KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Grünlich Grau — Niederstes Gewänz

Niederstes GewänzGewänz. Was zur Hölle ist Gewänz?

Fest ste­ht, dass in den 1990-er Jahren eine Band des Namens “Nieder­stes Gewänz” wirk­te. Offen­bar geht diese Wortkreation zurück auf ein Zitat aus dem 1993 veröf­fentlicht­en Film “Doc Sny­der hält die Welt in Atem” von — wem auch son­st? — Helge Schnei­der. Ist doch albern. Woher “Grün­lich Grau”, der Name der im Fol­gen­den gemein­ten Musik­gruppe, stammt, kon­nte ich allerd­ings nicht ein­deutig her­aus­find­en.

Worum geht es? Nun, Grün­lich Grau machen im pos­i­tiv­en Sinne bek­loppte Musik. Auf dem Album “Nieder­stes Gewänz” schre­it­en “Kalle”, “Hannes”, “Kranz” und “Frieder” schle­u­nig durch die Stile, vom 70er-Politrock (“Bunker”) über Tech­no (“Spacesurfer”) bis zu wirrstem RIO (“294: Der Geschmack der Vor­rich­tung”) ist alles dabei. Die Sprache der (weni­gen) Texte ist mal Franzö­sisch, mal Englisch und mal Deutsch; das ist, wie der geneigte Musik­fre­und spätestens seit Eclipse Sol-Air weiß, keineswegs ver­wirrend, son­dern wun­der­bar passend. An Humor man­gelt es der Band ohne­hin nicht: Der Text von “Bunker” zum Beispiel, so behauptet’s die Pres­se­in­for­ma­tion, stamme von Hans Sprungfeld.

Auf Bandcamp.com und per eMule kann man sich das ganze ver­dammte Ding herun­ter­laden, bei erster­er Möglichkeit auf Wun­sch auch gegen eine Spende in beliebiger Höhe. Ich lege dies nahe.

PiratenparteiMontagsmusik
Jakob — Blind Them With Science

Remember, rememberEin flauschlos­er Mon­tag, der davor war irgend­wie schön­er. Teufel, geht das immer schnell. Es wird Grippezeit, und auch die Piraten­partei hat­te sich da was einge­fan­gen: Flo­ri­an “d1etpunk” Bokor ist milde keifend aus­ge­treten, wie gewohnt noch im Gezeter mit “willkom­men draußen” von denen begrüßt, die es für einen Erfolg hal­ten, poli­tisch gescheit­ert zu sein. Dieser Flo­ri­an Bokor war auch jen­er, welch­er im Jan­u­ar 2014 anlässlich eines Bun­desparteitags fremde Flaggen hissen ließ, das Piraten­schiff also gle­ich­sam kampf­los vor ver­sam­melter Mannschaft den Seeroibern, die nicht mehr einte als der Klassenkampf gegen das Böse, über­gab.

Vielle­icht hätte er sich vorher wenig­stens ein wenig mit “sein­er” Partei beschäfti­gen sollen, denn das, was ihm fehlte, war nie weg. Für ein Beken­nt­nis zu den immer gle­ichen Werten aber gibt es vielle­icht ein­fach zu wenig Applaus von den Willk­om­men­draußens. Rum und Ähren. Evi­denzbasiertes poli­tis­ches Geschick ist so 2009.

Klopp lernt das Verb “to lose”, über­schrieb man bei der “Frank­furter All­ge­meinen Zeitung” einen Artikel über ein ver­lorenes Fußball­spiel von Jür­gen Klopps neuem Vere­in, dem FC Liv­er­pool, und möglicher­weise bringe ich dem zuständi­gen Redak­teur jet­zt auch mal ein neues Verb bei, näm­lich “to facepalm”, und möchte das zur weit­eren Inter­pre­ta­tion ein­fach ein­mal hier herum­liegen lassen. Andere Leute lassen Schlim­meres herum­liegen, zum Beispiel lässt ein Herr Collins die Kun­st­fig­ur “Phil Collins” herum­liegen, während er befürchtet, jet­zt doch noch cool zu wer­den. Immer­hin scheint er trotz­dem seine Musik zu ken­nen: “Es sind nicht nur Kri­tik­er, denen manche mein­er all­ge­gen­wär­ti­gen Best­seller längst aus dem Hals her­aushän­gen!” Radiosender allerd­ings kriegen offen­sichtlich nicht genug davon. Hof­fentlich bringt bald jemand ein drittes Lied raus.

Oder es spie­len ein­fach mehr Radiosender was Anständi­ges. Ich hätte da einen Vorschlag.

