Was übrigens auch dringend smart gemacht werden muss, indem man Android drauf installiert:
Was kann schon schiefgehen?
Was übrigens auch dringend smart gemacht werden muss, indem man Android drauf installiert:
Was kann schon schiefgehen?
Dass der Mehrwert des Fernsehens für das tägliche Leben mit dem nach wie vor anhaltenden Anstieg an privat geführten Fernsehsendern nicht unbedingt gleichermaßen gestiegen ist, setze ich als bekannt voraus. Den Wettlauf um die schnellsten Informationen hat bis auf Weiteres das Echtzeitmedium Twitter – jetzt auch mit Schminkgesicht – gewonnen, was schon konzeptionell bedingt ist; wenn alle dreißig Minuten eine neue Nachrichtensendung produziert wird, passiert für irgendjemanden Spannendes eben gern auch mal dazwischen.
Die Lücken zwischen den Nachrichten vom Vortag füllen meist eher unspannende Sendungen, die irgendwas mit casting zu tun haben und in denen neue „Talente“ zum späteren Einsingen von Altenheimen und Möbelhäusern gekürt werden sollen, mitunter unterbrochen von wenigen Lichtblicken wie den „Simpsons“, die ich (allem Schlechterwerden zum Trotz) noch immer mag, wobei ich allerdings bisher nicht das Bedürfnis verspürte, mir für solche Ausnahmen ein eigenes Fernsehgerät zuzulegen; die Gefahr, zum falschen Zeitpunkt das Gerät einzuschalten und fortan in ein Delirium zu verfallen, wie Menschen, die fernsehaffine Verwandte und/oder Bekannte haben, es sicherlich bereits kennen, während das Hirn allmählich eine breiig-käsige Bewusstseinsform annimmt, ist gerade für uns Kopfarbeiter zu groß.
Mit dem Auftrieb von so genannten „Smart-TVs“, prinzipiell also Fernsehgeräten mit dauernd aktivierter Wohnzimmerkamera, die sich, weil es geht, mit euren Kühlschränken, Tresoren, Glühbirnen, Uhren und insbesondere mit ihrem Hersteller unterhalten können, hat die Fernsehtechnik sich zwar inzwischen auf so absurde Größen aufblasen lassen, dass man das schlimme Gesicht, das jeweils gerade dummes Zeug im laufenden Programm von sich zu geben überbezahlt wird, um ein Vielfaches vergrößert ertragen darf, allein: die Qualität hat sich nicht verbessert. Da aber die Geräte nicht nur Daten über’s Netz senden, sondern auch empfangen können, lassen sie es zumindest zu, dass man statt einer Dauerwerbesendung, die nur selten von zudem von offensichtlich intelligenzverachtenden Entscheidern entworfenem „Programm“ unterbrochen werden, auch Sendungen aus dem Internet beziehen kann, gern in Verbindung mit einem Abonnement von „Entertain“, „Netflix“ (das es zu meiner Überraschung auch einzeln, also ohne beigepacktes Chillen, zu geben scheint) oder ähnlichen Diensten, bei denen Serien zu mieten mir ähnlich ratsam erscheint wie meine Plattensammlung durch ein Spotify- oder TIDAL-Abonnement zu ersetzen statt sie allenfalls gelegentlich zu ergänzen, nämlich nicht im Geringsten. Dieses streaming aber verringert gerade auch, nachdem der Videotext vom Fernsehen auf andere Geräte umgezogen ist, gegebenenfalls den noch von früheren Generationen gelebten Brauch, ein allzu langweiliges Programm nicht etwa auszuschalten, um wieder am richtigen (gar: Familien-)Leben teilzunehmen, sondern zu zappen, also so lange die immer größer werdende Anzahl an Sendern auf ihren Gehalt zu überprüfen, bis etwas zu sehen war, was zumindest für einige Minuten nicht zu offensichtliche Langeweile verhieß. Beim „smarten“ Fernsehen sind die Gestaltungsmöglichkeiten etwas größer, man kann sich also eigentlich recht lange ohne nennenswerte Unterbrechung, sofern man das denn möchte, berieseln lassen.
