In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (8)

Was darf Sati­re? Nicht mehr so viel:

Danach haben sich das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und der Mili­tä­ri­sche Abschirm­dienst syste­ma­tisch mit die­sen Adbu­sting-Aktio­nen befasst. So liste­te der MAD seit 2015 drei­zehn Fäl­le von bun­des­wehr­kri­ti­scher Pla­kat­ver­frem­dung im gan­zen Bun­des­ge­biet auf. Unter der Rubrik „The­ma“ wird das Delikt als „Über­kle­ben eines Pla­kats der Bun­des­wehr mit einem anti­mi­li­ta­ri­sti­schen, die Bun­des­wehr dif­fa­mie­ren­den Slo­gan“ beschrie­ben.

All­mäh­lich ist ohne­hin der Punkt erreicht, an dem ich mir wün­sche, dass Deutsch­land mal wie­der einen Krieg ver­liert, damit nicht nur weni­ger ein­hei­mi­sche Sol­da­ten hier auf Bahn­hö­fen blö­de im Weg rum­ste­hen, son­dern ihm auch die Vor­wärts­ver­tei­di­gung wie­der mal ein paar Jah­re lang ver­bo­ten wird:

Der für kom­men­de Woche anvi­sier­te Syri­en-Gip­fel mit Deutsch­land, Frank­reich, Russ­land und der Tür­kei sei noch nicht sicher, sag­te Prä­si­dent Erdoğan.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

PolitikNetzfundstücke
Wahl, wahl­er, am wahl­sten.

Wie Ver­tre­ter einer Par­tei, die seit 1949 im Bun­des­tag sitzt, es nen­nen, wenn ein Kon­sens­kan­di­dat Stim­men bekom­men soll:
„Wäh­len“.


Wie das „Redak­ti­ons­Netz­werk Deutsch­land“ es nennt, wenn es bei einer Wahl mehr als nur einen Kan­di­da­ten gibt:
„Zer­reiß­pro­be“.


Wie ein Ver­tre­ter einer Par­tei, auf die fast 70 Pro­zent der Wäh­ler kei­nen Bock hat­ten, die­ses Ergeb­nis nennt:
„Wahl­sieg“.

NetzfundstückeComputer
Neu ist das neue alt

Bevor ich die­se Web­site hier betrieb, hat­te ich eine ande­re, deut­lich weni­ger gut besuch­te Web­site unter einer inzwi­schen ega­len Domain. In Web­ar­chi­ven ist sie noch zu fin­den, aber ich rate davon ab. Die­se ent­hielt genau das, was anzu­neh­men ist: GIFs, ein Gäste­buch, Lied­tex­te, gele­gent­lich etwas Pro­sa, Down­loads, Inflek­ti­ve („*g*“) und so wei­ter. Für alles, was schnel­ler gehen soll­te, hat­te ich einen News­let­ter.

News­let­ter, „um 2001 her­um“ und somit vor min­de­stens drei Inter­nets ein popu­lä­res Ver­mark­tungs­in­stru­ment gewor­den, waren im Wesent­li­chen Blogs, die man per E‑Mail ver­schick­te, gern und bis heu­te ange­rei­chert durch Rekla­me. (Auf sol­che ver­zich­te­te wenig­stens ich natür­lich.) Bald schon ging die Zahl der News­let­ter aller­dings zurück: Nach einem kur­zen Auf­flam­men von RSS ver­stän­dig­te man sich dar­auf, dass, wer Neu­ig­kei­ten lesen wol­le, halt bei Face­book oder beim son­sti­gen „sozia­len Netz­werk“ du jour zu sein hat­te.

Wie ich jetzt dar­auf kom­me? Nun, gestern schrieb Dirk von Geh­len in einem Arti­kel, in dem er E‑Mail als „Email“ fehl­über­setzt, es gebe eine neue Ent­wick­lung:

„Email hat die klas­si­sche Zei­tung ersetzt und aus einer digi­ta­len Per­spek­ti­ve ist Email die neue Home­page“, zitiert digi­day den Mar­ke­ting­chef von Mor­ning Brew[.] (…) News­let­ter sind nicht nur ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tool um mit Lesern in Kon­takt zu blei­ben, News­let­ter kön­nen auch Leser zu Wer­ben­den für den Inhalt machen[.] (…) Ich fin­de das aus einer jour­na­li­sti­schen Per­spek­ti­ve äußerst span­nend. Es öff­net den Blick auf die Mög­lich­kei­ten, die sich abseits des Inhalts erge­ben, wenn man das ver­netz­te Umfeld des Inter­net ernst nimmt.

