In den Nachrichten
Händ­chen­hal­ten gegen den Tod

Man könn­te, um zu einer fried­li­che­ren Welt mit weni­ger Ertrin­ken bei­zu­tra­gen, dar­um kämp­fen, dass die CDU, die das Mit­tel­meer unsi­cher gemacht hat, nie wie­der an einer Regie­rung betei­ligt wird. Man könn­te eben­so vehe­ment dafür strei­ten, dass die SPD, die Par­tei von Angriffs­krieg, CDU-Abnickung und Waf­fen­ex­port, sich von ihrem Abwärts­trend unter die „Hür­de“ von fünf Pro­zent nie­mals mehr erholt. Man könn­te schließ­lich das wohl deut­lich­ste Zei­chen set­zen, um zu signa­li­sie­ren, dass man phy­si­sches Leid ablehnt, indem man in der gan­zen EU Volks­ab­stim­mun­gen mit dem Ziel in die Wege lei­tet, sämt­li­ches Bud­get der Armeen statt­des­sen in Zivil- und Kata­stro­phen­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen wie das THW und viel­leicht die Alten- und Kran­ken­pfle­ge umzu­lei­ten.

Oder man macht das mit den Fähn­chen:

Wir, die Initia­to­ren von „#Hand­in­Hand# – Ret­tungs­ket­te für Men­schen­rech­te“ sind Men­schen (…), die ein Zei­chen für Mensch­lich­keit, Men­schen­rech­te und gegen das Ster­ben im Mit­tel­meer, ver­ur­sacht durch die euro­päi­sche Abschot­tungs­po­li­tik, set­zen wol­len. Dazu pla­nen wir eine Men­schen­ket­te von Nord­deutsch­land bis zum Mit­tel­meer. (…) Mit die­ser Men­schen­ket­te sen­den wir ein star­kes Signal und unter­stüt­zen eine bes­se­re Ver­net­zung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Akteu­re für eine soli­da­ri­sche Gesell­schaft. (…) Denn wo die Ver­ant­wort­li­chen zau­dern und mau­ern, steht die Zivil­ge­sell­schaft zusam­men und zeigt ihre Stär­ke und ihren Mut für: (…) die Bekämp­fung der Flucht­ur­sa­chen und nicht die Bekämp­fung der Geflüch­te­ten[.]

Alles ande­re wäre ja mit Auf­wand ver­bun­den und führ­te nicht zu sofor­ti­gem Bei­fall.


Gute Nach­rich­ten, Hit­ler ist so gut wie besiegt: Der 1934 ver­stor­be­ne Paul von Hin­den­burg darf nicht mehr Ehren­bür­ger von Ber­lin sein. Das hat er jetzt davon.

NetzfundstückeIn den Nachrichten
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 29. Janu­ar 2020

Die Bun­des­re­gie­rung hat beschlos­sen, bis 2038 aus der Koh­le­en­er­gie aus­zu­stei­gen. Man wol­le auf erneu­er­ba­re Ener­gien set­zen, heißt es. Unter­des­sen wird in Russ­land effi­zi­en­te und CO2-arme Ener­gie aus „Atom­müll“ ins Netz ein­ge­speist. Ver­damm­ter Putin.


Hun­ger? Bes­ser Vor­rä­te anle­gen: Ab 2050 gibt es nur noch Wür­mer.


Hat jemals jemand für Jour­na­lis­mus bezahlt? Die Ant­wort könn­te die Ver­le­ger ver­un­si­chern.


Ein Hund soll her, aber das Raus­ge­hen mit ihm wäre zu zeit­auf­wen­dig? „Eclip­se“ macht es rich­tig, „Eclip­se“ fährt täg­lich selbst mit dem Bus. Guter Hund!

NetzfundstückePersönliches
Über Wohl­stand

Den höchst unglücklichen Zustand, daß einem die Intelligenz nichts einbringt als Überlegenheitsgefühle, habe ich vor mindestens zwanzig Jahren überwunden. Es ist nicht mein Problem, daß SIE das nicht merken.