Jakob — Blind Them With Sci­ence live@Bleach (Brighton, UK 24-04-2015)

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz verlinkt: Christliche Sterbehilfe

Warum muss man für Ster­be­hil­fe eigentlich in die Schweiz fahren? Ach so, richtig — weil der­sel­ben CDU, die ein Recht auf den Export schw­er­er Waf­fen in Kriegs­ge­bi­ete wortre­ich ein­fordert, christliche Werte wichtig sind:

Auch wenn der christliche Glaube Men­schen Hoff­nung gibt, haben viele Angst vor einem lan­gen Ster­be­prozess oder vor Schmerzen. CDU-Gen­er­alsekretär Peter Tauber betonte in Berlin: „Es darf kein Geschäft mit dem Tod geben. Kün­ftig ste­ht die geschäftsmäßige Bei­hil­fe zur Selb­st­tö­tung unter Strafe.“

Geschäftsmäßige Bei­hil­fe zur Tötung Drit­ter hinge­gen kurbelt die Wirtschaft an. Auf­schwung, wis­senschon.

Nerdkrams
Mit feed43 gegen Webmüll

(Vorbe­merkung: Es fol­gt nach län­ger­er Zeit ein weit­er­er lang­weiliger Text über Com­put­erkram, der eigentlich nur den Zweck erfüllt, die über­fäl­lige Musikrückschau zu prokras­tinieren. Wie ärg­er­lich.)

Vor eini­gen Jahren hoffte ich, dass die Mut­maßung, das RSS-For­mat sei nicht mehr zeit­gemäß, bis auf Weit­eres nicht zutr­e­f­fen würde. Ich beginne zu fürcht­en, dass ich da vielle­icht zu opti­mistisch war.

Denn: Web­müll ver­stopft das Netz. Man ruft Web­sites auf und bekommt eine Menge zu sehen, nur der eigentliche Inhalt wird immer bess­er ver­steckt. Hier, eine Wer­be­fläche! Hier, 34 weit­ere Schlagzeilen zu ganz anderen The­men! Abon­nier’ uns doch! Und guck’ mal, wie schön unsere sozialen wid­gets leucht­en! — Das Web als Infor­ma­tion­s­medi­um ver­sagt, weil seine Gestal­ter ver­sagen.

Selb­st, wenn man sich von wer­be­trächti­gen Quatsch­seit­en wie taz.de und “SPIEGEL ONLINE” fern­hält, wird es zuse­hends schwieriger, sich effizient zu informieren, weil RSS als ein­heitlich­er Stan­dard sich trotz­dem nicht so recht durchzuset­zen ver­mag.

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PolitikIn den Nachrichten
Schmalhans des Tages: Angela Merkel, CDU.

Dieser Artikel ist Teil 12 von 18 der Serie Schmal­hans des Tages

Was hat­ten wir denn lange nicht? Ach, richtig — einen Poli­tik­er, der Unsinn erzählt. Und wo son­st sollte er sitzen als in der CDU/CSU?

Dabei hat­te diese unheilige Union ja dur­chaus begonnen, sich dem Neu­land zu öff­nen. Wieso son­st sollte ein CSU-Min­is­ter auf Bundes‑, ein CDU-Poli­tik­er auf europäis­ch­er Ebene für das Inter­net zuständig sein? Und auch Angela Merkel, son­st nicht unbe­d­ingt für eine Mei­n­ung bekan­nt, besann sich laut Presse bere­its im Mai 2014 darauf, dass es mit­tler­weile Men­schen auch im Telekom-Deutsch­land gibt, die vom Inter­net leben müssen:

Kan­z­lerin Angela Merkel hat sich für ein­heitliche europäis­che Regeln im Urhe­ber­recht, beim Daten­schutz und für den Bre­it­ban­daus­bau stark gemacht.

So weit, so beängsti­gend. Zum Glück hat­te sich dies­bezüglich, wie gewohnt, sehr lange nichts getan, so dass man get­rost vergessen kon­nte, dass so etwas über­haupt ein­mal zur Sprache gekom­men war. ‘Schmal­hans des Tages: Angela Merkel, CDU.’ weit­er­lesen »

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusikComputer
Hooffoot (live)

Kalt draußenDas Inter­net freut sich: Die Web­site des größten deutschen Totholzver­schwen­ders sper­rt nun Leute aus, die ihren Rech­n­er gern vor Krim­inellen schützen möcht­en. Allerd­ings sind sie sog­ar dafür zu doof, denn die mobile Web­site (soll heißen: die, die man sieht, wenn man verse­hentlich mit einem smart­phone draufge­ht) lässt sich von Adguard zumin­d­est unter Android nicht am Funk­tion­ieren hin­dern. Damit kann ja auch kein­er rech­nen.