Das tan­zen­de Baby gibt es jetzt auch in HD. Ich habe Angst.

In den Nachrichten
Nach­trag (2) zur Arbeits­wei­se deut­scher Medi­en nach Anschlä­gen

„ZEIT ONLINE“, Janu­ar 2020:

„Auto­no­mes Fah­ren macht das Leben bes­ser. Und alles, was das Leben bes­ser macht, setzt sich durch“, sagt Elmar Kades, Auto­ex­per­te bei der Bera­tungs­fir­ma Ali­x­Part­ners.

So?

Ein Aus­zug aus der heu­ti­gen Pres­se­be­richt­erstat­tung:

Auto fährt in Men­schen­men­ge
„ZDF“

Auto rast in Kar­ne­vals­um­zug – Innen­mi­ni­ste­ri­um schließt Anschlag nicht aus
„WELT“

Auto fährt in Kar­ne­vals­um­zug – meh­re­re Ver­letz­te
Im hes­si­schen Volk­mar­sen ist ein Auto in einen Rosen­mon­tags­zug gefah­ren. (…) Wie der Hes­si­sche Rund­funk unter Beru­fung auf Augen­zeu­gen berich­te­te, sei das Auto etwa 30 Meter weit in die Men­ge gefah­ren.
„ZEIT ONLINE“

Ein Auto ist am Rosen­mon­tag beim Kar­ne­vals­um­zug in Volk­mar­sen (Wal­deck-Fran­ken­berg) in eine Men­schen­men­ge gefah­ren. (…) Ein sil­ber­far­be­ner Mer­ce­des-Kom­bi war nach Augen­zeu­gen­be­rich­ten gegen 14.30 Uhr in eine Grup­pe von Men­schen gefah­ren. Wie ein Augen­zeu­ge dem hr berich­te­te, fuhr das Auto etwa 30 Meter weit in die Men­ge, bis es zum Ste­hen kam.
„hes­sen­schau“

Auto fährt in Kar­ne­vals­um­zug – meh­re­re Ver­letz­te
Im nord­hes­si­schen Volk­mar­sen ist ein Mer­ce­des in einen Rosen­mon­tags­um­zug gefah­ren. (…) Der Wagen war laut der „Wal­decki­schen Lan­des­zei­tung“ in der Nähe eines Super­markts in die Men­ge gefah­ren.
„SPIEGEL“

(Alle Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Nun wäre ich nie­mand, der der Pres­se ein Ver­zer­ren von Tat­sa­chen vor­wer­fen wür­de. Das wäre heut­zu­ta­ge auch ein beden­kens­wer­ter Schritt. Daher muss ich davon aus­ge­hen, dass der Pres­se­te­nor stimmt.

Ich sehe das auto­no­me Fah­ren inso­fern doch eher kri­tisch.

(sie­he auch 2018.)

NetzfundstückeNerdkrams
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: F1, F1!

Inzwi­schen teilt die Deut­sche Pres­se-Agen­tur lei­stungs­schutz­rechts­ge­schütz­ten Qua­li­täts­me­di­en wie der „ZEIT“ mit, wie man online am besten Ein­tritts­kar­ten kau­fen kann:

Um bei der Jagd nach beson­ders begehr­ten Tickets nicht leer aus­zu­ge­hen, sind Timing, etwas Vor­be­rei­tung und ein schnel­ler Rech­ner gefragt, wie die Stif­tung Waren­test erklärt. (…) Nun gilt es, die Sei­te immer wie­der zu aktua­li­sie­ren. Dafür drücken Win­dows-Nut­zer die F5-Taste. Den Waren­te­stern zufol­ge gehen Tickets manch­mal eini­ge Minu­ten frü­her als ange­kün­digt in den Ver­kauf. Wer stets die Sei­te neu lädt, läuft nicht Gefahr, die­sen Moment zu ver­pas­sen und am Ende ohne Kar­ten dazu­ste­hen.

Ich wür­de ja eine schnel­le Inter­net­ver­bin­dung anstel­le eines schnel­len Rech­ners wäh­len, aber ich bin auch kein Qua­li­täts­jour­na­list. – Jeden­falls: Wenn man eine Web­site recht­zei­tig auf­ruft und fort­wäh­rend aktua­li­siert (Hacker benut­zen dafür sogar Auto­ma­tis­men), dann kann man schnell auf Ände­run­gen auf die­ser Web­site reagie­ren. Die fin­den so was raus. Alles fin­den die raus!