Dass bei „Fri­days For Future“ wie bei jeder nam­haf­ten Mas­sen­ver­an­stal­tung auch zahl­rei­che men­tal Defek­te zuge­gen sind, beleg­te erst gestern wie­der ein Kan­di­dat der Ham­bur­ger „Lin­ken“ zur kom­men­den Bür­ger­schafts­wahl, der pünkt­lich zum Jah­res­tag blogg­te (Archiv­ver­si­on gegen über­ra­schen­des Ver­schwin­den hier) und natür­lich auch twit­ter­te, ein „Kli­ma­ho­lo­caust“ dro­he; der Holo­caust sei außer­dem „eines der größ­ten Ver­bre­chen“ im Welt­krieg gewe­sen. Lei­der wur­de kei­ne Rang­li­ste der größ­ten Ver­bre­chen bei­gefügt. Ein nen­nens­wer­ter Vor­wurf an „die Nazis“ sei es über­dies, dass ihre Pan­zer „rie­si­ge Men­gen an CO2 pro­du­ziert“ hät­ten. Die­ses Mit­mach­in­ter­net regt mich auf. ‘Über Wohl­stand’ wei­ter­le­sen »

In den NachrichtenMusikkritik
IAH – Sto­las

#montagslächelnEs ist Mon­tag. Schrö­din­gers Siche­rungs­ko­pie ist über­mä­ßig opti­mi­stisch. Alle Daten sind noch da? Das dach­te ich auch mal!

Die Woche kann den­noch mit posi­ti­ven Nach­rich­ten begin­nen, denn der Kli­ma­wan­del ist so gut wie besiegt. In einem Bochu­mer „Senio­ren­zen­trum“ näm­lich soll dem­nächst der Fleisch­an­teil in den Spei­se­plä­nen gekürzt wer­den. „Auf jeden Bewoh­ner eines Pfle­ge­hei­mes kom­men im Schnitt acht Ton­nen CO₂ pro Jahr“, das sei „acht­mal höher, als es das Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men vor­sieht“. Über­ra­schend, dass Ster­be­hil­fe ange­sichts die­ser Zah­len noch immer legis­la­tiv ver­pönt ist. Ande­rer­seits kann man dann end­lich in der Pfle­ge spa­ren. Ist teu­er. Kein Geld da. Weiß man ja. End­lich tut mal einer was.

Apro­pos Spin­ner: In Leip­zig, berich­te­te die „FAZ“ (will wg. LSR nicht ver­linkt wer­den), haben 1.500 Men­schen am Sonn­abend dafür pro­te­stiert, dass in dem Blöd­sinns­blog „Indy­me­dia“ wei­ter­hin der Klas­sen­kampf aus­ge­foch­ten wer­den dür­fen sol­le. Es sei­en unter ande­rem die Schei­ben von Laden­ge­schäf­ten zu Bruch gegan­gen. Das hat das Innen­mi­ni­ste­ri­um jetzt davon! Der säch­si­sche MDR ver­such­te zu berich­ten, wur­de jedoch von den Ver­sam­mel­ten kaum bes­er behan­delt als von einer han­dels­üb­li­chen Pegi­da-Ver­samm­lung. „Die Demon­stran­ten sind in Leip­zig für die Pres­se­frei­heit auf die Stra­ße gegan­gen, erklär­te ein ande­rer Repor­ter, aber nur für ein Medi­um – indy­me­dia.“ Eins von der Sor­te reicht ja auch.

2019 haben mehr US-Ame­ri­ka­ner eine Büche­rei als ein Kino auf­ge­sucht. Im Kino kommt ja auch nur noch Unsinn.

Dau­er­haft pri­ma war, ist und bleibt aber: Musik.

Sto­las

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Kul­tur­sen­si­bel­chen

Man­che Nach­rich­ten

Eine Erfur­ter Kita will nicht, dass die Kin­der am Rosen­mon­tag und Kar­ne­vals­diens­tag ver­klei­det in die Ein­rich­tung kom­men. (…) Begrün­det wird das fak­ti­sche Ver­bot damit, dass sich die Kita, die vom Stu­die­ren­den­werk Thü­rin­gen betrie­ben wird, einer kul­tur­sen­si­blen Päd­ago­gik ver­schrie­ben habe. (…) Man erken­ne beim Ver­klei­den an, „dass man Ste­reo­ty­pe braucht, um die Kom­ple­xi­tät der Welt zu redu­zie­ren“.