Mein Fernseher hat sich gerade abgeschaltet, weil seit 4 Stunden keine Interaktion stattgefunden hat.
Es mag „abschaltbar“ sein, aber die Prämisse scheint unmissverständlich: Wer vier Stunden lang einfach nur fernsieht, ohne eigentlich anlasslos auf der Fernbedienung herumzudrücken, der wird von smarten Geräten für zumindest eingeschlafen gehalten, was über das Vertrauen derer, die solche Geräte herstellen, in das, was sie zeigen, mehr als das Nötigste aussagt, und wer sich mit einem smarten Fernseher über Stunden hinweg nicht knöpfchendrückend beschäftigt, der macht sich verdächtig. Interaktives Fernsehen mit Mitmachfaktor ist Gebot, nicht bloß Angebot. Wenn ich es auch als angenehm empfinde, wenn die Technik sanft darauf aufmerksam macht, dass Menschen, die mehr als vier Stunden am Stück quasi apathisch den ungesunden Müll in sich aufnehmen, der sich Fernsehprogramm nennen lässt, dringend etwas ändern sollten, was in einer weniger romantischen Darstellungsvariante auch einfach nur irgendwas mit Energieeffizienz (diese modernen Kernkraftersatzplacebos liefern eben nicht mehr genug Energie, um sie nach Herzenslust zu vergeuden) zu tun haben könnte, so bleibt doch die irritierende Erkenntnis, dass man sich, wollte man interagieren und nicht einfach glotzen, lieber eine Minibar als einen Fernseher gekauft hätte.
Die Rundfunkgebühr sollte Schmerzenssteuer heißen.
Hier, CDU Hessen,

was habt ihr eigentlich gegen Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit?
Es ist Montag, es ist Zeit, sich nochmals bevorzugt gemeinsam im Bett herumzudrehen (wenn nicht gar: zu wälzen), bevor die Pflicht ruft. Nachtschlafende Zeit harmoniert nicht mit Tageslicht.
Anderen ist die Fleischeslust eher fremd:
Über den freundlichen Wink an die Jungstudenten in Form von Kondomen herrschte ja noch ein leidlicher Konsens im Studentenrat. Doch dann kam der Plan zur Anschaffung von je 5 000 veganen Kondomen und 5 000 dem – so die Erläuterung – „sicheren Oralverkehr an Frauen“ gewidmeten Lecktüchern zur Abstimmung. Und wurde von der Mehrheit auch prompt gutgeheißen[.]
Denn wenn Erstsemester eins wirklich brauchen, dann sind es vegane Kondome und Lecktücher!
Aber wen interessieren schon solche Kinkerlitzchen, wenn es doch weit schlimmere Nachrichten zu vermelden gibt? Hessen hat gestern gewählt und die Rechtspopulisten haben gewonnen: Ungefähr vierzig Prozent der Wähler gaben CDU oder SPD ihre Stimme. Hessen hatte ich gar nicht als so rückständig in Erinnerung. Viel moderner versucht derweil „ZEIT ONLINE“ zu sein, die einen Artikel über das Zeichen „@“ anlässlich des Todes des Erfinders der E‑Mail Ray Tomlinson „Very s@d news“ betitelt, „Very satd news“ also, was einerseits herrlich 90er, andererseits aber auch nicht weniger als dämlich ist.
Lasst uns ungeachtet all dessen beschwingt in die Woche starten.
Guten Morgen.
Das Recht auf Waffenbesitz sei ein essenzieller Bestandteil der Freiheit jedes US-Amerikaners, heißt es aus einschlägigen Kreisen. Ich vertrete ja schon seit längerer Zeit die Meinung, dass Waffenbesitz Doofheit gleichzeitig voraussetzt und fördert. Beweisstück G:
Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Washington wollte ein paar Fotos mit Waffe von sich machen. Beim letzten Selfie schoss er sich versehentlich in den Kopf.
Mit etwas mehr Bildung wäre das vielleicht nicht passiert; oder mit mehr Schlaf:
Ein 16-Jähriger hat im US-Bundesstaat Tennessee mehrfach auf seine Familie geschossen, als er von seiner Mutter geweckt wurde. Der Grund: Er war sauer, weil er nicht aufstehen und in die Schule gehen wollte.
