Derzeit auf tagesschau.de zu lesen:
Die “Web-Expertin” (was wieder einmal sehr schön zeigt, dass man, um heutzutage als “Experte” dummes Zeug in irgendein Mikrofon schwafeln zu dürfen, nur ungefähr wissen muss, wie der abstrakte Gegenstand, mit dem man sich angeblich auskennt, ungefähr buchstabiert wird; gemäß Urban Priol: “einmal in der Eisdiele vom Zitronensorbet naschen, schon ist man Experte für Polarforschung”) Kathrin Passig erklärt, wieso sämtliche “sozialen Netzwerke” dazu beitragen, dass sie nicht sozial verkümmert, und dass jedem dieser Portale, das aus der Mode kommt, mindestens ein neues “kommendes Ding” folgt.
In Deutschland zum Beispiel entwickelte sich die allgemeine Aufmerksamkeit von MySpace über *VZ zu Facebook, und was danach kommen wird, möchte ich mir gar nicht so recht vorstellen müssen:
Die schlechte Nachricht für Anhänger des “Nur-eine-Phase”-Glaubens: An die Stelle von Facebook wird nicht der Prä-Facebook-Zustand treten, sondern Angebote, die noch viel stärkere Verwerfungen in unseren sozialen Gepflogenheiten mit sich bringen.
Ich hatte es neulich schon angedeutet:
So schlecht lebt es sich in der digitalen Einsamkeit ohne Facebook nicht.
(Und, apropos Einsamkeit, dem Lied Worte fehlen des Farin Urlaub Racing Teams wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ich hoffe, mit diesem Verweis zur Änderung dieses Umstandes beitragen zu können.)
Ein politischer Witz als Nachtrag:
“Die SPD hat den großen Fehler gemacht, die Diskussion um Internetsperren zu verschlafen”, und das tut ihr jetzt, in der Opposition, so richtig Leid; weil es keinesfalls abzusehen war, dass die zahlreichen Bürgerproteste inklusive des Erfolges der Piratenpartei irgendetwas mit den Internetsperren zu tun gehabt haben könnten, aber jetzt hätte man eben doch gern wieder ein paar Wählerstimmen, wenn es schon nicht für Inhalte reicht, ach, herrje.


