Man fährt, auf dem Weg zur nächsten Klausur, mit dem Zug durch eine verschneite Landschaft, umgeben von Fußspuren von Tierarten, die das geistige Auge, durch sie forciert, gleichsam erscheinen lässt. Die Sehnsucht erweckt Bilder von Schneehasen, Schneerehen und Schneespatzen, und obwohl man eigentlich noch im Warmen sitzt, versinkt man in ihnen und lässt die Gedanken zurück, die das Jetzt trübten.
Während die Augen, die auf der Szene haften, den Verstand in den Stromsparmodus versetzt, summt es in den Ohren. Die Melodie kennt man, aber würde man sie zuordnen wollen, so führte dies zu einem unvermeidlichen Zurück in das Rationale, das Greifbare, und deshalb lässt man es lieber sein.
Sich dessen wohl bewusst hält die Natur die Türen verschlossen, und fast, noch immer gefangen von der Macht der Bilder, bemerkt man es zu spät. Beeindruckt schwebt man hinaus in die Kälte der Stadt und beginnt zu frieren. Der Verstand meldet sich zu Wort, geweckt von der Diskrepanz der Temperaturen, und forciert das Ende des Schwebens, nicht unbemerkt von der Natur, die nur zögerlich ihren Griff lockert. Die Schneelandschaft weicht braunen Pfützen und ihren lieblosen Verwandten. Nächster Halt: Haltestelle.
„Wasch mich“, klagt die Fensterscheibe, von Witzbolden beschmiert, gleichsam zum Test, ob der verbliebene Humor genügt. Vergebens. Den Wunsch, zu träumen, gewährt die Natur kein zweites Mal. Willkommen in der Realität, du altes Arschloch.