In den NachrichtenMontagsmusik
Faust – Kraut­rock // Betrü­ger­be­trü­gen mit Goog­le

Seufz!Es ist Mon­tag. In Ham­burg wur­de gewählt, die SPD ist immer noch in der dor­ti­gen Bür­ger­schaft ver­tre­ten und somit hat mal wie­der nie­mand gewon­nen. Ich mag heu­te gar nicht in die Zei­tung gucken. Weiß Bodo Rame­low eigent­lich, dass sei­ne Par­tei sozia­li­stisch ist? Man möch­te es ihm fast wün­schen.

Gemäß Apple sind „asia­tisch“ und „Teen“ Begrif­fe, die höchst­wahr­schein­lich was mit Schnack­seln zu tun haben. Nun gibt es ja durch­aus Anlass zu der Behaup­tung, Essen sei fast wie Sex, aber so war das wahr­schein­lich nicht gemeint. Mich über­rascht aller­dings die Ver­mu­tung, „pro­ble­ma­ti­sche Inter­net­in­hal­te“ („hei­se online“) sei­en über­haupt mit Wort­fil­tern weg­mach­bar. Was ist über­haupt „pro­ble­ma­tisch“? Hät­te ich Kin­der, so wür­den mir poli­ti­sche Foren kei­nes­wegs deut­lich Sor­gen um ihre see­li­sche Ent­wick­lung berei­ten als irgend­wel­cher Schmud­del­kram.

Apro­pos Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung mit gezielt plat­zier­ten Begrif­fen: Es gibt eine neue Erpres­sungs­wel­le, die dar­in besteht, dass Wer­ber Bit­co­ins zah­len sol­len, wenn sie nicht wol­len, dass ihre Rekla­me­ban­ner bei Goog­le mit­tels zahl­rei­cher Anfra­gen als Betrug gekenn­zeich­net wer­den. Das fin­de ich selt­sam: Ist nicht das gan­ze Wesen der Online­wer­bung, die ich nicht als Spam zu bezeich­nen mich grund­sätz­lich wei­ge­re, das Schön­fär­ben von Betrü­ge­rei?

Egal: Musik.

Faust „Kraut­rock“

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Gewalt – 2016 – 2018

Gewalt 2016 - 2018Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Vor lan­ger Zeit, eini­ge mei­ner Leser waren damals noch nicht gebo­ren, schlief die her­aus­ra­gen­de Noi­ser­ock­grup­pe Sur­ro­gat ein­fach ein. Sän­ger Patrick Wag­ner hat­te eini­ge Jah­re spä­ter in einem Inter­view mit­ge­teilt, dass er die Musik zwar nicht ver­misst habe, aber künf­tig doch wie­der etwas mit ihr anfan­gen möch­te.

Zusam­men mit wech­seln­den Musi­ke­rin­nen wie Yel­ka Weh­mei­er, Jas­min Ril­ke (Aivery), Helen Henf­ling und dem ein­zi­gen kon­stan­ten ande­ren Band­mit­glied, dem Drum­com­pu­ter DM1, hat er die­se Ankün­di­gung wahr gemacht, ver­schie­de­ne Beset­zun­gen ver­öf­fent­li­chen seit 2016 unter dem Band­na­men Gewalt immer mal wie­der EPs. Dabei fol­gen die Musi­ker absicht­lich kei­ner der übli­chen Ver­öf­fent­li­chungs­stra­te­gien. Eine Art Werk­schau erschien 2019 unter dem Titel „Gewalt 2016 – 2018“ (Bandcamp.com) auf Kas­set­te und auf Inter­net, im kom­men­den Mai wird jedoch erneut getourt. Wei­te­re Ver­öf­fent­li­chun­gen sind daher wahr­schein­lich.

An Sur­ro­gat erin­nern nicht nur Text­zei­len wie „Wir waren schön wie Gott“ („Limi­ter“), son­dern auch die Musik selbst. Stil­ver­wand­te Gast­mu­si­ker wie Nina Wal­ser („Paw­low“) zei­gen bereits beim Lesen, wo Gewalt zu suchen ist sind: Erneut gibt es „immensen Krach“ („SPIEGEL ONLINE“), also Noi­se­r­ock, mit einem wohl auch schlag­zeug­er­satz­be­ding­ten Indu­stri­al­ein­schlag zu hören.

