MusikNetzfundstücke
Musikalischer Jahresrückblick (mal anders)

Zum Jahre­sende eine Pre­miere auf dieser Seite: Video guck­en, ohne erst irgend­wo anders hin­sur­fen zu müssen.
Dur­chaus humorig:

(Zusät­zliche Dien­stleis­tung: Youtube-Ver­weis für die, die aus diversen Grün­den das Ein­binden extern­er Filme nicht ges­tat­ten.)

Natür­lich hat dieses Video auch einen Hin­ter­grund, zu find­en im West­en.
Lustige Idee, pri­ma umge­set­zt.

Danke für euer Inter­esse im fast abge­laufe­nen Jahr.
Bis 2010!

In den Nachrichten
Die Telekom wird multimedial.

Da schau her: Die Telekom soll sich mit voller Kraft auf die neue Mul­ti­me­dia-Welt ein­stellen, “neue” bitte gebrüllt vorstellen.

Die gle­iche Telekom, die seit unge­fähren Äonen eine bre­it­flächige Abdeck­ung mit DSL-fähi­gen Leitun­gen ver­spricht und der man angesichts der elend lan­gen Reak­tion­szeit­en gar nicht zutrauen würde, ein pri­vates Unternehmen zu sein, hat nun also erkan­nt, dass die Welt um sie herum inzwis­chen dig­i­tal kom­mu­niziert. Zu Recht stellt man dort immer­hin fest, dass man eigentlich über­flüs­sig ist, und schwingt noch ein wenig den Zeigefin­ger, um das zu ver­hin­dern:

“Wenn sich Investi­tio­nen nicht mehr lohnen, weil wir unsere Net­ze zu vorgeschriebe­nen Preisen jedem Konkur­renten zur Ver­fü­gung stellen müssen”, werde es Prob­leme geben, sagte der Telekom-Chef. Dann “wird es zum Beispiel sehr schw­er, die weißen Fleck­en, die es in der Bre­it­band­ver­sorgung in Deutsch­land gibt, zu schließen”.

Die gle­ichen weißen Fleck­en, die die Telekom seit einem unge­fähren Jahrzehnt nicht abzudeck­en geschafft hat, kön­nten “schw­er zu schließen” sein. Das ist ja ger­adezu eine Tragödie. Ogot­to­gott.


Apro­pos “ogot­to­gott”: Die so genan­nten “Nack­tscan­ner” am Flughafen passen CDU und F.D.P. jet­zt doch in den Kram, weil die Intim­sphäre der Kon­trol­lierten gewahrt wer­den soll, wie auch immer man sich das vorzustellen hat. So recht sin­nvoll erscheint mir das nach wie vor nicht, die Tech­nik zu fördern, so lange die men­schliche Kom­po­nente ver­sagt:

So soll der Atten­täter Umar Abdul­mu­tal­lab amerikanis­chen Presse­bericht­en zufolge ohne gülti­gen Pass an Bord gewe­sen sein.

Da gibt es nur eins: Noch mehr Überwachung!

SonstigesNetzfundstücke
Über die Normalität

Das Gegen­teil von Feierta­gen ist, so heißt es, die Nor­mal­ität. “Die Nor­mal­ität ist wieder eingekehrt.” Und einen Satz wie “Die Nor­mal­ität ist wieder eingekehrt.” sagt und schreibt man nicht emo­tion­s­los und sach­lich, son­dern wahlweise hocher­freut (“Die Nor­mal­ität ist endlich wieder eingekehrt.”) oder unter allen Anze­ichen gelang­weil­ten Miss­mutes (“Und nun ist auch schon wieder die Nor­mal­ität eingekehrt.”, gern auch “der alte Trott”, auf dass man sich beim Lesen respek­tive Hören einen lang­weili­gen alten Ack­er­gaul vorstelle).

Attention Dogs

Nor­mal­ität kann bei­des sein, tat­säch­lich kann auch an Feierta­gen weit­ge­hend Nor­mal­ität herrschen. Wer inter­essiert sich schon für den Toten­son­ntag? Nor­mal­ität ist, was man daraus macht. “Ist es nor­mal, nur weil alle es tun?” fragten rhetorisch schon 1993 Die Fan­tastis­chen Vier. Es ist zweck­los, der Welt gefall­en zu wollen, während man sich selb­st nicht ein­mal ausste­hen kann, aber irgend­wie dann doch muss.

Während ich dies schreibe, blicke ich auf einen Wei­h­nachts­baum, ein Relikt aus ein­er Zeit vor der Nor­mal­ität, qua­si ein Anachro­nis­mus. Nichts ist so alt wie der Wei­h­nachts­baum von gestern.

PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Lobet den Herrn: Wirres zur Weihnacht.