In der Türkei steigt der­weil ’ne Feier: Dem Erdoğan seine Partei hat die absolute Mehrheit zurücker­obert, und wer bei Eroberun­gen an Kreuz­züge und blutige Gemet­zel denkt, hat damit angesichts der dor­ti­gen Kur­den­schlachterei ver­mut­lich nicht Unrecht. Die OSZE beklagte den mit Gewalt geführten Wahlkampf, was die Bun­desregierung natür­lich bren­nend inter­essiert: “Regierungssprech­er Stef­fen Seib­ert begrüßte am Mon­tag den friedlichen Ver­lauf der Wahl”, man will ja den Großkun­den nicht ver­lieren: Kur­den nutzen deutsche Waf­fen gegen den IS, während die Türkei ihrer­seits (über die NATO mil­itärisch­er Ver­bün­de­ter Deutsch­lands) Kur­den bom­bardiert. Frieden schaf­fen, ihr Affen.

Apro­pos Affen: Apple lässt CCC-Apps auf Apple TV nicht zu, weil man im CCC naturgemäß auch Apples Betrieb­ssys­teme tech­nisch analysiert. Vielle­icht sollte der CCC auf dem anste­hen­den 32. Con­gress im Gegen­zug Apple-Geräte vom Gelände ver­ban­nen.

Man kön­nte ja auch ganz andere Dinge tun, zum Beispiel Hoof­foot hören.

Hoof­foot — Burg Herzberg Fes­ti­val 2015

Guten Mor­gen (n.V.).

SonstigesIn den Nachrichten
Kurz notiert zu Eckart von Hirschhausens Kreuzzug

“Der Kabaret­tist Eckart von Hirschhausen und die CDU-Poli­tik­erin Julia Klöck­n­er sind von der befreien­den Kraft der Reli­gion überzeugt.” So etwas liest man doch gern, dann weiß man wenig­stens, mit wem man es zu tun hat. Ent­standen ist dieser Satz für das “christliche Medi­en­magazin” “pro”. Die Über­schrift? Was Ärzte und Patien­ten von Luther ler­nen kön­nen.

Und zwar was?

So stellt der aus­ge­bildete Arzt von Hirschhausen fest, dass viele ein­same Men­schen mit ein­er „pseudore­ligiösen Erwartung­shal­tung“ ins Wartez­im­mer des Arztes kämen. Sie haben den „Wun­sch nach Gese­hen­wer­den, Berührtwer­den im wahrsten Sinne des Wortes, nach Erlö­sung, nach Gnade“.

Gehen gläu­bige Chris­ten eigentlich zum Arzt, wenn Gott doch will, dass alles so kommt, wie es kommt? Keine Zeit, darüber nachzu­denken, der näch­ste Kracher lässt nicht auf sich warten:

„Luther hat den Anstoß dafür gegeben, dass man sich die heilen­den Kräfte der Bil­dung klargemacht hat“.

Ein evan­ge­lis­ch­er Kabaret­tist, der in ein­er religiösen Pub­lika­tion die Bil­dung lobt und später die katholis­che Kirche darum benei­det, dass sie “viele Rit­uale” habe, “da habe seine Kirche das Kind mit dem Bade aus­geschüt­tet”, macht mir ja doch eher Mut als Hoff­nung. Aber eigentlich brauchen wir Reli­gion ja gar nicht, son­dern, so ver­merk­te von Hirschhausen abschließend, “jeman­den wie Jesus”:

Wenn wir in Deutsch­land beobacht­en, wie Arm und Reich auseinan­der­driften, wie viele Leute sich von der Gesellschaft aus­geschlossen fühlen – dann braucht es jemand, der uns an Jesus erin­nert!

Jesus hätte sicher­lich etwas gegen diese Schere zwis­chen Arm und Reich getan, denn “[e]r ging gezielt auf die Men­schen zu, ohne nach dem Sta­tus zu fra­gen”, um sie dann, das erwäh­nt von Hirschhausen nicht, für ihren Sta­tus trotz­dem zu verurteilen:

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reich­er in das Reich Gottes gelangt.
Markus 10,25

Eckart von Hirschhausen dürfte es also schw­er haben, von jeman­dem wie Jesus als ein­er der Seinen akzep­tiert zu wer­den; ins­beson­dere, wenn er sein Leben auch anson­sten ganz in Ord­nung find­et:

So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mut­ter, Weib, Kinder, Brüder, Schwest­ern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein.
Lukas 14,26

Die Men­schen, um deren Gesellschaft Jesus sich bemühte, waren also keineswegs Gestal­ten wie Julia Klöck­n­er und Eckart von Hirschhausen, son­dern vom Leben gebeutelte, von der Fam­i­lie ent­fremdete, zutief­st depres­sive Arme. Was er mit ihnen vorhat­te, geht aus der Bibel nicht ein­deutig her­vor, ich habe da allerd­ings so eine Ahnung:

Ich bin nicht gekom­men, um Frieden zu brin­gen, son­dern das Schw­ert!
Matthäus 10,34

Predigt Herr von Hirschhausen eigentlich während sein­er Auftritte oder redet er während­dessen nur Stuss? Hat sich der Ver­fas­sungss­chutz schon mal genauer damit befasst?