… kann man nur noch mit South Park beant­wor­ten. :irre:

PolitikIn den Nachrichten
Sozi­al­de­mo­kra­tie 18

„ZEIT ONLINE“:

Die mili­tan­te Neo­na­zi­or­ga­ni­sa­ti­on Com­bat 18 wähnt sich seit 20 Jah­ren im bewaff­ne­ten Wider­stand, nun wur­de sie ver­bo­ten.

„Wiki­pe­dia“:

Die Akti­vi­tä­ten der rund 20 Per­so­nen gro­ßen Grup­pe hät­ten vor allem im Ver­trieb rechts­extre­mi­sti­scher Musik, der Orga­ni­sa­ti­on von Kon­zer­ten sowie dem Ver­kauf von Mer­chan­di­se-Arti­keln bestan­den.

Wäre es nicht ein beru­hi­gen­des Signal, ver­bö­te man außer­dem die­je­ni­ge Grup­pe, die seit über 100 Jah­ren ihren Wil­len gern mit Waf­fen­ge­walt durch­setzt und des­halb für unge­zähl­te Tote im In- und Aus­land ver­ant­wort­lich ist?

Sonstiges
Penis­ge­mein­den

In letz­ter Zeit häu­fi­ger als zuvor ertönt in den Krei­sen, in denen ich ver­keh­re, der Begriff der „Que­er-Com­mu­ni­ty“, also der Gemein­schaft der sexu­ell Diver­sen. Als über­zeugt (weil gern) kon­ser­va­tiv Hete­ro­se­xu­el­ler amü­siert mich die­ses Wort, denn es scheint sich – ganz ähn­lich dem Chri­sten­tum – um eine Gemein­schaft zu han­deln, in die man rein­ge­steckt wird, ohne vor­her gefragt zu wer­den:

Ein ganz beson­de­res fuck off an Typen (…) die schwul sind aber lie­ber den wan­na­be-faschos Schüt­zen­hil­fe geben statt stolz dar­auf zu sein, dass die que­e­re Com­mu­ni­ty zu Streit und Streit­lö­sung in der Lage ist.

Als müs­se man auto­ma­tisch links (also nicht „wan­na­be-fascho“ – was auch immer das „wan­na­be“ hier ver­lo­ren hat) sein, wenn man als Mann bevor­zugt mit ande­ren Män­nern ver­kehrt! Aller­dings, um einen Schritt zurück zu gehen, ist es deut­lich erstaun­li­cher, mit wel­chem Selbst­ver­ständ­nis davon aus­ge­gan­gen wird, dass man über­haupt irgend­wie zusam­men­ge­hört, sobald man von einer mono­gam hete­ro­se­xu­el­len Bezie­hung nichts hält. Man stel­le sich vor, letz­te­re Grup­pe argu­men­tier­te eben­so: Zwar wären alle Krie­ge sofort vor­über (denn als Hete­ro­se­xu­el­ler schießt man nicht auf sei­ne Mit­he­te­ro­se­xu­el­len), aber das Leben in Frie­dens­zei­ten stel­le ich mir doch eher anstren­gend vor.

Men­schen, die „Wir“ sagen, traue ich (mit Ador­no) oft nicht mal ein auf­rich­ti­ges „Ich“ zu.

PolitikIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Jan Hil­de­brands Altar ist zer­kratzt.

Gera­de mal etwas mehr als zwan­zig Jah­re, nach­dem die ehe­ma­li­ge Frie­dens­par­tei „Die Grü­nen“ zusam­men mit der SPD Deutsch­land in den ersten und bis heu­te ein­zi­gen Angriffs­krieg seit dem Ende des Drit­ten Rei­ches geführt hat, fällt Jan Hil­de­brand vom „Han­dels­blatt“ aus allen Wol­ken:

Die Par­tei kämpft in der Haupt­stadt mit einer Affä­re. Dabei zeigt sich, dass auch die Grü­nen nicht davor gefeit sind, ihre Macht­po­si­ti­on aus­zu­nut­zen.

(Mein­ten Sie: „zu miss­brau­chen“?)