Mein Kalen­der teilt mir mit, dass der Ste­fan­itag endlich vorüber ist. Das bedeutet, dass auch der Wei­h­nacht­srum­mel ein Ende gefun­den hat und man endlich wieder in den Nachricht­en blät­tern darf, ohne ständig über Verkehrsun­fälle, Baum­brände und irgendwelchen “Frieden” zu stolpern, von dem sich die Zivilis­ten in Afghanistan und im Irak wahrlich nicht viel kaufen kön­nen, nehme ich an; und die große Umtauschak­tion find­et ja tra­di­tionell erst am Mon­tag statt.

Wie ja ohne­hin wieder min­destens Beelze­bub tobte:

Viele Men­schen wur­den bei Unfällen ver­let­zt, mehrere getötet. An Heili­ga­bend mussten sog­ar Gottes­di­en­ste aus­fall­en.

“Es kamen zwar auch ein paar Men­schen um ihr Leben, aber viel wichtiger: Gottes­di­en­ste fie­len aus! Das Ende ist nah!”; irgend­was an dieser For­mulierung macht mir Angst.

Und Angst belebt ja bekan­ntlich das Geschäft der so genan­nten christlichen Kirchen, die nicht müde wer­den, ständig die Maßlosigkeit der Gesellschaft anzuprangern, ohne zu merken, dass sie selb­st viel dazu beitra­gen, zum Beispiel, indem sie andächtig an Gedenkver­anstal­tun­gen für Suizidopfer teil­nehmen:

Schauen Sie mal in Ihre Tageszeitung, Rubrik Tode­sanzeigen, nach den Geburts­dat­en. Das sind sicher­lich nicht alles Unfälle oder kreb­stote Jugendliche. Wenn es so weit­erge­ht kann sich EKD-Bis­chöfin Käß­mann auf die Schul­ter klopfen.

Selb­st­mord als christlich akzep­tierte Meth­ode, der Sinnlosigkeit zu entrin­nen; immer­hin das hat sich in den let­zten Jahrhun­derten geän­dert. Mit dem Tod an sich ver­fährt man aber inzwis­chen genau umgekehrt. War er früher ein natür­lich­es Ereig­nis, wird er inzwis­chen zum nationalen Großereig­nis stil­isiert, je nach Tode­sart (Amok?) und/oder Bekan­ntheit (Musik­er? Sportler?) mit unter­schiedlich langer Sendezeit, und es hal­ten immer wieder neue Men­schen, die den Namen­szusatz “Experte” bekom­men, weil es aus ihrer Rede allein nicht her­vorge­ht und damit man sie wenig­stens nicht ignori­ert, ihr Gesicht in die Kam­era und reden über Dinge, die noch nie ein Teil ihres Lebens waren, und die geifer­nde Meute will immer noch mehr davon.

Gegen Pietät ist nichts einzuwen­den, aber sie wird oft und offen­bar gern falsch ver­standen. Selb­st die beliebte Wei­h­nachts­geschichte von Charles Dick­ens ver­wech­selt Men­schlich- und Streb­samkeit mit Hartherzigkeit:

Ebenez­er Scrooge ist ein Vertreter des Bürg­er­tums. Hat es so jemand wirk­lich ver­di­ent, als Buh­mann zu gel­ten?

Amen.


(Auch schön übri­gens: Präsi­dent Ahmadined­schad nen­nt europäis­che Poli­tik­er dumm und lan­det mit dieser, wie üblich, “unge­heuer­lichen Ent­gleisung” prompt in den Schlagzeilen. Wenn das so ein­fach ist, möchte ich auch mal: Angela Merkel ist eine lang­weilige alte Hexe! — So, das müsste reichen.)

In den NachrichtenNerdkrams
formspring.me: Keine weiteren Fragen.

Eine der unmöglich­sten Auswüchse dieses Web zweipunk­t­null ist derzeit der Dienst formspring.me (aus reinem Trotz ohne anklick­baren Ver­weis), den zwar, wieder mal, alle nutzen, aber von dem kein­er so genau weiß, wofür eigentlich. Ange­boten wird ein schlicht­es For­mu­lar, das dazu genutzt wer­den soll, dem Besitzer (möglichst kurze) Fra­gen zu stellen; sozusagen Twit­ter in Dialog­form.

Da die Fra­gen grund­sät­zlich anonym gestellt wer­den, kann man formspring.me pri­ma nutzen, um Selb­stver­mark­tung (Dialoge mit sich selb­st) wie auch Pöbeleien an den Mann zu brin­gen. Welchen guten Zweck also kann dieser Dienst erfüllen?

Franziska Bluhm schrieb richtig:

Fre­unde fra­gen direkt, per Mail oder Tele­fon, Bekan­nte ver­mut­lich auch und die meis­ten Inter­netler haben ja mit­tler­weile zig­tausend Möglichkeit­en der Kom­mu­nika­tion.

Was macht also den Reiz aus? Ich weiß es nicht. Vielle­icht gehört erst­mal ein großes Ego dazu, sich da über­haupt anzumelden. Man muss ja schließlich erst ein­mal davon aus­ge­hen, dass die Welt da draußen wirk­lich Fra­gen stellen will (…).