“Jemand wie Jesus” würde sich ver­mut­lich im Grabe umdrehen.


Wusstet ihr übri­gens schon, dass man jet­zt auch so genan­nte “Home­pages” haben kann?

PolitikIn den NachrichtenComputer
Liegengebliebenes vom 30. Oktober 2015 (außer mir jetzt)

Nein, was hat man sich auf Twit­ter nicht wieder hämisch amüsiert:

Horst See­hofer erwägt ange­blich den Abzug sein­er Min­is­ter aus der Koali­tion, sollte die Kan­z­lerin ihre Flüchtlingspoli­tik nicht rev­i­dieren.

Wo da denn, haha­ha, die Dro­hung sei und dass man sich vielmehr darauf freue, dass das endlich passiere. So eine unglaubliche Geschichtsvergessen­heit ist sog­ar im Inter­net sel­ten, denn was macht man mit einem Kabi­nett, in dem noch Min­is­ter fehlen? Man füllt es auf. 2013 war eine gewisse Ursu­la von der Leyen als “Super­min­is­terin” — also tal­ent­freie Zuständi­ge für mehrere Ressorts — im Gespräch. Ich glaube, damit kann man ziem­lich gut dro­hen.


Apro­pos doof: Mit der jüngst für schwammig erk­lärten Net­zneu­tral­ität bieten sich für den Spo­ti­fy-Wer­bev­ere­in Telekom offen­bar inter­es­sante neue Möglichkeit­en.

Telekom-Chef Tim Höttges hat eine Idee, wie man den vom EU-Par­la­ment abgenick­ten Kom­pro­miss zur Net­zneu­tral­ität mit Leben füllen kann: Star­tups, die ihre Dien­ste auf dem weltweit­en Netz anbi­eten, beteili­gen dafür die Net­z­be­treiber an ihren Umsätzen. “Ein paar Prozent”, schreibt Höttges im Telekom-Blog, seien “ein fair­er Beitrag für die Nutzung der Infra­struk­tur”.

Ich schlage vor, dass die Telekom im Gegen­zug auch eine faire Entschädi­gung zahlt, wenn die Infra­struk­tur wieder mal jedes Dien­stan­bi­eten verun­möglicht.

WirtschaftIn den Nachrichten
Experten: Wenn man etwas anzündet, könnte es brennen.

(Vorbe­merkung: Ich habe von Finanzwirtschaft nicht über­mäßig viel Ahnung, allerd­ings qual­i­fiziert mich das offen­bar zu ein­er Experte­naus­sage.)

Die Banken, so stand es gestern in der schlim­men Tageszeitung, macht­en zwar Geldgeschäfte preiswert­er, allerd­ings warn­ten Experten davor, dass sie auch Krisen beförderten. Ich beglück­wün­sche diese Experten zu ihrer Exper­tise, ver­grabe mein Gesicht in ein­er Hand und melde Zweifel an.

Tat­säch­lich sind die essen­ziellen Geldgeschäfte in der Pri­vatwirtschaft (Geld erhal­ten, Geld für etwas aus­geben, selb­st: Geld lei­hen und ver­lei­hen) prinzip­iell auch ohne eine Bank kosten- und mehraufwand­s­los möglich. Nehmen wir an, es gäbe keine Banken und durch Banken beförderte Quatscherfind­un­gen wie Scheck­karten, so wäre der Fluss des Geldes nur schw­er­lich preiswert­er mach­bar: Das Gehalt in der inzwis­chen sprich­wörtlichen Lohn­tüte zu erhal­ten kostet eben­so wenig Transak­tion­s­ge­bühren wie jeman­dem etwas mit Bargeld abzukaufen, selb­st der Ablauf des Geld­ver­leihs ist “kosten­los” möglich, rech­net man ein­mal die Infla­tion nicht ein (was ja auch eine Bank sel­ten kon­se­quent tut). Schwierig wird es erst, wenn der gewün­schte Kred­it die Mit­tel des Ver­lei­hers über­steigt. Hier kom­men Banken ins Spiel.