Gewalt – Kein Mensch (offi­ci­al Video)

Das Dekla­mie­ren exi­stenz­fra­gen­der, eher öfter als sel­te­ner auch des­il­lu­sio­nie­ren­der Tex­te („So geht die Geschich­te“, „Kein Mensch“) hat Patrick Wag­ner zu mei­ner Freu­de auch nicht ver­lernt. In den­sel­ben blitzt, wenn mich mein Urteils­ver­mö­gen nicht täuscht, gele­gent­lich ein wenig Blum­feld auf, was gut ist.

Das abschlie­ßen­de (inso­fern wohl neue­ste), bedroh­lich ruhi­ge „Wir sind sicher“ fällt musi­ka­lisch aus dem sowie­so eher iro­nisch gege­be­nen Rah­men, ver­hin­dert aber, dass man sich nach Abschluss des Albums wüten­der fühlt als nötig. Ob aber die Melan­cho­lie die bes­se­re Stim­mung ist? Ich weiß es nicht.

Gewalt – Wir Sind Sicher (Video Offi­ci­al)

Manch­mal ist Gewalt doch eine Lösung.

In den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu Mor­den (zum Bei­spiel in Hanau)

So lan­ge das Wer und das Wen das Was und das War­um in der media­len, poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Betrach­tung eines oder meh­re­rer Mor­de jedes Mal über­wie­gen, so lan­ge ist zwi­schen den Guten und den Bösen, die jeweils dar­auf hof­fen, es möge der Rich­ti­ge jeman­den von den Rich­ti­gen gemeu­chelt haben, nur wenig Unter­schied fest­stell­bar.


Nach­trag: Über­ra­schend stellt sich her­aus, dass die stän­di­ge Über­wa­chung aller Lebens­be­rei­che gar nicht hilft.

Netzfundstücke
Eimer­fraß

Bei „Nord­see“ – Wer­be­spruch: „Wir sind Fisch.“ – scheint man sich des Rufs, den fast food wenig­stens hier­zu­lan­de hat, bewusst zu sein: Man kann dort neu­er­dings stil­echt aus dem Eimer fres­sen.

Eimerfraß

Par­don: Aus dem bucket. :irre:

In den NachrichtenNerdkrams
Mit der DSGVO gegen Pass­wort­to­ta­li­ta­ris­mus

In vie­ler­lei Blogs ist der­zeit zu lesen, dass die Bun­des­re­gie­rung in Sachen EDV jetzt end­gül­tig die Gren­ze zum Unrechts­staat über­schrit­ten habe:

In Deutsch­land soll es künf­tig eine kla­re Auf­la­ge für Anbie­ter von Tele­me­di­en­dien­sten wie Whats­App, Gmail, Face­book, Tin­der & Co. geben, sen­si­ble Daten von Ver­däch­ti­gen wie Pass­wör­ter und IP-Adres­sen an Sicher­heits­be­hör­den her­aus­zu­ge­ben.

Damit sei einer heim­li­chen Über­wa­chung der pri­va­ten Lebens­be­rei­che jedes Bür­gers Tür und Tor geöff­net wor­den. Mit­un­ter wird gar ange­nom­men, es sei fort­an ille­gal, Pass­wör­ter nicht im Klar­text zu spei­chern.

Dabei ist das Gegen­teil der Fall: Dass es seit Jahr­zehn­ten nicht mehr dem Stand der Tech­nik ent­spricht, Pass­wör­ter im Klar­text zu spei­chern, hat zwar kaum jeman­den dar­an gehin­dert, es trotz­dem zu tun – aber die DSGVO hat und wird es. Gemäß Art. 32 DSGVO ist für eine Ver­schleie­rung des Pass­worts und der IP-Adres­sen zu sor­gen. Tut man das nicht, so wird es teu­er.

Die Regie­rung stellt nun aber klar, dass Tele­me­di­en­an­bie­ter im Ein­klang mit der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) und IT-Sicher­heits­be­stim­mun­gen Pass­wör­ter ver­schlüs­selt spei­chern müs­sen. Ermitt­ler kön­nen also nur dar­auf hof­fen, dass Dienst­lei­ster die­se Vor­schrif­ten nicht befol­gen oder dass sie die vor­han­de­nen Hash­wer­te selbst mit hohem tech­ni­schen Auf­wand ent­schlüs­seln kön­nen.