Ich kenne selb­st einige formspring.me-Nutzer, kein­er davon kon­nte mir bish­er einen brauch­baren Grund für seine Teil­nahme nen­nen. Das häu­fig­ste Argu­ment: formspring.me ist das kom­mende Ding oder ver­gle­ich­bares. Die Mei­n­un­gen gehen entsprechend auseinan­der: Die einen bekla­gen die man­gel­nde Trans­parenz und nen­nen formspring.me eine bloße Wer­beak­tion des Anbi­eters, die anderen wer­fen wieder mal Unsinnster­mi­ni wie “das bessere Twit­ter” in den luftleeren Raum und freuen sich, dass sie endlich die Möglichkeit haben, wild­frem­den Men­schen ihr Pri­vatleben zu offen­baren.

Guter Vor­satz für 2010: Auch diesen Dienst erfol­gre­ich mei­den.

Ohne weit­eren Kom­men­tar zum Schluss noch meine Lieblingsnachricht der let­zten Tage: Guan­tá­namo kann noch nicht geschlossen wer­den, weil sie erst Geld für ein anderes Gefäng­nis brauchen, in dem sie dann, ver­mut­lich, eigentlich genau das gle­iche prak­tizieren wer­den.

(Der jährliche Gedanke an Heili­ga­bend: Wer nur ein­mal im Jahr in die Kirche ren­nt und lieben Leuten Geschenke macht, hat einen Grundgedanken des Weihnachts-“Festes” gründlich missver­standen und sollte sich schä­men.)

In den Nachrichten
Glossy glänzen mit neuen News

Manch­mal schaue ich immer noch gern Wer­bung. Sie ist so schön albern. Mein aktueller Favorit stammt von ein­er Fir­ma, die unter anderem Haarpflege­pro­duk­te her­vor­bringt. Nach Anwen­dung der ange­priese­nen Chemikalien, so sal­badert eine Frau als Unter­malung zu der Ein­blendung ein­er Frisur, höbe sich ihr Haar durch die Eigen­schaft her­vor, glossy zu glänzen, also, auf Deutsch for­muliert, glänzend zu glänzen.
Mir scheint, das Wort gloss hat in den let­zten Jahren als eigene Vok­a­bel Einzug in die deutsche Sprache gehal­ten (cf. lip­gloss, weil “Lip­penglanz” zwar das gle­iche bedeutet, aber dann wohl doch irgend­wie nicht, son­st würde es ja jemand ver­wen­den und wom­öglich beim laut­en Aussprechen die Wun­der­lichkeit des Ein­satzz­weck­es jenes Mod­eac­ces­soires bemerken). Bis­lang, immer­hin, ist noch von glossy Glänzen und noch nicht von Glossen die Rede. Faszinierend eigentlich.

Apro­pos faszinierend; zwei SPIEGEL-Online-Schlagzeilen von gestern, die mir gefie­len: Michael Schu­mach­er fährt wieder ’ne Runde in der Formel 1 mit. Damit hätte ich dann eine Wette von unge­fähr Anfang 2008 gewon­nen. Lei­der weiß ich nicht mehr, worum ich gewet­tet habe.
Was ganz anderes, aber von der gle­ichen Quelle am gle­ichen Tag: Angeli­na Jolie hält Treue für über­flüs­sig; was dann allerd­ings auch irgend­wie wieder zeigt, was es aus­macht, ein Traumpaar zu sein, näm­lich: das mit den ständi­gen Treueschwüren nicht zu übertreiben. Man ist miteinan­der glück­lich, weil man darauf ver­traut, miteinan­der glück­lich zu sein. Wie eben Ver­trauen eine wichtige Basis für rei­bungs­freie Koex­is­tenz ist, während Treue in bei­der­seit­igem Ein­vernehmen auch mal aus­ge­set­zt wer­den kann, weil das Seel­is­che eine Bindung schafft, die das Kör­per­liche nicht zu erhal­ten ver­mag.
(Was ja dann auch irgend­wie den Reiz aus­macht. Also den des Seel­is­chen, ver­ste­ht sich.)

Draußen schneit es dieser Tage wieder täglich. Juhu, wom­öglich gibt es doch mal wieder eine “weiße Wei­h­nacht”. Und dann sitzen die, die ihren Kindern immer was von ein­er “weißen Wei­h­nacht” vorschwär­men, im gut geheizten Wohnz­im­mer und sagen sich: “Gott sei Dank (an solchen Tagen sind manche Leute erstaunlich gläu­big) sitzen wir jet­zt hier im War­men und müssen nicht dieses eklig kalte Wet­ter draußen ertra­gen. Über­all sind die Straßen ver­stopft, jed­er zweite Zug fällt aus, Unfälle häufen sich wegen der Glätte, und außer­dem erhöht die Kälte unnötig unsere Heizkosten. Hof­fentlich wird es bald wieder wärmer.”

Und ich glaube nicht mal, dass das eine allzu über­triebene Darstel­lung ist.