Banken sind prinzip­iell Kred­itin­sti­tute, also Ein­rich­tun­gen, die über aus­re­ichend Kap­i­tal ver­fü­gen, um größere Men­gen Geldes vorüberge­hend ver­lei­hen und (im Falle von “Ein­la­gen”) verzin­sen zu kön­nen. Dieses Geld stammt zum Großteil von Inve­storen im weit­eren Sinne, also Leuten, die Geld in die Bank gebracht haben, was dazu führt, dass das Geld, was ger­ade ver­liehen wurde, im tat­säch­lichen Bestand nur noch virtuell vorhan­den ist. Zum Glück für die Banken ist die Wahrschein­lichkeit, dass ein Großteil der Ein­lagern­den gle­ichzeit­ig seine Ein­la­gen aus­gezahlt haben möchte, über­schaubar ger­ing. Eigentlich wäre so eine Bank also für eine halb­wegs intak­te Gesellschaft nur in Son­der­fällen wirk­lich notwendig und keine tra­gende Säule des Miteinan­ders; aber auch andern­falls wäre es eigentlich nicht von Belang, ob Banken nun dauer­haft Bestand haben oder nicht.

Wenn da nicht der Kap­i­talbe­darf wäre.

Für den prinzip­iell nicht mit beson­deren Zusatzkosten ver­bun­de­nen Geld­trans­fer, der in ein­er gesun­den Zivil­i­sa­tion nicht mit Bürokratie und Fußnoten ver­bun­den ist, hätte so eine Bank gern Geld, denn die Ver­wal­tung dieses Kap­i­tals ist mit hohem Per­son­alaufwand ver­bun­den. Die “Arbeit” eines Vor­standsvor­sitzen­den ist dabei um das über Hun­dert­fache so viel wert wie die eines ein­fachen Schal­terbe­di­en­steten, die Zahlen im Com­put­er ver­wal­ten sich immer­hin nicht von allein. Vor eini­gen Jahrzehn­ten hat die Deutsche Bank diese Gehäl­ter noch mit “Arisierung” erwirtschaftet, allerd­ings scheint dies in den let­zten Jahren etwas an Pop­u­lar­ität beim Pub­likum einge­büßt zu haben, weshalb andere Ein­nah­me­quellen aufge­tan wer­den mussten. Die Finanzierung durch Großspenden (“Ret­tungss­chirm”) ist dabei eine Son­der­form, ent­standen aus der Sorge darum, dass die Gehäl­ter von Bankvorstän­den wom­öglich son­st deut­lich geringer als das Brut­toin­land­spro­dukt von Mona­co sein müssten. (Wenn noch jemand nicht ver­standen haben sollte, worin eigentlich das Prob­lem mit dem Kap­i­tal­is­mus beste­ht, und sich von lästi­gen Details wie dem Raub­bau von Rohstof­fen und der Ker­naus­sage von Wer­bung, dass so ein Bürg­er gar kein Inter­esse haben, son­dern nur mit aus­re­ichend wenig Stolz verse­hen sein muss, dann möge er sich diese Zahlen ein­fach mal vor Augen führen. Aber das führt hier vielle­icht zu weit.) Um den Lebens­stan­dard ihrer Mitar­beit­er zu hal­ten, investieren Banken mit dem Geld der­er, die es ihr zum Auf­passen anver­traut haben, zum Beispiel in risiko­r­e­iche Geschäfte wie Fir­menan­teile und Haushy­potheken oder den Kauf ander­er Banken für lächer­lich geringe Preise in Mil­liar­den­höhe, stets in der Hoff­nung, es ergebe sich ein deut­lich­er Gewinn daraus, der dann an die eige­nen Kun­den Vor­standsmit­glieder aus­geschüt­tet wer­den kann. Das klappt manch­mal, manch­mal aber auch nicht; und wenn es nicht klappt, hal­ten Men­schen, deren beru­flich­es Dasein verzicht­bar ist, ihr Gesicht vor eine Kam­era und sprechen ins erst­beste Mikro­fon Dinge hinein, die sug­gerieren, dass das jet­zt zwar ver­ständlicher­weise ent­täuschend sei, die schick­sals­be­d­ingt kap­i­tal­is­tis­che Gesellschaft aber ohne eine Bank nicht auskäme, weshalb man da ja lei­der nichts machen könne.

Anders gesagt: Die Gewinnab­sicht von Banken ist der Aus­lös­er jed­er bish­er bedeu­ten­den Finanzkrise, und das keineswegs nur möglicher­weise. Ohne eine gravierende Umwälzung des Sys­tems ist eine Besserung nicht mach­bar. Zyniker kön­nten eine Ver­staatlichung von Banken vorschla­gen, nach­dem der Steuerzahler viele von ihnen ja mit­tler­weile sowieso “bezahlt” hat, allerd­ings über­sähen diese Zyniker dann die Erfol­gs­geschichte ander­er Staat­sun­ternehmen wie der Deutschen Bahn, die ja dur­chaus auch weit davon ent­fer­nt ist, lediglich kos­ten­deck­end zu arbeit­en (beziehungsweise nicht zu arbeit­en).