Wenn sich jetzt auch noch her­aus­stellt, dass die Umwelt­schutz­par­tei „Die Grü­nen“ Autos eigent­lich ganz gut fin­det, wem kann man dann noch trau­en?

NetzfundstückeComputer
Gute Abon­ne­ments, schlech­te Abon­ne­ments

Zu den Din­gen, die mir gele­gent­lich als Aus­druck mei­ner ver­meint­li­chen Rück­stän­dig­keit ange­la­stet wer­den, gehört, dass ich mich von EDV-Abon­ne­ments fern­hal­te. Ich wei­ge­re mich, Soft­ware zu mie­ten, eben­so wie nie­mand jemals erle­ben wird, dass ich auf­hö­re, Ton­trä­ger zu kau­fen, weil ich ja statt­des­sen auch für ein paar Gro­schen im Monat die Erlaub­nis mie­ten kann, statt­des­sen auf einem frem­den Com­pu­ter („in der Cloud“) Musik zu hören. Was auf frem­den – auch App­les – Com­pu­tern liegt, geht damit aber nicht nur in den Besitz die­ses Frem­den über, son­dern kann von die­sem auch jeder­zeit dem eige­nen Zugriff ent­zo­gen wer­den.

Die wohl meist­ver­brei­te­ten Abon­ne­ments – die­je­ni­gen für irgend­wel­che Strea­ming­dien­ste – haben hier­bei eine ver­trag­li­che Soll­bruch­stel­le: Nach Ablauf des Miet­ver­trags ver­siegt die Medi­en­quel­le unge­ach­tet des aktu­el­len Kon­sum­stan­des, also ein­schließ­lich noch nicht gehör­ter Musik und noch nicht gese­he­ner Epi­so­den, und alles, was man bis dahin „gesam­melt“ hat­te, ist fort. Aus­ge­rech­net ein Nut­zer meh­re­rer sol­cher Dien­ste aber war es, der mich heu­te auf die­se Mel­dung hin­wies:

Hew­lett-Packard bie­tet unter dem Mar­ken­na­men Instant Ink für man­che sei­ner Tin­ten­strah­ler eine Art Abo für Tin­ten­pa­tro­nen an. (…) Doch wer es kün­digt, erhält nicht nur kei­ne Tin­ten­pa­tro­nen mehr son­dern kann auch die aktu­ell genutz­te Patro­ne nicht mehr nut­zen, egal wie hoch oder nied­rig deren Füll­stand ist.

Obwohl sich die­ses „Abo“ also genau so ver­hält wie die „Abos“ bei TIDAL, Spo­ti­fy, Net­flix und so wei­ter, führ­te die­se Mel­dung zu viel­fa­cher Empö­rung: Wie kann ein Abon­ne­mentan­bie­ter es wagen, sein Eigen­tum nach dem Ver­trags­en­de nicht mehr zur Ver­fü­gung zu stel­len? Zu sel­ten aber lese ich die sich mir auf­drän­gen­de Fra­ge, war­um das Wesen eines Abon­ne­ments bei mate­ri­el­len Gütern offen­bar anders ver­stan­den wird als bei imma­te­ri­el­len Gütern wie Datei­en („Streams“). War­um soll­te eine Tin­ten­pa­tro­ne wert­vol­ler sein als ein Lied? War­um ent­schei­det man sich für Abon­ne­ment statt Kauf, wenn man doch Eigen­tum statt Besitz erwar­tet?

Was unter­schei­det die cloud eigent­lich von Erpres­sungs­tro­ja­nern?


Bescheu­er­te Ver­wen­dung des Wor­tes „zuge­ben“ des Tages: Ein VW-Zustän­di­ger habe „zuge­ge­ben“, über­schrif­te­te „The Dri­ve“, dass voll­stän­dig auto­nom fah­ren­de Autos viel­leicht nie­mals gebaut wer­den. Sakri­leg! Fre­vel! Ket­ze­rei!

PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Weib­lich­keit als Stuss­schutz

Es liegt mir fern, Kla­ra Gey­witz – immer­hin stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der SPD, die sich ihren Vor­stand ja immer sehr gut aus­sucht – zu unter­stel­len, sie sei ein biss­chen blö­de; allein: Ich ver­mu­te, Saskia Esken, deren Wir­ken als SPD-Vor­sitz­hälf­te in den Medi­en häu­fi­ger the­ma­ti­siert wird als das ihres Amts­kol­le­gen Nor­bert Wal­ter-Bor­jans bewer­ten, weil die­ser sich mit öffent­li­chen Äuße­run­gen zu geschei­ter­ten Wirt­schafts­sy­ste­men vor­nehm zurück­hält, wird nicht des­halb für ihre Aus­sa­gen kri­ti­siert, weil sie eine Frau ist, son­dern, obwohl sie eine Frau ist.

In den NachrichtenMontagsmusik
Long Distance Cal­ling – Into The Black Wide Open

Kaffee könnte diesen Tag retten.Es ist Mon­tag. Kli­ma­schutz müs­se femi­ni­stisch, anti­ka­pi­ta­li­stisch, anti­fa­schi­stisch und sozi­al gerecht sein, kra­wall­te jemand von „Fri­days for Future Dort­mund“ per Smart­phone ins Inter­net rein. Scha­de – schon kaputt­ge­spielt. Die Woche beginnt somit bedau­ernd.

Über­ra­schen­der­wei­se hat sich her­aus­ge­stellt, dass das „sozia­le Medi­um“ Twit­ter den Daten­schutz sei­ner nicht zah­len­den Kun­den – auch, weil es gar kei­ne bezahl­ten Kon­ten gibt – nicht beson­ders ernst nimmt. Wir sind alle sehr über­rascht. Eben­so über­ra­schend ist es, dass eine bestimm­te Sau­er­bra­ten­so­ße gar nicht vegan ist. Was kippt man sich denn als Vega­ner jetzt statt­des­sen auf das Schwein?

Wit­zi­ges aus der Welt der auto­ag­gres­si­ven Kleinst­par­tei­en: Die Regie­rungs­par­tei SPD hat vor­ge­stern in Ber­lin für ande­re Geset­ze demon­striert. Hof­fent­lich hört die SPD der SPD end­lich mal zu, die scheint ja vol­ler guter Ideen zu stecken! – Wit­zi­ges auch aus der Welt der EDV: Ein Hard­ware­her­stel­ler gestal­tet das Auf­tra­gen von Kühl­pa­ste jetzt etwas anders als zuvor, damit Eltern nicht den­ken, dass es sich um Dro­gen­kon­sum hand­le. Wohl dem, des­sen Eltern als Kind auch nicht anders waren.

Ich ver­sprach gestern Gitar­ren. Hier kom­men die Gitar­ren.

LONG DISTANCE CALLING – Into The Black Wide Open (OFFICIAL VIDEO)

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Emi­nem – Music to Be Mur­de­red By

Eminem - Music to Be Murdered ByEmi­nem macht es uns Freun­den eher melo­di­scher Klän­ge nicht leicht: Sei­ne ersten zwei bis drei rich­ti­gen Alben waren durch­aus bemer­kens­wert und wenig­stens ein track aus jedem von ihnen fast über­all zu hören, sei­ne kal­ku­lier­ten Pro­vo­ka­tio­nen tra­fen meist ins Schwar­ze und ärger­ten die Rich­ti­gen. Anschlie­ßend ver­sumpf­te sein Tun ein wenig, was dazu führ­te, dass er fort­wäh­rend irgend­wel­che Pop­stars einen Refrain jam­mern ließ, was ich ganz per­sön­lich für belang­los, lang­wei­lig, unin­ter­es­sant hielt und hal­te.