(Nach­trag vom 24. Dezem­ber 2009 und apro­pos Wer­bung noch mal: “Beobachte deine Nach­barin jet­zt live im Inter­net” — nein, das möchte ich ganz sich­er nicht!)

Nerdkrams
vis, Vim, vi

Mein Vim mit deaktivierten überflüssigen Leisten beim Schreiben dieses Textes.Da ich in den let­zten Tagen schon Kom­mili­to­nen, Online­foren und das IRC damit belästigt habe, ist es nur kon­se­quent, dass ich mich auch hier wieder ein­mal mit einem The­ma befasse, das eher meine com­put­er­af­finen Leser inter­essieren dürfte und das alle anderen Besuch­er wahrschein­lich Augen rol­lend über­lesen wer­den:

Vim ist der beste Vielzwecked­i­tor dieses Plan­eten.

Ursprünglich als ein quellof­fen­er Nach­bau des inzwis­chen über 30 Jahre alten UNIX-Pro­gramms vi (kurz für visual) pro­gram­miert, hat sich Vim inzwis­chen dank des einge­baut­en Skript­in­ter­preters zu einem der flex­i­bel­sten und mächtig­sten plat­tfor­munab­hängi­gen Texte­d­i­toren gemausert, dessen Tas­tenkürzel längst auch in anderen Pro­gram­men genutzt wer­den und, ein­mal auswendig gel­ernt, die eigene Pro­duk­tiv­ität um ein Vielfach­es erhöhen kön­nen. Ein­mal Vim, nie wieder etwas anderes. Häu­fig benutzte Tas­ten­fol­gen kön­nen sog­ar als Makro gespe­ichert wer­den, so dass auch kom­plexe Tex­tän­derun­gen durch das Drück­en weniger Tas­ten immer wieder wieder­holt wer­den kön­nen.

Dieser Beitrag soll dem Zweck dienen, inter­essierten Lesern einen kurzen Überblick über Vim unter Win­dows (erbitte Verzei­hung für diese Ein­schränkung) zu ver­mit­teln und zu zeigen, dass Bedi­enkonzepte aus ein­er Zeit, in der Tas­taturen noch ganz anders aus­sa­hen und Betrieb­ssys­teme nicht sel­ten UNIX hießen, nicht automa­tisch Schnee von gestern sein müssen, son­dern auch heute noch viele Vorteile bieten.

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PolitikIn den Nachrichten
Boris Becker ist neidisch.

Ent­ge­gen meinen Gewohn­heit­en dann doch noch ein Beitrag, weil ich ger­ade die Muße hat­te, mich durch die Nachricht­en des Woch­enen­des zu wühlen.

Amüsant zunächst:
Boris Beck­er benei­det Tiger Woods um die erfol­gre­iche Führung divers­er Affären:

Er sei erstaunt über die Anzahl der außere­he­lichen Affären Woods, über die berichtet werde. “Ich war über­rascht über die Dimen­sion, die Häu­figkeit. Was er da, rein logis­tisch, alles ver­tuschen muss! Wie hat er denn das alles organ­isiert? Der muss ja dauernd das Tele­fon wech­seln und die Spuren ver­wis­chen”, sagte Beck­er in der Talk­show.

Ja, das wüsste er wohl gern, der Herr Beck­er. :)

Apro­pos lustig: Der Weltk­limagipfel ist been­det. Und was da für span­nende Ergeb­nisse her­auska­men!

Der Min­i­malkon­sens des Weltk­limagipfels lautet: Die Vertreter der teil­nehmenden Län­der nehmen die Abschlussvere­in­barung “zur Ken­nt­nis”. Damit ste­ht es jedem Land frei, die vere­in­barten Ziele konkret umzuset­zen oder nicht.

Heureka­men! Dieses Ergeb­nis also ist “ein erster Schritt hin zu ein­er neuen Weltk­li­maord­nung”.
Na, auf die Ord­nung bin ich mal ges­pan­nt.


(Kann ich nur unter­schreiben: Bitte fest drück­en. Ach.)

PersönlichesMusikFotografieNerdkrams
Realsatire in Hannover

Vogelspuren im Schnee
Vogelspuren im Schnee
Hier war gestern, was immer­hin min­destens eine weit­ere Per­son bemerkt hat, statt der gewohn­ten unpro­fes­sionell wirk­enden Tex­twüste nur eine schlichte Text­seite zu sehen, die in schwarz­er Schrift einen Wartungsmodus implizierte.

Was war kaputt?

Nun, ich war wieder ein­mal eifrig dabei, dieser Inter­net­präsenz einen aktu­al­isierten Word­Press-Unter­bau zu ver­passen, als ein übler Fehler auf­trat, indem die Aktu­al­isierung der Daten­bank dieses Sys­tems, manch­mal immer­hin mit irre führen­der Fehler­mel­dung, schlicht fehlschlug. Eine Anfrage im deutschsprachi­gen Hil­fe­fo­rum brachte mich der Lösung des Prob­lems lei­der nicht näher, so dass ich als Not­fal­l­lö­sung erst ein­mal eine kurze Infor­ma­tion hin­ter­ließ und mich zu mein­er sonnabendlichen Unternehmung auf­machte, die aus einem Besuch auf dem Han­növer­schen Wei­h­nachts­markt (will sagen: gemein­schaftlichem War­mgetränkekon­sum mit Niveau und einem möglichst gries­grämi­gen Gesicht­saus­druck wegen der Musik [Last Christ­mas! Argh!] und wegen des Wet­ters und wegen Wei­h­nacht­en all­ge­mein) beste­hen sollte.