Oder man macht das mit den Fack­eln und Heuga­beln. Springt, ihr Wider­linge. Als hüb­schen Neben­ef­fekt bere­inigt man die Gesellschaft damit auch gle­ich um die verbliebe­nen F.D.P.-Wähler.


In weit­eren Nachricht­en: Oba­ma find­et die Todesstrafe prob­lema­tisch. Er ist sich nur noch nicht sich­er, warum.

In den NachrichtenMontagsmusik
Postmodern Jukebox — Seven Nation Army

Da gucksteMon­tag. Gute Neuigkeit­en: Alles hil­ft gegen Krebs. Blöder­weise verur­sacht auch alles Krebs. Vielle­icht doch weniger Wis­senschaft und mehr Poli­tik? Heiko “Vor­rats­dat­en” Maas sagt aus­gerech­net zur “BILD”, dass islamkri­tis­che Demon­stran­ten für bren­nende Flüchtling­sheime ver­ant­wortlich seien, und wofür die “BILD” dann ver­ant­wortlich ist, möcht­en wir lieber nicht aus­führen, es kön­nten Kinder mitle­sen.

Es kön­nte schlim­mer sein. Man kön­nte Veg­an­er sein. Der­weil empfind­et es Has­nain Kaz­im als Ver­rat an den europäis­chen Werten, wenn die EU dem Unrechtsstaat Türkei aus Asy­lanten­grün­den eine Mit­glied­schaft andi­ent, ver­rät aber lei­der nicht, was diese europäis­chen Werte denn genau sind. Vielle­icht der Kauf­preis für die Waf­fen, mit denen da unten die Leute einan­der meucheln. Wenig­stens die Wirtschaft funk­tion­iert noch.

Und natür­lich das schöne Rit­u­al der mon­täglichen Begrüßung mit her­rlich­er Musik.

Sev­en Nation Army — Vin­tage New Orleans Dirge White Stripes Cov­er ft. Haley Rein­hart

And the feel­ing com­ing from my bones
says: find a home.

Man kann das alles ernst nehmen. Man muss aber nicht.

Guten Mor­gen.

Persönliches
Kein Fragment. II

(… und wieder ein­mal macht man den Fehler, sich vorüberge­hend nicht mit anderen Din­gen zu beschäfti­gen, und hat sofort wieder dieses bek­lem­mende Gefühl, das sich ein­stellt, wenn der Kopf nicht da ist, wo er sein sollte, an der Schul­ter oder auf dem Bauch näm­lich, und man solle sich doch mal ran­hal­ten, damit es endlich wieder deprim­ierende Texte zu lesen gäbe, weil man inzwis­chen zum Unter­richts­ma­te­r­i­al avanciert sei, wahrschein­lich geht es um Tragikomö­di­en oder so, aber man weiß es nicht und ist ver­stört, wie es dieses elende Jahrzehnt ja auch bzw. nicht bess­er ver­di­ent hat. Ein Kön­i­gre­ich für ein Tier (zum Beispiel Großbri­tan­nien) und endlich etwas Ruhe; wieder nicht genug vergnügt für einen extro­vertierten Aus­druck der Trau­rigkeit, ein Zit­tern auf den Lip­pen und zum Teufel mit dem elen­den Immun­sys­tem, so wird das nichts mit einem anständi­gen Her­ren­tod (i.e. Män­ner­grippe). Glück und Gesund­heit. Vor allem Glück.)

In den NachrichtenComputer
Red nicht.

Ken­nt ihr Red­Tube?

Red­Tube ist eine Web­site, auf der Män­ner, Frauen und Son­stige sich in mehreren Videos zeigen, gele­gentlich auch beim Geschlecht­sakt. Red­Tube ist nicht unbe­d­ingt für Qual­ität bekan­nt, wie es heißt; die Qual­ität der dor­ti­gen Medi­en vari­iert deut­lich, aber der inter­essierte Kon­sument wird, wie es heißt, auch nicht mit Bezahlbit­ten belästigt, weil sich das Ange­bot allein durch Wer­bung finanziert.

Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben:

Ken­nt ihr YouTube?

YouTube ist eine Web­site, auf der Män­ner, Frauen und Son­stige manch­mal sich, manch­mal Fremde, manch­mal Dinge in mehreren Videos zeigen, niemals allerd­ings beim Geschlecht­sakt. YouTube ist nicht unbe­d­ingt für Qual­ität bekan­nt, wie es heißt; die Qual­ität der dor­ti­gen Medi­en vari­iert deut­lich, aber der inter­essierte Kon­sument wird, wie es heißt, auch nicht mit Bezahlbit­ten belästigt, weil sich das Ange­bot allein durch Wer­bung finanziert. Äh, finanzierte:

YouTube hat (zunächst nur für die USA) sein Pre­mi­um­mod­ell Red vorgestellt: Video-Kon­sumenten zahlen option­al 9,99 US-Dol­lar im Monat, um die Wer­bung auf der Plat­tform zu ent­fer­nen.