(unter anderem via Schwerdtfegr)
Ihr habt eine Vollmeise und wollt sie euch versilbern lassen, aber die Gender-Studies-Studiengänge sind leider schon voll? Keine Panik – es gibt nun auch einen Bachelorstudiengang für vegane Ernährung mitsamt dazu passender Stiftungsprofessur, damit aus euch doch noch was werden kann.
Zur Causa Volker Beck – nachdem selbst Hanfpflanzenbesitzer Cem Özdemir dessen Drogenkonsum als eines Grünen unwürdig beschrieb, was nach der Pädophiliegeschichte zumindest eine ziemlich niedrige Messlatte ist – sei allenfalls noch die „taz“ in falschem Kontext zitiert: Wo die Grünen regieren, ist es mit ihrer Moral nicht weit her.
Wenn es doch nur eine Schale für das Innere von Orangen gäbe! (Allergikerwarnung: Verweis geht zu Google+.)
Aus Gründen, die für mich selbst gerade nicht offensichtlich sind, fand ich auf meinem digitalen Musikwühltisch kürzlich das Album „Measuring the Abstract“ einer Band namens Terminal Function. Das klingt jetzt nach Elektrokäse, es ist aber – ja, was eigentlich?
Fest steht zumindest, dass es sich um fünf Herren aus Schweden handelt, deren aktuelles Album „Clockwork Sky“ 2015 veröffentlicht wurde und das auf Amazon.de mitunter von Leuten gekauft wird, die auch die Band Animals as Leaders schätzen, was nicht nur musikalisch eine spannende Referenz ist. „Measuring the Abstract“ ist allerdings das Debütalbum, 2008 veröffentlicht, und ich mag es.
Das Dargebotene erinnert an Bands wie TesseracT und Meshuggah, laut Eigenbeschreibung – dort gibt es das Album übrigens als Komplettstream – waren aber auch Dream Theater ein Vorbild. Die Plattenfirma etikettiert fleißig mit Pseudogenres wie „Extreme Brutal Death Metal“, und hört man nicht so genau hin, wenn Frontmann Victor Larsson heiser gegen das wahre Instrumentalgewitter anschreit, dann mag man das für treffend halten; ich selbst würde aber selbst dann Psychedelic-Mathcore-Postdjent bevorzugen, denn das hier ist mehr, weit mehr als nur Brüllen, Grunz und Röcheln.
In den acht Stücken, die zwischen 1 und 7 Minuten lang sind, gibt es mehr Takt- und Stimmungswechsel als in der Politik der F.D.P.; überhaupt: immer wieder Meshuggah (gleichfalls aus Schweden; alter Schwede!). Hier wird nicht nur gebrettert, hier bleibt auch Platz für ein wenig Chorgesang:
Ein Album zum Abhotten. (Sagt man das noch, „abhotten“?)
Yeah, sozusagen.
(Vorbemerkung: Ich hatte folgende Kritik zuvor bereits auf anderem Weg angebracht, leider blieb sie unbeantwortet. Ich gehe also von Vorsatz aus.)
Da wir gerade bei Parteien waren: Im Januar 2016 witzelte Katharina Nocun, noch vor nicht allzu langer Zeit Repräsentantin der Piratenpartei Deutschland, seitdem aber in doch reichlich schräge Kreise („Campact“) geraten, unter der Überschrift „Was Du wissen solltest, bevor Du die AfD wählst“ und der Prämisse, dass „oft argumentiert“ werde, Kritik an der AfD werde „durch die ‚Lügenpresse‘ gesteuert“ (ebd.), gestützt von großem medialem Beifall (u.a. Huffington Post) neben einigen zweifellos richtigen Beobachtungen zum Konservativismus der ansonsten bestenfalls tragikomischen baden-württembergischen „Alternative für Deutschland“ auch über deren vermeintliche Paranoia, dass männliche Bewerber auf eine Stelle als Gleichstellungsbeauftragte (sic!) aufgrund ihres Geschlechtes diskriminiert würden.