Vor mein­er Abfahrt hat­te ich mich noch gewun­dert, wieso auf bahn.de seit kurzem “pünk­tlich” neben manchen Zugverbindun­gen zu lesen ist. Inzwis­chen habe ich es her­aus­ge­fun­den: “Pünk­tlich” bedeutet “die plan­mäßige Abfahrt­szeit wird unge­fähr einge­hal­ten”, alles andere bedeutet auch wirk­lich alles andere. Sollte hier jemals der zuständi­ge Finanzhei­ni der Deutschen Bahn vor­beis­chauen: Ihr kön­ntet eine Menge Geld sparen, wenn ihr das mit den Fahrplä­nen ein­fach ganz sein ließet und lieber in ein paar zusät­zliche dig­i­tale Infor­ma­tion­stafeln investiertet. Ger­ade derzeit, da tech­nis­che Schwierigkeit­en auf vereis­ten Streck­en offen­bar der Regelfall sind, ist es doch ein ziem­lich­er Unsinn, von “plan­mäßi­gen Abfahrt­szeit­en” zu reden, die sich dann, je nach weit­erem Strecken­zu­s­tand, immer wieder ändern. Immer­hin beweisen eure Durch­sager trotz ent­fal­l­en­er Ruhep­ause zwis­chen Hin- und Rück­fahrt noch Humor: “Wenn Sie wollen, dass dieser ver­dammte Zug endlich weit­er­fährt, machen Sie bitte die Türen frei!”. Das hat dann auch funk­tion­iert.

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PolitikNetzfundstückeIn den Nachrichten
Eher friert die Hölle zu.

In Kopen­hagen find­et immer noch die UN-Kli­makon­ferenz statt, und die größten Umweltschweine sind wieder ein­mal die mit den umw­er­fend­sten Forderun­gen. Als hätte es noch nicht gere­icht, dass wir in Europa nun kün­ftig alle im Halb­dunkel sitzen müssen!

Worum geht es eigentlich noch mal in dieser Kon­ferenz? Ach ja, richtig:

Das Ziel der Kli­marah­menkon­ven­tion beste­ht darin, eine gefährliche Störung des Kli­masys­tems zu ver­hin­dern. Dies kann gemäß dem Umwelt­pro­gramm der Vere­in­ten Natio­nen nur dann erre­icht wer­den, wenn die Erder­wär­mung auf 2 Grad begren­zt wird.

Die Erder­wär­mung ist wahrlich ein Prob­lem. Vor lauter Hitze traut man sich im Moment ja schon gar nicht mehr auf die Straße, man ver­bren­nt förm­lich; und im Som­mer ist es ja noch schlim­mer, und es kommt uns nur so vor, dass er jedes Jahr kürz­er wird, das kann näm­lich gar nicht sein. (Fast hätte ich “und so” ange­fügt.)
So ein Hitze­tod ist ja auch keine schöne Vorstel­lung.

Apro­pos schöne Vorstel­lung und apro­pos Kli­makon­ferenz: In Dublin wurde laut Fefe ein — wie passend — Umwelt scho­nen­der Vibra­tor vorgestellt, neu mit zweit­em Han­dantrieb sozusagen. Beson­ders beein­druck­end fand ich dies­bezüglich, dass sich tat­säch­lich Frauen dazu bewe­gen lassen, detail­lierte Test­berichte (lei­der nur in Textform) abzuliefern:

I’ve only used it a cou­ple of times, and it’s fan­tas­tic. It’s very intense, and some­times, at the top lev­el, depend­ing on the per­son that’s using it, it can actu­al­ly be too intense some­times.

Ich grat­uliere der Dame und wün­sche ihr noch viele schöne Vibra­tio­nen; danke auch an die aufmerk­samen Kli­maschützer, die die Über­legun­gen, die zu solcher­lei führten, über­haupt erst ermöglicht haben! Auf dass kom­mende Erfind­un­gen zum Wohle der Umwelt ähn­lich viel Spaß brin­gen mögen.

Und da wir ger­ade bei Pornografie Massen­panik waren: In den Nieder­lan­den geht die auch für Men­schen mitunter tödliche Ziegen­grippe um. Vögel und Schweine haben wir ja jet­zt offen­bar erfol­gre­ich über­lebt, und das sog­ar ohne allzu viel Ein­satz der teuren Impf­stoffe. Schade.

(Ob man die Rest­bestände vielle­icht weit­er ver­wen­den kann?)