YouTube wird somit an Google Play Music gekop­pelt und um eine Net­flix-Alter­na­tive erweit­ert, was angesichts der fehlen­den Verträge mit den Rechtein­hab­ern zumin­d­est in Deutsch­land kaum ernst genom­men wer­den dürfte. Ich sehe das insofern pos­i­tiv, als die nahe Zukun­ft von YouTube so zumin­d­est gesichert sein dürfte; Google neigt ja dazu, kosten­lose Dien­ste trotz hoher Beliebtheit zu schließen, wenn sie zu wenig Geld ein­spie­len. Dass die ange­bote­nen Videos (Klick, Klick, ihr erken­nt das Muster sicher­lich) auch gegen Geld nicht bess­er wer­den, ist der Pfer­de­fuß bei diesem “Ange­bot”.

Dass man für ein wer­be­freies YouTube kein Geld aus­geben muss, sollte bekan­nt sein, und auch das Herun­ter­laden von YouTube-Videos — eines der Argu­mente für ein Abon­nement — ist gratis zu bew­erk­stel­li­gen. Kein Wun­der, dass YouTube es gern sähe, wenn möglichst viele Nutzer sich trotz­dem beu­gen:

Wer nur auf Wer­beein­nah­men scharf ist und sich YouTube Red deswe­gen ver­weigern will, muss mit drastis­chen Kon­se­quen­zen leben. So ent­fer­nt YouTube näm­lich als Fol­ge­maß­nahme die Videos der jew­eili­gen Video­mach­er aus der öffentlichen Ansicht – auch in der wer­be­fi­nanzierten Ver­sion der Plat­tform.

Wenn doch nur jemand eine andere Video­plat­tform erfände!

In den NachrichtenMontagsmusikMir wird geschlecht
Pharaoh Overlord — Mystery Shopper

SchuhuhMon­tag. Das Smart­phone verkün­det, es sei stark bewölkt, und genau so fühlt es sich auch an. Zäunen wir doch ein­fach Öster­re­ich ein, vielle­icht löst das ja ein Prob­lem.

Apro­pos Prob­leme: Öffentlich, nicht frauenöf­fentlich. Aber manch­mal sind sie ja schon für einen Lach­er gut: bar­busige Femen stür­men Sex-Messe, das war bes­timmt schock­ierend für alle Anwe­senden, beim Lust­wan­deln unver­hofft mit Nack­theit kon­fron­tiert zu wer­den. Die Grü­nen beschäfti­gen sich mit sich selb­st und die Regierung per­vertiert der­weil die Frei­heit, die Vor­rats­daten­spe­icherung ist noch immer nicht besiegt. Ist es nicht wun­der­bar, Tag für Tag etwas zu haben, für das sich das Kämpfen lohnt?

Der eigentliche Kampf ist ja ohne­hin der, der sich nur gewin­nen lässt, wenn man ihn gewin­nen lässt. Auf dem eige­nen Schweine­hund ins Verder­ben zu reit­en ver­spricht zumin­d­est noch frischen Wind um die Nase, aber man verzichtet dank­end und schmachtet. Der magis­che Mon­tag birgt manch­mal auch Über­raschen­des.

Augen zu und durch.

Pharaoh Over­lord — Mys­tery Shop­per @ Duna­jam 2012

Guten Mor­gen.

PolitikIn den Nachrichten
“Umstritten” und andere Euphemismen

Erin­nert ihr euch noch an den SPD-Poli­tik­er Heiko Maas, seines Zeichens Bun­desjus­tizmin­is­ter und als solch­er ein Nach­fol­ger der großar­ti­gen Sabine Leutheuss­er-Schnar­ren­berg­er, für deren poli­tis­che Integrität man eigentlich ein paar neue Orden erfind­en müsste, der sich im Dezem­ber 2014 “entsch­ieden” (Heiko Maas) gegen die anlass­lose Überwachung aller Bürg­er aussprach?

Heute hat der Bun­destag ein von Heiko Maas ini­ti­iertes Gesetz beschlossen, das “SPIEGEL ONLINE” fol­gen­der­maßen zusam­men­fasst:

Das umstrit­tene Vorhaben ist durch den Bun­destag: Die Abge­ord­neten haben die Vor­rats­daten­spe­icherung beschlossen. Kün­ftig wer­den die Verbindungs­dat­en der Bürg­er mehrere Wochen lang gespe­ichert.

Ich darf die Twit­ter­diskus­sion hierzu kurz resümieren: Haha­ha, 404 Abge­ord­nete haben für das Gesetz ges­timmt. 404! Haha­ha­ha! Nicht gefun­den! LOLOLOL! — Aber darum geht es nicht.