(Dass man Hash­wer­te nicht ent­schlüs­seln kann, weil sie nicht ver­schlüs­selt sind: Neben­sa­che. Ist ja bloß EDV, da weiß man nicht viel drü­ber.)

Wer also dem Ansin­nen der Ver­fas­ser des Geset­zes­vor­schlags ent­spricht und der Straf­ver­fol­gung – ganz bra­ver Bür­ger – Benut­zer­pass­wör­ter lie­fert, der beweist dadurch sei­ne Miss­ach­tung gel­ten­den EU-Rechts. Die „Pflicht zur Pass­wor­t­her­aus­ga­be“ könn­te inso­fern auch ein geschickt gemach­ter Trick von Juri­sten sein, sich mit Abmah­nun­gen ein klei­nes Zubrot ver­die­nen zu kön­nen; oder ein wei­te­rer Ein­trag auf der lan­gen Liste der myste­riö­sen Grün­de dafür, war­um Deutsch­land sich als Digi­tal­stand­ort zu behaup­ten kläg­lich schei­tert.

In den NachrichtenWirtschaftMir wird geschlecht
Diver­sen­quo­te für Mie­ter!

Ein Gesetz, das aus Gleich­be­rech­ti­gungs­grün­den unbe­dingt refor­miert gehört, ist Art. 6 Abs. 4 GG:

Jede Mut­ter hat Anspruch auf den Schutz und die Für­sor­ge der Gemein­schaft.

Die­ser Anspruch stammt zwei­fel­los aus einer Zeit, als die Rol­len­ver­tei­lung noch klar gere­gelt war: Die Män­ner waren in rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft und die Frau­en waren haupt­be­ruf­lich Mut­ter. Nun hat sich die Gesell­schaft in Deutsch­land seit­dem merk­lich gewan­delt, sowohl hin­sicht­lich der Rol­le von Vätern als auch der von Müt­tern. Ein Erset­zen von „Jede Mut­ter“ durch „Jedes Eltern­teil“ scheint also gebo­ten. Dass Art. 12a GG einen Ein­zug zum Mili­tär trotz­dem nur für Män­ner vor­sieht, ist im Übri­gen ein ärger­li­cher Ana­chro­nis­mus, der aller­dings mit der hof­fent­lich bal­di­gen Abschaf­fung der Bun­des­wehr ver­ges­sen wer­den kann.

Einen wenig­stens ent­fernt ähn­li­chen Gedan­ken hat­te Fran­zis­ka Gif­fey, Mit­glied der SPD und trotz­dem Mini­ste­rin, näm­lich die­je­ni­ge für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend und somit kei­nes­wegs für Väter, die auf­grund der geän­der­ten gesell­schaft­li­chen Rol­le von Müt­tern das Ärger­nis, dass Unter­neh­men von Män­nern auf­ge­baut und erfolg­reich gemacht wur­den, wes­halb Frau­en nicht auto­ma­tisch vom Kuchen naschen dür­fen, zu bekämp­fen sucht:

Bun­des­fa­mi­li­en­mi­ni­ste­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) will für Vor­stän­de gro­ßer Unter­neh­men eine Quo­te von min­de­stens einer Frau ein­füh­ren. (…) Rei­ne „Män­ner­clubs“ sei­en nicht mehr zeit­ge­mäß; frei­wil­li­ge Bekennt­nis­se reich­ten nicht aus.

Dass das Wir­ken gegen Män­ner­clubs, wie oben bereits ange­deu­tet, nicht für die der­zeit lei­der wie­der aktiv geför­der­te Bun­des­wehr, son­dern nur für einen Bereich, in dem mit mini­ma­lem Auf­wand maxi­ma­ler Ertrag winkt, näm­lich für nam­haf­te Unter­neh­mens­vor­stän­de, gel­ten soll, spricht für sich: Kei­nes­wegs geht es dar­um, die Frau als ganz nor­ma­len Mit­bür­ger in den All­tag zu inte­grie­ren, son­dern dar­um, ihr den beruf­li­chen Auf­stieg auf­grund ihrer bio­lo­gi­schen Merk­ma­le gegen­über Men­schen mit ande­ren bio­lo­gi­schen Merk­ma­len zu erleich­tern. Par­al­le­len zur natio­nal­so­zia­li­sti­schen Kra­nio­me­trie zu zie­hen wäre sicher­lich ver­mes­sen. Für bemer­kens­wert hal­te ich aller­dings die Impli­ka­ti­on, Trans- und Inter­se­xu­el­le müss­ten sich künf­tig im Berufs­le­ben wie­der ent­schei­den, ob sie Mann oder Frau sein wol­len. Da hat sich die Über­ein­kunft, künf­tig auch „/d“ in Stel­len­aus­schrei­bun­gen zu schrei­ben, ja wie­der mal beacht­lich gelohnt.