Nach­trag, der allerd­ings mit Kli­ma und Grippe nichts zu tun hat:
Der Orig­i­nalschriftzug “Arbeit macht frei” wurde gestohlen, und die Präsi­den­ten irgendwelch­er Gedenkstät­ten wit­tern schon wieder irgendwelche Anfänge, der­er man sich gefäl­ligst erwehren sollte. Auf die Idee, dass Neon­azis — per def­i­n­i­tionem — wohl eher niemals ein KZ beschädi­gen wür­den und dass dieser Ver­dacht eher unwahrschein­lich und wie ein allzu leicht­fer­tiger Ver­such, einen Schuldigen nicht erst ermit­teln zu müssen, erscheint, kommt mal wieder kein­er. (Außer mir, ver­ste­ht sich.)

Fotografie
Niedliches statt Schnee

Plöt­zlich ein­set­zende Milde überkam die Stadt. Selb­st an Kälte gewöh­nte Wasservögel wer­den zur optis­chen Beto­nung dieses Umstandes bek­lei­det und in Schaufen­ster gestellt, in den Augen ironiev­er­ständi­ger Men­schen nicht nur der Außen­tem­per­atur, son­dern auch der emo­tionalen Kälte zur Wei­h­nacht­szeit Rech­nung tra­gend.

Winterpinguin

Jüngst ent­deckt: Eine am Weges­rand wie fest­ge­froren sitzende Taube, sichtlich verun­sichert.
Jet­zt fehlt nur noch Schnee zum Glück.

PersönlichesNetzfundstücke
Alte Zöpfe

Die Dig­i­tal­isierung der Welt hat bekan­nter­maßen Auswirkun­gen auf die Art, wie wir mit Infor­ma­tio­nen umge­hen, auch darauf, wie wir sie ver­ar­beit­en. Manch­mal, wenn man in der Flut an dig­i­tal kopierten und so für eine eigentliche Ewigkeit kon­servierten Infor­ma­tio­nen zu ertrinken dro­ht, scheint es ein­ladend, eine oft nicht grund­los getrof­fene Pri­or­ität manch­er Infor­ma­tio­nen zugun­sten ein­er jeden­falls tem­porären Ord­nung oder dessen, was man dafür hält, zu ver­w­er­fen und den Löschknopf zu betäti­gen. “Alte Zöpfe”, die man abschnei­den “müsse”, seien die ent­fer­n­ten Texte, behauptet man dann manch­mal, um sein eigenes Gewis­sen zu beruhi­gen, dem es natür­lich auch nicht immer recht ist, wenn sein Besitzer Relik­te von Per­so­n­en, deren bloße Exis­tenz oft­mals das eigene Leben pos­i­tiv zu bee­in­flussen wusste, als “alte Zöpfe” beze­ich­net.

Und wie beim Coif­feur ist auch das Abschnei­den von Tex­ten aus Momenten des Glücks — “I’ve had the time of my life” — meist endgültig. Lässt man sich, von Emo­tio­nen getrieben, dazu bewe­gen, sich von den verbliebe­nen Zeug­nis­sen solch­er Momente zu tren­nen, schaut man hin­ter­her wehmutig auf den Boden um sich herum, auf dem nun­mehr die Säu­berungsrou­tine stat­tfind­et, und denkt wieder an die alten Zeit­en, die man nun eigentlich hin­ter sich lassen wollte, um neu anz­u­fan­gen.

Sind die alten Zöpfe ab, merkt man erst, wie viel angenehmer es war, sie ab und zu noch mal anzuschauen und sich wieder in die alten Zeit­en zurück­zu­ver­set­zen.
Die logis­che Kon­se­quenz: Man lässt sich neue Zöpfe wach­sen.


Übri­gens endlich mal eine sin­nvolle und fundierte Studie: Apple-Kun­den lei­den an ein­er psy­chis­chen Störung.

PersönlichesNetzfundstücke
“Und sonst so?”

