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Diver­sen­quo­te für Mie­ter!

Ein Gesetz, das aus Gleich­be­rech­ti­gungs­grün­den unbe­dingt refor­miert gehört, ist Art. 6 Abs. 4 GG:

Jede Mut­ter hat Anspruch auf den Schutz und die Für­sor­ge der Gemein­schaft.

Die­ser Anspruch stammt zwei­fel­los aus einer Zeit, als die Rol­len­ver­tei­lung noch klar gere­gelt war: Die Män­ner waren in rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft und die Frau­en waren haupt­be­ruf­lich Mut­ter. Nun hat sich die Gesell­schaft in Deutsch­land seit­dem merk­lich gewan­delt, sowohl hin­sicht­lich der Rol­le von Vätern als auch der von Müt­tern. Ein Erset­zen von „Jede Mut­ter“ durch „Jedes Eltern­teil“ scheint also gebo­ten. Dass Art. 12a GG einen Ein­zug zum Mili­tär trotz­dem nur für Män­ner vor­sieht, ist im Übri­gen ein ärger­li­cher Ana­chro­nis­mus, der aller­dings mit der hof­fent­lich bal­di­gen Abschaf­fung der Bun­des­wehr ver­ges­sen wer­den kann.

Einen wenig­stens ent­fernt ähn­li­chen Gedan­ken hat­te Fran­zis­ka Gif­fey, Mit­glied der SPD und trotz­dem Mini­ste­rin, näm­lich die­je­ni­ge für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend und somit kei­nes­wegs für Väter, die auf­grund der geän­der­ten gesell­schaft­li­chen Rol­le von Müt­tern das Ärger­nis, dass Unter­neh­men von Män­nern auf­ge­baut und erfolg­reich gemacht wur­den, wes­halb Frau­en nicht auto­ma­tisch vom Kuchen naschen dür­fen, zu bekämp­fen sucht:

Bun­des­fa­mi­li­en­mi­ni­ste­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) will für Vor­stän­de gro­ßer Unter­neh­men eine Quo­te von min­de­stens einer Frau ein­füh­ren. (…) Rei­ne „Män­ner­clubs“ sei­en nicht mehr zeit­ge­mäß; frei­wil­li­ge Bekennt­nis­se reich­ten nicht aus.

Dass das Wir­ken gegen Män­ner­clubs, wie oben bereits ange­deu­tet, nicht für die der­zeit lei­der wie­der aktiv geför­der­te Bun­des­wehr, son­dern nur für einen Bereich, in dem mit mini­ma­lem Auf­wand maxi­ma­ler Ertrag winkt, näm­lich für nam­haf­te Unter­neh­mens­vor­stän­de, gel­ten soll, spricht für sich: Kei­nes­wegs geht es dar­um, die Frau als ganz nor­ma­len Mit­bür­ger in den All­tag zu inte­grie­ren, son­dern dar­um, ihr den beruf­li­chen Auf­stieg auf­grund ihrer bio­lo­gi­schen Merk­ma­le gegen­über Men­schen mit ande­ren bio­lo­gi­schen Merk­ma­len zu erleich­tern. Par­al­le­len zur natio­nal­so­zia­li­sti­schen Kra­nio­me­trie zu zie­hen wäre sicher­lich ver­mes­sen. Für bemer­kens­wert hal­te ich aller­dings die Impli­ka­ti­on, Trans- und Inter­se­xu­el­le müss­ten sich künf­tig im Berufs­le­ben wie­der ent­schei­den, ob sie Mann oder Frau sein wol­len. Da hat sich die Über­ein­kunft, künf­tig auch „/d“ in Stel­len­aus­schrei­bun­gen zu schrei­ben, ja wie­der mal beacht­lich gelohnt.

Da aber gleich­zei­tig der Ber­li­ner Ver­band der­sel­ben SPD mit zwei ande­ren Kla­mauk­par­tei­en beschlos­sen hat, dass es bis auf Wei­te­res dem städ­ti­schen Woh­nungs­markt hel­fen könn­te, wenn man das Sanie­ren von Woh­nun­gen für den Ver­mie­ter teu­rer macht als bis­her, wovon wie­der­um beson­ders Frau­en betrof­fen sind, die von Ver­mie­tern – glaubt man einem 2017 ver­öf­fent­lich­ten Inter­view im „Stern“ – auf­grund ihres oft eher ruhi­gen Ver­hal­tens bevor­zugt behan­delt wer­den: Wäre es nicht rat­sam, man führ­te in Ber­lin eine Nicht­frau­en­quo­te für Mie­ten ein, damit auch Nicht­frau­en eine fai­re Chan­ce auf eine der zuse­hends begehr­te­ren Woh­nun­gen haben?