Da aber gleich­zei­tig der Ber­li­ner Ver­band der­sel­ben SPD mit zwei ande­ren Kla­mauk­par­tei­en beschlos­sen hat, dass es bis auf Wei­te­res dem städ­ti­schen Woh­nungs­markt hel­fen könn­te, wenn man das Sanie­ren von Woh­nun­gen für den Ver­mie­ter teu­rer macht als bis­her, wovon wie­der­um beson­ders Frau­en betrof­fen sind, die von Ver­mie­tern – glaubt man einem 2017 ver­öf­fent­lich­ten Inter­view im „Stern“ – auf­grund ihres oft eher ruhi­gen Ver­hal­tens bevor­zugt behan­delt wer­den: Wäre es nicht rat­sam, man führ­te in Ber­lin eine Nicht­frau­en­quo­te für Mie­ten ein, damit auch Nicht­frau­en eine fai­re Chan­ce auf eine der zuse­hends begehr­te­ren Woh­nun­gen haben?

In den NachrichtenMontagsmusik
Nose­holes – Snowsu­it Ran­ger // Ham­bur­ger Dun­kel­zif­fern

Heute ist Montag?!Es ist Mon­tag. Die bri­ti­sche Poli­zei ver­kün­det, dass, wer Kali Linux nut­ze, unter Ver­dacht ste­he, ein Hacker zu sein. Ich hal­te dage­gen: Wer Kali Linux nutzt, der ist ein unta­len­tier­ter Hei­ni. Man nut­ze lie­ber Pan­da­bä­ren. Die hacken zwar auch nicht, sind aber wenig­stens put­zig anzu­se­hen.

Apro­pos put­zig: Beim inzwi­schen bekann­ten Ham­bur­ger Lin­ken Tom Rad­tke hat ein sozi­al­me­di­al als „pfui, weil CDU“ zusam­men­ge­fass­ter Jurist fest­ge­stellt (Sei­te 22, Spie­gel hier), dass eine per Whats­App ver­schick­te Nach­richt aus Daten­schutz­grün­den als eigent­lich öffent­li­che Infor­ma­ti­on zu behan­deln ist. Ich freu‘ mich auf die Gerichts­ent­schei­dung.

Die Stadt Ham­burg, berich­tet die dort ansäs­si­ge „Ham­bur­ger Mor­gen­post“, die sich aus Lei­stungs­schutz­grün­den das Ver­linkt­wer­den ver­bit­tet, sol­le im Bezirk Mit­te künf­tig eine Quo­te für Jugend­ein­rich­tun­gen bekom­men: Da 71,7 Pro­zent („72 Pro­zent“, „Ham­bur­ger Mor­gen­post“) der dor­ti­gen Jugend­li­chen einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben, sol­len auch ihre Betreu­er bevor­zugt eine „sicht­ba­re Migra­ti­ons­ge­schich­te“ (ebd.) auf­wei­sen. End­lich macht sich Schwarz­ar­beit bezahlt! Scherz bei­sei­te: Dass Haut­far­be künf­tig wie­der eine Rol­le beim Ein­stel­lungs­pro­zess spie­len soll, hal­te ich für eine Ent­wick­lung, von der es wün­schens­wert wäre, fän­de sie statt­des­sen woan­ders statt. Scha­de um das schö­ne mensch­li­che Fort­kom­men.

Bei der Wahl des Nach­fol­gers von Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er als CDU-Vor­sit­zen­de – Jens Spahn, Armin Laschet oder Fried­rich Merz – wird von „der CDU“, ist zu lesen, eine „Team­lö­sung“ ange­strebt. Etwa aus Jens Spahn, Armin Laschet und Fried­rich Merz?

Ach – Musik.

Nose­holes – Snowsu­it Ran­ger (Offi­ci­al Music Video)

Guten Mor­gen.