Ein Blick ins Gesetz – die Piratenpartei rät seit jeher zum Selbstnachschlagen – hätte vielleicht Schlimmeres verhindert: § 4,2 des dortigen Landeshochschulgesetzes schreibt vor, dass die (sic!) Gleichstellungsbeauftragte nebst Stellvertreterinnen „aus dem Kreis des an der Hochschule hauptberuflich tätigen“, Obacht!, „weiblichen wissenschaftlichen Personals“ zu stammen habe.
Im paranoiaresistenten Nordrhein-Westfalen, dessen Hochschul- (§ 24 HG) und Landesgleichstellungsgesetz (§ 15,3 LGG) ähnliche Vorschriften beinhalten, wird der Landtag übermorgen einen Antrag der offensichtlich paranoiden F.D.P.-Fraktion behandeln, der zum Ziel hat, die landesweiten Richtlinien den bestehenden gesellschaftlichen Strukturen anzupassen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau statt die bloße Gleichstellung der Frau zur Maxime zu machen. Hoffentlich werden Psychiater anwesend sein.
Ohne Lügenpresseausweis geh ich Karneval nicht aus dem Haus.
@kattascha
Auf WELT.de (möchte aufgrund des Leistungsschutzrechts hier nicht verlinkt werden) ist seit heute neben allerlei weiteren Geschichten auch diese zu lesen:
Deutschland ist immer stärker auf Zuwanderer angewiesen, um seine wachsende Fachkräftelücke zu schließen. (…) Dies zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). IW-Direktor Michael Hüther fordert deshalb ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild, damit gut qualifizierte Arbeitsmigranten unbürokratischer als bisher nach Deutschland kommen können.
Dabei liegt im Interesse der deutschen Wirtschaft (lies: von Arbeitgebern) oft primär die Gewinnmaximierung: „Hunderttausende Akademiker arbeiten zu Niedriglöhnen“ („WELT am Sonntag“, 2014). Gut ausgebildete einheimische Fachkräfte sind sich ihres Wertes auf dem Arbeitsmarkt oft bewusst und sind nicht bereit, sich unter Wert zu verkaufen.
Ist ja alles nicht so schlimm: Arbeitslosenzahl steigt im Januar weniger als üblich, irgendwann ist halt jeder Markt mal gesättigt; „danach gab es zum Jahresbeginn so viele freie Stellen wie nie zuvor“ (aus dem gleichen Artikel), was merkwürdig anmutet, bedenkt man, dass es für immer mehr freie Stellen auch immer mehr Entlassungen zu geben scheint.
Oder Menschen, die gar nicht erst eingestellt werden. Es gab laut „taz“ vor einem Jahr etwa 2,4 Prozent arbeitslose Akademiker in Deutschland, bereits bereinigt um die Zahl derer, die Praktika, Volontariate und ähnliche Umwege beschreiten, um nicht auf der Straße zu sitzen. Dabei trage der ach so soziale Mindestlohn nicht unbedingt zu einer Besserung bei:
[E]in Absolvent darf ab 2015 nur noch unter bestimmten Bedingungen ein Praktikum absolvieren, nämlich dann, wenn es der berufsqualifizierenden Weiterbildung dient, die bis dahin noch nicht abgeschlossen sein darf.
Und so kommt es, dass ich einen Anruf einer renommierten Tageszeitung aus dem hessischen Raum erhalte, die mir versichern, mein Fall sei eingehend beraten worden, aber man müsse mir mitteilen, mein Praktikumsvertrag, abgeschlossen für 2015, werde aufgelöst.
Der hiesige Arbeitsmarkt leidet nicht unter einem „Fachkräftemangel“, der sich nur mit oft schlecht ausgebildeten, aber dafür günstigen ausländischen Arbeitern mildern ließe. Er leidet an wirtschaftlichen Erwägungen (lies: am Geiz) derer, die ihn beklagen.
Und, wie immer, an der SPD.
Hurra, ein Schaltmontag! Nichts, was wir heute tun, wird Konsequenzen haben; um so wichtiger ist es, den Tag so zu beginnen, wie es kaum richtiger sein könnte, satt und zu zweit nämlich. Romantisch und doof wie Käuzchen und Mond.