(… und dann fra­gen mich die Leute, “tux”, fra­gen sie mich, meinen schreck­lichen Vor­na­men durch einen für Außen­ste­hende immer­hin unver­ständlichen bis niedlichen Spitz­na­men eigen­er Wahl erset­zend, “was genau machst du eigentlich den ganzen Tag?” — “Nun”, worte ich dann ant, “wenn ich nicht ger­ade Tuto­rien für absurde The­men for­muliere oder son­sti­gen Unsinn ins Inter­net schreibe, sitze ich meist in ein­er Ecke, ärg­ere mich über Wörter wie ‘Außen­ste­hende’ und ’niedlich’ und zäh­le auf dem Kalen­der die Tage zwis­chen den wirk­lich aufre­gen­den Erleb­nis­sen des Lebens, die sich meist Monate im Voraus ankündi­gen und dann, wenn sie sich der Gegen­wart näh­ern oder diese sich ihnen, dann kom­men­tar­los aus selt­samen Grün­den ver­puffen, nicht mehr da sind, und kein­er weiß dann let­z­tendlich so genau, wieso. Die Tage mit Träu­men zu ver­brin­gen und nachts unruhig zu schlafen in Erin­nerung an und im Aus­blick auf schöne Zeit­en, weil die Zeit ‘dazwis­chen’ ja dann doch immer länger wird und man sich auch bewusst in Träume flüchtet, weil man sich dort, eine entsprechende Erziehung voraus­ge­set­zt, mehr traut, weil die Chance, im Traum einen Korb zu bekom­men, erfahrungs­gemäß eben doch eine eher geringe ist, eben­so wie die, im Traum ver­lassen zu wer­den; weil sich die Träume das Unter­be­wusst­sein zusam­men­strickt und das Unter­be­wusst­sein dafür bekan­nt ist, neben einem oft zu guten Erin­nerungsver­mö­gen auch einen unge­sun­den Opti­mis­mus vorzuweisen, der einem dann nach dem Auf­ste­hen doch wieder nur trübe Gedanken bere­it­et, und eigentlich wäre es dem­nach schlau, den ganzen Tag träu­mend zu ver­brin­gen, aber … wie war noch mal die Frage?” -
“Schon gut”, sagen die Leute dann, ver­drehen die Augen und tauschen viel sagende Blicke aus, und ich ver­ste­he selb­st nicht, wieso ich mich immer wieder als einen eso­ter­ischen Lang­weil­er darstelle und die Hälfte meines Lebenswan­dels grob unter­schlage; und dann aber irgend­wie doch.)

Auf selt­samen Fund­stück­en basierende Empfind­ung des Tages: “Hel­lo Kit­ty” ist so was von wider­lich niedlich (da iss­es wieder), dass es beina­he psy­chol­o­gis­che Kriegs­führung genan­nt wer­den kann und gegen die Grun­dregeln men­schlichen Zusam­men­lebens ver­stößt, der­lei Pro­duk­te zu ver­wen­den.

Hello City

Musik
Medienkritik XIX: Bei RTL singt man international.

Dass wir täglich von dem um sich greifend­en Anglisierungswahn umgeben sind, ist ja schon beina­he kein­er Erwäh­nung mehr wert.
Manch­mal allerd­ings fasst man sich dann doch an den Kopf.

Kür­zlich wurde ich mit dem kaput­ten Sender RTL kon­fron­tiert, der derzeit nicht mal ein brauch­bares Pro­gramm vorzuweisen hat, das irgend­je­man­den zum Ein­schal­ten bewe­gen sollte, und es lief aus­gerech­net ein Eigen­wer­be­block. In diesem wurde wiederum dies angekündigt:

Die erfol­gre­ich­sten Rock-/Pop-Christ­mas­songs aller Zeit­en soll­ten in Bälde aufge­führt wer­den.
Ist das nicht grausig?

Gehen wir’s mal durch:

“Die erfol­gre­ich­sten”
Woran wird der Erfolg genau gemessen? An der Beliebtheit in der Zuhör­erschaft sich­er nicht; “Last Christ­mas” (aus Rück­sicht auf die Ner­ven mein­er Leser nicht mit einem Hyper­link verse­hen) mag bekan­nt sein, aber nie­mand, der bere­its eine voll­ständi­ge Wei­h­nacht­szeit mit Musikun­ter­malung hin­ter sich gebracht hat, legt Wert darauf, diese Grusel­musik mit dem Attrib­ut “erfol­gre­ich” zu verse­hen. Hoffe ich jeden­falls.

“Rock-/Pop”
… und dazwis­chen gibt es nichts? “Rock/Pop” ist die wenig­stens halb­wegs informiert klin­gende Aus­druck­sweise für “halt so Musik”. Alles, was nicht Rock ist, ist Pop; dies scheint die gesellschaftlich akzep­tierte Lesart musikalis­ch­er Gen­res zu sein.
Bedeutet das, dass Rock keine pop­u­lar music ist? Schön wäre es ja, dann kön­nten sich einige Rock­bands endlich von dem Ver­such abwen­den, sich anzu­biedern, und wieder gute Musik fab­rizieren. In dem Phrase­nungetüm, das wir hier vor uns haben, ist “Rock/Pop” jeden­falls besten­falls über­flüs­sig.

“Christ­mas”
Man mag ja von englis­chen Lehn­wörtern hal­ten, was man will; “Christ­mas” ist keines. (Jeden­falls nicht nach der mir bekan­nten Def­i­n­i­tion von Lehn­wörtern, die da besagt: Wenn ein fremd­sprachiges Wort die deutsche Gram­matik bekommt, ist es ein Lehn­wort. Wie dek­lin­iert man “Christ­mas”?)
Nein: Hier wurde ein englis­ches Wort mit­ten in den Term gek­lebt. Weil es eben “cool­er” klingt als “Wei­h­nachts-”, nehme ich an. “Eek!”, wie der US-Amerikan­er zu sagen pflegt.