Die vom Bun­desver­fas­sungs­gericht bere­its vor eini­gen Jahren für unwirk­sam erk­lärte Krim­i­nal­isierung aller Bürg­er in Form der ver­dacht­sun­ab­hängi­gen “Vor­rats­daten­spe­icherung” ist also “umstrit­ten”, und man fragt sich, wieso man dort noch nichts von dem “umstrit­te­nen Angriff­skrieg auf Afghanistan” lesen kon­nte. Dass die heutzu­tage rel­e­vante Kom­mu­nika­tion per E‑Mail seit vie­len Jahren schon von euren E‑Mail-Anbi­etern vor­rats­ge­spe­ichert wird, Mobil­funkan­bi­eter sich sicher­heit­shal­ber eben­falls merken, wann ihr wo wie lange mit wem tele­foniert, und eine Konzen­tra­tion der Proteste auf For­malien also nicht allzu kon­se­quent scheint, ist wahrschein­lich nur Erb­sen­zäh­lerei. Es wäre allerd­ings auch naiv anzunehmen, dass Strafver­fol­ger denen, die sie ver­fol­gen sollen, tech­nisch irgend­wie voraus wären. Vor CDU und SPD kann sich selb­st ein Bürg­er ver­steck­en.

Der CDU-Abge­ord­nete “Dr.” Jan-Mar­co Luczak twit­terte kurz vor dem Beschluss, man bekäme damit endlich ein “wichtiges Instru­ment zur Bekämp­fung schw­er­er Krim­i­nal­ität”, aber mir ist nicht ganz klar, wie die Vor­rats­daten­spe­icherung die CDU an weit­eren Ver­brechen hin­dern soll. Die nutzen doch alle gar keine mod­er­nen Medi­en.

Insofern ist auch unklar, inwiefern das­selbe “SPIEGEL ONLINE” es für bericht­enswert hält, dass mit­tler­weile 46 Prozent der Bürg­er das vom SPD-Nach­lassver­wal­ter Sig­mar Gabriel vor­angetriebene umstrit­tene geplante Frei­han­delsabkom­men “TTIP” ablehnen; ich bin überzeugt davon, dass auch ein großer Teil der Bürg­er nur wenig erfreut über die Erfas­sung seines gesamten Kom­mu­nika­tionsver­hal­tens ist. Wer außer Nazis, Irren und Ter­ror­is­ten kön­nte schon dage­gen sein?

Wenn wir jeden, der bei uns mal Blödsinn erzählt oder uns Prob­leme macht, auss­chließen, dann wird’s auf die Dauer ein­sam.
Sig­mar Gabriel, SPD, 2008

PersönlichesLyrik
Sie. (Fragment 9 dreiföddel)

“Kiss­es for me, save all your kiss­es for me.”
– Broth­er­hood of Man: Save Your Kiss­es For Me


… Er wusste nicht, was all das zu bedeuten hat­te. Sich­er, er hat­te vieles falsch gemacht. Sie hat­te ihm beige­s­tanden, er hat­te es ihr nie gedankt; schlim­mer noch: er hat­te nie ver­standen, selb­st beizuste­hen. Aber war sie nicht schon so oft fort gewe­sen, hat­te er nicht trotz­dem nie lange auf sie verzicht­en müssen?

Dies­mal schien es anders, so lange waren sie sel­ten getren­nt. Etwas schien zu glühen, als er einen kurzen Blick auf sie erhaschen kon­nte. War sie in der kurzen Zeit noch schön­er gewor­den? Den­noch mied sie ihn. Es war ein sauber­er Abgang, natür­lich, etwas anderes kon­nte man ihr kaum nach­sagen, aber es war trotz allem ein Abgang. Der Tag der toten Ente. Er wurde nicht schlau aus ihr.

Sie würde ihn niemals seinem Schick­sal über­lassen, dessen war er sich sich­er. Trotz allem war da immer mehr gewe­sen als ein Nebeneinan­der­leben, jeden­falls hat­te er das immer gehofft. Nun aber war es zum ersten Mal sie, die ihn brauchte; und er hat­te wieder ein­mal ver­sagt.

Sie hat­te die ver­meintlich let­zte offene Tür zugeschla­gen. Er fühlte sich allein. Aber ger­ade, als er den Faden für geris­sen hielt, tauchte sie wieder auf. Wenige Zeilen genügten, die ihn zum Strahlen bracht­en, weil sie von ihr kamen, bevor sie wieder ver­schwand und ihn mit all den Mon­den allein ließ.

Sein Har­ren blieb ziel­los. Was sollte er tun? …


“Es ist mir abso­lut egal, ob du nur noch mit mir spielst; tu, was du willst.”
– Die Ärzte: Mach die Augen zu