Selbstverliebtheit überlassen wir also getrost denen, die sie verdienen. Donald Trump zum Beispiel gehe es – huch! – nur um Donald Trump, lässt Martin Klingst Leser von „ZEIT ONLINE“ wissen, schreibt aber leider nicht dran, was trotz des Überangebots an medial verwertbarer heißer Luft, die offensichtlich raus muss, einen Nicht-US-Amerikaner außer bloßer Lust am Nonsens eigentlich an dieser Wahl interessieren sollte. Als hätte das Inland nicht genug Ärger!
Andererseits ist die Kindisierung der Politik auch hier ein Problem: Beatrix von Storch mit einer Torte beworfen, haha, „getortet“, roflol, sozusagen; das Netz sitzt deswegen seit gestern im Stuhlkreis und klatscht jauchzend, denn so etwas ist gut für den politischen Diskurs: Die Frau wähl‘ ich nicht, die hat Torte im Gesicht. Hat die nicht auch irgendwas mit Ausländern gesagt? Haha, Torte! Die Piratenpartei als einstiges Sinnbild des politischen Hedonismus hat ihre Tortigkeit derweil vorübergehend ausgesetzt und das sei, so heißt es aus ihren Reihen, wahlweise schlecht oder gut für sie. Vielleicht lässt sich das mit einer Kuchenschlacht beilegen.
Was wir nun aber erst einmal beilegen, ist die Erinnerung daran, dass das Wochenende vorüber ist. Denken wir an etwas Schönes, denken wir an Musik.
Guten Morgen.
Diejenigen, die, wie ich, aus Medienkompetenzgründen Fernsehgroßereignisse samt und sonders zu meiden pflegen und deswegen selten rechtzeitig zur Stelle sind, um deren Abstimmungen überhaupt mitzubekommen, seien an dieser Stelle gewarnt: In – relativ zum gemachten Aufhebens – wenigen Wochen wird die „deutsche Björk“ („STERN“), ein derzeit noch siebzehnjähriges Allerweltsmädchen mit einem furchtbaren Vornamen, von dem die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ noch im Dezember 2015 annahm, es würde auf eine Teilnahme an dem Wettstreit verzichten, nach einem Achtungserfolg in der ebenso überflüssigen Fremdschamsendung „The Voice of Germany“ in Stockholm mit, wie es sich für Germany eben so gehört, weiterem englischsprachigem Dudelpop versuchen, anlässlich des diesjährigen schrecklich bedeutsamen „Eurovision Song Contests“ Deutschland wieder einmal zu einer Siegernation zu machen.
Inwiefern „ganz Deutschland“ sich darüber nun freuen sollte oder nicht, möchte ich hier eigentlich nicht weiter diskutieren, weil ich mich wohl nur wiederholte; allein sah ich heute im lokalen Quatschblatt ein paraphrasiertes Gespräch mit dem Leiter der Schule der designierten Enttäuschenden, denn natürlich ist ein solcher Schulleiter geradezu als Koryphäe zu begreifen, wenn man etwas über eine Person herausfinden möchte, der also brav solches sprach:
[Sie] könne selber entscheiden, ob sie sich weiterhin beurlauben lassen wolle, sagte der Schulleiter. Alternativ könne sie, wann immer möglich, im Unterricht erscheinen und versuchen, das Abitur zu bestehen.
Natürlich gibt es Gegenbeispiele, der Frontmann von Scooter etwa – die Kirschen sind nicht wichtig – hatte einst sogar ein Studium begonnen. Aber was genau nehmen oft ganz gut ausgebildete Flüchtlinge diesem Land eigentlich weg?
Bei Facebook haben auch Nutzer aus Deutschland nun 60 Möglichkeiten, Angaben zu ihrem Geschlecht zu machen – zum Beispiel „geschlechtslos“, „intersexuell“ oder „genderqueer“. (…) „Für viele ist es extrem wichtig, ihre Identität darzustellen“, erklärt Facebook-Sprecherin Tina Kulow die neue Funktion in einem „Welt“-Interview.