“-songs”
Hier gilt eigentlich noch immer der vorige Absatz, aber auch inhaltlich möchte ich noch eine Ergänzung anbrin­gen: Dass in Wei­h­nacht­sliedern lei­der meist Gesang im Spiel ist, ist eigentlich nichts, was man sep­a­rat durch die Wort­wahl beto­nen müsste. Und “Ich singe einen Song” ist doch nun wahrlich ein höchst albern­er Satz.

“aller Zeit­en”
Zum Abschluss dann doch noch mal eine ver­meintlich deutsche Phrase, entlehnt aus dem englis­chen “of all times” und dort genau so falsch.
Wären es tat­säch­lich “die erfol­gre­ich­sten … aller Zeit­en”, so kön­nte man also guten Gewis­sens davon aus­ge­hen, dass kein zukün­ftiges Musik­stück mehr einen größeren Erfolg zu ver­buchen ver­mag. (Aber ich kann mich des Ein­drucks nicht erwehren, dass die Ran­gliste tat­säch­lich recht unverän­der­lich ist. Ich halte mich vor allem zur Wei­h­nacht­szeit grund­sät­zlich best­möglich von allen Ver­anstal­tun­gen fern, die Radiomusik spie­len kön­nten, aber ich nehme an, wenn ich in diesem Jahr anders vorge­he, werde ich wieder mit “Last Christ­mas”, “White Christ­mas” und “Jin­gle Bells” gequält. Die deutschsprachige Musik­welt hat der­gle­ichen nur wenig vorzuweisen, und ich kann es gar nicht groß genug schreiben, um meinem erle­ichterten Schrei aus­re­ichend schriftlichen Aus­druck zu ver­lei­hen: Zum Glück!)

I’m dream­ing of a wild busi­ness.
— EAV: Ihr Kinder­lein kom­met (ver­dammt noch ein­mal)


Lesetipp, bis mir wieder was besseres ein­fällt:
Der Super­markt als Spiegel­bild der Ich-Gesellschaft.

MusikNetzfundstückeIn den NachrichtenPiratenpartei
Die kanadische Musikindustrie und das mit dem Urheberrecht

Michael Geist, laut Biografie juris­tisch bewan­dert und kein Kanadier, schrieb bere­its am Mon­tag etwas, was auf Spiegel.de seit Dien­stag fol­gen­der­weise zu lesen ist:

Weil sie jahrezehn­te­lang keine Tantiemen an Kün­stler auszahlten, ste­hen einige der größten Labels Kanadas bald vor Gericht. Die Klage liegt schon seit Okto­ber 2008 vor, und immer mehr Kläger schließen sich ihr an: Zulet­zt reichte die Nach­lassver­wal­tung des amerikanis­chen Jazzmusik­ers Chet Bak­er ihre Ansprüche gegen den Ver­band der kanadis­chen Musikin­dus­trie CRIA ein. Ins­ge­samt sum­mieren sich die ausste­hen­den Tantiemen­zahlun­gen zu astronomis­chen Höhen: 50 Mil­lio­nen kanadis­che Dol­lar, geste­ht die CRIA ein, schulde man den Kün­stlern wohl auf jeden Fall. Die Klage geht aber von leicht höheren Sum­men aus: Bis zu 6 Mil­liar­den kanadis­che Dol­lar (cir­ca 3,8 Mil­liar­den Euro) kön­nten fäl­lig wer­den — rund 20.000 kanadis­che Dol­lar pro Urhe­ber­rechtsver­let­zung.

20.000 Dol­lar pro “Urhe­ber­rechtsver­let­zung”; woher kenne ich solche Sum­men?
Ach ja, richtig:

Rund zwanzig Jahre gerierten sich also kanadis­che Plat­ten­la­bels wie Raubkopier­er, die Ansprüche ein­fach mit einem Ver­weis auf die Wird-irgend­wann-bezahlt-Liste abwehrten. Das kön­nte sie nun teuer zu ste­hen kom­men.

Dass das Urhe­ber­recht, das derzeit vor allem dazu zu dienen scheint, die finanziellen Inter­essen der Rechtev­er­w­ert­er zu wahren, drin­gend ein­er Erneuerung bedarf, ist bekan­nt und wurde ja auch im let­zten Wahlkampf the­ma­tisiert. Dass die Nachricht über eine solche Klage nun aus­gerech­net aus Kana­da, wo die regelmäßig über die Stränge schla­gende GEMA nicht wütet, zu uns dringt, ist schade, aber immer­hin ein Anfang; man darf ges­pan­nt sein.

Hierzu­lande han­deln die Rechtev­er­w­ert­er auch nicht unbe­d­ingt zum Wohle der All­ge­mein­heit und oft nicht ein­mal im Inter­esse der Kün­stler. Der große Knall ist lange über­fäl­lig. Wer fängt an?


Klein­er Nach­trag zu einem ganz anderen The­ma:
Die angekündigte “Schweinegrippe”-Pandemie mit den Tausenden Toten scheint schon wieder vor­bei zu sein, und all die schöne Panik war völ­lig vergebens. Götz Wieden­roth hat wieder eine tre­f­fende Karikatur hierzu erschaf­fen.