­ern: bis zu fünf) Tweets in der letz­ten hal­ben Stun­de erlaubt, ein sel­fie außer­halb einer Steh­flä­che wird mit Füh­rer­schein­ent­zug nicht unter drei Jah­ren bestraft.

Oder man löst das Pro­blem so kon­se­quent wie die Ver­ei­nig­ten Staa­ten das Alko­hol­pro­blem in der Öffent­lich­keit lösen: Smart­phones im Ver­kehr sind erlaubt – aber die Ein­kaufs­tü­te muss dran­blei­ben. :ja:

(sie­he auch; via Schwerdt­fe­gr (beta))

PolitikIn den Nachrichten
Völ­ker­mord­span­in­i­tausch

Ich bin, das merkt man mei­nem mit­un­ter bewusst, sel­tenst weni­ger bewusst spöt­ti­schen Schreib­stil viel­leicht nicht immer an, in einem Umfeld auf­ge­wach­sen, in dem wenig wirk­lich sicher war, nicht ein­mal, wer Deut­scher Mei­ster im Her­ren­fuß­ball wird. Was aber nie­mals in Fra­ge stand, war, dass Krieg eine über vor­über­ge­hen­de Furcht hin­aus­ge­hen­de befrie­den­de Wir­kung haben kann und das Umbrin­gen von Men­schen, ob kol­lek­tiv oder bloß ein­zeln, abzu­leh­nen ist.

Natür­lich hat­ten wir auch Hob­bys, denen wir unter ande­rem auf dem Pau­sen­hof oder in des­sen nähe­rer Umge­bung nach­ge­gan­gen sind. In Erman­ge­lung von Smart­phones muss­ten wir aller­dings, statt doof auf einen win­zi­gen Bild­schirm zu glot­zen, um schwach­sin­nig ver­frem­de­te Bil­der oder dümm­li­che Bemer­kun­gen zu Poli­tik und Gesell­schaft mit zu vie­len Satz­zei­chen anzu­star­ren, noch selbst kör­per­lich tätig wer­den: Wir gin­gen kif­fen und/oder tausch­ten erst Klebe‑, dann Sam­mel­bild­chen, spä­ter gar irgend­wel­che Spiel­kar­ten, deren zuge­hö­ri­ge Regeln mir längst ent­fal­len sind, mit- oder gegen­ein­an­der.

Hät­te es damals schon zyni­sche Spiel­kar­ten wie das Min­der­hei­ten-Quar­tett gege­ben, so hät­ten wir unge­ach­tet unse­rer Sozia­li­sa­ti­on ver­mut­lich unse­ren ganz eige­nen Spaß dar­an gehabt, sie krea­tiv zu nut­zen. Zum Glück hat sich die Welt seit­dem wei­terent­wickelt und ermög­licht es jun­gen Gene­ra­tio­nen, end­lich die Träu­me aus­le­ben zu dür­fen, die uns damals ver­wehrt geblie­ben sind:

Der tür­ki­sche Prä­si­dent hat am Sonn­tag damit gedroht, die Mas­sen­mor­de an Ein­ge­bo­re­nen wäh­rend der Zeit der Kolon­a­li­sie­rung Ame­ri­kas als Völ­ker­mord anzu­er­ken­nen, nach­dem der US-Senat die­ses Eti­kett den Mor­den an Arme­ni­ern sei­tens der Osma­nen ange­hef­tet hat­te.

(Künst­le­risch inter­es­san­te Über­set­zung von mir.)

„Ich tau­sche zwei­mal Tut­si gegen ein­mal Holo­caust.“

Gegen wen genau posi­tio­niert sich wer genau eigent­lich als Boll­werk von Mensch­lich­keit und Demo­kra­tie – und ist nicht genau das ein Beleg dafür, wor­an Mensch­lich­keit krankt?