Ab sofort können [Facebook-]User nicht nur ihre Zustimmung, sondern auch Zuneigung, Erstaunen, Belustigung, Trauer oder Wut zu den Posts ihrer Freunde per Mausklick ausdrücken.
Denn wer hat schon mehr als sechs Emotionen?
Eine schnelle Recherche in meinen eigenen Archiven ergab, dass ich bereits 2010 den „Bundestrojaner“ für unprima hielt; der dann aber auch bald verschwand, was mich seitdem immer wieder rhetorisch fragen ließ, was eigentlich die für ihn Verantwortlichen heute machen.
Inzwischen weiß ich es: Er ist wieder da, und wie durch einen merkwürdigen Zufall erschien gleichzeitig auch Gerhart Baum (F.D.P.; fragt mal eure Eltern) wieder im kollektiven Bewusstsein, um seine Meinung dazu kundzutun:
Der Staat wird ja hier zum Hacker. Das ist das Problem.
Das „Problem“ sehe ich persönlich nicht darin, dass der Staat „zum Hacker“ wird. Hacker tun niemandem etwas, Hacker geben sich mit Fertigsoftware auch eher ungern ab. Hacker gehen kreativ mit Technik um, um der Gesellschaft im Bestfall nützlich zu sein. Ein Staat, der aus alten Panzern digital beleuchtbare Whiskeyregale zimmerte, wäre ein Staat, der zum „Hacker“ wird. Ein Staat, der Trojaner einsetzt, wie es zu meiner Zeit picklige Fünfzehnjährige getan haben, um damit aus bloßer Freude am Destruktiven Schaden anzurichten, ist wie auch jeder andere Staat, der irgendwelche Vorkehrungen trifft, um zu verhindern, dass seine Einwohner Geheimnisse vor ihm zu haben versuchen, kein Hacker, sondern ein Unrechtsstaat.
Hacker sind diejenigen Menschen, an denen es nun ist, ihrerseits Abwehrmaßnahmen zu entwickeln.
Weiter im Text:
Hat er eine eigene Hacker-Technologie, oder kauft er sie von Kriminellen, um Sicherheitslücken auszunutzen, oder fordert er sogar Unternehmen auf, wie jetzt Apple unter Druck ist, diese Hintertüren zu offenbaren, die dann allerdings nicht nur dem Staat offen stehen, sondern auch anderen, zum Beispiel Kriminellen.
Oh, so eine (vorausgesetzt: funktionstüchtige) Überwachungssoftware ermöglicht es auch „zum Beispiel“ Kriminellen, mein Recht auf Datenschutz und Privatsphäre zu missachten? Jetzt mal rein aus Jux: Wem denn sonst?
Wer nun annimmt, dass Gerhart Baum eigentlich gar nicht verstanden hat, was so ein Trojaner mit Bürgerrechten zu tun hat: Doch, das hat er. Er gibt sogar einen guten Ratschlag:
Ich möchte genau wissen, dass mit diesem Trojaner kein Missbrauch getrieben werden kann, und das ist mein Grundrecht auf Gewährleistung und Vertraulichkeit der Integrität informationstechnischer Systeme. (…) Ich, der Bürger, muss mich darauf verlassen können, dass die Technik einwandfrei funktioniert und nicht gegen mich arbeitet.
Will heißen: Gerhart Baum als Bürger möchte von einer Software, die einzig dem Zweck dient, seine Grundrechte einzuschränken, die Sicherheit haben, dass sie nicht gegen ihn arbeitet.
Den Herrn sollte man tunlichst genau im Auge behalten, wie mir scheint.
Montag. Nein, Moment: Montag! Welch famoser Kontrast ein verregneter Montag doch ist, wenn man das Wochenende stattdessen zu zweit verbrachte! Dieses Unterangebot an Sonntagen, übrigens, gilt es vom freien Markt baldmöglichst zu korrigieren.