Plötz­lich, im August 2018, gab es „Kami­ka­ze“, ein über­ra­schend gedropp­tes, wie man in der Sze­ne wohl sagt, Album, das auf „Revi­val“ (2017) folg­te, das wie­der­um Gast­stars wie Bey­on­cé, Pink und Ali­cia Keys auf­wies und des­sen Lie­der zwar radio­taug­lich waren, aber nicht das auf­wie­sen, was Emi­nem für einen wie mich so inter­es­sant macht: Wut. Man wer­fe mir ein kin­di­sches Gemüt vor, wenn ich schrei­be, was ich gleich schrei­be, näm­lich, dass die­je­ni­gen Stücke von Emi­nem, die ich am wenig­sten ungern höre, wahl­wei­se die­je­ni­gen sind, in denen sei­ne Rap­ge­schwin­dig­keit bemer­kens­wert hoch ist („Rap God“, „Spee­dom WWC 2“ u.a.), oder aber die­je­ni­gen, in denen er wütet; „Kim“ und der­glei­chen. Ich ver­ste­he mich selbst oft nicht. Da „Revi­val“ auf­grund sei­ner Brä­sig­keit sogar von blö­den Medi­en wie dem „Stern“ und der „WELT“ als ungut emp­fun­den wur­de, tat Emi­nem das, was man von einem ver­nünf­ti­gen Künst­ler erwar­ten soll­te: Er nahm mit „Kami­ka­ze“ das sti­li­sti­sche Gegen­teil von „Revi­val“ auf, knöpf­te sich dar­auf text­lich sei­ne Kri­ti­ker und sei­ne Gen­re­kol­le­gen vor und war dabei und dar­um der­ma­ßen inspi­riert, dass es das erste Emi­ne­m­al­bum seit lan­ger Zeit gewor­den war, das ich moch­te.

Das (abge­se­hen von der spä­te­ren Vinyl- und der eben­so spä­te­ren CD-Ver­si­on) vor­ge­stern eben­so über­ra­schend ver­öf­fent­lich­te Nach­fol­ge­al­bum von „Kami­ka­ze“, „Music to Be Mur­de­red By“ (Amazon.de, TIDAL), ist eine Fol­ge die­ses erneu­ten Frei­schwim­mens. Irgend­ei­ne Rezen­sen­ten­nuss hat eines der ent­hal­te­nen Stücke „wider­lich“ genannt, weil Emi­nem in des­sen Text bei­läu­fi­gen Bezug auf ein Atten­tat wäh­rend eines Aria­na-Gran­de-Kon­zerts nahm. Da wer­de ich spon­tan soli­da­risch, da kann man nichts machen. So bin ich eben.

„Music to Be Mur­de­red By“, vom Namen über das Titel­bild bis hin zu gan­zen Wort­bei­trä­gen gespickt mit Alfred-Hitch­cock-Zita­ten, ist also auch wie­der ein Album gewor­den, auf dem alles einen Platz fin­det, was ein Kaum­ra­phö­rer wie ich an sei­nem mitt­ler­wei­le bär­ti­gen Künst­ler so schät­ze: Pro­vo­ka­tio­nen, Wut – dies­mal immer­hin nicht vor­ran­gig auf die Nicht­kon­su­men­ten sei­ner Alben – und ver­siert vor­ge­tra­ge­ne Selbst­er­hö­hung in über­durch­schnitt­li­cher Geschwin­dig­keit („God­zil­la“).

Mit „Dark­ness“, das aus­ge­rech­net Simon and Gar­fun­kel zitiert und einen wei­te­ren Mas­sen­mord mit der Absicht, die noch immer zu locke­ren Waf­fen­ge­set­ze in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten anzu­mah­nen, aus der Ich­per­spek­ti­ve schil­dert, ist Emi­nem über­dies ein sehr lästi­ger Ohr­wurm gelun­gen. Ärger­lich. Dabei mag ich gar kei­nen Rap.

Zum Glück gibt’s mor­gen wie­der Mon­tags­gi­tar­ren.

Netzfundstücke
Oh! Jaa! Oh! Oh! Ohhhh!

Ich hel­fe ja gern:

Wegen feh­len­der Unter­ti­tel hat ein gehör­lo­ser Mann aus New York diver­sen Por­no­fil­men inhalt­lich nicht rich­tig fol­gen kön­nen. Ein Miss­stand, der ihn dazu ver­an­lasst hat, gegen meh­re (sic! A.d.V.) Sex­film­an­bie­ter zu kla­gen und Scha­den­er­satz zu for­dern.

Ich las, irgend­wel­che Men­schen hät­ten Sor­gen hin­sicht­lich des Über­le­bens der Mensch­heit geäu­ßert. Seit­dem fra­ge ich mich täg­lich: War­um, um Him­mels Wil­len, soll­te man das wol­len?

(Abt.: Welt­knall)