Apropos Sonntag: Auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei Deutschland, der gestern endete, hatte ein Organisator der AG SingleMalt einen Antrag eingereicht, der prompt angenommen wurde: Die Parteiprogramme sollen künftig geschlechtersensible Sprache berücksichtigen. Schade, dass der gute Ruf von Whiskey darunter leiden muss, denn nüchtern kommt hoffentlich niemand auf so eine beknackte Idee. Und die Netzpolitik? Nun ja: Über 5.000 Menschen in Deutschland sind stündlich so doof, dass sie alles anklicken, was wie eine Datei aussieht. „heise online“ rät zu mehr Sicherheitsupdates, ich rate unverändert zu einem Pflichtführerschein für das Internet.
Keine Sorge, es gibt Schüsslersalze gegen Leichtgläubigkeit. Wenn es schon anderweitig an Sicherheitsmaßnahmen gegen Idiotie mangelt: Jeb Bush, weder klügerer noch talentierterer ehemals potenzieller Nachfolger des Nachfolgers von George W. Bush, twitterte vor nicht allzu langer Zeit ein Symbolbild für Amerika, namentlich eine Waffe mit seinem Namen darauf, denn wenn so ein Amerikaner etwas wählen kann, was tötet, dann macht er das auch, weshalb die dortige „Cosmopolitan“ ihren Leserinnen nicht etwa dazu rät, von Waffenträgern fernzubleiben, sondern sich nur auf solche einzulassen, die einen Waffenschein besitzen. Die meucheln nicht, die wollen nur spielen.
Die deutsche „JOY“ indes – die mit Emma Watson vorne drauf – stellt fest: „Fell-Klamotten machen Männer verrückt!“ (Seite 52). Ob ich mich über eine Frau mit Plüschpantoffeln nicht eher köstlich amüsierte als dadurch verrückt zu werden, möchte ich nicht klar beurteilen können, beschränke mich somit auf die Feststellung, dass ich Informationen über die Männer total stier („kann je nach Kontext entweder supergut oder superblöde bedeuten“, Seite 49) finde.
Ebenfalls total stier: Jethro Tull.
Guten Morgen.
Ein Jahr kann anscheinend gar nicht so jung sein, dass es nicht schon musikalisch zu begeistern wüsste. Nach dem etwas mauen Anfang des Jahres 2016 mit dem schnarchlangweiligen Sternenalbum des grotesken Popstars David Bowie kommt aktuell aus, immerhin, Großbritannien etwas Abwechslung ins Heim, namentlich das neue Album „K 2.0“ des Quartetts Kula Shaker.
Man möge sich nicht täuschen lassen: Die angebliche Magie des Buchstaben „K“, die die Bandgeschichte seit der frühen Umbenennung in „The Kays“ begleitet, mag in diesen Titel eingeflossen sein, eine bloße Fortsetzung oder gar Neueinspielung des nunmehr zwanzigjährigen Debütalbums „K“ aber ist hier nicht erfolgt. Das wäre auch zu einfach. Alte Stärken aber bleiben bestehen.
Mit „Infinite Sun“ eröffnen indische Klänge wie einst bei den Beatles das Album, ein Chor singt indianische Weisen und neuheidnisches Liedgut: We are one in the infinite sun / fly like an eagle // She changes everything she touches / and everything she touches changes. Esoterisch? Nein. Abgedreht? Natürlich!
Die Beatles, apropos, sind hier ohnehin allgegenwärtig, vielleicht auch, weil Crispian Mills mitunter gesanglich nicht allzu weit von John Lennon entfernt ist. Von Eintönigkeit auszugehen täte Kula Shaker trotzdem Unrecht: Auf „K 2.0“ stehen Psychedelic Rock („Infinite Sun“), Funkrock („Get Right Get Ready“), Country („Death Of Democracy“, trotzdem ganz in Ordnung) und der beinahe unvermeidliche Britpop („Mountain Lifter“) harmonisch nebeneinander wie sonst nur weniges.
Jetzt bloß nicht nachlassen, 2016.
(Vorbemerkung: Dies ist der Auftakt zu einer losen Reihe, die wieder einmal nur meinem kindischen Vergnügen dient.)
Na, auch Linux statt Windows zu Hause?
Dann patcht mal schön eure glibc!